So gut wie sicher: 2020 wird es in Deutschland keine ESC-Vorentscheidung geben

Unser Lied für Israel 2019 Deutschland
© NDR/Julian Rausche

Wir haben bis zuletzt gehofft, aber jetzt können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen: In Deutschland wird es 2020 keine öffentliche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest geben. Das hat der verantwortliche Sender NDR entschieden, bislang aber nicht extern kommuniziert.

Es gibt aber einige unumstößlichen Indizien, die uns mittlerweile sehr sicher davon ausgehen lassen, dass „Unser Lied für Israel“ im vergangenen Jahr die vorerst letzte Vorentscheidungssendung im deutschen Fernsehen war. Eines davon ist die kurze Zeit bis zur EBU-Deadline am 9. März 2020. Dann müssen die am ESC 2020 teilnehmenden Länder ihre Beiträge offiziell eingereicht haben. Bis dahin sind es mittlerweile nur noch sieben Wochen.

Die Programmplanung des Ersten sieht aber bis Ende Februar keine ESC-Vorentscheidung vor. Soweit wir wissen, war die Sendung aber wie gewohnt für Ende Februar vorgesehen, hat es dann aber offensichtlich nie in die offizielle Planung geschafft.

Ein unumstößliches Zeichen dafür, dass es keine Vorentscheidung geben wird, sind die Informationen, die die Mitglieder der Eurovisions-Jury erhalten haben: Lange Zeit haben auch sie nichts vom NDR gehört, sollten sich also auch keinen Termin für die ARD-Show freihalten, in die sie ja in den vergangenen zwei Jahren eingebunden waren. Nun gab es aber wohl auch erste Hinweise an die Juroren, dass es keine Vorentscheidung geben wird, so dass auch die Jury davon ausgeht, nicht mehr zum Einsatz zu kommen.

Wie gesagt, noch warten wir auf eine offizielle Information des NDR, die Ende Januar kommen soll, aber alles andere als eine Direkt-Nominierung wäre eine faustdicke Überraschung. „Direkt-Nominierung“ bedeutet in diesem Fall aber, dass es sehr wohl einen mehrstufigen Auswahlprozess gab, bei dem sowohl eine internationale Fachjury als auch die aus 100 Musikinteressierten bestehende Eurovisions-Jury involviert waren. Auf Basis deren Einschätzung wurden nun aber nicht die Acts für die Vorentscheidung ausgewählt, sondern gleich eine Entscheidung getroffen. Nachdem die Schweiz im vergangenen Jahr das deutsche Auswahlsystem adaptiert hatte und so mit dem direkt-nominierten Luca Hänni auf dem vierten Platz gelandet ist, scheint der NDR das ARD-Publikum als Hauptproblem im Auswahlprozess ausgemacht zu haben und verzichtet nun also auf die Einbindung der Zuschauer.

Deutschland hat seinen ESC-Beitrag zuletzt 2009 intern ausgewählt, damals allerdings, ohne diverse Jurys zu involvieren. Das Projekt Alex Swings Oscar Sings! landete damals mit „Miss Kiss Kiss Bang“ auf dem 20. Platz im Finale.

Übrigens: Wer jetzt davon ausgeht, dass der NDR einen sehr großen Namen verpflichtet haben müsste, sollte seine Erwartungen in dieser Hinsicht ein bisschen zurückschrauben. Insidern zufolge waren eher wieder Künstler wie in den vergangenen beiden Jahren in der Auswahl, d.h. hauptsächlich DSDS- und TVOG-Erst- bis Viertplatzierte, Backgroundsänger etc. Dass das nichts Schlechtes bedeuten muss, haben wir ja nicht zuletzt an Michael Schulte und dem oben erwähnten Luca Hänni gesehen. Aber eine Helene Fischer oder einen Mark Forster sollte niemand erwarten. Wie auch immer – am Ende kommt es sowieso auf den Song an und da hoffen wir, dass die Jurys eine gute Wahl getroffen haben.

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271 Kommentare

  1. @Trakol: Das Finale bei Max, Lena und Roman fand in der ARD statt und da wurden sie letztendlich vom Publikum ausgesucht. Und auch wenn ihr es nicht glauben mag, auch junge Zuschauer schauen auch manchmal die ARD.

  2. Ich würde einfach mal abwarten. Es gibt nämlich schon sehr gute Gründe eben nicht ein nationales Publikum abstimmen zu lassen und zwar unabhängig davon mit welchen Sender oder mit welcher Zusammensetzung gearbeitet wird. Das Fernsehpublikum reagiert nämlich sehr häufig auf nationale Einflüsse, die im Rahmen des ESCs keine Bedeutung haben. Sehr schönes und extremes Beispiel war da letztes Jahr in Frankreich. Dort hatte Bilal das Televoting haushoch gewonnen (2/3 der kompletten Anrufe oder so), weil er eine YouTube-Persönlichkeit in Frankreich ist, während das dann in Tel Aviv beim Televoting überhaupt keine Bedeutung mehr hatte.
    Von daher kann ich durchaus verstehen, wenn das Publikum „ausgeschlossen“ wird.
    Hat halt den Nachteil, dass die deutschen Fans sofort „Foul“ rufen. Und natürlich, wenn es daneben geht, gibt es nicht mehr den Rückhalt „das Publikum hat das ja auch gewählt“, aber irgendwas ist halt immer.
    Von daher entspannen und erstmal schauen, was der NDR uns dann präsentiert. Wenn das Schrott sein sollte, kann man ja immer noch shitstormen. 🙂

    • Na und? In jedem Land ist das halt so, das es nationale Einflüsse gibt. Das ist für mich doch kein Grund das Publikum und in Deutschland Gebührenzahler auszuschließen. Entweder der Act der gewählt wird, schneidet gut ab oder nicht. Bilal hat das ganz ordentlich gemacht. Das muss der Leeb erstmal erreichen. Es gibt für mich überhaupt kein Argument für eine Interne Nominierung. Außer man ist so inkompetent und ahnungslos wie die vom NDR. Und damit das der NDR wohl sparen muss, soll man mir nicht kommen, denn der ESC ist ja wohl ein Gemeinschaftsprojekt der gesamten ARD.

      • Für Dich geht es ja auch nicht um Vorentscheid als solches, sondern um die Kompetenz des NDRs.

  3. Ob das intern nominierte Lied Schrott ist, ist ja wohl keine Frage. Die sogenannten Musikexperten suchen immer nur Schrott aus. Was die Mucke und den Act betrifft.

  4. Ich schaue seit Jahren nicht mehr, denn die Balkanländer geben sich gegenseitig Punkte genau so die russisch sprachigen und Deutschland landet auf den hintersten Plätze weil , wie es scheint ,leider nicht die Musik sondern die Politik bewertet wird. Somit ist es egal welche Künstler antreten.

    • Mit so einer Aussage zeigst du deine komplette Ahnungslosigkeit. Denn in den letzten Jahren waren die Sieger Österreich, Schweden, Ukraine, Portugal, Israel, Niederlande. Kann mich ja irren, eine Dominanz der Osteuropäer kann ich da nicht erkennen.

      • @Eitelmann Michaela

        Ach du Schande!! Unter welchen Felsklotz hast du denn die letzten Jahre gelebt?? Wenn man so wenig Ahnung hat ist es glaube ich wirklich besser du bleibst dem ESC fern.

    • Liegen die Nerven erstmal blank, wird der Ton rauer …

      Regional unterschiedlich ausgeprägtes Blockvoting gibt es nachwievor – ist aber schon immer so gewesen (nicht nur bei den Sovietstaaten oder auf dem Balkan) und auch kaum zu ändern.

    • Dieses dümmliche Klischee hält sich wohl auch ohne Ende. Schaue Dir mal die Sieger der vergangenen zehn Jahre ESC an: 2010 – Deutschland, 2011 – Aserbaidschan, 2012 – Schweden, 2013 – Dänemark, 2014 – Österreich, 2015 – Schweden, 2016 – Ukraine, 2017 – Portugal, 2018 – Israel, 2019 – Niederlande…
      Wie viele Balkan- bzw. slawisch/kyrillisch sprachige Länder siehst Du da? Ich nur eins. So viel zum Thema. Für Deutschlands eher mäßigem Abschneiden seit 2013 ist nicht die deutsche Außenpolitik verantwortlich, sondern die konkurrenzuntauglichen deutschen Beiträge (mit der großen Ausnahme im Jahr 2018). Vergleiche die Performance der S!sters doch mal direkt mit den Top 10 dieses Jahr und Du begreifst.

  5. Wer sagt denn, dass das Publikum ausgeschlossen werden soll? Das ist reine Spekulation. Ich bin auch nicht immer mit dem Publikumsfavoriten zufrieden, aber direkt zu sagen, das Publikum kann nichts ist auch falsch. Vielleicht gab es in den Bewertungen ein Song, der bei beiden Jurys haushoher Favorit war und die Zuständigen sich dachten, ein Vorentscheid würde das nur bestätigen. Vielleicht gibt’s ja auch doch einen Vorentscheid. Es weiß keiner.
    Wir alle kennen die Beweggründe des NDR nicht, aber dieses Rumgemeckere, bevor man überhaupt nur eine offizielle Info hat, ist die schlechteste Form von Anstand, die man an den Tag bringen kann. Egal welche Meinung man über die Auswahl hat, sowas gehört sich nicht. Konstruktive Kritik gerne, rummeckern und beleidigen nein! Aber das will unseren uneingeschränkten Vorentscheidsfans wohl nicht in den Kopf, Kritik ist vielleicht nicht seine Stärke…

  6. Für mich ist die Idee dass jede Land ein Beitrag schickt was in dem Land ausgewählt wurde, so kriegt man ein Wettkampf mit vielfalt. Wer gewinnt ist sekundär, ich genieße die „schlechte“ sachen genau so viel wie den „besseren“. Ich will sehen was die Leute in Griechenland gut finden dann will ich es vergleichen mit was die Leute in Dänemark so mögen. Was ich nicht will ist das zu sehen was der Regime in Azerbaijan als wahrscheinlichster Gewinner bestimmt haben. Lass die Leute abstimmen.

    • Grundsätzlich ne schöne Idee. Wenn allerdings dein Geschmack jedes Jahr nicht ankommt und dein Land immer im Halbfinale rausfliegt, bzw. bei den Big5 hinten landet, dann wird zwangsläufig das Interesse am ESC verfliegen. Daher finde ich eine interne Nominierung gerechtfertigt, sofern die Auswählenden kompetent sind und wissen, was vorne landet. Der Erfolg eines Landes entscheidet über das Gesamtinteresse in der Bevölkerung, siehe Lena 2010 und 2011. Die Quoten waren überragend, weil man wusste, das hat Potential.

      • Naja. Die Auswählenden zwar nicht, aber der NDR hat uns letztes Jahr auch die S!sters nachgeschoben. Also so „kompetent“ vermag ich das nicht unbedingt zu beurteilen.

      • Australien hatte viele Jahre absolut keine Chance auf „Erfolg“ trotzdem gabs es große Interesse. Vielleicht sollte man eher auf dieses Big5 Status verzichten und ganz normal mitmachen. So hören die andere Länder die Lieder im Semifinal und man kommt deutlich sympathischer rüber als wenn man sich ein Platz kauft. Ich glaube ein Lands interesse an ESC ist proportional zum qualität der Vorentscheidung.

  7. Das wesentliche Indiz nachwievor: wenn ein Vorentscheid in Planung wäre, gäbe es schlicht keinen Grund, das nicht wie gehabt früher zu verkünden (so wie alle anderen auch)!

    Bei einer internen Nominierung halten sich die Motive für eine späte Verkündung allerdings auch in Grenzen:

    – man ist sich mit dem Künstler einfach noch nicht einig, bzw. hat sich noch nicht entschieden?
    Möglich aber ungünstig, da sich der Sender entsprechend mehrere Optionen offenhalten müsste, was wiederum für den berüchtigten Schubladensong spräche.

    – Shitstorm-Vermeidung?
    Nur sehr bedingt, denn je länger mit der Verkündung gewartet wird, je heftiger der Aufruhr. Ausser natürlich Song und Künstler haben das ESC-Panel mit Prädikat bestanden, aber in dem Fall gäbe es eigentlich auch mit einer früheren Verkündung kein Problem.
    Wobei es inzwischen ja fast schon Gesetz ist, den Song möglichst spät zu droppen und ein mäßig erfolgreicher Künstler (man stelle sich mal ernsthaft den lieben Schuhmacher vor), dürfte ohne den rettenden Song nicht besonders gut ankommen (milde ausgedruckt). Das würde aber auch bedeuten, dass nächste Woche lediglich der Umstand einer internen Selektion offiziell gemacht wird …

    Mir wäre ein (klassischer) Vorentscheid nachwievor lieber und ich finde auch, dass es Sache des Senders sein muss, bei Auswahl und Präsentation auf Chancengleichheit zu achten (und vom Zeitgeschehen begünstigte Beiträge entsprechend zu vermeiden ausser natürlich, wenn es sich um echte Knallersongs handelt – wofür man ja schließlich ein Expertenpanel hat …).
    Dass mit der augenscheinlichen Entscheidung gegen einen VE dem Fernsehpublikum der schwarze Peter zugeschoben werden soll, erscheint mir unlogisch. Letztlich hat das Publikum ja durchaus im Sinne der Herrschaften entschieden.

  8. @Björn: Warum sollte Deutschland auf das Privileg verzichten? Italien ist auch ein Big 5-Land und ist fast immer erfolgreich. Wenn dann sollte der Beitrag für Deutschland aber dann massiv senken. Ich gebe aber vielen Recht, wenn man zu den Big 5 gehört, dann hat man sich gefälligst Mühe zu geben und zumindest so viel Ehrgeiz zu haben, das man in die top 10 gehört. Und nicht ständig unter den Letzten ist.

    • @escfan05 aus genau dem Grund was ich geschrieben habe, es ist nicht sympatisch sich ein Platz zu kaufen und in eine Wettkampf mit ein Herz als Logo wo das Publikum beiträge aus Russland ausbuhen hilft es sympathisch zu sein um Stimmen zu holen.
      Natürlich kann man trotzdem kein Schrott schicken und auf ein Gewinn hoffen.

      Mein Tipp: wenn ihr Eurovision mag, dann schaue statt die (nicht existierende Deutsche Vorentscheid) unsere Schwedische vorentscheid.

      • Die schwedische Ve schaue ich mir an, wenn ich wissen will, welches Lied die Juroren als nächstes überbewerten. Aber ein Ersatz für eine deutsche VE ist Schweden nicht.

  9. Ich habe tatsächlich so etwas in der Art gehofft, aber nie gedacht, dass sie das wirklich umsetzen. Der Faktor Publikum ist mMn nämlich nicht zu unterschätzen. Denn….

    1. Viele wissen nicht worum es geht
    Ich habe jedes Jahr aufs Neue das Gefühl, dass ein Großteil der Zuschauer den Vorentscheid als typische Abendunterhaltung-Gesangsshow sehen – aber nicht als Vorentscheid für den ESC. Viele scheinen nicht mal eine Ahnung zu haben, was der ESC überhaupt ist. Musste schmunzeln, als die Schöneberger vor 2 Jahren mal im Publikum gefragt hat, warum der ESC dieses Jahr in Portugal stattfindet: Die Antwort „Da hab ich mich jetzt nicht drauf vorbereitet, ich mag aber Song Nr ___“.

    2. Junge Zuschauer viel zu wenig vertreten
    Wie es für die ARD typisch ist, ist die Zuschauerschaft eher in vergleichsweise älteren Jahren angesiedelt. Und der Vorentscheid macht da keine Ausnahme: Von den rund 3mio Zuschauern, waren letztes Jahr 2mio ü50. Die Entscheidungen werden maßgeblich von der älteren Bevölkerung beeinflusst, weshalb gewagtes, neues, gefühlt kaum ein Chance hat.

    3. Zu sehr im „DSDS-Schema“
    Augenscheinlich stimmen die meisten Zuschauer nicht unbedingt für den Song, der für den ESC am geeignetsten wäre, sondern für einen Interpreten, dem sie es am meisten gönnen würden. Ganz nach dem DSDS-Schema. Abstimmungsgrundlage ist primär Sympathie und Geschichte, anstatt Song und Gesang. Letztes Jahr „Sisters“ die beiden verrückten Mädchen mit einem großen Traum. Das Jahr davor Michael Schulte (mit glücklicherweise auch dem besten Song), der über seinen verstorbenen Vater singt. 2016 Jamie-Lee, als The Voice Gewinnerin, die jetzt groß rauskommen soll. 2015 (eigentlich) Andreas Kümmert, als der in sich gekehrte, unscheinbare Sänger mit riesen Stimme.

    Und so haben wir jedes Jahr einen „Random-Faktor“ in der Abstimmung, den ich persönlich schon lange über Bord geschmissen hätte. Die gemeine Zuschauerschaft – nicht wir ESC Cracks 😉 – wählt ohne Hintergrundwissen über den ESC, nach Sympathie und gibt Neuartigem kaum eine Chance.

    Ich weiß nicht, was der NDR uns präsentieren wird. Und wenn ich gerade Richtung Sisters schiele, erwarte ich nichts bahnbrechendes. Aber zumindest werde ich mich im Nachhinein nicht ärgern müssen, weil ich im Zweifel nicht wissen werde, dass wir abermals grandiose Chancen weggeschmissen haben.

    • Naja so ganz stimm ich aber nicht zu, Aly Ryan hatte ja auch die Geschichte mit ihrem verstorbenen Bruder für den sie auf der Bühne gesungen hat. War dem Anrufer relativ Wurscht.

      • Aly hatte aber auch das typische der Schnepfe, wodurch sie für die Älteren wieder unsympathisch wurde.

      • Aly Ryan kam in ihrem Einspielfilmchen sehr unsympathisch rüber, lebt in L. A., dann erwähnt sie völlig emotionslos die Geschichte von ihrem Bruder… Auch BB Thomaz und evtl. noch Makeda waren unsympathisch im Einspielfilmchen. Da waren einzig die S!sters, Linus Bruhn und besonders Lilly Among Clouds sympathisch. Da S!sters zu zweit waren, doppelte „Fanbase“ und somit auch Sieg.

    • Volle Zustimmung, bis auf vielleicht 2016, weil da glaube ich wirklich sowohl Jamie-Lees riesen Fanbase als auch Leute wie ich, die unbedingt Alex Diehl verhindern wollten (was im Nachhinein betrachtet gar nicht nötig gewesen wäre).
      Verstärkt wird dieser Sympathie-Effekt auch noch durch die seit 2017 üblichen gefühligen Filmchen, in denen die Kandidaten (inkl. derem Familien!) erstmal lang und breit vorgestellt werden und die sich eigentlich alle auf „Musik ist mein Lebenstraum und der ESC wäre eine große Chance“ herunterbrechen lassen. Die Plattenlabel-Werbeclips in den Jahren davor waren da zumindest neutraler gehalten. Man hätte sich auch irgendwas kürzeres und inspirierteres einfallen lassen können, wenn man die Kandidaten schon unbedingt vorab vorstellen will. Eingentlich waren die betont unparteiischen Moderationen bei den deutschen VEs der frühen ’70er nach dem Muster „Das war Lied Nr. 1 und jetzt kommt Lied Nr. 2“ bei aller Steifheit schon irgendwie passender 🙂

      • So absurd es klingt, eine Aufmachung wie bei den Blind Auditions von The Voice wäre perfekt für unseren Vorentscheid xD

        Nee, aber mal ernst, du hast schon Recht. Der Fokus des NDR liegt seit Jahren auf der Findung eines Interpreten. Selbst mit dem Fancy-Konzept der letzten 2 Jahre: Erst sucht man Monate lang die Interpreten und im Januar fängt man an, Songs zu schreiben.
        Und das zieht sich dann auch in die Shows weiter: Erst 5 Minuten die Artisten vorstellen, dann am besten erst noch ein Cover-Song vorweg und später irgendwann kommt dann 3 Minuten lang das, was wichtig ist.

    • Es ist zwar interessant zu sehen, das mittlerweile „Ältere“ für Schwuhle nicht mehr bei 25 beginnen, sondern immerhin bei 50, aber: wenn einer von Euch Ed-Sheran-Lookalikes mit Eurem begrenzten Castinghoppelchen-Horizont noch einmal was über den vermeintlich miserablen Musikgeschmack von „Älteren“ schreibt, dann flippe ich durch ! 😉

      P.S.: Die Rechtschreibfehler rühren daher , dass ich in meinem Alter nicht mehr so gut sehe (Aber ich höre um so besser und spröde splitternde Knochen ins Gesicht zu bekommen, kann schwere Verletzungen hervorrufen) 😉

      • Es sei noch kurz angemerkt, dass der Auslöser für meine begeisterte Reaktion vor allem der mir aus dem Herzen sprechendeTeil VOR der Klammer ist 😉

    • Also sag mal für wie blöd hälst du eigentlich die Zuschauer. Die Zuschauer von der ARD mögen nicht so hipp, jung und dynamisch sein wie die Zuschauer von RTL oder RTL2, aber nur weil man älter ist, ist man nicht gleich senil. Wenn die Sendung heißt “ Unser Lied für Tel Aviv“. Dann weiß jeder das es um den Vorentscheid für den ESC geht. Zumal ja noch in der Sendung erklärt wird, was der ESC ist usw. Es mag ja sein, das dir die anderen Lieder bei der VE 2019 besser gefallen haben als die Sisters, aber die Mehrheit der Zuschauer, egal wieviel angerufen haben, fanden nun mal das die Sisters am besten waren. Und darum gehts doch bei Nationalen Vorentscheiden. Erst müssen die Acts dort die Zuschauer im eigenen Land überzeugen. Und wenn der Act die VE gewonnen hat, muss er die Zuschauer in ganz Europa überzeugen. Und ob er das tut, kann man halt vorher nicht wissen. Ein Großteil der Faszination macht doch aus, zu Erfahren, ob der Act der bei einer VE ausgewählt worden ist, auch international überzeugen kann. Entweder tut ers, dann hat man Glück gehabt, oder er tut es nicht, dann eben Pech. Mund abputzen, und nächstes Jahr. In so kleinen Ländern wie Norwegen, Dänemark oder Schweden würde man nie den Vorentscheid gegen eine interne Nominierung ersetzen, egal wie gut oder wie schlecht ein Beitrag abgeschnitten hat.

      • Seltsam ist nur, dass den deutschen Vorentscheid fast immer ein Beitrag gewinnt, der dann auf der ESC-Bühne nicht den Hauch einer Chance hat. Das müsste auch Dir auffallen, wo Du Dich doch ESC-Fan nennst. Auch ich traue vielen deutschen TV-Zuschauer*innen durchaus das Wissen zu, dass ein nationaler Vorentscheid keine plumpe Castingshow á la DSDS ist. Ich wage aber zu bezweifeln, dass sie beim Voting dann auch wirklich an das große ESC-Finale denken, wenn sie beim Vorentscheid zum Telefonhörer greifen. Sonst würde nicht ständig ein Lied den Vorentscheid gewinnen, das später beim ESC gegen die internationale Konkurrenz absolut chancenlos ist. Ich glaube, bei den meisten Deutschen zieht eben immer noch dieses „niedliche Lena-Image“ aus dem Jahr 2010, was einmal funktioniert hat, aber dann nicht mehr. Du schreibst, es fasziniere Dich zu erfahren, ob ein Vorentscheid-Sieger auch international mithalten kann. So faszinierend finde ich es aber nicht, wenn ich schon von vorn herein weiß, dass er es nicht tut. Zuletzt bei den S!sters im letzten Jahr war das bei mir der Fall. Sorry, escfan05, aber wahre ESC-Fans müssten mittlerweile wissen, was beim ESC mithalten kann und was nicht. Ich jedenfalls bin mir längst im Klaren darüber, dass süße Mädchen mit süßen Liedchen nichts mehr reißen, wenn das Lied nur runterplätschert und die Mädchen dabei herumzappeln wie bei der Physiotherapie. Richtig lachen muss ich aber, wenn Norwegen, Dänemark und Schweden im Bezug auf den ESC als „klein“ bezeichnet werden. Auch der Vergleich von unserem Vorentscheid mit denen in den skandinavischen Ländern zeugt nicht gerade von großer Fachkompetenz. Hast Du Dir schon mal etwa die schwedischen Melodifestivalen angeguckt? Das ist eine ganz andere Dimension. Gerade Schweden investiert in seine Beiträge wesentlich mehr als Deutschland, weswegen Schweden letztlich beim ESC auch viel erfolgreicher ist als wir. Von einem Big-Five-Land wie Deutschland erwarte ich eigentlich, dass es sich bei der Auswahl seines Beitrages engagiert, um zu zeigen, dass es seinem Startrecht im ESC-Finale auch würdig ist. Diese Erwartung erfüllt von den Big Five – zumindest nach meiner Auffassung – derzeit nur Italien. Es gibt Länder, bei denen sich der nationale Vorentscheid bewährt hat und es gibt Länder, die mit der internen Auswahl besser fahren. Zu welcher Fraktion Deutschland gehört, wäre mal an der Zeit, herauszufinden.

  10. Mit Verlaub, die Idee, dass so etwas wie Laing oder LaBrassBanda vom NDR einfach mal so intern gewählt worden wäre, wenn es damals nicht diese lästige gefühlte Pflicht der Einbindung der Öffentlichkeit gegeben hätte, halte ich für ziemlichen Unsinn. Unheilig oder Scooter vielleicht schon, aber deren/dessen Scheitern habe ich eigentlich nicht als besonderen Verlust empfunden (nun gut Scooter wären zumindest ganz lustig gewesen).

    Und die bloße Tatsache, dass man dann wenigstens nicht weiss, was man hätte haben können (wenn doch nur …), ist für mich weit weniger wert als die Möglichkeit für diverse durchaus brauchbare deutsche Künstler, landesweit (und inzwischen auch zunehmend international) neues Publikum zu erschliessen.

    Aber gut. Warten wir einfach mal ab, was der NDR uns feines mitgebracht hat …

    • Ich zitiere mal, mit einer kleinen Abwandlung, aus dem Film Avatar: Der NDR pisst auf die Fans, und ist noch nicht mal so nett, uns das als Regen zu verkaufen.

      • Komisch,letztes Jahr hast Du den NDR bis „aufs Blut“ verteidigt. Wie kann man diesen Meinungsumschwung erklären ?

        Ich habe von Schreiber & Co. noch nie viel gehalten und bin deswegen ziemlich entspannt.

        Viel wichtiger ist mir derzeit eh die Premiere des spanischen Beitrags. Am Sonntag ist es wohl soweit….

    • Dass der NDR gute Entscheidungen trifft, hab ich ja nie behauptet. Nur dass es die Zuschauer auf jeden Fall nicht tun.

      Und dass Künstler in Deutschland neues Publikum erschließen ist zwar schön für die Künstler, aber ist nach wie vor nicht der Sinn des Vorentscheides. Wer einfach und schnell berühmt werden will geht heutzutage zum Bachelor, DSDS, Supertalent oder The Voice. Aber nicht zum Vorentscheid.

      • Du tust ja gerade so ob die Zuschauer durch die Bank weg in den letzten 10 Jahren nur Müll ausgesucht haben, obwohl es angeblich immer was Besseres gegeben hätte.

        – 2010 absolut goldrichtig vom Zuschauer Lena mit Satelllite zu wählen
        – 2011 absolut richtig, das es Taken by a stranger wurde
        – 2012 richtige Zuschauerwahl mit Lob und Standing still
        – 2013 Sondermüll-VE mit der Wahl zwischen Pest und Cholera
        – 2014 Sondermüll-VE mit der Wahl zwischen Pest und Cholera… und der Graf wäre keine bessere Wahl gewesen
        – 2015 richtige Entscheidung den Kümmert zu wählen (mit 80%?). Das Black Smoke dann in einer Verzweiflungstat spontan als Nachrücker bestimmt wurde, da konnten die Zuschauer nix für.
        – 2016 wählten wohl gerade die „jüngeren“ Leute Jamie-Lee. Das war mit Nichten ein Act der Ü60-Fraktion… es sei denn die wären alle TVOG-Zuschauer
        2017 Sondermüll-VE mit der Wahl zwischen Pest und Cholera
        2018 absolut goldrichtig Schulte als Televoting-Sieger
        2019 Sondermüll-VE mit der Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Ryan hatte den besten Song… aber einen unterirdischen Live-Auftritt… wie eigentlich alle

        Ich denke der Zuschauer hat schon ein Gespür dafür, was gut ist und was nicht. Nur wenn nur Mist in einer VE angeboten wird bzw. die Acts total beschissen auf der Bühne vorgetragen werden, dann liegt es nicht am Zuschauer.

        Und nein, ich bin keine Ü60

      • Du magst anderer Meinung sein, aber ich glaube, dass es zwischen etablierten Stars und aufstrebenden Casting-Sternchen ein recht großes Feld von aktiven Musikern gibt, die nicht ins Casting-Schema passen und dennoch bereit wären eine mediale Plattform, die ein Vorentscheid bietet, auch zu nutzen. Ich sehe da tatsächlich so etwas wie ein kuturelles Potential (auch wenn mir klar ist, dass nicht nur in Deutschland ein Großteil der Musikszene aussen vor bleibt) nicht nur in Deutschland. Und nach meinem Dafürhalten ist das durchaus im Sinne der Eurovision.

        Hätte man beim NDR in den letzten 20 Jahren mal mehr auf eine gewisse Qualität als auf die Quote geachtet, wären mit der Zeit womöglich auch bessere Entscheidungen seitens der Zuschauer getroffen worden. Wobei man darüber, was „besser“ ist, natürlich auch endlos diskutieren kann, denn so sehr auch ich manche Kandidaten lieber beim ESC gesehen hätte, kann ich und auch sonst niemand nachweisen, dass diese dort (signifikant) besser abgeschnitten hätten.

      • @meckienrw
        2010-2012 gebe ich dir recht
        Aber von da an? Mit Ausnahme von 2018 und 2017 gab es jedes einzelne Jahr Songs die wesentlich geeigneter sind, als das, was ausgewählt wurde. Besser/schlechter ist subjektiv, aber ob ein Beitrag für den ESC geeignet ist und Chancen hat, sollte jeder erkennen können, der den Contest schon länger verfolgt. Und genau da ist das Problem: Der durchschnittliche ARD-Zuschauer hat da offenbar keine Ahnung von und entscheidet nach Faktoren, die mit dem ESC nix zutun haben.
        Ich sage ja nicht, dass die Zuschauer „keinen Geschmack haben“ oder so – jedem das seine. Ich sage nur, dass sie bei ihrer Auswahl den Contest nicht im Hinterkopf haben.

        Nehmen wir mal 2013 als Beispiel:

        Zuschauer wollten eindeutig Cascada oder LaBrassBanda. Cascada wohl, weil sie schon bekannt ist und der Song radiotauglich ist. LaBrassBanda, weil sie sympathisch rüberkommen und ihr Lied ein Oktoberfest-Mitschaukel Lied ist, das zumindest in deutschen Ohren lustig klingt. Wie Cascada abgeschnitten hat, wissen wir, und bei LaBrassBanda kann ich mir vorstellen, dass es so gewirkt hätte, wie „Woki mit der Popo“ 2012 auf uns wirkte. Alles nicht ideal.

        Hätte ich die alleinige Entscheidungsgewalt gehabt, hätte ich Blitzkid’s Mvt. mit ihrem Song hingeschickt. Wieso? Weil sie sich von der Menge abheben. Sowohl optisch als auch musikalisch. Es ist halt ein eigenständiger Stil mit hohem Wiedererkennungswert. Erstaunlicherweise sah das die Jury damals auch so – und wurde dafür von der Halle beinahe schon ausgebuht.

      • Ich glaube nicht, das die Blitzkids wirklich besser abgeschnitten hätten – aber das weiß man natürlich nie. Cascada fand ich aber auch nicht dolle.

        2016 hätte ich Avantasia geschickt, eben wegen ihrer großen internationalen Fanbase. Auch wenn das live nicht super gut rüberkam.

        Es gab immer wieder Songs, die ich vielleicht auch lieber beim ESC gesehen hätte. Aber bis auf Schulte 2018 gab es seit 2013 keinen einzigen Song mehr in allen seitdem ausgetragenen Deutschen VE’s, den ich spontan einen Top10-Platz zugetraut hätte. Das ist eigentlich schon traurig genug. Das Angebot des NDR war seit 2013-2019 und von 2005-2009 immer äußerst dünn. Bis auf den Glücksgriff Schulte halt.

        Ich hab aber auch gar nix gegen eine „interne“ Auswahl dieses Jahr. Dann hat der NDR wenigstens keine Ausrede mehr. Und vielleicht strafen mich die NDR-Verantwortlichen ja auch Lügen und schicken wirklich was Gutes. Der Glaube fehlt mir diesbezüglich aber ein wenig.

      • Die Auswahl in den deutschen Vorentscheiden war wesentlich besser als Du, Meckie, es jetzt darstellst. Das Problem war sehr häufig in der Performance.
        2014 hätte unter normalen Umständen Madeline Juno mit Error nach Kopenhagen fahren MÜSSEN, aber erstens hat sie sich bei der Songauswahl verzockt und zweitens war ihr Gesang … äh… richtig schlecht gewesen.
        2015 wäre Fahrenhaidt mit Frozen Silence mindestens Zweiter geworden, wenn ihre Visual Performance auf der Bühne möglich gewesen wäre. Laing hatte dagegen zwei fertige Beiträge geliefert, wurden aber nicht gewählt, weil Underdogbonus und The Voice-Sieger.
        2016 war das richtig Lied und die richtige Sängerin gewesen. Da ist der NDR übrigens Risiko gefahren mit dem Anime-Stil. Ist halt nicht angekommen. Alex Diehl wäre (zu meinem Leidwesen) wahrscheinlich auch ziemlich weit gekommen.
        2017 war insgesamt schrottig gewesen.
        2018 dagegen war Michael Schulte der einzige wählbare Kandidat gewesen. Performance war da im Vorentscheid aber eher suboptimal gewesen.
        2019 dagegen hatten wir einige durchaus wählbare Beiträge gehabt… wenn die Performance gestimmt hätte und die war (mal wieder) …hm… ausbaufähig gewesen.

        Also insgesamt waren die Alternativen alles Andere als „Sondermüll“. Es gab halt andere Probleme, die vom Zuschauer nicht honoriert werden konnten.

      • Das erwähnte ich ja auch, das es oftmals auch an den nicht sehr geglückten Auftritten lag. Die Ryan hätte beim ESC mit dem Auftritt der VE auch nur Platz 20+ gemacht….

      • Ich hätte jetzt eher gesagt, dass Lilly beim ESC keinen Schnupfen hätte haben dürfen. 😉

    • Ich glaube das Unheilig damals im VE verloren haben, lag daran das Elaiza in der VE sehr sympathisch und sehr fröhlich auftraten. Bei Unheilig wirkte alles sehr aufgesetzt und arrogant. Zumal seine Lieder die er im VE präsentierte, nicht seine besten waren. Der hätte damals in Dänemark auch nicht viel besser abgeschnitten als Elaiza

    • Als Schandfleck wäre Perfect life immerhin irgendwie jenseits von „grau“ in Erinnerung geblieben… ja, es war der Tiefpunkt.

    • Ja, das war schon krass. Perfect Life und Wildfire würden von mir aus ja noch als nicht störende Kaufhaus-Musik durchgehen… aber live interpretiert… war das Horror. Der übelste Deutsche Beitrag der letzten 20 Jahre war für mich aber Sister.

    • Mir hat die eigentliche Sendung von 2017 gar nicht mal so schlecht gefallen, aber der Ablauf war einfach schlecht gewählt. Ich war überrascht, das Wildfire am Ende Perfect Life dann doch unterlegen war. Ich glaube der hätte ein wenig besser abgeschnitten, als Perfect Life. Habe die Inszenierung dann beim ESC nicht so ganz verstanden. Graues Kleid, vor grauem Hintergrund, sieht so ein „Perfect Life“ aus? Keine Tänzer, nix was das ganzer etwas bunter hätte wirken lassen. So war klar, das es nicht gut abschneiden würde.

    • Für mich war der Tiefpunkt nicht der Vorentscheid, sondern dass wir damit nicht letzter geworden sind und das Negativ-Triple knapp verfehlt haben. Blöder Spanier… 😛

  11. Jeder hat so seine ESC-Beiträge, die ihm nicht so besonders oder überhaupt nicht gefallen, und es ist schön, dass Geschmäcke unterschiedlich sind (ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass meckienrws soeben erwähnter „übelster deutscher Beitrag der letzten 20 Jahre“ einer meiner Lieblinge ist). Was mich bei so manchen Kommentaren hier stört ist diese Ergebnisorientierung nach dem Motto „Der Erfolg gibt gibt allem recht“. Da hat also das VE-Publikum genau dann „richtig“ abgestimmt, wenn der Song international eine gute Platzierung belegt, und Songs, die eher im hinteren Feld landen, „taugen nichts“.

    Ich finde es schade, dass bei einigen ESC-Fans solch eine mangelnde Wertschätzung für „erfolglose“ Titel zu konstatieren ist, und damit einhergehend die Haltung, dass wer hinten landet, irgendetwas falsch gemacht hat, selbst „schuld“ ist und daher ruhig runtergemacht werden kann. Aber vielleicht sind andere Erwartungen in Zeiten, in denen junge Leute mit Casting-Shows aufwachsen mit ihrer Ideologie der Bestrafung von „Schwäche“ einfach nur hoffnungslos naiv und altmodisch. Dabei kann man auch unter den hinteren Platzierungen in der Geschichte des Grand Prix Eurovision so viele Perlen finden (die individuell höchst unterschiedlich ausfallen können).

    Zum Schluss möchte ich noch mein Erstaunen äußern über den hier entstandenen Eindruck, dass für den einen oder anderen ESC-Fan die Freude an diesem Song-Festival hauptsächlich von der Platzierung des deutschen Beitrags abzuhängen scheint.

    • Der ESC ist nun mal ein Wettbewerb. Und es ist doch vollkommen klar, was zählt, was man beim ESC erreicht. Und wenn der NDR schon seit Jahren, mit einer Ausnahme, immer nur schlechte Ergebnisse einfährt, dann hat man nicht alles richtig gemacht. Den ESC 2019 habe ich bereits verdrängt und aus meinem Gedächtnis so gut wie gelöscht. Ich fürchte das 2020 nicht besser wird. Es ist vollkommen legitim, das für einen deutschen Fan, das Deutsche Ergebnis nun mal wichtig ist. Sonst können wir es ja gleich vergessen. Leid tut es mir um die Sisters, Jamie Lee und Levina, das waren alles nette Mädels, die sich jetzt ihre Musikkarriere abschminken können. Auf jeden Fall, war ihr Aufritt beim ESC ein gewaltiger Rückschlag für ihre Karrieren. Na immerhin es gibt ja noch Hochzeiten und Supermarkteröffnungen.

      • Nun ja, der Grand Prix Eurovision de la chanson européenne war doch hauptsächlich erst einmal als Festival zur Verständigung über europäische Grenzen hinweg gedacht. Klar ist es ein Wettbewerb, aber dieser Leistungssportgedanke, dem manche Fans anzuhängen scheinen, war doch eigentlich nicht Kern der Idee, oder?

        „Es ist vollkommen legitim, das für einen deutschen Fan, das Deutsche Ergebnis nun mal wichtig ist. Sonst können wir es ja gleich vergessen.“ Den zweiten Satz verstehe ich überhaupt nicht, den ersten Satz kann ich, wenn nicht alles andere hintere dem deutschen Ergebnis verblasst, durchaus nachvollziehen. Mir persönlich ist das Ergebnis meiner persönlichen Favoriten wichtiger (auch wenn 2019 der deutsche Beitrag da ausnahmsweise mal wieder mit dazu gehörte). Und wenn es einen deutschen Hype um einen Titel gibt, dann muss der Titel schon wirklich gut sein, damit ich ihm die Daumen halte, genauso wie diese Massenhysterie bei Fußball-WMs mich eher für den Gegner der deutschen Mannschaft die Daumen drücken lässt (zur Zeit ist die Hochmütigkeit in Fußball-Deutschland etwas geringer, was meine Sympathien für die Nationalmannschaft deutlich erhöht).

      • Lieber Thomas M. (mit Punkt), vielen Dank für die Erinnerung, dass es bei diesem Wettbewerb um den Frieden geht, um Versöhnung und den viele Menschen in Europa. Da steht es nicht an erste Stelle, ein Lied demokratisch wählen zu lassen, sondern überhaupt teilzunehmen und zu sagen: Ich will mich mit euch friedlich messen. Dabei ist es egal, wie der Beitrag zustandekam. Und sehr schön finde ich auch, dass du mich daran erinnert hast, dass meine persönlichen Favoriten meist auf dem letzten Platz gelandet sind (Tooji 2012, Ryan Dolan 2013, Tschechien 2016 und weitere die weit hinten landeten), nur Belgien hat es 2015 weit nach vorne gebracht, worüber ich mich richtig gefreut habe. Und das ist es doch, sich freuen für seinen Liebling und nebenbei für sein eigenes Land mitfiebern.

    • Ähem….. Joy Flemings Beitrag (damals bekanntlich Drittletzter) genießt hohe Wertschätzung und hat zurecht Spuren hinterlassen.

      Bei einem speziell für den ESC zusammengestellten und vollkommen am Musikgeschmack produzierten Liedchen darfst Du das nicht erwarten. Auch das Argument „Televotingsieger“ zieht nicht – es haben sich bekanntlich nicht viele an der Abstimmung beteiligt.

  12. „Zum Schluss möchte ich noch mein Erstaunen äußern über den hier entstandenen Eindruck, dass für den einen oder anderen ESC-Fan die Freude an diesem Song-Festival hauptsächlich von der Platzierung des deutschen Beitrags abzuhängen scheint.“

    Nicht unbedingt. Ich kann auch gerne mit einer schlechten Platzierung leben, wenn mir der Song dennoch gefällt. Das passiert bei mir aber selten, das ein Song, der beim ESC für Deutschland abgestunken ist, mir tatsächlich gefällt. Nur diese Songs gefallen mir dann auch vor dem ESC schon nicht.

    Andersrum würde mir Sisters auch niemals gefallen, wenn er beim ESC in die Top10 gekommen wäre.

    Früher war mir eine Platzierung aber wirklich sehr wichtig beim ESC. Mittlerweile ist es mir relativ egal geworden.

    Wichtig ist das mir der Deutsche Beitrag gefällt. Und das gab es in den letzten 15 Jahren nicht übermässig häufig.

  13. Alles Spekulatius (und ich dachte, Weihnachten wär rum). Schaun mer mal. Ich hoffe nur, der im letzten Jahr von Thomas S. erwähnte „Supersong“ bleibt in der Schublade.

  14. Thomas M. (mit Punkt) – ich kann Dein Posting voll und ganz unterschreiben. Es ist leider eine sehr deutsche Unart den, platzierungstechnisch gesehen, Looser noch zusätzlich nieder zu machen anstatt ihm Respekt zu zollen und ein Stück weit aufzufangen. In anderen ESC-Ländern werden die eigenen ESC-Kandidaten trotz allem abgefeiert, auch wenn sie beim ESC nicht erfolgreich waren – sehr oft auch noch im Jahr darauf bei der Suche nach einem neuen ESC-Beitrag. Kann mich nicht erinnern, dass das jemals in einer deutschen VE so der Fall gewesen ist.

    Was eine etwaige Direktnominierung anbelangt, sehe ich es nicht so dramatisch. Mich hat ohnehin diese Lieblosigkeit des NDR bei der ganzen Herangehensweise für VE und ESC in den letzten Jahren sehr gestört. Null Vorfreude, kein Spannungsbogen und die VE selbst wird abgespult wie die tagesschau – nüchtern und ohne jede Begeisterung für das Event ESC (ich denke noch mit Grauen an den Showact „Lindenberg“ im letzten Jahr). Nee, also eine solch fade VE braucht wirklich niemand, dann echt lieber eine direkte Nominierung.

    Es ist natürlich keine Garantie gegeben, dass wir damit einen Top-Act bekommen – das hat es aber auch bei VE`s schon nicht gegeben. Für den einen oder anderen Act, der mit einer VE ermittelt wurde hat man sich sogar geschämt – ich sage nur Guildo Horn, Stefan Raab und leider auch für die NoAngels.

    • Warum sollte man sich für Gildo Horn und Stefan Raab schämen? Die beiden haben für Deutschland einen 7. und einen 5. Platz geholt. No Angels kann ich nachvollziehen, aber doch nicht für die beiden anderen.

    • In den meisten anderen Ländern interessiert der ESC, wie bei uns, die breite Öffentlichkeit so ziemlich NULL. Da wird niemand „abgefeiert“…

      Das der Vorjahres-VE-Sieger zur nächsten VE eingeladen worden ist gab es aber auch schon mal bei den Deutschen VE’s…. vor 500 Jahren oder so.

      Horn und Raab waren so ziemlich das Beste was dem ESC in Deutschland zu dieser Zeit passieren konnte.

      • Horn und Raab haben vielleicht gute Ergebnisse geholt, aber das war’s dann aber auch schon. Meinetwegen kriegt ersterer noch ein Sternchen für niedlichen Humor und glaubwürdige Begeisterung, doch bin ich nicht sicher, ob Rosenstolz damals nicht doch eine nachhaltigere Wahl gewesen wären.

    • Ich fand das es der Gipfel der Lieblosigkeit war und eine absolute Frechheit, als im letzten Jahr bei der VE, plötzlich der Fokus nur noch auf Udo Lindenberg lag. Hallo, es war der Vorentscheid für den ESC, da hat der ESC und die Kandidaten im Zentrum zu stehen und nicht irgendein Altstar, dem der ESC am Arsch vorbeigeht. Besser hätte der NDR nicht zeigen können, das ihm der ESC am selbigen vorbeigeht. Den Lindenberg hätte man doch in einer Extra-Sendung genug hofieren sollen, aber beim Vorentscheid zum ESC haben die Kandidaten im Zentrum zu stehen. Ich fand das gegenüber den Kandidaten einfach nur respektlos.

      • Das ist auch einer der Gründe, warum ich nicht unbedingt einer fehlenden deutsche VE nachtrauern werde. Die Shows in den letzten Jahren waren provinziell ohne Ende.

    • Christian und Frédéric, es freut mich, dass Ihr auch keine allzu großen Fans der deutschen Beiträge von 1998 und 2000 seid 🙂 Und auch wenn ich jetzt selbst ein wenig in die Logik verfalle, die ich oben kritisiert habe, so kann ich mir doch die Bemerkung nicht verkneifen, dass der deutsche Beitrag 1999 es im Unterschied zu den beiden eben erwähnten in die Top 3 beim ESC geschafft hat (das war das letzte Mal, dass das einem von mir favorisierten deutschen Beitrag passiert ist).

      Hier werden sicher manche einwenden, dass dieser Beitrag nicht den Riesen-Hype von Horn und Raab ausgelöst habe, aber das macht „Reise nach Jerusalem“ für mich noch sympathischer, denn diese Riesen-Hypes waren für mich frustrierende Tiefpunkte in meiner persönlichen „ESC-Stimmungskurve“ über die Jahre.

  15. Sturm im Wasserglas. Ich warte erst einmal auf das Produkt, welches der NDR uns kredenzt. Alles andere ist reine Philosophie um heiße Luft.

  16. @Mariposa: Ich habe den NDR nicht verteidigt, sondern die Sisters. Auch wenn es viele nicht hören möchten, die Mehrheit derZuschauer haben die Sisters gewählt. Auch wenn man beim ESC nicht erfolgreich war, sie wurden noch von den Zuschauern gewählt. Der arme Tropf der jetzt von Schreiber und Konsorten ausgewählt wird, wenn es denn eine interne Nominierung wird, hat schon ab der Bekanntgabe verloren. Egal wie schlecht sein Song wird. Sollte es eine interne Nominierung werden, landet Deutschland bei mir, auf jeden Fall ganz unten.

    • escfan05

      Du schreibst, das Du es nicht gut findest, wenn man den Deutschen Beitrag schlecht macht, wenn er beim ESC schlecht abgeschnitten hat… im gleichen Atemzug schreibst Du, das wenn der NDR einen Kandidaten direkt nominieren wird, dieser bei Dir auch jeden Fall schon hinten landen wird, egal wie Du den Song finden wirst.

      Eine sehr „interessante“ Betrachtungsweise voller Doppelmoral.

      • Weil es für mich als alter Demokrat nun mal ein Unterschied mach ob ein Kandidat per VE oder durch Dekret de Mufti ermittelt wird. Bei einer VE habe ich die Möglichkeit mitzubestimmen wer zum ESC fährt, bei einer internen Nominierung eben nicht. Und dann ist es auch niemand hinter dem ich stehen kann, und dann ist es auch egal wie schlecht der Beitrag ist. Hinter jedem Beitrag oder Künstler der bei einer VE ermittelt worden ist, stand ich. Bei einer internen Nominierung ist es damit vorbei.

  17. Ich stimme Dir aber gerne zu, daß in erster Linie wichtig ist, zu dem „eigenen“ (ich mag die Bezeichnung nicht) Beitrag stehen zu können. Da ist dann die Platzierung gar nicht mal so wichtig.

    • Die Platzierung ist immer wichtig, egal ob man persönlich den eigenen Beitrag mag oder nicht. Mein absoluter Lieblingsbeitrag war der Song von Schulte bei der deutschen VE nicht, trotzdem habe ich mich riesig gefreut, als er 2018 dann einen vierten Platz holte.

  18. Dafür, dass offiziell immer noch nichts bekanntgegeben wurde, ist ja ganz schön was los hier. 😉

    Ich freue mich auch, wenn’s Punkte für Deutschland gibt, nichtzuletzt auch weil es inzwischen eine Art Underdog-Dasein fristet, im Fall von Schulte aber auch, weil ich seine ruhige und trotzdem ESC-begeisterte Art durchaus mochte (mehr als seinen Song).

    Es ist aber schon bezeichnend, dass beim dt. VE zuletzt auch nur Schulte erneut auftrat. Schon möglich, dass die unglücklichen Absolventen nicht besonders motiviert waren, nochmal reinzuschauen, aber das hat ja mitunter auch Gründe, die über die bloße Platzierung hinaus gehen …

    Dennoch bin ich nicht der Meinung, dass „Unser Lied“ stets lieblos inszeniert wurde, denn ausgerechnet die insgesamt enttäuschende Show 2017 hatte mit Conchita, Nicole und (naja) Ruslana einen der besseren Pausenacts. 2019 hatte mit Lindenberg zwar einen eher „unpassenden“ (jedoch legendären) Künstler, aber neben Schulte auch noch Lena – gar nicht so schlecht, wenn auch erneut die Schlechtplatzierten erneut in die Röhre guckten …

    Und nur um es mal als Forderung zu formulieren: ich wünsche mir für den dt. VE schlicht mehr Kontinuität statt fast schon jährlicher Modifikationen. Mehr Konzentration auf musikalische Substanz, statt auf die Quote (sollte beim Öffentlich-rechtlichen eigentlich ohnehin so sein).

    • Sehe ich eben anders. Bei einem miesen deutschen Beitrag erwarte ich dann auch, daß er entsprechend weit unten platziert ist. Ich weiß, daß bei nicht wenigen Fans diese Meinung unbeliebt ist, stört mich aber nicht sonderlich.

    • Genauso einen Shitstorm wünsche ich mir, falls es eine interne Nominierung wirklich wird. Vor allen Dingen wird der kommen, wenn so ein unbekannter Pimpf nominiert wird.

      • Warum so salty? Ist jetzt nicht so, dass wir in den letzten Jahren besonders gut beim Contest abgeschnitten hätten. Warum nicht mal was neues probieren?

        Ich denke btw auch, dass der NDR bewusst so lange wartet. Dass die Entscheidung intern gefällt wird, da bin ich mir schon fast zu 100% sicher. Alles andere wäre jetzt zu kurzfristig.

        Ich gehe mal davon aus, dass der NDR so lange warten wird, dass im Zweifel keine Zeit für einen Shitstorm bleibt. Als Xavier Naidoo angekündigt wurde und die Hölle über den NDR losbrach, blieb noch genug Zeit, schnell einen Vorentscheid auf die Beine zu stellen. Wenn der NDR bis Mitte Februar wartet, können sie sagen: „Ja sorry Leude, aber in 2 Wochen kriegen wir das nicht mehr hin. Dann MÜSSEN wir diesen Interpreten wohl hinschicken ¯\_(ツ)_/¯“.

        Aber wie gesagt, wir sind schlechte Ergebnisse beim ESC gewöhnt. Wenn der diesjährige Beitrag wieder Murks ist, ist mir das auch egal. Der einzige Unterschied ist – wie ich oben auch schon mal erwähnte – , dass ich mich am Ende nicht ärgere, dass wieder mal gute Songs im VE rausgeflogen sind.

    • Nein, auch deswegen Funkstille zur Zeit. Erst alles bekanntgeben, wenn alles fertig ist. Das funktioniert am Besten.

      Kann man bei den Nachbarn sehen. Jeangu wurde vorzeitig bekannt und er hat Hilfe gebraucht, weil er zur Zeit noch im Studio beschäftigt ist und keine Zeit für die Öffentlichkeit hat. Er war einmal Gast bei DWDD, alle anderen Medien und Sendungen wurden abgesagt. Erst Anfang März kommt mehr. So ein Lied ist doch immer wie einen Geburt.

      • Da kann der NDR so lange warten bis zur Verkündung wie er will, sollten die Zuschauer tatsächlich ausgebotet werden und man nominiert intern irgendso eine The Voice-Trulla, dann ist der Shitstorm vorprogrammiert. Und den hätten sie sich dann redlich verdient.

      • Wenn der Act als solcher tragfähig d.h. ein Hit ist, wird es keinen Shitstorm geben. Die Crux dabei: man weiss es erst, wenn es zu spät ist. Selbst wenn das Panel Song und Interpret einstimmig durchgewunken hat, ist das keine Garantie für irgendwas.

        Allerdings ist es auch unbestreitbar, dass selbst demokratisch ermittelte Beiträge nicht vor Internet-Pöbeleien gefeit sind. „Verdient oder nicht“ ist also schlicht persönliche Ermessenssache.

  19. Ich persönlich denke, dass eine interne Nominierung nicht die schlechteste Wahl ist. Und da ist es mir auch egal, ob der- oder diejenige bekannt oder unbekannt, von the voice oder sonst wo stammt. Der Song muss zum jeweiligen Künstler passen und etwas besonderes sein. Polarisieren ist immer gut. Nur keine „nette Radio nummer“, die unter allen Beiträgen untergeht. Hinzu kommt, dass der NDR auch die Präsentation überarbeiten muss. Ist nunmal auch die halbe Miete. Und meine Hoffnung ist, dass uns ein Künstler oder eine Künstlerin mit durchdachte Song und durchdachtem staging präsentiert wird. Und solange es nichts offizielles gibt lasse ich mich überraschen und hoffe einfach auf das beste.
    Es gab bisher auch Beiträge die toll abgeschnitten haben aber meinen Geschmack nicht getroffen haben und anders herum. Also – abwarten

  20. @Frederic: Bestes Beispiel das demokratisch gewählte Beiträge auch vor Internetpöbeleien nicht gefeit sind, war ja letztes Jahr die Sisters. All diejenigen die sich darüber mokieren, das NDR für eine interne Nominierung kritisiert wird, erinnere ich an letztes Jahr.

  21. Deutschland hat in Sachen interne Auswahl meistens kein glückliches Händchen bewiesen. Die erste war 1959 und da wurden die Kessler-Zwillinge nach Cannes geschickt und belegten den achten Platz bei elf Teilnehmerländern.

    Das zweite Debakel war 1974 mit dem Duo Cindy & Bert, die mit „Eine Sommermelodie“ in Brighton nur im hinteren Drittel landeten (14. Platz und 17 Teilnehmerländer). Danach kamen die Debakel Nummer Drei (Münchner Freiheit 1993), Vier (Stone & Stone 1995) und Fünf (Leon 1996).

    Erfolgreich waren interne Nominierungen nur von 1966 bis 1968 sowie 1977 und 1994. Ob das auch in diesem Jahr sein wird, bezweifle ich sehr stark.

    • Der Vergleich hinkt aber, weil die Auswahl in den verschiedenen Jahren nach ganz unterschiedlichen Kriterien stattgefunden hat. Genau so könntest du sagen, Vorentscheide waren 1958, 1961-65, 1975/76, 1984, 1988/89, 1991/92, 1996/97, 2002, 2005-08, 2013-17 und 2019 nicht erfolgreich, deshalb sollte man das in Zukunft lassen. Außerdem wurde Leon gar nicht intern gewählt, daher steht es zur Zeit eigentlich unentschieden 🙂

      • @meckienrw: Die Zeit von etwa 1966 bis 1987 (mit einem kleinen Zwischentief 1974 bis 1976, aus dem aber ein sehr beliebter Klassiker stammt) war jedoch eine sehr erfolgreiche!

    • Die Frage ist auch, ob man das überhaupt als interne Nominierung werten kann. Wenn das Panel mitarbeitet, dann ist es nach außen eine interne Nominierung, nach innen aber ein Vorentscheid weniger erfahrener Menschen.

  22. Der Song von den Sisters wurde aber auch vorher von beiden Jurys durchgewunken und anscheinend sehr stark bewertet. Sonst hätten die ja nicht teilnehmen dürfen. Von daher weiß man nie, was die Jurys gut bewertet haben. Interne Auswahl hat auch ihre Tücken.

  23. Was hat es eigentlich immer mit den ausländischen Blogs zu tun, die hier vermerken, dass sie den Artikel als Quelle verwenden? 🤔

  24. Shitstorm? Da sollten wir uns als Bubble und insbesondere einer der Schreiber hier mal nicht zu wichtig nehmen. Der Naidoo-Gate ist vor allem passiert wegen vermeintlich politischer Ansichten und einem Aufschrei ARD-Intendanten-intern, ausdrücklich nicht weil Xavier intern nominiert wurde. Ganz ehrlich, selbst wenn hier auf dem Blog alle aufschreien, kräht da draußen kein Hahn nach. So wichtig ist der ESC in der öffentlichen Wahrnehmung leider nicht. Es sei denn die BILD deckt eine buchstäbliche Leiche im Künstler-Keller auf…
    Ich bin auch alles andere als ein Freund interner Nominierungen, würde mir eine beständige VE wünschen, gerne mehrteilig, die man ohne Quotendruck über Jahre zu einer nationalen Marke aufbaut. Aber, reines Wunschdenken… Ich erwarte schon lange nichts Großes mehr vom NDR. Die wenigen Erfolge waren Zufallsprodukte oder komplett fremdgesteuert durch Leute mit eigenen Ideen, wie Raab und Schulte… Aber: wir sollten jedem Künstler erstmal eine Chance geben. Und ich bin ehrlich, ich wünsche mir im Nachhinein vollumfängliche Aufklärung des NDR, wie wo was warum diese und jene Entscheidung nach welchen Kriterien getroffen wurde…

  25. Apropos Bild: die hat vor knapp einer Stunde nen Artikel zum Vorentscheid rausgehauen. Ist allerdings nur für Abokunden zugängig, so einer bin ich zum Glück nicht, kann aber dadurch auch nicht den Artikel ansehen 🙆🏼‍♂️

  26. Habe den Zugang beruflich, keine investigative BILD-Leistung, eigentlich nur ESC-Kompakt-Wissen… bei BILD-Online immerhin recht zentral und oben zu finden, in der gedruckten BILD eher nur eine Randnotiz in der Mitte der Zeitung….
    Naja, zumindest ist der Grundstein für mehr NDR-Infos und einen vermeintlichen Shitstorm, an den ich nicht glaube, erstmal gelegt:

    NDR kippt Show zum ESC-Vorentscheid

    Plötzlich werden ganz neue Töne angeschlagen.

    Am 16. Mai steigt in Rotterdam (Niederlande) zum 65. Mal der „Eurovision Song Contest“. Doch von einem deutschen Kandidaten ist bisher nichts zu hören und zu sehen. Auch wann der diesjährige Vorentscheid stattfinden soll, wurde bisher nicht angekündigt – obwohl die Teilnehmer aller Länder bis zum 9. März feststehen müssen. Was dahintersteckt?

    Nach BILD-Informationen wird es in diesem Jahr keine Show zum deutschen Vorentscheid geben!

    Und das hat wohl mehrere Gründe: 2019 waren Schiebungsvorwürfe gegen die ARD lautgeworden, nachdem das Mädchen-Duo „Sisters“ kurzfristig am Vorentscheid teilnehmen durfte, obwohl es sich nicht wie die anderen Teilnehmer über ein Songschreiber-Training qualifizieren musste.

    DANN DIE BLAMAGE! „Sisters“ gewannen zwar den Vorentscheid, landeten beim ESC aber nur auf dem vorletzten 25. Platz.

    ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber (60, Foto) kündigte danach an, das Auswahlverfahren zu überdenken. Dies ist offensichtlich geschehen.

    Nach BILD-Informationen wurde vom Sender bereits heimlich ein Direkt-Kandidat für den ESC auserkoren.

    NDR-Sprecherin Iris Bents zu BILD: „Erste Infos werden wir Ende Januar herausgeben.“

  27. Die Bild schreibt also nich mehr, was esc-kompakt.de für lau schon seit Tagen schreibt. Jetzt sind wir ja schon mal in den Bereich, in dem man sagen kann, das wir Ende Januar haben. Maximal müssen wir noch 9 Tage warten, bis der Knaller kommt. Ich kann mich vor Aufregung kaum noch auf dem Stuhl halten. Ich könnte gerade nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte.

  28. Sollte es tatsächlich eine interne Nominierung werden, dann hoffe ich wenigstens das dabei ein Song rauskommt, wo der Entertainmentfaktor überwiegt, und das man nicht wieder krampfhaft ne Message an den Mann bringen will. Also bitte kein Mädels, das ne Umweltmessage rauskröhlt. Mir reicht da schon dieses nervige etwas Greta Turnberg.

      • Mach mal hier nicht so viel Wind mit deinem kurzen Hemd. Ich bin nicht der einzige der Greta nervig findet.

      • Auf die Gefahr, völlig vom Thema abzukommen:
        nervig ist vor allem, wie versucht wird, ein politisch relevantes Thema komplett auf eine einzige Person zu reduzieren. Schließlich fragt bei „Me Too“ heute auch kein Mensch mehr, wer damit eigentlich angefangen hat.

    • Greta gibt uns doch mit ihrer mütterlichen Vorbelastung das wunderbare Gefühl, dass der ESC eigentlich die Welt beherrscht – und vielleicht sorgt sie mit dafür, dass der niederländische Sieger des ESC 2049 nicht nur die Wahl zwischen Vaals und Valkenburg als Austragungsort hat, weil der Rest von Holland im Meer versunken ist.

    • Kann deine Sorge verstehen. Der JESC im November war ja in der Hinsicht leider sehr extrem, wenn ich an Serbiens Auftritt denke, wo die Sängerin mit weinerlichem Blick die ganze Zeit „Macht was, macht was, sonst sterben wir alle“ ins Mikro gejault hat und im Hintergrund auf der LED Wand prangerte groß „We dont have a planet B“.
      Bin mir aber relativ sicher, dass es so extrem nicht wird. Selbst wenn es derartig politisch wird, man kann so ein Thema auch poetisch schön umsetzen wie Italien mit „La Voce Della Terra“ und am Ende steht ein musikalisch hochwertiger Song

  29. Egal wer nominiert wird, egal was gesungen wird, 2020 wird, ähnlich wie 2009 ein absoluter Tiefpunkt sein beim NDR. Und da gab es schon viele Tiefpunkte . Aber der NDR hat definitiv abgewirtschaftet oder kommt nächstes Jahr dann wieder Stefan Raab?

  30. Wegen NDR-Frust gleich noch Greta-Bashing auspacken. Sorry, billiger geht es nicht mehr.

    Wie gut, daß für mich der „eigene“ Beitrag kein Heiligtum ist (sondern in der Regel von mir aus guten Gründen sehr kritisch betrachtet wird) und ich die ganze Diskussion sehr entpannt verfolgen kann. Dieses Jahr gibt es wohl endlich wieder mal einen exzellenten Beitrag für Spanien (intern nominiert !), da bin ich gespannt. Dann habe ich schon etwas zum Mitfiebern – was will denn der gewöhnliche ESC-Fan mehr ? Meine Güte, manche tun hier so, als ob die Welt unterginge. Für ist Germanien seit Jahren schon tiefste ESC-Provinz und wirklich interessante Musik hierzulande findet nur außerhalb des ESC statt. Ich habe mich daran gewöhnt…..

    • Hast du den spanischen Beitrag schon gehört? Schön das du was zum mitfiebern hast mit dem spanischen Beitrag, muß das dann für mich genauso sein? Warum müssen manche ihre Einstellung zum ESC immer als allgemeingültig ansehen.

      • Nö, das ist meine ganz persönliche Einstellun und gilt nur für mich. Du kannst ja gerne andere Favoriten haben, jeder nach seinem Geschmack. Aber mir geht nunmal tierisch auf den Senkel, daß hier von einigen Fans regelrecht verlangt wird, man müsse immer zum deutschen Beitrag stehen und ihm eine gute Platzierung zu wünschen. Sorry, das ist nicht meine Welt.

        Wenn eben das deutsche Liedchen nix taugt, suche ich mir halt anderer Favoriten (letztes Jahr war es beispielsweise Italien). Dir dürfte vielleicht aufgefallen sein, daß ich sehr hispanophil geprägt bin – mein Nickname hier kommt ja nicht von ungefähr und dieses Mal setze ich eben große Hoffnungen auf den spanischen Beitrag, weil ich schon einige Songs von Blas Cantó kenne.

    • Für mich ist der eigene Beitrag auch längst kein „Heiligtum“ mehr. Die Begeisterung für die eigenen Beiträge – mit Ausnahme Schulte – ist mir seit 2013 komplett abhanden gekommen.

  31. Klar, der NDR hat abgewirtschaftet und das schon seit Jahren. Erstaunlich, daß Dir das erst jetzt aufgefallen ist…..

    Nun gut, es besteht immer noch die Chance, daß es ein Hammeract sein könnte (dieser Nico Santos wäre es nicht). Aber mir fehlt aus hier schon genannten Gründen hierfür der Glaube.

    • Gilt es für dich immer noch als Hammeract, wenn man sich während des Hörens des phonetischen Meisterwerkes, mit dem Hammer auf den Kopf hauen will, um die Schmerzen zu übertünschen der das Lied bei einem auslöst?

  32. Eurovision Song Contest Deutschland Den Bericht der BILD-Zeitung können wir so nicht bestätigen. Erste Informationen über die Planungen zum ESC wird der NDR Ende dieses Monats herausgeben. Bis dahin bitten wir um Geduld.

  33. Vielleicht wird es ja ein Flüchtling mit entsprechender Religion, der für Deutschland antritt oder der WDR-Kinderchor. Dies erklärt, warum bis heute noch keine Bekanntgabe des Sängers und des Liedes feststeht.
    Solche Sänger will ich aber nicht. Auch wenn wir gewinnen würden.

    Lieber ein 08/15-Sänger mit einen x-beliebigen Lied.

    • Was den WDR-Kinderchor angeht, kann ich Dich beruhigen. Die Kinder wären selbst für den JESC noch zu jung. Was ich aber nicht verstehe, ist Dein Problem mit einem Flüchtling als Interpret für Deutschland und inwiefern das die noch fehlende Bekanntgabe von Interpret und Lied erklären soll. Wir sind doch nicht etwa rechts? Zumal selbst mit Vorentscheid Interpret und Lied noch längst nicht feststehen würden.

  34. Ich verstehe es und werde es auch nicht verstehen, warum man nicht schon längst einfach eine allgemeine Info raushauen kann, das man ein Vorentscheid oder eine Interne Nominierung macht. Details hätte man später nachreichen können. Ist das so schwer?

  35. Es gibt keine VE. Man merkt mal wieder, wie schlecht der NDR Marketing beherrscht. Man hätte das alles richtig gut und spannend machen können. Jetzt macht sich der NDR schon lächerlich, bevor der Deutsche Beitrag überhaupt feststeht.

    • Als wäre es so schwer, eine einfache allgemeine Info zu geben, was man vorhat. Also so was inkompetentes wie der NDR gibt’s einfach nicht. Generell die öffentlich rechtlichen haben schwer nachgelassen. Aber Rentner und Omas beschimpfen das können sie.

    • Ist das deutsche Abschneiden beim ESC mies, ist auch die deutsche Einschalt-Quote beim Folge-ESC mies. Da muss man eben statt Vorentscheid auch mal auf einer anderen Schiene fahren. Ob sich der Strategiewechsel auszahlt oder der NDR sich wieder lächerlich macht, wird sich zeigen. Vorurteile helfen niemandem. Zumal der NDR auch keine guten Vorentscheide zustande kriegt. Da ist es eh besser, man verzichtet drauf.

      • Nein, das ist so nicht ganz richtig. Seit 2012 liegt die deutsche Einschaltquote beim ESC-Finale recht konstant bei knapp über 8 Mio. Zuschauern im Schnitt (in der Spitze also nochmal höher). Zweimal gab es Ausreißer nach oben (2014 8,96 Mio.; 2016 9,33 Mio.), und das sogar trotz schlechter Vorjahres-Ergebnisse.

  36. Wenn etwas Gescheites dabei rauskommt, habe ich nichts gegen eine interne Entscheidung. Sofern man nicht den Fehler ein zweites Mal macht und einen polarisierenden bzw. politisch vorbelasteten Interpreten auswählt. Nicht dass es wieder zu so einem Drama wie 2016 um Xavier Naidoo kommt. Dass Schrott für Deutschland zum ESC fährt, wenn das TV-Publikum die Wahl hat, sehe ich leider meistens auch so. Daher würde ich zur Abwechslung mal wieder eine interne Auswahl sogar begrüßen. Wie auch immer der ESC-Beitrag am Ende ausgesucht wird, ist es vor allem Investition, was ich mir vom NDR bzw. dem Orga-Team wünschen würde.

    • Eine interne Entscheidung kann für 2021 ja nur gutes bedeuten 😉
      Ich würde mir vom NDR wünschen, dass sie endlich mal den Prozess abgeben, nicht unbedingt an einen anderen Sender, aber zumindest Leute ins Team holen, die nicht von denen kommen und richtig Bock drauf haben, nen Vorentscheid kreativ mitzudenken. Vielleicht sogar nen eigenen Projektmanager einstellen, der das macht, aber nicht dieses „gehört in meinem Arbeitsbereich, mache ich halbherzig nebenbei“.
      Erstmal hoffe ich jetzt aber, dass wir was gutes vorgesetzt bekommen. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

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