Interview mit Thomas Schreiber: Alle Fragen nach „Unser Lied für Israel“

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ESC kompakt: S!sters haben sich mit 30 von 36 erreichbaren Punkte und Höchstpunktzahl im Zuschauer-Voting beim deutschen Finale „Unser Lied für Israel“ klar durchgesetzt. Dennoch gibt es viel Unmut und Genörgel, in den etablierten Medien genauso wie in den Fanforen. Worauf führen Sie das zurück?

Thomas Schreiber: Wir können die emotionale Enttäuschung einiger Fans, die – vielleicht aufgrund von Bloggern-Berichten oder weil sie selbst bei den Proben waren – klare persönliche Favoriten hatten, teilweise verstehen. Wir hatten sieben insgesamt tolle und unterschiedliche Beiträge – mit jedem wären wir gerne nach Israel gefahren.

Wenig Verständnis habe ich dafür, dass nun der Eindruck vermittelt wird, „Sister“ sei gegen den Willen der Mehrheit gewählt oder ungerechter Weise nachträglich zum Vorentscheid zugelassen worden. Dies wird zum Teil in sehr emotionaler und unsachlicher Weise vorgetragen.

Unser Lied für Israel ist im Schweizer SongWritingCamp entstanden, welches nach dem deutschem Vorbild organisiert war. Sie haben es „übernommen“. Wie passt das zum deutschen Song-Auswahlverfahren seit 2018?

„Sister“ entstand unter dem Eindruck des ESC in Lissabon in einem Song Writing Camp der Suisa (der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik) im Juni 2018 – dort wurden gezielt Lieder für die Schweiz komponiert und getextet.

Der Produzent von „Sister“ (Thomas Stengaard, auch Songwriter bei Michael Schulte, aber auch ua bei „Wear your love“) hat uns den Song dann in Deutschland im NDR Song Writing Camp vorgestellt. Die Kollegen fanden den Song großartig. „Sister“ ist von der wunderbaren Laurell Barker mitgeschrieben worden, die auch an dem englischen ESC-Beitrag „Bigger than us“ beteiligt ist, der die diesjährige Vorentscheidung „You decide“ der Kollegen von der BBC klar gewonnen hat. „Sister“ wurde, wie alle anderen Songs im Vorentscheid, von den Juroren hoch bewertet. Dasselbe gilt für die beiden Interpretinnen Carlotta und Laurita. Eine Wildcard gab es nicht. Der Begriff Wildcard ist Unsinn, eine Wildcard haben wir zuletzt 2015 vergeben.

S!sters (Carlotta und Laurita) sind von Wolfgang Dalheimer gesucht und gefunden worden, nachdem Ihnen der Song „Sister“ angeboten wurde. Bei den anderen Finalisten war es umgekehrt. Erst wurden die sechs Finalisten gefunden, danach entstanden Songs für diese im Song Writing Camp. Passt diese Diskrepanz zum neuen deutschen Weg seit 2018?

Ich sehe da keinen Widerspruch. Vielmehr haben wir diese Erweiterung unseres Verfahrens mehrfach angekündigt.

In der Vergangenheit haben wir keinen Weg gefunden, Lieder, die uns zugesandt wurden, und Interpreten zusammenzubringen. Unmittelbar nach Lissabon haben wir nicht nur Teilnehmer für den Vorentscheid aufgefordert, sich zu bewerben, wir haben auch ausdrücklich um Kompositionen gebeten und angekündigt, dass wir die besten von unseren Jurys bewerten lassen, und genau das ist geschehen (darüber hatten wir bei den beiden Fantreffen und in Pressemeldungen informiert). Das heißt, es gab einen mehrstufigen Auswahlprozess, an dessen Ende 10 Songs, die noch keine Interpreten hatten, teilweise in Layoutfassungen den Jurys vorgestellt wurden. „Sister“ hat dabei exzellent abgeschnitten. Unsere anderen sechs Kandidaten waren immer darüber informiert, dass über den Weg der so genannten„Concepts Songs“ eventuell ein bis zwei weitere Acts in die Sendung kommen würden. Die S!sters wurden von ihnen sehr herzlich aufgenommen.

Übrigens war bei uns in diesem Jahr auch ein herausragend gut bewertetes Lied dabei, für das wir aufgrund des Gesangsparts keinen Mann gefunden haben, der es technisch beherrscht und der zu dem Lied hundertprozentig passt…. vielleicht klappt das ja 2020.

Es wird viel darüber diskutiert, dass der letzte Startplatz für das Voting des Titels hilfreich war? Mit welchen Argumenten begegnen Sie diesen Zweiflern?

Ich würde gerne mit dem Mythos aufräumen, dass die Startpositionen ausschlaggebend für das Ergebnis ist. Vor allem beim Vorentscheid, wo die Zahl der Teilnehmer mit sieben doch relativ überschaubar ist. Da kann man sich am Ende noch an alle Teilnehmer erinnern, außerdem sind alle Acts im Schnelldurchlauf häufig genug zu sehen. Davon abgesehen war das Televotingergebnis mehr als deutlich.

Durch den „zweiten Weg“ haben Sie das Vorentscheidungskonzept weiterentwickelt. War das wirklich schon im zweiten Jahr notwendig?

Was heißt notwendig – ich habe schon 2017/2018 davon berichtet, dass wir jedes Jahr mehrere hundert Kompositionen angeboten bekommen. Nicht alle top, aber ein paar Perlen sind immer dabei. Und der ESC ist zuerst einmal ein Kompositionswettbewerb. Also gehört zum ganzen Bild, neben den besten Kandidaten, für die Songs geschrieben werden, auch die besten Songs mit guten Interpreten zusammenzubringen.

Im Interview mit Eurovision.de deuten Sie an, dass Ihnen „ein herausragend gut bewertetes Lied“ angeboten wurde, für das Sie „aufgrund des ungewöhnlichen Gesangsparts keinen Mann gefunden haben, der es technisch beherrscht“ und verweisen auf 2020. Was bedeutet das für das Vorentscheid-Konzept im kommenden Jahr?

Das Beispiel erklärt, dass es manchmal kein Match gibt für ein Lied und einen Interpreten. Das Beispiel habe ich genannt, weil ein paar böswillige und unkundige Geister den Song „Sister“ in ein ungutes Licht gerückt haben.

Ansonsten bedeutet es gar nichts, wir bereiten jetzt erst einmal das Head of Delegation Meeting am kommenden Wochenende vor. Schließlich möchten wir einen schönen Auftritt in Tel Aviv auf die Beine stellen, und dafür ist viel zu tun.

Belastet eine solche Ankündigung die übrigen Titel im Wettbewerb 2020 nicht schon im Vorfeld, genauso wie die Vorschusslorbeeren für „Sister“ in Verbindung mit dem abweichenden Auswahlverfahren das VE-Konzept angreifbar gemacht haben?

Ihren Gedanken kann ich nicht folgen.

Wir haben jetzt schon im zweiten Jahr viele erfolgversprechende Talente gesehen. Ist es vorgesehen, dass einige von ihnen im nächsten oder übernächsten Jahr wieder an „Unser Lied für…“ teilnehmen könnten?

Kategorisch ausschließen möchte ich das nicht, geplant ist es derzeit aber auch nicht. Außerdem haben wir in den letzten beiden Jahrgängen großartige Talente gesehen, die von den Jurys sehr gut bewertet wurden, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung standen. Auch das wäre eine weitere Option. Mit anderen Worten: das Auswahlverfahren beginnt jedes Jahr neu.

Werden der NDR oder die ARD den jungen Talenten, die durch „Unser Lied für Israel“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden, weitere Möglichkeiten bieten, sich der Öffentlichkeit vorzustellen?

Wir arbeiten zum Beispiel sehr eng mit den ARD-Radioprogrammen zusammen, egal, um welchen Sender es sich handelt. Wir erleben da sehr viel Unterstützung und binden die Programm- und Musikchefs immer wieder mit ein. Aber es wäre schön, wenn die Sendung hilft, dass unsere Talente als Künstlerinnen und Künstler auch außerhalb der ESC-Welt wahrgenommen werden.

Wie zufrieden sind Sie alles in allem mit „Unser Lied für Israel“?

Sehr. Wir hatten eine neue große und klare Bühne; frische und talentierte Acts; variantenreiche Inszenierungen; wunderbare Auftritte von Lena, Udo Lindenberg, Revolverheld und natürlich Michael Schulte; Barbara Schöneberger und Linda Zervakis passten bestens zusammen; wir hatten an einem Freitagabend mehr als 1000 hochmotivierte Zuschauer im Saal und wir haben ein Produktionsteam, das Hand in Hand sehr engagiert und vertrauensvoll miteinander arbeitet. Die Tage vor der Show waren sehr intensiv und sehr lang – haben sich aber gelohnt. Auch das sehr breite und positive Echo aus dem Ausland hat mich gefreut.

Gibt es etwas, was Sie im kommenden Jahr anders machen wollen?

Es gibt auf dem Weg zur Show ganz viele Aspekte, die wir verbessern können.

Wie erklären Sie sich die im Vergleich zu den Vorjahren rückläufige Quote, gerade bei jungen Zuschauern? Liegt das am Medienkonsumverhalten junger Zielgruppen insgesamt? War die Verlegung des Ausstrahlungstermin vom Donnerstag auf den Freitag ein Fehler?

Kleiner Einspruch: Mit den jüngeren Zuschauern waren wir sehr zufrieden. Mit 10,9 Prozent Marktanteil liegen wir damit deutlich über dem durchschnittlichen Wert im Ersten. Das Umfeld ist jedes Jahr eine Herausforderung: jahreszeitbedingter Karneval in den Dritten; was senden die Anderen; wie relevant ist der deutsche Vorentscheid für die Zuschauer, die nur einmal im Jahr ESC gucken etc.

Ich glaube aber, für die Stimmung im Saal war es gut, dass wir am Freitag waren – so konnten Menschen aus ganz Deutschland kommen, die am nächsten Tag nicht arbeiten mussten. Das ist an einem Donnerstag schwieriger.

In der internationalen Experten-Jury saß der deutsche Künstler Johannes Strate, ein ehemaliger Coach von Carlotta, der S!sters mit der Höchstpunktzahl bedachte und damit Makeda vom 12-Punkte-Rang der Experten-Jury verdrängte. Viele Beobachter empfinden seine enge Verbindung zu Carlotta als problematisch, wie beurteilen Sie diesen Sachverhalt?

Das Duo „S!sters“ erhielt von der 20-köpfigen Expertenjury und von den Fernsehzuschauern jeweils die maximale Punktzahl (12). Von der 100-köpfigen Eurovisionsjury bekamen „S!sters“ 6 Punkte.

Johannes Strate (Teil der Expertenjury, Frontmann der Band „Revolverheld“ und ein sehr anerkannter Musiker) kam Ende August 2018 als Juror zu „Unser Lied für Israel“ dazu. Zu diesem Zeitpunkt war überhaupt noch nicht klar, dass Carlotta Truman zusammen mit Laurita als Duo „S!sters“ dabei ist. Strate hat dem Song 12 Punkte gegeben – wie weitere 6 Juroren, weil er ihm die größten Chancen in Israel einräumt. Hätten wir seine Stimme herausgerechnet, hätte es 28:28 zwischen Makeda und den S!sters gestanden – gewonnen hätten sie trotzdem, da das Zuschauer-Voting den Ausschlag gegeben hätte.

Ist der Eindruck richtig, dass Sie ein gutes internationales Ergebnis im Moment höher priorisieren als die Akzeptanz und Etablierung des Vorentscheidungsformats in Deutschland?

Die Akzeptanz des Vorentscheides hängt unmittelbar von unserem Abschneiden in Israel ab.

Welche Rolle hatte William Lee Adams von wiwibloggs in der Eurovisionsjury? Wie kam es zu seiner Berufung in die Jury?

Neben der deutschen Jurysprecherin Anke wollten wir einen internationalen, englischsprachigen Jurysprecher. Über die Kompetenz von Mr Adams sind wir uns sicher einig.

Wie sehen die konkreten nächsten Schritte bis zur Präsentation von „Sister“ in Tel Aviv aus?

Wir arbeiten derzeit an der Inszenierung. Außerdem bereiten wir Reisen vor: Carlotta und Laurita sollen auch außerhalb des Postcard-Drehs das Land und seine Geschichte kennen lernen.

Werden S!sters wie Michael Schulte im Vorjahr auf Promotour gehen und bei „Eurovision in Concert“, an der „London Eurovision Party“ und so weiter teilnehmen?

Wir werden versuchen, so viele Termine wie möglich und wie sinnvoll wahrzunehmen.

Können Sie schon sagen, ob die Inszenierung von „Sister“ beim deutschen Finale auch auf der Bühne in Tel Aviv umsetzbar sein wird?

Wir werden den Auftritt weiterentwickeln.

Sind noch Veränderungen am Song oder an der Inszenierung geplant?

Am Song nicht.

Ist das Thema Frauenpower/Frauensolidarität durch den Erfolg von Netta in 2018 und durch die Omnipräsenz, die Netta mit „Toy“ in 2019 haben wird, nicht schon stark beansprucht, d.h. besteht das Risiko, dass „Sister“ im wahrsten Sinne des Wortes als „Metoo“ wahrgenommen werden könnte?

Female Empowerment ist das Stichwort zur längst überfälligen aktuellen, gesellschaftspolitischen Diskussion.

Wie beurteilen Sie ganz persönlich die Chancen von „Sister“ in Tel Aviv? Wagen Sie eine Prognose?

Prognosen sind sinnlos. Wir würden uns freuen – und wir wissen, wie herausfordernd das ist – wenn wir eine Top Ten Platzierung erzielen.

Die Teilnahme Deutschlands an einem europäischen Wettbewerb in Israel unterliegt einer besonderen Beobachtung und Verantwortung. Wie kann die deutsche Delegation dem Rechnung tragen?

Indem wir uns intensiv in Deutschland und in Israel vorbereiten. Zu einem späteren Zeitpunkt berichte ich gerne weitere Details – aber soviel vielleicht schon jetzt: wir werden z. B. einen Botschafter für die S!sters in Israel haben, und wir planen auch spezielle Termine für die Journalisten, um der besonderen Verantwortung gerecht zu werden.

Viele regelmäßige ESC-Besucher sind schockiert über die drastisch erhöhten Ticketpreise. Halten Sie diesen Weg der EBU für unvermeidbar oder sinnvoll?

Diese Frage müssen Sie bitte an das israelische Fernsehen richten. Die EBU trifft diese Entscheidung nicht, sondern der Veranstalter. Grundsätzlich gilt: Die Austragung eines ESC sollte nicht dazu führen, dass die zuständigen Fernsehanstalten danach finanziell angeschlagen zurückbleiben.

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Thomas Schreiber bei den ULfI-Proben zusammen mit Bühnendesigner Florian Wieder (Lodge of Levity).

Das Interview wurde schriftlich geführt. Wir bedanken uns bei Thomas Schreiber (das Aufmacherfoto entstand beim ECG-Clubtreffen im vergangenen November in Köln) für die vollständige Beantwortung dieses ungewöhnlich ausführlichen Fragenkatalogs.



154 Kommentare

  1. Man muss sich nur die Wettquoten anschauen, nur die zumeist eher sehr negativen Kommentare auf YT. Man stelle sich mal vor… ein Song bekommt auf YT mehr dislikes als likes. Da gibt es nicht mehr wirklich viel schön zu reden. Was mich am meisten stört, das sich das Ganze von der „Bubble“ nun wieder schön geredet wird. Schreiber sagt es ist „toll“. Jeder mit Geschmack sagt der Deutsche Beitrag ist kacke. Könnte von Ralph Siegel sein. Die Deutsche ESC-Community sollte sich nicht von Schreiber abspeisen lassen wie mit „ich kann ihren Gedanken gerade nicht folgen“… Deutschland ist nen großes Land mit einer wirklich guten Musikszene. Auch in Deutscher Sprache übrigens. Deutsch ist ja keine Schande als Sprache. Ich denke nicht, das die spanische, die französische, die italienische Sprache sehr viel schöner sind. Aber diese Länder singen in ihrer Landessprache . Dort ist das selbstverständlich. Deutschland sollte da auch mal wieder viel mehr Selbstvertrauen haben. Deutsch ist ne schöne Sprache. Deutschland muss sind nicht immer in das Englische flüchten. Allerdings liegt das auch an der Politik in Deutschland. Eine CDU, eine SPD, die die eigene Kultur eher nieder macht und sie „verbunten“ möchte… von den Grünen gar nicht zu sprechen (Deutschland ist Scheisse!)… wenn wir nicht mal mehr selber zu unserer Sprache stehen. Wie sollen es andere machen? Und nein, ich bin kein AfD-Anhänger. Ganz im Gegenteil… aber leider macht der NDR Politik. Eine ziemlich schlechte. Nen Me-Too-Concept-Song… man will es nicht mehr hören.

    Deutschland ist ein großartiges Land Ein sehr großes, das größte der EU. Wir sollten auf Deutsch singen. Wir dürfen viel mehr Selbstvertrauen haben. Adolf Hitler ist nicht Deutschland und auch nicht die Scheiße, die er gebaut hat.

    Wenn man sich mal die „großen“ beim ESC ansieht. Das UK, Spanien, Italien, Frankreich… alle singen in Landessprache.

    Mein spanischer Mann (damit sollte jegliche Nähe zur AfD danieder sein, die mir gerne unterstellt wird) fragt mich immer warum Deutschland nicht in seiner sehr schönen Sprache singt?

    Keine Ahnung warum nicht.

    • Ich antworte ihm dann immer „Deutsch ist die Nazi-Sprache“… nur aus Ironie natürlich. So lange aber sogar unsere Regierung meint, das wir Nazi-Deutschland sind, und wir auf unsere Werte und Traditionen nicht mehr stolz sein dürfen… weil sie halt Deutsch und damit per Se schlecht sind.

      Ich will hier keine politische Diskussion anzetteln. Jeder soll das wählen, was er für richtig hält. Und ich akzeptiere auch jede Meinung. Tue ich.

      Aber wenn mein spanischer Ehemann mich schon fragt, warum die Deutschen nur in unendlichem Schuldgefühl leben, wegen Adolf….

      Er hat Recht. Die Zeit ist einfach vorbei.

      Wenn ich mir eine Partei für Deutschland basteln könnte. Dann hätte ich gerne eine liberale und sehr Pro-Europäische Partei, aber auch eine, die patriotisch ist. Die auch das Deutsche nicht unter den Scheffel stellt. Denn wir sind Deutsche, wir haben unsere Kultur. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich bin stolz auf Deutschland, auf unser Land, auf unsere Sprache, auf unsere Kultur.

      Sorry für diesen – unnötigen – Ausflug.. habt euch lieb uns streitet euch nicht zu sehr.

      Mag euch alle, auch wenn wir nicht einer Meinung sind. Denn ich finde Meinungsfreiheit ist das höchste Gut was es gibt.

      Egal ob die Meinung von den Grünen oder der AfD kommt. Beides ist zumindest zu respektieren. Diese ganze „Links-Rechts“ Diskussion gibt es eh nur noch in Deutschland und diese ist total bescheuert.

      Viele Herzchen an euch.

      • @Cedric War das Ironie? Heutzutage im Internet ist das ja nicht immer klar ersichtlich. Der Kommentar von Meckie widerspricht ja absolut der Ideologie des dritten Reiches. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass heutige Neozazis für ein liberales und freies Europa plädieren.

      • „Mein spanischer Mann“ scheint das neue Äquivalent von „some of my best friends are black“ zu sein.

      • Der Schwule, der schwarze Freund und der spanische Mann kennen sich sicher alle in dem Parallel-Universuzm, in dem sie leben.

      • Vielleicht sollte man mit solchen Unterstellungen etwas vorsichtiger sein. Ausserdem glaube ich nicht, dass Meckie irgend etwas mit der rechten Ecke zu tun hat.

      • @Benny: ich finde, mache Kommentare kann man auch einfach löschen, wenn sie der Netiquette nicht ensprechen…

  2. @Meckie: Wie waren die Wettquoten von Michael Schulte zum selben Zeitpunkt im letzten Jahr? Und negative Kommentare bei Youtube kriegt man ja schon, wenn man sich dabei abbfilmt wie man in der Nase bohrt. Die sagen nix über das Endergebniss aus. Über das andere Geschwurbel sage ich lieber nix. Nur in einem stimme ich dir zu: Es hätte der VE bestimmt nicht geschadet, wenn ein Song wenigstens in Deutsch gewesen wäre. Und das wünsche ich mir auch für nächstes Jahr.

  3. @ GEF

    Natürlich war YLMWA alles andere als kantig, aber eben authentisch. Nur läuft Deutschland immer wieder nur in die gleiche Falle, die Erfolge mit ähnlichen Mustern wiederholen zu wollen und das geht in der Regel immer schief. Jetzt geht es statt mit Mut voran wieder mindestens zwei Schritte zurück…

    Uiuiui, da ist ja einiges los….

    Ich finde es daneben, wenn man in die rechte Ecke geschoben wird, nur weil man sich für die deutsche Sprache begeistern kann. Da muß ich Meckie mal in Schutz nehmen. Zumal die allergrößte Mehrheit der Künstler, die sich ihrer bedienen, alles andere als Afd-nah oder -verdächtig sind. Ich habe jetzt nur gerade keine Lust, sie alle aufzuzählen…..

    • Der Witz ist ja nur, dass überhaupt niemand irgendwen in irgendeine Ecke gestellt hat. Meckie hat das nur schon mal vorauseilend behauptet, ohne dass hier jemand etwas in diese Richtung gesagt hätte.

      • Na ja, durch die Kommentare im Laufe der Jahre kann man sich schon ein Bild mancher Kommentatoren ujd Blogger schaffen – Du süßes Hasi, Du ;-).

    • Die Begeisterung in seinem Post – wie in vielen vorherigen – ist ja nicht nur für die deutsche Sprache in der Musik.

  4. @ escfan05

    Da hast Du noch Conan Osiris in der Aufzählung vergessen…. Das sind alles Acts, die mich schlichtweg unterhalten und für die musikalische Vielfalt stehen. Den deutschen Beitrag finde ich halt nur belanglos und uninteressant….

  5. @ escfan05

    Ich kenne Deine Thesen, bla bla bla….Und hinterher ist dann Merkel oder sonst wer schuld, wenn es nicht funktioniert. Mir persönlich muß ein Song gefallen und wenn möglich noch lange Zeit über den ESC hinaus, das nennt sich „Nachhaltigkeit“. Wenn ein Erfolg dabei herausspringt, umso besser – wenn nicht, kann ich es auch verschmerzen. Wen interessiert noch Platz 17 von Joy Fleming beispielsweise ? Das ist ein zeitloser Klassiker.

  6. @ Meckie

    Dein Plädoyer zum Thema Landessprache bekommt von mir Applaus, absolut richtig !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  7. OK, mit „Stolz“ habe ich so meine Probleme. „Stolz“ kann man meines Erachtens nur auf das sein, woran man selbst Anteil hat und beigetragen hat und betrifft das ganz andere Dinge. Ist aber eine ganz andere Diskussion, die hier den Rahmen sprengen würde und fehl am Platze wäre.

    @ Cedric

    Sorry, das war unterste Schublade. Geht gar nicht !

  8. @Mariposa
    Schön zu lesen, dass es hier noch einen kritischen Geist gibt, der nicht jede NDR-Kommunikation als die absolute Offenbarung hinnimmt und sich eine eigene Meinung zu dem Thema bildet.

  9. @Mariposa: Wenn du sagst, der deutsche Song gefällt mir nicht, dann kann ich damit leben. Was mir absolut auf den Sack geht, wenn hier Leute irgendwelche Verschwörungstheorien gegenüber dem NDR aufstellen. Sisters haben gewonnen, Punkt. Sie vertreten Deutschland. Punkt. Muss einem nicht gefallen, ist aber so. Ich drücke den Mädels alle Daumen die ich habe. Und mir gefällt der Song. Ebenso stimme ich Meckie zu, das es nicht geschadet hätte, wenn wenigstens ein Song in Deutsch gewesen wäre. Mein Aufruf an Herr Schreiber ist: Sorgen sie dafür das wenigstens ein Song in der VE nächstes Jahr in Deutsch ist. Ob er dann zum ESC fährt entscheidet sich dann im Finale. Außerdem wünsche ich mir Vielfalt, Rocker, Rapper und Künstler die über 30 sind, habe ich vermisst. Deutschland hat so eine vielfältige Musikszene und die will ich auch bei der VE sehen. Ja und auch gerne den modernen Schlager a la Fischer und Vanessa May sind willkommen. Bin mir sicher, solche Lieder würden durchaus beim ESC ne Chance haben.

  10. Der Mann steigert sich wirklich von Jahr zu Jahr und läuft gerade zur Höchstform auf, kaum zu glauben. Bezieht sich aber leider nur auf den Balken vor der Birne und auf die artistische Glanzleistung, mit beiden Armen voran im Klo steckend sich noch dermaßen in die Tasche lügen zu können. Hut ab!
    Grande Finale der Aalwinderei dann am 18. Mai. Bis dahin wird weiter emsig am Persilschein gearbeitet.

  11. @Mariposa

    Na ja also ich glaube ja, dass diese Ehrlichkeit und Authenzität meiostens konstruiert ist. Manche machen das eben geschickter und andere weniger geschickt. Aber letztlich wird damit ja auch nur eine gewisse Erwartungshaltung des Zuschauers bedient. Und wir wollen ja auch nicht, dass Musiker immer nur über ein Thema singen, sondern sich auch in andere Leute reindenken und über verschiedene Themen singen können. Ich glaube nicht, dass jeder, der einen Lovesong komponiert, gerade Liebeskummer hatte. Insofern spielt man da natürlich auch immer eine Rolle, selbst wenn man den Song selbst geschrieben hat. Ein gute Komponist schafft es eben, eine gute Melodie zu schreiben und mit dem rechten Text zu versehen. Und letztlich läuft es beim ESC ja immer so, dass da eine gewissen Gruppe von Komponisten halb Europa mit Songs versorgt, die dann halbwegs gute Sänger(innen) auf der Bühne performen. Nur die Minderzahl der Songs wird von den Sänger(innen) selbst geschrieben.

    Ich stimme von daher schon zu, dass es in der Summe wieder mehr Echtheit und weniger Konzept und Kalkül geben sollte. Ich finde es dennoch unfair, dass jetzt primär an den S!STERS auszulassen, denn auch bei allen anderen Teilnehmern von ULFI gab es diese Authenzität ja nicht. Und allgemein vermisst man sie beim ESC, wenn man mal von den wenigen löblichen Ausnahmen Italien, Ungarn, Frankreich, Tschechien oder Belgien absieht.

  12. @ escfan05

    Das war mal wenigstens ein vernünftiger Beitrag von Dir, vielen Dank !
    Aber respektiere dann bitte auch, daß ich meinen Favoriten die Daumen halten werde und da gehört der deutsche Beitrag nunmal nicht dazu. Dabei hasse ich „Sister“ gar nicht mal – dazu ist mir das Liedchen viel zu belanglos…

  13. @ GEF

    Das hat sich geändert. Gut die Hälfte der Songs sind Eigenkompositionen. Soll ich sie mal aufzählen ?

    – Estland (mitkomponiert)
    – Finnland
    – Frankreich
    – Island
    – Italien
    – Lettland
    – Norwegen
    – Portugal
    – Rumänien (mitkomponiert)
    – Serbien
    – Slowenien
    – Tschechien
    – Ungarn

  14. @Mariposa,

    das ist eine löbliche Entwicklung. Ich denke aber auch nicht, dass man es grundsätzlich verdammen sollte, wenn Lieder für bestimmte Interepreten geschrieben werden. Ich bin ganz froh, dass Euphoria 2012 nicht von Thomas G:son gesungen wurde, sondern von Loreen. Auch unsere Lena oder Roman Lob hatten ja kein Eigenmaterial zum Besten gegeben und kamen bei Kritikern wie den Televotern gut an. Ein Mangel an Authenzität hat man Ihnen auch nicht unterstellt.

    Ich bin jetzt gar kein großer Fan von Sisters oder den beiden S!STERN. Mir fällt nur negativ auf, dass man vieles, was sonst akzeptiert ist (Songwritigprozess, Abstimmungsprozedere) jetzt bei diesen beiden kritisiert wird. Wenn Kritik, dann bitte grundsätzlich und nicht jetzt gerade, weil einem dieses eine Lied nicht gefällt.

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