Es wird akustisch: Die Beiträge des ESC 2021 mal anders

Die heiße Phase des diesjährigen Eurovision Song Contest in Rotterdam rückt in greifbare Nähe. Und auch bei den Künstlerinnern und Künstlern laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Einige haben die Zeit genutzt, um ihre Songs in neuen Versionen – als akustische Ballade oder in neuen Remixen – zu veröffentlichen. Diese stellen wir euch heute (Stand 18. April, weitere können gewiss noch in nächster Zeit veröffentlicht werden) vor.

Inzwischen gibt es schon zahlreiche akustische Darbietungen im diesjährigen ESC-Teilnehmerfeld. The Black Mamba aus Portugal haben ihren Song „Love Is On My Side“ in einem sehr ansprechenden Setting inmitten der portugiesischen Flora dargeboten. Der bereits ruhige Song bekommt so nochmal eine neue Note und stellt die musikalischen Qualitäten der einzelnen Bandmitglieder in den Vordergrund.

Auch von Barbara Pravi gibt es eine akustische Interpretation ihrer Ballade „Voilà“. Diese ist noch reduzierter als das Original, Barbara wird lediglich von einem Klavier und einem Cello begleitet. Ihr Gesang besticht live besonders und das zeigt sie auch in dieser akustischen Performance. Die visuellen Effekte aus der Vorentscheidung sind hier nicht vorhanden und geben der Performance noch mehr Nähe und Verletzbarkeit, die Barbara Pravi als Sängerin verkörpert.

Anxhela Peristeri hat ebenfalls ihren auf Albanisch gesungenen Titel „Karma“ in akustischem Gewand interpretiert – dies bereits während der albanischen Vorentscheidung Ende Dezember vergangenen Jahres. Als stimmlich starke Sängerin weiß Anxhela diese Gelegenheit zu nutzen, „Karma“ überzeugt bei dieser reduzierten Darbietung vor allem durch die Harmonie und Gestik von Anxhela Peristeri.

Efendi hat ihr „Mata Hari“ ebenfalls in einer „Slow Version“, die durch das reduzierte Setting nah an die anderen akustischen Versionen herankommt, neu präsentiert. Der Songtext steht dabei stärker im Mittelpunkt und Efendi zeigt, dass ihr Song auch ohne große Choreographie überzeugen kann. In dieser Form werden wir Aserbaidschan im Mai in Rotterdam natürlich nicht erleben, dennoch zeigt es die Vielseitigkeit von Efendi sowie ihre Qualitäten als Künstlerin.

Mit der „Symphonic Version“ verzaubert Destiny aus Malta die Zuhörerinnen und Zuhörer mit „Je Me Casse“. Unterstützt wird sie dabei vom maltesischen Philharmonie-Orchester am Fort St. Elmo inmitten von Valletta. Dafür scheint Destiny wie auserkoren, stellt es doch ihre fulminante Stimme in den Mittelpunkt dieser eindrucksvollen Performance. Ist das schon die Generalprobe für den Opening-Act im ersten Semifinale des ESC 2022 aus Valletta? Bald werden wir es erfahren.

Auch VICTORIA stellt ihre Ballade „Growing Up Is Getting Old“ als akustische Version vor. Sie wird dabei instrumental reduziert begleitet, auf die große fanatasievolle Produktion vom Band wird hier verzichtet. Damit kann auch Victoria Georgieva ihre Stimme neu präsentieren, die Botschaft ihres Songs wirkt noch nahbarer und intimer.

Doch nicht nur Balladen gibt es in akustischem Gewand – auch aus Serbien und Lettland gibt es Akustik-Versionen. Hurricane setzen ganz auf die stimmlichen Harmonien als Trio, verzichten aber nicht auf die ein oder andere choreographische Handbewegung. So könnte die Nummer auch gut auf einem Folk-Festival funktionieren, schließlich wird der Geist des Dance-Tracks fortgeführt und durch die Percussion-Begleitung schön untermalt.

Ebenso hat Samanta Tīna aus Lettland ihre wilde Nummer „The Moon Is Rising“ ganz reduziert präsentiert. Nur mit einem Piano begleitet bietet Samanta eine nicht weniger eindrucksvolle Performance, die vor allem durch ihre kraftvolle Stimme Wirkung hinterlässt. Samanta spielt mit den unterschiedlichen Parts des Songs auf stimmlich herausragende Art und Weise und liefert damit eine ebenso abwechslungsreiche Nummer.

Wir haben eine Spotify-Playlist erstellt, in der wir alle verfügbaren und noch erscheinenden akustischen Versionen wie auch Remixes, die in den nächsten Wochen sicher folgen werden, hinzufügen – am besten ihr folgt gleich unserer Playlist. Dort findet ihr auch eine russische Version von Natalia Gordienkos „Sugar“ – reinschauen lohnt sich also!

Welche der Akustik-Versionen gefällt Euch am meisten? Und von welchem der diesjährigen Beiträge wünscht Ihr Euch noch Akustik-Versionen oder Remixes? Schreibt es uns in die Kommentare!


23 Kommentare

  1. Portugal: so schade, dass auf die schöne Landessprache verzichtet wird.

    Frankreich: Tolle Version, tolle Stimme!

    Albanien: Kann ich nicht beurteilen. War komplett vom Übermaß am Make-up abgelenkt.

    Azerbaijan: Ich bin überrascht. Das gefällt mir in dieser Version richtig gut!

    Malta: Ich werde wohl kein Destiny-Fan…

    Bulgarien: Ich mag solche Stimmen. Version ist da egal.

    Serbien: Diese Version lässt den Beitrag deutlich weniger günstig erscheinen.

    Lettland: Man weiß nicht wirklich, was das soll. Kann meinetwegen weg.

    Sieger für mich: Frankreich

  2. Die selbstproduzierten Songs klingen in den akustischen Versionen mindestens so gut wie das Original., den zugekauften Beiträgen hingegen nehme ich die gekünstelte Tiefe nicht ab.

    Daher meine Wertung
    Portugal: besser als das Original
    Frankreich: sehr intime Atmosphäre, das sollte auch das Ziel in Rotterdam sein, gefällt mir gut
    Albanien: da gefällt mir weder Original noch neue Version
    Aserbaidschan: auch wenn die Leistung von Efendi ganz gut ist, allein die Überlegung ist eine Katastrophe, ein Lied mit nichtssagenden Lyrics ohne Bezug zur Künstlerin so gespielt betroffen vorzutragen.
    Malta: auch hier dient die Version rein dazu, die Fähigkeiten von Destiny anzupreisen. Der Song mutiert zum Nebenschauplatz, wozu hat man den gekauft?
    Bulgarien: gefällt mir etwas besser als das Original, aber überzeugt mich nach wie vor nicht
    Serbien: wird in Rotterdam zwar nicht ganz so wichtig sein, aber es überrascht mich, wie gut die drei stimmlich sind und auch zusammenpassen
    Lettland: Samanta übertreibt recht gern, das geht bei der Uptempo-Version noch in Ordnung, in dieser Fassung gefällt mir das nicht

  3. Portugal: die nervige quäkige Stimme kommt hier ganz anders rüber. Viel weicher und eleganter und auf einmal ist der ganze Song anmutig und schön. Portugiesisch wäre hier die Sahne im Kaffee aber auch so ist es gut.
    Frankreich: Das ist genau die Version die so ein Chanson braucht um großartig zu sein. Leider schafft es für mich der Song nicht die Spannung zu halten und wird irgendwann langweilig
    Albanien: genauso auf die Bühne bitte! Sehr berührend
    Aserbaidschan: besser als das Original und auch als das richtige Original
    Malta: Grandios!
    Bulgarien: Gänsehaut pur
    Serbien: Stimmig aber lahm
    Lettland: eher bizarr. Ein mit toller Stimme vorgetragener Unfall

  4. Wirklich schöne Versionen: Besonders die aus Frankreich, Malta, Albanien und (ich bin überrascht) aus Serbien. Gefällt mir jetzt viel besser.🙂

  5. Da sieht man mal wieder, wie Acoustic Versionen Songs verschönern können oder auch nicht.
    Portugal, gefällt mir sehr gut. Der Song wird so richtig aufgewertet.
    Frankreich, auch top, sie wird auf jeden Fall super abschneiden.
    Albanien, diese Version gefällt mir viel besser als das Video. Tolle Sängerin.
    Aserbaidschan, ist mal was anderes, so in ruhig, aber die normale Version ist besser.
    Malta: Destinys Ausdrucksgehabe wirkt auf mich hochnäsig und überheblich, ich finde sie erzeugt so keine Sympathiepunkte. Ihre Stimme ist natürlich top.
    Bulgarien, kann ich mir auch in dieser Version nicht bis zum Ende anhören.
    Serbien gefällt mir so ganz phantastisch, wenn sie so auftreten würden, hätten sie für mich eine echte Chance gut abzuschneiden. Die Originalversion finde ich einfach nur billig. Aber sie dürfen mich gerne noch live überzeugen.
    Lettland, dann bitte doch lieber die Originalversion, ich schätze wir werden den Song wohl auch nur einmal sehen und hören.

  6. Ich überbiete @Thilos „grandios“ mit einem „göttlich“ 😀 Sensationell gut! Ich glaub, das könnte mein Lieblings-Siegertitel des 21. Jahrhunderts werden, wenn es klappt :O

  7. Man kann ja wirklich geteilter Meinung sein, dass die Beiträge gerade nach einer Vorentscheidung nochmal überarbeitet werden, sozusagen feinturning. Ob diese neue Version besser als die ursprüngliche ist, vermag jeder anders empfinden. Meiner Meinung nach gehört es sich nicht, erst dem Publikum eine Version zu präsentieren, diese wird als Sieger gewählt, um dann eine neue Version zu zeigen, die womöglich anders anhört. Ob dann das Publikum diese neue Version besser findet oder so gewählt hätte, bleibt offen.
    Da haben die Songwriters zur VE so viel Zeit und dann wird das gekürte Lied doch irgendwie verwurstet, um es mal plump auszudrücken. Das verstehe ich nicht.
    Künstler müssen ja auch mit ihrem Werk fertig werden. Weit hergeholt wäre das Beispiel, wenn jeder Maler plötzlich am Gemälde „Mona Lisa“ herumgemalt. Aber ich denke, ich werde verstanden, was ich meine.

    • Von den DACH-Ländern ist nur Österreich dabei, die Schweiz und Deutschland haben sich dagegen entschieden, was ich durchaus verstehen kann. Das Vereinigte Königreich ist übrigens das einzige der Big-Five-Nationen, das teilnimmt, und zwar sind das James Newman und Zoe London:

      https://eurovoix.com/2021/04/16/concert-in-the-dark-lineup-revealed/

      Einen negativen Höhepunkt gibt es bereits, und zwar ist das die Teilnahme von Mr. Homophobia und das ist auch der Grund, weshalb ihm Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland bei diesem Event den Rücken kehren.

      • Liebe Blogger, muss so ein ekelhafter und fake-news Kommentar von Matty wirklich freigeschaltet sein?

      • Was soll den daran Fake-News sein? Bevor Du solche Behauptungen aufstellst, solltest Du erst einmal den Link anklicken, denn das hast Du mit Sicherheit nicht getan! Also Vorsicht mit solchen Aussagen!

      • Ja Matty, ich habe den Artikel gelesen, und ich bleibe dabei:
        Es ist ekelhaft und es sind fake news was du da oben geschrieben hast.
        Du solltest dich schämen

  8. Als ich Destiny in Orchesterbegleitung gehört habe, dachte ich: WOW! Das hat mich wirklich beeindruckt. Ob wir das tatsächlich nächstes Jahr wieder hören werden, da möchte ich mich noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber gut möglich ist es.

    Dass Destiny ihre Songs auch in anderen Stilen vortragen kann, hat sie auch schon beim JESC 2016 in Valletta bewiesen, mit einer jazzigen Big-Band-Version ihres Siegertitels (und unseres liebsten JESC-Songs) „Not My Soul“: https://www.youtube.com/watch?v=VFL6j60BQls

  9. Heute hat übrigens die diesjährige Teilnehmerin des,Melodifestivalen Tess Merkel Geburtstag! Sie wird 51 Jahre jung!

  10. Ich gebe zu, dass ich Maltas beitrag dieses wie letztes Jahr schlicht überbewertet halte, entsprechend reserviert in ihre symphonische Version reingehört habe und doch ziemlich beeindruckt bin. Echte Sympathie stellte sich bei mir zwar nicht ein, aber zumindest kann ich besser nachvollziehen, dass dieser Favoritenstatus nicht allein von ihrem Bekanntheitsgrad in Fankreisen kommt.

    Und ganz am Rande – wirklich ohne jeglichen Provokationsgedanken – habe ich dieses Wochenende das Bindeglied zwischen Je Me Casse und I Don’t Feel Hate gefunden:

    ..
    .

    • „Shuffla“😍😍😍
      Den Song hätten die Schweden mal zum ESC schicken sollen, statt diese aalglatte Grütze. Wäre bestimmt beim Publikum besser angekommen. Naja, hätte, hätte, Fahrradkette…

  11. Mein Traum wäre ja back to the roots, Dirigent mit Orchester, und dann schauen wir mal wie viel Liedgut noch nebst Videoanimationen und Lasershow übrigbleibt. Auch ein „modernes“ Lied kann nichts entstellen, schon gar kein Orchester…

  12. Den Vogel im positiven Sinn schießt mal wieder Samanta Tina ab. DAS finde ich grandios. Schade, dass sie nicht irgendwann aufgestanden und rumgetrampelt ist, aber hätte bei der Version nicht so wirklich gepasst.

    Die meisten Fasungen gefallen mir doch recht.

    Am Besten find ich natürlich wieder Barbara Pravi, obwohl sich die Akkustikversion naturgemäß nicht allzusehr von der ESC-Version unterscheidet.

    Die Livesession des tschechischen Beirags kann man nicht im engeren Sinn als Akkustikversion bezeichnen, aber die gefällt mir soooo viel besser als die für den ESC:

  13. Ich lehne ‚acoustic Versionen‘, da uninteressant (weil ‚zu weit entfernt‘ vom Originalbeitrag), ab. Sollen ihren Beitrag entsprechend der Tonaufnahme des Einreichungsbeitrages live vortragen. Was ist daran eigentlich so schwer? Die übergroße Mehrzahl der Teilnehmer (insbesondere natürlich diejenigen, die von den Sendern direkt, ohne Vorentscheid, nominiert wurden) ist nicht willens ihre Beiträge Live in der Vorfeldverbreitung vorzutragen bzw in digitaler Form der allgemeinen Öffentlichkeit zu präsentieren. Das finde ich kritikwürdig und ist auch unprofessionell. Ich meine es müsste absolute Pflicht sein, dass jeder Teilnehmer neben einem Musikvideo mit einer (meist ja intensiv bearbeiteten) Studioaufnahme bis spätestens 4 Wochen vor den Finales auch eine Live gesungene Version einreichen MUSS (wobei mitgeteilt werden muss, ob bei der Live Aufnahme stimmverändernde Technik eingesetzt worden ist, oder nicht, und wenn ja welche Art von Technik eingesetzt wurde..). :-)))

  14. Efendi und Hurricane, wow, viel viel besser als das Original, beide bräuchten aber einen anderen Text und Hurricane noch immer ein anderes Outfit. Die Portugiesen sind auch toll.
    .
    Destiny und Barbara sind mir noch immer völlig schnurz.
    .
    Samantha zeigt zwar grosse Stimme, aber das Original finde ich tausendmillionen mal besser und zwar sowas von fantastisch … ♥️

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.