ESC 2023 in Großbritannien: Florian Wieder will zum achten Mal ESC-Bühnendesign entwerfen

Erst kürzlich machte Helene Fischer mit ihrem XXL-Konzert in München Schlagzeilen. Nicht nur wegen der Popschlager-Ikone selbst, die 130.000 Fans trotz Regen zum Jubeln und Feiern brachte, sondern auch wegen der beeindruckenden Bühne, auf der sie stand. Was die mit dem ESC zu tun hat? Hinter dem Stage Design steckt kein Geringerer als Florian Wieder, der schon mehrere ESC-Bühnen entworfen hat – und auch künftig entwerfen will…

Wie der Bühnendesigner jetzt im Interview mit DWDL.de verrät, wären er ns sein Team bereit, für den ESC 2023 ein Bühnenkonzept zu entwickeln:

„Wenn wir angefragt werden, legen wir auf jeden Fall ein Konzept vor. Das haben wir in Italien auch gemacht. Aber ob aus Großbritannien ein Anruf kommt, müssen wir abwarten. Der ESC ist eine mit viel Bedeutung aufgeladene Mammut-Veranstaltung, da ist die Vergabe von Aufträgen mitunter auch aus patriotischen Gesichtspunkten zu verstehen.“  

Den Auftrag, eine ESC-Bühne zu entworfen, hat Wieder in der Vergangenheit immer direkt von den ausrichtenden Fernsehsendern bekommen:

„Ich habe beim ESC noch nie meinen Hut in den Ring geworfen. Wir wurden immer angefragt, allerdings nicht von der EBU, sondern jeweils dem Sender des ausrichtenden Landes. Manchmal gibt es dann Ausschreibungen, manchmal wird einfach direkt jemand beauftragt.“

Nachdem der Münchener die Bühne für den ESC 2011 in Düsseldorf designte, hat er scheinbar Eindruck in Europa hinterlassen hinterlassen. Viele später ausrichtende TV-Sender haben ihn erneut angefragt. Denn auch beispielsweise die augenförmige Bühne in Wien 2015, die LED-lose Bühne in Lissabon 2018 oder die letztjährige Rotterdamer ESC-Bühne durfte er entwerfen. Hier ist unter anderem in Israels Performance zu „Set me free“ von Eden Alene das Highlight der Bühne gut zu sehen gewesen: eine durchsichtige Wand, auf der Projektionen zu sehen waren. Dieses Jahr hatte „Wieder Designs“ jedoch keinen Zuschlag für die Turin-Ausgabe bekommen.

Stattdessen konnten Francesca Montinaro und ihr Team den Zuschlag erhalten und die Bühne des ESC 2022 im PalaOlimpico entwerfen. Dennoch kam bei Wieder und seinen Kolleg:innen wegen der späteren technischen Probleme der Sonnen-Bühne keine Schadenfreude gegenüber Montinaro auf, wie er im Interview mit DWDL.de klarstellt.

„Schadenfreude ist nie angebracht weil wir alle nie gänzlich ausschließen können, dass etwas schief läuft. Es wurden da zwar ein paar Fehler gemacht, die für mich leicht zu analysieren sind, weil das ja mein Tagesgeschäft ist. Man hat sich mit der Konstruktion in eine Sackgasse begeben, die keinen Plan B eingebaut hatte. Ich hoffe sehr, dass mir das nie passieren wird, weil wir eigentlich immer einen Backup-Plan hatten. Und dann auch noch beim ESC. Bei jeder normalen Sendung müsste man dem Produzenten oder Sender beichten, dass da was nicht klappt wie es geplant war. Beim ESC bekommen es eben so viel mehr Menschen mit, weil die Acts aus den Ländern ja ihre Performances schon mit großem Vorlauf auf das Geplante anpassen.“

Die „Bavaria Sounds“.Bühne, die bislang größte von Florian Wieder entworfene Bühne
Bild: Wieder Designs

Zu „Wieder Designs“ gehören sowohl ein Büro in den USA mit 12 Mitarbeitenden, als auch die Münchener Niederlassung, ebenfalls mit 12 Mitarbeitenden. Bereits international bekannte Shows wie die EMMYs, die MTV Video Music Awards oder auch X Factor UK durfte das Unternehmen rund um Florian Wieder mit seinem Bühnendesign ausstatten. Auch für Rammstein und, wie oben beschrieben, für Helene Fischer, war das Unternehmen bereits tätig. Ob sich der ESC 2023 zu den Aufträgen dazu gesellt, bleibt abzuwarten.

Gefallen Dir Florian Wieders Bühnendesigns? Welche technische Besonderheit wünschst Du Dir auf der ESC-Bühne kommendes Jahr? Diskutiere gerne unter diesem Beitrag.


24 Kommentare

  1. Mir hat die Bühne dieses Jahr gut gefallen, wirkte nicht so „überladen“. Letztes Jahr fand ich sie etwas kalt, um ehrlich zu sein.
    Finde man sollte diese ganzen LED-Projektionen mal ein bißchen zurückfahren. Man kann mit schönen Lichteffekten so etwas Tolles erreichen. Man braucht nicht dauernd irgendwelche Bildchen, die von den Acts ablenken. Ein bißchen visuelle Unterstützung, okay, gehört dazu, aber sie soll, wie schon erwähnt, den Act unterstützen, und nicht die Hauptsache sein, meiner Meinung nach. So wie in Lissabon, hat mir auch gut gefallen.

  2. Bis auf die Bühne in Wien 2015 fand ich sämtliche Designs von Florian Wieder leider nicht gelungen. Es sah immer alles sehr ähnlich, statisch und schmucklos aus. Zudem wirkten seine Bühnen immer viel zu groß, sodass die Künstler darauf vereinsamten. Meinetwegen darf nächstes Jahr gerne eine anderes Team sein Glück versuchen. Aber dann bitte ohne übergroße und kaputte Sonne, Mond und Sterne!

  3. Ich glaube immer noch ganz fest daran, dass Schottland – konkret Glasgow – den Zuschlag erhalten wird. Gefallen würde mir daher ein Bühnendesign, welches ein stilvolles und edles schottisches Whiskyglas aus Kristall symbolisiert.

  4. Es darf nie wieder so eine Pleite wie dieses Jahr mit der nicht funktionierenden Sonne auf der Bühne passieren.
    Dass viele Acts kurzfristig ihre Show umstellen mussten und ihr Konzept so nur teilweise umsetzen konnten, ist wirklich ein starkes Stück und einmalig desaströs in der Geschichte des ESC. Die sich immer wiederholenden Einstellungen mit einer schwarzen Sonne und davor die Künstler gehören zum langweiligsten Staging seit Jahrzehnten.
    Die Ironie des ganzen ist jedoch, dass die am Ende der Shows doch noch aufgeklappte und sich drehende Sonne den fruchtbarsten Anblick der Veranstaltung bot.
    Es sollten daher im nächsten Jahr nur verifizierte Experten ans Werk gehen.

  5. Er hat nicht nur in Europa Eindruck hinterlassen, sondern auf der ganzen Welt, vor allem aber hauptsächlich USA! Seit 2018 ist er für die Bühne bei der Emmy-Verleihung verantwortlich und wird dies -wie man aus dem Interview entnehmen kann- wohl auch dieses Jahr wieder sein.

    Ich fand die Bühnendesigns von Florian Wieder beim ESC eigentlich immer gelungen, nie zu groß und auch abwechslungsreich! Ich tu mir sogar schwer bei seinen ESC-Bühnen einen Favoriten heraus zu picken, aber ich glaube ich würde hier dann wohl die Bühne vom ESC 2017 nehmen.

  6. Also ich könnte die letzten 10 esc-shows nicht mehr gross voneinander unterscheiden. Egal wo sie stattfinden, es sieht so plus/minus immer gleich aus. Schade eigentlich

  7. Ich fand die ESC Bühnen von den Designer Frida Arvidsson und Viktor Brattström 2013 Malmö & 2016 Stockholm etwas besser und technisch spektakulärer.
    Das Team Wieder Bühne kann, hat er schon oft bewiesen. In seiner Historie sind da wirklich tolle Designs dabei.Aber nicht jeder seiner ESC Bühnen hat mich vom Hocker gerissen.
    Vielleicht liegt es auch daran das meine Sicht vor Ort eine andere ist als vorm Fernseher.
    Live achte ich viel mehr auf Details und bin nicht auf die Kameraführung des Senders angewiesen. Aber von mir aus darf Team Wieder gerne nochmals ran.
    Sind sie doch Münchener 😉.
    Für die nachträgliche Änderung des Bühnendesigns (aus drei Laufstegen wurde nur einer) und die dadurch entstandene Änderung der zugesicherten Fanbereiches beim letzen Robbie Williams Konzert können sie ja nichts. Das lag am gierigen Ösi Veranstalter Leutgeb.

    • Die Bühne in Malmö hat mir auch gut gefallen, fand ich sehr angenehm zurückgenommen.🙂
      2016 hat mich allerdings nicht umgehauen, irgendwie zu groß und … keine Ahnung…
      „technisch“.😉

      • Und mir hat gefallen , das dir liebe Gaby vor ein paar Tagen Yazoo gut gefällt (oder halt nur only you). Als ewiger Alison Moyet Fan hört und liest man dies gerne.

      • Allison Moyet ist toll, super-klasse Stimme Aber muss wirklich gestehen, dass ich das Cover von „Only you“ doch ein bißchen besser gefällt. Die Al-Capella-Version paßt wirklich sehr gut.🙂

  8. Fand seine Bühnendesings immer ganz gut.
    Am besten hat mir Lisssabon 2018 gefallen.
    Und das seine Bühnen technisch funktioniert haben,ist sicher kein Nachteil.
    Vor mir aus darf er gerne wieder ne Bühne basteln.

  9. Ab heute beginnt die neue ESC-Saison und es ist meteorologischer Herbstanfang und in lsrael wird Noas Wettbewerbstitel durch ein Songwritingcamp entstehen.

  10. So viele Bühnendesigner scheint es nicht zu geben. Er hat ja auch für Anne Will und DSDS entworfen. Ich weiß nicht, ob man immer mal jemand anderen ranlassen sollte. Auch ich fand seine 2021er-Bühne etwas charakterlos, am besten dagegen fand ich Wien 2015, war nicht zu groß und hatte einen gewissen nostalgischen Touch.

    • Er macht mit seinem Team wirklich sehr vieles und alles kreuz und queer von Musikantenstadl (ab 2006, seit Andy Borg übernommen hat, sowie auch für den kurzlebigen Nachfolger „Stadlshow“) bis Emmy Awards ist alles dabei. Ich liebe diese Vielfalt! Er hat für die deutsche und amerikanische Version von „The Masked Singer“ die Bühne entworfen, genauso wie für die deutsche und amerikanische Version von „Let’s Dance“ bzw. in den USA „Dancing with the Stars“. Auch bei „America’s Got Talent“ ist er für die Bühne verantwortlich (passt sogar, da diese Show ja im vorangegangenen Artikel erwähnt wurde). Außerdem für „Wetten, dass…?“ (von 2008 bis 2014), The Voice (Kids), „Schlag den Star“ (früher „Schlag den Raab“) und das TVtotal-Studio zu Stefan Raab’s Zeiten. Ob er für das aktuelle auch verantwortlich ist, weiß ich jetzt gar nicht.
      Dieses Jahr in Deutschland z.B. -wie im Artikel bereits erwähnt- die große Bühne für „Bavaria Sounds“ wo unter anderem auch das Helene Fischer Konzert stattgefunden hat in den USA z.B. die „Nickelodeon Kids‘ Chocie Awards“ oder „MTV Movie & TV Awards“.

  11. Von mir aus könnte die Bühne wieder etwas kleiner werden. 2021 und 2022 waren riesig. Dazu diese technischen Tricks – können auch nach hinten losgehen. Die herablassbare Wand 2021 war sicher innovativ, aber auch fehl am Platz. Nur wenige Länder haben die überrhaupt benutzt und wenn, wirkte es nach Effekthascherei nach dem Motto „seht her wie toll die wand ist“. Wirklich sinnvoll wurde die von niemandem verwendet. Mir fällt nur Portugal als besseres Beispiel ein.

    • In dem Beitrag von Blogger-Rick geht aus nur darum, dass Florian W. gerne das Bühnendesign entwerfen würde, wenn er denn gefragt werden würde. Also einfach nur ein hypothetischer Wunschplan eines Bühnendesigners. Von einem tatsächlich erteilten Auftrag zwischen EBU und Florian W. war keine Rede. 😀

  12. Ich glaube nicht, dass Wieder in GB so große Chancen hat. Mir gefallen seine Designs manchmal gut (Wien, Lissabon), manchmal weniger gut. Vor allem Rotterdam fand ich sehr schwach.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.