Martin Österdahl wird neuer Executive Supervisor des Eurovision Song Contest

Die ESC-Führung bleibt in skandinavischer Hand: der Schwede Martin Österdahl (Aufmacherfoto) wurde zum Executive Supervisor für den Eurovision Song Contest und den Junior Eurovision Song Contest ernannt. Er war ausführender Produzent des Eurovision Song Contest in den Jahren 2013 und 2016, als die Veranstaltung vom schwedischen EBU-Mitglied SVT in Malmö und Stockholm veranstaltet wurde. Außerdem war er zwischen 2012 und 2018 Mitglied der Reference Group, dem Präsidium des ESC.

Die Personalentscheidung traf der EBU-Mediendirektor Jean Philip De Tender zusammen mit dem Vorsitzenden der ESC-Reference Group, dem ZDF-Mann Dr. Frank Dieter Freiling.

„Martin ist der perfekte Kandidat, um die außergewöhnliche Arbeit von Jon Ola Sand im letzten Jahrzehnt fortzusetzen und weiter auszubauen“, sagte Jean Philip De Tender, Direktor der EBU für Medien. Er fuhr fort: „Der Eurovision Song Contest wurde unter der Führung von Jon Ola geändert und setzt neue Maßstäbe bei Weltklasse-Fernsehproduktionen. Martin ist ein großes kreatives Talent und verfügt über unschätzbare Erfahrung aus seiner Arbeit als Executive Producer von zwei außergewöhnlichen ESCs und zahlreichen anderen erfolgreichen Unterhaltungsshows. Er ist ein hervorragender Vorgesetzter und Geschichtenerzähler. Dies ist für uns von zentraler Bedeutung, um eng mit den EBU-Mitgliedern zusammenzuarbeiten und das weltweit größte Live-Musik-Event im nächsten Jahrzehnt und darüber hinaus zu entwickeln und auszubauen. “

Martin Österdahl wird die Nachfolge des Norwegers Jon Ola Sand antreten, der nach zehnjähriger Tätigkeit nach dem 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam zurücktritt. Österdahl wird Ende April 2020 mit der Arbeit am Eurovision Song Contest beginnen und unmittelbar nach dem diesjährigen Finale am 16. Mai die Position des Executive Supervisors übernehmen. Er wird auch den Junior Eurovision Song Contest leiten, der zum 18. Mal organisiert und voraussichtlich im November stattfinden wird.

Martin Österdahl: „Der Eurovision Song Contest ist das weltweit größte Live-Musik-Event und die am längsten laufende Show im Fernsehen. Die Fähigkeit, Menschen in ganz Europa und darüber hinaus zu unterhalten und zu vereinen, ist einzigartig und sollte niemals als selbstverständlich angesehen werden. Es ist mir eine große Ehre, die Möglichkeit zu haben, mich für die weitere Entwicklung und Beliebtheit in der Zukunft einzusetzen.“ Er fügte hinzu: „Ich freue mich darauf, im Mai in das Team in Genf einzusteigen, und kann es kaum erwarten, mit dem Start zu beginnen.“

Österdahl war zuvor Programmdirektor und Verantwortlicher für Unterhaltung und Sport beim schwedischen Sender SVT, wo er für viele ihrer erstklassigen Primetime-Shows sowie für die Betreuung von Live-Produktionen wie der Nobelpreisverleihung und der königlichen Hochzeit zwischen Kronprinzessin Victoria und Daniel 2010 verantwortlich war. Er verfügt über umfangreiche internationale Erfahrung in der Musik- und Medienbranche und hat auch in Großbritannien, Russland, den USA, Deutschland, den Niederlanden und Norwegen gearbeitet. Österdahl hat Romane geschrieben, die in zehn Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen Sachbüchern gehört Managementliteratur zur Projektleitung.

Photo Thomas Hanses

Jon Ola Sand (Foto oben) zu der Personalie: „Ich arbeite seit vielen Jahren an der Seite von Martin Österdahl. Zuerst beim Eurovision Song Contest 2013 und dann wieder 2016, aber auch in der ESC Reference Group, wo Martin sieben Jahre lang ein geschätztes Mitglied war. Ich bin zuversichtlich, dass die Zukunft des Eurovision Song Contest in sehr kompetenten Händen liegt und dass Martin der richtige Ansprechpartner ist, um diese unglaubliche Show auf die nächste Stufe zu heben.“ Jon Ola wird in seine Heimat Norwegen zurückkehren, um eine neue Rolle in der Zentrale des norwegischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK zu übernehmen.

Der Executive Supervisor des Eurovision Song Contest überwacht die Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung im Auftrag der EBU. Zusammen mit seinem Team ist er bzw. sie die Hauptansprechstelle für über 40 teilnehmende EBU-Mitglieder und in ihrem Namen für den Betrieb verantwortlich. Er bzw. sie stellt sicher, dass der Host Broadcaster den Song Contest jährlich gemäß den ESC-Regeln ausrichtet.


18 Kommentare

  1. Oje, die Schweden werden jetzt noch arroganter und haben bestimmt bei den Juries bei den nächsten ESCs, mindestens 200 Punkte sicher, selbst wenn sie singen „Hi, ich bin ein Billie-Regal.“

    • Genau Schreiber oder s!stärZ hätten den Job bekommen sollen; die haben sich wenigstens bewährt! Und wir hätten was für unsere TV-Gebühren!

    • Schwachsinn. Von 2003 bis 2010 war schon einmal ein Schwede Supervisor. Zwei Jahre davon waren mit Jurys, Ergebnis Schweden: Platz 21 und im Semi hängengeblieben. Die ganzen Top-Plätze und die zwei Siege fanden unter Sands, also norwegischer Ägide statt.

      Und selbst wenn sie immer 200 Jury-Punkte sicher hätten, hieße das auch nur: Es würde sich nichts ändern, denn Jury-Lieblinge sind sie jetzt auch schon. Ergo: Es macht keinen Unterschied, ob die Schweden selbst den Supervisor stellen oder nicht.

    • Da könnten „Fans“ aus anderen Ländern eher kritisch sein als ausgerechnet die Deutschen. Martin Österdahl hat eine deutschstämmige Frau und mit ihr 3 Kinder. 👋
      Er ist der Neutralität verpflichtet und in seinem Handeln immer sehr professionell.
      Seine Krimis habe ich übrigens gern gelesen. Er ist ein Profi mit zahlreichen Talenten. Ich freue mich über diesen Wechsel in der EBU.

    • Da wir vor Jan Ola Sand mit Svante Stockselius schon mal einen Schweden hatten hätte ich gerne jemanden aus einem anderen Land gehabt. Aber wenn er so kreativ ist und große Erfahrung hat ist es egal wo er her kommt. Ich wünsche ihm alles gute und viel Spaß. Möge er einen guten Job machen.

  2. Na ja. Dann gehts also die nächsten 10 jahre weiter wie bisher. Ich hätte nichts gegen ein bisschen neues blut gehabt, zum beispel aus dem osten.

  3. In Schweden gibt (oder gab) es eine Petition von ESC-Fans, dass dieses Land wieder am JuniorESC teilnehmen soll! Schweden war dort von Anfang an dabei und hat, mit Ausnahme von 2008, jedes Jahr bis 2014 dort teilgenommen! Mich wundert es selbst, das ausgerechnet Schweden, die beim ErwachsenenESC so erfolgreich sind, sich vom JESC zurückgezogen hat!
    Vielleicht kann ja Martin Österdahl jetzt seine Kollegen bei SVT davon überzeugen wieder dort teilzunehmen! Auch wenn er neutral bleiben muss, so hat er doch, als neuer Supervisor, Interesse daran, dass es auch eine rege Teilnahme der EBU-Länder am JESC gibt und vielleicht weiß er ja das „Problem“, weshalb Schweden beim JESC aktuell nicht teilnimmt!

  4. Wir werden ja sehen, wie „neutral“ der neue sein wird. Ich befürchte das jetzt Schweden weitesgehend bevorzugt wird. Es wird den Schweden mit Sicherheit immer die besten Startnummern zugeschanzt, sie werden mit Sicherheit noch mehr Jurylieblinge werden, denn welcher Juror will sich schon mit dem Supervisor der EBU anlegen. Also ich fürchte schon das die Dominanz der Schweden sehr groß sein wird. Ich hätte mir da jemand aus einem anderen Land gewünscht. Nicht unbedingt Deutschland, aber jemanden aus Portugal, Finnland, aus Ländern die jetzt nicht sooo erfolgreich sind wie Schweden.

    • Nach dieser Logik hätte Norwegen in den letzten Jahren ja auch immer ganz oben bei den Jurys stehen müssen. Zum Thema Startreihenfolge: Dafür ist schon seit einigen Jahren Christer Björkman verantwortlich, und in dieser Zeit wurde Schweden nicht bevorzugt.

  5. Genial! Dann können wir ja endlich den nervigen Live-Gesang abschaffen und voll auf Lip-sync schalten. Gehen wir’s an, Herr Österdahl!

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