Moldau: Details zur Vorentscheidung veröffentlicht, aber weiterhin alles im Fluss

Zweite Probe Moldau Anna Odobescu Stay ESC 2019
Foto: Andres Putting

Wer folgt auf Anna Odobescu („Stay“) und vertritt die Republik Moldau beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam? Diese Frage ist zwar noch nicht beantwortet, aber dafür hat der verantwortliche Sender TRM heute Details zum geplanten Auswahlprozess veröffentlicht. Darüber hatten zuerst die Kollegen von ESCKAZ berichtet.

Auch wenn die nun veröffentlichten Regularien eigentlich sehr detailliert und konkret sind, behält sich TRM das Recht vor, den Prozess jederzeit durch eine Direktnominierung abzukürzen oder doch noch eine (im Moment nicht vorgesehene) öffentliche Vorentscheidungsshow abzuhalten. Alles kann, nichts muss. Und dass das nicht nur graue Theorie ist, hat die moldauische Vorentscheidung Anfang diesen Jahres gezeigt: Damals wurden spontan beide Halbfinale gestrichen, weil schlicht nicht ausreichend viele qualitativ befriedigende Beiträge eingereicht worden waren.

Sollte aber alles so vonstatten gehen wie aktuell geplant, wird Beitrag der Republik Moldau für den ESC 2020 folgendermaßen ausgewählt: Bis zum 17. Januar können potenzielle Beiträge direkt vor Ort bei TV Moldova 1 in Chișinău eingreicht werden, andernfalls kann aber auch eine E-Mail geschickt werden. Zusätzlich müssen diverse Bewerbungsunterlagen beiliegen, etwa ein Konzept für das Staging, eine Übersetzung des Textes ins Rumänische und ein Motivationsschreiben (!). Der Hauptkünstler muss moldauischer Staatsbürger sein.

Alle Acts, die die formalen Vorgaben erfüllen, werden dann zu den Live Auditions eingeladen. Dort treten die Künstler vor einer Jury auf, die dann entscheidet, wer nach Rotterdam fahren darf. Diese Auditions werden zwar übertragen, eine richtige Vorentscheidungsshow soll es aber – wie oben bereits erwähnt – nicht geben.

Die Jury besteht – traditionell – aus fünf bis elf Personen und darf jeden Beitrag mit bis zu 12 Punkten bewerten. Im Falle eines Gleichstands entscheidet das jüngste Jurymitglied über den Sieg. Jurymitglieder müssen außerdem schriftlich bestätigen, dass sie in keinerlei Beziehung zu einem der teilnehmenden Künstler oder Komponisten stehen.

Nach zwei mit Platz 3 (SunStroke Project – „Hey Mamma“) und Platz 10 (DoReDos – „My Lucky Day“) erfolgreichen Jahren im ESC-Finale, schaffte es Moldau mit „Stay“ von Anna Odobescu trotz Sandmalerin in Tel Aviv nicht ins Finale. Dieser Beitrag musste sich noch in der Vorentscheidung „O Melodie Pentru Europa“ beweisen. Lassen wir uns überraschen, ob Moldau mit neuem Konzept wieder in die Erfolgsspur zurückfindet.



4 Kommentare

  1. Sehr off-topic
    Ogaegreece, meist bestens informiert, will erfahren haben, dass die Entscheidung in Griechenland zugunsten Stefania Lyberakakis ausgefallen sein soll..

    https://ogaegreece.com/archives/73070

    Schade, dass auch dieses Jahr auf einen VE verzichtet wurde, bei so vielen, teils großartigen Interessenten (Marina Satti, Ian Stratis, Iasonas Mandylas, ONE, Aly Ryan, waren wohl alle im Rennen)

  2. Schade, dass Anna Odobescu nicht ins Finale gekommen ist, obwohl ich es befürchtet habe. Ich mag den Song immer noch sehr gerne.
    Bin gespannt, für welchen Act sich Moldawien 2020 entscheiden wird. Meist gefallen mir ihre Beiträge besser wie der große Nachbar Rumänien.

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