
Bereits zehnmal ist Deutschland in der 67-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest auf dem letzten Platz gelandet; das letzte Mal gerade erst am Samstag in Liverpool mit dem Song „Blood & Glitter“ von Lord of the Lost (Aufmacherbild). Ein weiterer letzter Platz und Deutschland hat den bisherigen negativen ESC-Spitzenreiter Norwegen eingeholt. Woran lag es also dieses Mal? Und was kann man machen, um eine weitere rote Laterne zu vermeiden?
Vorab: An der Band Lord of the Lost und ihrem Einsatz in Liverpool lag es nicht – so wie es letztes Jahr auch nicht an Malik Harris lag. Vielmehr gibt es wie immer konjunkturelle und strukturelle Ursachen. Die konjunkturellen sind in diesem Fall mit dem Beitrag „Blood & Glitter“ und seiner Inszenierung verbunden. Darüber hinaus gibt es dauerhafte strukturelle Probleme und strategische Versäumnisse, die sich auf das schlechte Abschneiden auswirken. Der Reihe nach.
Der Song „Blood & Glitter“
Der Titel, der dem letzten Album der Band den Namen gegeben hat und das es auf Platz 1 der Albumcharts brachte, ist mit seinem Crossover aus hartem Metal, poppigen Pre-Chorus und dem Growling von Sänger Chris Harms durchaus für den ESC geeignet. Richtige Hitqualitäten hat der Titel in den (Viral-)Charts bisher aber nicht bewiesen. Auch in der ESC-Bubble, die durchaus Katalysator in Sachen ESC-Trends ist, traf das Lied zwar auf wohlwollende Akzeptanz, kreierte aber keinen Hype wie etwa der österreichische Beitrag „Who The Hell Is Edgar?“
Die Inszenierung: Originalität und Perfektion schlägt Authentizität
Gerade bei Titeln, die keinen Instant-Hit-Appeal haben, ist die Inszenierung umso wichtiger. Bei allem Engagement von Lord of the Lost für den ESC standen sie dem Erfolg mit zwei Entscheidungen bzw. äußeren Umständen im Weg: Sie wollten als Band authentisch bleiben und keine gekünstelten Bewegungen machen. Und sie hatten ohnehin keine Zeit für die Arbeit an der Präsentation, die dafür notwendig gewesen wäre.
Die Folge: Sie präsentierten in Liverpool einen Konzert-Auftritt, keinen Show-Auftritt. Der ESC ist aber Show. In drei Minuten müssen die Zuschauer/innen, die in den allermeisten Fällen noch nichts vom Interpreten gehört haben, emotional gefesselt, visuell und akustisch beeindruckt sowie ganz generell überzeugt werden. Authentizität ist gut, um Fans dauerhaft zu binden. Für den schnellen Effekt muss aber Originalität her – und die muss perfekt präsentiert werden.
Lord of the Lost bieten mit ihrem Glamrock-Erscheinungsbild beste Voraussetzungen. Bei der Präsentation haperte es aber. In Absprache mit dem Choreographen Marvin Dietmann entschied man sich – auch wegen des Zeitmangels durch die Südamerika-Tour – voll auf die Band-Konzert-Variante zu setzen. Während bei den Australiern Voyager jede Kamerafahrt, jeder Blick und jede Bewegung sekundengenau geplant war, gab es bei LOTL viele Totalen. Dabei gab es keine Chance, zu den einzelnen Bandmitglieder eine Beziehung aufzubauen. Außerdem passierte in der zweiten Minute des Auftritts nichts Originelles, so dass viele das Interesse verloren haben dürften. Besondere Effekte wie die LED-Gitarre von Pi wurden nicht gezielt herausgearbeitet etc.
Erstes Fazit: Fehlende Exzellenz in der Nische
„Alles Eurovision“-Experte Thomas Mohr hat zwei zutreffende Mantras für den Erfolg beim ESC: „Der ESC malt mit dem dicken Pinsel“ (der große Effekt bzw. das Auffällige erwirkt mehr als die angedeutete Geste) und „ein Beitrag muss in seiner Nische exzellent sein.“ Letzteres war „Blood & Glitter“ nicht. Die Band hat zwar mit ihren Outfits mit dem dicken Pinsel gemalt, exzellenter in der Präsentation waren aber die Australier von Voyager. Die Inszenierung war durchdachter, mehr auf den Punkt und nahm die Zuschauer die gesamten drei Minuten lang mit. Und von Käärijä, der zumindest teilweise mit dem Hardrock-Genre flirtete, müssen wir an der Stelle gar nicht reden. Das Bessere (aus Finnland und Australien) ist auch hier der Feind des Guten (aus Deutschland).
Unter diesen Voraussetzungen konnte die ganze Energie, die Lord of the Lost in die Öffentlichkeitsarbeit gesteckt haben, nicht ihre volle Wirkung entfalten. Neben diesen konkreten Punkten gibt es aber noch grundsätzlichere Probleme: die ARD und ihre Strukturen, die ein nachhaltiges Vorankommen Deutschlands beim ESC verhindern.
Die ARD nimmt den ESC nicht ernst
Es ist ein Hohn, wie stiefmütterlich die ARD den Eurovision Song Contest behandelt. Es ist das Unterhaltungsjuwel – sowohl bzw. sogar bei den ganz jungen Zielgruppen. Und was macht die ARD damit? Sie lässt es verwahrlosen. Es wird zu wenig Zeit in die Vorbereitungen gesteckt und letztlich auch zu wenig Geld. Die Vorentscheidung versteckt man freitagabends um 22:20 Uhr. Dabei ist das Kosten-Leistungs-Verhältnis beim ESC so gut wie bei kaum einen anderen Unterhaltungsformat. Aber bevor der WDR oder der Bayerische Rundfunk dem NDR als federführende Anstalt etwas gönnen, lässt man lieber den ESC vor den Baum fahren, indem Sendezeiten blockiert und Entscheidungen herausgezögert werden. Oder schlimmer noch: Originelle oder mutige Ideen werden von ARD-Gremien abgelehnt. Lieber serviert man Haushaltskost und kann auf hohe Reichweiten bei (sehr) alten Zielgruppen verweisen. Der ESC läuft doch auch so, oder?
Durch ihre Strukturen ist die ARD international nicht wettbewerbsfähig
Mini-Staaten wie Estland mit weniger Einwohnern als Hamburg stemmen mit Eesti Laul seit Jahren eine Vorentscheidung, die Deutschland staunen lässt – und holen ein Vielfaches der ESC-Punkte von Deutschland. Nicht in jedem Jahr, aber regelmäßig. Wie das gelingt? Weil hier – wie in vielen anderen Staaten – die Besten des Landes an der Vorentscheidung und der Überarbeitung des Beitrags für den internationalen Wettbewerb arbeiten. Und wenn man die nicht hat, dann kauft man sie ein. (Und nein, Marvin Dietmann ist nicht der beste Choreograph für Showauftritte.)
Der NDR hingegen arbeitet trotz üppigster Budget- und Personalausstattung mit seinem regionalen Erfahrungshorizont am ESC. Quizshow-Macher stemmen den deutschen Vorentscheid für die größte Musikshow der Welt. Beim ESC trifft dann norddeutsche TV-Provinzialität auf ambitionierte Show- und Musik-Profis aus Skandinavien und der ganzen Welt. Finde den Fehler.
Die ARD ist träge und arbeitet nicht strategisch
Nun will der NDR sich wieder einmal der „Diskussion und Überlegung“ stellen, warum der deutsche Beitrag in Liverpool nicht verfangen hat. Wie lange wird das dauern? Wieder bis November wie nach dem Debakel von Malik Harris? Bei der Mehrfachbelastung der deutschen Head of Delegation, die neben dem ESC offenbar noch drei weitere TV-Formate im Jahr stemmen muss, wird es wohl nicht schneller gehen. Und während Deutschland noch diskutiert, exekutieren andere Länder bereits ihren exakten Zeitplan zur nationalen Vorentscheidung 2024. Denn im Gegensatz zu Deutschland gibt es dort langfristige Strategien. So verliert die ARD mit ihrer Trägheit und der fehlenden Planung jetzt schon den Anschluss für den nächsten ESC.
Über das Abschneiden Deutschlands beim ESC in Liverpool haben wir am Sonntag auch in einem ESC kompakt LIVE gesprochen.
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Das ist doch alles in allem ein Plädoyer, aus dem ESC ganz auszusteigen …
Quatsch.
Okay. Und was ist dein Vorschlag? Die nächsten 20 Jahre letzter werden, weil sich eh nichts ändern wird? Weil das klingt ja in dem Beitrag fast so.
Wieso Quatsch?
Wenn die ARD international nicht wettbewerbsfähig ist, den ESC nicht ernst nimmt, träge ist und nicht strategisch arbeitet, dann wird sich dies doch auch in den nächsten Jahren nicht ändern, denn es ist ja nicht der erste letzte Platz. Und außerdem eine immerwährende Erkenntnis.
Da kein anderer übernehmen wird/will, bleibt doch nur der Ausstieg.
Mit der Fußball EM oder WM zu argumentieren, finde ich unpassend. Da wechseln immerhin die Spieler 😉
Test
Nein, wenn das der NDR mit seiner Struktur nicht kann, dann muss man eben suchen, ob es in der ARD Strukturen gibt, die das können, und wenn nicht, dann kann man auch einen Teil der Aufgaben an externe Firmen abgeben, das macht man ja bei anderen Projekten auch, die nicht mehr von der ARD produziert werden.
Das hat übrigens Schreiber ja auch getan einmal mit Raab und dann mit den Beratungsfirmen, die die interne Auswahl steuerten.
Das kann man durchaus auch auf der künstlerischen Ebene ausweiten, also jemanden finden, die nicht nur die Bewerbungen sichtet, sondern auch aktiv die Musikszene nach möglichen Teilnehmenden sichtet.
Genau! Und aus Fußball-WM und -EM bitte auch für ein paar Jahre aussteigen, denn da reißen wir ja auch schon länger nix. 😜
Nicht meine Meinung, aber der Logik Deiner Aussage nach wäre das konsequent. 😎🤷♀️
Norwegen hat sich schon zum Thema Punktesystem geäußert:
https://eurovoix.com/2023/05/15/norway-head-of-delagation-eurovision-jury-system-evaluated/
Wurde hier im Forum auch schon darüber diskutiert!
aussteigen ist natürlich Quatsch, stimme dem Artikel aber vollumfänglich zu, habe dabei aber wenig Hoffnung, dass es in Zukunft anders laufen wird, es ist und bleibt wohl hoffnungslos. 🙁
„Ganz aussteigen“, wäre nicht richtig- aber eine kreative Denkpause könnte durchaus ein Weg sein, um ein langfristiges neues Konzept zu erarbeiten- mit neuen Partnern. Man kann so auch Europa zeigen, dass man gewillt ist, den ESC neu zu denken. Es müsste gelingen, den ESC in der Breite der Gesellschaft zu etablieren, man muss aus dem Mantra auszubrechen, dass man sowieso immer nur Letzter werde…! Auch wenn man in der „ESC Fan Bubble“ in diesem Jahr ein besseres Abschneiden erwartet hat. Ich kann den Gedankengängen von Douze Points sehr gut nachvollziehen.
Ich kenne solche Verhaltensmuster leider zu gut aus meinem beruflichen Leben und diversen Firmen… Daher bin ich ebenfalls für eine kreative Pause. Das ist keine Aufgabe, die man bis nächstes Jahr umsetzen kann v.a. muss man auch noch den gesellschaftlichen Blickwinkel dazu nehmen. Man könnte damit für Künstler und Zuschauer auch ein größeres Zeichen setzen als alles einfach weiterlaufen zu lassen und das Problem vielleicht noch zu vergrößern. 🤷 Aber das sind alles nur Hypothesen, keine Ahnung wie es tatsächlich beim ARD/NDR zugeht.
Schweden jagt Irlands Rekorde, wir jagen eben Norwegens (meiste letzte Plätze). Kann man doch mal machen, oder nicht? 😜
Alles kann – nix muß
Ich finde bei Norwegen kann man streiten. 2012 waren sie zwar letzter im Finale, aber sie haben sich durchs Halbfinale qualifiziert und somit schon einige Länder hinter sich gelassen. Daher würde ich sogar sagen Norwegen wurde ebenso häufig letzter wie Deutschland und Finnland. 😉🙃
Beim NDR wird man jetzt alles auf den Prüfstand stellen. Heißt: Man geht jetzt erst mal in den Urlaub, verstaut dann alle LOTL-Devotionalien in die unterse Schublade, macht dann Herbsturlaub, lüfet einmal im Büro durch, sichtet dann neue Videos von Dörtes und Maltes aus Castrop-Rauxel und Buxtehude, guckt ob man noch mal so was wie Jendrik findet und merkt dann, dass es schon November ist. Also kramt man dann einfach alles zusammen, was noch in den oberen Schubladen zu finden ist und siebt bei einem aufwändigen Casting irgendwo in Köln oder Berlin aus („alles vielversprechend“). Dann ruft man wieder bei der Schöneberger an, fragt, wann sie Zeit hat und dann guckt man, welches kleinste Studio Anfang März noch frei ist (darf ja nix kosten) und lädt 9 bis 10 Acts ein, die auch Zeit haben und berauscht sich dann, weil man ja so vielfältig war… Dann träumt man 2 Monate davon, endlich wieder vorne zu landen, verschläft aber, sich wirklich was für die Bühne zu überlegen (Marvin Dietmann verlangt trotzdem 30.000 Euro) und lässt den Act wieder machen, was er will und wundert sich dann, dass man mit einer uninspierierten Performance wieder Letzter wird. Der neue Kommentator Ricardo Simonetti darf dann wieder schimpfen „falsche Juries, falsches Publikum, falsches System“ (Schuld sind natürlich die anderen) und im nächsten Jahr wird wieder alles genauso gemacht (wir Deutschen sind ja immer frei von Schuld…)…
Einziger Lichtblick: Zwischen den Siegen von Nicole und Lena lagen 28 Jahre. Die Hälfte davon haben wir seit 2010 schon fast geschafft
Ich vermute, es wird tatsächlich exakt so laufen.
Vor allem das mit Simonetti. Mir graut davor so sehr.
@ MS : Genau so wird’s laufen. Nur beim Lichtblick weiß ich nicht ob ich das Jahr 2038 noch erleben werde. Dafür habe ich den Sieg von ABBA live on TV miterlebt.
Sehr gut auf den Punkt gebracht, Douzie! Kann in allem nur zustimmen!
Irland hat genau das gleiche Problem. Hoffentlich sind sie aufgewacht nach dem Sieg von Schweden
Sind sie nicht. Die haben bereits gegen Schweden gewettert, die hätten ihre letzten Siege ja nur mit Jury-Hilfe einfahren können, was weniger wert wäre. Was natürlich eine völlig absurde Bemerkung ist.
Das ist doch lustig! Wann hat Irland zuletzt gewonnen? Wann gab es zuletzt ausschließlich Jury-Voten? Wie oft hat Irland ein Publikums-Votum gewonnen?
Danke für diesen Kommentar!
Erstmal: Vielen Dank an LOL. Wir hatten dieses Jahr wohl die professionellsten Künstler seit einigen Jahren. Dieses Pensum und Engagement hatte ich bei einigen zuvor sehr vermisst.
Ich war auch mit der Inszenierung nicht wirklich zufrieden. Die catchy Momente, die mich beim Musikvideo gepackt hatten, kamen plötzlich gar nicht mehr zur Geltung.
Die coolen Posen waren bis auf den einen Flamingo-Moment gar nicht mehr zu sehen. Bei der ruhigen Stelle vor dem letzten Chorous wurde Chris nur aus der Entfernung gezeigt. Dabei war genau das der Punkt, bei dem die Zuschauer dem „harten Kerl“ in die Augen schauen hätten können und eine Beziehung aufbauen hätten können. Insgesamt waren für mich viel zu viele Totalen eingebaut. Ich will aber doch die Künstler sehen und nicht ständig die Halle.
Warum Jahr für Jahr Marvin Dietmann engagiert wird, verstehe ich absolut nicht. Er steht für klassische Inszenierungen, aber ganz sich nicht für Modernität.
Kauf euch doch einfach mal das Team aus Schweden ein!
Jahr für Jahr beweisen sie, dass sie bei den Inszenierungen am Ball bleiben und immer wieder Innovationen hervorbringen.
Was den NDR angeht… Ich bin wirklich am Verzweifeln. Diese Strukturen sind derart verkrustet und die entscheidenden Stellen mit Menschen besetzt, die einfach kein echtes Engagement zeigen oder einfach nicht wirklich freie Hand dazu bekommen. Man darf ja durchaus auch zugeben, auf dem Thema nicht Experte zu sein. Aber dann muss man sich doch die Leute einkaufen, die das können! Und zwar nicht irgendwelche Musikredakteure der „jungen Wellen“, sondern Hilfe von außerhalb. Wenn wir in einem der größten Länder Europas solche Leute nicht (mehr) haben, dann eben aus dem Ausland.
Es wurde in den letzten Jahren derart verkopft herangegangen. Zunächst diese komplizierte Kooperation mit einer Unternehmensberatung, dieses Jahr diese völlig unprofessionelle Aktion mit TikTok, bei der Leslie Clio nicht mal ein vollständiges Video präsentieren konnte.
So viele kleine Länder mit im Gegensatz zur ARD winzigem Budget schaffen es immer wieder hochmodernde Beiträge zu inszenieren. Wenn man sich dazu selbst nicht in der Lage sieht, dann beauftragt damit endlich jemanden, der/die es erwiesendermaßen kann.
Ich liebe den ESC und verbinde damit so viele schöne Momente. Aber der Samstag hat mir wirklich weh getan.
Bitte NDR… wenn hier jemand mitliest: Hintern hoch, echten Willen zeigen und neuer Anlauf!
Aber bitte auf der Höhe der Zeit und mit neuem Leuten.
Ich habe trotz der vielen Jahre des Leidens die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich beim NDR jemand findet, der das endlich in die Hand nimmt und durchzieht.
@interniko
Wenn wir uns zum VE zurück denken, da haben alle gesagt, klasse die werden bestimmt einen tollen Auftritt machen, eben mit Blood in Glitter wie im Video. Leider war er letztlich zwar professionell aber eben für eine Rockband und nicht für den ESC. Ok das Blut war verboten aber nicht mal Glitter gab es. Da hat dann wirklich ein künstlerischer Leiter gefehlt, der nicht nur engagiert wurde um die Bühne zu konzipieren sondern der auch Verantwortung hat und das Produkt laufen hinterfragt, ob es wirklich das Beste ist, was man bringen kann. Vielleicht sollte man auch da mal neue Wege gehen und nicht nur die Telefonnummern anrufen, die man im Adressbuch schon hat. Warum nicht mal einen Theaterregisseur für das Staging engagieren oder jemanden der Videos macht etc.
Ich vermute mal das ist alles eine Geldfrage, nicht dass die mehr kosten, aber dann muss sich jemand darum kümmern und die Zeit hat scheinbar keiner, weil jeder noch einen anderen Job beim NDR hat. Und da sind wir wieder beim Ausgangspunkt. Der NDR bzw, die ARD muss endlich den ESC ernst nehmen und finanziell so ausstatten, dass man mit Skansinavien wenigstens in dieser Beziehung in der gleichen Liga spielt.
Das hast du, Douze Points, alles richtig beschrieben. Ich sehe es ähnlich. Dass Chris gut singen kann, steht außer Frage. Ich konnte es beim OGAE Clubtreffen in München und bei der Matinee im Cavern Club in Liverpool live mitverfolgen. Ich fand die Umsetzung auf der Bühne nicht optimal. Tolle Kostüme, aber alles zu statisch. Zu wenig Bewegung, dabei gab es den Laufsteg, der in den Stehbereich hinein ging. Da in diesem Jahr wohl Rot als Hintergrundfarbe bei vielen Künstlern gewählt wurde und auch bei den Kostümen beliebt war, wäre eine andere Farbe, wie z.B. Gold oder irgendwas mit Glitter, möglicherweise die bessere Wahl gewesen. Eventuell waren die Lyrics auch nicht ganz passend. Ein Song wo „Blood“ vorkommt, verstärkt noch durch den roten Hintergrund und die roten Kostüme, ist vielleicht nicht ganz so passend in Kriegszeiten. Ich weiß es nicht, ist nur ein Bauchgefühl von mir.
Stichtag ist der 1. September 2023, das müssten die vom NDR eigentlich wissen, aber die Selbstbemitleidung veschlingt schon bestimmt ein halbes Jahr.
Nur für die früheste Veröffentlichung der Beiträge. Die Suche danach und die Ausarbeitung eines Konzept sollte schon ab jetzt begonnen werden. Bzw. letzteres eigentlich schon stehen.
Lieber Douze, danke für die Analyse. Der ist nichts hinzuzufügen.
Ich kann gar nicht genug Danke sagen für diesen Bericht. Es trifft alles genau auf den Punkt. Also NDR: Verantwortung abgeben oder endlich mal Gas geben!!!
Sehr gut zusammengefasst, Douze Points! Schickt diesen Text bitte per Fax an den NDR, damit er auch sicher ankommt. 😉
Mit Giovanni Zarella und Iveta (Armenien 2016) haben sich doch immerhin schon zwei professionelle Sänger ins Spiel gebracht bzw. zeigen Interesse, Deutschland zu vertreten.
Mit den beiden, und gerne noch vielen Sänger und Bands, müsste man sofort Kontakt aufnehmen und anfangen zu arbeiten.
Iveta hat ja in Stockholm gezeigt, was man reißen kann und Zarella ist ein guter Entertainer.
Wenn Hupfdohlennummern wieder so gefragt sind, dann gerne auch bei Vanessa Mai nachfragen.
Meine Güte, hört doch bitte mal auf, immer den israelischen Beitrag direkt oder indirekt zu verunglimpfen („Hupfdohlen“). Das war musikalisch auf der Höhe der Zeit (Songstruktur angelehnt an K-Pop), brilliant produziert, hervorragend inszeniert, ok gesungen, das war einfach ein Hammer-Beitrag. Stimmt schon, nach dem Dance-Break wurde nicht mehr live gesungen. Das war aber ein mitreißender Abschluss für diesen Song, der das Ganze nochmal weiter nach oben gepusht hat. Klar hätten sie nach 2:30 Schluss machen können. Aber der Abschluss war doch genial.
Wenn Du die Polin gemeint haben solltest: Ja, die beste Sängerin ist sie nicht. Aber diese Art von Musik hatte immer schon ihren Markt (mir gefällt sowas gar nicht). Das kann man wahrscheinlich problemlos unter die Stimmungsschlager jeder Strandbar mischen. Auf das hohe Ross, bestimmte Musikrichtungen pauschal abzumeiern, sollten wir uns nicht setzen.
Oder noch schlimmer als im Kommentar von MS:
Man nominiert im November oder Dezember dann schnell Eskimo Callboy direkt, um Finnlands Erfolg zu wiederholen, landet dann hinten weil man jetzt nur noch als Plagiat oder Trittbrettfahrer wahrgenommen wird und wir bekommen 2025 wieder eine Auswahl aus braven Radio-Songs…
In den vergangenen Jahren waren die Gründe für die Misserfolge durchaus offensichtlich, bspw. bei Jendrik, der viel zu überdreht agiert hat.
Aber zum letzten Platz von LotL fällt mir gar nichts mehr ein. Ich als Laie wüsste nicht, was hätte besser gemacht werden sollen. „Blood & Glitter“ war konkurrenzfähig und der Bühnenaufbau und der Auftritt waren absolut professionell, da sah man, dass Vollprofis am Werk waren und nicht unsere teilweise weltfremden Leute beim NDR.
Ich bin mir sehr sicher, dass sie für Dänemark oder Tschechien ein besseres Ergebnis eingefahren hätten. Man muss wirklich auch Mal erforschen, ob Deutschland irgendwo in Europa so etwas wie Beliebtheit genießt, das ist kein Mimimi, das meine ich ernst. Ich habe immer noch den April 2020 im Hinterkopf, als wir von den Italienern zu den größten Feinden erklärt wurden, weil die Bundesregierung nicht viel von der Idee hielt, für den italienischen Staat mit ihrer Finanzpolitik zu bürgen (Stichwort Coronabonds). Es ist einfach Fakt, dass es Deutschland schwerer hat, die Herzen zu erobern, als z.B. Spanien.
Ich hätte auch mit einem zeitweisen Rückzug vom ESC kein Problem mehr, denn dann bliebe auch Ärger über einen erneuten letzten Platz erspart.
Wie Peter schon richtig sagte, ist ein Rückzug vom ESC völliger Quatsch!
„Keiner mag uns“-Kommentar Teil 8245, habe nach „irgendwie in Europa sowas wie Beliebtheit“ aufgehört zu lesen. Und doch, dass ist sehr wohl „Mimimi“.
Der Auftritt war ziemlich statisch, es passierte nichts. Und bei einem Titel „Blood and Glitter“ bot sich doch ein Konfetti-Glitzerregen a la Jedwards geradezu an. Und meine alte These, niemals was ins Publikum rufen wie „Liverpool make some noise“, das killt den Song und man singt schließlich für die Leute am Bildschirm. Ob es geschmackvoll ist „we’re so happy, we could die“ in Zeiten des Ukraine-Krieges zu singen, sei mal dahingestellt. Auch ist es immer noch ein Unterschied, ob ein Finne oder ein Deutscher ins Mikrofon grölt.
Hab mir den Auftritt gerade noch mal (ohne Ton) angesehen: Was sollte denn dieses seltsame Zähneblecken von Chris? Kam etwas verstörend rüber.
Heute Abend 18 Uhr Livestream auf dem YouTube Channel von Lord of the Lost.
Ich bin da dieses Jahr oftmals bei der Kritik nicht dabei.
Was die ARD/NDR betrifft, wie immer, vollste Zustimmung. Das ist blödsinn was da passiert. Sein Fußballer/Kevin Magnussen Haas F1 Statement („Wie kam es zu den Unfall“ – „Ich bin in der Kurve gegen die Wand gefahren“ Was jeder selber gesehen hat) hätte sich Gerling auch besser mal sparen sollen, weil die Idee im Grunde nicht verkehrt ist möglichst viele Genre abzuholen. Es fehlten eben der letzte Mut und die Konsequenz.
Beispiel anhand einer Metalcore Band: wenn mein Song aus 80% Gutturalen Techniken besteht, dann kann ich als Vocalist rumrennen und Alarm machen (siehe AWS, kam auch nicht an). Dann wird die Bühne angezündet, 80Kg Pyro verbraten und fertig. Ist günstig, brauche ich dann auch keinen Dietmann für. LOTL sind eben viel ästhetischer und dann wirkt das Staging auf mich auch authentisch. Dass das viele anders sehen weiß ich, ist auch in Ordnung.
Ansonsten gibt es noch nen Ikke, der der Meinung ist komplett bescheuerte Vorwürfe zu basteln ohne auch nur einen einzigen Beweis vorzulegen. Obwohl natürlich eindeutig zu viel im ersten Statement nach NDR klingt und sicher nicht unbegründet ist. Dann lieber wie EC die Sache abhaken Ende (und ja das war einer wenn nicht sogar der größte Fehler seit langem was der NDR da gemacht hat).
Die Kritik light an LOTL verstehe ich nicht zwingend. Wie die FAZ auch schrieb: „Nur ein Konzertstopp“. Natürlich war das unglücklich mit Südamerika, aber dass kann ja nicht der Grund sein warum so ein Staging daneben geht. Für DE Verhältnisse war das unfassbar stark und hat deutschen Fans doch nicht wenig Freude bereitet, so wie ich das mitbekomme. Was doch eigentlich ein guter Schritt ist. Auch die Resonanzen aus Europa war gut und die Odds (die mMn abgeschafft gehören) stiegen auch während der Show nochmal. Das gesamte Voting dieses Jahr war gefühlt eine Zirkusnummer (da geht es mir nicht darum, wer gewinnt).
Dass Marvin Dietmann meiner Meinung nach mal schön weit weg vom ESC gehört, da dürfte ich auch nicht der einzige der das so sieht.
Mit Thomas Mohr habe ich auch schon so schön diskutiert, dass hat echt Spaß gemach (meine ich ernst, hat wirklich Spaß gemacht, schade das es zu lang war für den Podcast. Er hat oft total recht, aber er ist eben vom Radio. Da schwingt mir immer etwas zu viel Radio in seinen Aussagen mit.
Wie ich immer sagen dieser letzte Platz ist ein „Trümmerbruch“ vom übelsten für den LOTL wenig können und abermals Opfer des Systems EBU und ARD wurden.
Aber nochmal zu Gerling: die sollten jetzt nicht blöd rumdiskutieren, sondern lieber den A*** hochkriegen und Anfangen geile diverse Acts zu suchen und da ne fette Show planen nächstes Jahr. Und vielleicht auch nicht nur mit Fanclubs diskutieren, wie es für Außenstehende rüberkommt. Ich weiß nicht ob das nicht auch ein Problem sein könnte. Aber das ist ein eigenes Thema.
Kann doch nicht so schwer sein.
Sorry für den Benny Moment und Rent, musste mal sein. Ihr seid toll 🙂
Kann jedem Wort nur zustimmen.
Also jetzt noch paar Tage Wunden lecken. Thomas Mohr hat gestern bei „ Alles Eurovision“ wunderbare Statements gegeben. Hut ab ! Alles auf den Punkt. Und er hat auch – und das war auch nötig – seinen Kollegen, besonders auch Stefan und Herr Urban, etwas den Kopf gewaschen. Ich hin ein großer Fan des Eurovision Teams und ihren Reports und Sendungen im Vorfeld. Aber gestern war das teilweise voll daneben. Nur weil der Lieblingssong des Teams nicht gewonnen hat wurde in alle Richtungen ausgeteilt und genörgelt und das teilweise unsachlich und unfair. Abbekommen haben es Loreen, Voting, Jurys, Punktesystem, und natürlich kam dann auch…keiner hat uns lieb und wir waren doch so toll. Sorry ging überhaupt nicht. Ich finde Finnland auch toll nun hat aber ein anderer Song gewonnen. Jeder hat mal in einem Jahr eine Enttäuschung wegzustecken. Und nachdem Berenike das in dieser Woche schon auf den Punkt gebracht hatte, habe ich dann am Finalabend voll verstanden was sie meinte. Wo sich andere Acts in Ihren drei Minuten auf den Punkt genau ihre Inszenierungen großartig herausgearbeitet haben war der deutsche Act zwar laut, grell und rot aber einfach zu statisch und dann leider auch wenig einprägsam. Ich finde die Richtung passt in Deutschland aber der Erfolg beim ESC ist nicht einfach aus dem Handgelenk geschüttelt und es gibt noch sehr sehr viele Hürden zu nehmen.
Warum diskutieren wir hier eigentlich nicht mal, dass vielleicht das schlechte Abschneiden gar nicht am Auftritt oder am Song liegt, sondern an der generellen Unbeliebtheit Deutschlands in Europa? Das sollte kein Tabu sein!
Weil das nicht der Grund ist. Siehe ESC 2010, 2011, 2012, 2018
Weil es totaler Quatscht ist.
Keiner in Rumänien oder Portugal saß am Samstag vorm Fernseher, hörte „Blood and Glitter“, dachte „Oh, geiler Song“ und dann „Ach nee, kommt ja aus Deutschland, dann ruf ich da doch nicht an.“
@Marcus
Hm, lass mich mal gaaanz scharf nachdenken. Ich weiß: Weil es kompletter Blödsinn ist!!
Weil das völliger Blödsinn ist. Sonst hätte Russland nach der Annexion der Krim wohl kaum die Plätze 7, 2, 3, (okay, raus im Semi), 3 und 9 einfahren können.
Ich halte diese Vermutung schlicht für falsch.
Die positiven Ergebnisse von Lena und Roman sind doch auch nicht in einem anderen Umfeld entstanden.
Mit diesen Vermutungen der Unbeliebtheit hätte dem allgemeinen Medienkontext nach auch Ungarn, Israel oder Aserbaidschan nie gut abschneiden dürfen. Haben sie aber trotzdem regelmäßig.
Es steht und fällt mit einem herauragenden Song, verbunden mit der passenden Inszenierung. Siehe Großbritannien. Gurken mit uns seit Jahren unten rum und letztes Jahr hatten sie halt ausnahmsweise wieder einen guten Act. Und schwupps…landet man auch wieder oben.
Dann schick schon mal die Meinungsforschungsinstitute in ganz Europa herum. Fragen:
1. „Do you like Germany in politics?“
2. „Do you like Germany in Eurovision?“
3. „Why?/Why not?“
Danach können wir dann weiter diskutieren. Bis dahin beschränken wir uns auf die Dinge, die wir auch von hier aus einigermaßen gut beurteilen können.
Uk hat in den letzten Jahren auch immer gesagt, da ist der Brexit Schuld und schwubs war letztes Jahr das kein Thema mehr. Wenn wirklich der ESC eine psositive Seite hat, dann ist es genau die, dass man nur die Lieder bewertet und nicht irgendwelche nationalistischen Mist. Ok, Ausnahme war letztes Jahr vielleicht mit der Ukraine im positiven Sinn, aber dieses Jahr zeigt auch, dass man das nicht übertreibt.
Hat man in Deutschland bzw. dem NDR kein Vertrauen darin, einen Vorentscheid mit zwei Halbfinals und einem Finale über drei Wochen zu strecken und vor allem in eine GRößERE Halle zu gehen?
Da hat sich der NDR dieses Jahr klar geäußert, das Geld ist knapp und man setzt das wenige lieber an anderer Stelle ein. Wäre für mich auch erst der zweite Schritt, der erste ist, geeignete Künstler zu finden. Wenn das mal wirklich genügend sind, dann kann man die Größe des VE diskutieren.
Das ist wohl keine Sache des Vertrauens, eher eine Sache der Kosten.
super Artikel. Dem ist nichts hinzuzufügen.
1. Ein Vorentscheid, der nicht einen einzigen konkurrenzfähigen Beitrag enthielt. Nachdem die Lieder veröffentlicht und Frida Gold krankheitsbedingt ausgestiegen waren, hatten wir die Wahl zwischen einer handvoll netter, aber letztendlich durchschnittlicher Liedvorschläge, die allesamt zwischen Platz 24 und Platz 26 gelandet wären.
2. Falsche Botschaft zur falschen Zeit. Ich habe es neulich schon geschrieben: „Blood and glitter, sweet and bitter/We’re so happy we could die“ ist in einer Zeit, in der ein Angriffskrieg auf Europas Boden tobt, vollkommen unpassend … und auch ein wenig geschmacklos.
3. Inszenierung: Wenn man die blutfixierte Botschaft des Beitrags dann auch noch verdoppelt, indem man einen Konzertauftritt in blutroter Farbe ertränkt, geht auch jede Chance auf Platz 22 oder 24 flöten. Die Aufritte beim ESC müssen nicht die Halle rocken, sondern die Jurys und die Zuschauer vor dem Fernsehen überzeugen. Beim ESC muss man vom Fernsehbild her denken … und von der großen Bühne in der großen ESC-Halle. Deshalb ist es auch wichtig, dass der Referenzrahmen ESC-Auftritt bereits die Performances beim VE bestimmt. Hier muss bereits eine Inszenierungsidee sichtbar werden, die auch beim ESC funktionieren kann.
4. Die tantenhafte ESC-Entourage des ESC. Von Herrn Urban (den ich eigentlich sehr mochte, aber nach 2017 hatte er dann doch sein ESC-Haltbarkeitsdatum überschritten) über Frau Schöneberger zur Häkeldeckchen, Glitzer, Brokat und Käseigel-Ästhetik der Alina & Stefan-Sendungen und dem VE-Aufgebot mit Herrn Silbereisen und Riccardo Simonetti … das riecht alles nach Carmen Nebel Show, staubigen Pailletten und Mottenkugeln, nicht nach ESC im Jahr 2023.
5. Die Grundeinstellung: „Den letzten Platz hatten wir nicht verdient. Da gab es schlechtere Beiträge.“ Was ist das denn für eine unambitionierte Einstellung bei einem Wettbewerb? (Wenn ich mal wieder mit einer 4- in Französisch heimgekommen bin, habe ich zu meinen Eltern auch immer gesagt: „Die Anja hat aber eine 5.“ Das hat mein Französisch auch nicht verbessert …) Das ganze wird dann noch mit mangelnder Analysebereitschaft gepaart. Der absolute Tiefpunkt der Saison war für mich, als Frau Schöneberger sich über die Beiträge aus Kroatien und Spanien herablassend-unappetitlich lustig gemacht hat. Jeder lösungsorientierte Mensch fragt sich doch: „Was hat Spanien für die Jurys und was hat Kroatien für das Televoting besser gemacht als wir?“ Aber nein, statt aufrichtig zu reflektieren, werden bösartig-dumme Sprüche rausgehauen: „Unterhosen“ … „schreiende Frau“. Solch eine Sprache ist kultur- und ESC-fern und kann Deutschland nur weiter in den ESC-Treibsand ziehen.
Fazit: Wir brauchen nicht nur stärkere Beiträge beim VE, sondern ein vollständiges Rebranding des Wettbewerbs in Deutschland. Für dieses Rebranding muss mMn alles auf den Prüfstand: Personal, Ort und Bühne des Vorentscheids, Format des Vorentscheids (andere Gäste, andere Gastgeberin, andere Einbindung des Publikums etc.), visuelle Aufbereitung des Rahmenprogramms etc. Ich weiß, dass viele hier argumentieren, dass wir seit diesem Jahr auf dem richtigen Weg sind. Aber was ist das für ein Weg? Ein Weg, der uns nächstes Jahr mit 26 Punkten auf den letzten Platz führt? Und dann sagen die Leute erneut: „Wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Letztes Jahr hatten wir nur 18 Punkte.“ … Im Jahr darauf dann Platz 25 mit 31 Punkten? Wieder einen Schritt gemacht … In 2026 dann Platz 22 mit 44 Punkten … etc. Sorry, aber das ist nicht der Weg, den ich mir für Deutschland beim ESC wünsche.
So wie die Dinge momentan stehen, können wir nur auf einen Zufallstreffer wie Michael Schulte hoffen. Viel Glück, Deutschland!
Gut auf den Punkt gebracht. Danke, Toggie!
Also, dass es am Text liegt bezweifele ich stark! Dafür interessieren sich beim einmaligen Hören doch die Wenigsten bzw. es fehlt die Englisch Kompetenz oder mangelnde Erfahrung in Textarbeit.
Und um es nochmal zu betonen, es geht hier um das Blut in unser aller Adern.
Griechenland hat es in 2022 mit“ Die Together“ in die Top 10 geschafft…und da war auch schon Krieg.
Natürlich können wir beide nichts beweisen, aber die von mir zitierten Verse waren im Text des deutschen Beitrags derart prominent, dass ich denke, dass das viele Zuschauer doch aufgeschnappt haben, von den Jurys ganz zu schweigen, und die Jurys waren ja das noch größere Problem. Und wenn wir uns das Juryergebnis Australiens anschauen, kann das ja nicht an lauten Gitarren und Growling gelegen haben.
Und im Gegensatz zum melancholischen „Die Together“ war der deutsche Ansatz dieses Jahr sowohl musikalisch als auch stimmlich und visuell aggressiv. Die Kombi war mMn das Problem. „Die Together“ hingegen klang phasenweise ja beinahe tröstlich und wurde in unschuldigem Weiß vorgetragen.
So sehr ich deine Beiträge schätze, habe ich nach Punkt 1 schon aufgehört zu lesen, Du kannst nicht einfach von deinem Geschmack ausgehen und behaupten, der VE hätte keine geeigneten Beiträge gehabt. Wir haben gesehen, dass die Schweiz mit einem guiten Sänger und langweiligen Lied nicht letzter wurde. Sowas hatte wir auch mit Will Church. Zypern hat mit einem wohl nicht ganz so guten Sänger und einem normalen Popsong nicht schlecht abgeschnitten, so ein Lied hatten wir auch dabei und dazu einen besseren Sänger, der das Lied nicht in Schweden gekauft hat. Und auch meiner Anica hätte ich einen guten Auftritt zugetraut, aber wahrscheinlch ähnlch erfolglos wie meinem Serben. Aber es wäre ein guter Auftritt gewesen und darauf kommt es vor allem an.
Wir sollten das bisher Erreichte nicht einfach wieder negieren. Es braucht einfach mehr Manpower (aka Geld) um den ganzen Weg von der Suche der Teilnehmer des VE bis zum fertigen Produkt beim ESC professioneller zu gestalten.
Ich bin bei Punkt 1 nicht von meinem Geschmack ausgegangen, sondern von meiner langjährigen ESC-Erfahrung …
Punkt Vier hätte er auch weglassen können! Vor allem dieses unsägliche Wort „tantenhaft“ geht mir auf die Nerven! Außerdem wollte er sich ja auch aus dem Forum für eine gewisse Zeit zurückziehen so wie das auch Mariposa tut. Der zieht das nämlich durch!
Sagt der User der sich eigentlich Anfang des Jahres komplett vom Blog verabschieden wollte.
@Toggie:
Ich glaube auch, dass wir mit keinem anderen Beitrag besser als Bottom5 gelandet wären, aber beweisen lässt es sich halt nicht. Von daher ist diese Diskussion tatsächlich ziemlich müßig.
Ich habe mir schon überlegt einen eigenen langen Kommentar zu schreiben, aber du hast alle meine Gedanken schon schön ausformuliert. Sowohl was den diesjährigen Beitrag betrifft (für das schlechte Abschneiden war aber meiner Meinung nach vor allem der schlagerhafte Song und die Kostümierung ausschlaggebend, das passte absolut nicht zusammen), als auch generell. Punkt 4 – und hier vor allem eurovision.de – sehe ich als das größte Problem: All die lustig gemeinten Shows, Interviews, Songchecks, etc., das Team, angefangen von Alina bis Broder. Glitzer, Glitzer, Glitzer. Es tut mir leid, aber ich finde das ziemlich kindisch und vor allem völlig kontraproduktiv. Hier wird ein kompletter Imageschaden verursacht. Als professionelle Musikerin würde ich mich nie und nimmer auch nur ansatzweise interessieren, bei so einem Quatsch mitzumachen.
In Österreich versucht man ja offenbar gerade, den ESC den FM4-Hörern schmackhaft zu machen. Ich glaube zwar nicht, dass das mit Böhmermann gelingt (vor allem nicht durch so ein witzloses, gehässiges Kommentieren), aber zumindest hat man das richtige Ziel im Auge. Die Glitzerwelt, die man in Deutschland offenbar immer noch anvisiert, ist, so glaube ich, das falsche.
Gute Analyse.
Aber glaubt irgendjemand noch ernsthaft daran, dass der NDR es irgendwie hinbekommt ohne fremde Hilfe?
10 Jahre lang wird bereits Jahr für Jahr an Schräubchen gedreht und „überarbeitet“. So lange man keine Acts für eine Vorentscheidung findet, die als Gesamtpaket Potential haben, wird es nichts.
2020 war der Song gut. Leider hatte der Interpret keine Ausstrahlung.
2021 wurde nur noch auf Bühnenpräsenz geachtet. Song war egal.
2022 schaute man nur, dass der Song radiotauglich ist und liefert beim ESC ne langweilige Show ab.
2023 wurde nur noch auf verschiedene Musikgenres geachtet. Was nutzen verschiedene Musikrichtungen, wenn die einzelnen Song mau sind.
Dabei hat der NDR doch eigentlich immer versucht, das umzusetzen, was von der Bubble gefordert wurde. Letztes Jahr hieß es doch die ganze Zeit: Weg von der Radiotauglichkeit, hin zu mehr Diversität. Genau das hat der NDR probiert, und ein Großteil der deutschen ESC-Fans hat den diesjährigen Song über viele Wochen bejubelt und war überzeugt davon, dass es diesmal niemals der letzte Platz werden würde.
Vielleicht sollte der NDR einfach die Bubble ignorieren?
„Versucht“ ist genau der Knackpunkt. Da fehlt halt immer noch jemand mit dem richtigen künstlerisch-musikalischen ESC-Gespür im NDR-Umfeld. Wie früher Stefan Raab oder noch früher Ralph Siegel. Wer das für die heutige Generation sein könnte, habe ich allerdings auch keine Ahnung.
Hat er 2019&2021 getan. Bilanz:
– 0 Televote-Punkte
– ein schmeichelhafter vorletzten Platz
– internationales Unverständnis (nicht nur aus der Bubble) was für einen Mist DE zum ESC schickt
Bonus 2019:
– ein abdankender (und im November neu besetzter) Head of Delegation.
Oder AndiTR – zu 2023: Was nutzen verschiedene Musikrichtungen, wenn dann vom TV-Publikum trotzdem wieder der falsche Act gewählt wird? Statt dem Gebrüll hätte man ja auch z.B. Will Church haben können (wie es ja auch die Juroren gesehen haben). Es ist nämlich nicht so, dass es keine guten Alternativen zu LotL gegeben hätte (von der gruseligen Kunstfigur Ikke mal abgesehen).
Solche falschen Entscheidungen wiederholten sich leider oft bei deutschen VE`s – zuletzt im Jahr 2022. Bin sicher, dass es z.B. mit Eros Atomus und seinem sehr eingängigen Song in Turin besser gelaufen wäre.
Schweden sollte in Punkto Inszenierung für Deutschland echt mal Vorbild werden, denn Schweden liefert da fast ausnahmslos jedes Jahr ab. In Falle diesen Jahres fast schon ein Musikvideo. Aber das Inszenierung ein Problem bei deutschen Auftritten ist, ist auch nichts neues. Durch Dietmann mag es besser geworden sein als was auch immer wir bei S!sters und Jendrik abgeliefert haben, aber es ist eben trotzdem noch staaaark ausbaufähig. Vielleicht sollten wir hier mal auf eine andere Expertise, wie der von Sacha Jean-Baptiste vertrauen oder – wie 2020 für Ben Dolic geplant – Marty Kudelka (Zitat aus dem Blog „der sonst mit Größen wie J Lo und Justin Timberlake arbeitet“) nochmal eine Chance geben? Aber das sind nur Ideen von mir.
Das deine Punkte wahrscheinlich nicht unwahr sind zeigt sich aber auch wenn wir dieses Jahr auf Slowenien schauen, die haben zwar ein paar Punkte mehr einheimsen können, was sicher auch an Einzelheiten wie der Landessprache oder dem Charme der Band lag, aber ansonsten war das ebenfalls eine ziemlich simple Bandperformance, die mich ebenfalls enttäuscht hat (und das obwohl es mein persönlicher Lieblingssong des Jahrgangs war). Am Ende reichte es für die Jungs auch nur für Platz 21. Politik hin oder her, Deutschland hat es sicher schwerer als viele andere Länder, wir werden schon etwas kritischer beäugt, daher muss es bei uns Exzellent sein. Wir müssen die Leute dazu bewegen für uns zu voten, den von nichts kommt nichts und daran muss der NDR ansetzen.
Warum fragt man nicht mal jemand internationales der schon mal Erfolgreich einen ESC Act inszeniert hat? Wie z.B Sacha Jean Baptiste? Ich habe je mehr erfolglose Jahre ins Land ziehen das Gefühl, dass der Sender absolut kein Interesse daran hat den ESC zu gewinnen. Stellt euch mal vor man musste ihn ja dann ausrichten?! Was fürne Arbeit das wäre! Und was das kosten würde! Nein, da lässt man lieber Leute ran die Quizshows machen. Peinlich.
Hat man doch gefragt. Marvin Dietmann hat den Sieg Conchitas mitverantwortet. 😉
Douze Points‘ Kommentar beschreibt das „Problem“ sehr gut und auch fand die Inszenierung von „B&G“ auch deutlich zu statisch, diese Interaktion mit dem Publikum wurde bei vielen anderen Auftritten anderer Länder viel besser gelöst; die Gründe sind gut benannt.
Wenn auch die Juries diese Interaktion in ihren Bewertungen einfliessen lassen (sollen), dann stimmt auch die These, dass LotL deshalb weniger Punkte erhielt; für das Televoting „hinkt“ der Vergleich mit Australien allerdings, denn diese erhielten lediglich 6 Punkte mehr als Deutschland. Und Joker Out, die nun wirklich nah am Publikum dran waren, hat es auch nicht viel mehr TV-Punkte gebracht. Anders natürlich Finnland und z.B. auch Gustaph, der alles aus dem belgischen Beitrag rausgeholt hat.
Den Appell, deutlich mehr Aufwand bei der Organisation und Planung des nationalen Vorentscheides zu betreiben, kann ich nur gutheißen. Wertes Bloggerteam: verbreitet eure starke Expertise an den richtigen Stellen. 🙂
Gustaph hatte hier nach seinem Sieg beim Vorentscheid einen schweren Stand, weil viele ihm dem Fnaleinzug nicht zutrauen! Er hat sie alle eines besseren belehrt.
Auch musikalisch kann ich die Jury-Punkte für Australien verstehen. Der Song war mainstreamiger, ging mehr nach vorne und hatte auch Anleihen an die mehr oder weniger aktuelle 80s-Welle. Was man alles halt so in den Musikredaktionen als Hit-Potential verstehen könnte.
Absolut kann ich die Jury-Punkte verstehen (ich frage mich nur, ob die lediglich die Musik bewerten), ich hätte mir aber deutlich mehr Punkte vom Televoter erhofft, weil da dann noch die positive Präsenz dazu gekommen ist.
+ fand die Inszenierung von „B&G“ auch deutlich zu statisch, +
Ja, ich fand das Gestell im VE nicht gut und war nicht glücklich, dass es auch beim ESC benutzt wurde. Toll fand ich LOTL bei den Preparties, wo sie natürlich auf der Bühne agierten, Das ist eben auch ein Teil der Inszinierung, zu sehen wann man sie einfach weglässt.
Auf den Punkt! Die ARD arbeitet an sich, aber das wird noch dauern. Wir haben noch ein EBU-Mitglied in Deutschland… – wie wäre es mal mit einem Anruf in Mainz?
Das wäre doch mal was: Es gibt einen ARD-Vorentscheid, einen ZDF-Vorentscheid und danach noch einen Super-Vorentscheid, bei dem sich die Sieger oder Top 4 noch einmal gegenüber stehen.
Mein Gedanke war hier eher, dass das ZDF als zentrale Anstalt effektiver als die ARD mit ihren vielen Köchen agieren kann. Der Sender weiß, wie Shows gehen und braucht jüngeres Publikum.
Guter Punkt!
Es liegt vor allem daran, dass unsere ganzen Stimmen von Finnland geklaut wurden. Sieht man schon daran, dass wir neben dem Dachverband nur aus Finnland Televoting-Punkte bekommen haben. Dem einzigen Land, dass nicht für Käärja abstimmen konnte. Sieht man auch ganz gut bei Australien, die 8 ihrer 22 Punkte aus Finnland bekommen haben und im Televoting nur minimal besser abgeschnitten haben. Insofern ist der Misserfolg von Blood and Glitter zu 90% auf den Erfolg von Käärja zurückzuführen. Wir hätten ohne ihn aus jedem Land ähnliche Punktzahlen bekommen können.
Ich ziehe ein Fazit: Es war absolut das falsche Jahr für einen Rocksong 🌚.
Die Kritik an LOTL verstehe ich nicht so ganz.
Man kann die Band selbstverständlich doof oder das Lied ungeeignet und den Text unpassend. Das ist letztlich alles auch Geschmackssache. Mein Geschmack war der Song eh nie. Aber egal. Ich verstehe nicht die Kritik an ihrer Performance am ESC-Abend.
Jeder Künstler sollte so auftreten, wie es für ihn passend erscheint. Sonst wirkt es nicht authentisch. Hätte man da noch mehr rausholen können, Stichwort: dicker, breiter Pinsel? Ja, hätte man. Aber letztlich muss der Act am Ende des Tages damit zufrieden sein. Und wenn sie keine größeren Bewegungen wollten, sondern diese Konzert-Show gewissermaßen muss man das akzeptieren. Wie gesagt: alles andere wäre dann nicht authentisch gewesen, hätte aufgesetzt wirkt, hätte auch zu wenig Punkten geführt.
Der Fehler ist Marvin Dietmann. Ich hab es hier schonmal gesagt: ich weiß nicht, was dieser Mann beruflich macht. Irgendwas mit Choreographien und Inszenierungen kann es jedenfalls nicht sein. Die LOTL-Jungs mussten zwangsläufig ja mit ihm arbeiten. Denn der war ja Inhalt des Care-Pakets, weil der NDR schon für ihn gelöhnt hat. Vollkommen überflüssig.
Und da muss ich erneut sagen: Frau Wolfslast und Herr Leidner und Herr Gerling und wie sie alle heißen haben offenbar den ESC nicht verstanden. Sonst wüssten sie, dass man Künstler einfach mal machen lassen soll. Und sie würden anders reden und auftreten. Und unter Umständen bessere Ergebnisse.
Dieser erneute letzte Platz schockt mich nicht so sehr. Da bin ich Sportler. Ich akzeptiere, wenn andere besser waren. Ich hatte tatsächlich mit einem deutlich besseren Platz gerechnet, aber gut, so ist das eben in einem sportlichen Wettbewerb.
Mir ist bewusst, dass man weder Wolfslast noch den Gerlings rauswerfen wird. Fordere ich auch nicht. Aber es braucht jemanden, der Bock hat auf ESC. Wir brauchen ein Mastermind wie seinerzeit Thomas Hermanns oder Stefan Raab. Auch da war nicht alles gut. Aber die haben zumindest für den ESC gebrannt – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Beim NDR, auch wenn einiges schon auf richtige Schienen gesetzt wurde, was den VE angeht, muss kräftig entrümpelt werden. Es kann nicht sein, dass die deutschen ESC-Referenzen Leute wie Broder Breese und Marcel Stober ausweisen. Die haben nichts vor einer Kamera zu suchen. Das ist einfach amateurhaft, irgendwelche Fans zu nehmen und sie irgendwelche Show machen zu lassen. Auch Alina & Stefan müssen weg. Diese „Alles Eurovision“-Shows waren hochnotpeinlich in fast allen Belangen. Man will es hier nicht hören, aber auch diese vier sind Teil des deutschen ESC-Problems.
Habe heute gelesen, dass der Meister, Guildo Horn, vorschlägt, ein Jahr zu pausieren und Kräfte zu sammeln. Ich würde ihm zustimmen. Ich glaube nämlich nicht, dass unser grundsätzliches strukturelles Problem in einem Jahr zu beheben sein wird. Und irgendeinen Kompromiss sollten wir uns ersparen – also die nächsten talentierten Pfarrerstöchter oder BWL-Studenten, die noch nie einen TV-Auftritt absolviert haben, aber als Kind Lena ganz toll fand. Nein danke.
Und mir fehlt auch die Hoffnung, dass sich ein Act findet, der sagt „So, ich mach es jetzt“ – ein etablierter Act, dre sich nicht von Wolfslast und Gerling reinblubbern lässt und auch keine Angst hat vor einem 20. Platz. Aber jemand, der ein kleines Feuer entfacht. LOTL waren das nicht. Schade. Aber nun fehlt mir tatsächlich die Hoffnung. Denn das sich kein etablierter Act meldet, ist eben auch dem NDR geschuldet.
Spiegel ist schon weg und Stiegler wird Mutter und hat dann auch nur noch Zeit für die Familie.
@Matty:
Über dein veraltetes Frauenbild will ich hier nicht reden.
Welches veraltete Frauenbild?
Man müsste ja noch nicht mal pausieren. Einfach für nächstes Jahr Iveta Mukuchyan nominieren, die sich schon angeboten hat. Sie mal machen lassen und im Hintergrund dann entrümpeln für 2025.
Warum Iveta Mukuchyan?
Nicht, das sie eine komplett falsche Wahl wäre, aber… warum nun sie? Hab ich was verpasst?
Weil sie ihren Hut schon in den Ring geworfen hat, war sie das erste Beispiel, das mir einfiel.
https://escxtra.com/2023/05/14/iveta-mukuchyan-aiming-eurovision-return-for-germany/
Ah okay. Danke, ihr Zwei. Ja, das war mir entgangen.
Ja, soll sie machen. Hätte nichts dagegen.
Ich sagte ja: wir brauchen jemanden, der das Heft in die Hand nimmt und eine gewisse Expertise hat und natürlich die richtige Portion Leidenschaft.
Das ist halt das Problem. Die Jury und leider auch eine nicht zu verachtene menge an zuschauer will gekünselte shows sehen und perfektionierte shows.
Eine Sache die Böhmerman und Schuls richtigerweiße zu den Israel song gesagt hat war „zu perfekt.“
Und das ist der punkt. Eigentlich wollen die Europäer Idol bands sehen… Nicht abschalten;)
Ich erkläre. Zuviele Zuschauer und primär Jury möchte perfektionierte mathematisch auserarbeitete songs und performancen.
Deswegen hat Loreen mit Euphoria 2.0 gewonnen. Euphoria war schon ein mathematisch ausgerechneter Song. Und da dass erfolgreich war funktioniert halt auch eine dreiste kopie ihres eigenen songs.
Und ich bleibe dabei. Das man ihre Nippel durch das oberteil sehen konnte war genau so kalkuliert wie jede andere Detail an ihrer perfektionierten performance.
Künstlerischen Wert hat das nicht… Aber es ist nötig um zu gewinnen!
Ich stimme dem Meisten, was Du oben schreibst, zu, außer der Kritik am Eurovision-Team (Stiegler, Spiegel & Co.). Ich schätze ihre Songchecks und sonstige ESC-Berichterstattung sehr, weil sie mit Fachwissen und Leidenschaft über den Contest berichten, dabei aber auch kritisch und (selbst-)ironisch sind. Dass nicht jeder Witz sitzt, ist klar, aber die Richtung stimmt für mich. Ganz bierernst sollte die Berichterstattung rund um den Contest nicht sein.
Da das Eurovision-Team primär von der Bubble verfolgt wird, stellt sie für mich auch keinen Teil des Problems dar. Die Probleme lagen und liegen bei den Verantwortlichen und Akteuren, die den ESC in Deutschland in der 1. Reihe für die breite Masse präsentieren: Die Gestalter des Vorentscheids, Barbara Schöneberger, Peter Urban (auch, wenn er mir persönlich fehlen wird) & Co. Hier braucht es dringend frischen Wind, das stimmt. Weg vom Käseigel und hin zu mehr Mut und Spaß am Contest.
Von mir aus dürfte Alina nächstes Jahr ruhig mal den Vorentscheid moderieren und Consi kommentieren. Warum denn nicht? Wenn‘s nicht funktioniert, darf im Jahr drauf wer anderes ran. Wichtig ist nur, aus diesem Traditionsdenken rauszukommen – das haben wir immer so gemacht, das werden wir auch zukünftig so machen. Einfach mal was wagen. Die Chance dazu hätte man letztes Jahr mit Electric Callboy zum Beispiel gehabt, aber da fehlten ARD/NDR der Mut und seit Cha Cha Cha ist der Zug abgefahren…
@Lady Madonna:
Naja, aber Alina als VE-Moderatorin und Consi als Moderator wäre auch nicht meine Definition von „mal was wagen“.
Von Consi halte ich sehr viel. Alina ist bestimmt ein netter Mensch, aber die hat, mal ganz objektiv, nur sehr wenig Talent für LIve-Moderationen. Selbst bei den kleinen eurovision.de-Produktionen verhaspelt sie sich, ist konzentriert, hat keine guten Moderationen und Überleitungen. Sie hat zudem keinerlei Erfahrungen, was große Live-Shows angeht.
Nein, sie ist Teil der Bubble und das, was das, zugegeben kreative, eurovision.de-Team macht, ist ja bereits die erste Reihe. Mehr ist nicht. Mehr haben wir nicht zu bieten.
Und das lief bei den Semis sogar im Vorprogramm. (Zumindest am Dienstag, Donnerstag sah ich es nicht.) Das haben am Dienstag dann Leute gesehen, die sonst nicht zur Bubble gehören, also keine Hardcore-ESC-Fans sind und haben sich über die Amateurhaftigkeit dieser Sendung kaputtgelacht.
Dieses Programm mit Broder als TikTok-Kasper und mit Marcel als angeblichem Experten: das ist was für Fans. Aber es darf nicht das einzige Angebot sein. Ist es aber. Und damit Teil des Problems.
Die dürfen als Redakteure gern weiterarbeiten. Aber bei einer professionellen Berichterstattung haben die nichts verloren.
Ich verstehe übrigens die Kritik an Barbara Schöneberger auch nur wenig. Die hat weder die Auswahl noch die VEs zu verantworten. Die wird nur eingekauft für die Shows. Man mag ihr eine gewisse Lustlosigkeit vorwerfen. Und sicher muss man auch ihre Art mögen. Aber sie ist nicht das Problem. Dennoch kann man natürlich gern über eine andere Besetzung nachdenken. Aber nur weil dann, keine Ahnung, Anke Engelke moderiert, heißt das nicht, dass wir direkt eine hochwertige VE bekommen und Platz 8 beim ESC 2024. So läuft das ja nicht.
@Andi: Barbara Schöneberger ist das Gesicht des deutschen ESC. Sie mag zwar die Auswahl von Songs und Künstlern nicht verantworten, aber sie steht mit ihrer bollerigen Mutti-der-Nation und Käse-Igel-Art dann eben doch für die Festgefahrenheit und Piefigkeit des deutschen Ansatzes sowie für das krampfhafte Festhalten an ESC-Ritualen. Darüber, dass Du Alina für ihre in Deinen Augen nicht vorhanden Moderationsfähigkeiten kritisierst und ihre Verhaspler hervorzuhebst, gleichzeitig aber an Barbara festhalten möchtest, muss ich schmunzeln. Barbara mag zwar routiniert alles moderieren, was nicht bei 3 auf dem Baum ist, hat aber vom ESC keine Ahnung, ist meist schlecht vorbereitet und bringt hier einen Schnitzer nach dem anderen; Stichwort „Frida Gold ist krank“. 🫣
Einigen wir uns darauf, dass weder Alina noch Barbara die ideale ESC- Moderatorin ist und hoffen wir darauf, die Verantwortlichen den perfekten Kandidaten (m/w/d) irgendwann und irgendwie aus dem Hut zaubern.
Bei meiner Hauptaussage bleibe ich aber: Ich feiere das Eurovision-Team und meiner Meinung nach dürfte es gerne aus der Nische etwas weiter nach vorne geholt werden. Erst dann sind wir schlauer: Kommt dieser Ansatz auch außerhalb der Bubble an oder nicht? Zumindest einen Versuch könnte man doch mal wagen, oder!?
Und wie gesagt: Die Berichterstattung für die breite Masse ist nur ein kleiner Faktor, woran es beim ESC-Konzept in Deutschland hakt, das Hauptproblem ist die Mutlosigkeit bei Auswahl von Künstlern, Songs und Stagings. Logo. Aber die piefige und auf Beständigkeit ausgelegte Präsentation spiegelt dies Jahr für Jahr erschreckend wieder…
Ein Riesenproblem ist auch, dass Künstler, die beim ESC schlecht abgeschnitten haben, danach von ARD/NDR fallengelassen werden. Das muss dringend aufhören! Nur wer seine Künstler auch nach einem Scheitern respektvoll behandelt, verdient gute Künstler.
Äh nein, wir können uns nicht darauf einigen, dass Barbara Schöneberger nicht die perfekte Moderatorin ist. Ich finde sie sogar sehr perfekt.
Der Ansatz kam außerhalb der Bubble nicht an. Das Experiment ist bereits misslungen. Es wurde vielerorts verlacht.
Und die Berichterstattung für die breite Masse ist der größte Faktor.
Wir werden ansonsten in dieser Nische steckenbleiben und schlagen uns Jahr für Jahr wieder mit den gleichen Berichten und Kommentaren rum, dass Deutschland nicht geliebt wird in Europa und deswegen immer verliert und so weiter.
Wir müssen den ESC in Deutschland nicht nur aus der Bedeutungslosigkeit holen, sondern auch aufhören, ihn der Lächerlichkeit preiszugeben.
Was ich übrigens auch noch unangenehm im Ohr habe von diesem Gerlings, ich glaube aus dem letzten Jahr: „Wir wollen gar nicht gewinnen.“ Sinngemäß.
Junge, wenn du nicht gewinnen willst, bleib zuhause. Das ist ein Wettbewerb. Wer nicht gewinnen will, soll häkeln oder angeln. ABER NICHT AN SO EINEM CONTEST TEILNEHMEN OMG DAS SIND DOCH DIE ELEMENTARSTEN SACHEN ICH CHECKE SO VIEL VERBOHRTHEIT UND DESINTERESSE NICHT. Ich echauffiere mich. Für jeden Fan ist dieser Satz von Gerlings ein Schlag in die Fresse. Excuse my french.
Es war Frank Beckmann (NDR-Programmdirektor), und der Satz hieß „Hauptsache nicht Erster“.
Gut, hab ich die Personen vertauscht, aber das macht die Sache irgendwie so gar nicht besser, oder?
Vielen Dank für die verschriftlichte Analyse, die wir ja schon aus dem ESC Kompakt Live vom Sonntag kennen. Sie ist natürlich brilliant.
Was mich interessieren würde: Iveta Mukuchyan hat ja wieder mal ihr Interesse veröffentlicht, für Deutschland anzutreten (der NDR schließt bisher frühere Vertreter anderer Länder aus). Haltet ihr es für eine gute Idee, frisches Blut von außen einzubeziehen, indem man jemandem eine führende Rolle beim Auswahl- und Vorbereitungsprozess gibt, der in Sachen ESC international erfahren ist, so wie Iveta? Das Braten im eigenen NDR-Saft war ja bisher nicht wirklich erfolgreich.
Und jährlich grüßt das Murmeltier
Man könnte doch auch mal das ZDF mit ins Boot holen. Der flämische und wallonische Sender in Belgien wechseln sich ja auch jedes Jahr ab.
Man könnte sogar innerhalb der ARD jährlich rotieren.
Die Frage ist, ob irgendein anderer Sender bereit ist, Geld auszugeben für wenig Anerkennung. Man muss da auch bedenken, das geld muss dann anderswo eingespart werden und sowas ist nicht leicht.
Leichter wäre es den ESC als ARD Projekt zu sehen, bei dem jeder seinen Teil tragen muss. Beim ZDF sehe ich nun noch weniger Kompetenzen, was nichts Schlechtes sein muss, man kann sich die ja holen, wobei sich meine Hoffnung Böhmermann dieses Jahr wohl ins ESC-Aus gekickt hat.
Wie ich den NDR kenne wird man jetzt wieder in die trotz haltung gehen und sagen das sie es besser wissen.
Doch das wir dieses Jahr verloren haben lag nicht an Act. Lord Of the lost ist in fast allen Ländern in Mittelfeld geladen und sie wurden International auch das erste mal seid langen positiv aufgenommen.
Es gab nicht die typischen Häme die man sonst kennt.
Es war also ein Schritt in die richtige Richtung. Man muss nun weiter in diese Richtung gehen und seinen Act vielleicht auch mehr bewerben so wie es ein Schweden mit seinen Schema F Pop Nummern seid jahren macht. (leider erfolgreich)
Mit welcher Begründung schließt man ehemalige (ausländische) Teilnehmer aus?
Sehe nur 2 Hoffnungen: Änderung der Zuständigkeiten oder Zufall (wie 2018).
@Manboy:
Offensichtlich aus Prinzip. Es war ja nicht immer so. Ireen Sheer nahm 1974 für Luxemburg teil (4.), war 1976 erfolglos im deutschen Vorentscheid, hat 1978 den deutschen Vorentscheid gewonnen und wurde anschließend beim ESC 6., 1985 war sie dann wieder für Luxemburg am Start (13.) und versuchte 2002 nochmal erfolglos ihr Glück im deutschen Vorentscheid.
ich denke Deutschland sollte entweder die Zahlungen einstellen
ins Halbfinale gehen, so wie andere Länder
oder ein Jahr pausieren und überlegen…
Ich weiß gar nicht, ob Deutschland das einfach mal so entscheiden kann.
Hm. Jetzt dem NDR wieder die Schuld zukommen zu lassen, nachdem aller positiv auf die VE-Songs und vor allem LOTL reagiert haben, kapiere ich nicht. Der NDR hat uns einen guten Act gegeben, mit dem wir zuversichtlich in den ESC gingen oder leiden hier wieder alle an Amnesie?
Ob der VE um 22:20 war, ist egal. Ob die Arbeit im November begann, ist egal. Wie das im Hintergrund ausgesehen haben will, ist irrelevant. Viele Länder haben keinen VE und sagen monatelang nichts, bis es im Frühjahr irgendwann ein Aufruf zum Songschreiben gibt.
Der Act war gut, mehr zählt nicht. Es hat dieses Jahr einfach nichr sein sollen.
Das Problem ist, dass in ARD viel zu viele Köche den Brei verderben. Genau das schrieb Douze Points, das hat Frau Wolfslast hier schon mal diplomatisch angedeutet und gestern hat es Thomas Mohr sogar recht deutlich gesagt.
Zustimmung: der eingeschlagene Pfad für diese Saison war der Richtige. Der Vorentscheid war der beste seit vielen Jahren. Sicher noch nicht wirklich perfekt (einen einzelnen Act über TikTok zu bestimmen, war sicher nicht so clever), aber darauf lässt sich aufbauen. In der Tat sollte man frühzeitig beginnen, Künstler proaktiv anzusprechen. Das ist auch deshalb wichtig, da mit dem leider wieder schlechten Ergebnis potenziell gute Künstler sich das freiwillig nicht antun. Jetzt aber wieder alles auf Anfang zu setzen ist sicher nicht hilfreich.
Ich habe es in mehreren ESC kompakt LIVE gesagt, dass mir die letzten 20% bei dem Auftritt fehlen (die sind auch noch alle verfügbar). Vielleicht habe ich nicht bis ins letzte Detail Vorschläge gemacht, was man besser machen müsste, aber z.B. die nicht herausgestellt LED-Gitarre von Pi oder das fehlende Kameraspiel mit den Bandmitgliedern habe ich sehr wohl bemängelt.
Nein, Tobi, es ist nicht egal, ob man im November erst anfängt.
Bei allem anderen stimme ich dir zu.
Viele Argumente, die hier genannt worden sind, findet meine Zustimmung. Für mich hat sich dieser Wettbewerb in den letzten Jahren nicht unbedingt divers entwickelt, sondern leider immer mehr zu einem homosexuellen Stelldichein entwickelt. Wobei ich fast nur homosexuelle Männer wahrnehme, z.B. im Publikum, aber auch viele Medienmacher stellen das Homosexuelle hervor. Diversität und Toleranz ist wichtig und richtig. Aber wenn nur noch Schwule diesen Wettbewerb am Leben halten, dann wird irgendwann die Akzeptanz in der Masse komplett fehlen. Ich finde es richtig, wenn wieder mehr über Musik und Bühnenshow gesprochen wird. Wo ist die Grenze für politische Einflüsse ? Wenn Selenski in Liverpool Teil der Show gewesen wäre, hätte die Ukraine noch besser abgeschnitten bzw. gute Chancen auf den Sieg gehabt.
Wahrscheinlich weil so viele hinter den ESC Kulissen selbst homosexuell sind? Schon mal daran gedacht, dass es daran liegt, dass es immer so hervorgehoben wird? Ist halt so beim Fernsehen.
@ elmrunner ESC: Ein ganz seltsamer Kommentar. Zuerst will ich mal vorausschicken, dass ohne uns Schwule der ESC bereits Anfang/;Mitte der 90er gestorben wäre, als er auf einem absoluten Tiefpunkt war, nicht nur hier in Deutschland.
Zum ersten Mal wurde die gay-community beim ESC 1998 in Birmingham sichtbar, als sich die Veranstalter dazu entschieden hatten, die wahren ESC-Fans, nicht mehr in den hinteren Reihen zu setzen, sondern auch nach vorne, wo sonst die „feine Gesellschaft“ ihre Plätze hatte. Aber wir waren schon immer da, und „We’re Unstoppable“
Um ein Ticket für den ESC zu kaufen, muss man ja nicht seine sexuelle Orientierung preisgeben. Wenn jetzt der Großteil der tickets an die gay-community geht, dann weil sich wohl mehr Schwule/Lesben etc. darauf bewerben. Der ESC ist für uns halt, wir für Heteros die Fußball-WM (obwohl es da sicher auch Überschneidungen gibt).
In Liverpool sah ich aber auch jede Menge Frauen im Publikum. Bei der VE bei uns vielleicht weniger. Aber sollen wir jetzt auch fernbleiben ?
Ich zitiere dich :“ Aber wenn nur noch Schwule diesen Wettbewerb am Leben halten, dann wird irgendwann die Akzeptanz in der Masse komplett fehlen“.
Dazu: Der ESC an sich ist nicht in Gefahr zu „sterben“, nur weil in Deutschland z.Zt. die Begeisterung bei den „Heteros“ fehlt. Und die Gründe für die schlechten Platzierungen, was dann zur abnehmenden Begeisterung allgemein führt, hat ja Douze Points ausführlich geschrieben und andere die hier kommentiert haben.
Den Satz von dir, den ich zuvor zitiert habe, ist eigentlich schwulenfeindlich. Wenn nur noch Schwule zum ESC gehen, dann wenden sich die Massen ab. Warum eigentlich ?
Weil die Heteros nichts mit uns zu tun haben wollen, uns nicht akzeptieren ?
Umso mehr ich darüber nachdenke, ärgere ich mich, dass ich dir überhaupt antworte.
Wenn die Schwulenszene den ESC nicht in den üblen Jahren des Übergangs (1990er / Anfang 2000er) gekapert hätte, dann gäbe es wahrscheinlich keinen ESC mehr. Das ist historisch höchst verdienstvoll. Allerdings würde ich mir in der Berichterstattung auch viel mehr Diversität und Offenheit wünschen. Wir brauchen z.B. mehr Alinas und mehr Berenikes.
Tut mir leid, aber dein Kommentar macht mich einfach nur wütend. ‚Homosexuelles Stelldichein‘ ??? Man, man, man.
Und übrigens, auch wenn es wirklich keine Rolle spielen sollte. Ich bin hetero und habe den ESC mit vielen anderen, hetero oder nicht geschaut. Mit deiner Meinung stehst du ziemlich allein da. Tschüss, bevor ich mich zu sehr aufrege.
Danke @DouzePoint für den Artikel – das musste einfach mal gesagt werden und die Hoffnung dass die Kritik und eine daraus folgende Erkenntnis auch bei den richtigen Leute beim NDR ankommt stirbt bekanntlich zuletzt.
Was den Vergleich von LotL und Voyager angeht – das hast Du wirklich treffend beschrieben. Ich selbst kann allgemein mit der lauten und oft kreischig/brülligen Rockmusik ganz selten etwas anfangen (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Vor dem ESC hab ich die rockigen Titel auf der CD alle meistens geskippt – auch die von Voyager. In der Liveshow allerdings haben mich Voyager ziemlich beeindruckt und im wahrsten Sinne des Wortes „abgeholt“ – und wäre der göttliche Marco Mengoni nicht beim ESC dabei gewesen (sein Auftritt war für mich eine von wenigen Sternstunden beim ESC überhaupt) , ich glaub ich hätte u.a. sogar für Voyager angerufen. Das hätte ich im Vorfeld niemals gedacht und hat mich total überrascht.
Hatte heute morgen das MOMA geschaut, weil eigentlich haben die Montags nach dem ESC immer über diesen berichtet. Aber Fehlanzeige (zumindestens von ca. 7-9 Uhr). Überhaupt habe ich den Eindruck, dass es in den Medien kein großes „Aufregerthema“ mehr ist.
Vermutlich weil man sich daran gewöhnt hat:
ESC – Deutschland – letzter Platz : wie immer halt
Bei einer Civey-Umfrage kurz vorm ESC gaben nur 12% der Deutschen an, dass sie planen den ESC zu schauen. 8 Mio. verfolgten den ESC dann doch, aber wahrscheinlich nur um zu sehen, ob wir uns dieses Jahr wieder blamieren .
Eine ESC-Begeisterung gibt es in diesem Land schon lange nicht mehr. Eher scheint es so, als wäre den Menschen hierzulande der Wettbewerb vor allem eines: egal.
Mit dem NDR wird sich auch nichts ändern. Es ist nur die Frage, wieviel letzte Plätze es noch braucht, bis wir entweder ganz aussteigen, oder die ARD an einen anderen Sender übergibt.
Wegen Türkei und Bremen, in denen gestern gewählt wurde.
Matty, ja o.k. aber irgendwas ist immer. Aber die haben doch den Block „Szene“. Da hätten sie auch mal 2 oder 3 Minuten ESC unterbringen können.
Auch diese Statistik zeigt auf, wie wenig Interesse noch in Deutschland vorhanden ist, wenn es um den ESC geht. 52% haben keine Meinung dazu über den letzten Platz von LOTL. Ist den Leuten mittlerweile egal. Kommt dem NDR bestimmt recht
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1311018/umfrage/umfrage-zur-akzeptanz-des-deutschen-ergebnis-beim-eurovision-song-contest/
Bei 80 Millionen Deutschen kommt 12 % bei 8 Millionen Zuschauern doch sogar in etwa hin, oder nicht?
Wo muß ich unterschreiben für den Text ? Traurig aber das dürfte ein Großteil der Wahrheit sein.
Danke Lars, für die gute und klare Einordnung. Kann nicht das ZDF übernehmen? Dann reden wenigstens nicht xx ARD „Landesfürsten“ mit. Oder ist das ZDF kein EBU Mitglied?
Doch
Traditionell wird der ESC eher in der ARD rumgereicht wie eine heiße Kartoffel. Der Sender muss natürlich finanziell gut ausgestattet sein, also nichts für die kleinen. Der NDR hat ihn damals wohl nur genommen (vom MDR wenn ich richtig liege), weil er für die Gesamtplanung Unterhaltung innerhalb der ARD zuständig war, der musste also weil kein anderer wollte. Wir wissen also nicht, ob der NDR den nicht schon lange abgeben will aber keiner sich als Nachfolger aufdrängt. ZDF dürfte auch, aber der ESC ist als Programm ja erfolgreich innerhalb der ARD sowas gibt man nicht ab.
Der ESC bringt immer noch zu viel TV-Quote, das überlässt man nicht freiwillig der (öffenltich-rechtlichen) Konkurrenz, auch wenn die als EBU-Mitglied das machen könnte. Man darf nicht vergessen: Abgesehen von Fußball-EM und -WM hat die ARD nie so viele junge Zuschauer wie beim ESC – und das einen ganzen langen Abend lang. Umso erstaunlicher, wie schlecht sie ihn behandeln.
Schaut man sich mal die Top5 der letzten Jahre an, fällt auf: Sex sells! Was soviel bedeutet wie: Wenn der Song nicht der Knaller ist, dann bring das Publikum mit der Optik zum voten. Im Optimalfall kommt dann wie bei Loreen beides zusammen.
Ich bezweifle sehr, dass bei Loreen oder kärijä Sex so wichtig war.
Und die arme Alessandra..
Selbst bei Pravi oder Gijon sehe das nicht an ….erster Stelle.
Kalush aber…
Das passiert ganz unterbewusst und ist psychologisch erwiesen. Wenn wir im Supermarkt 3 neue Cola Marken sehen, entscheiden wir uns immer für die mit der ansprechendsten Verpackung. Oder anderes Beispiel Social Media: Fotos mit Filter werden im Durchschnitt fast doppelt so oft geliked wie Fotos ohne. Was ich damit sagen will ist: Es kommt auch immer (vor allem im TV) auf die optischen Reize an die unsere Entscheidungen beeinflussen. Insbesondere dann, wenn wir wie am ESC innert kurzer Zeit zwischen 26 Geschmacksrichtungen entschieden müssen.
Mit den „optischen Reizen“ gebe ich dir recht. Ob man will oder nicht.
Deswegen finde ich auch die Analyse von Douze Points sehr treffend, was die Performance von LOTL angeht
Kann ESC kompakt mal recherchieren, warum wieder Marvin Dietmann für das Staging zuständig war? War er wenigstens billiger? Wie viel Geld bekam er? Mit wem in den internationalen Delegationen ist er eigentlich nicht befreundet? Schließlich zerstörte er durch seine Stagings Georgien und auch Großbritannien neben Deutschland.
Bei Großbritannien war allerdings dieses Jahr nicht das Staging das größte Problem. Das war sogar relativ pfiffig.
Warum diskutieren wir hier eigentlich nicht mal, dass vielleicht das schlechte Abschneiden gar nicht am Auftritt oder am Song liegt, sondern an der generellen Unbeliebtheit SanMarinos in Europa?
Das sollte kein Tabu sein!
@sanmarinojeck: made my day!
Ich kann diese Sanmarinonesen (heißen die so?) auch nicht leiden. Ich habe noch nie einen getroffen, den ich nett gefunden hätte. Oder überhaupt einen…
Vorsicht, dieser Post könnte Ironie enthalten.
Problem 1: Die Songauswahl. LotL sind mit Blood & Glitter beim Vorentscheid angetreten, weil es zu dem Song schon ein fertiges Video gab und zu wenig Zeit war eines für einen anderen Song zu drehen. Wenn der NDR nicht erst so spät mit der Aquise begonnen hätte, hätten auch LotL mehr Zeit gehabt und wären evtl. mit einem anderen besser geeigneten Song angetreten.
Problem 2: Es wurde ein ähnliches Stagingkonzept für den Vorentscheid und den ESC verwendet. Das Gerüst, welches auf der kleinen Vorentscheidungsbühne den Zweck der Sichtbarkeit aller Bandmitglieder hatte und deshalb absolut Sinn ergab, wurde einfach mitgenommen. Aber in Liverpool war die Bühne groß genug, da hätte man die problemlos die ganze Band aufstellen können und jeder wäre gut sichtbar gewesen. Man hätte auch ein kleines Podest für Drums und Keys nehmen können. Das Gerüst ergibt nicht nur keinen Sinn mehr, es ergibt eine Menge Unsinn.
Problem 3: Das Gerüst. Zunächst einmal verdeckt es weite Teile des Backdrops, der somit weitgehend ungenutzt bleibt. Da hätte man auch einen Teppich drüberhängen können. Das war die gleiche dämliche Eselei wie bei Malik letztes Jahr. Dann stehen 4 der 5 Bandmitglieder anfangs auf dem Podest. Wenn ich schon einen Bandauftritt machen will, dann sollen die Jungs doch auch wie eine Band agieren können. Und ein Gittarist und ein Bassist auf einem Podest wirken bei einer Rockband absolut unnatürlich. Die konnten noch nicht einmal die Energie entfalten, die sie normalerweise bei einem Konzert entfachen.
Und da habe ich wieder einmal ein Deja Vu. Wieder einmal wurde nach dem Vorentscheid nicht genügend über den Auftritt nachgedacht. Deutschland hat es nach der Raab-Ära nur einmal geschafft, seinen Beitrag vernünftig zu inszenieren. Man kann doch nicht jahrelang immer an der gleichen Stelle patzen.
Und bitte bitte, nie mehr Marvin Dietmann! Blood and Glitter war ja nun nicht der einzige Auftritt dieses Jahr, den er verhunzt hat.
Und ausdrücklich nochmal ein Dankeschön an Lord of the Lost, die haben eine tolle Kampagne gefahren und hätten bestimmt mehr als den letzten Platz verdient.
Eine einfache und sehr erfolgsversprechende Änderung wäre es endlich seit 2012 wieder das Castingformat zu entstauben und wieder eizuführen. Seit der Beendigung der Zusammenarbeit mit Pro7 hat der NDR ständig auf One-Night-Shows gebaut und fährt mit einer Ausnahme damit immer falsch. Ich versteh einfach nicht weshalb sich der NDR da so sträubt? Ist es das Budget oder einfach dass die Oberchefs bei den Öffentlichen das nicht wollen?
Wenn man nicht unbendingt Hans und Kunz eine Bühne geben will dann sollte man zumindest eine „Mello-light“ Multi Show Variante ausarbeiten. 40 Künstler*innen die man in 6-8 Shows gegeneinander antreten lässt bis man den Act gefunden hat für den ESC.
Es gibt so viele Beispiele (Schweden,Italien,Estland;Finnland, usw.) wo man jährlich im Multi-Show Format arbeitet und damit regelmäßig ordentliche (Platz 15-8) bis gute (Platz 7-1) Plätze einfährt.
Man müsste ja nichtmals 40 Helene Fischer´s unbedingt antreten lassen. Es würde ja schon reichen (wie dieses Jahr) eine handvoll gestandener Acts die Bock auf den ESC haben sich ins Boot zu holen und den Rest mit Tiktok und Youtube Acts aufzufüllen.
So oder so muss man sich endlich von Single Show Vorentscheid verabschieden. Sonst sollte man den ESC entweder komplett abgeben ODER endlich über den „Pro7-schatten“ springen und sich einen Privatsender mit ins Boot holen.
Die Lieder beim deutschen Vorentscheid 2023 waren nicht der Brüller. Das muss man auch Monate nach dem Vorentscheid zugeben dürfen. Wenn man die ganzen Bewerbungen durchschaut, hat der NDR halt nicht das Beste zum Vorentscheid eingeladen! Punkt! Wer war also für die Auswahl der VorentscheidungsBeiträge zuständig?
Das Problem ist doch, dass der NDR den ESC derart runtergewirtschaftet hat, das sie keine besseren Acts bekommen.
Dann muss man halt einen Coach engagieren, der nach tollen Acts scoutet und die halt für den ESC begeistern kann. Es gibt so viel Talent, auch unentdeckte Talente. Meinetwegen macht doch wieder so ein Castingshow wie bei Lena und Roman Lob.
Erstmal muss man sich eingestehen, dass als Big 5 Land ein letzter oder vorletzter Platz einfach immer mal drin ist, weil das unser Equivalent zu einem Halbfinalaus ist.
Für mich braucht einen Vorentscheid, der alleine schon soviel Prestige hat, dass eine Teilnahme oder ein Sieg ein großer Karriereboost ist. In Spanien war „Nochentera“ ein Streaminghit und ich war im Februar beim AC Mailand im Stadion, wo vor dem Spiel „Cenere“ gespielt wurde und alle mitgesungen haben. Bei uns verschwinden die VE Beiträge danach wieder in der Versenkung, weil der VE keine Reichweite hat. Wir müssen weg von „Unser Lied für Austragungsort“ hin zu einem eigenständigen Songfestival, dass die deutsche Musikszene zelebriert. Dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ein echter Hit dabei ist.
Cenere war einfach auch ein absolutes Highlight der diesjährigen VEs. Die Songs bei San Remo & Benidorm waren auch so viel besser als die deutschen, welche mit 1-2 Ausnahmen bereits wieder komplett vergessen sind.
Es gab dieses Jahre einige gute VEs und viele schlechte. Deutschland habe ich da eher als positiv angesehen. Aber das ist letztlich egal, Belgien war einer der schlimmsten und das Lied hat sich zu einem der besten entwickelt. Man sieht der VE ist nur ein Teil des Ganzen, danach braucht es noch viel Arbeit um beim ESC glänzen zu können.
Ein Vorschlag wie wir bzw. der NDR mehr Geld zur Ausrichtung des VE bekommt:
Wir canceln einfach JEDE einzelne Schlager/Silbereisen Show & produzieren weniger Tatorte.
Dafür wird das Geld was dann frei ist in den VE gesteckt. 🙂
Was man so hört, könnte eventuell ein Tatort weniger schon reichen. 😉
Und dass alle so toll auf den deutschen Beitrag reagiert hätten, stimmt nicht. Fragt mal Leute auf der Straße, viele wussten bis Samstag nicht mal, wer für Deutschland antritt. Warum kann man nicht mal, die eigene Bevölkerung auf den ESC heiß machen? Wie bei Guildo, Stefan Raab, Max Mutzke, Lena… Ganz Finnland stand hinter dem Teilnehmer, Schweden sowieso, auch Israel und Italien alle kannten den ESC Vertreter. In Deutschland wird man doch irgendwie wieder Euphoria aufkommen lassen können? Wenn der Beitrag in der eigenen Bevölkerung nicht geliebt wird, wieso sollte dann international was rauskommen. Ok, Texas Lightning oder mit Abstriche Roger Cicero liefen nicht so rund, aber das war halt 2006, 2007 auch noch anders und so schlecht, war der Platz für die jeweilige erbrachte Leistung auch nicht. LOTL belegten wochenlang die Top 10 der deutschen Single Charts??? Nein!!! Warum wohl? Für die ESC Fans war es ja toll, aber es stimmen im ESC Finale halt auch andere ab!!! Diese Analyse stammt vom Team, welches Thomas Schreiber 2018 engagierte, also bei Michael Schultes Teilnahme. Wieso sucht man nicht nach Acts, die nicht nur in der ESC Bubble zünden, sondern bei allen??? Auch wenn ESC kompakt Blogger große Fürsprecher von LOTL waren, die Werbung hier für die Band war ja unübersehbar, aber man hätte halt einfach einen besseren Song auswählen sollen. LOTL haben halt einfach besseres Material, aber wenn man dann nur Blubb schickt, vgl. damals bei No Angels, die hatten so geile Songs, schicken aber einen Albumfüller nach Belgrad!