
Die Auftritte beim Melodifestivalen, dem schwedischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest, wirken oft hoch professionell und hinterlassen visuell oft einen bleibenden Eindruck. Kostüme, Bühnenbilder, Lichteffekte, Choreographie, Kamerawinkel – alles ist aufwändig geplant und wird sekundengenau umgesetzt. Das alles kostet eine Stange Geld, was sich aber lohnen kann, wenn der Beitrag ein kommerzieller Erfolg in Schweden wird oder es sogar zum ESC schafft. Tobbe Ek vom Aftonbladet hat die Kosten des diesjährigen Beitrags von Meira Omar (Aufmacherbild) aufgedeckt.
Dass die Teilnahme am Melodifestivalen mit erheblichen Kosten verbunden ist, kommt wohl für die wenigsten überraschend. Neu dürfte aber sein, dass jede*r Künstler*in von SVT einen Zuschuss von 135.000 schwedischen Kronen (etwa 11.600 Euro) für die Gestaltung des Bühnenauftritts erhält. Obwohl dieser Betrag großzügig erscheint, deckt er oft nicht alle anfallenden Ausgaben.
Ein anschauliches Beispiel bietet die Sängerin Meira Omar mit ihrem Beitrag „Hush Hush“, den sie am letzten Samstag in der ersten Mello-Vorrunde in Luleå präsentierte und es in die Nachrückerunde Finalkval(ifikation) schaffte. Ihre Bühnenkulisse wurde speziell angefertigt, um den Anforderungen der Show gerecht zu werden. Die Kosten dafür beliefen sich auf 110.000 Kronen zuzüglich Mehrwertsteuer (bei 25% MwSt sind das zusammen 137.500 Kronen), wodurch der gesamte Zuschuss von SVT aufgebraucht war.
Zusätzlich entstehen weitere Kosten für Bühnenoutfits, die Bezahlung (externer) Tänzer*innen, Proben, Unterkünfte und Verpflegung während der Wettbewerbswoche. Auch die Erstellung von LED-Grafiken, Bodennebel und Pyrotechnik schlagen zu Buche. Besonders das Feuerwerk am Ende von Meiras Auftritt gehört zu den kostspieligeren Effekten beim Melodifestivalen, abhängig von der gewünschten Dauer.
Alle Ausgaben, die über den Zuschuss von SVT hinausgehen, müssen von Plattenfirmen, Managements oder den Künstler*innen selbst getragen werden. Die Plattenfirmen erstellen Budgets basierend auf den erwarteten Einnahmen bei einem Erfolg im Wettbewerb. Manchmal investieren auch die Acts eigenes Geld, um ihre Vision umzusetzen. Bei einer erfolgreichen Influencerin wie Meira Omar geht das einfacher als bei einem Newcomer wie Adrian Macéus.
In den letzten Jahren wurde vermehrt Kritik laut, dass die Bühnenbilder weniger aufwendig wirken als früher. Dies liegt unter anderem daran, dass die Kosten für Requisiten und technische Ausstattung gestiegen sind. Obwohl die Ausgaben der Plattenfirmen pro Auftritt oft gleich geblieben oder sogar gestiegen sind, reicht das Budget nicht mehr so weit wie früher. Zudem ist es schwieriger geworden, mit allen teilnehmenden Liedern Gewinne zu erzielen, weshalb die Budgets nicht unbegrenzt erhöht werden können.
Selbst einfache Podeste auf der Bühne sind heute teurer als früher. Einige mögen denken, sie könnten solche Elemente kostengünstiger selbst herstellen. Doch oft sind diese Eigenbauten zu schwer, könnten den LED-Boden beschädigen oder passen nicht zur Lichtgestaltung. In solchen Fällen müssen dennoch Alternativen von Fernsehsender SVT bereitgestellt werden, was die Kosten weiter erhöht.
Nach dem Melodifestivalen dürfen die Künstlerinnen und Plattenfirmen die Bühnenbilder übrigens behalten – sofern sie über den nötigen Stauraum verfügen. In einigen Fällen werden Teile der Kulisse für andere Auftritte wiederverwendet. Meistens jedoch werden die Bühnenbilder nach der Nutzung entsorgt, da weder SVT noch die Künstler*innen über ausreichend Lagerfläche verfügen.
Die Teilnahme am Melodifestivalen erfordert somit nicht nur einen Top-Song und künstlerisches Talent, sondern auch erhebliche finanzielle Investitionen. Trotz der Herausforderungen nutzen Künstler*innen wie Meira Omar diese Plattform, um ihre Musik einem breiten Publikum zu präsentieren und ihre Karriere voranzutreiben. In vielen Fällen zahlt sich das auch aus.
Bist Du überrascht von der Höhe der Kosten, die mit einem Auftritt beim Melodifestivalen verbunden sind? Denkst Du, dass die Kosten das wert sind? Und was braucht es, um die deutschen Vorentscheid-Auftritte noch professioneller wirken zu lassen? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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ABBA: Money, money, money.
…Must be funny
In the rich man’s world
Money, money, money
Always sunny
In the rich man’s world
Aha
All the things I could do
If I had a little money
It’s a rich man’s world… 🎶 🎵
und hinterlassen visuell oft einen bleibenden Eindruck
Ob der hinterlassene Eindruck nun positiv oder negativ ist, wäre zu diskutieren … 🤔
#ewigermellonörgler
Hihi… ich bin ja nun wahrlich kein Fan von den meist seelenlosen Songs beim Mello… aber die Auftritte sind zumindest selten langweilig. 🤭🤭🤭
Da bist du bestimmt kein Fan von MarshMELLO. 😂😂😂
Warte, ich lomm(entiere)!gleich zu Deiner Unterstützung.
Hilfe naht! 🙂
Boom Boom bang!
Beim NDR hätten sie noch günstig einen Felsen abzugeben…
🤣🤣🤣🤣 Ich hatte schon langsam angefangen, die Felsenwitze zu vermissen.
Die in der deutschen VE warten schon immer ab 399.- Euro zu haben
Ups, noch müde? Sympathisch wie Du Cent mit Euro verwechselst lieber Bernd. 🤭🤭🤭😍
Qualität hat seinen Preis. 🤷🏼♂️
Bei uns ist aber seltsamerweise die Familienbäckerei günstiger als die Backfactory. Stimmt also nicht immer …
ernsthaft?
Alter Schwede, Du Wer das Geld nicht hat, kommt hinter schwedische Gardinen und muss jeden Tag ein Schwedenrätsel lösen. Es gibt dann auch jeden Tag ein Schwedeneisbecher. 🤓
Spannendes Thema, auch im Hinblick darauf, dass wir uns in Deutschland ja gerne eine bessere Produktion für den deutschen Vorentscheid wünschen, aber ich bin ehrlich, die hohen Kosten überraschen mich nicht wirklich und selbst wenn man mittlerweile spart, sieht das Ganze in den allermeisten Fällen immer noch top notch aus und in manchen Fällen (Loreen’s Tattoo z.B.) beim Mello sogar besser als später beim ESC. Bei den billig produzierten ARD-Vorentscheiden ist das aber leider nicht zu erwarten, da würde schon ein Blick nach Litauen, Luxemburg oder auch letztes Wochenende nach Belgien und Slowenien reichen, die Shows dort sind auch toll produziert und sicherlich deutlich(!) billiger – und das reicht für einen ESC-Vorentscheid.
Ich denke, viele ESC-Fans wünschen sich Auftritte wie die Schwedens für ihr Land, mal ganz unabhängig von den Songs, Auftritte wie Unforgettable von Marcus & Martinus letztes Jahr sind ja schon kleine Musikvideos, da stimmt jede Kamerafahrt, jeder Move, alles ist genau geplant und visuell beeindruckend in Szene gesetzt und ich denke das lohnt sich und ehrlich gesagt hat Schweden dieses hohe Niveau auch irgendwie zu ihrem Grundsatz beim ESC gemacht.
Falls man fürs Mello trotzdem eine Spaßmaßnahme sucht, sag ich mal ganz frech: Setzt bei den Songs wie bei den Inszenierungen auch mal mehr auf Qualität statt Quantität, 1-2 Shows weniger, womit man immer noch bei 20 Songs wäre, würden dem Geldbeutel von SVT und den Fingern von Jimmy Thörnfeldt sicher gut tun. 😀
Hey Jannik!
Da kann ich dir nur in allem zustimmen. Danke, dass du meine Meinung so gut auf den Punkt gebracht hast – sowohl in Bezug auf die hohe Produktionsqualität als auch hinsichtlich des Wunsches, bei allem die musikalische Qualität wieder etwas mehr in den Fokus zu nehmen in Schweden. Ergänzen kann ich noch, dass ich es sehr cool finde, dass den Schweden ihr Melo und der ESC etwas wert sind.
Die gute Meira hätte das Geld besser mal in einen sinnvollen Text investiert…
Beschwerden bitte an Frau Barker, denn die hat das verbrochen.
Also eine Lex Barker?
🤣🤣
Das ist Travis Barker. 🙂
Vielleicht hätte chici chici Boom Boom Geld in einen Texter investieren sollen. Das ist noch unter Reina de la noche Benidorm Niveau. Na ja, Influencerin erklärt alles. Für was, make-up?
Wenn selbst Dir eine Textschwäche auffällt, muss wirklich Alarmstufe rot sein … 😉🤓😍
So lange es nicht wie hier ist, gibt es noch Hoffnung:
Ich dachte erst ,das ist der asiatische jodler der deutschland beim esc25 vertritt.😉
😀
Oh je. Dann doch lieber das hier. Mein neues Lieblingslied der Schweden. Fand sie ja immer recht gut. Aber diesmal hat’s bei mir richtig eingeschlagen.
tAKiDA – The Game (Official Lyric Video) | Napalm Records
Takida super. 🥰
😆😆😆
Sie hat dafür ganz gewaltig bei den lyrics gespart. @boomboomhaschhasch.
Ist halt typische Barker-Stangenware .
Na ja! Laurell barker hat durchaus auch gute sachen gemacht zbsp. mit paul rey, raylee oder mit luca hänni.
Was man aber auch nicht vergessen darf zu erwähnen ist, dass sie ja bei allen Songs auch noch (unterschiedliche) Co-Autoren hat und hatte.
Die schwedischen Künstler könnten auch in Zukunft beim deutschen Vorentscheid auftreten … hier braucht man keine Bühnenshow oder teure Requisiten.
Absolut.Die Auftritte sind ja optisch immer tipptopp.
Hinterlassen immer einen Top-Eindruck.
Das Problem ist letztlich auch die (Über-)Professionalisierung des ESCs selber und der damit verbundene Fokus auf ausufernde, aufwändige Bühnenshows – wer mithalten möchte, fühlt sich genötigt immer mehr Ressourcen investieren zu müssen.
Natürlich ist eine auf internationalem Niveau produzierte Show schön anzusehen, aber wenn Länder anfangen dem ESC fernzubleiben, weil sie sich entweder die Teilnahme nicht mehr leisten oder aus pekuniären Gründen in Puncto Gestaltung nicht mehr mithalten können (man erinnere sich an Theodor Andrei aus Rumänien, der sogar die LED-Backdrops für seinen Auftritt aus Geldnot selber machen musste), dann ist das bedenklich und wiederspricht auch dem ursprünglichen Spirit des Wettbewerbs.
Hier könnte die EBU mal zusammen mit allen Sendern evaluieren, wie man wieder mehr Chancengleichheit herstellen kann ohne das produktionstechnische Niveau der Show signifikant zu senken … es kann nicht sein, dass in Zukunft nur wohlhabende westeuropäische Länder oder gewisse Erdöl-Diktaturen vorne mitspielen können.
Leider habe ich da wenig Hoffnung – auch beim Thema „Nachhaltigkeit“: da waren die letzten Anpassungen der EBU ja nur Nebelkerzen um die weitere Vermarktbarkeit des Spektakels voranzutreiben (z.B. das Durchdrücken von Pre-Recorded Vocals mit der Begründung, Backgroundsänger und somit Flug- und Personalkosten einsparen zu können – jetzt sind wir beim Dreiviertelplayback, und die Plätze der Backgroundsänger wurden einfach mit Tänzern aufgefüllt).
Wahre Worte. Danke dafür!
Interessanter Artikel, habe mich schon immer gefragt, wer die Hauptkosten in Schweden trägt. Und es ist nicht der Sender, die 10000 EUR dürften vielleicht für den Tanzchoreographen draufgehen. Und die Idee für das Solarium hatte wohl auch nicht Loreen oder die Autoren, sondern wurde von einem Bühnenbild-Spezialiten ausgearbeitet. Dann noch die Materialkosten sowie die Lohnkosten und so ein Auftritt dürfte soviel kosten wie der gesamte VE (mit der Gage für Babsi) in Deutschland.
Das ist schön für die Zuschauer, die bekommen optisch was geboten, aber natürlich nicht wirklich Sinn eines Wettbewerbs, wenn eben nur etablierte Künstler die Kosten von der Plattenfirma ersetzt bekommen und Newcomer ohne finanziellen Background quasi nackt auf der Bühne stehen.
So viel Geld für so einen fürchtelichen abgstandenen Song. Hab den Auftritt nach einer Minute weitergeskippt… Unerträglich.
Ich stelle fest: den Schweden ist ihr Melo und der ESC also im Wortsinn etwas wert 💰 Gut so!
Der Preis für Echthaar-Extensions ist wohl durch die Decke gegangen.
Kenne sie noch von Love is Blind Sweden haha