
In Malta gipfelt eine ausgiebig zelebrierte Vorentscheidwoche heute Abend im Finale des „Malta Eurovision Song Contest 2024“. Vorgestern Abend folgte nach drei Sendungen mit Interviews und Behind-the-Scenes Clips der zwölf Acts die Premiere der Musikvideos (die Ihr unten in diesem Beitrag eingebaut findet). Und als weiteres Warm-Up-Programm durften die Finalistinnen und Finalisten bei der gestrigen Cover-Night einen Song ihrer Wahl darbieten.
Diese 12 Acts haben es aus den Halbfinals im vergangenen Oktober und November in das Finale geschafft und treten heute Abend in dieser Reihenfolge um das maltesische Ticket zum ESC 2024 in Malmö an:
1. Janvil – „Man“
Songwriter: Edward Abela, Ian Vella
2. Haley – „Tell Me That It’s Over“
Songwriter: Haley Azzopardi, Leire Gotxi Angel, Matthew James Borg, Sebastian Pritchard-James
3. Erba‘ – „Sirena“
Songwriter: Alexander Olsson, Audun Agnar Guldbrandsen, Erba‘, Maria Cachia Abdilla, Tom Hugo Hermansen
4. Nathan – „Ghost“
Songwriter: Alexander Olsson, Cyprian Cassar, Nathan Psaila, Tom Hugo Hermansen
5. Lisa Gauci – „Breathe“
Songwriter: Cyprian Cassar, Emil Calleja Bayliss, Patrik Jean, Petra Zammit
6. Sarah Bonnici – „Loop“
Songwriter: Kevin Lee, Leire Gotxi Angel, Michael Joe Cini, Sarah Bonnici, Sebastian Pritchard-James
7. Greta Tude – „Topic (Bla Bla)“
Songwriter: Antoine Farrugia, Cyprian Cassar, Matthew Mercieca, Patrik Jean
8. Miriana Conte – „Venom“
Songwriter: Daniel Borg, Matthew Mercieca, Miriana Conte
9. Ryan Hili – „Karma“
Songwriter: Andreas Lindbergh, Joy Deb, Linnea Deb
10. Gail Attard – „Wild Card“
Songwriter: Christina Magrin
11. Denise Mercieca – „Mara“
Songwriter: Denise Mercieca, Georgia Meek, Matteo Depares
12. Matt Blxck – „Banana“
Songwriter: Douglas Carr, Maria Broberg, Matthew Caruana, Oliver Fernström, Sean Banan
In der Show selbst werden Live-On-Tape-Auftritte der 12 Finalistinnen und Finalisten gezeigt. Auf dieser Grundlage küren eine Jury und das Publikum (voraussichtlich zu jeweils 50 Prozent) dann den Act, der für Malta zum ESC 2024 nach Malmö fährt.
Das heutige Finale des Malta Eurovision Song Contest 2024 startet um 21:00. Geplant ist die Show bis etwa 23:25 Uhr. Einen Livestream des Senders TVM findet Ihr hier sowie unten verlinkt. Wir werden die Show in diesem Live-Blog mitverfolgen. Vor, während und nach der Sendung könnt Ihr die Geschehnisse unter diesem Beitrag kommentieren.
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Als letzte Show startet am heutigen Abend der „Malta Eurovision Song Contest 2024“ und damit einen guten Abend zur rund zweienhalbstündigen Show. 12 Acts warten mit ihren Live-On-Tape-Performances. In wenigen Minuten beginnt dann an dieser Stelle der Live-Blog.
Vor einem recht unspektakulären Hintergrund weißer Stellwände beginnt das Finale des Malta Eurovision Song Contest 2024. Durch den Abend führt ein Moderatorenduo, deren Namen ich (soweit bekannt) noch nachliefere. Sie erklären im Interview mit dem Supervisor der Show (?) den Ablauf. Mal sehen, wie das hier weitergeht. Ohne TV-Studio fehlt hier schon etwas Vorentscheid-Feeling. Aber vielleicht kommt das noch. Nach und nach werden die 12 Acts bei den Moderatoren durchgeschleust und geben kurze Interviews.
Gut die Hälfte der Acts wurde nun von den Moderatoren interviewt. Es wird also noch ein paar Minuten dauern, bis die Show weitergeht.
Okay, die Interviews sind jetzt durch und es läuft ein neuer Countdown. Dann dürfte die Show also „richtig“ losgehen.
Mit der Eurovisionshymne geht es los! Wieder zwei Moderatoren auf der Bühne, aber das sind nicht dieselben wie vorhin. Aber immerhin befinden wir uns nun in einem richtigen Studio. Nach einem vergleichsweise kurzen Intro geht es los – davor ein obligatorischer Werbeeinspieler (ich warte schon auf Hamilton Travel).
Ohne Einspieler geht es dann auch direkt zur ersten Performance, Janvil macht den Auftakt.
1. Janvil – „Man“
Puh, schwierig… Janvil steht die ganze Performance über auf einem kleinen Podest und singt seinen Titel an einem roten LED-beleuchteten Mikrofonständer. Etwas „aus dem Nichts“ kommen dann nach dem zweiten Refrain zwei Tänzer von vorne zu ihm und geben dem Auftritt immerhin noch etwas Dynamik. Ansonsten ist da wenig, was nach drei Minuten hängen bleibt.
3 von 12 Punkten
2. Haley – „Tell Me That It’s Over“
Haley eröffnet in einem dunklen, atmosphärischen Bühnensetting und wird von einem Tänzerduo im Hintergrund begleitet. Gesanglich scheint sie auf der Höhe der Studioversion zu sein, auch die hohen Töne zum letzten Refrain hin gelingen ihr. Ein solider Auftritt, aber ohne wirkliche Emotionen auszulösen.
5 von 12 Punkten
3. Erba‘ – „Sirena“
Die vielfach gehandelte Gruppe Erba‘ bringt eine gewisse Bühnenpräsenz mit, keine Frage. Die Uptempo-Nummer braucht bei dieser Performance aber bis zum zweiten Refrain, um in die Gänge zu kommen. Dann liefert das Quartett eine einstudierte Choreographie. Damit kann man arbeiten. Und im heutigen Teilnehmerfeld könnten sie mit diesem Auftritt durchaus Siegchancen haben.
6 von 12 Punkten
4. Nathan – „Ghost“
Nathan beginnt seinen Auftritt ruhig, er hat ein weißes Outfit und startet sitzend/hockend vor einer weißen Anhöhe. Darauf befindet er sich dann auch den Großteil der Performance. Gesanglich ist das insgesamt in Ordnung, gleichwohl gegen Ende ein paar Töne nicht ganz sauber wirken. Passend neutral wie sein Outfit ist die gesamte Nummer aber recht unauffällig.
4 von 12 Punkten
Nun gibt eine Live(!)-Schalte in den Greenroom, wo die ersten vier Acts des Abends interviewt werden. Bevor es mit Lisa Gaucis Auftritt weitergeht, folgt eine fünfminütige Unterbrechung.
5. Lisa Gauci – „Breathe“
Die bislang vermutlich beste Gesangsleistung liefert Lisa Gauci. Ihr Song „Breathe“ ist eher mittelmäßig, der Auftritt so minimalistisch, dass es vielleicht sogar etwas mehr (visuelle) Unterstützung vertragen hätte. Durch die geschickte Belichtung und den angestrahlten Nebel nutzt sie die Bühne in dem schmalen Studio aber gut aus.
5 von 12 Punkten
6. Sarah Bonnici – „Loop“
Bei Sarah Bonnici kommt endlich etwas Bewegung. Mit den vier Tänzern liefert sie eine gut einstudierte und abwechslungsreiche Choregraphie. Der Song ist nicht sonderlich innovativ, aber auf einer größeren Bühne könnte sie für Stimmung sorgen. Die Dance-Break vor dem letzten Refrain gelingt ihr auch, erinnert insbesondere aufgrund des starken musikalischen Bruchs zum kontemporären Beat schon etwas an Chanel. Gesanglich liefert sie auch bei der Performance ordentlich ab.
6 von 12 Punkten
7. Greta Tude – „Topic (Bla Bla)“
Das waren drei unterhaltsame Minuten. Der Song wirkt ab der zweiten Strophe doch sehr unruhig, was durch die Choreographie und Outfitwechsel untermauert wird. Einsatz kann man hier zumindest nicht absprechen.
2 von 12 Punkten
8. Miriana Conte – „Venom“
Miriana bringt eine ordentliche Portion Ausstrahlung und Selbstvertrauen auf die Bühne. Mit den erst drei, dann fünf Tänzern liefert sie eine gute Show. Dem Song fehlt in den Strophen aber ein wenig der Spannungsbogen, da wird schon viel vom Refrain gezehrt.
5 von 12 Punkten
Es folgt eine weitere Schalte zu den Finalistinnen und Finalisten im Greenroom. Und wieder gibt es eine rund fünfminütige Unterbrechung.
9. Ryan Hili – „Karma“
Ryan Hili scheint ganz auf seine Stimmqualitäten zu setzen. Der Song hat einen klassischen Aufbau und ist handwerklich solide gemacht („Karma“ stammt unter anderem von Joy und Linnea Deb). Ansonsten passiert während der Performance recht wenig, das Bühnenbild ist insgesamt eher dunkel gehalten und durch die Lichteffekte fast nordisch.
5 von 12 Punkten
10. Gail Attard – „Wild Card“
Gail Attart scheint fast ein wenig ihrer eigenen Welt zu sein. Guter Gesang und überzeugende Livequalitäten, die in diesem Song aber komplett untergehen. Hätte man sie mit einem besseren Song gepaart, könnte daraus eine starke Ballade (oder sogar eine Uptempo-Nummer) werden. So ist es dann aber wohlwollend aufgrund ihrer starken Stimme „middle of the road“.
5 von 12 Punkten
11. Denise Mercieca – „Mara“
Schon das Opening lässt erahnen, dass man es hier mit einer guten Ladung Bühnenpräsenz zu tun hat. Und das Versprechen löst Denise Mercieca definitiv ein. Stimmlich ist das dann aber etwas dünn. Der Refrain wird im Prinzip nur durch die aufgenommen Vocaleffekte vom Band getragen.
4 von 12 Punkten
12. Matt Blxck – „Banana“
„Banana“ ist irgendwo zwischen Fremdschämen und Unterhaltung einzuordnen. Aber braucht es dann nochmal im Halbfinale? Malta würde damit sicher im Gedächtnis bleiben, aber wird das der Televoting-Erfolg für die kleine Insel? Hier geht es ganz klar um die Performance, und die ist in jedem Fall etwas, das im Schnelldurchlauf wiedererkannt wird. Ob mit guten oder schlechten Erinnerungen – das ist dann die Frage.
2 von 12 Punkten
Das waren dann alle 12 Acts. Wer wird aus dieser Auswahl nach Malmö fahren? Das meiste Potenzial haben wohl am ehesten Erba‘. Sarah Bonnicis Nummer könnte auch funktionieren, wenngleich sie nicht wirklich innovativ ist. Und mit Miriana Conte hätte Malta eine Performern mit viel Ausstrahlungskraft.
Die Entscheidung werden nun Jury und Publikum gleichermaßen fällen. Das Ergebnis sollte dann innerhalb der nächsten 30 Minuten verkündet werden. Es folgt zunächst aber eine weitere Werbeunterbrechung.
Die nächste Werbepause neigt sich dem Ende. Das dürften dann jetzt 15, wenn nicht 20 Minuten Werbeunterbrechung gewesen sein. Hoffen wir mal, dass es die letzte in der Show gewesen ist.
Nach der Unterbrechung folgt ein Schnelldurchlauf, der einmal mehr zusammenfasst, dass das musikalische Niveau nicht das höchste der Saison gewesen ist.
Nun darf die maltesische Teilnehmerin beim JESC 2023 in Nizza, Yulan, ihren Beitrag „Stronger“ performen. Sie wurde damit Zehnte, nur einen Platz hinter Fia für Deutschland. Ein weiterer Schnelldurchlauf darf danach nicht fehlen.
Das Votingfenster wurde jetzt geschlossen. Nochmal gibt es eine Unterbrechung, danach dann wohl das Ergebnis.
Nach 6:30 Minuten (!) Werbepause geht es wieder weiter. Aber noch kein Ergebnis in Sicht, dafür aber singende Moderatoren. Und weitere Interviews im Greenroom. Ob Malta wohl länger braucht als das Benidorm Fest in Spanien, das ja eine Stunde später begann?
Jetzt dürfen auch nochmal die letztjährigen ESC-Teilnehmer The Busker auf die Bühne. Nach ihrem längeren Auftritt gibt es wieder eine Unterbrechung. In Spanien unterdessen die Siegerehrung…
Kurzer Zwischenstand: Die Werbepause bei TVM dauert noch an. Den Rekord für die längste Unterbrechung heute Abend haben wir jedenfalls schon mal eingestellt. Hoffentlich haben die Televotingleitungen hier Stand gehalten…
Es geht weiter! Die Moderatoren sind zurück, haben sie ein Ergebnis? Ja, es gibt einen Umschlag und nun also die Verkündung.
Als Erstes werden wohl Awards vergeben. „Beste Newcomerin“ ist Lisa Gauci. Das „Beste Musikvideo“ geht an Greta Tude.
Jetzt geht es ins Juryvoting.
Die ersten beiden 12 Punkte gibt es für Sarah Bonnici.
Die nächsten 12 Punkte für Erba‘, die damit auf Platz 2 vorrücken.
Vom vierten Jurymitglied wiederum 12 Punkte für Sarah Bonnici.
Vom fünften Jurymitglied gibt es ebenfalls 12 Punkte für Sarah Bonnici – die damit das Juryvoting gewinnen dürfte.
So bekommt sie auch von Jurymitglied sechs 12 Punkte. Und schließlich vergibt das letzte Jurymitglied Sarah Bonnici. Sie hat damit 79 Punkte bekommen und liegt vor dem Televoting 25 Punkte vor den Zweitplatzierten Erba‘, dahinter Matt Blxck.
Weiter also mit dem Televoting.
Als Erstes die Punkte für die aktuell letztplatzierte Haley: 2 Punkte.
Für Nathan 8 Punkte.
Für Gail 3 Punkte vom Publikum.
Für Miriana Conte weitere 2 Punkt.
Für Janvil 5 Punkte.
Für Greta Tude gibt es 7 Punkte.
Denise bekommt weitere 9 Punkte.
Für Lisa Gauci gibt es 3 Punkte.
Nun die Punkte für Erba‘. Sie bekommen 9 Punkte.
Jetzt Matt Blxck. Er bekommt vom Publikum 29 Punkte.
Ryan Hili bekommt 17 Punkte.
Damit entscheidet es sich zwischen Sarah Bonnici und Matt Blxck. Sarah Bonnici braucht aber nur zwei Punkte, um zu gewinnen. Die Spannung hält sich da eigentlich in Grenzen.
23 Punkte reichen locker zum Sieg. Damit wird Sarah Bonnici Malta mit ihrem Song „Loop“ vertreten!
Damit ist auch der letzte Live-Blog an diesem langen Samstagabend zu Ende. Herzlichen Dank für alle, die hier reingeschaut und mitkommentiert haben. Habt noch einen schönen Abend!
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Naja, immerhin nicht die Bananen. Damit Gute Nacht und danke an Flo, dass er sich das im Ganzen angetan hat…
Hm, das war jetzt sehr Jury-lastig. Wo waren denn die ganzen Televoting-Punkte?
Da lagen die Wettquoten aber gewaltig daneben (zum Glück).
Televoting war doch da nur bei 20 %
Ja, so 406 zu 92 Punkten, wenn ich richtig gerechnet habe.
Janvil ganz am Ende der Show nochmal an der Grenze zur sexuellen Belästigung…
Schönes Schlussbild. Es scheinen ihr alle den Sieg zu gönnen.
Mit dem Siegerbeitrag kann man schon leben, man wird sich aber auch nicht lange daran erinnern. Mein Tipp: Mit einer guten Show ist das Finale drin. Und da dann ein Platz weit hinten.
in einer schwachen VE gewinnt der beste song.
Na da bin ich jetzt aber erleichtert, dass uns die Bananen in Malmö erspart bleiben (da waren die Jurys auch mal für was gut), Sarah geht vollkommen in Ordnung – dann kann ich gleich beruhigt ins Bett😉
kann es sein,daß die überraschungssiegerin am coverabend als vorletzte gesungen hat?
wenn ja,war das eine von zwei recht talentfreien acts beim livegesang.
das wäre ja starker tobak aber nicht mein problem und wieder lagen die buchmacher bei einem NF krass daneben – die goldene 🍌 war doch praktisch schon vergeben – woran lag’s? 😃
Die Wettquoten basieren bei vielen VEs nur auf einem oder zwei Anbietern, da ist die Vorhersage schon deutlich unsicherer als beim „richtigen“ ESC. Freuen wir uns doch, dass es zumindest in den Vorentscheidungen noch regelmäßig zu Überraschungen kommt! 😀