Einschaltquote des ersten ESC-Halbfinales 2026: Mehr Zuschauer als im Vorjahr – Marktführung bei Jüngeren

Sarah Engels – Foto: EBU / Alma Bengtsson

Der Eurovision Song Contest liefert – und die ARD verpennt (wie immer) die Reichweitenchance. Dank der Übertragung des ersten Halbfinals des Wettbewerbs aus Wien wurde der Spartenkanal ONE am Dienstagabend ab 21 Uhr zum Marktführer bei den Zuschauer*innen unter 50 Jahren! Damit war die Show die drittmeistgesehene Sendung des Tages in dieser Zielgruppe. Aber auch bei der Gesamtzuschauerschaft gibt es Grund zur Freude: Insgesamt verfolgten 920.000 Menschen das Halbfinale auf dem Sender – das ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 37%. Allerdings trat der deutsche Act 2025 im zweiten Halbfinale auf und erreichte dort 860.000 Zuschauer*innen. Vergleicht man diese Werte beträgt das Plus nur 7%.

Während sich die ARD in ihrem Hauptprogramm in der unbedingt lebensnotwendigen 1.138sten (!!!) Folge der Arztserie In aller Freundschaft vor allem um die älteren Zuschauer*innen kümmerte, versammelte sich am Dienstagabend der größte Teile der dem linearen Fernsehen noch verbliebenen Unter-50-Jährigen ab 21 Uhr bei ONE (das übrigens zum Jahresende abgeschaltet wird) und verfolgte das Geschehen im ersten Halbfinale des ESC aus Wien.

In dieser „jungen“ Zielgruppe waren im Durchschnitt 427.000 Zuschauer*innen dabei. Das ist im Vergleich zu den 320.000 Zuschauer*innen im Vorjahr ein Plus von 33%. Auch der Marktanteil konnte deutlich gesteigert werden: Nachdem er für den ESC aus Basel bei 8,6% betrug, wurden am Dienstagabend für ONE sensationelle 12,9% erreicht! Nur die Tagesschau um 20:00 Uhr und TV Total um 20:15 Uhr – also zum großen Teil vor dem ESC – hatten absolut mehr Zuschauer.

Im Gesamtpublikum ab 3 Jahren war der Anstieg der Zuschauerzahlen relativ sogar noch höher: Während letztes Jahr 670.000 Personen das erste ESC-Halbfinale verfolgten, waren es nun 920.000! Dies entspricht einem Anstieg um 37,3%. Der Marktanteil lag hier bei 5,2% (Vorjahr 3,9%). Bei all diesen Zahlen sind die Personen noch nicht berücksichtigt, die die Sendung gestreamt haben.

Einschaltquoten 14-49 Jahre am 12. Mai 2026 – Screenshot: DWDL.de

Einschränkend muss man dazusagen, dass Deutschland im letzten Jahr im zweiten Halbfinale stimmberechtigt war und dort Abor & Tynna zum ersten Mal ihren Song „Baller“ präsentierten. Damals schauten tatsächlich sehr gute 860.000 Personen zu. Damit beträgt die Differenz zum diesjährigen ersten Halbfinale absolut nur 60.000 Personen bzw. 7%. Der Marktanteil im Gesamtpublikum für das zweite Halbfinale 2025 betrug 4,7% – gestern lag er bei 5,2%.

Auch für die Programmierung um die eigentliche Show aus Wien herum kann sich ONE über gute Reichweiten freuen. Die Warm-Up-Show mit ESC kompakt Songchecker Consi Zöller verfolgten bereits 480.000 Zuschauer*innen. Bei den „Jüngeren“ unter 50 waren 178.000 Personen am Start (4,8% Marktanteil). Auch nach dem Halbfinale blieben viele Unter-50-Jährige dran und schauten Spektakulär und schräg – Best of Eurovision Song Contest. Hier wurden noch 380.000 Zuschauer*innen gezählt.

Der heftige Anstieg vom ersten Halbfinale im letzten Jahr auf das erste Halbfinale in diesem Jahr lässt sich also im wesentlichen darauf zurückführen, dass gestern Sarah Engels in der Show zum ersten Mal ihren Beitrag „Fire“ der Öffentlichkeit präsentierte. Der Anstieg vom zweiten Halbfinale 2025 auf das erste Halbfinale 2026 ist geringer, aber am Ende steht da ein Plus: Das könnte auch mit Sarah Engels selbst und ihrer Popularität in Deutschland zu tun haben.

Freust Du Dich über die hohe Reichweite des ersten ESC-Halbfinals aus Wien, obwohl die Show nur auf ONE gezeigt wurde? Wie erklärst Du Dir den Reichweitenzuwachs im Vergleich zum Vorjahr? War das neben dem Deutschland- auch ein Sarah-Engels-Effekt? Lass es uns in den Kommentaren wissen. 

Diese Einschaltquoten erreichten die ESC-Halbfinale in den vergangenen Jahren (in Klammern der Marktanteil der Sendung in der jeweiligen Zielgruppe; mit DE = Deutschland war in dem Halbfinale stimmberechtigt):

Erstes Halbfinale 2025: 670.000 gesamt (3,9%), 320.000 14-49 Jahre (8,6%)
Zweites Halbfinale 2025: (mit DE): 860.000 (4,7%), 450.000 14-49 Jahre (10,8%)

Erstes Halbfinale 2024: (mit DE): 680.000 gesamt (3,6%), 290.000 14-49 Jahre (7,7%)
Zweites Halbfinale 2024: 660.000 gesamt (3,0%), 330.000 14-49 Jahre (6,3%)

Erstes Halbfinale 2023: (mit DE): 590.000 gesamt (2,8%), —.— 14-49 Jahre (6,3%)
Zweites Halbfinale 2023: 620.000 gesamt (2,8%), 300.000 14-49 Jahre (5,6%)

Erstes Halbfinale 2022: 500.000 gesamt (2,2%), 200.000 14-49 Jahre (3,4%)
Zweites Halbfinale 2022 (mit DE): 670.000 gesamt (xx%), —.— 14-49 Jahre (4,8%)

Erstes Halbfinale 2021: (mit DE): 700.000 gesamt (2,7%), 400.000 14-49 Jahre (4,1%)
Zweites Halbfinale 2021: 720.000 gesamt (2,8%), —.— 14-49 Jahre (4,9%)

Erstes Halbfinale 2019: 400.000 gesamt (1,6%), —.— 14-49 Jahre (2,0%)
Zweites Halbfinale 2019: (mit DE): —.— gesamt (xx%), —.— 14-49 Jahre (x,x%)



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18 Comments
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Marco86
Marco86
1 Stunde zuvor

Verpasste Chance für die ARD! Gerade wenn der deutsche Beitrag ebenfalls einen Auftritt hat. Vielleicht überlegen sie es sich für 2027 ja nochmal 😉

benegigs
benegigs
1 Stunde zuvor
Reply to  Marco86

2027 braucht man ja sowieso einen neuen Kanal, der die Semis ausstrahlt, nachdem ONE zum Jahresende eingestellt wird.

Teufelchen
Teufelchen
34 Minuten zuvor
Reply to  benegigs

Warum? Dann geht es halt nur über YouTube und die Mediathek. Ist der ARD doch ziemlich Wuppe 😀

Jared
Jared
12 Minuten zuvor
Reply to  Teufelchen

Das ist doch bestimmt vertraglich geregelt, dass die Shows im linearen Fernsehen ausgestrahlt werden müssen. Wenn sie also die Chance nicht nutzen wollen, wäre es wohl der einfachste Weg sie einfach im SWR zu verstecken.

Last edited 11 Minuten zuvor by Jared
JoBi
JoBi
1 Stunde zuvor

Das freut mich. Im Eurovision Village war gestern gute Stimmung.

kon
kon
1 Stunde zuvor

Man hat ein fertiges (sehr gutes und beliebtes) Programm, was in Spartenkanälen versteckt wird. Stattdessen zahlt man für die Produktion anderer Programme, die dann im Hauptprogramm laufen. Die Hoffnung, dass man sich im Rahmen der Sparmaßnahmen dessen bewusst wird und nächstes Jahr die Halbfinals ins Hauptprogramm zieht, bleibt bestehen.

sam1
sam1
1 Stunde zuvor

Das freut mich. Damit kann ich einen Kollegen von mir ärgern, der großer Fan von In aller Freundschaft ist. ,,Haha, bei der jungen Werberelevanten Zielgruppe hat das 1. Halbfinale des ESC 2026 dein In aller Freundschaft deutlich getoppt. In aller Freundschaft ist also eine Rentnersendung.“ 😂😂😂😂😂😂😂😂 Er ist übrigens noch weit entfernt von der Rente. Das ist wirklich ein Ritterschlag für den ESC 2026.

Barbara
Barbara
21 Minuten zuvor
Reply to  sam1

Ich bin auch weit entfernt von der Rente und schaue normalerweise „In aller Freundschaft“! Ich verbitte mir diese Verunglimpfung! 😄Gestern hätte ich aber gut auf die neue Folge im Hauptprogramm verzichten können und gerne das Halbfinale dort gesehen. Schade, dass die ARD so eine Chance liegen lässt. So schaut man es eben noch einmal auf One, „In aller Freundschaft“ später in der Mediathek 😉 und nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt… Es bleibt spannend.

ESC Jul
ESC Jul
2 Minuten zuvor
Reply to  Barbara

Man könnte In aller Freundschaft auch auf einen anderen Tag verschieben. Heute kommt zum Beispiel im Ersten nur irgendein Drama von 2024.

Anmey
Anmey
1 Stunde zuvor

Es freut mich wirklich sehr, wie erfolgreich die Semis jedes Jahr sind. Und man kann davon ausgehen, dass im Streaming noch einiges dazugekommen ist.

Geri
Geri
42 Minuten zuvor

Genau der Grund warum D die nächsten 10 Jahre nicht gewinnt.

Ronny1988VPS
Ronny1988VPS
35 Minuten zuvor

Wie war die Einschaltquote im ORF?

Julian
Julian
27 Minuten zuvor

Ich gehöre zur Zielgruppe und bei uns haben sehr viele über die Mediathek geguckt. Das wird ja gar nicht mit abgebildet.

J. Freizeit
J. Freizeit
25 Minuten zuvor

Bei der ARD fliegen bestimmt schon die Käseigel und das Lametta vor Freude. (Mehr als 70-jähriger Kitsch ist der ESC für die ja nicht)

Tobiz
Mitglied
Tobiz
24 Minuten zuvor

Oje. So viele Menschen haben die Moderatoren und die restlichen Peinlichkeiten erlebt. Die Quote für Donnerstag wird wohl einbrechen.

roxy
roxy
8 Minuten zuvor

Der Marktanteil in ORF1 lag bei bis zu 31%. An die 600.000 Zuschauer, hochgerechnet auf Deutschland wären das etwa 6 Mio.

ESC Jul
ESC Jul
5 Minuten zuvor

Vielleicht gibt es zumindest eines der Halbfinals dann nächstes Jahr im Ersten, wenn One eingestellt wird.
Ist zwar trotzdem eher unwahrscheinlich, aber wie Peter immer sagt: Das Glas ist halbvoll!

byJannik
byJannik
5 Minuten zuvor

Ich freue mich über die gute Quote, aber können wir bitte über Thosten Schorn sprechen? 

Der war ja wirklich auf einem Allzeittief.
Selten habe ich so viel über die schlechten Platzierungen Deutschlands gehört. Levina, Cascada und dass der SWR damals schon mal einen Song namens Fire- äh damals natürlich noch Feuer* geschickt hat. Über die eigentlichen Teilnehmer war inhaltlich erstaunlich wenig dabei, außer vielleicht, dass man kaum gemerkt haben soll, dass die Finnin ihre Geige live gespielt hat. Ist mir leider sehr negativ aufgefallen und ich könnte mir vorstellen am Donnerstag einfach den österreichischen Kommentar zu hören oder ganz darauf zu verzichten.