
Für den 14. November 2026 ist der Eurovision Song Contest Asia in Bangkok geplant. Am „asiatischen“ Ableger des Eurovision Song Contests nehmen elf Länder teil. Nun berichtet das schwedische Aftonbladet von einer Produktions- und Budgetkrise rund um ESC Asia. Damit stellt die Zeitung auch die Frage in den Raum, ob es möglich ist, dass Eurovision Asia noch abgesagt wird. Das hat Eurovision Asia inzwischen dementiert. Drama in der ESC-Welt – und was lieben ESC-Fans mehr als Drama? Wir gehen also rein und schauen das genauer an.
Laut Aftonbladet-Quellen soll das ursprüngliche Budget für den Wettbewerb von rund 4,5 Millionen US-Dollar um 1 Million (etwa ein Viertel) gekürzt worden sein. Wir müssen hier ganz klar von Aftonbladet-Quellen sprechen, denn seitens der EBU wurde all das zunächst nicht bestätigt oder per Statement eingeordnet. Die Kürzungen bzw. finanziellen Rückzüge kamen aber wohl direkt von der EBU. Das heißt natürlich erstmal für die Produktion: Geld sparen. Die Maßnahmen folgten offenbar auch prompt: Das internationale Produktionsteam sei praktisch komplett entlassen worden bzw. müsse zu Hause bleiben, weil Flüge, Hotels und Aufenthalt in Bangkok nicht mehr bezahlt werden könnten. Es soll durch lokales thailändisches Personal und eine deutlich einfachere technische Produktionslösung ersetzt werden. Das spart.
ESC Gabe (man kennt ihn vielleicht von hier und da), ist in dem Fall übrigens gerade sogar der Meinung, dass Voxovation sogar bankrott sei. Ob das stimmt? Unklar.

Aber wer sind da jetzt die von Aftonbladet angesprochenen Akteure und Entscheidungsträger? Hinter Eurovision Asia steckt natürlich die EBU, aber auch Voxovation. Hinter Voxovation wiederum steckt im Wesentlichen die private Lizenz- und Produktionsfirma, die die EBU mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Eurovision Asia beauftragt hat. Outsourcing quasi.
In diesem Kosmos sind zwei Namen relevant. Peter Settman ist ein schwedischer TV-Produzent und Unternehmer. Er war Mitgründer und CEO von Voxovation. Das heißt: Er war einer der Hauptverantwortlichen dafür, Eurovision Asia überhaupt aufzubauen und wirtschaftlich zu organisieren. Im August ist er aber als CEO zurückgetreten. Genannt wurden dafür persönliche Gründe.
Christer Björkman ist vor allem als langjähriger Eurovision- und Melodifestivalen-Produzent bekannt. Bei Voxovation und Eurovision Asia ist er der kreative bzw. wettbewerbliche Produzent, also die Person, die stark mit dem Format, den Acts, den nationalen Vorentscheidungen und der Show selbst zu tun hat.
Mit dem Rückzug Settmanns haben sich also Dinge verändert, und zu dieser Veränderung gehört ein dritter Name: RJ Phillips. Er ist ein Tech-Unternehmer und Mitgründer von OnlyFans (aha!). Er besitzt auch die Social-Media-Plattform ZOOP. ZOOP ist offiziell der „exclusive social partner“ von Eurovision Asia und soll für mehr Interaktion sorgen.

ZOOP war auch beim „echten“ ESC ein großes Ding. Manche Influencer*innen aus der ESC-Welt – allerdings nicht ESC kompakt – durften auch in der ZOOP-Lounge den ESC verfolgen.
Übrigens: Über diese Entwicklungen berichtet nicht nur Aftonbladet, sondern mittlerweile auch Eurovisionworld. Aftonbladet hat aber auch ein Statement von Martin Green, dem ESC-Direktor, parat:
„Asien hat eine lange Tradition in der Ausrichtung von Großveranstaltungen, und die Eurovision-Asia-Produzenten von Voxovation sind stolz darauf, mit einem großen und erfahrenen lokalen Team zusammenzuarbeiten. Wir sind zuversichtlich, dass das Budget den hohen Ansprüchen des ersten asiatischen Wettbewerbs gerecht wird, und freuen uns auf sein weiteres Wachstum.“
Das ist keine klare Bestätigung von „alles ist bestens“, aber auch keine Bestätigung der Krisenberichte. Die EBU vermeidet vermutlich eine offene Eskalation, weil sie weiterhin möchte, dass der erste Eurovision Song Contest Asia stattfindet. Immerhin möchte Green ja die ESC-Brand groß ausbauen, da kann man keine Produktionskrise gebrauchen.
Update: Eurovision Asia stellt klar, dass der Wettbewerb wie geplant stattfindet

Damit ist die Frage nach einer möglichen Absage zunächst beantwortet: Eurovision Asia hält am geplanten Termin fest. Die von Aftonbladet berichteten Budgetkürzungen und Veränderungen im Produktionsteam werden in der Stellungnahme allerdings nicht ausdrücklich dementiert. Ob und wie sich die mutmaßlichen Einsparungen auf die Show auswirken werden, bleibt also abzuwarten.
Warum ist das vielleicht auch für den richtigen ESC wichtig? Nun, Eurovision Asia ist nicht nur eine nette zusätzliche Show. Sie soll auch als Testfeld dienen. Laut Aftonbladet soll dort ein neues, stärker onlinebasiertes Abstimmungssystem erprobt werden, das die EBU möglicherweise später auch beim europäischen ESC einführen will. ZOOP soll dabei eine zentrale Rolle spielen: Fans sollen stärker interagieren, Communities bilden und digital am Wettbewerb teilhaben. Dafür braucht man natürlich Top-Notch-Testumstände.
Fragt sich nun aber, warum das Budget überhaupt gekürzt wurde. Dazu gibt es bislang keine bestätigten Informationen. Voxovation ist die private Produktions- und Lizenzfirma; sie muss Sponsoren, Ticket- und digitale Erlöse sowie TV-Deals finden. Wenn diese Einnahmen geringer ausfallen als geplant, kann die EBU als Rechteinhaberin verlangen, dass das Projekt im vorhandenen Rahmen funktioniert. Wurden zu wenige Tickets verkauft?
Machst du dir Sorgen um die Produktion von Eurovision Asia? Was vermutest du, läuft hinter den Kulissen ab? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
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Super und wie Peter immer sagt: Das Glas ist halbvoll!“
Aha
Ev etwas wie bei Nemobbers erster abgesagter Tour, dass man etwas zu optimistisch bei der Kosten/Nutzung Rechnung war.
Gibt’s eigentlich schon News zu den Quoten der VEs?
Für Vietnam gibt es Zahlen. Über 2 Millionen haben mindestens eine Minute geschaut, im Durchschnitt 867k Zuschauer. Das ist solide, mehr aber auch nicht.
Ich seh schon, Eurovision Asia wird ne einmalige Sache bleiben
Nein, wird es nicht.
Ganz deiner Meinung!
Doch wird es.
Ach herje. Ich sage diesem Wettbewerb nur ein sehr kurzes Leben voraus. Wenn man schon bei der ersten Ausgabe den Rotstift ansetzt. Der ESC ist ein europäisches Ding, den kann man einfach nicht auf andere Weltregionen übertragen. Das hat in den USA nicht funktioniert und das funktioniert offensichtlich in Asien auch nur so Mittel. Die geringe Anzahl an Teilnehmerländer zeigt auch, wie wenig Interesse es insgesamt in Asien an dem Wettbewerb gibt. Ich sage mal voraus: Das die diesjährige Ausgabe des ESC Asia auch gleichzeitig die Letzte sein wird.
Die wievielte Absage (seit 2009?) wäre das eigentlich?
Die ganze Organisationsstruktur dieser Veranstaltung war ja von Anfang an total undurchsichtig. Ich hab jedenfalls nie verstanden, wie weit das (finanzielle) Engagement der EBU eigentlich geht. Mir war auch nicht bewusst, was für ein problematisches Unternehmen Zoop ist. Wenn die EBU ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag ernst nimmt, muss sie da sofort jede Verbindung beenden.
Diese ganze Geschichte macht jedenfalls den Eindruck, dass die EBU sich mit ihren externen kommerziellen Aktivitäten ziemlich übernommen hat. Das wird bei den Mitgliedssendern sicher noch für einige Diskussionen sorgen.
ZOOP ist kein problematisches Unternehmen. Sie sind halt Sponsor vom ESC Asia weswegen das Unternehmen hier eben auch erwähnt wird, weil es eben um das Geld geht.
Zoop ist extrem problematisch. Wurde gegründet von irgendwelchen dubiosen VC-Milliardären als NFT-Plattform und die zweite große Sponsoring-Partnerschaft neben Eurovision Asia waren Peter Thiels Dopingspiele. Wenn das die Gesellschaft ist, in der die EBU den ESC positionieren will, dann Gute Nacht.
Waaa?????
Israel wird den ESC Asia live übertragen:
https://eurovoix.com/2026/10/23/israel-kan-broadcast-eurovision-asia-2026/
Australien und Polen werden das ebenso machen.
Sollte es eine weiter Ausgabe vom ESC Asia geben, wäre das nicht ein möglich Kompromiss. Das Israel beim ESC Asia teilnimmt, statt in Europa.
Da hat Israel sicher null Bock drauf (abgesehen von möglichen Teilnehmern aus der arabischen Welt, Pakistan, etc.).
Der Anfang vom Ende? Es könnte durchaus sein.
Nach der Show wissen wir wohl mehr.
Mir fehlen echt die Worte. Man weiß vor allem nicht genau weshalb jetzt die ganze Sache so ist wie sie eben ist. Klar wir wissen, dass sich Peter Settman aus persönlichen Gründen zurückgezogen hat, aber ist dies der einzige Grund weshalb die finanzielle Situation jetzt so ist bzw. es dort Kürzungen gegeben hat?
Eurovision Asia ist wohl nur für OnlyFans konzipiert. 😆
Das wird nach dem lahmen Versuch den ESC für Amerika zu kopieren der nächste Rohrkrepierer. Vielleicht findet er statt, vielleicht auch nicht. Ist eigentlich egal, denn musikalisch ist der Contest sowieso absolut belanglos. Kein einziges der Lieder wäre beim ESC auch nur ein Wackelkandidat für die Quali. Die würden alle in ihren Semis nach hinten durchgereicht werden. Und nach dieser Ausgabe ist das ganze Projekt dann gestorben. Man wird noch einen Nachfolge Contest ankündigen aber spätestens wenn’s um die teilnehmenden Länder geht wird wegen Mangels an Interesse Schluss sein.
Leute – seht es endlich ein. Den ESC kann man nicht als Klon exportieren. Auch wenn ihr noch so sehr die Eurozeichen in den Augen habt. Schaut lieber, dass der klassische ESC gut läuft, bringt meinetwegen den Eurovision Dance Contest zurück ins Leben und lasst ansonsten den Rest der Welt (gern ein bisschen neidisch) zuschauen.
Tja. Klingt nach einer einmaligen Sache. Kann mir nur schwer vorstellen, dass Eurovision Asia unter diesen Voraussetzungen im Jahr 2027 stattfinden wird.
Der erste Teil des Artikels liest sich wie die Großfamilie Trump zwischen Diplomatie und Korruption 😉
Marko: Jungs … OnlyFans … muss ich eine Meinung haben?
Sohn: Nö, du bist zu alt dafür.
Schwiegersohn 1: Dein Vater darf da doch Frauen schauen?
Schwiegersohn 2: Brauchst du das, Marko?
Markt lächelt und schweigt.
Marc.. ähm… Marko beim Frauenschauen, lächeln und schweigen… hach ja.
Können wir bitte nicht ESC-Gabe zitieren – egal für was. Der Typ verkörpert nun mittlerweile echt alles wofür der ESC nicht steht.
Weil er nicht pro Israel ist?
Oder was ist denn (noch) der Grund deiner Meinung nach?
Nicht provokant gemeint, ich hab von ihm einfach nicht viel mitbekommen in letzter Zeit
Das hat wenig bis gar nichts mit „pro Israel“ zu tun. Der Typ versprüht einfach komplett Hass und Hetze – trifft Behauptungen ohne Beweise und diffamiert ohne Grund. Man kann ja das israelische Handeln kritisieren (insb. die Siendlungspolitik) – aber bei ihm hat sich da mittlerweile ein echter Hass gebildet, dass das einfach niemand ist der die Werte des ESC in irgendeiner Weise würdig vertritt. Solchen Leuten sollte man nicht noch eine Bühne bieten.
Man schaue sich nur seine Videos zur Voting Analyse an – dort werden einfach nicht belegbare Behauptungen getroffen – aka Fake News generiert. Das heizt die Stimmung nur weiter an. Hatte schon seinen Grund das er letztes Jahr keine Akkreditierung bekommen hatte…leider ist man da dieses Jahr wieder eingeknickt…
Für ESC-Influencer gilt wie für alle Influencer, dass es ein Geschàftsmodell ist. Viele Fans machen den Fehler, anzunehmen, dass das ihre Freunde sind. Ev. auch eine Altersfrage.