Diese Acts wollen Deutschland beim ESC 2027 vertreten – Teil 9: Noch mehr Bewerbungssongs

siovo – Bild: Instagram @sio.vo

Der Countdown für den Eurovision Song Contest 2027 läuft – zumindest aus deutscher Sicht. Morgen haben interessierte Musikschaffende die letzte Chance, ihre Bewerbung für Das deutsche Finale 2027 einzureichen. Der 21. September gilt als Deadline der SWR-Bewerbungsphase. Wir nutzen die letzten Stunden für ein weiteres Update, bei dem wir Acts vorstellen, die ihre potenziellen Vorentscheid-Songs eingereicht und diese bereits veröffentlicht haben.

Wir beginnen mit einem Musiker, den wir in den Reels von Eurovision.de und dem Label MANIFESTER MUSIC erkannt haben. In besagten Online-Postings wurden in den letzten Wochen immer wieder Einblicke in das Writingcamp gewährt, das der SWR in Berlin organisiert hat. Hieran konnten Künstler*innen teilnehmen, die sich für Das deutsche Finale 2027 bewerben wollen, aber noch keinen passenden Song hatten.

Einer der Camp-Teilnehmenden war siovo. Der Sänger gilt als Vorreiter eines Genres, das wohl als „Queerer Synth-Pop“ beschrieben werden kann. Mit deutschen Texten, elektronischen Elementen und Autotune als Stilmittel (was übrigens unzählige Musiker*innen heutzutage bewusst nutzen) gelingt siovo ein Mix, der zeitgemäß und erfolgversprechend wirkt. Aufgewachsen in Baden-Württemberg lebt der Sänger inzwischen in Berlin und versucht mit seiner Musik, queere Themen sicht- und tanzbar zu machen.

Auch wenn bislang nichts zu siovos potenzieller Vorentscheid-Nummer bestätigt wurde, könnte „D$QUARED“ (siehe oben) der Beitrag sein, mit dem er sich bewirbt. Der Song erscheint erst am 25. September komplett, was nicht zu früh für eine ESC-Teilnahme wäre und er ist nicht Teil seines neuesten Albums. Mit Songs wie „backseat bromance“ konnte siovo zuvor bereits über 2 Millionen Spotify-Streams sammeln.

Außerdem hat Maverick Miles kürzlich seine ESC-Pläne auf Social Media verkündet. Der Deutschrapper arbeitete in der Vergangenheit bereits mit Sängerin Méline und dem Rapper Generousisi zusammen. Bei ihrer neuesten Nummer „What Do You Wanna Say?“ (siehe unten) hatten die drei direkt das Gefühl, einen besonders starken Song kreiert zu haben, der auch international punkten könnte. Zusammen reichen sie den Titel nun für Das deutsche Finale 2027 ein.

Über ihre Bewerbung hat uns außerdem auf direktem Wege die Band EMMA EX informiert. Im deutschsprachigen Song „WUNDERLAND“ geht es um gesellschaftliche Probleme, die die Mitglieder der Band momentan beschäftigen und in der Nummer verarbeiten. Musikalisch geht der Song in eine sehr rockige Richtung. Das Musikvideo ist ab sofort hier verfügbar.

Und auch alte Bekannte haben uns über ihre Bewerbung informiert und den dazugehörigen Song direkt mit veröffentlicht: Tilly Electronics! Wie schon bei ihrer Bewerbung 2024 handelt es sich auch bei der neuen Nummer „Fishy & Meow (Garnelen Song)“ um alles andere als Mainstream-Radiopop. Die Punk-Nummer des Leipziger Duos könnte definitiv polarisieren, ist optisch jedoch zweifelsohne ein Hingucker (siehe unten).

Wie gefallen dir die vorgestellten Bewerbungssongs? Könnte einer dieser Acts beim deutschen Vorentscheid 2027 dabei sein? Lass uns gerne deine Meinung wissen.

Diese ESC-2027-Interessenten aus Deutschland haben wir bereits vorgestellt:

Teil 1: Enemy Inside
Teil 2: Ragazzki, JUU, Freezy One und The Great Leslie
Teil 3: Klangschmiede, Linnea May und Abhinav Singh
Teil 4: Ikke Hüftgold/Nina Reh, wavvyboi, Molly Sue und Anica Russo
Teil 5: TULPE und David Vidano
Teil 6: Hänsel
Teil 7: OSWALD, ROXY und Ava Vegas
Teil 8: Songs von Keltania, David Vidano, Klangschmiede & Friends, WAIT! WHAT? und Res Publica

SWR-Songwritingcamp Teil 1: Ela, Salena, wavvyboi und Emma Powda
SWR-Songwritingcamp Teil 2: Noah Kraus, DUEJA, Enemy Inside (und JJ)



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10 Comments
Matty
Matty
1 Stunde zuvor

Autotune hat in Songs überhaupt nichts zu suchen, was auch für die KI gilt!

Voxxclub darf es auch gerne ein weiteres Mal am Vorentscheid teilnehmen. Heute trat die Gruppe im ZDF-Fernsehgarten auf.

Last edited 1 Stunde zuvor by Matty
Malge1985
Malge1985
57 Minuten zuvor
Reply to  Matty

Die Mutter aller Autotunes. 🫣(Sie hat es zumindest salonfähig gemacht)

Last edited 56 Minuten zuvor by Malge1985
Timo1986
Timo1986
45 Minuten zuvor
Reply to  Matty

Ein zumindest teilweise Atutotune bei den Canzoni ist sowohl bei den Canzoni selbst als auch beim Festival di Sanremo die normalste Sache der Welt. 😀

Autotune jetzt mit KI gleichzusetzen ist absolut falsch. 😀

Timo1986
Timo1986
30 Minuten zuvor

Ist das Jetzt ein cooler oder ein bescheuerter Anmachspruch, wenn ich einem Typen frage, ob er meine Garnele sein will ? 😀

Ich glaube ich werde entweder alt oder ich habe das Philosophische von diesem Text einfach nicht begriffen. 😀

ESC 2028 in Leipzig, München oder Berlin – dank Gracia bzw. Chapter 7. 😀

Prometheus
Prometheus
29 Minuten zuvor

Ob „D$QUARED“ jetzt wirklich der Vorentscheids-Beitrag von Siovo ist, da würde ich ein Fragezeichen hinter machen. Das SWC ist ja noch nicht so lange her und das würde mir dann ziemlich früh vorkommen für einen Release. Ich glaube, der Song war schon länger in der Pipeline. Und im SWC wurde bestimmt gemäß der Regeln ohne Autotune gearbeitet.

Bei Maverick Miles ist leider das Problem, dass der Song am Ende einfach bloß nur noch „ausläuft“. Man hat noch 15 Sekunden, die man füllen kann, und in den letzten 30 Sekunden wird gar nicht mehr gesungen. Das ist beim ESC eine Kardinalsünde, die man nicht begehen sollte. Auch hier das Problem mit Autotune und den Vocal Chops.

Tilly Electronics ist vom Genre her schon durchaus „right up my alley“, aber das wirkt alles etwas trashig und amateurhaft, und zwar nicht im „Camp“-Sinne. Die Outfits im Schachbrett-Muster sind natürlich ein Hingucker, aber wir hatten doch dieses Jahr schon eine Künstlerin bei Schweden, der die Gesichtsvermummung nicht geholfen hat. Insgesamt ist der Song auch zu repetitiv, gleichbleibend und der erste Überraschungseffekt verfliegt schnell.

Da hat mir „Katze“ von Galant weitaus besser gefallen und ich hoffe, dass vielleicht im SWC ein ähnlicher Song im 80er-Jahre NDW-Synth-Stil entstanden ist.

Also leider insgesamt nichts interessantes hier dabei, außer Maverick Miles peppt seinen Song nochmal auf.

Last edited 26 Minuten zuvor by Prometheus
Udo Schmidt
Udo Schmidt
12 Minuten zuvor

siovo nein danke. Musikalisch unterirdisch, Autotune hoch 10 und als Choreo befürchte ich ähnliches wie von Olly Alexander, der damit 0 Punkte vom Publikum erhielt…

byJannik
byJannik
6 Minuten zuvor

Ich würde sagen, dass siovo hier das meiste Potenzial hat. Der Song klingt modern und ist gut produziert. Aber Autotune ist beim ESC natürlich tabu, deswegen erwarte ich einen Song, der weniger darauf setzt und denke er wird sich mit einem anderen beworben haben. Ansonsten finde ich den Stil von Tilly Electronics zwar auf eine gewisse Weise nicht uninteressant und er klingt auch speziell. Allerdings kann ich mit dem Text nicht viel anfangen und gerade wenn ich mir das Video anschaue, wirkt das Projekt immer noch sehr amateurhaft. Das trifft leider ebenfalls auf EMMA EX zu. Eine Nummer wie die von Maverick Miles würde ich gern mal in einem Vorentscheid sehen – einfach für die Vielfalt und weil es mal was ganz anderes wäre, auch wenn ich mir das beim ESC eigentlich eher nicht erfolgreich vorstellen könnte. 

Udo Schmidt
Udo Schmidt
6 Minuten zuvor

Auch Emma X fürchterlich. Erinnert mich an Nico Suave 2022 – da schien nur auf den Text Wert gelegt worden zu sein. Musikalisch gefiel mir das noch besser als Wunderland – sorry, 0 Punkte

ESC1994
ESC1994
4 Minuten zuvor

Joa, wie sage ich das möglichst höflich?? Alles nicht mein Fall, hoffe auf nen Banger. 👎

Matt
Matt
21 Sekunden zuvor

siovo und Maverick Miles wären nach Baller wieder zeitgemäßer. Vor allem siovos Song empfinde ich auf einem angemessenen Production-Level.