
Heute Abend während der zweiten Durchlaufprobe werden bereits 50% der Punkte des zweiten ESC-Halbfinals 2026 vergeben. Die Juror*innen werden die Show ansehen und ihre Punkte verteilen. Auch wir akkreditieren Journalist*innen können die Jury-Show im Stream verfolgen und werden live alle Eindrücke aus „Fernsehperspektive“ schildern.
Am Nachmittag findet bereits die erste Durchlaufprobe des zweiten Halbfinales statt, die wir aus Hallenperspektive betrachten können. Hierzu gibt es ebenfalls einen Live-Blog. Heute Abend können wir dann zum ersten Mal alles aus TV-Sicht anschauen. Wir sehen also, wie die Auftritte aller Acts im TV-Bild wirken und bekommen auch alle grafischen Überblendungen, Postkarten und andere Details zu sehen. Die Probe folgt exakt dem Ablauf der Live-TV-Show am Donnerstagabend.
Diese Acts treten heute im zweiten Halbfinale in dieser Startreihenfolge auf:
- Bulgarien: DARA – Bangaranga
- Aserbaidschan: JIVA – Just Go
- Rumänien: Alexandra Căpitănescu – Choke Me
- Luxemburg: Eva Marija – Mother Nature
- Tschechien: Daniel Žižka – CROSSROADS
- Frankreich: Monroe – Regarde !
- Armenien: SIMÓN – Paloma Rumba
- Schweiz: Veronica Fusaro – Alice
- Zypern: Antigoni – Jalla
- Österreich: Cosmó – Tanzschein
- Lettland: Atvara – Ēnā
- Dänemark: Søren Torpegaard Lund – Før vi går hjem
- Australien: Delta Goodrem – Eclipse
- Ukraine: LELÉKA – Ridnym
- Vereinigtes Königreich: LOOK MUM NO COMPUTER – Eins, Zwei, Drei
- Albanien: Alis – Nân
- Malta: AIDAN – Bella
- Norwegen: JONAS LOVV – YA YA YA
Damit sind heute auch drei Länder aus dem deutschsprachigen Raum am Start: COSMÓ aus Österreich, der außerhalb der Wertung auftritt, sowie Veronica Fusaro aus der Schweiz und Eva Marija aus Luxemburg, die heute Abend beide versuchen, die Juror*innen zu überzeugen.
Wer sich vor dem Jury-Halbfinale noch einmal ein Bild über die die Inszenierungen aller Acts machen möchte, kann hier in unsere Probenberichte eintauchen sowie Fotos und Videos der Proben ansehen:
- Alle ersten Proben für das erste Halbfinale im Überblick
- Alle zweiten Proben für das erste Halbfinale im Überblick
- Alle ersten Proben der Big 4 und von Österreich im Überblick
- Alle zweiten Proben der Big 4 und von Österreich im Überblick
Die wichtigsten Erkenntnisse der ersten Durchlaufprobe besprechen wir dann heute Abend um 18:30 Uhr bei ESC kompakt LIVE auf YouTube.
Wir bloggen die Jury-Show des zweiten Halbfinales des Eurovision Song Contest 2026 an dieser Stelle ab 21:00 Uhr live. Der Sendung ist nur für die akkreditierte Presse zu sehen, es gibt also keinen Livestream. Vor, während und nach dem Live-Blog kannst Du natürlich trotzdem in den Kommentaren mitdiskutieren.
Was für ein Stress! LIVE vier Minuten vor 21 Uhr beendet. Aber punktgenau zum Auftakt des Jury-Finales bin ich on air um zu bloggen, wie die Show aus TV-Bild-Perspektive aussieht.
Es beginnt mit einer Slapstick-Performance von „Wasted Love“, vorgetragen von Michael und Victoria. Dort geht wirklich alles schief, was schief gehen kann. Ich will jetzt nicht zu viel verraten. Manche Gags sind recht gut, andere eher peinlich.
Während der Anmoderation trägt Victoria noch Schwimmweste und hat nasse Haare, auch Michaels Haar sieht noch sehr zerstruppelt aus. Da hat die Maske während der ersten Auftritte gleich viel zu tun.
Bulgarien: DARA – Bangaranga
Interessante Kameraperspektive gleich zu Anfang, es sieht aus, als würde DARA kopfüber singen. DARA und die Tänzerinnen sind in einer Art Wartehalle, die sich mir nicht wirklich erschließt. Was hat die mit dem Song zu tun? Die Tanzmoves sind aber auf jeden Fall wild und sehr kreativ und wechseln wie der Song alle paar Sekunden.
Trotzdem muss ich sagen, dass mich das vorhin in der Halle wesentlich mehr überzeugt hat. Da kam für mich die Energie und Power des Auftritts viel besser herüber. Ich finde DARAs Mimik in Nahaufnahme auch eher übertrieben.
Aserbaidschan: JIVA – Just Go
Aserbaidschan hat vorhin in der Halle nicht groß überzeugt, und kann mich auch im TV-Bild nicht überzeugen. JIVA läuft am Anfang letztendlich nur vor den weißen Vorhängen hin und her. Was bisher nicht aufgefallen ist: sus ihren Augen fließen Tränen aus Blut.
Im Refrain auf Azerbaijani wird die Windmaschine voll angeworfen und ein Tänzer erscheint. Zwischen ihm und JIVA ist ein langes schwarzes Seil. JIVA läuft nach vorne und befreit sich von dem Seil. Das sieht man aber gar nicht so richtig gut im Kamerabild.
Rumänien: Alexandra Căpitănescu – Choke Me
Der Auftakt ist schon sehr stark. Alles ist noch etwas verschwommen zu Anfang. Man sieht Alexandra mit den Leuchtschnüren, mit denen sie mit den Gitarrenspielern verbunden ist. Die Schnitte sitzen hier.
Auch während der gesamten Performance wird mit gut gesetzten Schnitten gearbeitet. Im Verlauf nähert sich Alexandra der weißen Figur immer mehr. Es wirkt wie ein Kampf auf Entfernung.
Dann ist die weiße Figur auf einmal verschwunden. Das erschließt sich mir jetzt nicht. Wenn das ein „Sieg“ im „Kampf“ sein sollte, hätte man das nicht besser darstellen können?
Auf jeden Fall sehr stark alles von Alexandra als Performerin.
Luxemburg: Eva Marija – Mother Nature
Eva Marija spielt zu Anfang zupfend die Geige. Hier ist dann auch so ein komischer Moment, wo sie aufhört und das Instrumental weiter spielt.
Als Eva Marija den Catwalk hinabläuft, sind Leuchtschmetterlinge als On-Screen-Effekte zu sehen, die um sie herumschweben. Sonst konnte ich aber gar nicht so viele andere On-Screen-Effekte erkennen. Da passiert eigentlich mehr auf dem Backdrop und dem LEDs des Bühnenbodens. Zum Schluss als sie die Geige spielt ist noch einmal ein Lichtwirbel um sie herum.
Da hatte ich jetzt wesentlich mehr erwartet.
Tschechien: Daniel Žižka – CROSSROADS
Das erste Bild sind ganz viele Spiegel-Daniels im Dunkeln, dann schwenkt die Kamera langsam auf den knieend singenden Daniel. Alles ist recht dunkel gehalten, aber sehr passend. Daniel erhebt sich dann und interagiert mit seinem Spiegelbild. Das sind sehr schöne Effekte und wirkt überhaupt nicht billig.
Daniel bringt mit seiner Mimik und Gestik gut Emotionen herüber. Auch der hohe Ton zum Schluss sitzt. Ich finde das wirkt alles sehr stimmig. Sollte sicher weiter sein.
Peinliche Zwischenmoderation von Michael mit riesigen Federkraken in (absichtlich) schlechten Französisch. Gleich aber gutes Französisch, es folgt Monroe.
Frankreich: Monroe – Regarde !
Monroe ist zuerst allein auf einem Podest. Die Kamera fährt langsam kreisförmig um sie herum. Dann kommen Tänzer*innen hinzu. Den Tanz würde ich als modernen Ausdrucktanz beschreiben. Den Auftritt über bewegen sich alles immer weiter nach vorne über den Catwalk.
Monroe spielt gut mit der Kamera. Und singt natürlich beeindruckend. Insgesamt ist die Inszenierung aber vielleicht etwas zu wenig abwechslungsreich?
Jetzt kommt die MAZ mit Victoria als „ESC-Professorin“. Es geht um die Frage, warum so viele queere Acts beim ESC dabei sind.
Armenien: SIMÓN – Paloma Rumba
Es geht los im Aufzug. Der Kopfüber-Effekt ist nur ganz kurzen während einer kurzen Fahrstuhltüröffnung. Zuerst tanzen alle wild im Fahrstuhl, dann treten sie auf die Bühne. Im Backdrop sind viele Archivierboxen zu sehen. Des wechselt dann aber bald
In der instrumentalen Bridge gibt es einen recht schönen Effekt, als alle in Reihe stehen und das Licht immer kurz an und aus ist. Danach ein ganz berserker Tanz von allen. Das Zerstören der Boxenwand wirkte in der Halle jetzt aber fast besser.
Schweiz: Veronica Fusaro – Alice
Der Anfang der Schweiz ist recht hübsch. Während Veronica in ihr Seilmikrofon singt, hält die Kamera recht nah auf ihren Oberkörper, sodass man ihre Mimik gut wahrnehmen kann.
Im zweiten Teil kommen Tänzerinnen hinzu. Das ist zum einen gut, weil so etwas neues passiert, sonst wäre es etwas langweilig geworden. Aber eine Tanzchoreo passt auf der anderen Seite nicht so richtig zum Song. Der Teil im roten Spinnennetz passt dann schon wieder mehr.
Am überzeugendsten ist für mich das Ende, als Veronica knieend singt und die Kamera einfach nur auf ihr Gesicht hält.
Zypern: Antigoni – Jalla
Antigoni singt zuerst seitlich liegend. Sie hat zu Anfang eine Art Kopftuch auf, dass sie nach dem Intro entfernt.
Dann tanzen alle auf (und im Falle der Tänzerinnen auch neben) dem Tisch. So kreativ wirkt das jetzt nicht, die Tanzmoves hat man gefühlt schon oft gesehen.
Ein Dancebreak gibt es auch nicht wirklich: Antigoni räkelt sich eher nur auf dem Boden und dann gibt es so eine „Schattenbildeinstellung“ als sie sich erhebt.
Und stimmlich ist das echt nicht gut. Da hatte ich wirklich mehr erwartet. Antigoni ist natürlich trotzdem sehr sexy und kann sich super bewegen.
Auch im Jury-Finale scheint der Abbau von Zypern und der Aufbau von Österreich nicht zu klappen, man muss mit Bildern des Publikums überbrücken.
Österreich: COSMÓ – Tanzschein
COSMÓ liegt mit den Tier-Tänzern auf den Boden. Dort sind so Schlangenlinien dargestellt, die sich mit der Bewegung der Tänzer*innen bewegen. Auf den Boden steht auch „Dance you inner animal away“.
Auch COSMÓ singt nicht so gut. Und auch sonst überzeugt mich die Choreographie nicht wirklich. COSMÓ stampft eher nur komisch über die Bühne. Einzig der Teil mit den bekannten Armbewegungen wirkt gut.
Es gibt in der Inszenierung auch kaum Einblendungen des Publikums, man sieht also nicht, ob und wie die abgehen, was vielleicht noch unterstützt hätte.
Ich bin enttäuscht.
Lettland: Atvara – Ēnā
Atvara seht allein auf der Bühne vor der schrägen Wand mit ihren Schattenbild. Manchmal geht die Kamera näher, sodass man ihren Oberkörper sieht, aber nie so nah, dass es ein richtiges Close-Up wäre. Das hätte ich mir gewünscht, damit die Emotionen noch besser transferiert würden.
In der zweiten Strophe wandelt sich das Schattenbild in Atvara als junges Mädchen. Der „Glassplitter fliegen“-Effekt wirkt sehr schön. Und Atvara singt phänomenal.
Dänemark: Søren Torpegaard Lund – Før vi går hjem
Es geht mit einem Close-Up auf Søren los, sein Gesicht wird grün angestrahlt. Dann folgen die sexy Dancemoves mit entsprechenden Hüft- und Hinternbewegungen. Das kennen wir aus dem Probenclip.
Søren klettert dann effektvoll eine Leiter auf die Box hinauf und singt dann auf ihr. Die Kamera filmt von unten und man sieht Søren und die Hände der Tänzer*innen, das wirkt gut.
Schließlich mach Søren eine „Rolle rückwärts“ in die Box und alle tanzen zusammen in der Box. Das wirkt sehr sexy (aber nicht unangenehm sexy wie für mich am Anfang). Am Ende tanzen alle außerhalb der Box. Die Bühne ist rot erleuchtet.
Die ganze Inszenierung wirkt extrem professionell gemacht. Das ist sehr stark. Gibt mir aber trotzdem keine Winner-Vibes. Weit vorne aber auf jeden Fall.
JETZT noch eine MAZ, in der die Acts gezeigt werden, wie sie zum ersten Mal die Bühne sehen und kurz vor der Probe sind.
Australien: Delta Goodrem – Eclipse
Das erste Bild ist ein Close-Up auf die Hände der Harfenspielerin. Mehr sieht man von der Harfe nicht. Dann kommt der bekannte Ausschnitt mit Delta vor dem Halbmond.
Anschließend schreitet sie den Catwalk nach vorne. Ihr Kleid flattert schön im Wind. Sie erreicht das Klavier und spielt. Das ist allerdings seltsam dargestellt, nur von Frontal, man sieht überhaupt nicht, wie ihre Hände die Tasten drücken. Ah, da, endlich im kleinen Zwischenspiel.
Im Refrain auf dem singt sie ganz stark. Und dann fährt sie auf der Säule, die aus dem Klavier wächst nach oben. Das sieht aus TV-Bild-Sicht dann doch nicht so absurd aus wie ich es in der Halle empfunden hatte. Hier gibt es dann aber überraschenderweise einen kurzen stimmlichen Wackler. Aber sonst toll gesungen.
Ukraine: LELÉKA – Ridnym
LELÉKAs Bandura-Spieler ist besser in Szene gesetzt als Deltas Harfenspielerin. Zu Anfang ist er verschwommen ganz groß vorne, LELÉKA hinten im Bild. Sie läuft langsam auf ihn zu.
Das gefällt mir jetzt deutlich besser als vorhin. Die Kameraarbeit ist sehr schön, es gibt immer wieder Close-Ups auf LELÉKA. Auch die Farben und Muster des Backdrops sind sehr stimmig.
Auch hier ist der lange Ton nicht ganz gelungen. Und man merkt, dass LELÉKA im Refrain danach etwas aus der Puste ist.
Insgesamt fand ich die Inszenierung aber jetzt wesentlich besser als vom Halleneindruck her, alles war einfach sehr stimmig. Sehr auf LELÉKA konzentriert.
Vereinigtes Königreich: LOOK MUM NO COMPUTER – Eins, Zwei, Drei
LMNC sitzt zuerst am Schreibtisch, es passiert aber viel. Er schieb eine Blume weg, ein Tänzer wird über den Tisch geschoben, er ist unter dme Tisch…
Dann kommt der Teil, wo der Synthesizer durch Umdrehen der Tischplatte erscheint. LMNC spielt ihn. Dann tanzt er auf dem Tisch. Aber jetzt nicht Choreographie-mäßig, aber trotzdem sehr abwechslungsreich, es sind immer wieder andere Szenen zu sehen.
Im Animationsteil wird das Publikum eingeblendet. Ist natürlich risky, hoffentlich mach die Personen vor der Kamera dann auch immer mit, sonst kann das auch sehr floppen. Und dann gibt es eine Stelle, wo man den Hallenton hört man mitbekommt, wie die Leute mitmachen. Leider nur kurz, das hätte man viel mehr „ausschlachten“ sollen.
Entdecke mehr von ESC kompakt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


