Gewinnt Irland den ESC 2020? Die Gerüchteküche brodelt…

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Irland hat die Schnauze gestrichen voll: Bis heute gewann zwar kein Land öfter den Eurovision Song Contest, aber diese Erfolge liegen schon lange zurück. Das letzte Mal gelang dies Eimear Quinns „The Voice“ im Jahre 1996. In den Folgejahren sollte der ESC sich modernisieren und Irland, das besonders für seine guten Balladen bekannt war, verlor den Anschluss. In den letzten 20 Jahren konnten nur noch dreimal die besten Zehn erreicht werden, bis heute mussten acht irische Vertreter sogar nach dem Halbfinale die Heimreise antreten.

Auch 2017 konnte Brendan Murray trotz großem Heißluftballon auf der Bühne seine etwas altbackene Ballade „Dying to try“ nicht ins Finale schmalzen. Doch im Anschluss des Song Contests 2017 begannen erste Gespräche mit Philly McMahon, seines Zeichen Direktor bei der avantgardistischen queeren Theatergruppe ThisIsPopBaby (siehe Aufmacherbild), die seit einigen Jahren von der Kritik gefeiert wird. Am 29. Januar wurde schließlich bekanntgegeben, dass Philly McMahon als Creative Director und damit eben auch ThisIsPopBaby in diesem Jahr eine große Rolle am Auftritt haben wird.

Und der zeigt sich nicht nur von seinem neuen Job begeistert – er schwärmt seitdem vom tollen irischen Beitrag, heizt die Stimmung ordentlich an und scheut auch keinen Vergleich zu Loreens „Euphoria“: „Als ich das irische Lied hörte, dachte ich, dass wir in 10 Jahren immer noch zu diesem Lied tanzen werden (…) Ich denke, wir sind da oben! Ich denke, dies ist eine neue Richtung für Irland. Wir haben diesen Songstil noch nicht beim ESC gehört und der Act ist einfach nur verdammt cool“. 

So weit so schön und erfreulich, aber im Grunde nicht ungewöhnlich, dass sich der neue Creative Director begeistert zeigt.

Doch auch der federführende Sender RTÈ scheint endlich erkannt zu haben, dass es so nicht weitergehen kann und rief schon im letzten Jahr eine „Drei-Jahres-Strategie“ aus. Schnell wurde bekannt, dass neben Aly Ryan auch die irische Geschwistergruppe The Rua einen Song eingereicht hatte, der die Verantwortlichen begeisterte. Die hatten dazu sogar gleich eine märchenhafte Story im Gepäck – denn Roseanna, Alanna und Jonathan Brown sind die Nichten und Neffen von Dana, die 1970 – und damit also vor genau 50 Jahren (!) – den Eurovision Song Contest mit ihrem Lied „All Kinds of everything“ zum ersten mal für Irland gewann.

In der gestrigen Ausgabe der The Irish Daily Mirror war nun zu lesen, dass Lesley Roy Irland beim diesjährigen ESC vertreten wird. Die Boulevardzeitung behauptet zudem, dass die Singer-Songwriterin am 6. März ihren Beitrag in RTÉs The Late Late Show veröffentlichen wird. In dieser Show wurden auch die irischen Beiträge in den letzten Jahren als erstes aufgeführt. Lesley hatte vor gut 10 Jahren bescheidene Erfolge in Amerika, ist aber in Irland wenig bekannt, weshalb sie sich mittlerweile eigentlich eher aufs Songwriting konzentriert.

Ende Januar sprach allerdings Philly McMahon in einem Interview mit GCN (Gay Community News) davon, dass der ausgewählte Beitrag ein LBTQ+ Akt sein wird. Spätestens mit dieser Aussage ranken sich viele Gerüchte nun um die Band ELM, deren Mitglieder sich offen als „queer“, „trans“, „twink“ und „cub“ bezeichnen. Auch ein von Philly McMahon veröffentlichtes Bild auf Twitter von der ersten Probe am 16. Februar unterstützt diese Theorie, da auf dem Bild die Beine von vier Personen zu sehen sind. Vor ein paar Stunden veröffentlichte ELM ihren neuen 3-Minuten-Song „Golden“ auf ihrem YouTube-Kanal, fast gleichzeitig twittert Philly McMahon We hit a very beautiful #Eurovision milestone today. Team Ireland is not playing about. We are here to COMPETE“.  

Nur ein Zufall? Schließlich kann man sich kaum vorstellen, dass der irische Beitrag nun einfach so beiläufig veröffentlicht wird, nachdem die Verantwortlichen die Stimmung seit Wochen anheizen… Zudem haben ELM am 2. Mai einen Auftritt in Großbritannien, zu dem Zeitpunkt sind aber schon Proben in Rotterdam angesetzt. 

Die Gerüchteküche brodelt rund um Irland und es dürfte spannend sein, mit welchem Beitrag das einst sehr erfolgreiche Land in Rotterdam startet, um nach großen Worten den Sieg zu erlangen. Man kann sich aber sicher sein, dass es diesmal keine belanglose Ballade sein wird und dass es zu dem beschriebenen „PopBanger“ eine bunte Show gibt.

Seid ihr gespannt und traut Irland den achten Sieg zu?


35 Kommentare

  1. Also wenn es tatsächlich ELM mit der seelenlosen Plastikpop-Nummer „Golden“ sein sollten, brauchen die Iren ihren Koffer in Rotterdam gar nicht erst auspacken. Dann geht es eh bereits nach dem Halbfinale heim….

  2. Ich traue jedem Land den Sieg zu. Meistens bis ich deren Beitrag höre. 😉

    Und ein Song-Stil, den man bisher noch nicht beim ESC gehört hat, zu dem man aber in 10 Jahren noch tanzen kann? Was für eine Art Song soll das sein? An Uptempo und Dance hat man doch schon viel beim ESC gehört.

  3. Jaja, und wenn jetzt nicht ein fetziger lgbt-beitrag kommt, sind wieder alle enttäuscht und finden ihn schrecklich. Siehe frankreich.

  4. Den sympathischen Iren würde ich in der Tat mal wieder einen Erfolg gönnen. Allerdings sollten sie sich wirklich mal etwas Anderes einfallen lassen. Die meisten irischen Beiträge finde ich doch eher belanglos, Jedward 2011 bildeten die Ausnahme (im positiven Sinne).

  5. Also: ganz klar, Irland und Deutschland werden ex aequo auf dem ersten Platz landen, wenigstens in der Großmäuligkeitswertung

  6. Enthusiasmus ist das Salz in der Gerüchtesuppe. Jedes Jahr aufs Neue praktiziert in Spanien. Da ich Irland liebe, würde ich es den Jungs und Mädels da gönnen, dass es endlich mal wieder klappt. Warten wir es ab, man kann gespannt bleiben.🍀

  7. An Stelle der Blogger hätte ich mir den Spass gegeben, einfach den Namen Thomas Schreiber im Artikel zu erwähnen und auf Verschwörungstheorien zu warten …

  8. Leute macht doch mal einen Spoiler. Ich will nicht, bevor ich die Titel hören kann, schon alles mögliche darüber wissen. Langsam habe ich das Gefühl, Benny und co, wollen hier nur die Klickzahlen nach oben treiben. Wäre schade, aber schon diese ewigen Fragen in den Überschriften bedeuten nichts Gutes.

      • Mach mal einen Spoiler bedeutet nicht, dass du es mir verderben, sondern die Überschriften so gestalten sollst, dass man erkennt um was es geht ohne zu erkennen, was wieder für eine Hype in der Blase für einen Titel gemacht wird, der noch nicht mal gewählt wurde und dessen Vorentscheid ich mir gerne unvorbelastet anschauen würde.
        Das mit den Clickbait müsst ihr wissen, ob Euch das wirklich so wichtig ist, Wenn aber irgendwann mal eine Paywall kommt, mit so wichtigen Artikeln wie „in zehn Tagen schlank mit dem ESC“ oder „Die besten Tipps zum reich werden durch ESC-Wetten“, dann bin ich dann doch raus.

  9. @Manu: Wie kann Irland gerüchteweise den ESC gewinnen? Ein Gerücht muss irgendwie auf eine Tatsache bezugnehmen, und dass Irland den ESC gewinnt, kann auch theoretisch keine Tatsache sein. Das ist schon eine schwachsinnige Schlagzeile und der ganze Beitrag ist völlig unnötig.

      • So soll es ja auch sein. Dennoch ist die Überschrift und damit der Einstieg in den Artikel eher ungücklich. Als ich das las, dachte ich: „Okay, die haben ihren Beitrag gefunden.“ Haben sie ja aber nicht. Nach dem Lesen dachte ich aber auch, dass im Artikel selbst nix darauf hinwies, warum Irland nun laut irgendeiner Gerüchteküche, den ESC gewinnt. Es wäre vielleicht passender gewesen, hätte man eine Überschrift gewählt, die nur darauf eingeht, dass auch in Irland die Gerüchteküche brodelt. Sowas wie „Songfindung in Irland: Die Gerüchteküche brodelt.“ Denn im Prinzip ist das ja nix anderes, was hier in Deutschland passiert. Darauf hätte man Bezug nehmen können.

        Gegen die Art von Berichterstattung hat keiner hier was. Meine ich zumindest herauszulesen. Ist doch super, dass man nun weiß, dass die Iren da was intern auswählen, in welche Richtung es gehen soll und so weiter.
        Es geht nur um die Überschrift, die irgendwie etwas falsches transportiert.

    • Es geht dabei um die Überzeugung mit denen die Iren derzeit agieren und die allgemeine Stimmung (versuchen?) anheizen. In den letzten Jahren schleppten sie sich eher von einer Notlösung zur nächsten, nun scheinen sie sich tatsächlich das Ziel gesetzt zu haben, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre wieder ganz oben mitspielen. Und dieser Philly McMahon ist sich anscheinend sehr sicher, dass das dieses Jahr schon der Fall ist. Darauf bezog sich meine Überschrift (übrigens mit einem Fragezeichen versehen). Ich ging davon aus, dass das auch so rüberkam.

      Ich würde im Vorfeld einer Songveröffentlichung niemandem raten so auf die Kacke zu hauen, sie tun es aber nunmal. Und das ist sogar recht untypisch für die irischen Verantwortlichen und lässt aufhorchen.

  10. Wir sollten erstmal das Lied abwarten.
    Ich meine wer hätte vor 10 Jahren gedacht, das Österreich, Portugal oder die Niederlande gewinnen?
    Wer hätte gedacht das Rumänien, Russland, Griechenland und Azerbaidschan im Halbfinale ausscheiden
    Wer hätte vor 10 Jahren gedacht das San Marino oder Tschechien ins Finale kommt.

    Der ESC ist im Wandel und das ist gut so, finde ich!

  11. Na ja, so wirklich toll finde ich keines der verlinkten Lieder.

    Finde allgemein dass Irland den Sprung ins neue ESC-Jahrtausend nicht geschafft hat.

  12. Also mir gefällt einzig die Geschichte das die Nichten und Neffen von Dana nach 50 Jahren auch gewinnen. Dana gewann vor 50 Jahren in Amsterdam. Geschichte wiederholt sich könnte also passen. Ansonsten erstmal abwarten auf den Song

  13. Da müsste man Dustey The Turkey wieder rauskramen.
    Und jetzt ohne Ironie: Vielleicht überrascht uns Irland ja mit Chicago House, Progressive House oder Big Room. Wenn sie jetzt aber ne Ballade oder nen Felix Jaehn Klon schicken würde mich das ja schon ärgern.

      • Ne, wenn du nicht unbedingt Experte für Elektronische Tanzmusik sein möchtest, dann braucht man diese Abgrenzungen nicht zu kennen.
        Daher kurz ne kleine Erklärung:
        Chicago House ist eher ursprünglich, teilweise mit Anleihen an die Discowelle, gemischt mit typischen House Versatzstücken.
        Progressive House kann am ehesten bezeichnen als die Clubvariante von gängigen Mainstreamhouse, etwas härtere Beats, Sägezahnmotiv fällt etwas Weg. Anleihen finden sich beim frühen Calvin Harris
        Big Room sehr auf Beats ausgelegt, Martin Garrix „Animals“ ist da der bekannteste Song.

  14. … warum eigentlich nicht ?
    .
    Hatten die nicht mal angekündigt so lange Jedward zu schicken, bis die gewinnen.
    .
    Würde ein klasse Lesergame🤗

  15. Irland? Wir wissen doch alle das den ESC 2020 Deutschland gewinnen wird. Denn der NDR hat einen genialen und den besten Deutschen Beitrag ever ausgewählt. Also kommt mir nicht mit Irland oder Litauen, Deutschland wird es gewinnen mit einem Hammersong, der genauso gut ist wie der vom letzten Jahr. Hüstel, hüstel.

  16. Ich würde ja gerne das gerücht verbreiten, das luca nochmal für die schweiz antritt. Erst gewinnt er let’s dance(sowieso)und dann den esc. Aber das würde niemand so richtig glauben😈😈

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