Griechenland: Singt die griechisch-niederländische Sängerin Stefania Liberakakis in Rotterdam?

Stefania Liberakakis Griechenland ESC 2020 Eurovision

Der griechische Sender ERT überraschte vor Kurzem mit der Ankündigung, er wolle seinen Act für den Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam noch vor Weihnachten intern nominieren und dann auch noch vor dem Jahreswechsel bekanntgeben. Das scheint nun geklappt zu haben, so berichtet es jedenfalls der griechische ESC-Fanclub OGAE Greece.

Stefania Liberakakis soll die Sängerin heißen, die Griechenland beim kommenden ESC vertritt und das ist gleich aus zwei Gründen eine spannende Wahl. Zum einen hat Stefania (so auch ihr Künstlername) zwar griechische Wurzeln, ist aber in Utrecht geboren, in den Niederlanden aufgewachsen und lebt bis heute dort. Zum ESC nach Rotterdam hätte sie also keinen sonderlich langen Anreiseweg.

Zum anderen ist Stefania keine Unbekannte im ESC-Universum. Bereits 2016 hat sie als Teil der Girlband Kisses die Niederlande mit „Kisses and Dancin'“ beim Junior Eurovision Song Contest in Valletta vertreten und dort den 8. Platz belegt.

Stefania ist am 17. Dezember erst 17 Jahre alt geworden, hat für ihr junges Alter aber schon ziemlich viel erreicht. Bereits mit 9 Jahren nahm sie an „The Voice Kids“ in den Niederlanden teil und schaffte es bis in die Battles. Im Anschluss war sie zwei Jahre lang Mitglied des bekannten Kinderchores „Kinderen voor Kinderen“ des Fernsehsenders BNNVARA. Später hat Stefania vier Singles veröffentlicht, zuletzt „Turn Around“ im November diesen Jahres.

Stefania ist aber nicht nur musikalisch unterwegs, sondern arbeitet auch als Schauspielerin. So spielte sie eine Hauptrolle in der Jugend-Serie „Brugklas“ und später auch im zugehörigen Kinofilm.

Nun soll also der Eurovision Song Contest diese Liste ergänzen. Eine offizielle Bestätigung von ERT steht zwar noch aus, soll aber in den kommenden Tagen folgen, sobald alle Verträge unterschrieben sind. Laut OGAE Greece soll übrigens kein geringerer als Komponist Dimitris Kontopoulos (zuletzt: „Scream“ von Sergey Lazarev) für Stefanias Song verantwortlich sein, die Inszenierung soll in den Händen von Fokas Evangelinos (zuletzt: Russland und Spanien 2019) liegen. Falls es tatsächlich so kommt, kann Stefania also auf ein ESC-erfahrenes Team zählen. Griechenland wäre es zu wünschen, denn mit zwei Nicht-Qualifikationen, einem 21. Platz, einem 20. Platz und zwei 19. Plätzen in den letzten sechs Jahren steckt das einst so erfolgreiche ESC-Land in einer ganz schönen Krise. Ob mit Stefania der Umschwung klappen kann?



39 Kommentare

  1. Griechenland 2018 tut mir heute noch weh… Ich war sicher, dass Yianna im Finale steht.
    Bei Stefania warte ich dann mal den Beitrag ab. Etwa wie Turn around würde mich nicht überzeugen.

  2. Wieder ein für meinen Geschmack zu junges Ding, Teilnehmer mit JESC und Castingshow gibt es nun wirklich schon mehr als genug. Würde mir aus Griechenland beispielswiese eher Acts wie Melisses wünschen. Zumal das Gerücht umgeht, daß ERT diesmal einen Beitrag in Landesspache haben möchte. Zum letztes Mal gefiel mir eines meiner früheren Lieblingsländer 2013…… Der gelinkte Song ist leider nicht mein Geschmack

  3. Ne, ist jetzt nicht so der Kracher meiner Meinung nach.

    Der Absturz von Griechenland beim ESC ist allgemein ziemlich erstaunlich. Waren sie in den Nullerjahren ja extrem erfolgreich läuft spätestens seit 2014 gar nichts mehr.

    Hat einer eine Erklärung dafür warum Griechenland in den letzten Jahren so erfolglos geworden ist??

  4. Die letzten drei Sängerinnen, die GR geschickt hat, waren alle nicht der Bringer, ev. Mal wieder mit Männern versuchen. Kontop und seine Retro-Nummern sind so originell wie Siegel und Fokas Kisten gehören in die Mortenkiste. Klingt also für mich rundum uninteressant.

      • Da hast Du nactürlich recht; das war einer der Hauptfehler der Inszenierungen der letzten 3 Jahre!

      • Wobei Turn around glaube ich nicht der ESC.Titel ist?
        Finde den Somng allerdings auch eher nervig – sehr generisch mit vielen Elekto-Effekten und viel zu viel Autotune. Darauf basierend erwarte ich eine Gesangs“leistung“ wie bei „Aphrodisiac“ oder „Secret combination“.

  5. Ich muss leider die für mich überraschend gedämpfte Stimmung versauen:
    Wow! Toller Name, toller Look. Jung, modern. „Turn Around“ gefällt mir gut und bleibt im Ohr. Und dann noch Eurovision-Bezug bereits vor Rotterdam! Jetzt gebt dieser Frau bittebitte einen frischen eingängigen Popsong (nach Möglichkeit auf Englisch), ein paar Tänzer und ein tolles Staging. Fertig.
    Nur nicht dadurch „versauen“, sie jetzt auf „Ethno-Dance“ polen zu wollen. Wir sind nicht bei Helena Paparizou, Kalomira etc. Ich bekomme eher leichte Ariana-Grande-Vibes, also lasst sie einfach einen ordentlichen englischen Popsong singen 😀

  6. Auf einer anderen Webseite wurde es (leider) bestätigt: Stefania mit einem Kontopo-Song nach Amsterdam. Klingt nach Demy 2017 und das war bekanntlich wenig erfolgreich. Ich frage mich, warum manche Ländern aus den jüngsten Pleiten einfach nicht lernen ? Echt schade, daß manche Musikrichtungen in Europa nie die Chance haben, beim ESC präsentiert zu werden…

  7. Mir wäre es auch lieber, wenn Griechenland nach sechs Jahren wieder einen Mann zum ESC schickt. Gute Platzierungen waren für das Land in diesem Jahrzehnt Mangelware (2010, 2011 und 2013 schaffte es ein Song in die Top Ten, ansonsten nur die rechte Tableauseite).

  8. Mir ist es egal ob es eine jüngere oder ältere Sängerin ist. Hauptsache es ist überhaupt eine! Bei den vielen schmierigen Typen die beim ESC, die letzten Jahre, bräuchte es mal wieder einen Jahrgang mit mehr weiblichen Acts (wie z.B.2016).
    Ich hoffe auch inständig, das beim Mello nächstes Jahr nicht wieder so ein schleimiger Kerl gewinnt. Aber Felix Sandmann soll wohl die besten Chancen haben, laut den Wettbüros. Leider!
    Nach Frans, Robin Bengtsson und Benjamin Ingrosso bin ich eigentlich für die nächsten 10 Jahre bedient von solchen Gestalten. Aber dass ist natürlich nur mein persönlicher Geschmack.

    Stefanias „Turn Around“ ist natürlich ganz nett, aber für den ESC zu einfach gestrickt. Da wird Griechenland bestimmt noch was besseres zu bieten haben. Ich bin gespannt.

    • Robin Bengtsson und Benjamin Ingrosso waren in der Tat schrecklich. Frans ging, war aber gähnend langweilig. Schön, dass ich diesbezüglich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe. Diesen Felix Sandmann kenne ich jetzt nicht, kommt natürlich auf den Song an. John Lundvik dieses Jahr fand ich super, höre den Song immer noch sehr gerne.
      Das Alter der Künstler ist mir eigentlich relativ egal, wenn der Song gut ist. Vielleicht liefert die Stefania
      einen überzeugenderen Song, weil „Turn around“ finde ich wahrlich nichts Besonderes. Aber zwecks Vielfalt wäre es natürlich auch mal wieder schön, Künstler jenseits der dreißig auf der Bühne zu sehen.

  9. Bei Bengtsson und Ingrosso gebe ich Dir gerne recht….. Nur hat Griechenland eine interessante Musikszene und wird nun beim ESC wohl mit üblicher Standardkost vertreten.

    • Mal sehen was Griechenland nächstes Jahr versucht. Was ethnisches wie bei Yianna Terzi würde mir gut gefallen.

      Wer sind denn deine Favoriten beim Mello 2020?
      Also ich hoffe das endlich Mariette gewinnt. Hanna Ferm oder Dotter fände ich auch noch gut.
      Hauptsache nicht Felix Sandmann!!! Aber bei meinem Glück wird er trotzdem gewinnen.

      • Ich habe noch keinen Favoriten beim Melodifestivalen. Zwar stehen die Wettbewerbsbeiträge fest, aber wir wissen noch nicht, wie sie sich anhören werden. Leider machen die Wettanbieter immer den gleichen Fehler: sie sehen einen Favoriten, obwohl sie den Titel noch nicht gehört haben.

    • Und nochmal mein Denken,vor allem Melisses, aber das werden wir wohl beides nicht (mehr) erleben, schade.
      Wobei was macht Kostas Martakis eigentlich heutzutage? Der ist doch auch erst 35..

      Auch die jüngere Generation hat was zu bieten, wie du schon gesagt hast, Kakouriotis, Stratis (Ian oder auch Myronas) meinetwegen.. und ich wäre auch mal wieder für einen Mann gewesen, oder Marina Satti, das wäre mal musikalisch originell.

      Griechenland hat ein Siegel Problem mit Kontopoulos/Fokas, das sie nicht mehr los werden (wolllen/können?).. Ich könnte jetzt Absätze schreiben, was alles an denen „dated“ ist, aber wer weiß das denn nicht.
      Also, man kann wieder für 2020 erwarten, es wird wieder ein Kasten auf der Bühne stehen, und es wird ein cheapy pop Song.

      Bei so viel Talent und die ganze Panik Records hinter Griechenland, schade.

      Ach, ja, und zu Stefania… zu jung für meinen Geschmack und der Act, auf den ich am wenigsten gehofft hatte aus der Rumour-Mill des ogae-greece, aber vl immer noch besser als eine One-Reunion.. mir fällt gerade auf, als One beim ESC aufgetreten sind, war Stafania noch gar nicht geboren!
      Oh je, ist die jung… (um nicht zu sagen, werde ich etwa alt? 😀 )

      • Querido Pablo….

        No te preocupes. Pienso que tengo casi la misma edad que tu.

        Auch ich habe es auch nicht so mit den jungen Dingern – egal, welches Geschlecht.

    • Wobei ich Ivi Adamou komischerweise mag (nicht unbedingt ihre Musik), frag mich nicht wieso.. die wurde ja angeblich nochmal für Zypern gefragt, war aber wegen Nachwuchs (noch) nicht verfügbar für dieses Jahr..

      • Und si, tengo la impresion que más o menos tenemos que tener la misma edad… jejej
        Y no me siento viejo la verdad.. *rofl

  10. Ist denn Kontopoulos auch schon außerhalb des ESC musikalisch aufgefallen ? Ich kenne mich da nicht so aus – aber seine Komposition klingen fast immer erschreckend einfallslos.

    • Querid@ Maripos@,
      ich bin ja Teilzeitspanier, ansonsten mehrheitlich deutsch/griechisch, und ich verfolge die Musikszene des Landes nicht mehr so gespannt (in den 2010ern hat sie stark nachgelassen), aber Kontopoulos hat meines Wissens ein bisschen Rouvas-Fame aus den 2000ern (Ola giro sou girizoun, Kai se thelo), 2010ern (Demy „Poses xiliades kalokairia), und hier und da noch einen größeren Hit -und ehrlich gesagt zum Teil sogar zurecht, man hört da nicht immer „ESC“ durch-, aber generell ist er durch und wegen dem ESC als sein Markenzeichen in Griechenland bekannt.

      Generell find ich seine Musik aber auch eher lame, aber ich befürchte wir werden ihn die nächsten 10-15 Jahre nicht mehr los im ESC Universum..

  11. Ich finde es auch sehr interessant, dass sich Griechenland in einer derartigen Krise befindet, insbesondere, weil diese sechs Beiträge ja wirklich völlig unterschiedlich waren. Da können einem die Verantwortlichen schon fast leid tun 😉 . Ich dachte dieses Jahr wirklich, dass sie mit Katerine Duska wieder ein Erfolgserlebnis haben könnten, aber da haben sie sich mit dem Staging selbst ins Knie geschossen.

    Was Stefania angeht: Der JESC-Beitrag ist ziemlich schrecklich, aber „Turn around“ gefällt mir, nur ein bisschen einfallslos. Ich würde mir aus Griechenland mal wieder klassischen Ethno-Pop wünschen, den hatten sie jetzt schon acht Jahre nicht mehr.

    • @Anmey

      Habe mich auch gefragt woran die ESC-Krise liegt. Mein Theorie ist dass Griechenland sich einfach zu lange auf ihre langjährige Erfolgsformel verlassen hat, also leicht ethnisch angehauchten, tanzbaren Pop. Das ging einige Zeit gut, nur irgendwann hatten sich die Zuschauer wohl daran sattgehört.

      • Ich denke die Krise hat das Land in jeglichem Punkt getroffen.
        Der verantwortliche Sender ERT wurde in einer fast Nacht un Nebel Aktion geschlossen, was dann zur Folge hatte, dass Verantwortliche und ganze ESC-Teams entlassen wurden, also eigentlich alle Mitarbeiter. NERIT kam als (nicht minder korruptes) Zwischenhybrid da raus, nur die am besten connectete kamen zurück, um dann Jahre später wieder als ERT zurück zu kommen.
        Da steckt viel Politik hinter, aber der eigentlich hier interessante Effekt war, dass dadurch natürlich auch das kleine Beiprodukt ESC nicht mehr im Fokus liegen konnte, bzw. auch einfach nicht mehr die Expertise da war oder das Geld dafür investiert werden konnte.
        Dem hat Griechenland sein schlechtestes Jahrzehnt seit den 80ern zu verdanken.
        Wenn man bedenkt, wie viel Chaos das Land erleben musste, wundert es mich, dass es überhaupt zu Teilnahmen am ESC gekommen ist, lückenlos, und dass diese dann so halbwegs funktioniert haben.
        Obwohl der Wille da war, wer weiß, was die wirklichen Hintergründe von bspw. 2015 waren:
        One Last breath statt Unloved von Tamta ist mE eines der größten Ungereimtheiten der jüngeren griechischen ESC Geschichte.
        Konnte man nicht mehr investieren? Syriza war noch im „spannenden“ ersten Jahr..

        Auch wenn davon einige Sachen nicht mein Geschmack waren, man hat sich generell Mühe gegeben. Einer der eigentlichen Masterminds hinter den Erfolgen ab 2004 wurden mit der Krise abgesägt, John Kalimeris, einer dieser Hauptverantwortlichen der Erfolgssträhne- anscheinend wieder ins Boot geholt werden sollte, keine Ahnung was daraus geworden ist.

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