Interview mit Thomas Schreiber: Alle Fragen nach „Unser Lied für Israel“

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ESC kompakt: S!sters haben sich mit 30 von 36 erreichbaren Punkte und Höchstpunktzahl im Zuschauer-Voting beim deutschen Finale „Unser Lied für Israel“ klar durchgesetzt. Dennoch gibt es viel Unmut und Genörgel, in den etablierten Medien genauso wie in den Fanforen. Worauf führen Sie das zurück?

Thomas Schreiber: Wir können die emotionale Enttäuschung einiger Fans, die – vielleicht aufgrund von Bloggern-Berichten oder weil sie selbst bei den Proben waren – klare persönliche Favoriten hatten, teilweise verstehen. Wir hatten sieben insgesamt tolle und unterschiedliche Beiträge – mit jedem wären wir gerne nach Israel gefahren.

Wenig Verständnis habe ich dafür, dass nun der Eindruck vermittelt wird, „Sister“ sei gegen den Willen der Mehrheit gewählt oder ungerechter Weise nachträglich zum Vorentscheid zugelassen worden. Dies wird zum Teil in sehr emotionaler und unsachlicher Weise vorgetragen.

Unser Lied für Israel ist im Schweizer SongWritingCamp entstanden, welches nach dem deutschem Vorbild organisiert war. Sie haben es „übernommen“. Wie passt das zum deutschen Song-Auswahlverfahren seit 2018?

„Sister“ entstand unter dem Eindruck des ESC in Lissabon in einem Song Writing Camp der Suisa (der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik) im Juni 2018 – dort wurden gezielt Lieder für die Schweiz komponiert und getextet.

Der Produzent von „Sister“ (Thomas Stengaard, auch Songwriter bei Michael Schulte, aber auch ua bei „Wear your love“) hat uns den Song dann in Deutschland im NDR Song Writing Camp vorgestellt. Die Kollegen fanden den Song großartig. „Sister“ ist von der wunderbaren Laurell Barker mitgeschrieben worden, die auch an dem englischen ESC-Beitrag „Bigger than us“ beteiligt ist, der die diesjährige Vorentscheidung „You decide“ der Kollegen von der BBC klar gewonnen hat. „Sister“ wurde, wie alle anderen Songs im Vorentscheid, von den Juroren hoch bewertet. Dasselbe gilt für die beiden Interpretinnen Carlotta und Laurita. Eine Wildcard gab es nicht. Der Begriff Wildcard ist Unsinn, eine Wildcard haben wir zuletzt 2015 vergeben.

S!sters (Carlotta und Laurita) sind von Wolfgang Dalheimer gesucht und gefunden worden, nachdem Ihnen der Song „Sister“ angeboten wurde. Bei den anderen Finalisten war es umgekehrt. Erst wurden die sechs Finalisten gefunden, danach entstanden Songs für diese im Song Writing Camp. Passt diese Diskrepanz zum neuen deutschen Weg seit 2018?

Ich sehe da keinen Widerspruch. Vielmehr haben wir diese Erweiterung unseres Verfahrens mehrfach angekündigt.

In der Vergangenheit haben wir keinen Weg gefunden, Lieder, die uns zugesandt wurden, und Interpreten zusammenzubringen. Unmittelbar nach Lissabon haben wir nicht nur Teilnehmer für den Vorentscheid aufgefordert, sich zu bewerben, wir haben auch ausdrücklich um Kompositionen gebeten und angekündigt, dass wir die besten von unseren Jurys bewerten lassen, und genau das ist geschehen (darüber hatten wir bei den beiden Fantreffen und in Pressemeldungen informiert). Das heißt, es gab einen mehrstufigen Auswahlprozess, an dessen Ende 10 Songs, die noch keine Interpreten hatten, teilweise in Layoutfassungen den Jurys vorgestellt wurden. „Sister“ hat dabei exzellent abgeschnitten. Unsere anderen sechs Kandidaten waren immer darüber informiert, dass über den Weg der so genannten„Concepts Songs“ eventuell ein bis zwei weitere Acts in die Sendung kommen würden. Die S!sters wurden von ihnen sehr herzlich aufgenommen.

Übrigens war bei uns in diesem Jahr auch ein herausragend gut bewertetes Lied dabei, für das wir aufgrund des Gesangsparts keinen Mann gefunden haben, der es technisch beherrscht und der zu dem Lied hundertprozentig passt…. vielleicht klappt das ja 2020.

Es wird viel darüber diskutiert, dass der letzte Startplatz für das Voting des Titels hilfreich war? Mit welchen Argumenten begegnen Sie diesen Zweiflern?

Ich würde gerne mit dem Mythos aufräumen, dass die Startpositionen ausschlaggebend für das Ergebnis ist. Vor allem beim Vorentscheid, wo die Zahl der Teilnehmer mit sieben doch relativ überschaubar ist. Da kann man sich am Ende noch an alle Teilnehmer erinnern, außerdem sind alle Acts im Schnelldurchlauf häufig genug zu sehen. Davon abgesehen war das Televotingergebnis mehr als deutlich.

Durch den „zweiten Weg“ haben Sie das Vorentscheidungskonzept weiterentwickelt. War das wirklich schon im zweiten Jahr notwendig?

Was heißt notwendig – ich habe schon 2017/2018 davon berichtet, dass wir jedes Jahr mehrere hundert Kompositionen angeboten bekommen. Nicht alle top, aber ein paar Perlen sind immer dabei. Und der ESC ist zuerst einmal ein Kompositionswettbewerb. Also gehört zum ganzen Bild, neben den besten Kandidaten, für die Songs geschrieben werden, auch die besten Songs mit guten Interpreten zusammenzubringen.

Im Interview mit Eurovision.de deuten Sie an, dass Ihnen „ein herausragend gut bewertetes Lied“ angeboten wurde, für das Sie „aufgrund des ungewöhnlichen Gesangsparts keinen Mann gefunden haben, der es technisch beherrscht“ und verweisen auf 2020. Was bedeutet das für das Vorentscheid-Konzept im kommenden Jahr?

Das Beispiel erklärt, dass es manchmal kein Match gibt für ein Lied und einen Interpreten. Das Beispiel habe ich genannt, weil ein paar böswillige und unkundige Geister den Song „Sister“ in ein ungutes Licht gerückt haben.

Ansonsten bedeutet es gar nichts, wir bereiten jetzt erst einmal das Head of Delegation Meeting am kommenden Wochenende vor. Schließlich möchten wir einen schönen Auftritt in Tel Aviv auf die Beine stellen, und dafür ist viel zu tun.

Belastet eine solche Ankündigung die übrigen Titel im Wettbewerb 2020 nicht schon im Vorfeld, genauso wie die Vorschusslorbeeren für „Sister“ in Verbindung mit dem abweichenden Auswahlverfahren das VE-Konzept angreifbar gemacht haben?

Ihren Gedanken kann ich nicht folgen.

Wir haben jetzt schon im zweiten Jahr viele erfolgversprechende Talente gesehen. Ist es vorgesehen, dass einige von ihnen im nächsten oder übernächsten Jahr wieder an „Unser Lied für…“ teilnehmen könnten?

Kategorisch ausschließen möchte ich das nicht, geplant ist es derzeit aber auch nicht. Außerdem haben wir in den letzten beiden Jahrgängen großartige Talente gesehen, die von den Jurys sehr gut bewertet wurden, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung standen. Auch das wäre eine weitere Option. Mit anderen Worten: das Auswahlverfahren beginnt jedes Jahr neu.

Werden der NDR oder die ARD den jungen Talenten, die durch „Unser Lied für Israel“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden, weitere Möglichkeiten bieten, sich der Öffentlichkeit vorzustellen?

Wir arbeiten zum Beispiel sehr eng mit den ARD-Radioprogrammen zusammen, egal, um welchen Sender es sich handelt. Wir erleben da sehr viel Unterstützung und binden die Programm- und Musikchefs immer wieder mit ein. Aber es wäre schön, wenn die Sendung hilft, dass unsere Talente als Künstlerinnen und Künstler auch außerhalb der ESC-Welt wahrgenommen werden.

Wie zufrieden sind Sie alles in allem mit „Unser Lied für Israel“?

Sehr. Wir hatten eine neue große und klare Bühne; frische und talentierte Acts; variantenreiche Inszenierungen; wunderbare Auftritte von Lena, Udo Lindenberg, Revolverheld und natürlich Michael Schulte; Barbara Schöneberger und Linda Zervakis passten bestens zusammen; wir hatten an einem Freitagabend mehr als 1000 hochmotivierte Zuschauer im Saal und wir haben ein Produktionsteam, das Hand in Hand sehr engagiert und vertrauensvoll miteinander arbeitet. Die Tage vor der Show waren sehr intensiv und sehr lang – haben sich aber gelohnt. Auch das sehr breite und positive Echo aus dem Ausland hat mich gefreut.

Gibt es etwas, was Sie im kommenden Jahr anders machen wollen?

Es gibt auf dem Weg zur Show ganz viele Aspekte, die wir verbessern können.

Wie erklären Sie sich die im Vergleich zu den Vorjahren rückläufige Quote, gerade bei jungen Zuschauern? Liegt das am Medienkonsumverhalten junger Zielgruppen insgesamt? War die Verlegung des Ausstrahlungstermin vom Donnerstag auf den Freitag ein Fehler?

Kleiner Einspruch: Mit den jüngeren Zuschauern waren wir sehr zufrieden. Mit 10,9 Prozent Marktanteil liegen wir damit deutlich über dem durchschnittlichen Wert im Ersten. Das Umfeld ist jedes Jahr eine Herausforderung: jahreszeitbedingter Karneval in den Dritten; was senden die Anderen; wie relevant ist der deutsche Vorentscheid für die Zuschauer, die nur einmal im Jahr ESC gucken etc.

Ich glaube aber, für die Stimmung im Saal war es gut, dass wir am Freitag waren – so konnten Menschen aus ganz Deutschland kommen, die am nächsten Tag nicht arbeiten mussten. Das ist an einem Donnerstag schwieriger.

In der internationalen Experten-Jury saß der deutsche Künstler Johannes Strate, ein ehemaliger Coach von Carlotta, der S!sters mit der Höchstpunktzahl bedachte und damit Makeda vom 12-Punkte-Rang der Experten-Jury verdrängte. Viele Beobachter empfinden seine enge Verbindung zu Carlotta als problematisch, wie beurteilen Sie diesen Sachverhalt?

Das Duo „S!sters“ erhielt von der 20-köpfigen Expertenjury und von den Fernsehzuschauern jeweils die maximale Punktzahl (12). Von der 100-köpfigen Eurovisionsjury bekamen „S!sters“ 6 Punkte.

Johannes Strate (Teil der Expertenjury, Frontmann der Band „Revolverheld“ und ein sehr anerkannter Musiker) kam Ende August 2018 als Juror zu „Unser Lied für Israel“ dazu. Zu diesem Zeitpunkt war überhaupt noch nicht klar, dass Carlotta Truman zusammen mit Laurita als Duo „S!sters“ dabei ist. Strate hat dem Song 12 Punkte gegeben – wie weitere 6 Juroren, weil er ihm die größten Chancen in Israel einräumt. Hätten wir seine Stimme herausgerechnet, hätte es 28:28 zwischen Makeda und den S!sters gestanden – gewonnen hätten sie trotzdem, da das Zuschauer-Voting den Ausschlag gegeben hätte.

Ist der Eindruck richtig, dass Sie ein gutes internationales Ergebnis im Moment höher priorisieren als die Akzeptanz und Etablierung des Vorentscheidungsformats in Deutschland?

Die Akzeptanz des Vorentscheides hängt unmittelbar von unserem Abschneiden in Israel ab.

Welche Rolle hatte William Lee Adams von wiwibloggs in der Eurovisionsjury? Wie kam es zu seiner Berufung in die Jury?

Neben der deutschen Jurysprecherin Anke wollten wir einen internationalen, englischsprachigen Jurysprecher. Über die Kompetenz von Mr Adams sind wir uns sicher einig.

Wie sehen die konkreten nächsten Schritte bis zur Präsentation von „Sister“ in Tel Aviv aus?

Wir arbeiten derzeit an der Inszenierung. Außerdem bereiten wir Reisen vor: Carlotta und Laurita sollen auch außerhalb des Postcard-Drehs das Land und seine Geschichte kennen lernen.

Werden S!sters wie Michael Schulte im Vorjahr auf Promotour gehen und bei „Eurovision in Concert“, an der „London Eurovision Party“ und so weiter teilnehmen?

Wir werden versuchen, so viele Termine wie möglich und wie sinnvoll wahrzunehmen.

Können Sie schon sagen, ob die Inszenierung von „Sister“ beim deutschen Finale auch auf der Bühne in Tel Aviv umsetzbar sein wird?

Wir werden den Auftritt weiterentwickeln.

Sind noch Veränderungen am Song oder an der Inszenierung geplant?

Am Song nicht.

Ist das Thema Frauenpower/Frauensolidarität durch den Erfolg von Netta in 2018 und durch die Omnipräsenz, die Netta mit „Toy“ in 2019 haben wird, nicht schon stark beansprucht, d.h. besteht das Risiko, dass „Sister“ im wahrsten Sinne des Wortes als „Metoo“ wahrgenommen werden könnte?

Female Empowerment ist das Stichwort zur längst überfälligen aktuellen, gesellschaftspolitischen Diskussion.

Wie beurteilen Sie ganz persönlich die Chancen von „Sister“ in Tel Aviv? Wagen Sie eine Prognose?

Prognosen sind sinnlos. Wir würden uns freuen – und wir wissen, wie herausfordernd das ist – wenn wir eine Top Ten Platzierung erzielen.

Die Teilnahme Deutschlands an einem europäischen Wettbewerb in Israel unterliegt einer besonderen Beobachtung und Verantwortung. Wie kann die deutsche Delegation dem Rechnung tragen?

Indem wir uns intensiv in Deutschland und in Israel vorbereiten. Zu einem späteren Zeitpunkt berichte ich gerne weitere Details – aber soviel vielleicht schon jetzt: wir werden z. B. einen Botschafter für die S!sters in Israel haben, und wir planen auch spezielle Termine für die Journalisten, um der besonderen Verantwortung gerecht zu werden.

Viele regelmäßige ESC-Besucher sind schockiert über die drastisch erhöhten Ticketpreise. Halten Sie diesen Weg der EBU für unvermeidbar oder sinnvoll?

Diese Frage müssen Sie bitte an das israelische Fernsehen richten. Die EBU trifft diese Entscheidung nicht, sondern der Veranstalter. Grundsätzlich gilt: Die Austragung eines ESC sollte nicht dazu führen, dass die zuständigen Fernsehanstalten danach finanziell angeschlagen zurückbleiben.

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Thomas Schreiber bei den ULfI-Proben zusammen mit Bühnendesigner Florian Wieder (Lodge of Levity).

Das Interview wurde schriftlich geführt. Wir bedanken uns bei Thomas Schreiber (das Aufmacherfoto entstand beim ECG-Clubtreffen im vergangenen November in Köln) für die vollständige Beantwortung dieses ungewöhnlich ausführlichen Fragenkatalogs.


154 Kommentare

  1. Sicher schön, dass sich Herr Schreiber den Fragen stellt – aber die Antworten sind immer dieselben Floskeln. Neues haben wir nicht erfahren. Außerdem vermisse ich jede Form der Selbstkritik… Leider wurde die für mich persönlich alles entscheidende Frage nicht gestellt – und zwar die Frage nach der katastrophalen Bildregie beim Vorentscheid! Nahezu jedes andere Land schafft es seinen Vorentscheid für den Bildschirm besser in Szene zu setzen. Es helfen die besten Inszenierungs-Ideen nichts, wenn sie von der Kamera nicht eingefangen werden (wie im Fall der Dämonen bei Makeda) oder Künstler auf der Bühne einsam und verlassen wirken (siehe Linus) und die Kamera ausnahmslos keinem Kandidaten die Möglichkeiten gibt, mit der Kamera zu spielen, seinen Blick einzufangen… Nicht nur Schweden, fast alle anderen Länder gehen mit einer klaren Regie in einen Drei-Minuten-Auftritt – da sitzt jeder Blick in die Kamera, alles! Das nennt man Dramaturgie! Immer die gleiche Schnittfolge, ohne Berücksichtung von Tempo und Stil des Songs – das ist zu wenig, lieber NDR! Viel, viel zu wenig!

    • An der Stelle muss ich auch mal den Norwegischen Vorendscheid als positives Beispiel erwähnen. Da war fast jeder Beitrag absolut toll und modern inszeniert. Anschauen und lernen lieber NDR

      • Genau das habe ich während des norwegischen Vorentscheids auf ET geschrieben: Dass der NDR dort mal ein Praktikum machen soll.

      • Darüber kann und darf man gerne diskutieren, ich fand die deutsche Auswahl besser. Und wenn modern heißen soll, dass alles etwas nach Schweden (incl. Getanze wo es wirklich nicht hinpasst) aussieht, dann sehe ich da keinen Sinn drin.

  2. Achja, der liebe Herr Schreiber. Keine Einsicht, dass man mal Fehler machen kann, vielleicht musste er das schon zu oft.
    Ich empfinde die Antworten teilweise als patzig, einfach schnell was dazu schreiben ohne reflektiert zu Überlegen. Besonders deutlich bei der Frage, ob es den Vorentscheid nicht pulverisiert, wenn man bei den Teilnehmern verschiedene Wege geht, sie zu finden. “Ich kann Ihren Gedanken nicht folgen.“-Nein, Sie wollen ihnen auch nicht folgen, sonst müssten Sie ja einsehen, dass es ein bisschen blöd war, die Sisters mit reinzunehmen. Auch auf die Frage zu Johannes Strate finde ich die Antwort wenig zufrieden stellend. Nur weil er im August schon nominiert wurde, ist das keine.Begründung ihn im der Jury zu belassen. In der Sache hat Herr Schreiber natürlich Recht, am Ergebnis hat das nichts geändert. Aber die Auswirkung ist eine ganz andere. Und so schwer dürfte es nicht sein, einen Juror auszutauschen, zumal gerade er ja der deutsche Juror in der internationalen Jury war. Ob das überhaupt sein muss, steht auf einem anderen Blatt.
    Und ich würde mir immer noch ein gerechteres Voting wünschen. Das internationale Juryvoting hat klar gezeigt, dass es einfach nicht gerechtfertigt ist dem ersten 12 Punkte, dem 2. 10 Punkte usw. zu geben, weil es überhaupt nicht der Wertung gerecht wird(187 Punkte=12 Punkte und schon 186 Punkte=10 Punkte??).
    Außerdem lieber mehr Teilnehmer und dafür kürzere Einspieler. Ist beim ESC ja auch nicht so, dass wir 5 Minuten Vorstellung haben und dann 3 Minuten Lied. Klar, in Deutschland kann der Künstler sich noch besser vermitteln, das ist auch wichtig für die Sympathie, die man bei den Journalisten rüberbringen soll. Die meisten aber sehen die 3 Minuten+30 Sekunden Einspieler, der Rest ist dann egal.

  3. Am „Besten“ finde ich seine Antwort bezüglich Johannes Strate. So „ohne ihn hätten sie auch noch gewonnen“. Ja aber das hätte genau auch anders geschehen können. Anstatt einfach zu sagen, man hätte die Jury nochmal durchgehen müssen und notfalls jemanden rausnehmen. Auch nicht erwähnt wird, dass der Expertenjuror von Österreich bei der gleichen Plattenfirma wie S!sters arbeitet.. Da muss einfach besser geachtet werden, damit kein fader Beigeschmack bleibt.

  4. „außerdem sind alle Acts im Schnelldurchlauf häufig genug zu sehen“

    Ach herrje, erinnert mich doch nicht daran. Der Schnelldurchlauf kam einem ja irgendwann zu den Ohren raus. Ich mochte dieses Jahr einige Titel wirklich gerne, aber am Ende hat das nur noch genervt. Schon klar, man will die Leute animieren, noch ne SMS zu schicken oder noch mal anzurufen, aber man kann es auch übertreiben.

    Da die Antworten von Herrn Schreiber wenig mehr als Worthülsen und Floskeln sind, möchte ich nicht weiter auf das Interview eingehen. Trotzdem danke, ESCKompakt, für Eure Bemühungen. Ihr habt die richtigen Fragen gestellt, aber leider keine Antworten bekommen. Dafür könnt Ihr nichts.

    Ich habe zwei grundlegende Probleme mit dem derzeitigen ULF-Format:

    1. Die Beschränkung auf junge Künstler und Pop in englischer Sprache. Da haben fast alle anderen Vorentscheide viel mehr Vielfalt zu bieten, eine richtige Auswahl statt einer Palette von Grautönen, um mal den guten alten Loriot zu bemühen: steingrau, mausgrau etc.

    2. Die Show an sich. Das Script war hochnotpeinlich, und die künstliche Hysterie, die vor allem Frau Schöneberger immer wieder verbreitet, ist mir zu sehr Ballermann. Wie bereits oben angemerkt wurde, hat die Präsentation der Beiträge, vor allem die Kameraführung, provinzielles Abschlussballniveau. Und was sollen all die Pausenacts, die überhaupt nichts mit dem ESC zu tun haben? Die Ausnahme waren Lena, deren kurzes Interview nach ihrem Auftritt für mich das Highlight des Vorentscheids war, und Michael. Es wirkte beinahe als ob einem der ESC beim NDR peinlich wäre. Also spickte man den Vorentscheid mit nationalen Stars wie Lindenberg, Bourani, Revolverheld … Andere Sender nutzen den Vorentscheid, um den ganz einzigartigen ESC zu feiern, z. B. Portugal oder Serbien. Beovizija wurde dieses Jahr z. B. von Bojana Stamenov eröffnet, die ‚Toy‘ sang. Ich habe alle Vorentscheide der Saison 2019 gesehen, und leider muss ich sagen, dass sich keiner derart grau und uninspiriert dahinzog wie ULFI, nicht einmal das San Remo-Festival, das aus 5 fünfstündigen Abenden besteht.

    • @togravus: Ich fand die ganzen „Nicht-ESC-Intervalacts“ auch too much, ja, aber es hat seine Vorteile. Ich möchte keine Ode an den ESC ausrichten, nur für Hardcore-Fans. In Frankreich gab es auch ESC-Bezug (Netta) und trotzdem fand ich es erfrischend, dass Jurorin Vitaa ihre neue Single singen durfte 🙂 Die Mischung macht’s.

    • Zu 1. Eine Beschränkung auf junge Menschen, die auf englisch Pop singen, gibt es nicht. Ich weiß nicht, warum dieses Gerücht immer wieder aufgeworfen wird.
      Wie bereits schon erwähnt: Man musste den einen oder anderen Künstler überreden, doch auch ein Lied auf deutsch zu schreiben. Dass wir den Künstlern nichts vorschreiben wollen, ist ja klar. Es war einfach keiner dabei, der deusch singen wollte, was bei Aly und BB nicht verwunderlich ist und die Restlichen singen primär ebenfalls auf englisch.
      Ebenso ist das Genre nicht festgeschrieben und (erneut) Sache der Künstler. Wenn sich keiner findet, der ein anderes Genre ansprechend verpacken kann, ist das zu akzeptieren. Zumal zeigt sich jedes Jahr wieder, wie vielfältig Pop sein kann.
      Dann zum Alter: Tut mir ja leid, aber Rentnermucke kommt, wie Schweden und die zahlreichen gescheiterten Versuche beim ESC gezeigt haben, nicht an und ob Love Injected von einer Bonny Tyler immer noch so geil und vor allem authentisch gewesen wäre, würde ich bezweifeln. Solange nicht alle Beiträge pubertierende Teenager sind, wäre ich mit dem Alter sehr zufrieden.

      • Hab ich was von Bonny Tyler oder den schwedischen Künstlern geschrieben. Nein. Wenn jemand nur mit Vorurteilen und Phrasen um die Ecke kommt, hat eine sachliche Situation keinen Sinn.

        Echt? Rentnermucke? Ich schlage vor, dass Du zukünftig etwas respektvoller formulierst. Der ESC ist keine Show nur für junge Leuet.

      • Wenn jemand mit einer angeblichen (Verschwörungs-)Beschränkung auf Alter, Genre und Sprache um die Ecke kommt, welche im Laufe des Vorentscheids mehrmals verneint wurde, ist eben diese weder sachlich noch sinnvoll.
        Rentnermucke war rein provokativ gewählt und dafür entschuldige ich mich nicht.
        Der ESC ist für jedermann, jedoch findet er in der Gegenwart statt. Es können gerne ältere Menschen teilnehmen und selbst bei Serhat erhoffe ich das Beste, jedoch scheitern sie regelmäßig mit Ausnahme der russischen Großmütter.
        Da kann man gerne seine eigenen Prioritäten setzen. Vielfalt oder ein gutes Ergebnis.

  5. Vielleicht verstehen jetzt auch die letzen, dass Sister auf vollkommen legitimen Weg in den VE reingerutscht sind, weiß nicht warum sich da alle so aufregen. Es wurde von Anfang an gesagt, dass auch Kompositionen angenommen werden und man sich dann um passende Stimmen kümmert. Der Song musste genau wie alle anderen an der Jury vorbei und hat diese Hürde genommen.
    Zu dem Strate Ding : Ja das ist doof gelaufen, sehe ich auch so. Wäre das entscheidend gewesen hätte ich jeden Unmut hier vollkommen verstehen können. Da die S!sters aber auch deutlich! im Televoting vorne lagen, muss auch mal gut sein mit dem Gemeckere.
    Ich finde es sehr gut, dass der Televoting Sieger uns in Tel Aviv vertritt und denke auch, dass in einem VE immer das Publikum den Kandidaten wählen soll. Die int. Jurys kann ich noch hinnehmen, das Panel finde ich absolut schwachsinnig. In den Songauswahlprozess mag sowas ja Sinn machen, aber in der TV Show sollten nicht 100 Bubble Fans das gleiche Gewicht haben wie das gesamte Televoting. Die Bubble hat nämlich häufig ebenfalls keine Ahnung was beim ESC gut ankommt und wählt dann halt die Frau mit bunten Farben und einem Popdance-Track weil ihnen persönlich das gefällt.

    • Die internationalen Juroren und die Televoter wählen doch auch nach persönlichem Geschmack. Und das Panel ist doch so zusammengestellt worden, dass es möglichst nah am europäischen Televoting-Geschmack ist. Klar wurde der Aufruf zum Panel hauptsächlich in der Bubble wahrgenommen, aber es sind trotzdem nicht nur einfach bunt zusammengewürfelte Fans.

    • Wer weiss schon, was beim ESC gut ankommt? Ich meine, grundsätzlich? Der ESC ist doch unberechenbar, das wissen wir alle. Und Gott sei Dank. Ist halt auch alles ein bisschen Glückssache. Hätte vorher auch nicht gedacht, dass ein Song, der genauso gut aus einer Schwarz-Weiss-Schnulze aus den 50ern gewinnen könnte (Salvador Sobral). Und das Panel wählt in erster Linie auch nach dem eigenen Geschmack, was völlig legitim ist. Klar gibt es gewisse Erfahrungswerte, die wohl meist die ESC-Fans kennen, weil sie sich ja auch mehr damit befassen. Aber ein Garant ist es trotzdem nicht, der Schuss kann auch schnell nach hinten los gehen.

    • Vielen Dank für das interessante Interview. Aber man sollte sich nicht derart im Ton (der Tastatur) vergreifen, und die Kritiker gleich als „böswillige und unkundige Geister“ bezeichnen. Das finde ich schlechten Stil und so kann man auch nicht mit den Fans reden. Aber den Ärger kann ich schon auch nachvollziehen, wenn ständig irgendwelche Verschwörungstheorien aus dem Hut gezaubert werden. Und das nur, weil der eigene Favorit nicht gewonnen hat, hat schon etwas vom „nicht verlieren können“. Mein Gott, es geht doch nicht darum, einen Krieg zu gewinnen. Es ist doch „nur“ der ESC. Okay, das mit dem Herrn Strate hat schon ein Geschmäckle, gebe ich zu. Jau, dumm gelaufen, hätte aber wahrscheinlich am Endergebnis auch nichts geändert.

    • Der Unterschied ist, während die 6 durch mehrere Ebenen gekommen sind (ca. 1000 auf 200 auf 50 auf 20 auf 6), mussten die S!sters nur durch eine oder vielleicht zwei und haben weitaus weniger Zeit in die Sache investiert, als die anderen.

  6. Ein anderes ULf- Konzept würde ich mir auch wünschen. Ich war zwar im Studio, aber zuhause wär mein Blick während der ganzen Musikpausenacts bestimmt im Handy versunken.
    Und interessiert hätte mich die antwort auf die Tatsache, dass das ESC-Panel Sister doch recht schlecht bewertet hat aber die Jury extrem gut. Beim ESC zählen schließlich die Beliebtheit von beiden Seiten. Da wär dann z.B. Makeda die bessere Wahl gewesen

    • Bitte? Die Meinung von irgendeinem Panel zählt beim ESC eben überhaupt nicht. Da gibt es meines Wissens nach nur int. Jury und Televoting und keine „ESC-Hardcore-Fans Jury“

      • Das Panel repräsentiert aber den europäischen Musikgeschmack, die deutschen Televoter eben „nur“ die deutschen Televoter, die beim ESC nicht für den eigenen Song abstimmen können. Ich finde, der Drittelmix ist ganz sinnvoll…

      • Benny, dann hab ich das mit dem panel falsch verstanden. Ich dachte bis jetzt, dass es nur deutsch, aber mit speziel esc-affinen menschen bestückt ist. Gibts da infos, wie international das war?

      • Die Personen sind hauptsächlich deutsch, wurden aber so ausgewählt, dass sie den internationalen Musikgeschmack widerspiegeln. Hier gibt’s mehr Informationen: https://www.eurovision.de/news/Alle-Infos-zum-deutschen-ESC-Vorentscheid-2018,vorentscheid674.html
        „Die 100 Personen des Eurovisions-Panels sollen bestmöglich den Musikgeschmack der internationalen Fernsehzuschauer repräsentieren. Sie wurden durch einen mehrstufigen Auswahlprozess gefunden, bei dem Simon-Kucher & Partners, Experten für komplexe Datenmodelle, und die Voting- und App-Experten von digame mobile den NDR unterstützt haben.“

      • @Rainer1
        Das Panel ist auch deutsch besetzt, aber eben mit Leuten, deren Geschmack nahe am europäischen Televoting liegt. Da gab es vorher mehrstufige Online-Fragebögen.

  7. schön, dass er sich den fragen stellt. aber eigentlich hat er nur jegliche kritik abgewiesen und die kritiker als “unkundig” verunglimpft.
    ich denke herr schreiber hat den esc als ganzes immer noch nicht verstanden. es wäre schön, wenn mal eine andere rundfunkanstalt die verantwortung übernehmen würde und es einen echten neustart geben würde.

    • Warten wir mal das Ergebnis von „Sister“ in Tel Aviv ab. Dann haben wir wahrscheinlich den besten Beweis dafür, wer den ESC verstanden hat und wer nicht.

    • Soweit ich weiß, betreut Herr Schreiber den ESC als Unterhaltungskoordinator der ARD und es ist Zufall, dass er in Hamburg-Lokstedt im Hause NDR tätig ist. Insofern wäre er auch dann zuständig, wenn eine andere Anstalt Ausrichter wäre.

  8. Zuerst einmal finde ich es super das Herr Schreiber sich immer wieder die Zeit nimmt Fragen der ESC Fans zu beantworten. Der hat ja sicher neben dem ESC auch sonst noch einiges zu tun. Zudem finde ich das die deutsche VE in diesem Jahr eine der mit abstand Besten in Europa war. Und da die Titel alle wirklich gut waren gibt es natürlich immer viele Diskussionen über den Sieger. Zudem finde ich auch das Voting bei unsere VE sehr gerecht. 20 Fachjuroren, 100 ESC Fans und Publikum, wo gibts denn das. Zudem alles sehr transparent.

  9. Also einige der gängigen Kritikpunkte machen auf mich schon den Eindruck, dass da jemand einfach nur „Sister“ nicht mag. Während und kurz nach dem ersten Workshop wurde in meiner Erinnerung noch sehr wohlwollend spekuliert, welche Künstler/Bands da vielleicht noch zusätzlich dazu kommen könnten. Nun, da es S!sters waren und auch noch gewonnen haben, ist es plötzlich der Todesstoß für das ach so tolle Konzept (welches letzes Jahr eigentlich auch schon vielfach kritisiert wurde).

    Da kann ich die Man-kann-es-eben-nicht-allen-recht-machen-Haltung Schreibers schon auch nachvollziehen, zumal er vermutlich recht hat, dass die Weiterentwicklung des Konzepts stets kommuniziert wurde.

    Im Kern konstruktive Kritik dürfte je nach Art der Formulierung auch beim NDR auf offene Ohren stoßen, aber Beschwerden, die eher anmuten als ob sie von schlechten Verlierern und Miesepetern kommen, gehen mir auch zunehmend auf die Nerven.

  10. Hat Thomas Schreiber als ehmaliger London-Korespondent wirklich „den englischen Beitrag“ gesagt? Der ist wohl der britischer Beitrag. Auch wenn Wales schon beim Junior Eurovision Song Contest als Land aufgetreten ist, (noch) ist das Königreich vereint!

  11. Also ich kann die Argumentation Schreibers z.T. nachvollziehen. Wichtig ist doch, dass man einen guten Song hat, der zum ESC fährt und dann eben ein(e) Künstler(in), die diesen gut präsentiert. Ob man nun erst den Künstler wählt, oder erste den Song, ist doch irrelevant. Und im Übrigen ist ja auch der ganze restliche Vorauswahlsprozess kein transparenter Wettbewerb. Vielmehr entscheided irgendeine Jury, wer wie und wo weiterkommt.Ergo sind die 6 Kandidaten, die sich neben S!sters noch für ULFI qualifizierten, durch die gleiche Jury dahinbestimmt worden.

    Ich kann mit S!sters ganz gut leben. Kein Winner-Song, aber auch nicht schlecht. Und von der Performance her wohl das beste, was bei ULFI angetreten ist. Ich erinnere mich immer gern, wie früher von vielen ESC-Fans die Jurys verdammt und das Televoting gepriesen und verteitigt wurde. Argumente gegen das Televoting (Fanbase, Minderheiten, Nachbarschaftsvoting, Startfolge) wurden regelmäßig beiseite gewischt. Jetzt, wo die Televoter recht deutlich eben für die S!sters gestimmt haben, werden aber von denselben ESC-Fans all diese Argumente hervorgekramt. Dabei spielt die Startreihenfolge bei 26 Auftritten natürlich eine viel größere Rolle als bei 7 Auftritten. Außerdem haben die S!sters nun gewonnen, obwohl es zwei Korrektive gab. Also ich denke somit, dass jetzt auch mal gut sein sollte.

    Aber noch eine Nachfrage: Wie will man denn sichergehen, dass das Europanel den Durchschnittsgeschmack Europas repräsentiert? Wie wählt man bitte solche Leute aus? Es ist doch offensichtlich, dass sich da primär diejenigen melden, die sehr ESC-affin sind. Von daher ist die ESC-Bubble-Kritik schon berechtigt.

    • Nun, man weiß ja, wie die internationalen Zuschauer bei bestimmten Beiträgen abgestimmt haben. Wenn man diese dann im Auswahlprozess zeigt, kann man überprüfen, wer ebenso oder ähnlich abstimmt, wie es die internationalen TV-Zuschauer getan haben.

      • Aber ist dieser Auswahlprozess unter ESC-Fans nicht mittlerweile hinlänglich bekannt und damit umgehbar? Ich meine, wenn ich im Kopf habe, wer weit oben gelandet ist, „stimme“ ich eben im Auswahlprozess für den entsprechenden Beitrag. Anders gesagt: Wie soll Wiwi-William sonst in die Jury gekommen sein? 😀

      • Sorry, bin da einfach nicht so gut informiert. Habs nicht so ganz verstanden. Kannst du es nochmal erklären. Wann haben internationale Zuschauer wie wo abgestimmt? Ich meine, wer interessiert sich überhaupt für die Vorauswahl in einem anderen Land? Das sind doch nur ESC-Hardcore-Fans, oder?

      • Aber eigentlich sollten im Panel nur Staatsbürger aus Deutschland zugelassen werden. William von Wiwibloggs ist aber Amerikaner 😉

      • @Paule Der Geschmack des Publikums ändert sich aber laufend, während der der Hardcore Fans eher vorrausschaubar bleibt. Kann mich noch gut an Salvador erinnern als in dem Livechat vom Vorentscheid es Stimmen gab, die das Lied als was Besonderes sahen (meine übrigens auch), während viele andere schnell bei langweilig und altmodisch waren. Würde man also immer nur auf das Bewährte setzten, dann übersieht man schnell das Außergewöhnliche.

  12. Dass der Song „unter dem Eindruck des ESC in Lissabon“ entstanden sein soll bestätigt meine schlimmsten Vermutungen. Die Konsequenzen des Wunsches, die vermeintlichen Erfolgsrezepte (hier Nettas Message) aus dem vergangenen Jahr zu kopieren, werden dieses Jahr vermutlich noch einige Länder zu spüren bekommen (UK, Zypern, Schweden wenn Favorit John Lundvik gewinnt). Es hängt immer von vielen Faktoren abhängt, ob ein Song gut abschneidet oder nicht.

  13. Ich finde es unpassend nun über Schreiber her-zuziehen, genauso unpassend ihn ein schriftliches Interview machen zu lassen. Wir kennen ihn und wissen, dass Selbstkritik nicht in seiner Stellenbeschreibung steht. Also entweder richtig interviewen und dann auch mal nach-bohren oder Pressemitteilungen abschreiben, was anderes ist das auch nicht. Denn natürlich hat er recht, dass das Konzept schon immer offen war und er Komponisten aufgerufen hat Lieder zu liefern. Da wäre es wichtig gewesen, ob ihm letztlich erfolgreich scheinende Lieder wichtiger sind als glaubhafte Künstler, denn das war ja der Hauptgedanke letztes Jahr.
    Wir werden sehen, ob nächste Jahr das Camp wieder so hochrangig besetzt ist, oder ob einige vielleicht lieber absagen, weil sie wissen, dass ein „gutes“ Lied mit einem erfahrenden Produzenten parallel produziert wird.

  14. Also ich muss mich auch wenn Sisters immer noch nicht meins ist, mich mal 100% hinter Schreiber stellen.

    Die ganze Nörgelei hat langsam nichts mehr mit Kritik zu tun sondern artet mit den ganzen Verschwörungstheorien und Gemeckere langsam in eine Art „wir wollen Sisters rausmobben sodass der NDR jemand anderes nachnominiert“ (ich nehme bewusst das Wort Mobbing in den Mund. Der Punkt ist langsam definitiv erreicht)

    Und am Ende des Tages haben dann die ganzen Nörgler es geschafft dass wir letzte werden.

    Warum?

    1. Sie machen Terz auf Youtube und anderen Englisch sprachigen Plattformen
    2. Die internationalen Fans kriegen davon Wind und machen irgendwann mit
    3. Die internationalen Blogger/Journalisten kriegen mit das ihre Leute über Deutschland nörgeln
    4. Die TV Sender kriegen Wind das die Blogger, etc. über Deutschland Terz machen und setzten dann im Finale die Kommentatoren auf Deutschland an die uns schlechtreden wodurch der casual ESC Zuschauer sich denkt “ Ne für die vote ich nicht“
    5. ZACK! Letzter Platz
    6. Die deutschen Nörgeltanten lachen sich ins Fäustchen ala „Hahaha wir haben es euch doch gesagt!!“

    Wer diese These nachvollziehbar wiederlegen kann tritt bitte vor

    • Ich habe gar nichts gegen den deutschen Beitrag und habe mich ausschließlich über das Format ULF in seiner derzeitigen Form beschwert. Sisters haben nach der allen bekannten 3 Jury-Regel gewonnen und sind deshalb die legitimen Sieger, auch wenn ich selbst eine andere Favoritin hatte.

      Trotzdem bin ich bzgl. Deiner These eher skeptisch. Ich treibe mich ja hauptsächlich auf der internationalen ET-Seite rum, und da gibt es kein Genörgel. Es ist tatsächlich viel schlimmer: Der deutsche Beitrag ist schlichtweg kein Thema, und die meisten Mitglieder reihen ihn irgendwo im unteren Mittelfeld ein. Artikel zu Deutschland bekommen auch kaum Kommentare. Es gibt dort einen einzigen User, der DEU19 wirklich gut findet.

      Na ja, vielleicht entsteht ja noch irgendein Hype, der uns in Tel Aviv hilft.

  15. Für mich stellt sich auch die frage, ob sich wirklich alle über die esc-kompetenz von mr. adams einig sind. Nach rumänien bin ich mir da nicht so sicher.

  16. Mir hat das Konzept des Vorentscheids von Anfang an nicht gut gefallen. Wenn ich oben lese, wer aller an den Songs geschrieben und an welchen Songs anderer Länder die gleichen Leute mitgeschrieben haben, finde ich es sehr schade für die deutsche Musikszene. Da gibt es bestimmt begabte Leute, die zumindest ähnliche Qualität bieten könnten. Deshalb bin ich für einen großen Schritt in Richtung deutscher Musikszene im Rahmen einer internen Auswahl. Ich freue mich auf den österreichischen Beitrag, möglicherweise wird er auch kontroversiell aufgenommen, aber da steht eine echte Künstlerin dahinter, die den Song selbst geschrieben und produziert hat.

  17. @ Tante Anni

    In der Tat, da kommt dar nix mit Substanz. Meines Erachtens hat Schreiber immer noch nicht verstanden, wie ESC hierzulande funktioniert. Er hat den Job anscheinend nur deswegen, weil niemand an seinem Stuhl sägt.

    Ich kann auf sein Geschwurbel schon jetzt verzichten, wenn „Sister“ in Tel Aviv abschmieren sollten.

  18. @ roxy

    Vollste Zustimmung von mir, Daumen hoch ! Man könnte da aber noch andere positive Beispiele von diesjährigen Teilnehmern aufführen….

  19. @ togravus

    Mich wundern die Reaktionen auch nicht. Bei mir läuft DE 2019 irgendwie unter der Kategorie „total egal“…..

  20. Wieso besitzt Mr. William Lee Adams Kompetenz? Gut, er hat Wiwibloggs geschaffen, aber sonst…? Der hatte doch auch Saara Aalto letztes Jahr so hochgepusht. So ein Experte ist er auch nicht. Überbewertet und unsympathisch.

  21. Man muss klar sagen sollte es dieses Jahr wieder einen Bottom 5 Platz geben müssen Herr Schreiber und sein Team den Platz räumen das neuer frischer Wind weht.

  22. „Sister“ hat dabei exzellent abgeschnitten. -> Was heißt hier exzellent? Wenn es exzellent bewertet worden wäre, hätte es doch lauter 12 Punkte dafür regnen müssen oder habe ich ein anderes Verständnis für den Begriff „exzellent“?

    Übrigens war bei uns in diesem Jahr auch ein herausragend gut bewertetes Lied dabei, für das wir aufgrund des Gesangsparts keinen Mann gefunden haben, der es technisch beherrscht und der zu dem Lied hundertprozentig passt…. vielleicht klappt das ja 2020. -> Also ist das Lied vielleicht ein sicherer Kandidat für 2020? Und was heißt hier hervorragend bewertet? Hätte das Lied nicht zu Linus oder Gregor gepasst?

  23. @tante anni: Stimmt, die Frage nach der Bildregie hätte man stellen MÜSSEN. Mein Fehler! Aber als ich den Fragebogen ausgearbeitet habe, hatte ich die TV-Bilder noch nicht gesehen (ich war live im Studio).
    .
    @bb: Auch Dir mag ich Recht geben, ein persönliches Interview ist besser als ein schriftliches Interview. Wobei auch im persönlichen Falle nicht ausgeschlossen ist, dass die Antworten „geschliffen“ werden, denn aus formalen Gründen muss man sich jedes wörtliche Zitat freigeben lassen.
    .
    Vor allem aber ignoriert die Forderung nach einem persönlichen Interview die Tatsache, dass (auch) das hier ein Blog von Fans für Fans ist. Ein persönliches Interview erfordert zwei Manntage Arbeitseinsatz, das kann ich mir ehrenamtlich nicht leisten. Ich bin aber überzeugt davon, dass Benny Dir sicher einen Slot auf ESC kompakt freiräumt, wenn Du anbietest, das nächste Interview mit Thomas Schreiber incl. „Nach-Bohren“ persönlich zu führen (und mit dem NDR abzustimmen).
    .
    Vor diesem Hintergrund ist ein schriftliches Interview immer noch besser als gar keins, denke ich.

    • @Peter – esrt mal danke für das Interview; wir alle schätzen Euer Engagement. Es ist allerdings nicht so, dass ein Interview 2 Tage erfordert – zumal zu solchen Themen; es ist nicht so, als ob man den CEO von BMW zu den Quartalszahlen in der Mongolei oder Ursula v d Leyen zu Beraterverträgen befragt, Wenn Ihr einen Interview-Termin arrangiert, bin ich gerne bereit, den gemeinsam mit dem offengestanden hier etwas pampig abservierten bb wahrzunehmen. Auch ohne ESC-Akkredetierung.

      • Ob zwei Tage oder nicht, es ist jedenfalls sehr viel aufwändiger als ein schriftliches Interview, da hat Peter Recht. Deshalb haben wir ja dieses Jahr auch alle ULfI-Interviews schriftlich geführt.

  24. Liebe Leserinnen und Leser –

    ein paar Anmerkungen:

    @Tante Anni (hieß eine leider verstorbene, sehr liebe Großtante von mir):
    – Zur Qualität des Vorentscheides und zur Bildregie: zufälligerweise hat das Team, das ULFI auf die Bühne gebracht hat – also Regie, Bühnenbild, Lichtregie, Mediacontent – gemeinsam auch schon die ESC 2011 in Düsseldorf, 2012 in Baku, 2017 in Kiew realisiert; einzelne Teammitglieder haben auch in Wien und in Lissabon gearbeitet und werden in Tel Aviv dabei sein.
    – Zu den Dämonen: Die waren zwar nicht bei Makeda, sondern bei BB Thomaz zu sehen, aber das sollte genau so sein. Es ging nämlich nicht um die Dämonen, sondern um die Frau, die sich von ihnen befreit.

    @Maximilian
    Der Verantwortliche für den norwegischen Vorentscheid war in Berlin vor Ort – vielleicht fragen Sie ihn mal, wie er den Deutschen Vorentscheid fand….

    @Alen
    Keiner der Kandidaten ist bei Universal unter Vertrag, Aly Ryan und S!sters haben einen reinen, sehr kurzfristig geschlossenen Vertriebsdeal. Übrigens war bis eine Woche vor Show überhaupt kein Major-Label am Start.

    @Rainer1
    Die 100 Mitglieder der Eurovisions Jury 2019 leben (bis auf William) alle in Deutschland, die Mehrheit von ihnen hat einen deutschen Paß, aber es sind ca (sitze im Flugzeug und kann nur eine ungefähre Zahl benennen) 10 – 15 % Menschen mit Pässen aus anderen ESC-Ländern dabei.

    @NZL
    Diese Regel, derzufolge nur deutsche Staatsbürger teilnehmen dürfen, gibt es nicht.

    @Branko
    – Ja, William Lee Adams hat wiwiblogs geschaffen. Als Fan und mit unglaublichem Einsatz, finanziert von einer Halbtagsstelle. Damit hat er – gemeinsam mit anderen wiwibloggern – der internationalen ESC Community eine wichtige Plattform gegeben. Davor habe ich großen Respekt.
    – Den Song ohne Titel, der von den Jurys hoch bewertet wurde, wurde ua auch von Linus eingesungen, es hat aber aus mehreren Gründen nicht zusammen gepasst.

    @Ivor Lyttle
    Entschuldigung.

    Einen schönen Abend

    TS

    • Herr Schreiber, „das sollte genau so sein. Es ging nämlich nicht um die Dämonen, sondern um die Frau, die sich von ihnen befreit.“???
      Wozu dann der ganze Aufwand mit elend langer Überbrückungs-Moderation für den Trampolin-Aufbau? Die Dämonen waren am Fernseher nur einen Sekundenbruchteil zu sehen! Ich war live in Berlin, für das Studiopublikum war die Inszenierung großartig! Bei Sichtung der TV-BILDER dann die Ernüchterung! Ich frage mich ehrlich ob Sie die komplette Show nochmal über den Fernseher gesehen haben? Dann müssten Sie den qualitativen Abfall gegenüber Düsseldorf, Baku etc. eigentlich gesehen haben. Unabhängig davon ob da nun wirklich dieselben Leute am Werk waren. Dann haben sie ihren Zenit offensichtlich überschritten. Wie gesagt, es fehlte an einer klaren Kamera-Dramaturgie! Es waren immer wieder dieselben Schnittfolgen ohne Rücksicht auf Stil und Tempo des Songs! Lieblos und uninspiriert! Keinerlei Intimität zwischen Künstler und Kamera wurde eingefangen! Bei keinem der Auftritte! Und das hätte auch der norwegische Kollege anhand der TV-BILDER erkannt, wenn er sie denn gesehen hätte – aber er war ja live in Berlin… Dennoch, danke für Ihre Reaktion und die Antwort!

    • @ Herr Schreiber:

      „– Ja, William Lee Adams hat wiwiblogs geschaffen. Als Fan und mit unglaublichem Einsatz, finanziert von einer Halbtagsstelle. Damit hat er – gemeinsam mit anderen wiwibloggern – der internationalen ESC Community eine wichtige Plattform gegeben. Davor habe ich großen Respekt.“

      Oberflächlich gesehen erscheint der Aufbau von wiwiblog eine grosse Leistung zu sein. Man merkt den Bloggern auch ihr Herzblut für diese Sache an – ohne Zweifel.

      Aber …

      Schaut man sich die Seite genauer an, merkt man schnell, dass viele der Follower gekauft sind, um eine grosse Reichweite zu simulieren. Viele der Follower kommen zum Beispiel aus Indien oder Pakistan oder sind eindeutig als Fakeprofile zu erkennen. Diese User werden sich nie für den ESC interessieren!

      Interessanter Link zum Thema: https://www.geropflueger.de/weshalb-reichweite-im-online-marketing-keine-kennzahl-sein-darf/

      Aus diesem Grund geht man seit Jahren im Marketing weg von der Kennzahl der Reichweite hin zu anderen aussagefähigen KPI’s wie zum Beispiel der Engagement-Rate. Und die liegt beim wiwiblog bei Instagram zum Beispiel bei mageren 1,3%! Diese Berechnungen kann jeder im Netz selbst durchführen.

      Zudem setzt sich wiwibloggs über deutsches und europäisches Recht erkennbar hinweg bzw. beachtet es schlichtweg nicht. Ich nenne hier explizit die DSGVO / GDPR , welche nicht auf der Webseite umgesetzt wird. Das hier trotzdem mit wiwibloggs zusammengearbeitet wird, ist einfach nur fahrlässig und eine Missachtung des Datenschutzes aller Menschen, die im Geltungsbereich der GDPR leben.

      Mein drittes Aber ist eher subjektiver Natur, wird aber sicherlich von vielen genauso gesehen. Anfangs mag das Gehabe der Wiwiblogger ja cool sein, aber auf Dauer wird das Rumgetucke nur nervig. Wenn das die Zukunft vom ESC ist, dann wird er wohl über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden. Im Mix mit ernsthafteren Medien amg wiwiblogs noch in Ordnung sei. Jedoch zeigte sich schon bei den letzten Contests, dass diese Plattform ggü. anderen ernsthaft und seriös arbeitenden Medien vorgezogen wird und damit einer ausgeglichenen Berichterstattung im Wege steht.

      Aus diesen Gründen sollte darüber nachgedacht werden, ob man diesem Hype wiwiblog noch mehr Aufmerksamkeit verschafft und anderen seriösen Medien dafür dann keine Möglichkeiten (Akredditierungen, Interviews etc) zum Arbeiten mehr bietet.

    • „– Zur Qualität des Vorentscheides und zur Bildregie: zufälligerweise hat das Team, das ULFI auf die Bühne gebracht hat – also Regie, Bühnenbild, Lichtregie, Mediacontent – gemeinsam auch schon die ESC 2011 in Düsseldorf, 2012 in Baku, 2017 in Kiew realisiert; einzelne Teammitglieder haben auch in Wien und in Lissabon gearbeitet und werden in Tel Aviv dabei sein.“

      Auch gute Fachleute können mal einen schlechten Tag haben oder schlecht vorbereitet sein; dies‘ war leider am 22. Februar hinsichtlich Bildregie / Kameraführung anscheinend der Fall. Allein die sich ständig wiederholenden immer gleichen Fahrten des Kamerakrans (der zudem recht ruckelig fuhr) waren wirklich öde.

      Dennoch war es insgesamt eine gute Show mit tollen Songs und Künstlern, die deutlich mehr TV-Zuschauer und Televoter verdient gehabt hätte. Wenn nun die Nörgelei langsam verstummt und anerkannt wird, das „Sister“ ein guter Beitrag ist, dann sollte ein ordentliches Ergebnis möglich sein. Immerhin sind 70% der Beurteilungen des deutschen Beitrags auf dem offiziellen Eurovision-Youtube Kanal positiv (https://www.youtube.com/watch?v=RuqS6-KJFgA).

  25. Das Interview war doch ein typisches Schreiber-Interview: von oben herab, despektierlich, ohne wirklich neue Erkenntnisse und daher langweilig. Seine These mit den 1000 begeisterten Zuschauern ist auch so ein Euphemismus, wie er im Buche steht: Um die Bühne herum ca. 400-450 geladene (!!) Gäste, und die eigentlichen ESC-Fans sitzen in der zweiten Reihe im Rang. Der Fan ist nichts, der NDR alles. Der sog. deutsche Beitrag bekommt hoffentlich die hoch verdiente Quittung in Tel Aviv für all die kleinen Ungereimtheiten. Vielleicht ändert dann ja mal etwas. Aber am Ende waren es halt die anderen, also alles wie immer. Die Aussicht auf ein Lied in der Schublade für 2020 verstehe ich als Warnung zum jetzigen Zeitpunkt.

      • Ja, und die Stuhlreihen links, rechts und direkt vor der Bühne waren sämtlichst mit Zetteln abgeklebt, dh reserviert. Z.B. für die Angehörigen, für die EBU, für den NDR/die Radiogewinner, für die Songwriter/Autoren, für Simon K. usw. usf. Auf die Frage an die Platzierer, warum wir als Fans nicht vorne sitzen, zeigte man uns die mit entsprechenden Zetteln beklebten Stühle und fügte hinzu „Die sind alle reserviert“. Ich habe dann noch einige Fotos gemacht, mich geärgert über diese Prioritätensetzung und mich als Fan mit dem zugewiesenen Platz auf dem Rang zufrieden geben müssen. Kurz vor der Show wurden dann die letzten freien Plätze vorne mit Leuten vom Rang aufgefüllt, das waren aber nur sehr wenige, gefühlt eine Handvoll, man will ja keine leeren Stühle im TV sehen. Das wirft schon neben den vielen anderen Fragen die Frage auf, wie wichtig die Fans wirklich hierbei sind. So hatte Barbara S. in der ersten Interviewrunde deutliche Schwierigkeiten, die Fans zu interviewen, da wohl erst der vierte oder dritte Anlauf einen solchen zu Tage brachte. Bei der zweiten Runde stand sie dann am Rang, da war sie dann gebrieft. Wie gesagt, ich war in der Halle und habe eine recht gute auffassungs- und Beobachtungsgabe.

    • @cars10
      Sie haben ja besonderes Insiderwissen: wir hatten 400 – 450 geladene Gäste? Ah ja.

      Was halten Sie von einer Frage, die Sie ja jederzeit stellen könnten: wie setzten sich die Zuschauer im Saal zusammen? Dann würde ich das beantworten. Zum Beispiel aus 70 (10 Karten pro Act) Angehörigen der sieben Acts. Aus den Gewinnern der Radio-Aktionen. Und aus ganz vielen (genaue Zahl reiche ich gerne nach) Fans, die Tickets gekauft haben.

      400 geladene Gäste gibt es nur in Ihrer Phantasie.

      Übrigens haben wir den Ticketpreis im Vergleich zum Vorjahr um 10 € gesenkt.

      • Als ex-Südstaatler muß ich Dir wiedersprechen – der Kollege klingt überhaupt nicht nach Georgia on my mind. Sondern nur wie eine weitere hysterische Zicke, Die so lange an der Bar rumkreischt, bis jemand, der sie witzig findet, Ihr einen Drink kauft. #sad!

      • Diese widerkehrende Bargeschichte scheint Teil Deines Kölntraumas zu sein. 🙂 Du musst da dringend raus! 😉
        Ich meinte: Er klingt amerikanisch, nicht englisch. Da hätte ich einen neuen Satz beginnen sollen, um das klar zu machen. 🙂

      • Tatsächlich hab ich dereinst in N’awlins und Dallas gebarkeepert und kenne daher sowohl den Atlanta accent (ähnlich wie der Kölner aus einem großen Umkreis) sowie den archetpye wiwiblogger. Ist aber schön, dass Du die Kollegahs inspirierend findest #attitudebiyatch.

      • Inspirierend? Wo kommt denn das Wort her? Ich habe seit Jahren kein Wiwi-Video mehr angeschaut.

      • Ist ja auch kein Grund, das anzugucken – hören reicht, girl-friend-eh! OhmygawdImsocreeeeative!

    • Normalerweise ignoriere ich deine Einträge, aber man sollte sich schon informieren, bevor man eine Aussage tätigt. Nur weil William Lee Adams in London lebt, ist er noch lange kein Engländer. Aber vielleich kannst du folgenden Link anklicken und den Textin den google Übersetzer einfügen. Dann wirst du hoffentlich merken, dass du unrecht hattest 🙂
      https://wiwibloggs.com/meet-team/

  26. Vieles wurde nun diskutiert, aber ein Aspekt wird kaum beleuchtet: Welche Rolle spielt Herr Schreiber wirklich? Er ist Unterhaltungskoordinator der ARD und tritt weder als NDR-Musikredakteur, noch als deutscher Christer Björkman an (ist also nicht ausführender Produzent). Er wird insofern eher vertreten, was sein Team an ihn berichtet. Verantwortlich dürften daher sein

    – für die Bildregie, die beim Bürgerfunk kaum schlechter gewesen wäre, der Regisseur der Sendung
    – für die Auftrittsreihenfolge ebenfalls der Regisseur oder der Produzent
    – für die Auswahl von „Sisters“ der musikalische Leiter und/oder NDR-Musikredakteure

    Ja, auch ich fand die Show billig produziert, zumindest einfallslos gefilmt. Ja, auch ich habe Gschmäckle und auch ich finde Herrn Schreibers Auftreten in Interviews, aber vor allem vor der Live-Kamera unangemessen, aber er ist nicht alleine verantwortlich und Kritik an ihm sollte angemessen bleiben und sachlich sein.

    Und ein menschlicher Aspekt sollte gerade uns, die wir uns Fans nennen, wichtig sein: Dort treten zwei junge Frauen an, die noch ihren Weg suchen und genau so wenig unangreifbar sind wie die meisten von uns hier. Die großartig singen können, sympathisch auftreten, vermutlich tolle nette Menschen sind und die es nicht verdient haben, verrissen zu werden. Sowas gehört sich nicht!

    • Die Verantwortung ist letztendlich immer auf der höheren (und wesentlich besser bezahlten) Ebene – wie Du sagst der Regisseur oder Producer, nicht die Kameramänner . Die dann wiederum vermutlich von noch weiter oben gebrieft wurden.
      Ich würde mir auch wünschen, dass der Has gegen s!stärz – oder wie immer das geschriben wird – aufhören würde; man kann den NDR wg. des über den Haufen geworfenen VE-Konzepts zugunsten eines Schweizer Rejects kritisieren, aber man kann die Mädels nicht dafür kreuzigen, dass sie einen Siegel-Song singen. Der Rest, insbesondere die vielgelobte Aly, war auch nicht besser. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir wieder Top 5 geworden wären, wäre so oder so nicht größer – wir sind schließlich nicht Russland!

      • Das ist ja richtig spannend hier in diesem Thread; finde es ja schon imposant, dass Herr Schreiber sich hier zu Wort meldet und mit Fakten und Argumenten die Objektivität dieser Diskussion wieder etwas in den Vordergrund bringt.

        Ein bisschen kann man diese Emotionen aber auch nachvollziehen, nachdem (trotz „Vorankündigung“) der „eingekaufte Song“ aus der „Schweizer Grabschtheke“ dann auch tatsächlich gewonnen hat. Wenn ein anderer Song gewonnen hätte, dann würde es diese Diskussion mit Sicherheit in diesem Ausmaß nicht geben. Ich denke Herr Schreiber weiß, dass die ESC Fanbase den Wettbewerb sehr ernst nimmt (bestimmt sehr viel ernster als so manche teilnehmenden Fernsehanstalten) und diese ganzen Theorien aus unseren Synapsen nur so sprudeln beim leisesten Verdacht, jemand könnte unseren schönen Contest beeinflussen… Lernen kann man eventuell daraus, beim nächsten Mal noch transparenter mit so einer Thematik umzugehen. Nicht nur von Songs sprechen, die dazu kommen können, sondern auch, dass die Interpreten nicht Teil des Castings gewesen sein müssen und/oder aus den Castingteilnehmern neue Formationen „zusammengewürfelt werden können“ of course for the sake of the results. Wie dem auch sei, ich denke, es wäre naiv, hier zu sagen, der NDR hätte alles so transparent wie möglich gehalten. Sonst wäre die Reaktion jetzt eine andere. Naja, ein paar Nörgler wird man immer finden, egal wie transparent etwas kommuniziert wird. Egal, lassen wir das.

        Jetzt sollen unsere s!sters erst mal in Tel Aviv ankommen und singen und dann sehen wir weiter – das ist zumindest meine Meinung.

        Ich persönlich fand, dass Ulfi eventuell noch ein, zwei oder auch drei Proben mehr gebraucht hätte, denn auf mich wirkte einiges eher improvisiert als routiniert, sowohl Künstler als auch Bild/Ton-Regie. Bei einigen Künstlern (Aly und Lilly) hatte ich das Gefühl, dass sie es nicht gewohnt sind, beim Tanzen zu singen. Etwas chaotisch empfand ich die Inszenierung von s!sters, auf mich machte es den Eindruck, als hätten sie keinen Plan, wie sie da gerade auf der Drehbühne laufen sollen, wann sie sich anschauen, anfassen und ansingen. Ironischerweise bekomme ich diesen Eindruck auch von der Kamera in diesen Szenen. Bei den Jungs (Gregor und Linus) waren die ein oder anderen schiefe Töne dabei, als wären sie es nicht gewohnt, mit In-Ear-Monitoring zu singen. Daher denke ich, dass mehr Proben den Künstlern und der Produktion gut getan hätte. Wie dem auch sei, ich fand Ulfi den stärksten deutschen Vorentscheid seit Usfo, wenn auch (und da bin ich ehrlich) mit dem für mich falschen Siegertitel, aber meine Meinung ist nur meine Meinung und viel Erfolg und Glück wünsch ich s!sters auf jeden Fall.

        PS: So ein bisschen bin ich jetzt ja schon neugierig, was das wohl für ein Killer-Song 2020 sein könnte… :p

  27. @Thomas Schreiber

    – Mich treibt immer noch die Frage herum wieso man sich für pre-recorded Backingvocals (außer bei BB Thomaz) entschieden hat. Ich dachte es sollten im Vorentscheid möglichst ESC-nahe Bedingungen geschaffen werden und in Tel Aviv werden nun mal die Backingvocals live gesungen werden müssen. Auch wurde dies im Vorfeld von Ihnen anders kommuniziert, gab es denn dazu einen spezifischen Grund?
    – Wieso ist Linus in der Live-Show letztendlich ohne die Tänzer aufgetreten, obwohl mit diesen geprobt wurde?
    – Wird es noch ein offizielles Musikvideo geben?

    _____
    @Generell

    Grundsätzlich wollte ich noch anmerken, dass ich den Weg erst Song – dann Künstler wesentlich ESC-geeigneter finde als anders herum, da wir nun mal „Unser Lied“ und nicht „Unseren Star“ suchen.
    Dieser Weg bietet nämlich auch die Möglichkeit wie ja von einigen gewünscht/ gefordert sich spezifisch für einen/ mehrere deutschsprachige(n) Song(s) zu entscheiden und anschließend für diesen gezielt einen passenden Künstler zu suchen. Somit hat man als Veranstalter eben mehr Möglichkeiten in Bezug auf die Songauswahl als wenn letztlich die Entscheidung über die Songs bei vorher ausgewählten Künstlern liegt.

  28. Ich finde es erfreulich, dass die Inszenierung weiterentwickelt wird und schade, dass eine Überarbeitung der Song-Produktion ausgeschlossen wird.
    Ziemlich doof finde ich, dass nicht aktiv versucht wird Teilnehmer*innen erneut im Boot zu haben. Makeda, Ryk, Ivy, Aly Ryan, Lilly among clouds… Ich würde sie alle gerne wieder sehen

    • Der gegen 0 gehende Comeback-Faktor gefällt mir auch nicht – war zu Zeiten von Ebstein und Rosenberg noch ganz anders. Mein Wunsch wäre aber weniger, dass sich aktiv um Ehemalige bemüht wird, sondern diese sich aus eigenem Antrieb nochmal bewerben (und dann logischerweise auch in die engere Auswahl kommen müssten). Aber entweder wird dieser Antrieb von gewissen Umständen sehr gebremst oder Panel und Jury sind in ihrer Beurteilung höchst launenhaft.

      Da (nicht nur) ich letztes Jahr von Ryk sehr angetan war, wüsste ich gern warum es dieses Jahr trotz offenbar anhaltendem ESC-Interesse für ihn weder in Deutschland noch in Dänemark geklappt hat.

  29. Hallo Herr Schreiber,
    ich kann mir vorstellen, dass die sechs Kandidaten sehr verärgert gewesen sind, weil sie über Monate durch so viele Vorrunden sich durchsetzen mussten und am Ende gegen den einzigen nachnominierten Act verloren haben. Das wird Bewerber im nächsten Jahr abschrecken – vor allem deshalb, weil Sie schon jetzt sagen, dass ein starkes Lied in der Schublade wartet. Das animiert niemanden für eine Bewerbung. Um diese Abschreckung zu verhindern, würde ich vorschlagen, dass diese Concept-Song-Idee sofort wieder abgeschafft wird und den Kandidaten im nächsten Jahr garantiert wird, dass keine anderen Acts nachnominiert werden – und das schon bitte vorher. Vor allem deshalb sehe ich die Idee mit dem wartenden Song als kritisch, weil der Sister-Song bereits negativ angenommen wurde und wir in den Wettquoten auf Platz 23 gestürzt sind. Bitte am besten einfach das Vorentscheidungskonzept beibehalten, aber wie bei ULfL und nicht wie bei ULFI.

  30. Ich habe übrigens bereits eine neue Idee für nächstes Jahr, das vielleicht mit den gleichen Kosten ein besseres Line-Up erzeugen könnte.
    Die Kapazität des SongWritingCamps für 2019 betrug 30 Lieder (bei sechs Kandidaten, fünf Tagen und je ein Song pro Tag laut BB Thomaz). Die Idee ist, dass nicht jeder Kandidate mehrere SongWriting-Tage bekommt, sondern dass alle 30 ,,SongWrting-Plätze“ auf 30 Kandidaten verteilt werden. Alles nach folgendem Ablauf:
    0) Bewerbungen nur mit Livegesang-Videos, also ohne Studioaufnahmen zugelassen.
    1) Der NDR reduziert die Bewerber auf 300.
    2) Die Jurorengruppen reduzieren diese 300 auf 30.
    3) Diese 30 Kandidaten gehen direkt ins SongWritingCamp (natürlich über 5 Tage verteilt) ohne diese Workshop-Zwischenrunde in Köln. Falls ein Kandidat von den 30 bereits ein Lied hat und nicht ins SWC möchte, rücken solange Kandidaten nach, bis alle 30 Plätze im SWC gefüllt sind. Bei Antritt im SWC ist das geschriebene Lied bindend.
    4) Am Ende gibt es 30 oder mehr Acts mit jeweils bereits feststehenden Liedern. Die Jurorengruppen wählen 8 aus.
    5) Diese 8 kommen in die Live-Show und werden zu je 1/3 aus Televoting, ESC-Jury und int.-Jury bewertet.

    Der Vorteil an der ganzen Sache ist, dass die 30 Acts nur diese eine Möglichkeit für einen einzigen Song haben und sich somit mehr Mühe geben. Ich kann mir vorstellen, dass die Kandidaten 2018 und 2019 immer mit dem Gedanken im Hinterkopf ,,morgen ist auch ein Tag“ arbeiten und somit die Qualität der Lieder darunter leidet.

    • Kannst du auf Knopfdruck kreativ sein? Für ein paar Stunden an einem einzigen Tag? Was ist, wenn du einen Tag später noch eine viel bessere Song-Idee hast? Oder du an deinem Camp-Tag ausgerechnet mit den Songwritern zusammentriffst, mit denen deine Chemie nicht ganz stimmt? Ich finde es sehr gut und sehr vernünftig, dass jeder Act 5 Tage in wechselnden Teams hat.

      • Für die Song-Idee hätten die Kandidaten ja im Vorfeld viel Zeit, um sich für das richtige Thema zu entscheiden.
        Und ja, ich denke, dass jeder auf Knopfdruck kreativ sein kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Erfolg.
        Wenn die Chemie mit dem Team nicht stimmt: Trotzdem das Beste draus machen.
        Ich denke, dass bei 30 Liedern unbedingt mindestens 8 Hits rauskommen würden. Das wäre so wahrscheinlicher und besser als wenn ein Kandidat 5 Lieder im SWC erzeugt und dann sich doch für einen ganz anderen Song entscheidet (wie Ryk, voXXclub, Ivy Quainoo, Lilly oder Linus). Dadurch werden SWC-Plätze unnötig belegt, wo z.B. ein anderer Act vielleicht einen Mega-Hit hätte produzieren können.
        Zur Not, falls es nichts wird: Die Schweiz hilft bestimmt wieder.

      • Sagen wir einfach, dass jedes System Vor- und Nachteile hat. Letztendlich können auf jede Art aus 30 Liedern, egal ob sechs unterschiedliche Interpreten oder dreißig, 8 gute Songs herausgekommen. Wege dahin gibt es viele. Allerdings stelle ich mir den Aufwand bei 30 Interpreten weitaus höher vor.

  31. Herr Schreiber, es ist aller Ehren wert, dass Sie sich hier im Blog Äußern. Vielen Dank dafür.
    Jedoch hätte ich mehr persönliches, realistisches Eingeständnis zum Song und Ablauf von Ihnen erwartet. (ich vermute) Und zwar in der Hinsicht, dass Sie anscheinend (wissentlich/unwissentlich oder aus reinem Unvermögen oder Nichtinteresse) nicht wahrnehmen können oder wollen:

    …dass so gut wie Keine Radiostation in Deutschland unser Song spielt, geschweige den darüber berichtet… dass keiner den Song kauft…Erfolglos ist somit noch höflich genannt
    dass das Feedback aus der ESC Gemeine im Eurovisionslanden und in den privaten/offiziellen Kanälen keiner unseren Song gut oder nur „Levina-Like“findet… wir wissen alle was das heißt
    dass in den Umfragen wir fast an letzter Stelle genannt werden (ja, ich weis es kann sich ändern…)

    ABER, wir haben jetzt die Situation wie es bei AnnSophie und Levina war. Jeder kann es spüren, sehen, lesen… Aber SIE?

    warum versperren sie sich so vehement jeglicher Verbesserung am Song? Nehmen Sie sich doch einfach eine halbe Stunde zeit und gehen Sie ganz einfach auf YT. Dort können Sie viele Beurteilungen lesen, hören und ansehen….dort können Sie viele Einschätzungen und Reaktionen lesen, und die sind kein Trash sondern mehrheitlich ordentlich reflektierend….wenn Sie schon unser Feedback hier im Blog oder auf Eurovisions.de nicht ernst nehmen.

    Ändern Sie Ihre Einstellung und nehmen Sie Ratschläge von Fans und wirklichen Esc Experten an und vertrauen Sie nicht Nur Ihren eigenen Meinungen und derer Ihrer Angestellten. Seien Sie mal offen für HILFE.

  32. @ cars10

    Solche Worte sind zwar bei NDR-hörigen Fans nicht sonderlich beliebt, aber leider nunmal absolut notwendig. Vielen Dank! Dabei hasse ich den deutschen Beitrag gar nicht mal, dennoch könnte in der Tat eine erneutes Debakel den erhofften frischen Wind bringen. Auf Schreibers „Supersong“ kann ich jetzt schon verzichten – sein Musikgeschmack dürfte hinlänglich bekannt sein.

    Leider nix Neues, Herr Schreiber – bitte setzen !!!

    • Ich kenne Herrn Schreibers privaten Musikgeschmack nicht, aber von diesem „Supersong“ spricht er doch hauptsächlich, weil dieser bei den Juries so gut abgeschnitten hat.

      Ich für meinen Teil werde jetzt auch erst einmal Tel Aviv abwarten. Sollte es dann tatsächlich zu einem Debakel kommen, wird der Aufschrei noch groß genug sein.

  33. Ich habe am Samstag die Show der portugiesischen Kollegen gesehen. Selbst dort hat man inzwischen den NDR überholt, was Professionalität und Unterhaltungswert angeht. Da hat man auch frühere ESC-Beiträge in die Moderation mit eingebunden und mit neuen Texten versehen, sehr originell ! Hierzulande hat man den Eindruck, es gab vor Lena nix und man müßte sich dafür schämen – ach ja, weil früher noch Deutsch gesungen wurde und das möchte man sich nicht mehr zumuten.

  34. @ KMon

    Was will man an dem Song noch groß verändern ? So, daß er sich plötzlich wie eine Rockhymne anhört ?

    Es handelt sich bei „Sisters“ schlichtweg um ein absolut mainstreamiges Retortenprodukt und da geht schlichtweg nichts anderes mehr.

  35. Ich hätte bereits ein Vorschlag für nächstes Jahr und zwar so, wie es bereits jetzt in Norwegen gehandhabt wird: Jeder, der bereits ein fertiges Paket (also Interpret & Song) vorweisen kann und Lust hätte teilzunehmen, soll sich beim NDR bewerben. Die internationale Jury wird abgeschafft oder zumindest ihr Einfluß beschränkt, da würden mir eher so regionale Jurys wie in Portugal zusagen. Den Sinn des Panels habe ich eh nie verstanden…. Warum soll das hierzulande nicht gehen ?

    • Ich würde gerne noch einmal zur Startreihenfolge zurückkehren, aus welchen Kriterien wurde die Startreihenfolge erstellt? Ich würde gerne die Gedankengänge nachvollziehen können. Wenn die Startreihenfolge keine Rolle spielt, ist es dann reiner Zufall, dass S!sters an letzter Startposition gesetzt wurde, oder war einfach doch die spürbare Bevorzugung dieses Songs? Oder war es dramaturgisch gesehen die beste Option?

  36. Ich habe mir einmal auf Youtube einige Kommentare zu den Videos angesehen, in denen einige User ihre persönlichen Rankings erstellen und da kommt der deutsche Beitrag bei einigen ganz gut an, findet sich sogar in den Top Ten wieder. Außerdem kann bis Mai noch einiges passieren.

  37. @ Meckie

    Nun gut, so manche Aussagen sind in der Tat fast schon Realsatire…..

    Letztes Jahr hat Schreiber verdammtes Glück gehabt. Zuvor gab es genügend Pleiten, Pech und Peinlichkeiten und jetzt noch dieses Interview.

    Wen wundert es noch, daß der ESC hierzulande ein Nischenprodukt ist ?

  38. Die Lieder dieses Jahr waren wirklich nicht schlecht da kann man dem NDR nichts vorwerfen.
    Leider wählt der Deutsche lieber sicher als mutig .Mit Lilly among clouds hätte man ein Beitrag gehabt der polarisiert.Aber leider hat der NDR keine Kapazitäten mehr sich ein Sieg zu leisten man spricht fast jedes Jahr von einer Top 10 Platzierung als Ziel und da fehlt meiner Meinung schon der Wille des NDR den ESC ernst zu nehmen

    • Ich finde sich den Sieg als Ziel zu setzten ist übertrieben. Da kann man ja nur verlieren, den ESC zu gewinnen ist verdammt schwer.

      • Bin der gleichen Meinung, das stetige Ziel sollte ein Top-10 Platzierung sein. Wir sitzen aber seit Jahren in einer Komfortzone fest. Brav, bieder und ein bisschen nett ohne Mut. Mit Michael Schulte hat das mal geklappt, weil das Gesamtpaket gepasst hat, Künstler+Performance+Staging+Message. Jamie Lee fand ich mutig, scheiterte aber letztendlich am Gesamtpaket. Aber lieber ein höheres Risiko, als so ein unaufgeregtes Kopftäscheln aus dem Ausland (brav gemacht Germany, but not my cup of tea), Mit S!sters gehen wir wieder in die gleiche Schiene, es wirkt halt alles etwas altbacken mit Cheese. Da wäre Aly oder Lilly wirklich ein Kontrast zu den vielen Beiträgen der letzten Jahre gewesen. Fast wäre es auch Makeda geworden, es war zwar eine wunderbar vorgetragenen Ballade, aber wiederum altbacken mit Glitzerkleid und Funkenregen, oh my. Diese ganzen braven Auftritte sind halt immer auf der Kante der Belanglosigkeit. Ich will nicht wissen wie sich der Schubladensong 2020 anhört. Island hat dieses Jahr echte Eier, sage ich nur 😉

  39. @ ThisIsNotReal

    Nicht nur island, wohl auch Portugal. Zudem schafft es Italien schon seit mehreren Jahren, Songs mit Charakter zu präsentieren.

    • Naja, der Vergleich mit Italien ist schon unfair, die haben doch seit Jahrzehnten Sanremo, das ist eben etabliert und mit mehr mit Prestige behaftet als so ein hundskommunes ULfI.

  40. @ trakol

    Ich finde, in erster Linie sollte wichtig sein, ob der eigene Beitrag beim Publikum ankommt und eine gewisse „Nachhaltigkeit“ trägt – da wäre dann selbst eine mäßige oder schlechte Platzierung nicht so schlimm („No no never“ läuft immer noch im Radio).

    Nur mir geht die Tendenz zu „Auf-Nummer-sicher-gehen“ dermaßen auf den Senkel. In der Regel kommt da nichts dabei heraus und dann ist entweder Gleichgültigkeit oder Fremdschämen angesagt. Die Jahre 2013 bis 2017 haben mir jedenfalls gereicht, da wurde so viel Zeit sinnlos verschwendet – trauriger Tiefpunkt war die Valiumshow, als eine gewisse Levina auserkoren wurde. Habe ich eigentlich schon verdrängt…..

    Noch ein Vorschlag: Nächstes Jahr eben nur „kantige“ Acts anbieten. Man muß sich nur trauen ! Ob das mit Herrn Schreiber geht, wage ich zu bezweifeln.

    • @Mariposa: Ein ESC-Song sollte zu allererst beim ESC gut abschneiden. Wenn er dann erfolgreich in den heimischen Charts l umso besser. Ist aber für den Erfolg beim ESC unerheblich. Ich darf mal an 2006 erinnern. No No Never war in Deutschland ein Riesenhit. Aber dann beim ESC reichte es nur zu Platz 15. Das ein ESC-Song ein Charthit in Deutschland wird, ist nur ein erfreulicher Nebeneffekt. Aber in allererster Linie soll er beim ESC erfolgreich laufen. Wenn er das nicht tut, hat er seine Aufgabe verfehlt.

  41. @Herr Schreiber!

    Ich mag Sister sehr gerne und fand auch die Vorausscheidung sehr gut, aber bei Williams Le Adams habe ich eine Sperre.
    Ich hatte Gedächtnis, dass nur Deutsche Staatsbürger im Panel aufgenommen werden. Zumindest kam es 2018 so rüber. Aber ist nicht weiter wichtig.

  42. @Mariposa,

    was war denn bitte schön an Michael Schultes Song so „kantig“. Das war doch letztlich auch ein weichgespülter Radiosong mit klischeehafter pathosbeladener Message. Dennoch war der Song recht erfolgreich. Auch andere Songs wie etwa Irland, Albanien oder Litauen haben ja letztlich ganz gut abgeschnitten, obwohl sie im Vorfeld keine so guten Bewertungen bekommen hatten. Die Inszenierung ist schon wichtig und ich fand die bei S!STERS jetzt auch nicht so schlecht. Auch finde ich gut, dass man mal von dem Einzelkünstlerfetisch wegegangen ist. Auch das bringt schon etwas Variation, wenn da mal nen bischen was passiert und die Sängerin bzw. der Sänger nicht nur so rumsteht. Und der Song ist in der Tat nicht so fürs Radio, sondern eher für die Bühne geschrieben. Denn er ist schon etwas sperrig mit radiountauglicher Akkordfolge und relativ komplexes Gesangslinien. Gerade letzteres kann aber auch bei den Jurys gut ankommen. Ich denke da z.B. an die drei Holländerinnen von 2017.

    Ich würde Deutschland daher nicht ganz so abschreiben. Mit dem richtigen Staging, einem guten Gesang am Finaltag und einer ordentlichen Startnummer (vielleicht gibt es ja wieder die Nummer 26) ist ein Top10-oder zumindest ein Top15-Platz gar nicht mal so unrealistisch.

  43. Mir geht es auch nicht um die S!isters. Die beiden können wohl am wenigsten dafür. Mir geht es darum, dass der NDR seine eignes Konzept mit „Nachnomienerungen“ ad Absurdum führt und er gerade diesen Song dann noch besonders „bevorteilt“. Und nein, es war und ist kein Zufall, das S!isters auf der Startposition 7 starten durften. Ich weiß gar nicht, was Schreiber an dieser Nummer so toll findet. Sie ist kacke. Genau wie „Black Smoke“ oder „Ghost“ oder „Perfekt Life“. Niemand will so ne Nummer haben als Deutschen Beitrag. Sie ist weder authentisch, noch echt, noch gut. Sie ist gar nix. Wenn Schreiber da dann „soviel Potential“ erkennt. Dann hat er entweder Null Ahnung, oder Null Geschmack. Schulte letztes Jahr war ne Ausnahme-Sache. Der Song war echt und gut. S!isters ist einfach nur nen Kack-Song. Und wie gesagt es geht nicht gegen die beiden Sängerinnen.

    • Nun, warum haben dann die meisten Zuschauer für S!STERS angerufen?

      Sorry, man kann ja auch mal akzeptieren, dass ein anderes Lied gewonnen hat. In den meisten letzten Jahren gab es ja bei den Vorentscheiden auch nicht so viel Konkurrenz. Eigentlich wurde der Sieg dementsprechend auch nie in Zweifel gezogen. Die schlechte Platzierung beim ESC hätte es auch mit anderen Kandidaten gegeben. Ich frage mich auch, warum z.B. die deutschen Televoter so einen ganz anderen Geschmack haben sollten als z.B. die hölländischen oder dir dänischen oder die tscheschischen. Warum sollten denn die deutschen Televoter so extrem aus der Reihe tanzen und ein Lied nach Israel schicken, was außerhalb Deutschlands aber gar nicht ankommt? Gerade, wenn die Sänger alle unbekannt sind, stehen doch die Zuschauer in D vor der gleich Entscheidung wie in anderen Ländern. Bei Ghost, Black Smoke, oder Perfect Life waren ja die Alternativen beim Vorentscheid auch nicht wirklich besser bzw. hätten zu keinem besseren Ergebnis geführt. Kontrovers waren die Siege auch nicht; ein schlechtes Abschneiden haben sie dennoch nicht verhindert. Das lag aber daran, dass auch nichts besseres im Vorentscheid dabei war. Und dieses Mal war es eben auch so, dass der Televoter S!STERS am besten fand. Wozu das in Israel reicht, werden wir im Mai sehen.

      • Das Televoting hat auch viel mit Mobilisierung zu tun. Wäre wirklich spannend das zwischen dem neutralen Zuschauer und Fanbase aufzudröseln. Bei S!sters kann ich mir vorstellen das der grosse Anteil aus der Fanbase beider Mädels + Lena + Revolverheld + Startplatz + NDR Pushing kommt. Ich orakle mal, dass Lilly die meisten neutralen Zuschauer überzeugt hatte.
        Aly + letzter Startplatz + gescheite Inszenierung (Lichtspiel, Kamerafahrten, Soundabmischung usw.) hätte möglicherweise auch mehr neutrale Stimmen eingebracht (aber es weiß nur der geschulte Fan, dass da mit Fixing das Ding bis Mai auf den Punkt gebracht werden hätte können).

    • Ich weiß nicht, ob „Sister“ Herrn Schreibers Geschmack trifft, aber das Potential sieht er, weil die Juries den Song im Vorfeld sehr gut bewertet haben. Und zumindest die internationalen Juries und die deutschen Televotern haben dem Song dann ja auch im Vorentscheid jeweils 12 Punkte gegeben.

  44. @meckienrw: Nein, wie sollte man bei Begriffen wie „Kacksong“ darauf kommen, das du was gegen die beiden Sängerinnen hättest. Wenn der Song so kacke ist, warum hat er dann das Televoting gewonnen? Wurde die Televoter deiner Meinung nach gezwungen für Sisters anzurufen? Oder hälst du die Televoter für nicht fähig, selbst zu entscheiden, was sie gut finden? Nicht nur bei dir, sondern auch bei anderen, die hier irgendso ein Verschwörungstheoriemist schreiben, könnte man den Eindruck gewinnen, das ihr wirklich denkt, der deutsche Zuschauer wäre zu doof dazu. Das Aly nicht gewonnen hat, lag an allem, nur nicht an ihr. Die Beleuchtung zu schlimm, die Startposition zu früh, die Jury korrupt, an allem lag es, aber nur nicht an ihr. Das die Performance viel zu statisch war, nee, bestimmt hat der NDR was an dem Laufband manipuliert. Vielleicht solle man jetzt mal damit aufhören. Sisters, mit Sister vertreten Deutschland. Und für den Song muss man sich nicht schämen. Im Gegensatz zu Island oder Ukraine, wenn Maruv nach Tel Aviv geschickt worden wäre. Wartet doch einfach mal ab, was für ein Ergebnis in Tel Aviv rauskommt. Im letzten Jahr hatten ja die wenigsten damit gerechnet, das Schulte so gut abschneiden würde.

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