Frankreichs Beitrag für den ESC 2022: „Fulenn“ von Alvan & Ahez

Alvan & Ahez mit „Fulenn“ vertreten Frankreich beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin. Dies entschied sich am heutigen Abend im Finale der Vorentscheidung „Eurovision France, c’est vous qui décidez“.

Hinter Alvan und Ahez verbergen sich der Sänger Alvan und das Trio Ahez aus Sterenn, Marine und Sterenn. Während Alvan Gitarre und Ukulele spielt und dies mit Elektrosounds kombiniert, beeindrucken Ahez vor allem durch ihren Gesang als Trio. Sie alle eint, dass sie in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs aufgewachsen sind. „Fulenn“ ist der erste Beitrag beim ESC, der die bretonische Sprache aus Frankreich auf der großen Bühne vor mehr als 180 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern präsentieren wird.

„Fulenn“ ist eine moderne Elektronummer, die die bretonische Sprache mit einer einprägsamen Instrumentation kombiniert. Der Song wurde von Alexis Morvan Rosius (Alvan) und Marine Lavigne geschrieben. Der Titel konnte sich in der französischen Vorentscheidung sowohl die meisten Stimmen der Jury als auch des Publikumsvotings sichern. Alvan & Ahez werden damit im Finale des ESC 2022 am 14. Mai in Turin mit ihrem Titel „Fulenn“ starten und versuchen, an den Erfolg von Barbara Pravi mit ihrem Song „Voilà“ aus dem Vorjahr anzuknüpfen.

Der französische Vorentscheid stand wie schon der deutsche Vorentscheid im Zeichen der Solidarität mit der Ukraine. Im Opening wurde „Pray For Ukraine“ von Zlata Ognevich gespielt, in einer Videobotschaft richtete sich Jamala an das französischhe Publikum. Außerdem sangen die 12 Acts der Vorentscheidung gemeinsam „Imagine“ von John Lennon. Auch Barbara Pravi trat in der Show auf und sang ihren Beitrag aus dem Vorjahr „Voilà“.

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120 Kommentare

  1. Oh, da bin ich aber jetzt von Frankreich enttäuscht, nach all den starken Jahren 🙁
    Finde ich furchtbar eintönig. Davor Serbien gesehen, wo ich nicht wußte, was ich davon halten sollte, aber im Vergleich hat mich Serbien dann doch neugieriger gemacht und mal was anderes, aber das hier von Frankreich.

    Muss mir die Songs mal alle im Vergleich zu den neuen anhören, um was sagen zu können, aber ich glaube ich finde Malik da doch besser als Frankreich.

  2. Ich muss denjenigen hier zustimmen, denen der Auftritt insgesamt zu viel ist. Es erinnert mich hier teilweise ein wenig an Tanxugerias (Benidorm 2022). Eine andere Nationalsprache, als die eigentliche Amtssprache, das Bühnensetting sehr ähnlich, es passiert zuviel und die Stimmen leiden darunter. Schade, der Song hat viel Potential, so viel, dass es auch so noch zu einem „gefällt mir gut“ reicht, aber leider nicht mehr. Dennoch war dies neben „Seule“ der einzige gute Titel im Lineup, von daher haben die Franzosen gut ausgewählt.

  3. Also hier bei Frankreich haben mich jetzt meine „hellseherischen Fähigkeiten“ verlassen. Sei’s drum. Bei Italien – Mahmood und Blanco mit „brividi“ – und insbesondere meinem prognostiziertem Sieg mit einer rekordverdächtigen Punktevergabe durch das Fan-Voting werde ich schon richtig liegen.

      • Ich habe bereits an anderer Stelle gesagt, dass wir und nächstes Jahr alle wieder in Mailand sehen werden. „Ci vediamo a Milano l’anno prossimo“ – bzw. „nächstes Jahr sehen wir uns in Mailand wieder“..

        Einfach aus folgenden Gründen.

        1. Mailand erhielt gegenüber Turin nur sehr knapp nicht den Zuschlag von der EBU als Austragungsort.

        2. Die infrastrukturellen Voraussetzungen sind in Mailand definitiv gegeben..

        3. Mailand gilt in Italien als die Musikhauptstadt, da viele Musiklabels, aber auch die musikalische Kreativindustrie an und für sich in Mailand ansässig sind..

        4. Mailand ist nicht nur der Geburtsort von Mahmood, er lebt auch in Mailand und ist dort aufgewachsen.

        4. Zwar kommt Blanco nicht aus Mailand, sondern von einer kleinen Stadt am Gardasee. Aber der Gardasee selbst ist auch nur ungefähr eine Autostunde von Mailand entfernt.

        Aber eines sollten all diejenigen, die es bereits jetzt ins Auge fassen nächstes Jahr ein Finalticket für den ESC zu erwerben, jetzt schon bei ihrer Planung berücksichtigen. Mailand ist extrem teuer. Mal so kurz eben einen Espresso in einem Cafe trinken reißt ein riesiges Loch in den Geldbeutel. Das wird definitiv eine teure Woche werden. Eine Shopping-Tour um Klamotten einzukaufen kostet in Mailand fast schon ein kleines Vermögen. Ich spreche hier aus persönlicher Erfahrung.

      • Beim ersten Hören war für mich klar, dass Italien gewinnen muss. Da waren noch nicht wirklich viele Beiträge bekannt, aber für mich war klar, dass man das kaum toppen kann. Mittlerweile fürchte ich, dass Mahmood wieder auf Platz 2 landen wird. Ich kann mir schwer vorstellen, dass es eine Jury geben wird, die die Ukraine ohne Punkte oder mit niedrigen Punkten belässt. Beim Publikum erwarte ich eine ähnliche Reaktion. Deshalb glaube ich, dass die Ukraine vor Italien liegen wird.

    • Ist Blanco nicht aus Brescia? Das wäre mit 200.000 Einwohnern ja nicht unbedingt eine „kleine Stadt“. 😉🤓

      • Da hast du recht. Ich habe hier wohl etwas zu sehr in hamburger, berliner, kölner oder eben in mailänder Dimensionen gedacht. Scusami Bresci – Entschuldigung Brescia !.

      • Außerdem sind es von Brescia bis zum Ufer des Gardasees noch ungefähr 25 km, als unter „am Gardasee“ verstehe ich etwas anderes, in der Nähe des Gardasees wäre da passender.

        Erdkundenerd-Modus aus. 😉

  4. Wie ich Frankreich gesehen habe, dachte ich mir, jetzt haben es Tanxugueiras doch geschafft. Mit einem schönen Lied. Aber warum ist „unser“ Thore Schölermann dabei??? 😀

  5. Was mir zu denken gibt ist, dass sich Fulenn in Frankreich (Charts) doch anscheinend arg, arg schwer tut. Hab da wenig Hoffung, dass der Song noch die Kurve bekommt. Das läuft beim deutschen Beitrag erheblich besser. Die Zuseher-zahl des VE Finales in Frankreich lag bei völlig verheerenden 1,47 Mio ( GIGANTISCHE -37% gegenüber dem Vorjahr). Das ging völlig in die Hose. Quotendisaster erster Klasse. Wollte niemand sehen. Dieses sehr schwerwiegende Fiasko muss Konsequenzen haben. Ungewöhnlich auch, die sehr geringe Anzahl von Likes für das Live-Mitschnitt Video von Fulenn. Bissl mehr als 1% ist echt schlecht (Malik zb hat 3,5%). Ist zwar nicht direkt vergleichbar, da verschiedene Kanäle, aber 1,3% für nen Televote Winner ist schon echt schwach. Müsste es doch eigentlich viele Televoter geben die auch bei der Tube nen Like da lassen. Läuft unrund bei Frankreich.

    • Barbara Pravi war nach dem ESC mit der besten französischen Platzierung seit 30 Jahren in den Charts auch nur auf Platz 24; nach dem VE im Januar sogar nur eine Woche auf Platz 150+. Den Franzosen geht der ESC einfach völlig am Arsch vorbei.

      • das stimmt. Die gute ESC Platzierung hat ihr in Frankreich überhaupt gar nichts gebracht. Ist halt so, dass der Musikgeschmack derjenigen die die Charts in erster Linie bestimmen kaum etwas mit der Musik zu tun hat, die man in den VEs, oder beim ESC zu hören bekommt, wenn man es denn auch schauen würde. Anzumerken ist, dass Maneskin auch in Frankreich leidlich erfolgreich waren.

      • Ich habe in all diesen Debatten die Verbindung von ESC und Charts noch nie verstanden. Das sind doch zwei vollkommen unterschiedliche Paar Stiefel mit vollkommen unterschiedlichen Anforderungen: Das eine muss angenehm nebenherlaufen (beim Sport oder sonstwo), und das andere muss als Gesamtpaket in 3 Minuten live und in Farbe zünden.
        Außerdem sind die Charts ja nicht der einzige Gradmesser für Erfolg. Ich habe viele Freunde, die Musiker sind und von der Musik ganz gut leben, aber noch nie in den Charts waren und dort auch überhaupt nicht hin wollen. Die leben (oder lebten vor Covid 19) v. a. von Liveauftritten. Glücklicherweise ist das jetzt ja wieder möglich.

        Ich denke, dass die Erwartungshaltung an den ESC, Charthits oder Weltstars zu produzieren, schlichtweg falsch ist und immer wieder zu Enttäuschung führen wird. Auch wenn das alle paar Jahre oder Jahrzehnte zufällig mal passieren kann, ist der ESC generell die falsche Startrampe für ein solches Vorhaben.

      • Und noch eine Fußnote: Wenn man ernsthaft möchte, dass der ESC Charthits produziert, müsste man 2 Dinge ändern:

        1. Der ESC müsste in den Radio Popwellen, über Spotify etc übertragen werden, eben dort, wo man das Publikum erreicht (v. a. junge Menschen), deren Geschmack über die Charts entscheidet, und wo die Liveauftritte (stimmlich und visuell) keine Rolle spielen.

        2. Die Stimmen aus Ländern, deren Musikkultur nicht vom angloamerikanischen Pop dominiert wird, müssten weniger stark gewichtet werden. Dies würde z. B. Portugal, Frankreich und viele Länder in Ost- und Südosteuropa betreffen.

        Will man das wirklich? Ich dachte immer, dass es beim ESC darum geht, Vielfalt zu feiern, und nicht darum, dem musikalischen Globalisierungseinheitsbrei hinterherzulaufen.

  6. Wie ich mir schon gedacht habe, ist der Song schwer auf die Bühne zu bringen. Es fehlt einfach ein gewisser roter Faden, wie ihn „Shum“ z.B. durch die langsame Steigerung hatte. Für beispielsweise ein Festival wäre der Auftritt perfekt, beim ESC braucht es aber einfach etwas mehr Die Kameraführung fand ich auch eher auf NDR-Niveau. Wenn man das Ganze bis Turin aufräumt und vielleicht noch mehr auf die Mystik-Karte setzt, ist die linke Hälfte drin, ein gewisses Restrisiko, wie Balkanika zu enden, wird mMn aber bleiben.

  7. Dan Ar Braz sang 1996 bereits „Diwanit bugale“ für Frankreich in Bretonisch. „Fulenn“ wäre somit der 2. beitrag in bretonischer Sprache beim ESC.

  8. @ Toggie

    Ich bin Dir wieder mal sehr dankbar für Deine Ausführungen, ich kann dem nur zustimmen und es nicht besser formulieren.

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