Diese Acts wollen Deutschland beim ESC 2027 vertreten – Teil 13: Drag, Deutschpop & Dracula

Aphrodite Vox & mille – Bilder: Instagram @aphrodite_vox / @die.mille.danach

Während die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 für einige Länder keine Selbstverständlichkeit ist, steht in Deutschland schon lange fest, dass man auch in Burgas dabei sein wird. Über den Weg hin zum nächsten deutschen ESC-Beitrag wird dabei so offen wie selten zuvor berichtet. Von der Transparenz des SWR inspiriert, sprechen auch viele Acts öffentlich über ihre Einreichungen für den Vorentscheid Das deutsche Finale.

In unserem heutigen Bewerbungs-Update stellen wir Musiker*innen vor, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Zuerst geht es um Aphrodite Vox. Mit einer engagierten Followerschaft ist uns die Drag Queen auf Social Media schon öfters aufgefallen, wenn es um den ESC geht – aber auch beispielsweise in Verbindung mit den Pussycat Dolls, mit denen sie kürzlich zusammen auf der Bühne performte. Jetzt hat Aphrodite Vox verraten, für 2027 wieder ihren Hut in den ESC-Ring zu werfen.

An der eingereichten Nummer „MYTHOS“ hat die Drag Queen lange gearbeitet. Laut eigener Aussage geht es in dem noch nicht komplett veröffentlichten Song um „kompromissloses Selbstbewusstsein“, das auf die ESC-Bühne transportiert werden soll. Aphrodite Vox erklärt, Deutschland brauche wieder mehr Mut im Wettbewerb und hierfür sei ihr Paket aus „Sound, Performance und Vision“ bestens geeignet. Eine Hörprobe von „MYTHOS“ gibt es bereits (siehe unten).

Ganz andere Töne schlägt die Sängerin mille an. Ein ESC-kompakt-Leser hat uns darauf hingewiesen, dass mille im Songwritingcamp des SWR gesehen wurde und in einigen Instagram-Reels verlinkt war. mille ist Singer-Songwriterin aus Berlin und macht melancholischen Deutschpop. Ihre Songs gehen in eine ruhige, reduziertere Richtung, als man es zunächst bei einer ESC-Interessentin erwarten würde, doch das muss ja nichts bedeuten.

Auf zahlreichen Festivals hat mille bereits einem großen Publikum zeigen können, was sie live drauf hat. Sie bezeichnet ihre Songs selbst als musikalische „Tagebucheinträge“ und spielt in ihren bisherigen Nummern mit Emotionen und Zerbrechlichkeit (siehe unten). Inwiefern mille am Bewerbungsprozess für den deutschen Vorentscheid beteiligt ist, ist noch unklar. Theoretisch könnte sie – wie vermutlich auch Kelvin Jones – „nur“ als Songwriterin dabei sein.

Zwei weitere Bewerber haben uns direkt kontaktiert, um von ihren Einreichungen zu berichten. Zum einen hat sich demnach Musiker SEDAT für Das deutsche Finale angemeldet. Er hat schon in diesem Jahr versucht, San Marino zu vertreten, aber möchte 2027 lieber Teil der deutschen Vorentscheidung für Burgas sein. SEDATs eingereichte Nummer ist noch geheim – uns hat der Sänger aber erklärt, dass sie stilistisch in eine für ihn neue, dance-lastige Richtung geht.

Zum Tanzen animieren will auch Zapfenzwerg. Er hat uns geschrieben, den Song „Ruf mich an“ beim SWR eingereicht zu haben, zu dem es bereits eine Art „Visual“ auf Instagram zu sehen gibt. Zwar ist die Nummer noch nicht veröffentlicht, doch uns hat Zapfenzwerg verraten, dass der humorvolle Partyschlager-Song davon handelt, dass Deutschland mehr Punkte beim ESC haben möchte und man daher abstimmen soll… Wie gesagt: Die bisherigen Bewerbungen sind vielfältig!

Dass sich das Trio TULPE, bekannt durch den Song über Wal Timmy, für die deutsche ESC-2027-Teilnahme interessiert, haben wir bereits berichtet. Nachdem die Jungs ihre Fans in einem YouTube-Livestream über drei potenzielle Songs haben abstimmen lassen, wurde vor wenigen Stunden das Geheimnis gelüftet: Die Band versucht mit der Nummer „Dracula“ einen Platz in Das deutsche Finale zu bekommen, welche jetzt veröffentlicht wurde (siehe oben).

Welche Acts könntest du dir im deutschen Vorentscheid vorstellen? Wer soll zum ESC 2027 nach Burgas? Lass uns gerne deine Meinungen und Ideen da.

Diese ESC-2027-Interessenten aus Deutschland haben wir bereits vorgestellt:

Teil 1: Enemy Inside
Teil 2: Ragazzki, JUU, Freezy One und The Great Leslie
Teil 3: Klangschmiede, Linnea May und Abhinav Singh
Teil 4: Ikke Hüftgold/Nina Reh, wavvyboi, Molly Sue und Anica Russo
Teil 5: TULPE und David Vidano
Teil 6: Hänsel
Teil 7: OSWALD, ROXY und Ava Vegas
Teil 8: Songs von Keltania, David Vidano, Klangschmiede & Friends, WAIT! WHAT? und Res Publica
Teil 9: Songs von siovo, Maverick Miles, EMMA EX und Tilly Electronics
Teil 10: SPIELHAGEN, Noel Andre, From Fall To Spring, BLINDS, German Gents und Yasola
Teil 11: Kelvin Jones, Jenny & Joy, Alexander Lipka & Marita Burger und Juan Geck
Teil 12: KATYA & SUSAN OS, KUULT und baztjan

SWR-Songwritingcamp Teil 1: Ela, Salena, wavvyboi und Emma Powda
SWR-Songwritingcamp Teil 2: Noah Kraus, DUEJA, Enemy Inside (und JJ)
Ralph Siegel bestätigt Bewerbung mit Dschinghis Khan



Entdecke mehr von ESC kompakt

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

11 Comments
Matty
Matty
1 Stunde zuvor

Zapfenzwerg hört sich stark nach Blödel- bzw. Après-Ski-Pop à la Die Atzen an und eine Drag Queen als Teilnehmerin gab es schon auf Malta und Schweden bei einem nationalen Vorentscheid.

Zapfenzwerg heißt übrigens bürgerlich Dominique Dahlem und kommt aus der Stadt der Rosen und Rosse Zweibrücken.

Last edited 1 Stunde zuvor by Matty
benegigs
benegigs
1 Stunde zuvor

Bei dem Post vom Zapfenzwerg ist mir ja schon wieder zu viel KI verwendet worden. Furchtbar.

Mille finde ich auf den ersten Blick sehr spannend. Fraglich ist eben nur, ob sie als Teilnehmerin oder Songwriterin am Start ist. 😀

TULPEs „Dracula“ habe ich direkt einmal gehört. Den Song könnte ich mir echt gut auf der Bühne des deutschen Finales sehen. Energiegeladen, temporeich und zum Tanz einladend!

Micha Knust
Micha Knust
54 Minuten zuvor

Die Auswahl lässt mich mit mehreren Fragezeichen zurück.
Ich sehe zur Zeit keinen wirklich starken, innovativen Teilnehmer.

4porcelli - 🦦🏊➡️
4porcelli - 🦦🏊➡️
5 Minuten zuvor
Reply to  Micha Knust

Es kann halt nicht jedes Jahr so etwas kreatives wie 🔥 geben.

dunefan5000
dunefan5000
47 Minuten zuvor

Ich weiß nicht, ob in der heutigen Zeit, eine Dragqueen als deutscher Act für den ESC so ne gute Idee wäre. Da würde man auch dem Act keinen Gefallen tun. Da würde ich mir echt Sorgen um die Sicherheit des Künstlers machen. Erst recht wenn es in ein Land wie Bulgarien geht.

Eine zweite Conchita Wurst wird es wohl eh nicht sein.
Und ehrlich gesagt fehlt mir die Fantasie das der SWR so ein Act für die VE zulassen würde. Zu wenig Mainstream.

Last edited 37 Minuten zuvor by dunefan5000
Holgivision
Mitglied
Holgivision
23 Minuten zuvor
Reply to  dunefan5000

Aber der SWR hat ja gesagt, dass sie weg vom Mainstream wollen

eurovision-berlin
eurovision-berlin
43 Minuten zuvor

Das wäre für mich nicht nur der Beitrag Deutschlands, sondern der ESC-Sieger 2027.
KI ist besser als der Mainstream.
„Linke Tränen“

benegigs
benegigs
31 Minuten zuvor

Das ist doch hoffentlich Satire deinerseits..

Falls nicht, möchte ich an dieser Stelle gerne Das Lumpenpack zitieren:
„Hauch mich mal an
Das kann doch nicht dein Ernst sein
Das kann doch keiner ernst meinen“

Last edited 31 Minuten zuvor by benegigs
rainer1
rainer1
38 Minuten zuvor

Darf man das wort transen-pop noch sagen?
Rechtliche und sprachliche Einordnung

  • Gerichtsurteile: Deutsche Gerichte (wie das OLG Frankfurt am Main) haben bestätigt, dass der Begriff „Transe“ im allgemeinen Sprachgebrauch ausschließlich herabwürdigend ist und eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts darstellen kann.
  • Diskriminierung: Das Wort wird als verachtende Bezeichnung wahrgenommen und mit anderen beleidigenden Begriffen gleichgesetzt.
  • Alternativen: Wenn es um Musik oder Personen geht, die trans sind, verwendet man heute respektvolle Begriffe wie queerer Pop, Hyperpop oder die Bezeichnung von Künstlerinnen und Künstlern als trans (z. B. trans* Popmusik).

Darum meine einschätzung.
Trans*Popmusik dieser art ist ziemlich ausgelutscht und hätte vielleicht vor 10 jahren chancen gehabt, obwohl mir persönlich der kurze ausschnitt sehr gut gefällt.

Prometheus
Prometheus
22 Minuten zuvor

TULPE hat echt gute Songs wie „Sprengt den Wal“, „Verglühen“, „WM in Nordkorea“ oder „König von Trotzdem“.

„Dracula“ ist ebenfalls ein guter Song, aber nicht ganz auf einer Stufe mit den vorgenannten. Vom instrumentalen Aspekt hätte es etwas vielfältiger und bunter sein können. Mehr gitarrenlastiger, eine treibendere Basslinie, oder den kirchlichen Orgel-Sound hervorhebend. So ist das doch ein bisschen stumpf und monoton.

Auch kompositionell fehlen hier die ESC-Highlights wie Key Change oder Tempo Change. Einen 2:30-Moment gibt es auch nicht wirklich. Die ruhigere Bridge hätte man noch ausdehnen können, um zu einem knalligen Finale überzuleiten. So ist das leider ziemlich wenig wechselhaft.

Dennoch ist der Song sehr kurzweilig und macht Spaß. Die knapp 3 Minuten vergehen wie im Flug. Ein sehr guter deutscher Text, mit Selbstironie das Vampir-Thema aufs Korn nehmend und dennoch romantisch und tiefgründig. Sehr energisch, mitreißend und mit Mitmach-Faktor.

Von allen hier bisher vorgestellten Acts wohl am vielversprechendsten. Die ersten Bewerber haben ihre Absage ja schon kommuniziert, TULPE noch nicht. Also sind sie wohl noch im Rennen. Ich drücke ihnen die Daumen.

Last edited 18 Minuten zuvor by Prometheus
benegigs
benegigs
16 Minuten zuvor

Die diesjährige Teilnehmerin Laura Nahr hat heute einen weiteren Song auf Deutsch veröffentlicht und ich finde, dass es besser zu ihr passt als Englisch. Vielleicht kehrt sie in ein oder zwei Jahren mit einem starken deutschen Song zurück (und mit einer besser geplanten Inszenierung). 🙂