
Am Sonntagabend ist die schwedische Nachwuchsmusiker-Show Hello Mello gestartet. Sora Elding und die Band Black Roses (Aufmacherfoto) konnten sich gegen drei weitere Beiträge durchsetzen und sind nun für das Finale am 1. Dezember gesetzt. Die von Eric Saade und Malin Olsson moderierte 60-Minuten-Show war kurzweilig, professionell produziert und erinnerte bewusst in vielerlei Hinsicht an das große Melodifestivalen. Die Belohnung für die Macher: Reichweitensieger in der TV-Primetime um 20 Uhr.
Nicht nur das Aufmacherbild mit den beiden Sieger*innen der Vorrunde erinnert an den schwedischen ESC-Vorentscheid Melodifestivalen. Der Ablauf, die Einspieler, die Abstimmungsmöglichkeiten – fast alles war wie bei Großen. Das war so deutlich, dass Moderator Eric Saade nicht um einen entsprechenden Seitenhieb in der Show herumkam. Lediglich die Halle war deutlich kleiner. Statt in einer Eishockey-Arena mit mehreren tausend Zuschauern in der schwedischen Provinz wurde Hello Mello aus dem Studio 1 von SVT in Stockholm übertragen.
Das tat der Stimmung und Qualität der Show aber keinen Abbruch (die gesamte Sendung kann hier noch einmal gesehen werden). Gleich im Einspieler am Anfang der Show hatten mehr schwedische Mello/TV-Stars einen Auftritt als auf drei Showsofas beim NDR passen würden – verbunden mit Witzen und Anspielungen für junge, aber auch für ältere Zuschauer. So geht Primetime-TV, das sich um die Jüngeren dreht, ohne dabei cringe zu sein. Gleiches gilt auch für die folgende Eröffnungsnummer, mit der die Moderator*innen Eric Saade (mit blanker Brust unter dem Sakko) und Malin Olsson auf die Show einstimmten.
Nach 6:45 Minuten folgte der Einmarsch der fünf Acts, die in der Show auftreten würden. Der erste Beitrag war elf Minuten nach Sendungsbeginn zu erleben. Wie beim großen Melodifestivalen gab es Tänzer*innen und diverse Props. Die recht überschaubare Bühne zeigte sich dabei sehr wandelbar, was sicher auch an dem sehr gut genutzten Bühnenhintergrund lag.
Diese Acts präsentierten in der ersten Show ihre Songs. Unter den Songwritern finden sich etliche bekannte Namen vom großen Mello:
1. Valencia Montpaz – „Dancing All By Myself“
Text & Musik: Malin Johansson, Christian Fast, Johannes Willinder
2. Leon Frohm – „Better Days“
Text & Musik: John-Emil Johansson, Anderz Wrethov, Marcus Winther-John
3. Black Roses (Addapinya Kongyim, Eddie Tanttu, Albin Landersjö, Pavel Volkov) – „Only Strangers“
Text & Musik: Addapinya Kongyim, Eddie Tanttu, Albin Landersjö, Pavel Volkov, Magnus Karlsson, Fredrik Andersson
4. Sora Elding – „Stanna Tiden“ (Die Zeit anhalten)
Text & Musik: Ida Schönbeck, Karolina Walker
5. Grannen Måns – „Din DJ“ (Dein DJ)
Text & Musik: Sami Rekik, Ali Jammali, Peter Boström, Thomas G:son
Über die fünf Beiträge wurde in zwei Runden abgestimmt. In jeder Abstimmungsrunde konnten die Zuschauer bis zu fünf Mal pro Beitrag in der Melodifestivalen-App und per Telefonnummer voten. Nach Abschluss der ersten Abstimmungsrunde wurde die erste Finalistin bekanntgegeben: Sora Elding. Sie präsentierte dann ihren Beitrag gleich noch einmal. Danach ging es in die zweite Abstimmungsrunde über die noch verbliebenden Songs. Hier setzte sich die Band Black Roses durch. Die anderen Acts wurden auf Platz drei gesetzt.
Während der ersten Abstimmungsrunde war ein herrlich selbstironischer Einspieler über die Eingewöhnungsprobleme von Eric Saade beim schwedischen Fernsehen zu sehen (ab Minute 39:50). Den hätte man problemlos auch beim großen Mello zeigen können. Als Intervall-Act in der zweiten Abstimmungsrunde präsentierte die populäre Sängerin Linnea Henriksson ihren Titel „Ge inte upp på mig“ (ab Minute 48:50). Sie war auch 2020 eine der drei Moderator*innen beim Melodifestivalen.
Insgesamt war die Sendung am Sonntagabend das erfolgreichste Unterhaltungsformat im linearen schwedischen Fernsehen. 588.000 Zuschauer*innen waren dabei – auf deutsche Verhältnisse übertragen wären das 5 Mio. Lediglich die Nachrichten- und Sportprogramme im Umfeld hatten mehr Zuspruch.

Nach der Auftaktsendung folgen jetzt noch weitere vier Vorrunden mit jeweils fünf Beiträgen. Auch dort qualifizieren sich jeweils zwei für das Finale, so dass am 1. Dezember dann insgesamt zehn Acts um den Sieg kämpfen werden. Der bzw. die Sieger*in darf dann im Frühjahr 2025 beim großen Melodifestivalen auftreten.
Hast Du die erste Ausgabe von Hello Mello gesehen? Wie gefallen Dir die fünf Beiträge, die dort präsentiert worden sind? Und könntest Du Dir so ein Nachwuschsformat für die 13-15-Jährigen auch im deutschen Fernsehen vorstellen? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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Die einzige Info, die mich aufhorchen hat lassen, ist die blanke Brust von Herrn Saade🤓
Nach diesem anstrengenden Jahr bin ich übersättigt von allem was aus Schweden kommt.
Ob wir einen der Acts später mal beim richtigen Mello sehen werden???
Wer weiß …😝
Also, mir hat die Show gestern sehr gut gefallen. Die Show und insbesondere die Bühnenshows waren sehr hochwertig produziert, was man aber natürlich von den Schweden gewohnt ist. Und die Show war sehr kurzweilig, aber auch das ist man ja von den Schweden gewohnt. Und alle 5 Acts waren sehr gut. Also da kommt vielversprechendes nach. Die Schweden brauchen sich also keine Sorgen um den Nachwuchs machen. Das Fazit: Es war von vorne bis hinten perfekt.
Die Songs lassen sich alle gut weghören, die Nummer von Sora Elding gefällt mir sogar recht gut. Beim Blick auf die Songwriter wirkt das Ganze aber doch eher wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die üblichen Mello-Komponisten. Sicher nicht schlecht, um Gesangstalente fürs „große“ Melodifestivalen zu gewinnen, aber auch eine verpasste Chance, tatsächlich mal junge Nachwuchssongwriter zu fördern.
Bei den Autoren mal wieder einer der üblichen Verdächtigen mit dabei, und zwar der Herr G:Son. Es wird Zeit für einen Generationenwechsel.
Hej Matty!
🤣🤣🤣🥳🥳🥳 Schöner Name!!! 👍👍👍🕺🕺🕺
Grannen Måns
aber auch. 🙂
Der Sohn von G:son? Der G:son:son?
Verwandt mit G:sin:san:son aus Los Humphries?
Off-Topic:
Falls das schon gepostet wurde, bitte ignorieren: Es scheint so, als ob auch Slowenien wieder einen Vorentscheid für 2025 plant! Man kann sich anscheinend bewerben. Kann jemand Slowenisch?
https://www.instagram.com/reel/DBrEUAztwmq/?igsh=MXh6MWpzd2NodnRjaQ==
Danke für die Info.
P.S. Ich wette um nichts, dass gleich einer kommt und sich aufregen wird, dass es schon gepostet wurde. 🤓
Das wäre ja mal was mit einem slowenischen Vorentscheid … 😮
Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Aber danke fürs Herausfinden!!!!
Ist doch nicht so schwierig zu lesen …
RTV Slovenia hat eine Seite, wo man bis 25.11.2024 Mitternacht folgendes hochladen kann: Song in MP3-format, Songtext, Bild (Foto), Kiurzfassung was du kannst im kreativen oder musikalischen Sinne und ein ausgefülltes Formular.
Das ganze geht am 1.2.2025 los. Also: 12 ausgewählte Songs stehen zur Auswahl. 5 Jurys bestimmen die 2 beste Songs und in der 2. Runde darf das Publikum einer dieser Zwei wählen.
(Und während ich fleißig am übersetzen war, war der Blog-Artikel auf einmal da. Nun ja, doppelt ist besser.)
Off-topic:
Da der ESC kompakt User Sam in dem vorherigen Thread zum Thema serbischer Vorentscheid die Nachricht verkündete, dass in absehbar kürzester Zeit der NDR sich zum Thema deutschen Vorentscheid mit konkreten Nachrichten äußern wird, werfe ich – nachdem ich „Sing mein Schlager“ zum Thema Songs von Marianne Rosenberg“ gesehen habe – folgende Möglichkeit in die Runde:
Für mich ist es durchaus vorstellbar, dass Sarah Engels als Teilnehmerin für den deutschen Vorentscheid feststehen könnte.
Nach meiner Ansicht, wäre Sarah Engels eine sehr gute Wahl. Sozusagen ein guter Mix aus Marianne Rosenberg sowie Ute Freudenberg – aber trotzdem mit eigener musikalischer und menschlicher Personality. 😀
Interessanterweise machen alle diese Interpreten bis zum richtigen Mello dann keinerlei Entwicklung mehr durch
ein grad umkippender Sack Reis ist interessanter ^^
Hey Douze Points!
Danke für den Artikel und die Infos zu „Hello Mello“. Ich lese heraus, dass dir die Show viel Vergnügen bereitet hat. Das überträgt sich richtig auf mich! So sehr, dass ich mir die Show jetzt selbst anschauen werde 🤗 Und wer behauptet, dabei ginge es mir doch vor allem um die Brust von Eric Saade, der möge mir das bitte erstmal beweisen… 😇 Spaß beiseite, ich finde bewundernswert, mit welcher Zuneigung und mit welchem Enthusiasmus die Schweden ihr Mello und alles drumherum zelebrieren. Wir wissen nicht mal, ob es überhaupt einen VE gibt oder nicht…
Joa. Jetzt wo ich es gesehen habe, bin ich etwas ambivalenter eingestellt 😂
Also erstmal vorweg: Douze Points hat recht: gut produziert, zügiger Ablauf, souverän moderiert und Eric Saade hat wirklich ein paar sehr witzige Momente 👍 Aber: ich stelle fest, dass ich generell nicht so warm werde mit Kinder- und Jugendshows (glorreiche Ausnahme: Eurovision Young Musicians). Denn letztlich soll es ja um die Musik gehen. Und da muss ich auch betreffend „Hello Mello“ sagen: entweder sind die Beiträge musikalisch nicht ganz ausgereift oder gesanglich nicht so berühmt. Völlig in Ordnung, es ist ja der Nachwuchs am Werke! Aber so wirklich gehaltvoll ist das für mich in Sachen Musik dann letztlich halt nicht. Deswegen: ich hab mir diese eine Sendung mit Interesse angesehen, aber ich glaube nicht, dass ich noch weitere Folgen schauen werde…
Heute wurden zwei weitere Künstler genannt, die eventuell im nächsten Jahr beim Melodifestivalen antreten werden, und zwar Albin Johnsén, der vor vier Jahren zum letzten Mal teilnahm und in der Vorrunde ausschied sowie Nomi Bontegard, für die es das erste Mal wäre. Vor fünf Jahren hatte sie zusammen mit US-Produzenten Hot Shade den Song „Creatures“ veröffentlicht:
https://www.youtube.com/watch?v=nCYuYC3X-lk
Albin Johnsén ist auch Songschreiber und war bei den Melodifestivalen 2015 und 2020, 2021, 2023 und 2024 mit Songs vertreten, schaffte es damit jedoch nie ins Finale.