Erste Probe beim ESC 2022: Sheldon Riley mit „Not The Same“ für Australien

Bild @aussievisionnet

Den weitesten Weg nach Turin hat wohl ohne Zweifel Sheldon Riley aus Australien auf sich genommen. Als er seine drei Koffer in den Besucherbereich des Flughafens schiebt, wird er auch schon aufgeregt von seinen Delegation Hosts in Empfang genommen:

Wie vorgestern und gestern beim Probenauftakt des ersten Halbfinals des Eurovision Song Contest 2022 dürfen wir auch heute die ersten Proben nicht im Pressecenter oder per Onlinestream verfolgen und sind so auf die Informationen, Bilder und Videos angewiesen, die über die offiziellen Kanäle von eurovision.tv zur Verfügung gestellt werden – und natürlich auf die Meet & Greets, die jeweils zwei Stunden nach Beginn der jeweiligen Probe stattfinden. Entsprechend werden auch unsere Probenblogs keinen abgeschlossenen Artikel sein, sondern immer weiter wachsen. Die offiziellen Kanäle des ESC haben wir selbstverständlich im Blick und sobald dort Material veröffentlicht wird, stellen wir Euch das auch hier aufbereitet zur Verfügung. Der letzten Tage haben aber schon gezeigt, dass es besonders bei den TikTok-Videos zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann.

Über die erste australische Probe sprechen wir heute genauso wie über die anderen Proben des Tages ausführlich in unserem ESC Kompakt LIVE auf YouTube, das in der ersten Probenwoche täglich um 20 Uhr stattfindet.

Schon im Oktober 2019 haben wir gemutmaßt den zweimaligen The Voice-Teilnehmer Sheldon Riley beim Eurovision Song Contest begrüßen zu können. Damals erzählte er seiner The Voice-Coachin Delta Goodrem eindrucksvoll, dass es ein großer Traum ist, an Eurovision teilzunehmen (bei Minute 19:56 in diesem Video zu sehen). Nun ist es endlich soweit: Sheldon nahm am australischen Vorentscheidung „Eurovision – Australia Decides“ teil und konnte diese mit der dramatischen Ballade „Not the Same“ knapp gewinnen. Dafür reichte ihm ein zweiter Platz bei den Juroren und ein ebensolcher bei den Televotern.

Nach Turin kann Sheldon schon eine fertige Performance aus der Vorentscheidung mitbringen und es ist nicht davon auszugehen, dass hier noch viel verändert wird. Gab er doch schon vor Wochen auf seinem Instagramprofil bekannt, dass es sich bei seinem Outfit um das Outfit für Eurovision handelt.

Die Probe:

Und doch gibt es eine Überraschung: Sheldon steht am Fuß zweier riesiger Stufen – und sein Outfit ist nicht das oben gezeigte (das war dann wohl „nur“ das für den Vorentscheid).

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Er trägt ein Gewand mit einer riesigen pelzbesetzten weißen Hochzeitsschleppe, die bis zum Boden reicht.

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Dazu ein silbern funkelnder Gesichts- und Handschmuck – ein absoluter Hingucker und ein Fashion Highlight des diesjährigen ESC. Gerade nach dem Auftritt von Achile Lauro der optische Overkill! Mehr ist mehr – und wenns auch nur Drama ist!

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Anders als beim Vorentscheid steigt er zur Lüftung seiner Maske allerdings nicht herab, sondern die Treppe hinauf. Was natürlich auch eine sehr viel stärkere Botschaft ist. Allerdings konnte ich noch nicht zählen, wie oft er nach der Lüftung der Maske seine Haare richtet. Wetten diesbezüglich werden also noch angenommen.

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Hinzu kommt sein unglaublich kraftvoller Gesang – damit dürfte sich der 23-jährige Australier mit großer Wahrscheinlichkeit ins Finale schmettern. Oder was denkt ihr?

Bild: EBU / NATHAN REINDS

Infos aus dem Meet & Greet: 

Sheldon erzählt erstaunlich locker, dass er gestern angekommen ist und sich gut fühlt. Natürlich berichtet er, wie er mit 15 Jahren „Not the Same“ schrieb und wieviel sein Lied ihm bedeutet. Und vor allem, wieviel es ihm bedeutet, nun tatsächlich am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Damals entstand sein Beitrag in einer sehr schweren, dunklen Zeit. Deshalb war auch das Staging beim australischen Vorentscheid so dunkel gehalten. Sheldon findet aber auch viel helles, hoffnungsvolles in seinem Lied „Not the Same“. Das möchte er nun mit seinem neuen Outfit auf der Eurovisionbühne zeigen (und wahrscheinlich auch damit, dass er nun oben auf der Treppe seine Maske lüftet).

Er besitzt insgesamt 16 Masken, und wählt nach Outfit, welche er jeweils trägt. Als er nach seinem Hund gefragt wird, lacht er und erzählt mit einem Zwinkern, dass er diesen sogar noch mehr lieben würde, als seinen Boyfriend.

Immer wieder betont er, wieviel der Song Contest ihm bedeutet. Es war schon ewig ein großer Traum von ihm teilzunehmen und er schöpft seit vielen Jahren viel kreative Inspiration aus dem Wettbewerb.

Sheldon singt übrigens nicht nur, sondern spielt zudem auch Klavier und Gitarre.

Als der 23-jährige dann noch von Barbara Pravi aus Frankreich berichtet, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Sie hat ihn sehr beeindruckt.

Abschließend singt er noch ein paar Zeilen seines Liedes und verabschiedet sich vom Moderator.

 

Offizielles TikTok-Video: 

@eurovision

Wow! A strong vocal performance from @Sheldon Riley 👏🇦🇺 during his first rehearsal at #Eurovision #Eurovision2022 #EurovisionTikTok

♬ original sound – Eurovision


40 Kommentare

      • Wie ein Todesvogel …

        Once upon a midnight dreary, while I pondered, weak and weary,
        Over many a quaint and curious volume of forgotten lore—
        While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping,
        As of some one gently rapping, rapping at my chamber door.
        “’Tis some visitor,” I muttered, “tapping at my chamber door—
        Only this and nothing more.”

    • Das geht mir tatsächlich am Poe vorbei 😉 und aus dem unheilschwangeren Raven ist kleidungstechnisch eine nicht minder der Zuschreibung gemäße Gans geworden,

      Ich hasse diesen Beitrag ja intensiv, eine fiese Signatur einer unnötig solipsistischen Epoche

      • „Hass“ ist sooooo eine schlechtes Gefühl – „geht mir am Poe vorbei“ ist viel gesünder – und kreativer! 😉

  1. Das ist mir auf allen Ebenen, inklusive dieser Performance, zu viel Drama. Fürs Finale reicht es wahrscheinlich, aber ob das wirklich die Jurys so anspricht?

  2. Also wenn man sich jetzt vorstellt , er singt die Titelpartie aus „die Schneekönigin“ – dann geht es dich irgendwie.
    Schwarz = Königin der Nacht (Zauberflöte)
    Also sollte Ton mal da sein – lass ich ihn aus und schaue Bilder weiter ..,,

  3. Sieht noch entsetzlicher aus als vorher, sehr gewolltes Drama Queen Getue. Aber er hat ja in dem Castingshow-Schreisong eine Botschaft. Was war es jetzt noch mal, Anxiety oder auf dem Spektrum? Das scheinen gerade die go-to Storylines zu sein; vor 10 Jahren war es die Oma, die Krebs hatte. Nur nervig, der Blas Canto des Jahrgangs.

    • Eigentlich schon komisch. Aber das noch gewolltere, gekünstelte italien kommt bei vielen als authentisch an. Da kann ich nur den kopf schütteln

      • Oh nein, Italien thematisiert die schwuhle Zugewandtheit ḿit allen Ihren Abgrǘnden, und das sehr poetisch und intelligent; Australien zelebriert die schwuhle In-Sich-Verdrehtheit und das noch auf eine sehr platte Art und Weise.

        Das sag ich Dir mal so 😉

  4. Das ist mir von Allem ein bisschen zu viel: zuviel Pathos, zuviel Sahne-Baiser, zuviel Glitzer und zu viel Gegröhle, und dennoch beschleicht mich das ungute Gefühl, dass Australien seine Anhänger finden könnte. Ich käme ohne aus…

  5. Sheldon jetzt im Hochzeitskleid. Wer ist der Bräutigam ? Achille ? Er dient sich ja als guter Reiter an.

    • Sheldon Riley furchtbar primitiv in seiner Selbstdarstellung! Sein Gesichtsvorhang kann ruhig klemmen.

  6. Ob die Zuschauer nach dem optischen Overkill aus San Marino Lust auf so eine Darbietung haben? Ich weiß nicht….. Aber zumindest gibt sich Australien viel Mühe.

  7. Vermutlich werden das die Juries mit Gewalt ins Finale retten; bei den Televotern habe ich keine Idee wer sich von diesem tragisch-strukturlosen Notengedresche angesprochen fühlen soll.

  8. Die Kitschorgie mit viel Haut und Tatoos von Archille erregt vielleicht die Gemüter, wirkt aber locker und sympathisch und gerne schaut man hin. Hier bei Australien ist das Ganze eher sehr verstörend finde ich.

  9. Der Song gibt mir nicht ganz so viel. Dadurch dass er lange eine Maske aufhat, wirkt er auf mich sehr distanziert. Mich wundert es übrigens, wie man nach so einer Reise so fit sein kann. Ich bin seit wenigen Tagen in Australien und trotz (nicht von mir bezahlter) Business Class war das trotzdem eine Reise, die ich nicht wieder so schnell brauche.

  10. Ich kam bislang nicht klar damit und das hat sich nicht geändert. Wobei ich Sheldons Stimme sogar mag, aber mit das ist das zuviel „mit dem Holzhammer“.

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