Melodifestivalen: Thorsten Flinck wegen laufendem Rechtsverfahren ausgeschlossen

Gestern erst ist das Melodifestivalen in Schweden gestartet, heute gibt es bereits eine dramatische Änderung: Thorsten Flinck, der eigentlich beim zweiten Halbfinale am nächsten Samstag in Göteborg an den Start gehen sollte, wurde vom schwedischen Fernsehen vom Wettbewerb aufgeschlossen.

Der ausrichtende Sender SVT hat die Presse darüber informiert, dass ihm bekannt geworden ist, dass Thorsten Flinck wegen rechtswidriger Bedrohung und Sachbeschädigung strafrechtlich verfolgt wird. Daher habe man die Entscheidung getroffen, dass der Künstler nicht am Melodifestivalen 2020 teilnehmen kann.

Anette Helenius, die Projektleiterin für das Melodifestivalen sagte dazu: „Wir bedauern das zutiefst. Wir wollten Thorsten Flinck unbedingt am Samstag auf der Bühne des Melodifestivals sehen. Da er sich jedoch in einem laufenden Rechtsverfahren befindet, können wir Thorsten Flinck nicht als Teilnehmer zulassen.“

Sein Beitrag „Miraklernas Tid“ (Zeit der Wunder), der von Thomas G:son geschrieben wurde, soll nun am Samstag in Göteborg von einem anderen Interpreten vorgetragen werden. Nach Informationen des Senders hat die Suche nach einem neuen Künstler bereits begonnen. Sobald eine Entscheidung gefallen ist, will SVT bekannt geben, wer Thorsten Flinck ersetzen wird.

Laut Aftonbladet ereignete sich der Vorfall, für den Flinck strafrechtlich verfolgt wird, im Mai letzten Jahres im der westschwedischen Stadt Varberg. Zwei Personen sagten aus, dass sie im Zentrum von Varberg in einer Straße mit wenig Platz von einem Auto überholt wurden. Im Auto saß Thorsten Flinck auf dem Beifahrersitz. Die Frau, die das Auto gefahren ist, erzählte demnach im Verhör, dass sie das andere Auto daraufhin angehupt hätte. Zwei Männer, darunter Thorsten Flinck, seien dann aus dem Auto gestürmt. Flinck soll seine Faust auf die Motorhaube des Autos geschlagen haben, und das Auto habe laut der Anklage eine Delle bekommen. Der Staatsanwalt hat offenbar noch vor Weihnachten Anklage gegen Flinck erhoben, es gäbe aber wohl noch keinen Termin für die Verhandlung. Warum das schwedische Fernsehen sich trotzdem erst so spät zur Disqualifikation durchgerungen hat, ist derzeit nicht klar.

Thorsten Flinck nahm bereits 2012 am Melodifestivalen teil. Seinerzeit schaffte er es mit „Jag reser mig igen“ bis ins Finale und landete dort auf dem 8. Platz. Er ist bekannt für sein spezielles Verhalten. So erschien er zwar am 25. November zur offiziellen Bekanntgabe der diesjährigen Teilnehmer des Melodifestivalen, verschwand nach der Vorstellung und dem Gruppenfoto jedoch sofort, ohne ein weiteres Interview zu geben.

Bereits vor dem ersten Halbfinale in Linköping gab des Diskussionen über die kriminelle Vergangenheit von zwei teilnehmenden Künstlern. Der 32-jährige Jean-Willy Akofely von OVÖ wurde 2017 wegen Geldwäsche verurteilt, nachdem er die Verwendung seines Bankkontos für Betrug mit Werbeanzeigen zugelassen hatte. Sein Bandkollege Nickie Osenius Kouakou, 31, wurde im vergangenen Herbst zur wegen Drogenverbrechen unter Beobachtung gestellt. Die entsprechenden Prozesse waren aber bereits beendet, so dass der Teilnehme der beiden am Melodifestivalen nichts im Wege stand. OVÖ sind gestern bereits aus dem Melodifestivalen ausgeschieden.


9 Kommentare

  1. Hätte ich nicht gedacht, daß das mal beim Melodifestivalen passiert. Vielleicht bekommt Magnus Carlsson als Nachrücker zurück?

  2. Thorsten Flinck hat im obigen Bild etwas von Till Lindemann (Rammstein) – nach einer durchzechten Nacht. Gut, dass er raus ist – seine Musik hat mir auch nicht besonders gefallen. Entschuldigung, dass ich heute so gehässig bin ….muss am Wetter liegen.

  3. Habe ich das richtig verstanden – es geht um eine Delle in der Motorhaube eines Autos?

    Ich will das nicht bagatellisieren, das ist Sachbeschädigung – aber deswegen gleich eine Disqualifikation?

    Wirkt so als habe man einen skandalösen Aufmacher fürs „Aftonbladet“ gesucht, oder – für mich noch naheliegender – bei SVT hat man Schiss bekommen, ein Enfant Terrible wie Flinck könnte die Live-Show sabotieren.

  4. Es geht nicht um die Delle d.h. um den eigentlichen Sachverhalt sondern darum, dass die Statuten des Melodifestivals verbieten, dass jemand am Wettbewerb teilnehmen kann, gegen den ein strafrechtliches Verfahren läuft. Die Bewertung, ob die zur Last gelegte Tat schwerwiegend oder nicht ist spielt dabei gar keine Rolle. Wer mir ne Delle ins Auto haut nur weil ich berechtigterweise gehupt habe, den würd ich auch verklagen… Der Teilnehmer wusste ausserdem sogar sehr wahrscheinlich, dass er gegen die Teilnahmebedingungen verstoßen hat. Etwas kritisch könnte man es sehen, dass verurteilte Straftäter d.h. Leute, deren Verfahren abgeschlossen sind, zugelassen sind. Hier kann man aber zugestehen, dass Läuterung eingetreten ist. Da es ein Verfahren zur Feststellung, ob Läuterung eingetreten ist gibt es nicht. Man muss daher Läuterung annehmen. Staatliche Behörden sehen das aber zb anders. Einmal verurteilt ist man für zahlreiche Staatsdienste als Bewerber quasi auf Lebenszeit nicht mehr zugelassen….

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