Kommentar: Pfusch am Song. Oder: Wer hat Alys Lied so zerstört?

Sie ging als große (Fan-)Favoritin ins Rennen und erlebtes ein bitteres Erwachen: Aly Ryan konnte mit ihrem Beitrag „Wear Your Love“ bei Unser Lied für Israel die Erwartungen bei weitem nicht erfüllen. Letztlich sah sie nur die Eurovision Jury auf dem ersten Platz. Die ist einerseits danach ausgewählt wurden, den ESC-Geschmack am besten vorhersagen zu können. Gleichzeitig sind dort aber auch besonders viele Fans versammelt, die womöglich dem Aly-Hype aufgesessen waren.

Doch woran lag es, dass Aly die internationale Jury und die Fernsehzuschauer nicht überzeugen konnte?

Setzen wir voraus, dass man bei einem Finale mit sieben Acts durchaus auch von Startnummer 2 einen Sieg erringen kann (grundsätzlich belegen statistische Auswertungen für den ESC dasselbe, wiewohl eine spätere Platzierung einen kleinen Vorteil bringt).

Da wäre zum einen das Lied als solches. Ja, das polarisiert. Allerdings war es sofort der eindeutige Favorit in allen Fan-Umfragen in Deutschland als auch international. Einen Anteil daran mag die positive Berichterstattung von den Proben gehabt haben. Aber auch die Bilder (wie das Aufmacherfoto) sahen vielversprechend aus.

Dann kam der Auftritt – und zündete nicht. Der Auftakt des Beitrags war auch vom Publikum im Saal umjubelt und weckte sowohl musikalisch als auch von der Inszenierung her Interesse. Auch dass die erste Strophe weitgehend dunkel gehalten und die Sängerin nicht voll zu erkennen war, passte noch.

Doch dann ging das erste schief: selten wurde ein Trickkleid so dilettantisch abgelegt wie bei Aly Ryans Auftritt – und die Kamera hielt das alles in der Totalen fest. Da war kein Überraschungsmoment erkennbar, sondern der muffige Beigeschmack einer Talentebühne auf einem Volksfest. Die Schuld liegt dabei gar nicht an den Tänzerinnen, sondern einfach der Tatsache, dass die visuelle Umsetzung (lies: Kameraarbeit) keinen Aha-Effekt bot.

Danach kam sofort das nächste Problem – und damit war bereits abzusehen, dass Aly nicht würde siegen können. Die eigentlich gut gedachten Leuchteffekte schienen in keiner Weise mit Alys Tanz noch der Musik abgestimmt zu sein. Vielmehr wirkte es, als hätte sich eine bunt animierte Powerpoint-Präsentation verselbstständigt und wäre nicht mehr zu stoppen. Aly war gefühlt nie klar zu erkennen. Die Lichteffekte machten eher nervös, so dass man sich nach einer Zeit genervt abwandte.

Doch selbst damit war es noch nicht getan: Aly wollte passend zu ihrem dynamischen Song dynamisch wirken. Ihr Gang auf dem Laufband hat das nicht wirklich unterstrichen. Und ihre durchaus aktiven Tänzerinnen wurden nie separat eingefangen. Alle Last lag auf der Sängerin.

Damit kommen wir dann zum Kernproblem: der Kameraarbeit. Wohlwollend kann man hier attestieren, dass die groben und wirklich auch für die unmusikalischsten Menschen erkennbaren Tempowechsel des Songs für einen Schnitt der Kameraperspektive genutzt wurden. Kurze, die Dynamik unterstreichende Bilderabfolgen fehlten jedoch ebenso sowie unerwartete Großaufnahmen oder ein gezieltes Spiel der Sängerin mit der Kamera. Stattdessen Kamerafahrten wie bei den beliebtesten Zugstrecken Deutschlands. Was für vertane Chancen!

Ein Beispiel, wie man mit guter Kameraarbeit Dynamik erzeugen kann, auch ohne dass die Sängerin aus der Puste kommt: Iveta Mukuchyan – LoveWave (ESC 2016)

Um das vorwegzunehmen: Nein, ich könnte es nicht besser. Ich kann auch keine Wand vernünftig mauern. Ich sehe aber am Ergebnis, wenn da gepfuscht wurde. Und bei Aly wurde bei der Inszenierung und der Kameraarbeit geradezu fahrlässig gepfuscht. Wie im übrigen auch beim BB Thomaz, wo man am Ende von Glück reden konnte, dass die Dämonen überhaupt einmal vernünftig zu erkennen waren.

Und ja, auch die späteren Siegerinnen waren davon betroffen. Sie schafften es in ihren knapp drei Minuten kein einziges Mal in eine Kamera zu schauen und so den direkten Kontakt zu den Sisters zu Hause herzustellen. Bei allem Verständnis für die schwierigen Bedingungen für die beiden aufgrund der Krankheit von Carlotta, aber hier schien ja nicht mal eine Interaktion mit der Kamera geplant gewesen zu sein. Besonderes Highlight für alles Frisöre und Hinterkopfinteressierten (und gleichzeitig Tiefpunkt für jeden Showregisseur) ist die Stelle von 1:52 bis 1:56, wo von den Gesichtern der beiden Sängerinnen ungewollt gar nichts zu sehen ist.

Doch zurück zu Aly: Zumindest ein Teil der Schuld lag auch bei ihr bzw. dem Gesang, der gerade auch beim Refrain nicht immer sauber war. Die Lichteffekte waren willkürlich, verwirrend und am Ende nervend. Viel zu viel ist eben nicht immer besser als zu viel. Wirklich schade. Sie wäre die familienfreundlichere Variante dieses Musikstils beim ESC gewesen – im Gegensatz zu Maruv, die in der Ukraine mit ihrer Domina-Nummer gewählt wurde.

Und was lernen wir daraus für die S!sters und ihren Auftritt in Tel Aviv? Es braucht eine sinnvolle und kreative Choreografie, auf die die Kameraarbeit optimiert ist. Wir brauchen das Spiel der Sängerinnen mit der Kamera und persönliche Momente. Dynamik und Überraschung. All das ist möglich – und wurde auch schon in Duetten beim ESC auf u.a. deutschem Boden erfolgreich exerziert. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Verantwortliche von damals noch daran, welche Anweisungen es damals gab und wie die umgesetzt wurden. Dann kann wenigstens bei den beiden S!sters wiedergutgemacht werden, was man bei Aly & Co. beim Vorentscheid verpfuscht wurde.

PS: Nach dem Schreiben habe ich diese ebenso kompetente wie unterhaltsame Show-Kritik gelesen und freue mich, dass wir zum Teil sehr ähnliche Assoziationen hatten.



61 Kommentare

  1. Aly hatte am Schluss ein paar stimmlich schwache Passagen die dann dummerweise auch noch in der Wiederholung ständig gezeigt wurden. Außerdem war den Effekte mehr als störend weil man sie eigentlich den ganzen Song nicht wirklich gesehen hat außerdem war das Playback extrem nervig. Versteht mich nicht falsch Aly war meine Favoritin aber nach dem Auftritt hatte ich schon fast vermutet das es nicht reicht. Allerdings Sisters war dann doch mehr als ein Schlag ind Gesicht.

  2. Zuerst: Die Startreihenfolge spielt (zumindest beim deutschen Vorentscheid) eine sehr große Rolle, wenn mir das einer nicht glaubt, kann ich auch gerne nochmal meine Statistik posten.

    Ansonsten konnte man die himmelschreiende Inkompetenz des Filmteams selbst als Laie sehen. Als hat hier tatsächlich am meisten gelitten und zusammen mit der Startposition und dem schiefen Gesang viele Televoterstimmen verschenkt. Gesiegt hätte sie trotzdem nicht…..

  3. Ich ging unvoreingenommen in die Show am Freitag und mir hat Alys Inszenierung nicht so richtig gefallen. Die Lichteffekte waren viel zu heftig, das hätte man anders machen müssen.

    Letztes Jahr war die Kameraarbeit beim Vorentscheid besser als in diesem Jahr und der Autor hat schon aufgezeigt, an was es alles haperte und ich bin mir sicher, daß die Macher in Tel Aviv-Jaffa das anders und besser machen werden.

    • Letztes Jahr war das nicht wirklich besser. Spontan erinnere ich mich an Ryk und Ivy, bei deren musikalischen Höhepunkten eben nicht gleichzeitig auch der inszenatorische Höhepunkt (Entflammung das Hauses bzw das senkrecht ausgestreckte Bein der Tänzerin) eingefangen wurde.

  4. Unabhängig vom negativ ge-spinten Einspielfilm war die Performance natürlich objektiv eine Katastrophe. Leider hat der NDR allgemein anscheinend zwar ins Bühnenbild, aber nicht in Choreo oder Kameraführung investiert. Gottseidank haben wir ja mit „Komm zu mir“ trotzdem einen top-Beitrag!

  5. Alles 100% richtig beschrieben, wirklich ein Trauerspiel. Zu ergänzen wäre noch, dass es auch merkwürdig war, dass sich Aly überhaupt nicht richtig zu ihrem Song bewegt hat. Ein paar Dancemoves wären echt angebracht gewesen

  6. Da läßt der NDR 20 Europäer einfliegen, damit sie live in Berlin ihre Punkte vergeben könnten. Hier hätte man diese entstandenen Kosten für eine bessere Show hineinstecken können.

  7. alle acts hatten mit der kameraführung zu kämpfen, ich fragte mich ernsthaft welcher praktikant da ran durfte. inszenierungen waren überfrachtet, nicht durchdacht.aber ich war auch erschrocken als ich las, dass erst mittwoch die proben begannen. das aly keinen guten abend hatte steht dennoch außer frage..hatten die sisters auch nicht..insgesamt merkwürdige sendung die noch ein paar proben mehr gebraucht hätte ^^

  8. Was mich an dem Auftritt von Aly besonders störte war, dass sie am Ende stimmlich nochmal alles rausholen wollte. Das ging aber leider nicht ganz so gut und spätestens da habe ich sie als Siegerin abgeschrieben. Das muss man neben der miserablen Kameraarbeit und den Lichteffekten noch dazu sagen. Auch kam sie mir sichtlich nervös vor. Dafür gibt es dann leider auch nicht allzu viele Punkte von Jury und Zuschauern.

  9. Angeblich wollte Schreiber auf Biegen und Brechen Sister durchbringen. Aber ich frage mich dann warum? Weil Schreiber wird doch mitbekommen haben, dass Aly Ryan national und international sehr beliebt war und ihr gute Chancen beim ESC eingeräumt wurden. Also wenn Schreiber das Ergebnis hätte steuern können, warum hat er dann nicht Aly siegen lassen?!

    • Nun ja, die Frage ist auch irgendwie, warum Aly scheinbar national und international so beliebt war – wenn ich das richtig gelesen habe, hat ja anscheinend sogar WiWiblogs den Inhalt von EK übernommen… Frage an unsere beiden Blogger: Gab’s noch andere nicht-Feddersen-Berichterstatter beim VE? Ich habe den Eindruck, hier entstand ein Schneeballeffekt, der auf einer einzigen Quelle beruht – was eine interessante Case Study wäre.

    • wer weiß wieviel geld da an den NDR geflossen ist? kann mir gut vorstellen, dass ne Plattenfirma da dann vllt doch mehr mitzureden hat und die ihren Song/Interpreten durchboxen wollen.

  10. Sie selber. Gesanglich war das die schlechteste Leistung des Abends und die Inszenierung war doch sehr klischeehaft. Peinlich, dass das tolle Panel sie auf Platz 1 gesetzt hat. Zum Glück war auf die internationale Jury und das Televoting Verlass

  11. Favoritin? Ja, nicht böse gemeint, aber es war Euer Favoritin. Wir haben den Song nicht gehört, aber Eure begeisterten Kommentare gelesen. Deshalb war sie der Favorit. Ihr Gesang hat nicht überzeugt. Der Refrain klang wegen des Playbacks ordentlich. Die Downloadzahlen sind auch nicht so doll. Aly wäre es nicht gewesen. Lilly vielleicht. Oder hübsche Junge Linus. Aber die Sisters werden es super machen!

  12. Ich glaube, dass sie auch nicht besonders sympathisch rübergekommen ist. Sie hat während ihres Auftritts total unbeteiligt dreingeschaut. Ihre Bewegungen wirkten auch unnatürlich. Ich fand, dass sie großteils selbst Schuld an dem verpatzten Auftritt war. Dass der Panel so einen Auftritt mit 12 Punkten belohnt, spricht für dessen blinde Voreingenommenheit.

    • Unsympathisch haben Freunde von mir auch gesagt. Ich möchte ihre Ausstrahlung auch nicht wirklich. Und ich hatte so viel erwartet. Vielleicht war das auch das Problem.

  13. Na ja, der NDR ist ja noch im Lernprozess. Schritt 1 ist seit letztem Jahr gemeistert: Inszenierung. Schritt 2: Gute Kameraarbeit nicht nur beim ESC, sondern auch beim Vorentscheid, wird sicher auch noch kommen.

  14. Ich verstehe die Ansätze alle. Ich fand Alys Bühnenshow, die wenigen Bewegungen und so aber ganz gut. Im Nachhinein waren die Kamerafahrten überall schrecklich. Als studierter Medienwirt und Journalist, der sowas selbst beherrscht, war das eine Katastrophe. Bei S!sters hatte ich das Gefühl, nur deren Rücken zu sehen. Die Elemente die eingesetzt wurden, waren alle so dermaßen falsch. Wenn der NDR diese Hebebühne weglässt, machen sie alles richtig. Atmosphäre ist wichtig und die ist wirklich nirgends rübergekommen.

    Aly’s Scheitern ist dennoch auch ihrer Startplatzierung zu schulden. Sie war die eindeutige Favoritin. Da packt man so eine Dame nicht an 2. Das hätte kein anderer Broadcaster gemacht. Und die in den Wetten ganz hinten liegenden auf 7, die letzte Startnummer, der Gewinnerposition seit Jahren. Ich denke, da ist viel gemacht worden, um auch zu schaden, aber wir werden es nie erfahren. Schade um das grandiose Lied und eine gute Platzierung. Ich finde S!sters nicht schlecht, aber da gesagt wird, die Inszenierungen des Vorentscheids sollen so ähnlich sein wie in Tel Aviv, na holla. Viel Spaß! Das ist ein Chaos und passt NULL zum Song.

      • Bei Schulte war das aber trotzdem nur Feinschliff. Die S!sters können im Vergleich ja kaum auf der Drehbühne stehen ohne fast umzufallen, ist mir häufiger aufgefallen, dass Carlotte mehrmals mit ihrem Gleichgewicht kämpfen musste.

      • Sind ja noch über zwei Monate Zeit, täglich auf der Drehbühne zu üben. Oder die Drehbühne ganz zuhause zu lassen und sich nur die Kamera dann um die schreitenden Schwestern drehen zu lassen.

  15. Zunächst einmal finde ich den Artikel kritisch, er suggeriert eine Schuld bei Komponenten, die nicht in Alys Hand lagen, die Hauptgründe waren, weswegen sie nicht gewählt wurde. Mit mieser Kameraführung und schlechtem Ton hatten die anderen sechs (ja auch Schreibers Lieblinge) zu kämpfen. Wie im Artikel angedeutet war die gesangliche Leistung mies, das war nicht mal Castingshowniveau. Wenn man sich dann im Einspieler so unvorteilhaft präsentiert, hat man beim Televoter präsentiert, hat man keine Chance. Außerdem sind die Vergleiche mit den ukrainischen Songs vollkommen fehlerhaft, „Wear Your Love“ hat nichts mit „Shady Lady“ oder „Anti Crisis Girl“ gemein, mit dem „Sirensong“ nur die Bläser am Anfang. Der Song war einfach flach, nicht powervoll wie angekündigt. So sind die zwölf Punkte durchs Panel lachhaft bis traurig. Ich hätte liebend gerne einen Uptemposong nach Tel Aviv fahren sehen, aber gegen Maruv wären wir wirklich abgeschmiert, auch wenn die genauso wenig singen kann.

  16. Och Leutchen (langsam komme ich mir schon vor wie Matty, der auch zu allem was sagen muss), hätte es keine Inszenierung gegeben, dann wäre das Gemaule genau so groß. Der NDR hat nun mal seine Ressourcen und dafür gab es gute Ideen aber weniger gute Umsetzung und noch schlechtere Bildregie. Ich habe mich eine Woche lang von dem Blog fern gehalten um aus der Blase zu schlüpfen und fand den Titel trotzdem sehr gut zumindest für den ESC. Ich fand sogar nachher die Live-Präsentation besser als die Studioversion, weil der Refrain mehr Schmackes hatte. Es ist eine schnelle Elektropop Nummer (R&B sollten wir in den Staaten lassen), die vor allem durch den Beat wirkt, hier unterstützt durch das Bläser-Sample, ganz ähnlich zu der Ukraine, Das mit dem Trickkleid und den Leuchteffekten war doof, aber das war nicht das Problem, jeder wusste, dass das noch nicht fertig war. Die beiden Mädels auf der Drehscheibe werden so wohl auch nicht in Israel antreten. Ich war sehr froh, dass das Lied so früh kam, da wusste ich zu mindestens, der Vorentscheid wird kein Flop.
    Ein Problem ist scheinbar wirklich dass man gleichzeitiges Tanzen und Singen lernen muss. oder es wie die großen US-Stars machen, beim Tanzen Playback singen. Das Geschnaufe zum Ende des Liedes war nicht zu überhören, man müsste mal bei Loreen (oder Frau Fuego) anfragen, wie die das geschafft haben. Auch Lilly hatte das Problem, wie ich schon mal hier schrieb, als sie tanzte war der Gesang nicht wirklich gut.
    Vielleicht hatte Peter Urban recht, der meinte das ARD Publikum Freitag Abend ist nicht das, welches moderne Lieder wählt,

    • Also Frau Fuegos Stimme war doch auch mehr als dünn… aber eine bessere Kondition hatte sie auf jeden Fall. Wobei ich Alys entspannten Spaziergang und die paar Handposen jetzt auch nicht unbedingt als Tanzen bezeichnen würde.

  17. Eine Sache muss man noch zum Hype anmerken: Aly erfüllt komplett das Beuteschema der Hardcore-Bubble, nämlich sexy selbstbewusste Pop-Diva mit Uptempo-Disco-Song, außerdem aus einem Land, von dem man es gar nicht erwartet hätte. Dazu noch war die Stimmung eigentlich schon seit dem Workshop pro-Aly (und auch seit Januar latent anti-Sisters) und das hat sich dann gegenseitig ins Unermessliche potenziert.
    Die Kameraarbeit war den ganzen Abend über selbstverständlich unterirdisch und hat wohl auch seinen Teil zum Ergebnis beigetragen, aber mit etwas Abstand erscheint mir das Staging insgesamt weniger gelungen. Es gibt die Dynamik des Songs überhaupt nicht wieder, außer dem Trickkleid-Abwurf passiert in den drei Minuten nichts neues und die Bühne wirkt auch insgesamt zu leer. Man hätte sich besser am Musikvideo orientieren sollen.

  18. Mich hat das Testbild auf ihrem Körper abgelenkt und dann kam noch so eine Art Zielscheibe, wo ich nur sagte, das ist für Israel ungeeignet. Unglücklich war auch, dass die vier Solistinnen hintereinander kamen:
    1. BB
    2. Gregor
    3. Aly
    4. S!sters
    5. Makeda
    6. Linus
    7. Lilly

  19. Ich verstehe die Kritik am Panel nicht. Die sind die einzigen Menschen im Jury-konzept, die nach dem Großen und Ganzen bewerten. Die auch das Potenzial eines Songs berücksichtigen. Ja, die Performance von Aly war nicht besonders gut, aber das ist doch nichts was man nicht noch hätte ändern können. Und wenn zumindest eine Komponente des Systems so was auch berücksichtigt, finde ich daran nichts peinliches. Jedenfalls finde ich die Herangehensweise zielführender, als wenn zufällig irgendwelche ARD-Zuschauer, die vielleicht nicht mal alle Beiträge gesehen haben und beim ESC regelmäßig um 22 Uhr wegnicken für irgendjemanden voten.

    • Sie hätte halt zum VE mehr liefern müssen. Hat sie nicht. Da waren mindestens drei Acts vor ihr. Deshalb zu wenig Votes, Downloads, Views.

  20. Ich finde der Artikel bestätigt jetzt nur nochmal dass Sisters sehr wohl der verdiente Sieger sind, denn alle Acts hatten unter der mauen Kameraführung zu leiden. Das ist schon ein echts Armutszeugnis für den NDR, der ja nun immerhin seit 23 Jahren für den VE verantwortlich ist. Und Leute – mal so nebenbei erwähnt – ohne die Sisters hätten wir jetzt die öde Makeda-Nummer beim ESC!! Nochwas zu Aly – ich konnte den Hype für sie eh nicht nachvollziehen – und der Song geht einem doch spätestens nach dem 3 x hören schon gewaltig auf die Nerven. Und live war das ohnehin nix, auch wenn das Video dazu ganz passabel ist.

    • In Sachen Makeda stimme ich Dir zu. Ich war ziemlich erschrocken, dass sie so weit gekommen ist. Weil, so toll fand ich sie nun wirklich nicht, aber na gut, Geschmacksache. Auf mich wirkte sie extrem bieder und auch die Nummer mit dem Goldregen passte gar nicht zu ihr, fand ich auch schon extrem abgenutzt. Und nichts gegen Balladen, aber dann sollte die Melodie schon einigermassen eingängig sein. Mich hat sie damit nicht erreicht, aber evtl. mit einem anderen Song.

    • ich verstehe grundsätzlich deine argumentation. dennoch, aly hatte nunmal die eingängiste nummer, am auftritt hätte man natürlich massiv feilen müssen. und wenn dir der song nach 3x hören dann auf den senkel geht..egal, beim esc hört das gros der zuschauer den song ja nur einmal und den rerun, insofern versteh ich die leute die sagen, dass sister ein grower ist nicht wirklich..
      das grundlegende problem ist, dass ein „verdienter sieg“ eben auch ohne forcieren möglich sein muss, da hat der ndr den mädels keinen gefallen getan. wer soll denn zum nächsten vorentscheid noch antreten, wenn der nächste gewinnersong schon in schreibers schublade liegt?

  21. Generell finde ich, dass gerade im Eurovision-Fankreis schlicht und einfach Aly viel zu früh abgefeiert worden ist. Dieser Auftritt im reinen Vergleich zu dem Hype war ja kilometerweit auseinander. Ich hatte das Glück, mit zwei gewöhnlichen Nicht-Eurovision-Hardcorefans (okay, meine Eltern…), trotzdem aber auch zu den eher musikaffinen Menschen zählen. Bei denen hat Alys Lied/ihre Performance nicht gezündet, ebenso wenig bei mir, obwohl der Hype schon meine Erwartungen höher gelegt hatte. Das war zwar das einzigste Elektro-poppige unter all diesen Liedern, allerdings abgesehen vom Refrain ist ja absolut wenig mitreißend-tanzbares im Lied, das außer vom Refrain ziemlich verloren geht.
    Gerade bei dem Genre ist das aber ausschlaggebend (Euphoria, Shady Lady, anyone?). Außer irgendjemand möchte mir erklären, ob bei dem komischen trompenenesken Teilen eine Justyna Steczkowska-Gedächtniswindmühle von 1995 angemessen wäre. Die dazu fragwürdigen Effekte wie z.B. das nicht vom Bühnenbild verschwundene Trickkleid oder diese seltsame Anleuchtung, die auf Aly projiziert worden ist, sind doch nur „the cherry on the icing of the cake“. Deswegen kann ich nur zu gut verstehen, dass Aly bei der internationalen Jury wie beim Televoting nicht gerade abgeräumt hat, trotz dem Hype bei vielen in der Fanfamilie.

  22. Vielen Dank für die treffende Analyse. Am meisten hat mich die Lichtshow irritiert. Fand ich sehr schade, dass man ihr Gesicht kaum erkennen konnte. Der Song ist nach wie vor gut (meine Meinung). Und danach beurteile ich in erster Linie, da man ja ein Staging noch optimieren kann, den Song aber nur sehr bedingt.
    Aber ich kann schon verstehen, dass vielen der erste Gesamteindruck am wichtigsten ist. Bei den S!isters muss aber auch noch einiges getan werden, wurde ja auch schon richtigerweise erwähnt. Deren Auftritt fand ich noch um einiges schwächer als der von Aly. Fand, dass die Stimmen überhaupt nicht richtig harmoniert haben. Aber kann ja auch an Carlottas Krankheit gelegen haben und ist ja auch noch Zeit, die man zur Optimierung nutzen sollte. Ich wünsche den Mädels neben Glück und Spass auch eine gute Beratung bei der Umsetzung auf der Bühne.

  23. anbei etwas anschauungsmaterial aus der ukraine,wie man es auch machen könnte. 😀
    aber dafür haben wir nicht die eier – die nummer ist wirklich gut produziert.

    https://www.youtube.com/watch?v=CTwiB1uw9sQ

    alys lied hat auch keiner zerstört – das licht war ok und teil eines konzepts.
    das video ist sehr gelungen und hätte viel früher online gehen müssen.

  24. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat man bereits ab Dienstag und auf der Bühne ab Mittwoch geprobt, da frage ich mich echt wer bzw ob sich überhaupt jemand die Aufnahmen dieser Proben angeschaut hat… da fällt doch sofort auf, dass das nicht stimmig ist

    Dann wieso die pre-recorded Backingvocals? Geprobt wurde es doch (zumindest am Mittwoch) mit Backing Vocals, entweder man hat es nicht geschafft das sauber abzumischen und uns so vor noch schlimmeren bewahrt oder es scheint generell was nicht glatt gelaufen sein in den Proben… immerhin waren die Backgroundsänger ja schon vor Ort, haben sicher vorher geprobt und wurden womöglich bezahlt.

    Bei Linus haben ja am Freitag Abend auch die Tänzer gefehlt, auch hier erscheint mir kein Grund, immerhin wirkte der Auftritt ohne ziemlich leer

    • Denke, dass die Backings weggelassen wurden, weil sie einfach ein weiteres Problem waren. 7 Acts aus dem Nichts Fernsehtauglich zu machen ist nicht so einfach, bzw eine Frage des Geldes.. In Schweden werden die Künstler wohl schon fertig produziert angeboten und es ist eine beliebt Show, für die natürlich auch mehr Geld bereit steht. Der NDR hat realisiert, dass von Außen nichts kommt, und er alles selbst zahlen muss. Und dann schaut man eben was man mit dem vorhandenen Geld macht. Dieses Jahr wurde es eben für Berater ein unnützes Autorencamp ausgegeben und natürlich für die Juroren und das Panel.
      ich fand den Auftritt von Linus übrigens gelungen, gerade weil er nicht so perfekt war und deshalb gut zu ihm und seinem Alter passte. Auch wenn ich mit seiner Musik nichts anfangen kann, wäre auch er ein würdiger Vertreter des NDR geworden und hätte bestimmt bis zum Finale seine Dancemoves, die er im Video zeigt in den Auftritt eingebaut.

      • Mit dem Weglassen der Backings hat man sicherlich nichts gespart, da ja, wie gesagt, bereits mit diesen geprobt wurde und auch mit geplant wurde… Außerdem wird diese bestimmt nicht der NDR arrangieren
        Selbst Moldawien mit noch viel kleineren Budget schafft es Backings ordentlich abzumischen

        Irgendwas scheint da noch gewesen zu sein nach den Proben am Mittwoch, was evtl auch die schlechte Kameraführung erklären könnte oder warum die Interval Acts vollplayback gesungen haben

        Und zu Linus, wieso sollte man eine bereits einstudierte Choreo und auch hier bereits arrangierte Tänzer einfach so wieder rausnehmen?

  25. Schon mal überlegt dass der Song einfach nicht so gut ist und hier unnötig von Esc-Kompakt hochgepusht wurde?

    Die Downloadzahlen sind ebenfalls schwach, und das liegt ja dann nicht an der schwachen Kameraführung (die alle 7 Acts hatten).

  26. Nachdem ich die Lieder vorab gehört hatte war Aly meine absolute Favoritin, obwohl der Song besser produziert sein könnte, gefolgt Sisters und Lily. Alles weitere klang mir zu gewollt. Makeda und BB fand ich schlimm.
    Dann Auftritt am TV. Aly wirkte arrogant und kühl. Gut dachte ich, daran muss es nicht liegen. Aber dann wirkte alles etwas billig, unharmonisch und kam überhaupt nicht rüber. Ich wünschte sie mir trotzdem als Siegerin, weil ich dachte bis zum ESC wird es perfekt. DAS war der große Denkfehler. Zuschauer u Jury folgten nur dem was Sie sahen. Die Kameraarbeit war übrigens bei allen Auftritten schlecht. Fakt war auch das Sisters am besten gesungen haben und eine gewisse Dynamik rüber kam. Da dachte ich mir schon das wird eng.
    Jetzt ist es so wie es ist. Dieses Bashing auf den NDR und Schreiber nervt mich zusehens. Insgesamt finde ich die deutsche VE um längen besser als fast alles gesehene in diesem Jahr. Ich möchte diesen Job auch nicht machen solch eine Show auf die Beine zu Stellen. Es wird nur rumgejammer, kritisiert, unter der Gürtellinie kommentiert und gemotzt. Besserwisser, Schlaumeier und Pseudoprofis geben Ihren Senf dazu. Mich würde nicht wundern wenn ab nächstem Jahr intern entschieden wird, das ist kostengünstiger, nervenschonender, und wenn es glücklich läuft erfolgreicher. Aber das wäre ja für uns alle viel langweiliger, wir hätten viel weniger zu kommentieren…

  27. Mir ist die schlechte Kameraführung im Nachhinein bei Linus noch mal ganz krass aufgefallen. Der hat immerhin versucht auch mal mit der Kamera zu spielen, musste er bei seinem Song vielleicht auch mehr als die anderen. Wenn man drauf achtet, sieht man, wie er fast durchgehend versucht mal eine Kamera mit seinem Blick einzufangen, die Einstellung aber jedes Mal sofort wieder gewechselt hat als er gerade mal eine erwischt hatte. Aus der dann neuen Perspektive sah seine Körperhaltung (zb Richtung Boden gebeugt weil gerade da in eine Kamera singens) dann mehrmals unglücklich aus. Viel zu schnelle Wechsel also und keinerlei Eingehen auf das was der Künstler da gerade versuchte anzubieten. Wenn man im Vergleich Inszenierungen aus der Ukraine, vom Mello etc sieht.

  28. Dass man eine Halle nicht wochenlang blocken kann für Proben leuchtet einem ja ein – aber ein TV-Studio, das müsste doch machbar sein. Ich hab schon die letzten Jahr nicht verstanden, warum man für die ganzen Proben immer nur max 2 Tage ansetzt – vor allem dann wenn eh nur eine einzige VE-Show stattfindet. Vielleicht ist das schon mal der erste Ansatzpunkt fürs nächste Jahr, sich auch für die Proben deutlich mehr Zeit einzuräumen. So Dinge wie Tonabmischung, Kameraführung und Bildregie sollten bei einem so grossen Sender wie der ARD doch nun wirklich keinen Grund (mehr) zur Kritik liefern. Wieso kriegens denn die Schweden jedes Jahr so viel besser hin – und das jeweils über ganz 6 Shows?

    • Zwei Tage Probenzeit ist auch zu wenig! Besser wäre es gewesen, wenn die Proben statt am Mittwoch schon am Montag begonnen hätten, vor allem was die Kameraarbeit betrifft, um die Kandidaten auch richtig einzufangen.

  29. Ich hatte es schon mal gesagt: Aly war der FFF. Von vielen Fans hoch gefeiert und bei der bereiten Masse durchgefallen. Wird ja durch die unterschiedlichen Abstimmungen (Panel vs Telefonabstimmung/Jury) auch belegt. Die Downloadzahlen beweisen es ja ebenfalls.
    Ja, die Kameraarbeit war teils grottisch schlecht. Das trifft aber zum Großteil auf alle Teilnehmer zu. Das gilt für mich als Rechtfertigungsgrund nicht. Finde es unmöglich, dass man bei Sisters oftmals nur die Hinteransicht gesehen hat, für mich ein absolutes No Go.
    Die 3 Fehler bei Aly waren aus meiner Sicht auch:
    – zu statischer Auftritt
    – übertriebene Projektionen (wobei die Grundidee sehr gut war)
    – das Lied war zu flach, da wäre in der Komposition mehr drin gewesen (hatte häufig das Gefühl, dass da mit angezogener Handbremse komponiert wurde)
    Und der Gesang und die Ausstrahlung der Sängerin waren auch insgesamt nicht förderlich.

  30. Auch wenn Alys Performance oder sie selbst am Freitag nicht perfekt waren. Der Song auf der ESC-Bühne hätte Potential gehabt. Die Schuld liegt auch bei der ARD. Irgendwas ist schief gelaufen. Es wirkte auch, als ob das Laufband nicht richtig funktioniert hat. Und bitte das nächste Mal: Objektiv, neutrale Einspielfilmchen benutzen. Gut, die Zuschauer sollen die Künstler kennenlernen (was daran liegt, dass sie eben völlig größtenteils unbekannt sind), aber die sympathischsten Einspielfilmchen von Lilly among Clouds und S!stars zeigten sich auch am guten Televoting-Ergebnis. Unsympathisch kamen leider BB Thomaz und Aly Ryan rüber. Beide kamen auch am Bildschirm nicht gerade locker gelöst rüber. Waren bei BB Thomaz überhaupt Backing Singers on Stage, bei Linus Tänzer? Auf euren Fotos im Blog habe ich die nämlich gesehen. Die Kameraarbeit war wirklich schlimm, aber von der ARD keine Stellungnahme warum?

    • Natürlich. Der song ist der hammer aber sirkte und klang am TV grottig .Der zuschauer sieht nen grottigen song und kauft ihn natürlich nicht. Er geht nicht zu yt und sucht nochmal die Studioaufnahme und vergleicht.
      Der song ist durch, weil er schlecht wirkte.

  31. Ich stimme dem Artikel 100% zu. Mir persönlich hat Alys Lied beim ersten Hören sehr gut gefallen und ich dachte, mein hessisches homegirl (Bonuspunkt!) hat super Chancen. Aber an dem Auftritt hat von vorne bis hinten nichts gestimmt. Die Gründe wurden ja hier schon genannt. Ideen waren da, aber die Umsetzung war dilettantisch. Leider.
    Bei den Sisters gab es diesen Hype nicht, sie waren das einzige Duett, und die Startnummer tat das übrige. It is what it is. Jetzt nach vorne schauen.
    Ich denke das Lied hat ganz gute Chancen. Das dumpfe Gefühl, das ich bei Perfect Life oder Black Smoke hatte, hat sich nicht gemeldet 😉 Bin auch wirklich froh, dass es nicht Makeda geworden ist. Charismatische Frau, aber wie es jemand hier schon treffend nannte, wären wir mit dieser ‚Whitney-Gedächtnisnummer‘ nach Israel gefahren, dann wäre das am 18. Mai „The Day They Loved Us The Least“ geworden. Garantiert. Und wenn ich nochmal ein Lied von Demons, Monsters, oder Ghosts hören muss, dann schreie ich. Vielleicht mal was Neues einfallen lassen bei den Songschreibern. Irgendwann sind die ewig selben Englisch-Bausteine abgenutzt.

  32. sucht doch weiter das Haar in der Suppe. Andere versauen alles und wir plustern uns hier auf. Bewirbt Euch doch als Beleuchter und Kameramann und dann sehen wir mal was Ihr rausholt. Ach so geht ja nicht S!isters kommen ja aus dem Keller nicht mehr raus, bevor es los geht. …weil die Gesichter im Schatten untergegangen sind. Suchen wir weiter nach Fehlern der anderen, dass ist doch hier der Spass und immer schoen in die Tasten hauen, wir sind ja so wichtig.

  33. Am besten ist hier wirklich wie alle meinen Aly wäre der Sieg geklaut wurden durch schlechtes Staging, Startnummer, Kamerafahrten und ähnliches. Sie kam weder beim Televoting noch bei der relevanten Jury gut an. Wenn der Song so toll gewesen wäre wie hier alle behaupten wäre sie sicher nicht nur auf Platz 4 gelandet. Das Lied hatte es einfach nicht nötig „zerstört“ zu werden wie hier behauptet wurde. Es war von Anfang an zu schlecht um um den Sieg mitzukämpfen und daran ändern auch keine bunten Projektionen irgendwas

  34. Und an alle die hier so tun als wären die S!sters und der böse Schreiber Schuld: Selbst wenn die beiden nicht angetreten wäre eure Queen Aly nicht gefahren, da Makeda auf Platz 2 lag 😉 Und auch wenn Makeda nicht dabei gewesen wäre hättet ihr gemeckert weil eure heilige Aly es nichtmal auf Platz 3 geschafft hat

  35. Ich bin Kameramann, hier mal mein Senf dazu:

    – Bei allen Auftritte haben Bildregie und Kamera einen mittelmäßigen bis schlechten Job abgeliefert, ist mir jetzt besonders bei mehrmaligem Betrachten im Nachhinein bewusst geworden (Worst Case: BB Thomaz). Bei den von Brainpool produzierten VEs gab es dieses Problem NIE. Auch im letzten Jahr ist mir das schon aufgefallen. Kimmig Entertainment bekleckert sich da echt nicht mit Ruhm.

    Konkret auf Alys Auftritt bezogen:
    – Der Schnitttrhythmus unterstützt den Song überhaupt nicht. Es gibt so viele spielerische akustische Ebenen und Elemente, gerade in den Strophen, darauf wird gar keine Rücksicht genommen. Bestes Beispiel ist der „Trompeten“-Part. Gleich zu Beginn des Songs gibt es nur die Ranfahrt des Kamerakrans, anstatt nach Melodie/Takt die Perspektiven zu wechseln. Wäre gleich ein fetter Einstieg gewiesen. Ganz furchtbar finde ich den Trompetenteil nach dem ersten Refrain. Hier wird drei(!) mal hintereinander auf eine aufziehende Kamera geschnitten, da fehlt jeglicher Pepp oder irgendwas Interessantes. Ingesamt wirkt das alles sehr lieblos.

    – Die einzigen Kamerabewegungen die es zu geben scheint sind: Auf Alys Gesicht verdichten, von ihrem Gesicht aufziehen und eine Railcam-Fahrt von rechts nach links und zurück. Keine einzige Großaufnahme von den Tänzerinnen, die wirken in den Totalen immer verloren oder werden gerade in wichtigen Moment nicht gezeigt weil es stattdessen ein Close-Up von Aly gibt. Generell gibt es für meinen Geschmack zu viele Totalen, in denen man zwar viel Licht aber wenig vom Geschehen auf der Bühne sieht.

    – Es wurde erst gar nicht versucht den Kleiderwechsel mit einem Gesichts-Closeup oder einer weiten Totalen zu kaschieren, stattdessen zeigt man in voller Pracht und schön nah wie die Tänzerinnen Aly dabei assistieren, sie wirkt dabei sehr unbeholfen. Geht gar nicht!

    – Die Projektionen in der ersten Hälfte des Songs finde ich zu dunkel, das trägt noch dazu bei, das man die Tänzerinnen nicht wirklich wahrnimmt. Besonders in der zweiten Strophe mit diesen minimalistischen vertikalen Streifen. Erst als zum zweiten Refrain die Farben knallig werden gefällt mir die Optik richtig gut.

    Das krasse Gegenbeispiel, wie es richtig funktioniert, ist der Finalauftritt von Maruv im ukrainischen Finale. Man merkt, wie sich da im Vorfeld Gedanken für die optimale bildtechnische Inszenierung gemacht wurden…

    • Danke, Ger12Points, für diesen konstruktiven Beitrag!

      Ich hoffe sehr, dass Herr Schreiber, Herr Pellander, Herr Kiraly, Herr Alberti und die sonstigen Verantwortlichen bei Kimmig Entertainment diese Analyse lesen und etwas fürs nächste Jahr mitnehmen. Kamera und Regie waren dieses Jahr (einmal mehr) unterdurchschnittlich. Schade, denn sonst war die Produktion (inkl. der unfassbar guten Bühne) qualitativ sehr hochwertig – vor UND hinter der Bühne!

    • Bildregie und Kameraarbeit war 2018 schon schlecht und wurde in diesem Jahr nochmals unterboten. Grausig. Funfact: der Warmupper sprach zu Beginn in der Halle von „Fachkräften am Kamerakran“. Davon war nicht viel zu merken. Im Gegenteil: dass Ding ruckelte nicht wenig bei Gregor und Aly.
      Aber auch die Lichtregie hat mich nicht überzeugt: was vielleicht düster und mystisch wirken sollte, wirkte einfach nur lieblos ausgeleuchtet.

      Das betraf zwar fast alle Acts aber passt ja trotzdem zum Thema des Artikels.

  36. Also einerseits finde ich es ja alles hier höchst interessant, dass hier jetzt schon Kameramänner alles analysieren. Das soll jetzt nicht lächerlich klingen. Ist wirklich interessant. Aber sollte man das ganze Thema jetzt nicht endlich mal beenden.
    Aly wäre es niemals geworden, trotz gutem Song. Makeda ist es Gott sei Dank nicht geworden. Lilly ist es leider nicht geworden.
    Die S!sters sind es geworden. Lasst uns das jetzt endlich akzeptieren, NDR,Schreiber, hin oder her.
    Egal. Wir unterstützen jetzt die Mädels und hoffen auf ein gutes Staging mit geigneten Kameramännern in Tel Aviv. Ich war auch drei Tage enttäuscht, aber jetzt muss es mal weitergehen.

    • „ … Wir unterstützen jetzt die Mädels … “ So ein Unfug.

      Warum sollte ich diese Mädels unterstützen? Etwa weil die Mädels das Land vertreten, dessen Pass ich habe? Mir geht es um meinen Musikgeschmack. Das Lied bzw. die Lieder, die mir gefallen, werde ich vor Ort unterstützen. Deutschland gehört mit der Entscheidung von Freitag Abend nicht dazu. Schade, aber so ist es nun mal.

      Ich lasse mich nicht im Geringsten in jegliche kollektiv nationalistische Unterstützerrolle drängen. Was ich allerdings nicht machen werde, ist, das Lied schlecht zu reden. Dafür finde ich es zu belanglos. Aber mir gefällt es etwas besser, als den Beitrag von 2018. Schulte’s Lied fand ich im vorigen Jahr schrecklich und habe es auch jedem erzählt, der es nicht hören wollte. Mich haben er und sein Lied nicht erreicht. Und so geht es mir auch in diesem Jahr.

      Ich werde in Israel das Land/die Länder unterstützen, das/die mir gefällt/gefallen. Und da liegen bereits jetzt schon mehrere Beiträge deutlich VOR diesem, Deutschland vertretenden, Lied.

      • Was soll daran nationalistisch sein, wenn man sich wenigstens loyal gegenüber den „S!sters“ zeigt? Boah, eigentlich habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr aufzuregen!
        Ganz ehrlich, es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, sich dort auf die Bühne zu stellen und vor einem Millionenpublikum zu singen. Das nötigt mir schon den allergrößten Respekt ab. Ich hätte diesen Mut nicht. Und dann hinterher im Greenroom zu sitzen, und mitzuerleben, wie man (vielleicht) punktemässig nach unten durchgereicht wird. Das gleicht doch einem Haifischbecken!

Schreibe eine Antwort zu Peter Philipp Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.