Medien-News mit ESC-Bezug: „The Masked Singer“ pausiert und Xavier Naidoo gänzlich unten durch

The Masked Singer Die Kakerlake Der Oktopus Xavier Naidoo DSDS
Bilder: „Die Kakerlake“: ProSieben/Marei Stanetschek; „Xavier Naidoo“: DSDS, TV NOW/Stefan Gregorowius; „Der Oktopus“: ProSieben

Es sind schon verrückte Zeiten. Eigentlich sollte heute Abend die nächste Liveshow von „The Masked Singer“ auf ProSieben laufen. Da aber nun zwei Mitglieder des Produktionsteams mit dem Coronavirus infiziert sind, müssen alle Beteiligten bis auf Weiteres in Quarantäne. Die Sendung wird also für zwei Woche ausgesetzt und stattdessen heute Abend die allererste Folge von „The Masked Singer Germany“, also die erste Folge der ersten Staffel gezeigt. Diese läuft wie gehabt um 20:15 Uhr auf ProSieben und wir können an dieser Stelle vielleicht schon spoilern, was aufmerksame Leser von ESC kompakt sowieso schon wissen: Die Ausstrahlung dieser Folge bedeutet gleichzeitig, dass heute Abend eine waschechte ESC-Teilnehmerin demaskiert werden wird. Einschalten lohnt sich also (trotzdem).

Unter dem Kostüm der Kakerlake steckte in der aktuellen Staffel – wie von uns schon vermutet – tatsächlich Angelo Kelly, der 2002 mit der Kelly Family und dem Song „I Wanna Be Loved“ an der deutschen ESC-Vorentscheidung teilgenommen hat. Er ist in der vergangenen Woche freiwillig aus der Show ausgeschieden, weil die Coronakrise ihm das wöchentliche Reisen von seinem Wohnort in Irland nach Köln unmöglich gemacht hat. Von den Zuschauern wurde außerdem Rebecca Immanuel aus der Show gewählt, die als Göttin an „The Masked Singer“ teilgenommen hat.

Im Gegensatz zu Angelo Kelly hat Xavier Naidoo nie an einer deutschen Vorentscheidung teilgenommen und nach dem Verhalten des Sängers in den vergangenen Wochen kann man dafür nur allen denkbaren schwedischen Schlagergöttinnen und diversen Redakteuren des NDR danken. Naidoo war vom NDR intern als ESC-Vertreter Deutschlands für den ESC 2016 ausgewählt worden, sein Lied für Stockholm sollte in der Sendung „Unser Song für Xavier“ gesucht und gefunden werden. Der Sänger war schon damals für seinen – um es so positiv wie möglich auszudrücken – Hang zu rechten Verschwörungstheorien bekannt und entsprechend gab es nach seiner Nominierung einen großen medialen Aufschrei, der so extrem war, dass dem NDR schließlich nichts anderes übrig blieb, als die Nominierung zurückzuziehen.

Danach war Xavier Naidoo weiterhin in vielen Fernsehsendungen zu sehen, im vergangenen Jahr wurde er sogar als Juror bei „Deutschland sucht den Superstar“ engagiert. Nachdem – vollkommen überraschend – ein neues rassistisches Video des Sängers aufgetaucht war, sind die Verantwortlichen bei RTL doch noch zur Vernunft gekommen und haben Naidoo aus der Jury geschmissen. Wie die Kollegen von DWDL berichten, hat sich Xavier Naidoo dazu nun erneut in einem Video geäußert und (neben diversen Reichsbürger-Verschwörungstheorien) zugegeben, dass er die RTL-Show gerne als Promotion für sein neues „patriotisches“ Album genutzt hat. Diese Aussagen dürften wohl wenigstens dazu führen, dass Naidoo in Zukunft keine ähnlichen Plattformen mehr bekommt – eine notwendige, aber sehr späte Einsicht der Senderverantwortlichen, wie auch DWDL festhält:

„Die gleichen Thesen und Verschwörungstheorien unterstützt Naidoo seit Jahren öffentlich – aber Vox, ARD, Sky, RTL und andere Partner von Naidoo haben über Jahre hinweg beide Augen zugedrückt, wenn es darum ging, Naidoo für die Unterhaltung zu engagieren.“

Wie gesagt, glücklicherweise hat der Sänger nie die Chance bekommen, auch den ESC in diesem Sinne für seine Zwecke zu nutzen. Celebrate Diversity!


8 Kommentare

  1. Ein Glück wurde Xavier Naidoo verhindert!!! Okay, seine Musik hat mir noch nie gelegen, aber darum geht es ja nicht.
    Als 2015 die Diskussion um seine Person aufkam, dachte ich, „okay, man weiss nicht wirklich was dran ist.“ Habe vorher auch noch nie etwas von den Reichsbürgern gehört und mußte mich überhaupt erst einmal schlau machen, welche Typen das jetzt wieder sind.
    Das einzige, was ich hinterher dem NDR vorgeworfen habe, ist, dass sie nicht vorher recherchiert haben,
    wer uns bei einem europäischen Musikfestival vertreten soll.
    Spätestens seit seinem letzten Video dachte ich: „Boa nee, so einen Typen kann man echt nicht auf die Öffentlichkeit loslassen“.
    Meine Kinderstube verbietet es mir, noch unhöflicher zu werden, sonst werde ich hier noch gesperrt.
    Also, sorry, dass ich mich hier wieder so ereifer und danke für den guten Artikel.

  2. Am besten solchen typen einfach keine plattform geben und ich hoffe echt, dass war jetzt der letzte artikel über x.n.
    Das er sein neues album dann noch patriotisch nennt, lüpft mir fast den hut. Ich würde mich tatsächlich als schweizer patriot bezeichnen. Ich liebe mein land, ich bin stolz auf mein land und ich will für mein land nur das beste und werde es überall verteidigen. Das so rechte arschlöcher(sorry) wie dieser sänger dieses wort verunglimpfen, bringt mich fast zum kotzen.
    Aus meinen augen und hinweg mit dir, du wixxxer. (Nochmal sorry)

  3. Ich fasse es nicht, da soll ein Musiker tatsächlich Fernsehauftritte als Werbung für seine Musik genutzt haben?! Schnappatmung geht vor Empörung in meinem Körper viral. Wenn mich jetzt Corona kriegt, dann bin ich tot.
    Außerdem sollte man in der BRD endlich den Strafstatbestand „Verbreitung patriotischen Gesankenguts“ einführen. Schon damals für seine freche „Kritik“ im USFO-Finale daran, dass kein Lied auf Deutsch zur Auswahl stand, hätte der Nazi weggesperrt gehört.

  4. Ich fasse es nicht, da soll ein Musiker tatsächlich Fernsehauftritte als Werbung für seine Musik genutzt haben?! Schnappatmung geht vor Empörung in meinem Körper viral; wenn mich jetzt Corona kriegt, dann bin ich tot.
    Außerdem sollte man in der BRD endlich den Strafstatbestand „Verbreitung patriotischen Gesankenguts“ einführen. Schon damals für seine freche „Kritik“ im USFO-Finale daran, dass kein Lied auf Deutsch zur Auswahl stand, hätte der Nazi weggesperrt gehört.

  5. Ich bin jetzt tatsächlich bei der Masked Singer Wiederholung hängengeblieben. Wenn man weiß, wer druntersteckt, sind die Kommentare schon recht amüsant. 🙂

  6. Nicht dass ich mich für Naidoo jemals wirklich begeistert hätte, aber als Sänger oder gar Musiker macht(e) er auf mich zumindest technisch einen fähigen Eindruck. Irgendwie schon ein bisschen tragisch, wie so jemand sich dermaßen in etwaige Verschwörungstheorien verrennen kann – zugleich aber auch fast ärgerlich weil die mitunter ganz sicher berechtigte Kritik an der „offziellen Version“ hierdurch genauso wie durch die üblichen „Lügenpresse“-Skandierer untergraben wird.

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