Kommentar: Unser Lied für Israel – Warum ich enttäuscht bin…

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Lange Jahre war die Songauswahl beim deutschen Finale nicht so gut wie in 2019. Gleich fünf der sieben zur Auswahl stehenden Titel hätte ich mir gut bis sehr gut für Tel Aviv vorstellen können. Gewonnen hat aber von Startnummer 7 mein Platz 7. Darf ich darüber enttäuscht sein? Ein gnadenlos subjektiver Kommentar von Peter.

Bildschirmfoto 2019-02-23 um 00.45.43„Leg Dich gehackt, Peter!“ Sowohl die internationale Jury (besetzt mit vielen meiner persönlichen musikalischen Ikonen wie Ruth Lorenzo, Magaret Berger und Johannes Strate) als auch die abstimmenden Fernsehzuschauer haben dem Siegertitel „Sister“ die Höchstpunktzahl gegeben, der damit unangefochten das deutsche ESC Finale gewonnen hat. Wer dennoch lamentiert, ist ein weinerlicher Spielverderber.

Ich akzeptiere die demokratische Entscheidung der TV-Zuschauer, die „Sister“ zu Deutschlands Favoriten wählten, mit welchem Abstand, das versuchen meine Bloggerkollegen gerade zu ermitteln, mutmaßlich war dieser deutlich…

Wer meine Bloggervergangenheit kennt, weiß, dass ich ein Befürworter der Stimmen bin, die dafür plädieren, dem Televoting (wieder) eine deutlich größere Bedeutung zu geben.

Es ist also so wie es ist. Trotzdem hat die von Benny beschriebene (vorsichtig formuliert) verhaltene Stimmung in der Halle auch mich nachhaltig* ergriffen – und das vor allem aus drei Gründen. (*Habe extra zweimal geschlafen vor diesem Kommentar!)

Startnummer 7

Anders als es Thomas Schreiber auf der Sieger-PK gesagt hat (hier im Wortlaut dokumentiert von Lars Peters), glaube ich sehr wohl, dass der letzte Startplatz den sympathischen Siegerinnen substanziell geholfen hat. Genauso wie ich glaube, dass die in der ESC Bubble als „Todesslot“ bezeichnete Startnummer 2 nicht hilfreich ist. Ich glaube, dass das unabhängig davon gilt, wie viele Startplätze es gibt, und die Statistik gibt mir recht („Hello Mello“).

Ich glaube, dass die Reihenfolge sogar bei nur zwei Startern wichtig ist, deshalb habe ich gebetsmühlenartig auf dem PRINZ-Blog (bei jeder sich bietenden Gelegenheit) dafür plädiert, dass die Startreihenfolge ausgelost gehört, um jedwede Diskussionen darüber im Kein zu ersticken.

Denn ich glaube, dass ALLES Dramaturgische eine Rolle spielt, wenn es um das Voting geht.

Auch dass S!sters als Duo neben sechs Solisten angetreten sind, dürfte für’s Voting relevant gewesen sein genauso wie die mitreißende MAZ mit Carlotta und Laurita (wobei ich die Einspieler diesmal durchgängig großartig und/oder voting-wirkungsvoll und viiiiiel besser als im 2018 fand). Diese beiden dramaturgische Elemente sind aber schwerer relativierbar, eine Startreihenfolge hingegen kann man auslosen.

Nominierung

Die anderen sechs Finalisten sind durch ein mehrstufiges komplexes Auswahlverfahren ermittelt worden. Aus 1.000 wurden 200 wurden 20 wurden 6 – die Logistik dahinter (die ich an dieser Stelle als bekannt voraussetze) ist gleichermaßen aufwändig wie fair.

Die letzten sechs wiederum, die bereits beim ESC-Workshop in Köln viel Energie, Zeit und Leidenschaft investiert haben, haben sich eine ganze Woche lang in Berlin mit gut zwei Dutzend international erfolgreichen Songwritern zusammengefunden und mit diesen quasi rund um die Uhr an ihrem persönlichen Song für Tel Aviv gearbeitet. I like.

Man hat das gespürt, finde ich, die sechs sind nämlich in dieser Zeit auch untereinander zusammengewachsen und das Ergebnis dieses Songfindungsprozesses war in Berlin (auch aber nicht nur im Greenroom) sichtbar und es war hörbar: Die Songauswahl für Tel Aviv war – wie anfangs beschrieben – sehr gut.

Aber für S!sters gilt das „aus 1.000 mach 6 für’s SWC“-Auswahlverfahren nicht. Dass „Sister“ nachträglich auch noch den Jurys zur „Freigabe“ vorgelegt wurde (neben weiteren Titeln), spielt dabei keine Rolle, das hebt den Song sogar noch in eine exponiertere Position. Meiner ganz subjektiven Meinung nach hat der NDR hier das (in 2018 sehr erfolgreiche) neue Auswahlverfahren, welches ich auf dem PRINZ-Blog oft und nachdrücklich gegen Kritik verteidigt habe, stark strapaziert, möglicherweise sogar verbogen.

Casting

In der Vergangenheit haben die NDR-Verantwortlichen häufig Wert auf die Feststellung gelegt, dass das deutsche Finale keine Casting-Show ist. Das ist es auch nach wie vor nicht, aber exklusiv bei „Sister“ fällt es mir schwer, Unterschiede zu klassischen Casting-Ritualen auszumachen.

In der MAZ erfahren wir, dass Carlotta und Laurita für „Sister“ rekrutiert wurden und im ESC-kompakt-Interview erfahren wir von der relativen Ferne der beiden von der ESC-Thematik.

Es ist vermutlich unerheblich und es mag kindisch klingen, aber für mich ist es relevant, ob sich ein Künstler im Vorfeld intensiver mit dem ESC auseinandergesetzt hat und ob jemand zum Beispiel – wie es Linus getan hat – Yohanna’s „Is It True“ als persönliches Lieblingslied nennt – eben kein Siegertitel, kein deutscher Song, sondern ein wahrer Kultklassiker, der – ich hab’es hier schon mal geschrieben – für den ESC steht wie Grace Kelly für den Glamour des Fürstentums Monaco.

Noch kindischer ist es vielleicht, wenn ich hier anmerke, dass mich der Bandname S!sters stört, eben weil es so synthetisch ist, das „i“ durch ein Ausrufezeichen zu ersetzen. Als hätte eine spezialisierte Markenfindungs-Agentur für Procter&Gamble den Namen für eine neue Seife erfunden.

Es ist so wie es ist!

„Leg‘ Dich gehackt, Peter!“ – „S!sters sind verdiente Siegerinnen!“ sagt Jan Feddersen auf Eurovision.de.  Sie sind „absolut glaubwürdige Sängerinnen für Deutschland“ ist ein korrespondierendes Interview mit NDR Unterhaltungschef Thomas Schreiber überschrieben.

Carlotta und Laurita liegen mit 30 von 36 möglichen Punkten nahe an der Bestmarke, die Michael Schulte in 2018 erreichen konnte, das solle uns allen Respekt abverlangen. Ich werde mir „Sister“ schönhören (gut geübte Praxis, hat sogar bei „Euro Neuro“ geklappt) und hier und woanders unterstützen. Denn „es ist wie es ist“, wie Tamara auf „Sixtus sagt miau“ pragmatisch schreibt.

Die Ausgelassenheit und authentische Freude von Carlotta und Laurita auf der Sieger-PK waren ansteckend und ich hoffe für die beiden persönlich und die gesamte deutsche Delegation sehr, dass wir mit „Sister“ an den Erfolg aus 2018 anknüpfen können. Der Song hat eine inspirierende Botschaft (wie Douze Points hier analysiert) und das derzeitige Wettbewerbsumfeld ist eher schwach (wobei das jedes Jahr irgendwie auch eine Stanze zum gegenwärtigen Saison-Zeitpunkt ist).  Anyway, das beides kombiniert mit der Ausstrahlungskraft der beiden sind schon einmal drei Pluspunkte.

Hinzu kommt, dass „Sister“ speziell für den ESC von einem erfahrenen erfolgsverwöhnten Songwriter-Team erschaffen wurde. Das ist dann ein vierter Pluspunkt und weiterer Grund, S!sters die Daumen zu drücken.

Bei allen anderen Acts möchte ich mich HERZLICH bedanken, dass sie beim deutschen Finale dabei waren. Ihr wart klasse. Ich hoffe (und bin überzeugt davon), dass Eure Teilnahme am deutschen Finale der größten Musikshow der Welt für Euch ein Entwicklungs- und Karriereschub ist und hoffe auch, dass der NDR Euch nicht aus den Augen verliert. „Wear Your (ESC) Love“, Ihr Lieben.

Allen #ULfI Beteiligten DANKE für eine gute und abwechselungsreiche Songauswahl, für eine (fast durchgängig) sympathische Inszenierung dieser Titel und ganz speziell DANKE an Barbara for „being there again“.

May The Force Be With You All!

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83 Kommentare

  1. Der beste Beitrag hat gewonnen
    Dieser Bush-Verschnitt war unterirdisch
    ebenso diese Zypernkopie. Die beiden Bürschchen, naja
    Bei den Dämonen fand ich das Rundherum gut

  2. ausschließlich für den ESC geschaffen wurde, Mekado lässt grüßen, das Lied wird außerhalb der ESC-Bühne keine Verwendung finden. Ich kann mir keinen Radioeinsatz vorstellen, denn es segelt an sämtlichen Radiowellen vorbei. In einem halben Jahr wird niemand außerhalb der ESC Bubble mehr von diesem Lied reden.

    • Wir haben wohl einfach Schreiber falsch verstehen wollen. Wir dachten das neue Konzept wäre dafür da um mehr Echtheit zu haben, also Künstler, die zu dem stehen was sie singen, oder sogar eigene Emotionen ausdrücken wollen, wie Michael letztes Jahr. Der NDR sieht es aber eher als Messinstrument ob etwas beim ESC ankommen könnte. Solange man keinen Star schicken kann oder ein gutes Lied findet, werden eben ESC-taugliche Songs im Camp produziert. Wir haben ja etwas die Schweiz belächelt, die das deutsche System ja genauso übernommen hat, Großer Aufwand mit Jury und Panel um ein Lied zu suchen um danach zu schauen, wer das singen kann.
      Also lag der Fehler bei uns, und daher ist dann auch mal Schluss mit dem Lamentieren.

  3. Ehrlich gesagt, fand ich die Songauswahl letztes Jahr besser als in diesem Jahr. Schade ist auch, daß es nur zwei männliche Teilnehmer am Vorentscheid gab. Für nächstes Jahr wünsche ich mir zehn Teilnehmer und mehr musikalische Vielfalt. Ungarn hat dafür das beste Beispiel geliefert.

  4. Sehr guter Kommentar, Peter! Danke dafür! Bringt gut auf den Punkt, was mich am meisten am Sieg der S!sters stört und auch warum man ihnen trotzdem die Daumen drücken sollte.

    Natürlich ist es eine Enttäuschung, wenn ausgerechnet der Platz 7 von 7 der persönlichen Bestenliste gewinnt. Das war bei mir genauso. Gerade dann muss man sich aber in Erinnerung rufen, dass alle 7 Acts dieses Jahr relativ stark waren.

    Viel Erfolg, S!sters!

  5. Auch wenn mir der Gewinner dieses Jahr nicht gefällt, hoffe ich, dass das Format so wie es ist (mit Verbesserungen und ohne Complete Acts) nächstes Jahr fortgeführt wird.

    • Das hoffe ich auch und hatte schon vorgeschlagen, daß nächstes Jahr zehn Kandidaten im Vorentscheid antreten und auch mindestens eine Gruppe dabei ist. Außerdem sollte dringend an der Kameraarbeit und Bildregie gearbeitet werden.

      Wie beim schwedischen Melodifestivalen auch sollte per Telefon, SMS und App abgestimmt werden und die Einspieler bei der Vorstellung der Kandidaten etwas kürzer gehalten werden.

  6. Ich habe den Eindruck, dass sehr viele (aber nicht alle) die die deutsche Vorentscheidung gesehen haben über unseren Beitrag enttäuscht sind und ihn nur deshalb als schlecht beurteilen, weil ihr Favorit nicht gewonnen hat. Die jenigen, die unsere Vorentscheidung nicht gesehen haben, beurteilen „Sister“ recht positiv.

    • Die wissen ja auch nicht, dass alle anderen 6 Acts einen aufwändigen Bewerbungsprozess durchlaufen mussten, der für den Output völlig umsonst war. Und wenn ich daran denke, dass Herr Schreiber einen zweiten Song in der Schublade liegen hat, für den sich 2019 noch keine Interpreten gefunden hatten, dann habe ich Angst um 2020. Soll er wenigstens ganz transparent eine Castingshow draus machen: „Unser Star für Laurells Lied“ oder so 😀

  7. Gut, dass du dir ein bisschen Zeit gelassen hast mit deinem Kommentar. Die heftigen Emotionen vom Freitag sind dadurch ein wenig abgemildert. Danke dir, ein würdiger Kommentar für den VE. Meine Enttäuschung ist auch ein wenig verflogen und wir sind wieder da angelangt, wo wir nach 2012 immer waren.
    Das recht aufwendige System der Sänger-und Songfindung für den deutschen VE kann sich in Luft aufgelösen. Es diente nur der Vernebelung der Fansicht, denn der normalen Zuschauer nahm es gar nicht wahr. Herr Schreiber wird für seinen Song aus der Schublade für 2020 schon einen Protagonisten finden.
    Einzig das 100-köpfige Eurovisionspanel hat ihre Arbeit wirklich gut gemacht und 6 durchaus interessante Sänger/innen gefunden und die Songs bewertet. Sie hatten aber auch die Chance, ihre Sichtweite zu schärfen, weil sie die Sänger/innen und Songs gut kannten. Natürlich nicht ahnend, dass die Liveproduktionen im TV nichts/kaum halten konnten, was die Songs im Vorfeld versprachen.
    Am meisten fiel das bei dem Auftritt von Aly auf. Da lief nichts mehr zusammen, was für die Vibes des Songs für das Fernsehen anhörenswert und sehenswert gewesen wäre.
    Ich will hier nichts wiederholen, was nicht schon kommentiert wurde. Nur noch ein Aspekt! Gerade der Anfang, der für den Song so wichtig ist, wurde durch das laute Publikumsklatschen und -rufen zerstört. Die dafür verantwortlichen Tonspuren kann man auch zurückregeln, ist ja keine Fussballübertragung. Dann reihte sich ein visuelles Desaster an das andere. Aly ist da am wenigsten was vorzuwerfen. Aber das ist nun Schnee von gestern. Ihr Video verströmt jedenfalls die im Fernsehen untergegangenen Vibes des Songs.

    Den S!sters wünsche jedenfalls für Tel Aviv alles Gute und eine schöne , spannende Zeit bis dahin.

    P.S.: @Peter, kannst du mir per E-Mail die Fotos von uns (die mit @Rainer1) von der Aftershowparty im „März“ per E-Mail senden. Ich würde mich sehr freuen.

  8. Wäre alles kein Thema, wenn S!sters genauso wie alle anderen das Prozedere durchlaufen hätte. Es wurde schon mehrfach diskutiert, muss es aber trotzdem noch einmal anprangern. Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Workshop-Teilnehmern, die ich alle als authentische Künstler einschätze, hinterher das ganze Verfahren auszuhebeln, ein Song aus der Schublade der Schweizer B-Ware zu nehmen und ein „künstliches“ Duo zusammenzuschustern, dieses zu pushen und auf den besten Startplatz zu setzen. Nicht das ich die beiden Mädels einzeln für sich als authentische Künstlerin abstreiten möchte, aber temporär für den ESC gebaute Gruppen finde ich nicht authentisch, sondern unehrlich. Siehe letztes Jahr Bulgarien, starker Song, aber die Gruppendynamik und Authentizität ist da wohl auf der Bühne flöten gegangen. Ich frage mich wie subtil Herr Schreiber S!sters der Jury vorgelegt hat. Das Jury-Ergebnis wundert mich sehr. Mit dem Song will man über ein pseudo konstruierte Message punkten, dass Lied an sich ist mittelmäßig. Schulte hatte ein Message und die war authentisch, S!sters singen nur was ihnen aufgedrückt worden ist, merkt Ihr den Unterschied? Auch ein ganz großer Bock, warum war Strate Mitglied der Jury? Wem ist das Detail entgangen, dass er gar nicht neutral sein kann? Die 12 Punkte von Strate waren sowas von absehbar.
    Ist doch toll wie sie auf der Bühne harmonisieren: https://www.youtube.com/watch?v=Py8OlepfTgI

    Wenn diese Fake Authentizität auf der Bühne in Tel Aviv funktionieren sollte, dann Respekt. Sie bleibt aber unehrlich und eigentlich müsste das Ding gegen die Wand fahren, was mir für die Mädels sehr leid tun würde, aber nicht für den NDR!
    Es gibt viele offene sehr kritische Fragen zu welchen sich der NDR demnächst stellen sollte. Ja man argumentiert S!sters haben Jury und Televotes gewonnen, aber gemäß der Zahl zu urteilen, dürfte es nicht schwer zu orakeln sein, dass der Gewinn aus der Fanbase von Carlotta hervorgeht, sie hatte die grösste „deutsche“ Fanbase. Wenn da jetzt ein paar tausend Fans 20 Votes abfeuern ist der Drops schnell gelutscht, weil sich der neutrale Zuschauer wohl kaum dazu mobilisieren lässt, wenn überhaupt, mehrere Anrufe zu tätigen. Das ist auch der Kern des Problems, es gibt zu wenig Zuschauer oder Televotes, als dass man ein Fanbase Voting völlig aushebeln könnte. Schulte war bekannt und hatte ein Basis, sonst hätte VoXXClub das Voting gewonnen. Man müsste quasi völlig unbekannte Künstler ohne grosse Fanbasis ins Rennen schicken, nur dann kann ein Televoting fair sein.
    Vielleicht könnte man das Televoting abschwächen, dass man wirklich nur eine Stimme hat (da geht natürlich Geld verloren, oh schreck), aber Milchmädchenrechnung: 1000 Fanbase Votes gegenüber 1000 neutrale Votes und nicht 1000×20 Fanbase gegenüber 1000×1 neutrale Kundschaft.

    • Ich stimme dir in deiner Meinung für dieses Jahr bei der Fanbase von Carlotta zu, sie hatte die vermutlich größte. Aber auch andere Castingshow-Teilnehmer haben einen gewissen Anteil an Fan-Anrufern gehabt. Nur halt nicht so viele.
      Allerdings möchte ich für das letzte Jahr widersprechen: Ich kenne keine genauen Zahlen, aber ich denke, dass VoXXclub eine größere Fanbase hat als Michael damals. Zumindest war er für mich unbekannter, habe nur zufällig noch die TVoG-Staffel geguckt, in der er dabei war und kannte daher seinen Namen. VoXXclub dagegen sind schon lange bekannt und hatten ein paar Lieder im Radio(die sich alle gleich anhören;))

    • Genau ! Wie ich aus absolut unzuverlässigen Quellen erfahren habe, wird der Song „Monozygotischer Zwilling“ von dem für den ESC gecasteten Duo „Monozygotische Zw!llingS (!)“ , bestehend aus Alice Nepper und Ellen Schlepper geborene Bauernfänger gesungen werden, nachdem das Lied vorher pro forma dem Liechtensteinischen Rundfunk angeboten worden ist.

      Bei 6 Konkurrenten wird das Lied die Startnummer 94 haben, damit gar nichts schiefgehen kann und in der Expertenjury wird manipulierend die Krankenschwester sitzen, die Alice und Ellen anno dazumal die Nabelschnur durchgeschnitten hat, während Freddy Quinn im Intervall-Act erzählt, dass die beiden ihm immer bei der Steuererklärung helfen

    • Also wird das Elend von 2020 bereits in diesem Jahr seinen Lauf nehmen, na supi. Schreiber findet ja auch „Sister“ absolut bombastisch. Gute Nacht, good old Germany.

  9. Klar darf man darüber enttäuscht sein. Aber dann darf ich auch schadenfroh sein, dass Aly verloren hat und für mich der richtige Song gewonnen hat 🙂
    Und lieber NDR, schafft bitte das Panel ab. Niemand braucht 100 Bubble Fans, die Fan Favorites die live schwach performen nach oben voten

    • Klar brauchen wir das Panel! Der Auftritt beim Vorentscheid ist doch nicht alles. Makeda hat brilliant gesungen, aber ihr Song ist durchschnittlich und unauffällig. Aly war live nicht stark, aber ihr Song hat Potenzial. Man kann Sachen noch optimieren. Man ist auch tagesform abhängig. Ich finde es äußerst wichtig, dass es im System auch Leute geben, die auf soetwas achten.

      Schreiber mag Recht haben, wenn er sagt, dass viele Leute den ESC-Song nur ein einziges Mal hören. Trotzdem finde ich, dass wir, wenn wir ihn aussuchen, uns ruhig auch ein bisschen länger mit dem Song beschäftigen sollten. Schauen sollten, was man noch verbessern kann (Staging, Live-Gesang, Lichteffekte…) und was man eben nicht mehr verbessern kann (Song an sich).

    • Dabei vergisst du aber, dass das „so unbrauchbare“ Panel mit dafür gesorgt hat, dass die beiden Sängerinnen und der Song „Sister“ überhaupt in die VE-Show gekommen sind! 😉
      Merkste was?!

  10. Bei Ghost wurde hier nicht so viel rumgeheult und der Song war deutlich! schwächer als Sister. Und auch damals gab es im VE bessere Songs.
    Wir haben einen Act gewählt und man kann darüber denken was man will. Aber irgendwann sollte man auch mal akzeptieren, dass sowohl Televoting als auch internationale Jurys diesen Song am besten fanden

    • Hach ja, wunderbar, wie subjektiv Musikgeschmack doch ist!

      Für mich ist Ghost deutlich stärker als Sister, und mE gab es in der 16er VE auch keinerlei Alternativen zu Jamie Lee. 🙂

      Ich freu mich für dich, dass unser Beitrag dir gefällt! Für mich (und einige andere) heißt es jetzt eben hoffen auf nächstes Jahr.

  11. Wenn das Eurovisions-Panel und das Song-Writer-Camp in den Augen des NDR keine geeigneten Kandidaten und Lieder hervorbringt, dann nominiert man eben einfach einen Song nach. Das wahrt die ESC-Tauglichkeit eines deutschen Beitrages und stellt eine Art Qualitätssicherung dar.
    Man hebelt zwar sein eigenes Konzept aus den Fugen und stößt allen anderen Beteiligten vor den Kopf, doch was nimmt man nicht alles für eine allein auf seine eigenen Spekulationen ruhende antizipierte gute Platzierung in Kauf.

    • Concept Song oder Song-Writing-Camp – beide Konzepte sind gangbare Wege für einen (deutschen) Vorentscheid. Beides mit einer jeweils eigenen Schwerpunktsetzung (Verarbeitung eines gesellschaftlich relevanten Themas vs. Authentizität der Künstler), beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile.

      Mir erschließt sich jedoch nicht, warum der NDR es für sinnvoll (und notwendig!) erachtet, beide Konzepte in einem Jahrgang miteinander vermengen zu müssen. So sind Irritationen auf Seiten der teilnehmenden Künstler, Fans, Presse und ggf. interessierten Zuschauer doch eigentlich vorprogrammiert.

  12. Danke für die gute Analyse, Peter. ich finde es super, dass es in der letzten Woche wieder einige Artikel mit Kommentar, Analyse, breiterer Perspektive gab und nicht „nur“ die reinen News-Artikel. Das hat für mich PB ausgemacht; schön, dass Ihr das auch hier aufgreift. Verbessert auch den Flow der Chats, da es so Themen gibt, wo man sich ev. auch länger austauschen möchte. Wenn – was ja gut ist – 6-8 Kurzmeldungen im Laufe des Tages eingestellt werden, kommt natürlich kein Flow auf, zumal man sich jedes Mal erst durch die Rankings der 5-8 Superfans kämpfen muss ;-).

    • +++zumal man sich jedes Mal erst durch die Rankings der 5-8 Superfans kämpfen muss ;-).+++

      nett gesagt, aber denke daran, wenn du hier wieder Privatgespräche führst…
      Man könnte ja feste Rubriken machen, einmal die neusten Wettquoten und dann noch die aktuellen Rankings der Leser.

  13. Ich muss aber auch sagen, da die Songs erst am VE-Tag veröffentlicht werden und die Zuschauer nicht schon vorher ihren Favoriten finden können, gehört am Tag des VE die Internationale Jury und das Panel ausgetauscht, damit auch die, wie die Zuschauer Unbefangen abstimmen können.

  14. Je mehr ich den Song höre desto mehr glaube ich daran dass wir meiner Meinung nach einen Jury-Top 10-Song hier haben. Wenn die Experten Jury im Durchschnitt Sisters die 12 geben sehe ich für die Jurys im Mai definitiv nicht schwarz.

    Wenn wir dann noch auf den Toy-Me2-Nachwirkungs-Hype durch das Song Thema aufspringen können sollte ein top 15-18 Platz bei den Zuschauern drin sein was in der Gesamtheit ein top 10-15 Platz grob ergeben würde

  15. Es ist auch gut das die Songs erst kurz vorher ( besser wäre noch erst zur Sendung) raus kommen. Wir sehen ja was es anrichtet. Wir/Ich/Alle sind einfach schon voreingenommen und festgelegt. Und dann ist die Entäuschung einfach größer.
    Dieses Jahr war es für mich aber nicht so schlimm wie 2015 ( Kümmert Katastrophe), 2016 ( Furchtbar langweiliger Song u peinliche Interpretin), 2017 ( 3 Interpreten singen ständig die selben langweiligen Lieder)….irgendwie verdrängt man diese schlimmen Erinnerungen😜

  16. Also wir standen ja während William und Anke unsere Punkte verkündet haben direkt hinter der aufgeklappten LED-Wand. Wir haben da gar nicht mitbekommen, dass die internationale Jury insgesamt 12 Punkte an Sisters vergeben haben. Man konnte hinten nichts hören! Daher war die Stimmung bei uns noch gut. Nach unseren Punkten haben die meisten noch nicht es geschafft, wieder rechtzeitig in unserem Studio zu sein (der Fußweg war lang) und erst als wir da angekommen sind, haben wir gesehen, was passiert ist! Wir sind die ganze Zeit nämlich ausgegangen, dass Aly Ryan gewinnt. Alle haben vorher auch diesen Song gesungen, gepfiffen und bei ihr gab es den meisten Applaus. Als wir dann in unserem Studio ankamen, sahen wir auf der Leinwand nur, dass die Sisters weinen und jubeln. Dann gab es eine Massenempörung und einen Schock! Alle haben geschrien! Später in der Aftershow-Party war die Stimmung gedrückt und es gab heftige Diskussionen und niemand konnte so richtig glauben, was passiert ist. Naja immerhin: Wir sind nicht schuldig für das, was passiert ist 🙂

    • @Ruhrpottler: Wurde das genaue Abstimmungsergebnis innerhalb des Eurovision-Panels bekanntgegeben? Also z. B. wie viele genau im Panel Aly auf 1 hatten usw.? Oder wurde es so zusammenaddiert wie bei der Internationalen Jury?

  17. Natürlich kann auch ich mit dem Song letzten Endes leben, sooo viel besser fand ich die anderen nun auch nicht. Aber es ärgert mich einfach, dass der NDR zum wiederholten Mal so fahrlässig mit seiner Glaubwürdigkeit spielt. Es gibt doch sowieso schon genug Verschwörungstheoretiker, GEZ-Verächter, Hater, die „Staatsfunk“ und „Lügenpresse“ rufen. Umso wichtiger ist es doch, wirklich jeden Anschein von Vorteilsnahme und Intransparenz zu vermeiden. Das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen, das ich vehement verteidige, hat hier einfach eine Verantwortung, durch solch seltsame Entscheidungen, die zumindest nicht koscher wirken, nicht für noch mehr Ablehnung zu sorgen.

  18. Ich verstehe nicht, warum das Panel nicht auch wenigstens einzeln ihre Punkte verkünden konnte (wenigstens 12 Punkte). Diese Ergebnisse sind alle sehr merkwürdig. Aber alle haben die gleiche Show gesehen? Dieses Jahr ist irgendwie seltsam. Und warum war dieser William von Wiwibloggs da? Hat der etwa auch mitvoten dürfen? Der bringt doch fast immer Pech, wenn er in der Vorentscheidung dabei ist. Warum war plötzlich Revolverheld-Frontsänger Johannes dabei in der Internationalen Jury, der ist doch aus Deutschland?

      • Zumindest die Verteilung kann man graphisch als Diagramm zeigen. Wer wie oft 12 Punkte gekriegt hat.

      • Ich hoffe, dass das noch nachgereicht wird. Im Grunde ist da ein Fehler in dem Wertungssystem. Bei der Jury ist es ok, die sollen ruhig nach dem 12/8/10 abstimmen. Nur sollte man dann auf das schwedische System wechseln (das ich mal Schweden lobe!). Also die Punkte addieren (wären 1040 Punkte gewesen) und die restlichen Votes im Verhältnis zur Prozentzahl des Ergebnisses hinzufügen, als jeweils auch 1040 Punkte. Es kann ja durchaus sein, dass Sister nicht nur die Jury nur knapp gewonnen hat, sondern auch das Televoting. Trotzdem bekam sie immer zwei Punkte und das sind ja 20% mehr als der Zweite. Wenn nur Aly das Panel deutlich gewonnen hat, dann kann es durchaus eine Verschiebung geben.
        Aber nur keine neue Verschwörung wittern, es ist einfach nicht durchdacht.

  19. „Hinzu kommt, dass „Sister“ speziell für den ESC von einem erfahrenen erfolgsverwöhnten Songwriter-Team erschaffen wurde.“

    Das Team hat am Tag, als der Song entstand, zum ersten Mal zusammengearbeitet. Laurell hat durchaus einige Erfoge vorzuweisen. Thomas Stengaard wurde erst nachträglich für den Feinschliff hinzugezogen. Aber bei Marine Kaltenbacher und Tom Oehler kann man kaum von „erfolgsverwöhnt“ sprechen – aber ich hoffe für die beiden, dass das noch kommt.

  20. „Der Produzent von „Sister“ (Thomas Stengaard, auch Songwriter bei Michael Schulte, aber auch bei „Wear Your Love“ von Aly Ryan) hat uns den Song dann in Deutschland im NDR Song Writing Camp vorgestellt. Die Kollegen fanden den Song großartig. Das Schweizer Fernsehen wurde offiziell gefragt, ob es für sie in Ordnung ist, wenn der Song als Teil unserer Concept-Songs in Deutschland in die Bewertungen durch die Jurys geschickt wird.“
    (https://www.eurovision.de/news/Interview-mit-Thomas-Schreiber-zum-ESC-Vorentscheid,interview3310.html)

    Nur nochmal zu Klärung woher der Song kam, müsst ihr Euch also bei Herr Stengaard bedanken.

    Man kann enttäuscht sein, keine Frage, man kann auch Entscheidungen hinterfragen, aber man kann den Bogen auch überspannen. Nochmals zur Erinnerung: Sister hat das Televoting gewonnen, wäre dem nicht so gewesen, könnte ich die Diskussionen ja wirklich noch verstehen, aber so dreht man sich einfach im Kreis.

    Zum Punkt Casting: Gerade das Auswahlverfahren von den S!sters, also zuerst Song und dann Künstler, widerspricht doch dem klassischen Casting-Konzept (erst Künstler, dann Song wie bei den anderen Beiträgen)? Den Punkt versteh ich nicht wirklich.
    Was ich an diesem Kommentar wirklich absolut unangemessen finde, ist der Sidekick mit Euro Neuro. Einen in gewisser Weise Troll-Act mit „Sister“ in einem Atemzug zu nennen, geht gar nicht. Schaut Euch mal die Reaction Videos auf YouTube an, da sind eigentlich alle positiv. Nur alle jene User, die sich vom Aly-Hype packen haben lassen, scheint die Enttäuschung/ Wut/ Unzufriedenheit auf die Bewertung von „Sister“ zu schlagen.

    Ich habe am Freitag selbst für Sister angerufen und nicht weil ich Startnummer 7 oder den Einspieler so toll fand, sondern weil mir der Song am besten gefallen hat und bei Makeda der Live-Auftritt, weshalb ich auch für sie in gleichen Maße angerufen habe. Am Ende gab es ein Ergebnis bei dem die hochgelobte Aly nun mal nur 4. wurde und das sollte man endlich akzeptieren. Das Ergebnis hätte sich auch ohne Johannes Strate nicht geändert.
    Statt über Alys Staging zu diskutieren, wäre es doch sinnvoller mal zu diskutieren wie man das Sister Staging für Tel Aviv verändern/ optimieren könnte oder nicht?

    • „Das Ergebnis hätte sich auch ohne Johannes Strate nicht geändert.“

      Das ist nur sekundär, es geht primär um die grundlegende Tatsache, dass hier einem Jury-Mitglied eine Verbindung zu dem Künstler nachzuweisen ist und nicht hätte als Jury-Mitglied eingesetzt werden dürfen. Das kann man doch nicht, wirklich objektiv betrachtet, nicht einfach so unter den Tisch kehren.

      • Streite ich nicht ab, aber ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass die internationale Jury schon vor der Zusammenstellung von S!ster feststand. Hätte man austauschen müssen, aber ändert trotzdem nichts an dem Endergebnis.

      • Es gab noch ein Jury-Mitglied das dem gleichen Plattenlabel angehört wie S!sters der Herr aus Österreich und er gab auch 12 Punkte.

    • Ich will es nochmal sagen – wie ist das telefonvoting demokratisch, wenn Lena, mit 2,5 Millionen followern ( esc affin ) für Laura heimlich Werbung macht? Sie hat während die leitungen offen waren gepostet – ‚also mein stylist ruft gerade für Laura an.‘ alle Follower von Lena kennen Laura auch, sie promotet sie öfter.

      Wenn nur 10% ihrer Follower 1 mal anrufen haben wir schon 250.000 Anrufe.
      Sie ist aufgetreten, deshalb haben viele ihrer Follower sicher die Show angeschaut haben.

      Bei insgesamt 300.000 anrufen insgesamt – kann das doch nicht erlaubt sein!?

      Und ist auch nicht demokratisch! wenn man das berücksichtigt hätte alles anders ausgehen können. Strate raus weil unfassbar befangen (hallo?),
      Da hätte Makeda da schonmal 12 Punkte gehabt, 10 vom Panel – sie wäre Klär vorne gewesen und hätte sich dann mit aly und mit Sisters um die publikumsstimmen ein Rennen geliefert. Dass vielleicht viel knapper gewesen wäre als es aussah.

      So halte ich das Publikumsvoting für stark unglaubwürdig und plädiere dafür es in derb Zukunft noch mehr zu reduzieren. Das macht mich einfach sauer!

      Die zwei Mädels können nichts dafür, das ist mir klar, sie sind nett, sympathisch, der Song ist auch schön – ich find die Story einfach ungerecht den Künstlern gegenüber.

  21. Noch eine Anmerkung:
    „Es ist vermutlich unerheblich und es mag kindisch klingen, aber für mich ist es relevant, ob sich ein Künstler im Vorfeld intensiver mit dem ESC auseinandergesetzt hat […]“

    Beide hatten sehr wohl schon Berührungspunkte mit dem ESC. Carlotta war bereits 2011 als 11-jährige bei einer dieser Countdown-Shows zum ESC 2011 dabei und hat dort Lenas „Taken By A Stranger“ zum besten gegeben und ist gegen Ina Müller bei einem ESC-Quiz angetreten… ist auf YouTube zu finden. Außerdem hat sie sich mit ihrer Band für den diesjährigen VE beworben.

    Laurita hatte sich letztes Jahr zusammen mit zwei anderen für den VE beworben und kam dort auf Platz 2 (noch vor Michael Schulte) bei der Vorbewertung, also beide kommen nicht von irgendwoher….

  22. Die ARD hat doch schon längst zugegeben, das Zuschauer (Stichwort Framing Manuel) indirekt beeinflusst werden sollen. Hat Freitag ja auch super funktioniert.

  23. Ich fass‘ das mal zusammen, um den Kopf freizukriegen:
    1. Der NDR hat sein eigenes System konterkariert und plant, für 2020 das gleiche zu machen.
    2. Es fanden nicht weg zu diskutierende Unregelmäßigkeiten auf verschiedenen Ebenen statt und die Verantwortlichen (und auch die ewigguten Jubel-Fans) möchten, dass man doch bitteschön sich dem Resultat beugen soll.
    3. Das hoch angepriesene Eurovision-Panel (Gradmesser für die Punkte aus dem Ausland) wird nachträglich diskreditiert, und dem deutschen TV-Publikum als „Bubble“ präsentiert.
    4. Das ganze Prozedere war also für die Katz.
    5. Wir sind wieder genau da, wo wir 2013-2017 waren. Herzlichen Glückwunsch!

    Was heißt das für mich: Ich als Fan würde hinters Licht geführt, war nur Mittel zum Zweck. ich sollte glauben, dass man ernsthaft an einer Veränderung/Verbesserung interessiert ist.
    So einfach, so subjektiv. Da hat der NDR in meinen Augen sämtlichen, mühsam aufgebauten Ansatz einer Nähe (= Vertrauen) zu den Fans gleich wieder mit dem eigenen Hinterteil eingerissen. Nennen wir es mal Vertrauensbruch, und das wird nicht heilen. Wie sagt man so schön: Ich bin nicht böse, nur sehr, sehr enttäuscht. Das bleibt.

    Lustig finde ich übrig, wie sich etliche das Ergebnisse schönreden, das hat fast schon etwas von Selbstkasteiung. Das passierte bei Ann-Sophie und Levina auf ziemlich identische Art und Weise. Ein gutes Omen für das Triple. Ich drücke die Daumen!

    • Nur mal kurz eingeworfen: „Wear Your Love“ wird übrigens auch über Universal vertrieben und hätte er Aly ganz oben gehabt, hätte sich wohl keiner beschwert; außerdem hatte Sasha Saedi letztes Jahr Universal-Produkt Natia auf dem vorletzten Platz 😉
      Der NDR steht auch in keinerlei Bringschuld und Fan Pleasing ist nicht seine Hauptaufgabe! Das ist aber ein allgemeines Problem von Online-Community-Kommunikation: Geht man zu sehr auf sie ein, glaubt sie irgendwann, dadurch ein allgemeines Mitspracherecht verliehen bekommen zu haben.

  24. Ja, sehe ich auch so. Ähnlich wie 2015-2017 wird sich das Ganze wieder schön geredet. Seit nicht zu sehr enttäuscht über den 25. Platz im Mai… könnt euch ja vom Schreiber trösten lassen.

  25. So richtig happy hat mich das am Freitag abend ja ehrlich gesagt auch nicht gemacht. Und Ratlosigkeit machte sich ebenfalls breit. Das dumpfe Gefühl, das da gerade irgendwas krumm gelaufen ist.

    Mir stößt in jedem Fall auch auf, das hier das klassische und eigentlich als so erfolgsbringend deklarierte Song-Writing Camp für Sisters offensichtlich mal grad so über den Haufen geworfen wurde. Die Erklärung von Hr. Schreiber auf Eurovision.de klärt da vielleicht ein wenig auf – dennoch hätte man auch mit den Ladies über dieses Instrument gehen können und es hätte vielleicht weniger Geschmäckle gehabt.

    Die Auslosung auf den letzten Startplatz für die beiden Sisters – wohingegen, Zufall oder nicht, die Favoriten, ob berechtigt oder nicht, auf dem so verschrieenen Todesslot 2 starten musste.

    Johannes Strate als einer der Juroren im Experten-Panel, der doch tatsächlich Mentor von Carlotta bei TVOGKids war. Auch hier ein fader Beigeschmack. Wären seine 12 Punkte an Sisters nicht gewesen sondern vielleicht nur 8 in deren Richtung geflossen, hätte es mit dem Sieg nämlich tatsächlich nicht geklappt. Man hätte doch genausogut Lena als Jurorin hernehmen können (oder war sie in der gleichen Staffel von TVOG ebenfalls Jurorin, keine Ahnung) – als ESC Expertin hätte sie sicherlich eher gelten können, als Johannes.

    Generell froh war und bin ich tatsächlich, das wir nicht von der 0/8/15 Ballade von Makeda vertreten werden. So hübsch das Mädel anzusehen ist und so toll sie auch singen kann – der Song war sowas von laaangweilig und altbacken – da hatte ich zwischenzeitlich tatsächlich Angst, das es auf diesen Titel als Siegersong rauslaufen könnte und DAS wäre für mich tatsächlich der megagau gewesen. Von daher ist immerhin dieser Kelch an uns vorübergegangen und das erleichtert zumindest mich.

    Ob meine Störgefühle dem Siegersong und Siegerduo gegenüber ähnlich stark gewesen wären, wenn all diese „Kleinigkeiten“ nicht gewesen wären, kann ich nichtmal sagen. Neutral betrachtet – schwer genug irgendwie – ist der Song und auch die Performance von den beiden Ladies ja garnicht so übel und auch nicht so unauffällig wie noch das Perfekte Leben von Levina. Und genau genommen hatte ich nach den sieben Titeln tatsächlich Schwierigkeiten, mir einen Titel auszusuchen, für den ich anrufen wollte. Vorab war der Ally Hype an mir nicht vorüber gegangen und ich fand das sowohl vom Titel als auch von der Show her schonmal was ganz anderes für Deutsche Verhältnisse. Aber richtig überzeugend war es eben leider nicht. Und dann blieb mir nurnoch, mich meinen drei Söhnen anzuschließen, die allesamt nach den Auftritten im Team Linus waren. Gregor hat leider stimmlich – sicherlich aufregungsbedingt – ziemlich viele Töne versemmelt, BB Thomas kam am TV irgendwie überhauptnicht stimmig rüber, Titel, Text und Show dazu hinteließen vorm TV nur Fragezeichen, Lilly ist mir tatsächlich einen Tick zu gewagt-experimentell gewesen, Makeda hat mich in den Schlaf gesungen. Und dann eben Sisters… hmmmpfff.

    So richtig kann ich nach wie vor nicht werten, wie ich das Ganze für mich jetzt nehmen soll. Die Betties haben uns schonmal von der 5 (nach Bekanntwerden der Songs) auf die 12 runtergesetzt. Alles irgendwie so Mittel, ,würd ich mal sagen. Begeisterung ist anders – aber das mit dem Schönhören und Schönreden kriegen wir in der Bubble ja meist ganz gut hin. 😉

  26. @Thomas M: Euro Neuro wird von mir wahrhaftig geliebt, das war NICHT so gemeint, wie´s bei Dir angekommen ist, der Titel ist weit vorne in meiner All Time ESC Top 20, Gott und alle meine Co-Blogger sind mein Zeuge, in Baku hab ich eigenen Hymnen auf Rambo Amadeus und seine Tänzer veröffentlicht. Ich finde, der Song ist Kult, Thomas Bernhard goes Eurovision Style.

  27. 1. Ich verstehe nicht, wieso wir hier die ganze Zeit von Aly als potentielle Siegerin reden. Denkt denn keiner an Lilly?
    2. Wenn Thomas Schreiber meint, dass er für 2020 einen extrem guten Song in der Schublade hat, dann wissen wir doch alle, was dass bedeutet und da sollten wir uns nicht freuen: Er will nächstes wieder das Konzept aushebeln, um uns dazu zu zwingen mittelmäßige Massenware zu schicken!
    3. Ich halte es für unmöglich, dass hier alle, die die Sisters extrem kritisieren als niemals beruhigbare Nörgler abgetan werden. Wir wurden betrogen (nicht um Aly sondern um einen authentischen Act) und dann möchte ich mich auch beschweren
    4. Ich weiß ja nicht, was hier die allgemein vorherschende Definition von „Kommt außerhalb der deutschen Bubble wirklich gut an“ ist, aber ich bisher noch niemand gesehen, der diesen Song richtig gut findet. Für viele ist der Song Song „Nett“ oder abwärts und in vielen Onlinelisten steht er um die 8-10 herum und das passt wie die Faust aufs Auge! Wir haben einen Song, der niemanden stört, aber auch niemanden dazu bringt, irgendwelche Gefühle für den Song zu bringen und das ist uns mit Ghost und Perfect life schon zweimal auf die Füße gefallen.

      • Jaja, ein paar Gegenbeispiele sind schnell gefunden…..
        Wenn man dagegen auf die Tipps von extrem vielen Usern schaut, Wird es schnell eng, so zum Beispiel bei der „My Eurovision Scoreboard App“, wo wir aktuell auf einem bei dieser Konkurrenz erbärmlichen elften Platz liegen.
        Auch in meinem halbESCaffinen Umfeld kommt der Song nicht wirklich an….

      • Naja. Bei meinem halbESCaffinen Umgebung kam der Song besser als Aly Ryans Song und deutlich besser als Lilly Among Clouds Song an. (Du willst nicht wissen, was ich mir bei Lillys Song anhören musste…)

    • @Lucius:zu Frage 1
      Doch, ich denke die ganze Zeit seit Freitag nur noch an lilly among clouds. Ich hätte nie gedacht, dass mal in einer deutschen VE Kate Bush Vibes aufkommen würden. Ich war absolut selig und ich trauere sehr darüber, dass Deutschland diese einmalige Chance hat verstreichen lassen. Ich sah in dieser Performance eine potentielle ESC-Gewinnerin, weil total authentisch, musikalisch und außergewöhnlich. Sie hat ihr Lied gelebt. Dieser Beitrag hätte auf jeden Fall polarisert. Ich kann verstehen, dass einige mit dem Lied und der Künstlerin nichts anfangen können, aber ich fand es großartig und neben mir wohl auch viele Zuschauer (Televoting 2. Platz). Das hat mir mal wieder gezeigt, dass oft das Publikum eher bereit ist, nicht nur Mainstream zu wählen und neue Pfade zu gehen, im Gegensatz zu den sogenannten Experten.

    • Leider haben die Top Intervall Acts das ganze Budget für ein professionelles Video gefressen aber zum Glück hat Herr Schreiber in einer Kiste noch ein tolles leuchtendes Dreieck gefunden daraus lässt sich doch bestimmt was zaubern…

  28. Ich muss wohl so eine Art toten Punkt überwunden haben oder so, aber ich mir Sisters gerade nochmal angehört und finde es plötzlich eigentlich ganz gut. Faszinierend, wie man sein eigenes Hirn austricksen kann.

  29. Meine Meinung zu dieser ganzen Thematik: Ich konnte den Vorentscheid nicht sehen, hab am nächsten Morgen danach den Gewinner erfahren und war geschockt. War ja auch auf dem Aly Zug.
    Wollte dann 3 Tage nichts mehr vom ESC 2019 wissen.
    Heute hab ich mir dann alle Liveauftritte angesehen und mit dem gewissen Abstand kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Ich hätte auch für Sisters oder Makeda angerufen.

  30. Vielen Dank für den Kommentar und ich kann die Enttäuschung auch gut nachvollziehen. Meine Favoriten waren „S!sters“ auch nicht. Aber ich möchte eigentlich nicht recht glauben, dass der NDR da großartig nachgeholfen hat. Startnummer 2 bei nur sieben Teilnehmern ist nun wahrlich kein „Todesslot“. Den Song von Aly hätte ich sehr gerne in Tel Aviv gehört, nicht aber diese merkwürdige Lichtshow. Die Zuschauer haben sich nun einmal für S!sters entschieden, dass musste ich auch erst einmal schlucken, obwohl ich viel lieber Lilly in Tel Aviv gesehen hätte. Sie war perfekt (Meine Meinung). Nun, ich hoffe, dass die beiden Damen die Nerven behalten und wünsche ihnen einen guten Auftritt und natürlich auch sonst alles Gute für den ESC.

  31. Wow, vielen lieben Dank fürs Erwähnen, lieber Peter! <3 Ansonsten vollste Zustimmung. Schauen wir mal, wie die beiden sich in Tel Aviv schlagen. Vielleicht erwärmen wir uns ja unterwegs alle noch für unseren Beitrag.

  32. Ich war auch sehr enttäuscht, allerdings darüber, dass Lilly nicht gewonnen hat. Das Ergebnis wäre wohl knapper gewesen, wenn S!sters nicht auf Position 7 gestartet wären, sondern auf 1 oder 2. Man muss zwar einräumen, dass Gregor und Aly wirklich schlecht gesungen haben. Aber auch die Kameraleute und die Bildregie waren zu Anfang grottenschlecht und groovten sich erst zu Ende etwas ein (auf sehr niedrigem Niveau bleibend). Auch der Sound war zum Ende hin besser.
    Und hätte man sich mit der Inszenierung bei Lilly genauso viel Mühe gegeben wie bei S!sters, wäre es ein knapperes Rennen geworden und Lilly hätte wohlmöglich die 12 Televoting Punkte bekommen.

    Aly hingegen hätte auch ein Startplatz 7 vermutlich nicht gerettet, was ich sehr schade finde. Zumal das Genre nun nach der Maruv Absage nun wieder freigeworden ist und das offizielle Video zu Song zeigt, wie gut das hätte inszeniert werden können. Wirklich schade; ein Dancefloorfiller weniger in diesem Jahr. Aber Aly wirkte zu wenig sympathisch und ihre Stimme hatte live einen gewissen Nerv-Faktor, der durch die Bildprojektionen eher unangenehm verstärkt wurde.

    Die Startreihenfolge hat aber auch noch einen anderen Aspekt als nur das unterschwellige Signal an Jury, Televoter, etc. das das der potentielle Winner sei. Nämlich das Thema Nervosität. Wer als letzter startet entwickelt über die Dauer des Abends eine gewisse Adrenalin-Gewöhnung und tritt in der Regel weniger nervös und souveräner auf, als die frühen Starter. Ich habe keine Ahnung, ob das biologisch fundiert ist aber es ist meine feste Überzeugung.

    Mein Fazit: es hat nichts mit Kreativität hinsichtlich Verschwörungstheorien zu tun, sondern mit simpler Beobachtungsgabe, zu erkennen, dass ein später Startplatz Vorteile hat und die größten Vorteile hat der letzte Startplatz, gerade bei so wenigen Startern (weil wenig Ermüdungserscheinungen beim Publikum/TV-Zuschauern). Hätte nicht J. Strate 12 Punkte an „Sister“ gegeben und/oder wäre S!sters z.B. schon an 2 oder 3 gestartet, wäre es wohl anders ausgegangen und Lilly würde nun Deutschland (würdiger?) in Israel repräsentieren.

    • Leider wäre nicht Lilly, sondern die Whitney-Gedächtnisnummer von Makeda dann die Gewinnerin gewesen. Immerhin ist dieser Kelch an uns vorüber gegangen.

  33. @ torsten308

    Ganz genau ! Gerade „polarisierende“ Acts sind doch auch beim ESC das Salz in der Suppe und es hat sich oft schon ausgezahlt. Aber in Deutschland gilt leider das Motto „Keine Experimente bitte“. Dann braucht man sich aber nicht zu beschweren, daß es international nicht funktioniert. Gilt allerdings für alle Big-5-Länder (mit Ausnahme Italiens).

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