
Nachdem Ende August bekannt wurde, dass Thorsten Schorn nach 25 Jahren nicht mehr im WDR-Radio moderieren wird, ist nun klar, wo es ihn hinzieht: Bereits in der nächsten Woche startet er beim kommerziellen Anbieter RTL Radio. Ein paar Verbindungen zur öffentlich-rechtlichen Welt sollen aber bestehen bleiben – „allein durch meine Mitwirkung beim Eurovision Song Contest“, so Thorsten Schorn im DWDL-Interview. Das deutet darauf hin, dass er auch für den ESC 2027 als deutscher Kommentator gesetzt sein dürfte.
Wenige Moderator*innen schaffen es, im überwiegend regional strukturierten deutschen Radiomarkt national Prominentenstatus zu erreichen. Thorsten Schorn gehört dazu. Das liegt im Wesentlichen daran, dass er schon früh auch die Fühler in Richtung Fernsehen ausgestreckt hat und so auch jenseits seines Heimat-Radio-Bundeslandes NRW zu sehen war. Beim RTL-Fernsehen hat er unter anderem „Denn sie wissen nicht, was passiert“ mit den deutschen ESC-Vorentscheidmoderator*innen Barbara Schöneberger und Thomas Gottschalk moderiert. Außerdem ist er seit fast 3.000 Folgen die Off-Stimme bei „Shopping Queen“.
Nun knüpft er die Bande mit RTL noch enger und wechselt nach langen Jahren bei 1LIVE und WDR 2 zu RTL Radio, das sich unlängst unter dem Motto „Feel Good Music“ neu aufgestellt hat. Thorsten Schorn übernimmt dort zusammen mit Andrea Ostermann die Tagesschiene von 10 bis 15 Uhr, die dann auch seinen Namen trägt: die Schorn-Show.
Thorsten Schorn hatte 2024 die Kommentierung des Eurovision Song Contest in der ARD von Peter Urban übernommen, der mit Unterbrechungen 25 Mal den Wettbewerb kommentiert hatte. Anschließend saß er auch in Basel und nun im Mai in Wien in der deutschen Kommentatorenkabine. Bei seiner Verpflichtung dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass Schorn als langjährige WDR-Stimme bereits über große Bekanntheit verfügte und gleichzeitig umfangreiche Fernseherfahrung mitbrachte.
Vor diesem Hintergrund stellt sich nun die Frage, ob er die ESC-Aufgabe überhaupt weiter übernehmen kann. Denn RTL ist das größte private Medienunternehmen in Deutschland. Außerdem hat sich RTL Radio explizit auf die Fahne geschrieben, eine starke Verzahnung von RTL-Fernsehen und Radio umzusetzen, um die TV-Sendungen zu stärken. In einem schrumpfenden Markt wie dem linearen Fernsehen macht es das Leben für die öffentlich-rechtliche ARD womöglich nicht leichter.
Gleichzeitig spricht die ARD-Personallogik dafür, dass Thorsten Schorn auch weiter die deutsche ESC-Stimme ist. Denn einmal etablierte Personalentscheidungen haben in der ARD bekanntlich eine erstaunlich lange Halbwertszeit. Lediglich wenn TV-Sendungen eingestellt werden, gibt es da ein Ende – so wie jetzt bei Stefan Mross in „Immer wieder sonntags“. Barbara Schöneberger, die im Frühjahr bereits zum zehnten Mal den deutschen ESC-Vorentscheid moderiert hat, wird diese Aufgabe von der ARD hingegen womöglich noch bis zum Sanktnimmerleinstag übertragen bekommen.
So kann man dann auch die Aussage von Thorsten Schorn im DWDL-Interview interpretieren:
„Es gibt kurioserweise ein sehr schnelles Comeback, wenn ich am Donnerstag mit der Radiopreis-Verleihung auch auf WDR 2 zu hören bin … Außerdem bleibe ich dem WDR doch an anderer Stelle erhalten, etwa als Kommentator des Kölner Rosenmontagszuges im Ersten. Ich begreife mich also ganz klar auch weiterhin als Teil der öffentlich-rechtlichen Welt, allein durch meine Mitwirkung beim Eurovision Song Contest.“
Die Website Digital Fernsehen liest daraus, dass Thorsten Schorn „der deutschen Öffentlichkeit als Hauptkommentator des ‚Eurovision Song Contest‘ erhalten“ bleibt. Wir formulieren es etwas vorsichtiger: Es spricht einiges dafür, dass Thorsten Schorn das deutsche TV-Publikum auch durch die beiden ESC-Halbfinale und das Finale in Burgas führt.
Wie bewertest Du den Wechsel von Thorsten Schorn vom WDR-Radio zu RTL Radio? Denkst Du, dass das größere Engagement für RTL Auswirkungen auf seine ESC-Aufgaben bei der ARD haben könnte? Lass es uns in den Kommentaren wissen.
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Muss nicht sein, dass er Kommentator bleibt. Da kann ich drauf verzichten.
Hoffentlich nicht.
Er verstößt gegen ein ehernes ESC-Gesetz: es wird NICHT in die Lieder reingeredet und auch NICHT während die Punkte angesagt werden.
Hat er ja auch nicht!
Consi for ESC-Kommentator 2027
Jaa
Ich hoffe, daß er auch nächstes Jahr dem ESC als Kommentator erhalten bleibt! Er macht das sehr gut!
Bei der momentanen Personalpolitik von RTL könnte Schorn bald der einzige Mitarbeiter sein. Ob er neben den dann zwangsläufig anfallenden Hausmeistertätigkeiten noch Zeit für den ESC hat, bleibt abzuwarten
Von mir aus kann Torsten Schorn weiterhin den ESC kommentieren. Er sollte aber versuchen, nicht in Beiträge hineinzusprechen. Ansonsten hat er seine Sache bis jetzt ganz gut gemacht, finde ich.
Schorn kommentiert eh als ob es abgelesen wäre.