Last-Minute-Entscheidungen & keine Transparenz: Österreichs Philip Piller kritisiert Kommunikation des SWR

Philip Piller im österreichischen Vorentscheid 2026 – Bild: ORF / ORF ON

Dass bei der deutschen Suche nach einem Beitrag für den Eurovision Song Contest 2026 vieles anders ablaufen würde, als in den Jahren zuvor, war absehbar. Mit dem SWR sollte ein neuer Rundfunksender innerhalb der ARD für die Auswahl des deutschen ESC-Acts verantwortlich sein, welcher die Dinge etwas anders anging, als der NDR. Das sorgte nicht bei allen für Zufriedenheit. Jetzt packt ein weiterer Künstler über die unglückliche SWR-Kommunikation gegenüber den Bewerber*innen aus.

Philip Piller für Deutschland? Das hätte dieses Jahr tatsächlich passieren können, denn der österreichische Musiker hat sich laut eigener Aussage auch beim deutschen verantwortlichen Sender, dem SWR, um eine ESC-Teilnahme bemüht. Dies hat bekanntlich nicht funktioniert und Philip war stattdessen bei Vienna Calling dabei, um für seine Heimat Österreich in Wien anzutreten.

Als er kürzlich Gast im Podcast Merci, Chérie war, kündigte Philip Piller an, gewisse Insider-Infos zum deutschen ESC-Vorentscheid auspacken zu wollen. So habe er sich bereits mit dem deutschen ESC-Team in Gesprächen zur Teilnahme an Das deutsche Finale 2026 befunden. Am Ende kam es dann aber anders, als erhofft.

Im Podcast erzählt Philip, dass er, neben zahlreichen anderen Acts, bereits die zweite Auswahlrunde erreicht hatte. Ganz kurz vor der finalen Auswahlphase sei ihm dann jedoch mitgeteilt worden, dass es nicht für einen Platz im Vorentscheid gereicht habe. Kurios: Laut dem Sänger habe er, wie auch viele weitere Bewerber*innen, erst am Tag vor der Verkündung der Acts der letzten Auswahlrunde erfahren, dass er nicht im deutschen Vorentscheid dabei sein werde:

„Ich habe mich für beide Länder beworben [Anm.: Für den jeweiligen ESC-Vorentscheid in Österreich und Deutschland] und hatte mit denen auch Gespräche und so. (…) Die haben, glaube ich, einen Tag bevor sie bekannt geben, wer das ist [Anm.: bevor die Teilnehmenden erfahren haben, ob sie Teil der letzten Auswahlphase sein werden], erst allen abgesagt per Mail und das war so eine Rundmail dann.

Also ich weiß nicht, was zur Hölle in der Redaktion (…) [Anm.: genauer Wortlaut unverständlich], aber das war die absurdeste Weise. Das habe ich noch nie erlebt! (…) For some reason muss da Last Minute relativ viel umgeworfen worden sein.“

Ob Philip Piller in Deutschland ebenfalls mit der Nummer „Das Leben ist Kunst“ (siehe oben) an den Start gegangen wäre, lässt der Musiker offen. Im österreichischen Vorentscheid belegte er mit dem Song den elften Platz. Wie berichtet, befand sich Philip auch im vergangengen Jahr im internen Rennen um das österreichische ESC-Ticket, welches JJ bekanntlich gewann.

Dass den Bewerber*innen des deutschen Vorentscheids erst sehr spät (oder auch gar nicht) abgesagt wurde, hört man nicht zum ersten Mal. Während die Band THE HIRSCH EFFEKT nie eine Rückmeldung auf ihre Einreichung erhalten haben soll, haben uns gegenüber auch Acts, die mit Nummern aus dem Berlin Song Fest im Rennen waren, bestätigt, erst sehr kurzfristig erfahren zu haben, nicht unter den neun Vorentscheid-Acts zu sein. Das gibt auch Philip Piller so wieder:

„Es war wirklich weird, weil ich kannte mehrere, die in dem Pool [Anm.: in der zweiten Phase des Bewerbungsprozesses für „Das deutsche Finale 2026″] drin waren – und wirklich mit bomben Songs auch – und das war irgendwie ganz strange am Schluss, weil sie haben irgendwie am Donnerstag die Mail [Anm.: bezüglich der Absage] geschickt und am Freitag oder Samstag oder so dann bekannt gegeben, wer es ist [Anm.: welche Acts in der letzten Auswahlphase dabei sind].

(…) Also ich vermute irgendwie, intern muss irgendwas komisch gelaufen sein. Das erklärt mir auch so ein bisschen die Auswahl der finalen Acts, to be honest.“

UPDATE: Auf ESC-kompakt-Anfrage erklärt Philip Piller seine Aussagen im Podcast genauer. So habe es nach der zweiten Runde noch eine allerletzte „Auswahlphase“ in Form eines Live-Castings (!) gegeben. Dieses hat in Berlin im Dezember stattgefunden und daran nahmen nur noch wenige Acts teil. Erst hier wurde dann die finale Auswahl für Das deutsche Finale 2026 ermittelt.

Das Datum für dieses Live-Casting kannte Philip bereits. Er und viele weitere Bewerber*innen, die noch im Rennen waren, warteten also sehnsüchtig auf detaillierte Informationen zu dem, was in Berlin auf sie zukommen wird. Erst einen Tag bevor das Live-Casting dann stattfand (!) gab es Absagen für diejenigen, die nicht mehr im Rennen waren. Gewissheit ob diese Bewerber*innen ihre Reise nach Berlin überhaupt planen sollen oder nicht, gab es also wirklich erst einen Tag zuvor! Am 15. Dezember, also wohl nur wenige Tage nach der SWR-Absage, wurde Philip für Österreichs Vorentscheid bestätigt.

Was sagst du zur undurchsichtigen Kommunikation des SWR? Denkst du, Philip Piller wäre eine gute Ergänzung im deutschen Vorentscheid gewesen? Lass uns gerne deine Meinung da.



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