Sie gilt eigentlich schon lange: eine strenge Flaggenpolitik beim Eurovision Song Contest vor Ort. Doch in diesem Jahr wurde sie beim, sowieso schon politisch-aufgeladenen, ESC 2024 in Malmö vielleicht etwas zu ernst genommen. Bereits im Vorfeld verkündete die EBU ausdrücklich, dass lediglich Flaggen der teilnehmenden Nationen und die Regenbogenflagge im Publikum erlaubt seien – dass die Europaflagge somit ausdrücklich nicht erwünscht war, verwunderte dann vor Ort aber doch einige. Vor allem auch die Europäische Union, die sich jetzt eingeschaltet hat.
Die Flaggenpolitik beim ESC verwirrt immer wieder. Nachdem die EBU bereits 2016 ein offizielles, nicht mehr existierendes, Dokument zu verbotenen Flaggen in der ESC-Arena veröffentlichte, änderte sich an der Verordung immer mal wieder etwas. Während zeitweise Nationalflaggen aller UN-Länder (!) in der jeweiligen Arena erlaubt waren, wurden die Regelungen in den letzten Jahren immer strenger. Vor dem ESC in Malmö stellten die Verantwortlichen klar, dass nur Flaggen der 37 teilnehmenden Länder + die Regenbogenflagge erlaubt seien.
Ob es sich hierbei um eine unklare Kommunikation der EBU handelt, was nach der chaotischen ESC-Woche nicht verwundern würde, oder alle anderen Flaggen, wie die Europaflagge, bewusst nicht erwünscht waren, ist im Nachgang schwer zu prüfen. Fakt ist jedoch: Mehrere Fans haben geäußert, Ärger beim Schwenken der Europaflagge bekommen zu haben. Auch online wurde davon berichtet, dass einzelnen Besucher*innen sogar der Zutritt mit einer solchen Flagge verweigert wurde.
We were just denied entry to @Eurovision with the EU 🇪🇺 flag. We were told by security it’s “political” and “not allowed”. How could the @EBU_HQ ban the EU flag at Europe’s biggest event? #Eurovision
— Dorin Frăsîneanu (@DorinFrasineanu) May 11, 2024
Es ist verständlich, dass die EBU alles versuchen wollte, um den Contest so unpolitisch wie möglich zu gestalten. Dass das Schwenken einer Palästina-Flagge während des israelischen Auftritts zur Politisierung geführt hätte, sollte klar sein. Genauso kritisch können im ESC-Zusammenhang beispielsweise die Flaggen von Katalonien oder Bergkarabach gesehen werden. Anders sieht es jedoch bei einer Europaflagge aus. Dass diese politischen Unmut stiften könnte, ist schwer vorstellbar.
Auch der EU-Vizepräsident Margaritis Schinas kann sich das nicht vorstellen und zeigte sich vor wenigen Tagen fassungslos über die Europaflaggen-Verbannung. Er hat sich entschieden, die EBU direkt zu kontaktieren und fordert nun eine Erklärung zur Sachlage. In einem offenen Brief schreibt Schinas der EBU-Präsidentin Delphine Ernotte Cunci und Eurovision-Supervisor Martin Österdahl unter anderem:
„Die zusammenhanglose Haltung der EBU hat mich und viele Millionen Ihrer Zuschauer dazu gebracht, sich zu fragen, wofür und für wen der Eurovision Song Contest überhaupt steht. […] Ich bitte sie daher, die Gründe für diese Entscheidung (Anm.: die Entscheidung, Europaflaggen zu verbieten) zu erläutern und die Verantwortung denen zuzuweisen, die dafür verantwortlich sind. […] Ich für meinen Teil erwarte, dass den Werten Frieden, Toleranz und Inklusivität in Zukunft mehr Respekt entgegengebracht wird.“
Mittlerweile hat sich die EBU zu der Sachlage geäußert und sagt gegenüber The Independent, dass SVT und alle beteiligten Mitarbeitenden dazu angewiesen waren, lediglich Regenbogen- und Länderflaggen, die am Contest 2024 teilnehmen, in der Malmö Arena zu dulden. Ein ausdrückliches Verbot der Europaflagge habe es aber nie gegeben, allerdings wurde die Einhaltung der Flaggen-Vorgaben in diesem Jahr aufgrund der „zunehmenden geopolitischen Spannungen“ strenger genommen, als sonst üblich, so die EBU.
Zusammengefasst heißt das, dass also erneut nicht klar kommuniziert wurde. Mitarbeitenden wurde gesagt, dass nur Länder- und Regenbogenflaggen erlaubt seien, aber eigentlich wäre die Europaflagge auch erlaubt gewesen – so stellt es die EBU zumindest im Nachgang dar. Selbst Nemo musste die Non-Binary-Flagge nach eigenen Angaben in die Arena „schmuggeln“ (siehe oben), denn es handelt dabei ja nicht um die erlaubte Regenbogenflagge.
Insbesondere bei einem sensiblen Thema wie der Flaggenpolitik sollte man meinen, dass es vorab eine bessere und klarere Kommunikation gäbe. Für 2025 plant die EBU laut eigener Aussage immerhin eine „Überarbeitung“ der Flaggen-Vorgaben gemeinsam mit dem nächsten Gastgeber, der Schweiz.
Hinzu kommt, dass die Handhabung trotz aller Strenge nicht konsequent war. Mir persönlich wurde zugetragen, dass nicht nur Personen mit einer Palästina-Flagge in der Arena anwesend waren, sondern auch welche mit einer Türkei-Flagge. Im offiziellen Stream sind zudem unter anderem eine Ecuador- und eine Liechtenstein-Flagge zu sehen.
Wie sinnvoll findest Du die aktuellen Vorgaben zu den erlaubten Flaggen beim ESC? Was wäre eine bessere Regelung? Lass uns gerne Deine Eindrücke da.
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Ich finde es etwas unnötig gerade bei Nemo weil es ja auch in Nemos Lied um nicht binarität geht
Nemo hätte die non-binäre Flagge in eine und die Schweizer in die andere Hand nehmen sollen wie Marco das letztes Jahr gemacht hat.
Fratello, mal so nebenbei: In der Schweiz macht man Nemo überhaupt keinen Vorwurf, dass die Non-Binäre-Flagge die Schweizer Flagge nahezu vollkommen in den Hintergrund gedrängt hat. 😀
Im Gegenteil. Nemo ist sogar vom Schweizer Bundesjustizminister in das Justizministerium eingeladen worden, um das Thema diverses Geschlecht auf die politische Tagesordnung zu setzen. Ziel des Bundesjustizminister aus der Schweiz sei es den Eintrag des dritten diversen Geschlechtes in Pässe, Urkunden, Dokumente, u.s.w. gesetzlich mit der Schweizer Regierungsmehrheit und einer Schweizer Volksbefragung zu verabschieden. 😀
Das klingt doch sehr positiv, Nemo hat das Thema ja auch klar positioniert.
Hätte LotL 2023 den ersten und nicht den letzten Platz gemacht, wäre das auch bei uns kein Thema geworden.
Helden wird alles verziehen, Verlierer können nichts richtig machen.
So ist das leider mit der öffentlichen Meinung.
Marco Mengoni hat das meiner Ansicht nach besser gelöst als Nemo.
Ein sehr trauriger Jahrgang, von Angst getrieben. Ich stand in der Halle neben einem Schotten der seine Fahne abgeben musste. Einfach nur traurig
Ich selbst kann auch berichten das ich Türkeiflaghen gesehen habe. Und mich hauch gefragt hab wie diese reingekommen sind.
Ich würde mal vermuten, dass die Security keinen Überblick darüber hat, welche Länder jetzt teilnehmen und welche nicht.
Ich habe bei den Einlasskontrollen einen laminierten DIN A4-Ausdruck gesehen, auf dem die erlaubten Flaggen abgebildet waren. Mein Eindruck war aber, dass die Flaggen kaum kontrolliert wurden. Einfach eine zusammengefaltet in der Hosentasche mit reinnehmen, kein Problem.
Die Security war am Ende doch auch ein kleiner Witz.
Ich hatte eine Powerbank in der Hosentasche, so wie es laut Liste auch erlaubt war. Ob da was in der Tasche ist, hat weder bei der Halle noch beim Village interessiert. Selbst die Metalldetektoren (ich nehme an, es waren welche) haben nicht angeschlagen oder wurden nicht richtig benutzt.
Dazu hatte meine Jacke Innentaschen, wo auch noch Platz für das ein oder andere war.
Hätte ich also verbotene Dinge mitbringen wollen (Flaggen, Waffen, was auch immer), glaube ich nicht, dass mich jemand gehindert hätte.
Aber Hauptsache es bringt keiner eine kleine Tasche mit ins Village, in die nur 2 Kreditkarten reinpassten. Die ist meiner Frau abgenommen worden. Hätte man die vorher in die Jackentasche gepackt, wäre das problemlos gegangen.
Alles etwas krude!
Sowas ähnliches habe ich im Euroclub erlebt. Ich hatte nur eine Handytasche mit und musste sogar die abgeben. Ich trug ein Kleid ohne Taschen und hatte den ganzen Abend Handy, Kreditkarte und Taschentücher in der Hand. Das da ein feiern und tanzen unmöglich war, kann man sich ja vorstellen, denn ich musste ja aufpassen, daß mir nichts aus der Hand fällt.
Grundsätzlich ist das mit den Flaggen ein ein schwieriges Thema. Ich halte es für richtig, dass man nicht alles erlaubt und verstehe, dass man irgendwo eine Grenze ziehen muss, damit die Security das auch noch überprüfen kann. Bei einem europäischen Event die Europafahne zu verbieten, ist allerdings schon einigermaßen absurd. Ich denke aber, wenn man nächstes Jahr die Europafahne und die Progress Pride Flags erlaubt, sollte man auf der sicheren Seite sein.
Ich persönlich fände im Übrigen eine No-Flag-Policy auch nicht schlimm…
Glaube, ein ESC ohne Menschen, die mit Flaggen wedeln, würde für viele Zuschauer mittlerweile wirken wie ein ESC ohne 12 Punkte.
In den letzten beiden Jahren habe ich aber kaum Leute gesehen die mit Flaggen gewedelt haben. Bei den Fahrten durchs Puplikum sieht man nur noch Handybildschirme und ein statisches Puplikum.
Stimme dir fast komplett zu! Nur einen ESC ohne Flaggen in der Arena fänd ich dann doch etwas schade. Aber ja, man könnte auch ohne Leben 😇
Die EBU muss klare Vorgaben machen und die müssen dann auch ohne Ausnahmen umgesetzt werden. Die EU-Flagge würde ich erlauben. Gehört einfach dazu.
Würde die EBU ihre eigenen Regeln ernst nehmen, wären sie gezwungen den diesjährigen Sieger zu disqualifizieren, da Nemo ganz offensichtlich einen Regelverstoß begangen hat…
Europaflagge bei einem europäischem Wettbewerb, also ehrlich, wo kommen wir denn da hin…..
Disqualifikation ist Quatsch. Aber kann schon sein, dass es eine offizielle Rüge der EBU gibt, ähnlich wie bei Iveta Mukuchyan oder Hatari.
Gegen den Sieger Nemo? Das glaub ich machen sie nicht. Sonst könnte der Schweizer Sender beleidigt sein und mit dem müssen die jetzt zusammenarbeiten
Weniger gegen Nemo, allenfalls gegen SRF.
Aber nach dem Desaster in diesem Jahr kann ich mir nicht vorstellen, dass die EBU noch mehr Öl ins Feuer kippt.
Bizarr.
Ich erinnere mich wohl richtig, daß in Wien vor Ort selbst die Regenbogenflagge verboten war, insbesondere beim Auftritt der russischen Sängerin wurde man unsanft aufgefordert, die Fahne nicht zu schwenken.
Die EBU ist so herrlich bigott, da schaudert‘s mich.
Ich weiss um die Kontroverse 2015 als eine relativ tiefliegende Kameraeinstellung des russischen Beitrages im Semi von Fans durch Regenbogenfahnen verdeckt wurde (Kann man noch schön im entsprechenden Video dazu sehen). Das gab damals Zoff zwischen der EBU und den Fans. Ich meine deshalb wäre die Flaggenpolicy dann für 2016 erstellt.
Haha, danke für den Tipp, das ist ja schon wieder lustig. 🙂
War das mit den „erlaubten“ Flaggen denn vorher ausreichend kommuniziert worden?
Wenn ja, verstehe ich nicht, warum dann trotzdem andere Flaggen mitgebracht wurden.
Möglicherweise war es für die Kontrollkräfte zu kompliziert die vielen Flaggen zu erkennen.
Allerdings die EU-Flagge hätte schon dabei sein müssen, auch wenn EU und Eurovision nicht identisch sind.
Es ist eine merkwürdige Zeit.
Klingt für mich so als hätten die ganzen Palästina Flaggenträger es für die anderen vermasselt weil dann die Security einfach alles, was nicht wie die 37 aussah, einkassiert hat
2016??
Sind diese Palästinenser mit uns im Raum?
Wer hat denn Palästinenser erwähnt?
Ich schrieb „Palästina Flaggenträger“ also Hinz und Kunz, die meinten, sie müssten das mit rein nehmen, obwohl offensichtlich gegen die Regeln und extrem politisch.
Ja – gab vorher eine Mail an alle Ticketinhaber in welcher klar drin steht was erlaubt war und was nicht…
Danke für die Info. Musste man sich also nur daran halten.
Die Flag Policy 2016 ist übrigens hier als PDF:
https://www.coc.nl/wp-content/uploads/2016/04/EBU-Eurovision-Songcontest-Flag-Policy-249b3214e9.pdf
Ich find‘s immer interessant, wie die Künstler die Flagge tragen. Frauen halten sie meistens hinter sich hoch. Männer laufen oft mit der Fahne auf dem Rücken ein und bringen die dann in ne andere Position. Isaak und Slimane haben sie auf dem Rücken gehabt und dann eine 360 Grad Drehung gemacht. Slimane und Marko haben sich dann in die Flagge gewickelt. Olly hatte die größte, Portugal die kleinste.
Hab’s mir wegen diesem Kommentar noch einmal angeguckt und muss sagen, echt interessant.
Und erneut ist mir aufgefallen, dass der deutsche Kommentator beim Einlaufen Israels gar nix gesagt hat, kann das sein? Dass Eden die Flagge so hochhält, das war natürlich absichtlich. Andere waren etwas zurückhaltender.
Dass Herr Schorn bi Israel stumm war, ist mir auch zunächst negativ aufgefallen. Aber später gab es dann auch noch einige Acts mehr, bei denen er nichts gesagt hat. War also eher Zufall als Boykott.
Für mich wirkte es eher so, als sei das „Flaggen-Einlaufen von Eden Golan“ so hereingebastelt worden. War es sicherlich nicht, aber es sah für mich so zeitversetzt aus, deshalb hatte ich gar nicht auf den Kommentar geachtet.
Ja, das trifft es ganz gut. Vielleicht haben sie was beim Ton gemacht wegen der Buherei?
Es wirkt tatsächlich irgendwie komisch geschnitten.
Witzig, dass du das erwähnst. Ich hab diesmal auch explizit darauf geachtet und fand es sehr interessant und teilweise auch aussagekräftig. 😉
Dieses Jahr geht es gefühlt wirklich nur noch um Politik, um Symbole kollektiver Identität, um Statements, um Haltung, um WIR und DIE … Ich finde das unglaublich anstrengend. Können wir nicht einfach wieder Herren im Anzug und Damen in Abendkleidern auf die Bühne stellen, die mehr oder weniger gute Lieder vortragen? 😉
Ja, es muss auch gar nicht mehr als 400 Zuschauer geben. Der große Sendesaal des HR (wie 1957) reicht vollkommen.
Und die Wertung per Telefon und wenn der Punktesprecher anfängt, politischen Unsinn zu sabbeln, legt man einfach auf.
Glaub das ist vorbei. Bossetti hat das perfekt ausgedrückt: „Es ist immer wieder lustig wie ein Event versucht komplett unpolitisch zu sein wo Länder gegeneinander antreten und bewerten welches Land an besten war.“
Ist ja nicht so als wäre es nicht schon immer problematisch gewesen. Nur dieses jahr hat es sozusagen mal geknallt.
Es hat halt dieses Jahr mit der hässlichen Dynamik zwischen den Künstlern eine ganz neue Dimension erreicht …
Ich liebe Sarah Bosetti !
Ohja, und das Spannendste wäre dann, darauf zu warten, ob sich Arlette Zola beim Marschieren in ihrem Mikrokabel verhindert. 😉
The good old days … 🤣
ohne Internet, ich würde mich gerne wieder beim Finale überraschen lassen.
Die Zeiten, in denen keiner der Songs vor dem ESC (im Radio) gespielt werden durfte. 🙂
Zumindest sollte man das Alter der Teilnehmer hochsetzen. Die jungen Dinger sind offensichtlich mit einer ESC- Teilnahme überfordert. Vielleicht sollte man Künstler erst zulassen, die schon 30 sind.
Silia Kapsis schien mir heuer ganz reflektiert zu sein. BT und MS sind schon Ü30. 😉
Eden ist 20 und sehr gut mit der Situation umgegangen.
Ja gut, aber man sollte weder einer 20-jährigen noch wenn sie 50 gewesen wäre so eine heftige Last auferlegen.
Wobei ich sagen muss, dass sie in Malmö für mich „älter aussah“ als 20, während sie im Video vom Flughafen für mich aussah wie 16 irgendwie. Sie wirkte SO viel jünger plötzlich?
Israelis sind da leidensfähiger glaube ich. Leute sind ja au ch zurück in die von den Terroristen attackierten Kibbutze gegangen.
Weniger Make-Up am Flughafen, nehme ich an.
Stimmt. Ich hätte mich im Leben nicht mehr an die Orte zurückgetraut.
Vielleicht, stimmt, sie war eher in Wohlfühlklamotten. Und vielleicht auch, weil sie ihre Eltern so sucht.
Damit tust du Künstlern wie Silia unrecht. 17 und dennoch das Verhalten was eine große Reife gezeigt hat.
Okay mein Vorschlag war nicht gut überlegt.
Ich wollte auch gerade schreiben, dass charakterliche Reife keine Frage des Alters ist.
Und dann kommt Nicole, singt „Ein bisschen Frieden“ und wir sind wieder mitten in der Politik. 😀 Wobei das zur aktuellen Spaltung sogar beitragen könnte. 😉
Man sollte das machen wie in dänischen Ferienhäusern. Dort darf man nur Flaggen mit den skandinavischen/noreuropäischen Kreuzen hissen. Die nicht-dänischen Flaggen sind aber auch nur dann erlaubt, wenn zusätzlich die dänische gehisst wird. Es geht doch nichts über eine tolerante Flaggen-Regelung, die niemanden ausschließt.
Die Europa-Flagge ist mMn cool, Zelensyy hat sie auch immer bei seinen PKs.
Naja – das wurde doch klar mitgeteilt, welche Flaggen erlaubt sind. Alle Ticketinhaber haben vorher eine Mail bekommen wo drin stand was erlaubt ist und was nicht. Und bei Flaggen stand auch explizit nur die Flaggen der Teilnehmerländer + Regenbogen. Ergo ist die EU-Flagge nicht erlaubt gewesen…
Zudem man jetzt auch vortrefflich darüber diskutieren kann ob nicht per se eine politische Flagge ist – weil es ein politisches Konstrukt ist…
Jede Flagge ist politisch, weil sie eine kollektive Identität repräsentiert, selbst eine VfL-Flagge ist politisch.
Deshalb finde ich es ja auch ein bisschen Doppelstandard, wenn jemand die nationale Flagge ablehnt und stattdessen die Regenbogenflagge hochhält, weil er dann auch nur die eine kollektive Identität mit einer anderen ersetzt. All inclusive ist keine Flagge.
Die EBU könnte es den Teilnehmenden des musikalischen Wettstreits der Nationen zu Unterhaltungszwecken (ESC), die sich unbedingt zu politischen Themen und nationalen Konflikten äußern möchten und ihre Botschaften loswerden müssen erleichtern, indem sie ein Format zu Beginn der Probenwoche kreieren würden, das den Künstlern erlaubt, sich dort explizit politisch zu äußern, damit sie sich gehört fühlen und sie sich auch nicht feige verstecken können, sondern da dann öffentlich eben ihren Kram, den sie unbedingt als Botschaft loswerden wollen, verkünden können und ausdrücken können. Und gut is.
Wer danach dann noch nicht bereit ist, es damit genug sein zu lassen dann zusätzlich noch die Vorbereitung und Auftritte der Künstler stören will, der ist dann halt nicht ESC tauglich.
Da stimme ich in weiten Teilen zu, aber die Idee mit dem politischen Vorspiel finde ich problematisch, weil solch ein Event Bruch- und Konfliktlinien öffentlich machen würde.
Dann hätten BT & Co. sich eben da ausgelassen und die Stimmung w#re dann an Tag 1 des echten ESCs bereits ganz unten, also in der Hölle gewesen.
Schwieriges Thema. Grundsätzlich finde ich es nicht falsch, dass man bestimmte Flaggen nicht sehen möchte.
Genau, Russische oder Hamas-Flaggen zB.
OT: Falls es dich interessiert, hier sind alle Televotingpunkte für Frankreich in der Übersicht.
12 – Armenien
10 – Belgien, Griechenland, Island, Serbien
8 – Luxemburg, Portugal
7 – Zypern, Dänemark, Litauen, Malta, Norwegen, Polen, Slowenien, Schweiz
6 – Albanien, Österreich, Kroatien, Georgien, Deutschland, Italien, Lettland, Moldau, San Marino, Schweden, Ukraine
5 – Estland, Niederlande, Spanien
4 – Tschechien, Finnland, Irland
2 – Australien, Aserbaidschan, Israel, UK, Welt
Entgegen deiner Befürchtungen gab es auch in Skandinavien und dem Baltikum gut Punkte. Den Charme von Slimane kann sich halt keiner entziehen. 😉
Danke, interessant! Sind das alle Länder? Auf jeden Fall sehr breit gestreut 😃😃😃
Jap, Frankreich und Kroatien waren die einzigen Beiträge die aus allen Ländern im Televoting Punkte bekommen haben.
Wären beides würdige Sieger gewesen.
Die australische Jury hatte dagegen wohl was falsches gegessen und Slimane auf den ersten Platz von hinten gesetzt.
Das ist wirklich bizarr. Man muss den Song nicht mögen aber niemand kann behaupten, dass er schlechter ist als der Finne, Zorra oder We will Rave.
Ich glaube die waren etwas angepisst über ihr Semi-Aus.
Ich fand den Song – wie fast immer bei Australien – ziemlich lahm, das Didgeridoo konnte das auch nicht retten.
Was ist denn dein Lieblingssong von Slimane??
Die weißen Briefs, die er im Finale getragen hat. Ach so, Du meinst Musik! Ich mag fast alles von dir hm, die Duetts mit Vitaa sind natürlich was besonderes. Du?
Du magst alles von mir?? Ah ja. 😉
Also „Avant toi“ ist schon ein Kracher, aber auch „Ça ira“ oder „Viens on s’aime“ gefallen mir gut.
Hast mich übrigens angesteckt mit deinem Enthusiasmus, höre jetzt langsam mal seine Diskographie durch
Freut mich!
Bei mir ganz klar „Avant toi“. 😍
Definitiv !
Allerdings freue ich mich auch sehr über den achten Platz für Armenien.
Fand ich auch gut.
insbesondere zu „Europapa“ hatte die Europa-Flagge perfekt gepasst. Zumindest am Donnerstag.
Es gab eine Info zu den Flaggen. Das da nur teilnehmende Länder zugelassen waren, hatte ich überlesen.
Ich hatte eher gelesen, dass nur die kleinen Flaggen (max. 1m breit/lang) erlaubt waren. Am Ende waren dann aber offenbar doch die großen Flaggen in der Halle zu sehen und keiner der Security hatte sich daran gestört; wohl aber bei der Europa-Flagge..
Ich glaube da sah am Ende keiner mehr richtig durch.
—-> Hier wünsche ich mir für nächstes Jahr eine neutralere Haltung der EBU und eine klarere Kommunikation vorab an die Ticketinhaber und Security vor Ort.
Ich kann nachvollziehen, dass die Palästina-Flagge dieses Jahr etwas für zu aufgeladene Stimmung gesorgt hätte und deshalb nicht erwünscht war.
Also klarer als dass sie es in ein Dokument rein schreiben was alles verboten ist, kann man es nun wirklich nicht machen 😉 Man muss halt nur genau lesen 😉
Was sollte die klarere Kommunikation nutzen, wenn Du sie dann wieder überliest?
Mir bzw. unserer Gruppe ist bei den Flag-Policies vor allem die vorgegebene Grösse aufgefallen (max. 1m x 0.5m glaube ich). Jeder hatte eine viel grössere Fahne dabei, was doch noch ziemlich Fragen aufgeworfen hat, ob das wirklich so streng genommen wird. Gemessen wurde aber nicht und auch auf die Grösse wurde nicht geachtet. Sämtliche Prideflaggen waren in den Semis auch kein Problem und auch EU-Flaggen haben wir gesehen. Erst im Finale wurden die Securities aktiv.
Finde es generell Schade das keiner im Publikum mehr Flaggen schwenkt.
2016 wahren noch bei jeder fahrt durch Publikum unzählige Flaggen zu sehen, jetzt sieht man nur noch wie Leute mit dem Handy filmen oder nur einfach dastehen.
Das sah früher einfach geiler aus als Heute.
Ich hätte nie gedacht, dass ich dem Handy-Filmen tatsächlich mal was Positives abgewinnen kann, dieses Flaggengeschwenke hat mich immer sehr abgestoßen.
Wie kann das denn abstoßend sein.
Das wahr ein Markenzeichen des ESC.
Ein Flaggenloses ESC Puplikum ist wie ein unkorrupter Gianni Infantino.
Natürlich wäre ein unkorrupter Infantino besser.
Tut mir leid, aber ich bin ein Grand-Prix-Fan-Fossil aus der Zeit, bevor diese Fahnenschwenkunsitte um sich griff, und mit ihr immer diese ewig langen Kameraschwenks weg von der Bühne ins Publikum, oder aus Perspektive des Publikums hin zur Bühne. Zum Glück hat das wieder ein wenig nachgelassen.
Wir (d.h. wir alle, die TV-Stationen und politische Verantwortliche) müssen aufpassen, dass sich die EBU nicht in Richtung dieser inzwischen undurchsichtigen, z.T. korrupt agierenden Organistaionen wir Fifa und IOC entwickelt. Manchmal hab ich das Gefühl, sie ist schon auf dem Weg dahin.
Verstehe ich auch nicht, warum die EU-Flagge nicht erlaubt war, während man bei Regenboggenflaggen jede noch so umstrittene Spielart toleriert. Die haben wir ja auch inflationär am Samstag gesehen. Naja, ich sehe lieber Nationalflaggen bei einem Musikwettstreit der europäischen Nationen, aber da bin ich wohl in der Minderheit.
Musste die Nemo jetzt eigentlich reinschmuggeln? Das würde zumindest erklären, warum die Flagge so furchtbar ungebügelt aussah. Gab es niemandem im Team, der die vorher bügeln konnte? Oje.
Wahrscheinlich bin ich zu alt und meine Boomer-Generation hat ein gestörtes Verhältnis zu Flaggen, aber ich hab mich immer gefragt, was dieses inflationäre Flaggengewedel soll. Es geht mir nicht nur beim Publikum auf die Nerven, sondern auch bei den Künstlern und ich bin für jede Gruppe dankbar, die sich dem konsequent entziehen, wie z.B. Manneskin, Hooverphonic oder The Black Mamba.
Kannste dir nicht ausdenken.
Gibt für die EBU erst einmal wichtigere Sachen zu besprechen als ein Flaggen Thema.
Die EU macht auch genug Fehler und sollte sich an die eigene Nase fassen.
Die EBU hat genug zu verarbeiten nach diesem schrecklichen ESC Jahr.Die Flaggen Frage ist mit Sicherheit das kleinste Problem.
Nächstes Jahr in Genf bitte:
– nur bestuhlte Plätze,
– Abendgarderobe-Zwang
(furchtbar, wie zammelig die da heutzutage rumrennen),
– Klunker-Zwang mit Mindestwert,
– keinerlei Herumgehampel
(nur gelangweiltes Blättern im Programmheft sei erlaubt),
– höflicher Applaus ja, Enthusiasmus nein,
– Sitzordnung Herr / Dame / Flamingo / Herr / Dame / Flamingo usw.
Klingt doch irgendwie geradezu entspannend, oder …
Wie sieht die Abendgarderobe für Flamingos aus?
Stilvoll im eurovisionären Sinne wären Kopien von Dana International’s Gaultier-Kleid mit rosaroten Flamingofedern statt bunter Papageienfedern. Echte Perlenketten geh’n immer, bevorzugt natürlich mit schwarzen Perlen, aber das ist eine Frage der finanziellen Möglichkeiten. Flamingos der Mittelschicht tragen eher weiße. Dazu selbstverständlich High Heels – higher, Darling …
Ein unverzeihlicher Fauxpas hingegen wären gerupfte Truthahn-Outfits sowie Blaurallenkostüme und knallgelbe Gummistiefel – auch Federboas und Ballett-Tutus sind out as can be. Just don’t!
Geschmackssache.
Dieser Woche ist das Wetter hier ziemlich gut. Es gibt viele kurze Hosen und kurzärmelige Shirts zu sehen. Auf einmal sieht man viele Tätowierungen. Zeitgeist grußt. In meinen Augen armselig, die Leute werden nicht hübscher dadurch, aber wer viele Tätowierungen hat, sieht das ohne Zweifel anders.
Das Gleiche gilt für deine Kleider-Vorliebe.
Sohn und seine Freunde plädieren für Bade/Schwimmklamotten. Hat den Vorteil, dass man kaum etwas hinein schmuggeln kann, erhöht die Sicherheit in der Halle und verbreitet natürliche Dufte.
Oder gleich: Ganz ohne Klamotten! Darf man zwar auf der Bühne nicht (wiewohl da in diesem Jahr schon von einigen versucht wurde, alles auszureizen, was ging), aber vom Publikum ist meines Wissens keine Rede. Hätte den Vorteil, dass niemand auch nur irgendwas in die Halle schmuggeln kann.
Dann wird das aber der ENC, The Eurovision Nudist Contest…
Nee, the performing artists müssten ja in Bühnenkleidung auf die Bühne. Und würden dann allesamt mit Rückzug drohen, weil sie nicht nackt auf die Bühne dürfen. Schade aber auch.
Ach Mensch, Eva, wat haste damals mit dem blöden Appel angerichtet …
In der Bibel steht ja eigentlich nur was von ner „verbotenen Frucht“, dass es sich dabei um nen Apfel handelt ist dabei nur eine Annahme. Wahrscheinlich handelt es sich dabei aber eher um ne Feige oder einen Granatapfel
Tippe auf Feige – schließlich hatten sie nach „dem Vorfall“ ja sofort Feigenblätter zur Hand …
(Und irgendwie damals schon das gleiche Disqualifikationsprinzip wie jetzt nach „dem Vorfall“ mit dem niederländischen Nichtteilnehmer.)
Wenigstens würde dann dieser Smartphone-Hochhalte-Schwachsinn mal aufhören. Der Berghain-Einlass hatte sowas immer ganz gut im Griff!
Ging ja nicht um generellen Kleidungsgeschmack, sondern um ESC-Abendgarderobetipps für modisch verunsicherte nonbinäre Menschen – und mal ehrlich, in den Klamotten, in denen Nemo rumrennt, wollte ich noch nicht mal begraben sein …
By the way, celebrate diversity!
Im Übrigen ist mein Göttergatte Tätowierer und ich arbeite u.a. „in the industry“, will heißen: ich seh‘ den Leuten ihre Tätowierungen und Piercings selbst in tiefster Wintermontur an.
Ist wie bei normaler Kleidung auch – gibt welche, die zu den jeweiligen Trägern passen, und solche, die einen eher daran erinnern, daß man sich so langsam Gedanken über die nächste Karnevalssaison machen sollte …
Sind Schlaghosen und Glitzeroberteile erlaubt?
So mag ich euch!
Die Beschwerde spricht mir so aus dem Herzen und eine Überarbeitung der Flaggenpolitik ist so überfällig!
Wie ich schon einmal an anderer Stelle geschrieben habe, bin ich sehr lange sehr gerne mit der EU-Flagge zum Zeichen des verbindenden europäischen ESC-Gedankens in den ESC-Arenen gewesen – bis es zunehmend schwieriger wurde und ich dieses Jahr, aufgrund der Nicht-Berücksichtigung auf der Liste der erlaubten, es leider ganz ließ. Das tat mir als überzeugten Europäer ehrlich gesagt sogar ein Stück weit weh und war umso unverständlicher, da mit NL ja sogar auch ein Act im Rennen war, der die EU-Fahne auf die Bühne brachte.
Die Umsetzung der Flaggenpolitik bei den Sicherheitskräften wird so verschiedentlich gehandhabt und führt immer wieder zu Diskussionen und Überraschungen – sogar beim JESC. In Nizza hätte ich sogar nicht meine Deutschland-Flagge mit reinbekommen, wenn ich sie nicht gut „geschmuggelt“ hätte. Ironischerweise mussten dort viele Besucher ihre Fahne in Containern „entsorgen“, um hinter den Sicherheitskräften festzustellen, dass clevere Delegationen wiederum eigene Fahnen an die Besucher verteilten. Besucher, die über andere Eingänge zur Halle kamen, wo die Sicherheitskräfte die Flaggenpolitik offenbar anders auslegten/umsetzten, kamen hingegen durchaus mit ihrer eigenen Flagge rein.
Ich weiß, dass die EU-Fahne natürlich auch für ein politisches Länderkonstrukt steht und nicht alle Teilnehmerländer einschließt. Sie steht aber trotzdem für mehr als das – für ein wertvolles Zusammengehörigkeitsgefühl und für Verständigung. Die vielleicht alternative Europa-Kontinent-Flagge mit dem langweiligen E kennt keiner und hätte nur Fragen aufgeworfen.
Es kann nicht sein, dass nur der offizielle Eurovisionsmerch das einzige Ausdrucksmittel für den länderübergreifenden Spirit sein soll. Zumal das „United by music“ von den ESC-Künstler*innen diesmal mitunter auch schmerzlich vernachlässigt wurde.
Eine Űberarbeitung der Flaggenpolitik mit transparenter und klarerer Umsetzung ist deshalb nur zu begrüßen und aus meiner Sicht mittlerweile auch ein Herzensanliegen.
Am einfachsten wäre da noch ein komplettes Flaggenverbot. Das Schwenken von Nationalflaggen passt meiner Meinung nach eh nicht zur Identität des Contests und zeigen sehr gut die unkontrollierte Ideologisierung der letzten Jahre.
Mir wurde beim ESC 2018 in Lissabon die Regenbogenflagge abgenommen.
Die Regenbogenflagge!
Beim ESC!
Sonst wäre ich nicht reingekommen.
Find ich immer noch falsch, und ich brauche da wohl nicht weiter erläutern warum.
Die Europaflagge verboten? Und stattdessen die Regenbogenflagge? Die EBU scheint wohl die gleiche Funktion wie die EU zu haben.
Ganz ehrlich: Ich bin beim Thema Flaggen für alles oder nix, aber eigentlich eher für nix. Mit einer Flagge trittste doch immer irgendwem auf die Füße, und bittschön: Was ist denn politischer als eine Flagge? Wenn man aber sagt, man lässt Flaggen zu, dann muss man eigentlich alles zulassen, was nicht irgendwo verboten ist. Da muss sich dann halt mal jemand ein bisschen Arbeit machen.
Ach, beklopptes Thema, das alles, und auch völlig banane, wie das inzwischen alles ausgeartet ist.
Es heißt ja nicht ohne Grund: Flagge zeigen.
Warum sind dann Regenbogenfahnen erlaubt???
Ein Traum wäre es für mich wenn der ESC irgendwie zu ein Masked Singer würden könnte. Und Niemand weiß was die anderen Länder geschickt haben. Glaube das wäre der einzige Weg das unpolitisch zu gestalten. Und ich glaube der Grund warum es früher so gut funktioniert hat, war das es einfach nicht soviel Informationen zu den Ländern vorher gab und nur Jurys abgestimmt haben welche zu den Zeitpunkt auch noch kaum Infos hat vorab was sie erwartet.
Hatten wir nicht heuer schon ein paar masked Singer dabei – zumindest gab es einige Maskierte auf der Bühne.
Sorry, aber in Zeiten von Internet ist sowas völlig illusorisch und realitätsfremd.
Trotzdem schöner Gedanke, auch wenn er nicht funktionieren wird.
Na ja, ich weiß nich ob ich ein Ende von San Remo und allen anderen Vorentscheidungen als „schönen Gedanken“ bezeichnen würde.
Deshalb funktioniert es ja auch nicht 😊 einstweilen würde mir ein Verbot der Wetten schon mal vollauf genügen.
Natürlich klappt das nicht. Schon allein da es für die Länder einfach viel zu wichtig ist aus den Vorentscheid eine große show zu machen (außer in Deutschland) und viele auch genau auf diese Sympathie/Politik Punkte pokern. Glaub in Ländern die davon eher mal profitieren ist das nicht so kritisch gesehen.
Und dann kommt halt dazu das es sich sicher sehr viele zur Aufgabe machen würden dann trotzdem jeden einzelnen ACT zu leaken. Und spätestens bei der Show wüsste man dann doch wieder wer alles wäre in der Bubble.
Allerdings die Breite Masse die nur das finale anschauen wären dann vielleicht Ahnungslos wenn man zumindest die Länder Fahnen bei den Acts weglässt.
Tja, sobald aber jemand nicht auf Englisch singt kann man direkt erahnen woher der Act kommt.
Kleiner Tipp: Vergiss diese Vorstellung am besten ganz schnell wieder, sie ist löchriger als ein Schweizer Käse.
Deswegen ist es halt nur ein Traum. In Zeiten des Internets und so wie der ESC strukturiert ist, ist es halt nicht möglich.
Die Masked-Singer-Lösung ist schon eine interessante Idee, wenn auch wohl in vielerlei Hinsicht kaum praktikabel. Folglich dürfte dann kein Beitrag in Landessprache gesungen werden, sonst könnte man ja die Herkunft ableiten – alle Lieder auf Esperanto gesungen oder in einer anderen konstruierten Sprache gedichtet? Das wäre schade, weil ja in diesem Jahr erfreulich war, dass dermaßen viele Beiträge nicht auf Englisch gesungen wurden und viele davon tatsächlich im Finale erneut zu hören waren. Der monatelange Vorlauf zur ESC-Woche ist auch Marketing-Mittel (Sichtbarkeit und Reichweite) für die Künstler. Wenn der wegfiele, könnte der ESC wohl weniger Künstler anziehen. (Edit: Da habe ich jetzt so lange an meiner Antwort gewerkelt, dass beide Punkte zwischenzeitlich schon und in kürzerer Form erwähnt wurden… 🙂 )
Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal schon Ende Januar damit begonnen, Vorentscheide und andere ESC-Entwicklungen bewusst, gezielt und mit großer Vorfreude zu verfolgen. Nach den eher ernüchternden Tagen rund um das Finale weiß ich nicht, ob ich mir das nächstes Jahr noch einmal antun will; vielleicht werde ich mir den ESC halt selbst wieder ein wenig zum Masked-Singer-Event machen, indem ich mir wie früher nur die Halbfinals und das Finale anschaue und das Drumherum tunlichst ausblende. Hrm.
Ich für meinen Teil finde gerade die Vorentscheide anderer Länder spannend! Unter den VE Teilnehmern die nicht gewinnen sind doch hin und wieder für mich echte Entdeckungen dabei, deren Weg ich dann verfolgen kann oder Konzerte besuchen kann.
Ja, ich stimme Dir zu, dass die Vorentscheide spannend sind und interessante Musikentdeckungen bieten. Die würde ich mir wohl sogar anschauen, die weiteren Entwicklungen zwischen den einzelnen VEs und der ESC-Woche dann aber nicht noch mal verfolgen. Ich will meine Vorfreude nicht unbedingt dadurch verschütt gehen lassen, dass sich in den paar Tagen vorm Finale wieder irgendwelche Dinge zuspitzen und die Gemüter heiß werden – dann lieber wenig und gezieltes emotionales Investment. 🙂
Jetzt mosert auch noch die EU herum, nicht etwa an der Musik um die es hier wirklich gehen sollte, sondern an den Flaggen…. und es wurde in den Radionachrichten drüber gesprochen. Das ist echt irre.
Die Kontrolleure an Einlass zu den Shows haben ganz gewiss ihr Bestes gegeben und für die Menge der Leute die durch die Schleusen gehen, ist es bis auf wenige Ausnahmen wirklich gelungen.
Aus guten Gründen sind Landesflaggen nur von Teilnehmerländern zugelassen. Ob neben den verschiedenen „Regenbogen“flaggen auch die EU Flagge für die Zukunft auf die Positiv-Liste zu setzen ist, muss überlegt werden.
Man stelle sich vor, die Schweizer initiieren einen EU Beitritts-Prozess und dies wäre in der Schweiz hoch umstritten – dann wäre ein EU Flaggenmeer im kommenden Jahr schon heikel… oder ein ESC hätte zur heißen Phase des Brexit in UK stattgefunden und es hätte viele EU Flaggen gegeben…..
Ich kann den Hintergrundgedanken dieser regiden Flaggenpolitik zwar nachvollziehen, finde es aber sehr gekünzelt und einschränkend, wenn dort keiner z.B. mit einer Schottland-, EU- Bayern- oder Katalonienflagge feiern darf, wenn dieser Person aber aus welchen Gründen auch immer danach ist.
Dass man vielleicht irgendwo Grenzen ziehen „muss“ bzw. kann, um allzu politische Statements oder gar Spannungen zu vermeiden – verständlich.
Dies sollte aber nicht zu weit gehen. Und aus eben diesem Grund ist die Regenbogenflagge ja auch neben den Nationalflaggen der teilnehmenden Länder erlaubt. Warum auch nicht alles zumindest noch ein wenig weiter lockern?
Die EBU spricht ja in Verbindung mit dem ESC gerne und zu Recht von gelebter Vielfalt. Zu diesem wirklich vielfältigen Europa passte es meiner Meinung nach aber besser, wenn Gäste sich dort so sehr mit ihrem teilnehmenden Land, der gesamten EU, einem föderalen Teilstaat, ihrer oder einer anderen Region, ihrer geschlechtlichen Identität oder auch sexuellen Orientierung so identifizieren, wie sie es eben tun und ungezwungen und einheitlich dies eben bei Bedarf auch durch eine entsprechenden Flagge ausdrücken können. Lieber sowas als reglementierter Einheitsbrei.
Ich fand es immer sehr erfrischend, wenn man z.B. irgendwo den Anblick einer Flagge eines autonomen Gebietes oder einer Region erhaschte – irgendwie authentisch und man konnte sich sicher sein, dass diese Flagge garantiert niemandem in die Hand gedrückt worden ist.
Wie wäre es, wenn die EBU einfach ein eigenes ESC-Flaggendesign ins Merchandising aufnehmen würde – ein ESC-Grundmotiv, das dann in den diversen Nationalfarbenvarianten erhältlich ist sowie gegebenenfalls in weiteren Versionen (z.B. Regenbogen). Auf diese Art und Weise könnte man schlicht sagen, erlaubt sind nur Flaggen aus dem eigenen Merchandising, alles andere nicht. Und es wäre immer klar, daß die Flagge in erster Linie ESC-Begeisterung symbolisiert …