
Bereits zehnmal ist Deutschland in der 67-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest auf dem letzten Platz gelandet; das letzte Mal gerade erst am Samstag in Liverpool mit dem Song „Blood & Glitter“ von Lord of the Lost (Aufmacherbild). Ein weiterer letzter Platz und Deutschland hat den bisherigen negativen ESC-Spitzenreiter Norwegen eingeholt. Woran lag es also dieses Mal? Und was kann man machen, um eine weitere rote Laterne zu vermeiden?
Vorab: An der Band Lord of the Lost und ihrem Einsatz in Liverpool lag es nicht – so wie es letztes Jahr auch nicht an Malik Harris lag. Vielmehr gibt es wie immer konjunkturelle und strukturelle Ursachen. Die konjunkturellen sind in diesem Fall mit dem Beitrag „Blood & Glitter“ und seiner Inszenierung verbunden. Darüber hinaus gibt es dauerhafte strukturelle Probleme und strategische Versäumnisse, die sich auf das schlechte Abschneiden auswirken. Der Reihe nach.
Der Song „Blood & Glitter“
Der Titel, der dem letzten Album der Band den Namen gegeben hat und das es auf Platz 1 der Albumcharts brachte, ist mit seinem Crossover aus hartem Metal, poppigen Pre-Chorus und dem Growling von Sänger Chris Harms durchaus für den ESC geeignet. Richtige Hitqualitäten hat der Titel in den (Viral-)Charts bisher aber nicht bewiesen. Auch in der ESC-Bubble, die durchaus Katalysator in Sachen ESC-Trends ist, traf das Lied zwar auf wohlwollende Akzeptanz, kreierte aber keinen Hype wie etwa der österreichische Beitrag „Who The Hell Is Edgar?“
Die Inszenierung: Originalität und Perfektion schlägt Authentizität
Gerade bei Titeln, die keinen Instant-Hit-Appeal haben, ist die Inszenierung umso wichtiger. Bei allem Engagement von Lord of the Lost für den ESC standen sie dem Erfolg mit zwei Entscheidungen bzw. äußeren Umständen im Weg: Sie wollten als Band authentisch bleiben und keine gekünstelten Bewegungen machen. Und sie hatten ohnehin keine Zeit für die Arbeit an der Präsentation, die dafür notwendig gewesen wäre.
Die Folge: Sie präsentierten in Liverpool einen Konzert-Auftritt, keinen Show-Auftritt. Der ESC ist aber Show. In drei Minuten müssen die Zuschauer/innen, die in den allermeisten Fällen noch nichts vom Interpreten gehört haben, emotional gefesselt, visuell und akustisch beeindruckt sowie ganz generell überzeugt werden. Authentizität ist gut, um Fans dauerhaft zu binden. Für den schnellen Effekt muss aber Originalität her – und die muss perfekt präsentiert werden.
Lord of the Lost bieten mit ihrem Glamrock-Erscheinungsbild beste Voraussetzungen. Bei der Präsentation haperte es aber. In Absprache mit dem Choreographen Marvin Dietmann entschied man sich – auch wegen des Zeitmangels durch die Südamerika-Tour – voll auf die Band-Konzert-Variante zu setzen. Während bei den Australiern Voyager jede Kamerafahrt, jeder Blick und jede Bewegung sekundengenau geplant war, gab es bei LOTL viele Totalen. Dabei gab es keine Chance, zu den einzelnen Bandmitglieder eine Beziehung aufzubauen. Außerdem passierte in der zweiten Minute des Auftritts nichts Originelles, so dass viele das Interesse verloren haben dürften. Besondere Effekte wie die LED-Gitarre von Pi wurden nicht gezielt herausgearbeitet etc.
Erstes Fazit: Fehlende Exzellenz in der Nische
„Alles Eurovision“-Experte Thomas Mohr hat zwei zutreffende Mantras für den Erfolg beim ESC: „Der ESC malt mit dem dicken Pinsel“ (der große Effekt bzw. das Auffällige erwirkt mehr als die angedeutete Geste) und „ein Beitrag muss in seiner Nische exzellent sein.“ Letzteres war „Blood & Glitter“ nicht. Die Band hat zwar mit ihren Outfits mit dem dicken Pinsel gemalt, exzellenter in der Präsentation waren aber die Australier von Voyager. Die Inszenierung war durchdachter, mehr auf den Punkt und nahm die Zuschauer die gesamten drei Minuten lang mit. Und von Käärijä, der zumindest teilweise mit dem Hardrock-Genre flirtete, müssen wir an der Stelle gar nicht reden. Das Bessere (aus Finnland und Australien) ist auch hier der Feind des Guten (aus Deutschland).
Unter diesen Voraussetzungen konnte die ganze Energie, die Lord of the Lost in die Öffentlichkeitsarbeit gesteckt haben, nicht ihre volle Wirkung entfalten. Neben diesen konkreten Punkten gibt es aber noch grundsätzlichere Probleme: die ARD und ihre Strukturen, die ein nachhaltiges Vorankommen Deutschlands beim ESC verhindern.
Die ARD nimmt den ESC nicht ernst
Es ist ein Hohn, wie stiefmütterlich die ARD den Eurovision Song Contest behandelt. Es ist das Unterhaltungsjuwel – sowohl bzw. sogar bei den ganz jungen Zielgruppen. Und was macht die ARD damit? Sie lässt es verwahrlosen. Es wird zu wenig Zeit in die Vorbereitungen gesteckt und letztlich auch zu wenig Geld. Die Vorentscheidung versteckt man freitagabends um 22:20 Uhr. Dabei ist das Kosten-Leistungs-Verhältnis beim ESC so gut wie bei kaum einen anderen Unterhaltungsformat. Aber bevor der WDR oder der Bayerische Rundfunk dem NDR als federführende Anstalt etwas gönnen, lässt man lieber den ESC vor den Baum fahren, indem Sendezeiten blockiert und Entscheidungen herausgezögert werden. Oder schlimmer noch: Originelle oder mutige Ideen werden von ARD-Gremien abgelehnt. Lieber serviert man Haushaltskost und kann auf hohe Reichweiten bei (sehr) alten Zielgruppen verweisen. Der ESC läuft doch auch so, oder?
Durch ihre Strukturen ist die ARD international nicht wettbewerbsfähig
Mini-Staaten wie Estland mit weniger Einwohnern als Hamburg stemmen mit Eesti Laul seit Jahren eine Vorentscheidung, die Deutschland staunen lässt – und holen ein Vielfaches der ESC-Punkte von Deutschland. Nicht in jedem Jahr, aber regelmäßig. Wie das gelingt? Weil hier – wie in vielen anderen Staaten – die Besten des Landes an der Vorentscheidung und der Überarbeitung des Beitrags für den internationalen Wettbewerb arbeiten. Und wenn man die nicht hat, dann kauft man sie ein. (Und nein, Marvin Dietmann ist nicht der beste Choreograph für Showauftritte.)
Der NDR hingegen arbeitet trotz üppigster Budget- und Personalausstattung mit seinem regionalen Erfahrungshorizont am ESC. Quizshow-Macher stemmen den deutschen Vorentscheid für die größte Musikshow der Welt. Beim ESC trifft dann norddeutsche TV-Provinzialität auf ambitionierte Show- und Musik-Profis aus Skandinavien und der ganzen Welt. Finde den Fehler.
Die ARD ist träge und arbeitet nicht strategisch
Nun will der NDR sich wieder einmal der „Diskussion und Überlegung“ stellen, warum der deutsche Beitrag in Liverpool nicht verfangen hat. Wie lange wird das dauern? Wieder bis November wie nach dem Debakel von Malik Harris? Bei der Mehrfachbelastung der deutschen Head of Delegation, die neben dem ESC offenbar noch drei weitere TV-Formate im Jahr stemmen muss, wird es wohl nicht schneller gehen. Und während Deutschland noch diskutiert, exekutieren andere Länder bereits ihren exakten Zeitplan zur nationalen Vorentscheidung 2024. Denn im Gegensatz zu Deutschland gibt es dort langfristige Strategien. So verliert die ARD mit ihrer Trägheit und der fehlenden Planung jetzt schon den Anschluss für den nächsten ESC.
Über das Abschneiden Deutschlands beim ESC in Liverpool haben wir am Sonntag auch in einem ESC kompakt LIVE gesprochen.
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Vielleicht gebe ich heute Abend noch ausführlich meinen Senf ab. Für den Anfang nur soviel: Hier hängen sich viele an Personalien auf, ohne aber benennen zu können, was die vermeintlichen Sündenböcke denn hätten anders machen sollen. Ganz so, als würden unsere Ergebnisse automatisch besser, wenn nur vorher genug Köpfe gerollt sind. Sorry, aber das ist mir zu simpel.
Genauso die gelegentliche Pauschalkritik an „Blood & Glitter“ oder Lord of the Lost selbst. Die meisten von uns sind von diesem Ergebnis geschockt, weil wir uns den nun eingetretenen Worst Case im Vorfeld echt nicht vorstellen konnten. Eben weil der Song gemeinhin für wirklich gut und geeignet befunden wurde. Einige vergessen offenbar auch, dass die Jungs hier im Januar große Begeisterung auslösten und augenblicklich die frenetisch gefeierte Patty Gurdy als Bubble-Liebling ablösten. Dafür findet Mancher hier jetzt plötzlich aber ganz schön viele Haare in der Suppe …
🫶🏼👍🏼
Meine Worte! 🙏 WIR (die Mehrheit der Zuschauer +Jury) haben LOTL nach Liverpool geschickt. Jeder der am VE für LOTL gestimmt hat, sollte den Ball mal ganz flach halten, anstatt jetzt so zu tun, als hätte man es ja gewusst dass dieser Act nicht funktioniert.
Habe für Anica gestimmt, aber fand die Wahl von LOTL bis heute gut, Trotzdem war ich mit dem Auftritt nicht zufrieden, da wäre mehr möglich gewesen. Ob das was geändert hätte, ist dann die andere Frage.
@ Nils
Kann deinen Kommentar nur zustimmen.
Mich ermüdet das mittlerweile beim Lesen der Kommentare.
Ich will ja mal hoffen, dass Dein „wir“ uns nicht alle in Sippenhaft nimmt. Ich war niemals von „Blood & Glitter“ begeistert und habe das desaströse Ergebnis von Anfang an prophezeit. Deshalb bin ich auch einer der wenigen, die jetzt wie ein Rohrspatz schimpfen dürfen, ohne Glaubwürdigkeitsprobleme zu bekommen. 😜
Absolut. Wer nicht für LOTL gestimmt hat, hat meiner Meinung nach gutes Recht hier seinen Frust über die Auswahl kundzutun. Natürlich kann man auch als Wähler von LOTL enttäuscht von der Inszenierung und der Performance sein, aber bitte nicht generalisiert beschweren, dass sie nach Liverpool geschickt wurden wenn man vor ein paar Monaten noch für sie Angerufen hat.
Volle Zustimmung, Nils!
Also, ich habe ganz klar gesagt, wer warum gehen muss bzw. aus der Hauptverantwortung raus muss.
Und ja, wenn man die Hauptverantwortung austauscht, KANN es besser werden. Ist ja nicht so, als hätten wir das in Deutschland nicht selbst schon ein paar Mal erlebt.
Sehe ich auch so, muss aber sagen, dass mir die Inszenierung bei der VE wesentlich besser gefallen hat. Genau das ist der wunde Punkt, wenn es drauf ankommt, kommt eine Inszenierung auf Sparflamme heraus. Schade.
Aber ich stehe dazu: LOTL ist der beste (und professionellste) Act, denn wir seit langem wieder zum ESC geschickt haben. Ich bin stolz auf die Jungs.😊
Ich habe damals nur aus Verlegenheit für LotL angerufen, weil Frida Gold nicht mehr ging (und From Fall To Spring auch nicht). Und ein paar meiner Anrufe gingen auch an Trong und Lonely Spring, weil mich eben keiner mehr so überzeugt hat, um alle meine Anrufe auf ihn oder sie zu fokussieren. Von daher versuche ich, jetzt nur ein wenig zu schimpfen und gesittet. Aber immerhin. 😉
Wenn man nur aus B- und C-Ware das geringste Übel auswählen kann, dann finde ich es schon gerechtfertigt kritisieren zu dürfen, wieso einem wieder einmal die Neuware verwehrt wurde.
Ich stimme dir absolut zu. 👍
Es gibt so viele öffentlich rechtliche Radiosender und Sendeanstalten, warum nutzt man das dann nicht auch mehr? Jede sucht nach einem Talent und dann große Show. WDR, SWR, HR, BR, MDR, NDR, RBB, Radio Bremen… Gemeinsam an einem Strang ziehen? Meinetwegen könnte man die Halbfinalshows auch dort ausstrahlen und nicht mehr nur auf ONE allein?
Das Problem ist, dass Fenrshen heute kaum noch Musikkompetenz außerhalb von Silbereisen hat, das wäre dann genauso ein zufälliges Produkt. Man hat den Ansatz ja letztes Jahr angedacht und wollte die Radios wo eben die Musikkompetenz sitzt mit ins Boot holen. Das hätte ja vielleicht sogar geklappt, weil die aber EC nicht wollten kam es zum Shitstorm und damit war die Sache gestorben.
Irgendwie wiederholen wir uns hier jährlich. Das was jetzt hier kommentiert wird, könnte 1:1 aus 2022 stammen oder 2021…
Hat sich was geändert? Also WIRKLICH geändert? Nein…
Ich bin ja vor der VE nicht grundlos so auf IKKE eingestiegen und hatte ihn supported, weil mir bei der Auswahl direkt klar war, das da eigentlich nichts dabei war, was wirklich für den ESC erfolgversprechend gewesen wäre.
Ich konnte mich dann dennoch mit LOTL und Blood & Glitter anfreunden, weil es zumindest mal was anderes für Deutschland war und jetzt zu der Konkurrenz aus den anderen Ländern dann auch nicht so übel war.
Aber, aber… das was der NDR dann mal wieder beim ESC daraus gemacht hat… wie immer… eigentlich nix. Der Auftritt war okay, tatsächlich für ein Konzert. Das passt gut der Vergleich. Für einen ESC hätte man aus der Nummer viel mehr rausholen müssen und auch können. Das wäre sicher möglich gewesen. Ob es dann ein wesentlich besserer Platz geworden wäre, weiß ich nicht… aber so war es wieder die typische, ich sage mal … NDR-Inszenierung… lieblos, gelangweilt, uninspiriert, gleichgültig…
Keine Ahnung, wie das mit dem NDR jemals nochmal besser werden soll, von daher kann ich so Pausen-Vorschläge, also mal für eine Zeit ganz auszusteigen, durchaus verstehen, teile die Meinung aber nicht.
Aber was ist die Alternative? Gibt es überhaupt wirklich eine?
Eines ist mir aber klar. Mit dem NDR wird das nichts mehr….
Ich erinnere mich, dass es schon Mitte der 2000er, aber vor allem 2008 und 2009 solche Beiträge gab, z.B. hier: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/806/grand-prix-finale-das-verdiente-debakel/ und natürlich auch wieder 2017 bevor dann Michael Schulte ein gutes Ergebnis gezeigt hat und die wichtige Debatte wieder zum Stillstand gekommen ist. Der NRD hat sich bestätigt gefühlt, alles richtig zu machen.
On Point, Douze Points!
Nächstes Jahr muss Sasha Jean-Baptiste her. So absurd teuer kann sie doch nicht sein oder gibt der albanische Sender ernsthaft mehr Geld für den ESC aus als der NDR?
Warum muss es jemand von außen richten? Warum müssen wir uns jemanden einkaufen?
Warum nicht einfach mal einen Künstler schicken, der eine eigene Idee hat und die auch umsetzen kann UND DANN LÄSST MAN IHN EINFACH!
Hat bei Michael Schulte hervorragend funktioniert. Der macht keine Kompromisse. Schreiber & Pellander ließen ihn machen, weil sie ihm vertraut haben und weil ER der Künstler war, der es letztlich verantworten muss.
Wir brauchen weder Dietmann noch Baptiste noch sonst einen überteuerten Heini.
Ganz so war es nun nicht. Auch Michael wollte damals eher etwas „Authentischeres“ und Minimalistischeres und musste erst von dem Konzept überzeugt werden. Dass er sich da auch eingebracht hat, steht außer Frage.
Nun, da sind meine Infos aus erster Hand andere. Vielleicht hat da die Rückschau etwas verklärt, das mag sein.
Das Prinzip bleibt aber das Gleiche.
Das Lied und der Auftritt waren einfach kacke. Punkt.
Dein Kommentar auch!
Für einmal stimme ich Matty zu 😀
@ Marcomunetti
Da bin ich dabei!
Das muss sich Matty aber ausdrucken und einrahmen, soviel Zustimmung gab es noch nie.
@ Matty
👍
👍👍👍
Wie üblich @ nelis! Ganz dummer kommentar, wie ganz, ganz viele von dir
So ist es 👍👍
Vielleicht ist der Wettbewerb generell ziemlich stark, so dass man sich anstrengen muss, herauszustechen. Das kann auch nicht in jedem Jahr gelingen.
Ich glaube, bis auf Italien leiden die großen Länder Spanien, Frankreich, Uk und Deutschland, darunter, dass sie im Finale gesetzt sind, mal mehr und mal weniger stark. Das scheint mir ein Malus zu sein.
Vielleicht sollten wir mit einem ostdeutschen (mdr-rbb), norddeutschen (ndr), westdeutschen (wdr) und süddeutschen (Hr, BR, SWR) Beitrag im Halbfinale antreten. Einer wird es davon schon ins Finale schaffen.
Wir haben LotL nach Liverpool geschickt, um Ikke H. zu verhindern. Das Angebot im deutschen Vorentscheid war mau. Diversität hin, Diversität her – ein stimmiges Gesamtpaket konnte der NDR wieder einmal nicht schnüren. Gesamtpaket heißt: ein Repräsentant, bei dem erstens der Song sofort einnimmt, bei dem dann der Interpret überzeugt und dann muss alles zusammen eine stimmige Melange ergeben, die Optik, Choreo, Staging, Klamotte etc. einschließt.
Genau so seh ich das auch – es war zu vorderst eine Ikke-Verhinderungsentscheidung. Unter normalen Umständen hätten es LotL beim VE zumindest deutlich schwerer gehabt, denn so schlecht war das VE-Angebot dieses Jahr nun wahrlich nicht. Aber gut, nun hatten wir mal ne Metal-Band beim ESC – es ging genauso schief wie alles andere zuvor; damit ist hoffentlich für die Zukunft geklärt, dass wir so nen Gebrüll nicht mehr zu schicken brauchen.
Ich bleib bei meiner These: Deutschland kann weder Pop noch Rock richtig gut – daher sollten wir, zumindest mal für 2024 mal wieder eine Ballade ins Rennen schicken – vorzugsweise in deutscher Sprache.
Hat jemand ne ahnung, wo es die kompletten resultate, d.h.auch die ab platz 10 gibt.?
Hier sind sie:
Schönen https://eurovision.tv/event/liverpool-2023/grand-final/results/swede
Außerdem hat der NDR den Leuten, die einen Austritt fordern, sofort den Wind aus den Segeln genommen. Deutschland wird 2024 wieder am ESC teilnehmen.
https://www.horizont.net/medien/nachrichten/trotz-letztem-platz-deutschland-schmollt-nicht—ard-haelt-an-esc-teilnahme-fest-211914
Lena 2024?
Bitte nicht….. Die EBU sollte eine Klausel einführen, dass ehemalige Sieger nicht mehr teilnehmen dürfen. Es sollen auch mal andere Künstler die Lorbeeren abholen dürfen, zumal der Fame der den Sieg mitbringt auch das Voting beeinflusst.
Deshalb ist Dana International auch im Semi ausgeschieden, Niam Kavanagh irgendwo hinten verendet und Alexander Rybak irgendwo im Mittelfeld. Wegen all dem Fame! 😉
Danke für die treffende Aussage. 🙏
Zum Thema ARD ansich würde ich gerne ergänzen: abgesehen davon, dass ich glaube, dass wir einen öffentlich-rechlichen Rundfunk in Deutschland brauchen, denke ich, dass er aber in seiner deutsch-bürokratischen Form nicht zum ESC passt. Um in einem betriebswirtschaftlichen Bild zu sprechen:
Wie soll eine Anstalt des öffentlichen Rechts einen Wettkampf-Act kreieren/schicken/inszenieren, wenn sie keinen Wettkampf kennt? Im Gegensatz zu einem freiwirtschaftlichen Unternehmen müssen sie keine Gewinne erzielen, sondern sollten ein Minus vermeiden.
Ich weiß nicht, ich würde mich als recht frischen ESC-Fan beschreiben: Ich bin mit dem Contest aufgewachsen, das war eine feste Größe für das entsprechende Wochenende im Frühjahr, aber weiter beschäftigt habe ich mich damit nicht. Das hat erst in dieser ESC Saison so richtig angefangen. Ich fand Alex Wolflast in den Interviews hier auf ESC kompakt unglaublich sympathisch, ich habe ihr abgenommen, dass sich mehr bemüht wird und ich kann, abgesehen von der größeren Vielfalt im letzten Vorentscheid nicht viel mehr bewerten, würde aber auch sagen, dass der NDR den Contest etwas lapidar handhabt. Bis auf mehr Vielfalt im VE dieses Jahr hätte das genauso gut einer der Vorjahre sein können, es verändert sich einfach nicht wirklich etwas. Ich habe nicht den Eindruck, als würde tatsächlich jemals so richtig überlegt werden, woran es lag. Stattdessen, und da bin ich mir ziemlich sicher, wird der Fehler weiterhin beim Act gesucht.
Ich weiß nicht, ob mehr Zeit bei LOTL wirklich was verändert hätte, da lasse ich mich gerne belehren, aber ich glaube ehrlich gesagt auch nicht dran, dass sich in der kommenden ESC Saison irgendwas ändert. Der ESC ist in Deutschland einfach kein großes Ereignis (mehr), das merke ich immer wieder. So wie es jetzt ist, gibt es ein paar Fans, die sich darüber beschweren und aufregen, wie der NDR dass an die Wand fährt, der Rest der ESC Zuschauenden schaltet eigentlich nur ein, um zu sehen, wie schlecht Deutschland dieses Jahr wieder ist, dann wird sich darüber amüsiert, und das ist es dann.
Ich bin der Meinung, um tatsächlich vom NDR ernstgenommen zu werden, müsste die Bubble einflussreicher und größer werden. Aber da beginnt dann ja auch schon wieder das nächste Problem. Naja. Danke für eure Arbeit, die ihr hier immer wieder reinsteckt, die ist wunderbar.
Ich bin größtenteils ganz bei dir (gerade auch mit der Kritik an den unzureichenden Inszenierungen beim VE – da war ganz viel Ausschussware dabei).
In einem möchte ich aber widersprechen: Der ESC ist in Deutschland schon noch groß. 8 Mio Zuschauer sind einiges und wird jedes Jahr nur von ein paar Fußballspielen sowie Tatort-Folgen übertroffen (wobei die natürlich nicht 4 Stunden dauern und bis 1:15 Uhr laufen müssen). Der ESC ist im TV aus meiner Sicht sogar mittlerweile aller erste Liga, weil es eben kein „Wetten dass“ mehr gibt, was 15-20 Mio. Zuschauern hat.
Man muss aber feststellen, dass die meisten Leute sich nur für wenige Stunden pro Jahr für den ESC interessieren. Daher berichten die Medien auch erst wenige Tage vor dem Finale vom ESC und jetzt am Montag gibt es nur noch ein paar reißerische Boulevard-Schlagzeilen zu Geldverschwendung, um nochmal ein paar Wutbürger zu emotionalisieren. Das ESC-Interesse der breiten Masse ist längst wieder eingeschlafen und wird erst wenige Minuten vor dem Start vom ESC-Finale 2024 aufwachen. Vorentscheide und Semifinals gehören einfach bei vielen Leuten nicht in die Lebensplanung.
Ah, ich möchte klarstellen: Großes Ding im Sinn von „man setzt sich auseinander und hat Spaß daran“. Das habe ich als Kind stärker wahrgenommen. Sicher, die Zahlen der Zuschauenden ist gut, aber ich geb dir Brief und Siegel darauf, dass ein Großteil der Menschen eben nur einschaltet, um zu sehen, wie Deutschland auf den Deckel bekommt. Ich glaube, da haben die enttäuschenden Jahre voller Boulevardpresse viel zerschossen, weil, du sagst es, abgesehen von reißerischen Schlagzeilen nichts kommt. Das geht bei den Kandidat:innen des VE los („Kann SIE mehr als 0 Punkte holen??“) und geht dann weiter und weiter.
Ich bin kein Fan davon, teilnehmende Acts im Nachgang zu bashen oder das im Vorfeld schon machen, ich finde den Umgang der deutschen ESC Bubble (mit den Künstler:innen und auch untereinander) teilweise extrem respektlos, und auch das sendet ein Signal – wer hat denn bitte Lust, erst einmal in Strukturen zu arbeiten, die das letzte Mal vor was weiß ich wie vielen Jahren funktioniert haben (oder haben sie das jemals?) und dann auch noch dafür die ganze Zeit zu hören bekommen, dass man eh nicht genug sei? Ich glaube, da kommt einfach so so vieles zusammen, wo der NDR die Verantwortung von sich wegschieben kann. Und das wird passieren.
Der Song-Contest heuer war stark, viele gute Auftritte und Beiträge. Marco Mengoni, den ich nicht unter meinen Top 10 hatte, wurde zu meiner No 1. Es geht nicht nur um solides Handwerk. Den Marvin immerwomitpfusch hat derzeit keinen Riecher, wie gute Beiträge zu unterstreichen und zum Momentum zu verhelfen. Das Staging hat auch Österreich und Frankreich verhaut. Ösiland ist seit seiner Pause in12 Jahren nur 7 mal im Finale gewesen. Also keinen Elefanten draus machen!
Deutschland hätte in diesen 12 Jahren nur zwei Mal das Finale erreicht.
Ich freu mich schon auf florians erstes charts-update nach dem esc. Unglaublich wo remo forrer überall ziemlich weit vorne dabei ist. Kein wunder bin ich dieses jahr so zufrieden wie selten, obwohl die nackten resultate ja nicht unbedingt dazu anregen.
Snap!
Vielen Dank für den Kommentar Douze Points! Ich hoffe Deine Worte und Gedanken landen beim NDR auch an der richtigen Stelle.
Deutschland ist in den letzten 10 Jahren auch ohne Marvin Dietmann immer hinten gelandet. #Idontfeelhate…Ok, 2018 war ein zufälliger Ausrutscher.
Mit Gesang hatte das Geschrei von Chris H. am Samstag nicht viel zu tun und Deutschland hatte eine sehr gute Startnummer, da die EBU seit Jahren immer die guten Startplätze an Germany vergibt. Sie hoffen wohl immer, dass sich ein vorletzter Platz ausgeht. (Navarro Effekt)
Es gab auch schon zwei letzte Plätze in Folge und jeder dachte, dass Levina den Hattrick schafft, aber Manel Navarro war wohl noch schlechter.
Für 2024 bin ich wieder zuversichtlich, da der NDR sicher wieder für hohe Gagen die bestmögliche Erfolgchance ausrechnen lässt und eine Boygroup mit den besten The Voice Kandidaten gründet, die dann im Finale eine witzige Choreo mit Europaletten zu einem Friedenslied von sich geben. Natürlich haben dann die Berechtigungen für die Statistiken das halbe Budget verbraucht, aber man kann immer noch bei der Choreo sparen.
Deutschland ist raus beim FESC!!!
https://www.fernsehserien.de/news/freeesc-absage-prosieben-verzichtet-erneut-auf-raabs-esc-alternative
Jedes Jahr die gleiche Leier. Das Schlimme daran ist aber, dass seit 2013 jedes Mal vom NDR der Spruch kommt, man denkt drüber nach und macht es besser. Leider ist außer 2018 keine gute Platzierung rausgekommen.
Wenn von den letzten 10 Teilnahmen 9 in der unteren Tabellenhälfte sind, 8 davon auf den Plätzen 20+ und davon 7 Mal der vorletzte oder letzte Platz erreicht wurde, dann ist das alles sicher kein Zufall.
Es beginnt damit, dass der NDR seit über 25 Jahren für den ESC zuständig ist. Keine andere Landesrundfunkanstalt war so lange am Stück dran. Alle anderen haben früher aufgehört, weil sie keine Lust hatten oder das Ergebnis schlecht war.
Dann kommen beim Vorentscheid seit Jahren meist nur schlechte Lieder, die dazu fast alle auf Englisch gesungen werden, weil Deutsch in der Popmusik ja angeblich so schlecht sei und Deutschland mit einem deutschsprachigen Lied nur auf den unteren Plätzen landen würde.
Der Vorentscheid hat ständig einen neuen Modus, weil der NDR aus den Fehlern des Vorjahres gelernt haben will. Es wurde genug ausprobiert. Keine Erfolgsserie in Sicht.
Die Sieger sind dann irgendwelche Sänger/Bands, für die deutlich weniger Zuschauer angerufen haben, als beim ESC selber anrufen. Somit ist das nicht mal mehr repräsentativ für die Zuschauer hier.
Das Auftreten der Sänger ist auch alles andere als seriös. Mir ist klar, dass es beim ESC auch um das Aussehen geht. Leider haben die deutschen Interpreten es nicht grade mit dem tollen Outfit. Von der Darstellung ganz zu schweigen. Ein Trio mit Ziehharmonika; eine Frau Rottenmeyer, welche den Zuschauern den Rücken zudreht, bevor sie sich umdreht; eine Jugendliche im Mangakostüm, was nicht zum Lied und zum Hintergrund passt; eine Sängerin im grauen Kleid ist eine graue Maus, ein Nachwuchsschauspieler mit seiner Gruppe, davon eine Hand, welche den erhobenen Finger zeigt, ein Hobbygitarrist mit der E-Gitarre und nicht zuletzt eine Band, deren Mitglieder wie Transvestiten ausschauen, sind nichts, wofür Millionen Europäer anrufen wollen.
Dazu singen unsere Interpreten meist nur Durchschnittsware, was eben auch nicht auffällt.
Ferner hat Lord of the Lost es nicht mal nötig gehabt, die Deutschlandfahne zu tragen, sondern entschied sich als einziges Land für die Regenbogenfahne, fast ein halbes Jahr, nachdem Deutschland bei der Fußball-WM mit der geplanten Regenbogenbinde auffiel.
Und als ob das alles noch nicht reicht, ist der ESC eine europaweite Umfrage, die auch Deutschlands Beliebtheit widerspiegelt und diese ist leider schlecht. Jetzt kommen garantiert ein paar von euch und sagen „Deutschland hat 2010-12 gute Plätze erreicht. Damals regierte Merkel auch schon.“ . Damals war Merkel aber gerade mal 5 – 7 Jahre im Amt anstelle der späteren 16 Jahre und als 2015 die Flüchtlingskrise begann, hat sich die Unbeliebtheit drastig verschlechert. Andererseits hatte Deutschland auch davor keine tollen Ergebnisse erzielt.
Deutschland beste Plätze seit 25 Jahren, als das Televoting eingeführt wurde, wurden durch Raab, Siegel und ferner eine 4-köpfige Gruppe 2001 erreicht. Sieht man von 2010-12 aber mal ab, liegt Deutschlands letzte bessere Platzierung im Jahr 2004 (Platz 8) und das war der Abschluss einer guten Phase von 1998 – 2004, in der Deutschland 5 x in den Top 10 war. Danach kam 2005 ein letzter Platz.
Jedes Jahr will es der NDR besser machen. Aber es gibt nichts Neues. Die Kommentare gleichen sich denen der letzten Jahre.
Fazit: Deutschland sollte mal ein Jahr aussetzen. Denn weiter wie die letzten 10 Jahre kann es nicht gehen und 2018 als Alibi zu nutzen, ist einfach nur Ignoranz.
Wahnsinn, schon lange nicht mehr so viel rechtes Geschwurbel gelesen.
Mir ist davon schon ganz blümerant im Kopf …
-Das Schlimme daran ist aber, dass seit 2013 jedes Mal vom NDR der Spruch kommt, man denkt drüber nach und macht es besser.-
Nein das ist nicht schlimm, weil der NDR eben nicht einfach weiter macht, sondern sich immer wieder Neues ausdenkt und dabei auch unsere Anregungen aufnimmt.
Den Rest deines Kommentares übersehe ich lieber.
2018 hat es in Urmels Leben offenbar nie gegeben.
Aber vielleicht ist Platz 4 auch schlechter als Platz 8 von 2004, weiß ich nicht.
Ich versuche meine Antwort knapp zu halten, daher in Kurzform:
– Die Sprache der Lieder ist echt nicht entscheidend – die Performance muss stimmig sein und überzeugen (egal ob auf englisch, deutsch oder mandarin)
– Dass der Vorentscheid keine große Zuschauerschaft anzieht liegt daran, dass den TV-Zuschauer nur der große ESC interessiert – da kann der NDR wenig für. Und Konzepte wie 2001 haben zwar mehr Zuschauer gebracht, aber den ESC qualitativ auch nicht weiter.
– Deine Beschreibungen zu den letzten Künstlern und der Regenbogenflagge klingen für mich sehr hasserfüllt. Die Künstler zu kritisieren, ist ja okay, aber persönlich werden bringt niemandem etwas. Ist das gleiche Thema wie die gehässigen Kommentare über Ikke H. zum VE. Das war auf ähnlichem Niveau wie deine Verunglimpfungen.
Davon mal abgesehen ist die Regenbogenfahne ein zentraler Bestandteil des ESC. Fußballer werden durch das Hymnesingen genau so wenig erfolgreicher wie Musiker durch Fähnchenwedeln.
– Beliebtheit wurde schon häufig genug thematisiert: Russland wurde auf der Bühne jahrelang ausgebuht und sammelte trotzdem viele super Platzierungen ein. Und so unbeliebt wie Russland nach 2014 waren wir seitdem auch nicht.
– Ein Jahr aussetzen ist schon längst kein Thema mehr – der NDR hat eine Teilnahme für 2024 schon angekündigt. Durch Pausieren lernt der NDR das Auswählen guter Songs inkl. stimmiger Inszenierung ja auch nicht – die Hauptsache ist, dass der NDR diesmal ein Gesamtkonzept sucht und nicht nur 3, 4 authentische Künstler mit netten Songs.
NonNon
togravus ceterum
Organic banana
Andi
Frank B.
Wenn Gottschalk und Horn sagen, dass das schlechte Ergebnis an Deutschlands Unbeliebtheit liegt, dann sagt von euch keiner was dazu. Wenn ich was sage, wird kritisiert.
Andi
lies du bitte mal meinen Kommentar genau durch. 2018 erwähne ich in der dritten Zeile.
Dann lies du doch mal meinen längeren Kommentar auf der letzten Seite.
Ich habe Guildo Horn explizit zugestimmt und das auch begründet.
Ist aber hinfällig.
Wenn Gottschalk und Horn sagen, dass das schlechte Ergebnis an Deutschlands Unbeliebtheit liegt, dann sagt von euch keiner was dazu
lieber Urmel… du kennst sie nicht… .🙄😃😃😃
„Wenn ich was sage, wird kritisiert.“
Ja, so wie jeder der gegen die LGBTQ Community und Flüchtlinge hetzt.
Jaja und nun wird wieder auf Opfer gemacht. Ich habe weder bei Guido noch bei Gottschalk etwas über fehlenden Fahnenstolz oder unpassende Regenbogenflagge gelesen. Übrigens was das „keiner mag Deutschland“ bei beiden nicht die zentrale Aussage, im Gegenteil Guido liegt in seiner Aussagen sehr nahe bei Douzepoints, er fordert mehr Professionalität die man sich notfalls auch von Außerhalb holen kann.
Bin ich also der Einzige, der sowohl Guildos als auch Tommys Kommentare als peinlich bis zum kotzen findet?
Guildo:Aber, trotz meiner inneren Bereitschaft auf der horn´schen Couch emotional tief einzusteigen, blieb leider kaum eine Melodie nachhaltig an meiner Hirnanhangsdrüse kleben, und die ist eigentlich ziemlich klebrig. Richtig mitgenommen wurde ich zu keinem Zeitpunkt.
Warum unser Beitrag: „Lord of the Lost“ in solch einem mittelmäßigen Starterfeld ganz hinten gelandet ist,….
Thomas: wir werden vom Rest Europas doch inzwischen verarscht, was die Bewertung beim ESC betrifft. Die mögen uns einfach nicht.“ „Es bringt auch nix, die Regenbogenfahne zu schwenken, aber die ARD muss nach diesen ganzen Pleiten einfach den Geldhahn zudrehen.“
🤢🤢🤢
Ist doch nicht schlimm, wenn Prominente sich negativ äußern.
Guildo ist ein Held meiner jungen ESC-Tage und seine Kritik am Kreativteam finde ich gerechtfertigt (wobei ein reines Austauschen von Verantwortlichen keine Probleme löst). Aber seine Hinweise, dass man mit dem eingesparten ESC-Geld mehrere Kitas bauen könnte ist für mich ein Höhepunkt von polemischen Populismus, den ich ihm nicht zugetraut hätte.
Zu Gottschalks Tipps will ich gar nichts sagen, da er ausgewiesenerweise nichts vom heutigen ESC versteht. Außer vielleicht, dass ich den Tipp zu Consi nachvollziehen kann (da er ihn kennt und mag).
Kurzum: Das meiste der Horn- und Gottschalk-Zitate war Quatsch. Und jetzt willst du uns klar machen, dass du im Recht liegst, nur weil zwei alternde Ex-ESC-Mitwirkende die Populismuspresse anfeuern?
Dem ist nichts hinzuzufügen. Wenn LOTL solche Aussagen tätigt wie Grenzen sind menschengemacht, alle sollten mit neutraler Flagge einlaufen, man kann nicht wegen der Vergangenheit auf Deutschland stolz sein und ist nur zufällig in diesem Land geboren. Nein, das ist grundfalsch. Wie kann eine andere Nation für uns stimmen, wenn wir einen Selbsthaß vorzeigen. Andere Länder fragen sich schon, was mit uns los ist. Wenn man schon Dark -/Gothic Rock spielt, sollte eine schwarze Lederkleidung, Utensilien, Schminke getragen werden und keine pink-/grellfarbene Latex-Anzügen. Das wäre so, als hätte Roger Cicero und Band 2007 mit ihren 40er Jahre Jazzsound anstatt weißen Anzug mit Hut Rocker-/Lederkleidung getragen. Ein authentischer, sympathischer Auftritt mit ehrlichen Statements beim ESC auf/neben der Bühne würde das schlechte Ansehen Deutschland, den unsere Ampel Regierung mit ihrer belehrenden Art und Weise in Europa abmildern. Diesen linksgrün-woken Zeitgeist kommt nicht überall gut an. Schwarz Rot Gold steht für Demokratie, Freiheit, Meinungsvielfalt!!
Es stimmt keine andere „Nation“ ab, sondern Televoter aus anderen Ländern. Und die stimmen nicht vorrangig für ein Land ab, sondern für ein Lied. Und ich weiß nicht, was das von Dir in den Zeilen zwei bis vier Wiedergegebene mit „Selbsthass“ zu tun haben soll.
Komisch nur, dass Deutschland auch schon 2019 und 2021 ganz hinten lag, 2018 aber nicht.
Was sind dass bitte für unappetitliche Kommentare die sich in letzter Zeit hier häufen??
Kriecht zurück in eure Löcher, diesen Stammtisch-Populismus brauchen wir hier nicht!!
Zumindest im Televoting gab es mMn noch einen entscheidenden Effekt. Es wurden ja nicht nur Lotl „abgestraft“ sondern z.B. auch Voyager und Teya & Salena. Alles vermeintlich Televoting-freundliche Beiträge, die im Finale dann jeweils nur wenige Punkte einfahren konnten.
Grund ist denke ich das auf den (Fan)medien herbeigeredete „2 horse race“ von Loreen und Käärijä. Wer einen spaßigen Gewinnersong wollte, hat sich vielleicht statt einem anderen Beitrag bewusst für Finnland entschieden, um gegen Schweden anzukommen. Und da die Schnittmenge von Fans des deutschen, österreichischen, australischen und finnischen Beitrags bestimmt doch recht hoch ist… na ja.
Pech für uns also, dass wir von oben genannten Beiträgen auch noch die wenigsten Jurypunkte einfahren konnten. Noch dazu kommt, dass es Finnland relativ egal gewesen wäre, ob sie nun mit 45.000 Stimmen in einem Land das Televoting anführen oder mit 40.000. Dabei hätte ein anderer Beitrag die 5.000 Stimmen sicher gut gebrauchen können.
Ich hoffe, es wurde klar, was ich meine
👍
Ich stimme Douze Points Analyse im Großen und Ganzen zu. Und trotzdem bin ich der Meinung, dass es nur einen Teil des Problems beleuchtet. Natürlich ist es sehr einfach zu rufen: keiner mag Deutschland. Das empfinde ich auch als zu platt. Und ich bin auch generell dagegen die beleidigte Leberwurst zu spielen. Aber: ich bin zum ersten Mal wirklich mit meinem Latein am Ende. Und dabei will mich dieses eine Gefühl partout nicht loslassen: Wäre „Blood & Glitter“ wirklich mit derselben Band und derselben Inszenierung unter jeder anderen Landesflagge Letzter geworden? Ich bezweifle das. Ok, ich gebe zu: Sam Ryder, Barbara Pravi, Michael Schulte und Lena beweisen, dass jedes(!) Land gut abschneiden kann! Aber: ich bin der Meinung, dass die großen Länder deutlich exzellenter als andere abliefern müssen! Das hat verschiedene Gründe: Ich denke schon, dass die Big-5-Regel für Deutschland nicht besonders förderlich ist, um „anerkannt“ werden. Die Hürde des Songs, um leidenschaftlich geliebt zu werden, ist meiner Meinung nach, höher! Aus „Ungerechtigkeits“-Empfinden, aber auch weil der deutsche Beitrag nicht die Chance hat über mehrere Sendungen „zu wachsen“! Dazu kommt das fehlende Nachbarschaftsvoting. Das entscheidet nicht zwingend über Sieg oder Niederlage, hilft aber unter Umständen statt regelmäßig Platz 26 oder 25 zu belegen, am Ende 19. oder 18. zu werden. Griechenland/Zypern, der Balkan, Skandinavien – die können sich auf eine grundsätzliche Punkte-Basis verlassen, die nahezu immer verlässlich reinkommt. Deutschland, Frankreich und das UK haben diese Basis de facto nicht! Und auch wenn ich es ungern sage: Auch die fehlende Diaspora ist ein Problem! Polen zum Beispiel wird da mit Sicherheit wieder einmal profitiert haben. Das reicht nicht, um zu gewinnen, bringt aber die paar Punkte, um zumindest im unteren Mittelfeld zu landen! Ich möchte dem polnischen Beitrag nicht zu nahe treten: Aber ich will einfach nicht glauben, dass dieser Song in seiner Nische exzellent war! Es zählen meiner Ansicht nach also auch andere Faktoren…
Naja, nachdem Deutschland die letzten 2 Jahre den Großteil unserer Punkte aus Österreich und der Schweiz bekommen hat, ist es gerade kein guter Zeitpunkt uns über fehlendes Nachbarschaftsvoting zu beklagen. Das ist schon mehr Diaspora als andere Länder, die mit 0 Punkten im Semi ausscheiden.
Zu deiner Ursprungsfrage: Ich glaube unter der Flagge von z.B. Rumänien oder Australien hätte der Titel im Semi knapp rausfliegen können. Evtl wäre er durch das Televoting weitergekommen, aber hätte im Finale auch nur unwesentlich mehr Stimmen geholt.
Und hätten sich z.B. Finnland oder Moldau für den Song entschieden, hätten die definitiv für eine andere Performance gesorgt als es LotL präsentiert haben. Da hätten die Sender schon für gesorgt.
Deutschland schickt eben behaarlich Mittelmaß und geht lieber auf Nummer sicher, als etwas zu riskieren.
Zwei Jahre nach Maneskin eine Glam-Rock-Rammstein-Kopie zu schicken ist genau das.
Der Titel und Songzeilen a la „we so happy we could die“ waren vllt auch einfach unpassend in Kriegszeiten🤷🏼♀️
Ich bin nicht überrascht.
Aber offenbar hilft es enorm ehemalige Sieger hinzuschicken, vllt einfach nochmal Lena schicken🙈.
Wann war nochmal das Jubiläum von ein bisschen Frieden? 🫠
Ich glaube nicht, dass Lena heute nochmal gut funktionieren würde, ehrlich gesagt. Und ich glaube, sie würde auch gar nicht mehr wollen.
In der ganzen Enttäuschung und der teilweise aufgeheizten Stimmung dieser Tage, bei aller Entrüstung und ersten Versuchen ernsthafter Ursachenforschung bleibt ein Aspekt oftmals unbeachtet: die Musik! Objektiv betrachtet finde ich, dass sieben der acht letzten deutschen Beiträge teilweise einem kompositorischen Offenbarungseid gleichkamen. Blood and glitter nehme ich jetzt hier nochmal raus, denn hier liegen die Probleme anderswo. Die Komposition istgut, aber die Melodieführung zu düster, zu negativ, um eine große Anzahl an Zuschauer zu begeistern. Hier war dieser gute Song einfach beim falschen Festival. Und damit meine ich nicht das Genre an sich…
Vielleicht täte es auch mal gut von den Big5 auszutreten und sich mal „ganz normal“ via Semi Finale zu qualifizieren. Ich glaube der Ansporn eine richtig geile Inszenierung abzuliefern, wäre dann um einiges grösser als wenn man einfach des Geldes wegen im Finale ist.
Ich helfe der ARD mal bei ihrer „ESC-Diskussion“: Gebt den ESC an das ZDF ab!
Bei der ARD haben einfach zu viele Leute was zu sagen. Die eine will dies der andere das. Zu viele Köche verderben eben den Brei! Die Vorentscheid-Show muss zum Beispiel wieder „größer“ werden und dies im wahrsten Sinne des Wortes! Größere Bühne -wie 2019- und Primetime-Ausstrahlung.
Gebt der Head of Delegation und ihrem Team mehr „Macht“ und alle anderen, welche nichts wirklich etwas mit dem ESC zu tun haben sollen sich, so gut es geht, aus der Diskussion .zum Vorentscheid 2024 heraus halten!
Wir reden hier von der Head of Delegation, die zwei letzte Plätze und einen vorletzten Platz zu verantworten hat.
Der möchtest du noch mehr Macht geben?
Sorry, sie ist sicher nicht alleinverantwortlich, aber, wie es der Titel schon sagt, der Kopf.
Wenn ein Trainer mit seiner Mannschaft drei Mal absteigt, fliegt er. Meistens sogar schon vorher.
Ja, der Trainer fliegt meistens, leider! Oft haben aber die Vorstände der Vereine etwas zu verantworten. Die fliegen leider selten. Siehe in den letzten Wochen das Szenario beim FC Bayern!
Der FC Bayern ist aber, man möge mich korrigieren, nicht abgestiegen.
Und auch da wird diskutiert, wer Schuld ist an der zwischenzeitlichen Misere. Der geschasste Trainer war es nicht. Der neue Trainer auch nicht. Der hat übrigens zuletzt 6:0 gewonnen.
Mit anderen Worten: Wolfslast funktioniert nicht und ist nach drei krachenden Niederlagen nicht mehr vermittelbar. Fertig.
Ich darf gar nicht daran denken, dass Jendrik der erfolgreichste deutsche ESC-Teilnehmer seit der Corona-Pause ist …
@toggie … *schluck* daran darf man echt nicht denken.
Im Übrigen: die Head of Delegation müsste in deinem Szenario ihren Job kündigen und das ZDF sie einstellen.
Warum sollte das passieren?
1. Deutschland muß in die Semis.
2. Sollte es Deutschland ins Finale schaffen, müssen alle anderen Acts auf dem Felsen vom Vorentscheid von René Miller ihren Auftritt absolvieren.
Nicht wir müssen besser, die anderen müssen schlechter werden.
Weil öfters ein Mello oder Benidorm oder San Remo für Deutschland gefordert wird. Natürlich wäre so eine Art VE schön, aber bringt erstmal automatisch keinen Erfolg. Die ganze Energie muss in die Suche nach geeigneten Liedern und Interpreten gesteckt werden. Mir kann niemand erzählen, dass ein 80 Millionen Volk keine geeigneten Acts hat. Natürlich haben wir diese. Spanien 22 und Israel 23 schickten grob formuliert eine Helene Fischer zum Contest. Oder die simple schöne Nummer von Marco Mengoni gibt es bei uns nun auch. Auch der aktuelle Hit von Lindenberg würde uns eine Punkteregen bescheren. Aber auch etwas ganz verrücktes wagen wie die Finnen dieses Jahr. Letztes Jahr mit EC hätten wir ein bisschen die Möglichkeit gehabt. Es braucht keine großen Namen beim ESC (wäre schön, aber diese trauen sich nicht), es dürfen gerne unbekannte Künstler oder Newcomer sein. Haben wir unseren finalen Act gefunden, dann beginnt die Arbeit erst so richtig.
„Weil öfters ein Mello oder Benidorm oder San Remo für Deutschland gefordert wird. Natürlich wäre so eine Art VE schön, aber bringt erstmal automatisch keinen Erfolg“
Aber es würde durchaus Interesse im eigenen Land wecken.
Sei es beim Publikum oder bei teilnehmenden Acts.
Wenn dann noch nationaler Erfolg eintritt,wird die Teilnahme für mache vielleicht interessanter. Als es momentan ein VE-Teilnahme ist.
Aber ich kann es mir monentan nicht vorstellen.Das wird schon an Geld und mangelnden Willen scheitern.Und wahrscheinlich auch an Geduld.
Lieber weiter im Tabellenkeller rumkreuchen.
Ja! Es geht ja nicht nur darum, einen bekannten Act zu finden, sondern auch, dass ebendieser mit einem außergewöhnlich guten Song antreten. Und die guten Künstler müssen sich ihre besten Songs über Jahre aufheben und dann beim Vorentscheidet damit einen tollen Wettbewerb veranstalten. So passiert das seit Jahren in Schweden und das ist wichtiger als nur die Künstler.
Diese Forderungen nach einem neuen Casting-Format oder der Suche nach unbekannten Talenten finde ich völlig falsch. Die unerfahrenen 18jährigen Sternchen, die man dann vor 200 Mio. auf die Bühne ihres Lebens stellt, sind doch in aller Regel völlig überfordert und können diese Erfahrung (meistens ist sie ja eine negative) auch nie verarbeiten. Kommt mir jetzt bitte nicht mit Lena, Ausnahmen gibt es immer.
Auch Lena hat das zunächst nicht gut verarbeiten können; ich sehe nicht, weshalb Newcomer kategorisch ausgeschlossen werden sollten. Letzten Endes geht es um einen Song der funktioniert, da ist irrelevant, von welcher Person oder Band der kommt.
Der Beweis dafuer, dass es sich lohnt, an den ESC teilzunehmen (Kommentare lesen!!)
Zum Thema „Deutschland soll durchs Semi“. Diese Frage stellt sich überhaupt nicht und wird auch nicht kommen. Aus guten Gründen.
Zum Thema ZDF. Eine durchaus spannende Idee. Wobei ich dann einen jährlichen Wechsel begrüßen würde. Also ein Jahr ist die ARD zuständig, im Jahr darauf das ZDF. Usw. Konkurrenz belebt das Geschäft, weil jeder will es besser machen.
Danke Douze Points, das hast du toll analysiert! Ich hoffe, dass der NDR deinen Artikel ebenfalls liest!
Einige Kommentare hier (und auf anderen Kanälen) triggern mich echt hart. Auf die Gefahr hin, dass ich Leuten auf den Schlips trete: Jeder, der hier oder woanders ernsthaft einen (temporären) Ausstieg Deutschlands aus dem Contest fordert/wünscht, hat entweder überhaupt keine Ahnung, welche Folgen das hätte, ist offensichtlich kein Fan des ESC und will den Contest loswerden oder hat so eine grundsätzliche Anti-Haltung bzgl. des Rundfunkbeitrags (interessanterweise schreiben das ja auch oft Leute, die an anderer Stelle nicht müde werden, zu betonen, dass sie den ESC gar nicht gucken… – ja dann guckt halt was anderes und lasst uns unser Hobby!). Diese Forderung ist doch nur Ausdruck von ratloser Frustration oder eben genereller Ablehnung/Indifferenz bzgl. des Contests seitens Plattformen und Personen, die sich bei jeder Gelegenheit über die Rundfunkgebühren und die damit im Zusammenhang stehenden Ausgaben der öffentlichen Rundfunksender aufregen.
Das Kostenargument ist sowieso nicht nachvollziehbar. Ein einziger (!) Tatort kostet mehr als der jährliche (!) ESC-Beitrag. Wenn wir uns dutzende Tatorte jedes Jahr leisten können, dann ja wohl auch den ESC ein Mal im Jahr.
Und was genau soll so eine Pause denn bringen!? Was kann man in einer mehrjährigen Pause mehr erreichen als in der Zeit eines Jahres von einem Contest zum nächsten? Das Team der Verantwortlichen kann man von heute auf morgen austauschen. Dabei glaube ich übrigens gar nicht mal, dass Frau Wolfslast Teil des Problems ist. Ich denke, dass der von oben ziemlich viele Steine in den Weg gelegt wurden. Die tat mir gestern ziemlich leid. Sie wird jetzt bestimmt in den nächsten Tagen ihre Position abgeben.
Die herausragenden Einschaltquoten des ESC zeugen von einer sehr hohen Bedeutung des Wettbewerbs in Deutschland. Das sollten die Verantwortlichen nicht aufs Spiel setzen. So eine Pause wäre nicht konstruktiv, sondern destruktiv und würde nur zu einem Bedeutungsverlust des Wettbewerbs in Deutschland führen, wodurch der ESC für die deutsche Musikindustrie noch mehr an Relevanz verliert. Welche Künstler:innen würden sich dann noch bewerben?
Und überhaupt: Es geht doch nicht nur ums Gewinnen! Ich schaue den ESC nicht in der Hoffnung auf einen Sieg Deutschlands, das ist mir (fast) egal. Ich mag die Show, die Musik und den Aspekt der Völkerverständigung. Ich fiebere jedes Jahr mit anderen Teilnehmern mit, je nach dem, welche Lieder ich am liebsten mag – woher die kommen, ist zweitrangig. Dieses Jahr war es Finnland. Nächstes Jahr wird es vermutlich ein anderes Land sein. Natürlich freue ich mich auch über einen Sieg Deutschlands (wobei das auch relativ wäre, wenn ich persönlich der Auffassung wäre, dass der Song aus Deutschland deutlich schlechter wäre als die Lieder der Konkurrenz). Doch selbst wenn Deutschland noch zehn oder zwanzig weitere Jahre durchgehend auf dem letzten Platz landen würde: Den Spaß am ESC nimmt mir das nicht.
Nein, aussetzen hilft gar nichts.
@Jastus
Ich stimme dir zu 1000 % zu, hast alles gesagt.
@Jastus:
Okay. Dann bitte einmal ganz konkret: hab ich überhaupt keine Ahnung, bin ich kein Fan vom ESC oder bin grundsätzlich gegen den Rundfunkbeitrag? Ich bin sehr gespannt auf deine Antwort. Ich will mich ja auch gern selbst einordnen können.
Ernsthaft:
solche Pauschal-Urteile („JEDER!“) helfen uns nicht weiter. Ich forderte auch im Grunde gar keinen Ausstieg oder ein Aussetzen, ich gab nur zu bedenken, dass die strukturellen Probleme so groß sind, dass man die nicht in einem Jahr beheben kann. Und in dem Punkt hab ich mich Guildo Horn angeschlossen: lieber Kräfte sammeln als einen Kompromiss schicken.ODER direkt jemanden anheuern.
Ich bin übrigens großer Verfechter des Rundfunkbeitrags. Ein so großer Fan wie die meisten hier bin ich vermutlich allerdings nicht. Der ESC ist nicht mein liebstes Hobby. Auch nicht mein zweitliebstes.
Es ist echt etwas beschämend, dass du jeden, der auch nur ergebnisoffen diskutiert und Argumente vorbringt für ein einmaliges Aussetzen (wie gesagt: ich fordere gar nichts) sofort in die rechte Schwurblerecke stellst und ihnen „keine Ahnung“ attestierst. Wow.
@Andi: Da steht ein „oder“ in meiner Auflistung. Du kannst dir also aussuchen, ob du keine Ahnung hast und die schwerwiegenden und destruktiven Folgen eines (temporären) Ausstiegs einfach nicht siehst/unterschätzt ODER ob du den ESC loswerden möchtest ODER ob du Gegner der Finanzierung des ESC durch Deutschlands Rundfunkgebühren bist.
Und in die rechte Schwurbelecke habe ich niemanden gestellt. Nicht jeder Rundfunkgebührengegner ist rechts, das ist mir auch klar.
Aber wenn du jetzt selbst sagst, dass du eigentlich gar keinen Ausstieg forderst, dann warst du mit meinem Kommentar ja eh nicht gemeint. Dann weiß ich aber nicht, wieso du dich angesprochen fühltest.🤷♂️
„Ergebnisoffen diskutieren“ ist für mich halt nicht unbedingt „aufgeben und beleidigt die Veranstaltung verlassen“. Kann schon sein, dass ich, aus einer Angst heraus, dass irgendwelche Verantwortlichen diesen dämlichen Vorschlag des „Pausierens“ ernst nehmen könnten, jeden Vertreter dieses Vorschlags pauschal als ahnungslos oder ESC-Gegner verallgemeinert habe. Es kommt ja auch ein bisschen darauf an, wie ernst und konsequent man diesen Vorschlag meint. Aber ehrlich gesagt bleibe ich bei meinem Standpunkt, wenn jemand wirklich fordert, dass Deutschland aus dem ESC aussteigen soll: Entweder man verkennt hier aus Naivität oder Frustration die Folgen eines solchen Ausstiegs oder ist halt einfach kein Fan und will den ESC ohnehin loswerden bzw. kann aus Indifferenz darauf verzichten (was aber eher auf die Menschen in den Kommentarspalten auf nicht-Fanseiten wie BILD, Spiegel usw. zutrifft).
Jedenfalls konnte man mir noch nicht überzeugend darlegen, welchen Mehrwert ein mehrjähriges Pausieren hätte. Es erschließt sich mir nicht, warum das Aufbrechen altbackener Strukturen oder die Delegierung an andere Verantwortliche mit neuem Konzept nur in mehr als einem Jahr erfolgen könnten. Da kommt es nur darauf an, dass die Notwendigkeit dieser Maßnahmen überhaupt erkannt und dann auch konsequent umgesetzt wird. Das geht in einem Jahr mehr als problemlos und wurde so ja auch schon in der Vergangenheit immer mal wieder in anderen Ländern und auch in Deutschland (Raab) umgesetzt.
Dementsprechend überwiegen die Nachteile eines Pausierens ggü. den Vorteilen deutlich (denn es gibt m.E. nach exakt 0 Vorteile).
Letztlich ist die Auswahl des richtigen Songs sowieso immer ein Stück weit Glückssache: Auch mit einem Mega-Vorentscheid a la Mello kann am Ende ein Song für die Tonne rauskommen, wenn sich halt nix Gutes bewirbt.
@Jastus:
Das „oder“ von dir hab ich registriert, deswegen hab ich ja nachgefragt, in welche Kategorie ich nun falle.
Wie gesagt, ich finde du hast hier unnötig pauschaliert. Das wird der Diskussion aber nicht gerecht. Und da ich zumindest mal darüber nachdenken wollte UND Argumente genannt habe, fühlte ich mich eben sehr wohl angesprochen mit „JEDER“. So einfach, wie du es dir machen wolltest, ist es aber nunmal nicht. Aber hey, Hauptsache, es gab Zustimmung von ESC1994, dann ist ja alles gut. 🙂
Du kannst ja mal auf meine Argumente eingehen. Stehen die Seite davor. Bin gespannt.
Ich sage ja auch immer mir ist des Abschneiden des deutschen Titels egal, aber dieses Jahr hat es trotzdem weh getan, vielleicht weil auch bei Platz eins es nicht so gelaufen ist, wie erhofft. War eben ein Doppelschlag.
Ach ja, muss meinen Namen wieder ändern, diesmal aber nicht nach dem Siegerland.
@Andi: Ich habe deine Beiträge auf der vorherigen Seite gelesen und fand da kein Argument, dass eine mehrjährige Pause vom ESC legitimieren würde.
Da stand ne Menge anderes Zeug, dem ich größtenteils wohl auch zustimmen würde. Nur, wie gesagt, Argumente für einen (temporären) Ausstieg Deutschlands aus dem ESC las ich da keine. Hab ich vielleicht auch überlesen. Hier stehen ja sehr viele Kommentare.
https://www.aufrechtgehn.de/2023/05/noch-mehr-demokratie-wagen-die-lehren-aus-liverpool/
Er ist wieder da!
nein, aussetzen darf nicht sein, ein aussitzen aber auch nicht.
und wer spricht von siegen…ein 19. Platz, da würde ich mich schon freuen, wie ein sechser im Lotto.
das ist ein Wettbewerb. Und klar wäre es toll, wenn man sagen wir mal, zum oberen Drittel gehören würde. Nicht nur alle 15 Jahre mal.
Übrigens soll die Teilnahmegebühr für Deutschland 473.000 Euro betragen haben, u.a. weil es weniger Teilnehmer in 2023 gab und Russland als Zahler ausfiel. Ganz ehrlich, ich finde das nicht viel für so ein großes Land wie Deutschland. Wenn das aber von den 2 Millionen Euro (?)Budget oder was auch immer abgeht, dann kann man sich ausmalen, wieso das alles so abgehalten wird, das würde im Verhältnis vorne und hinten nicht stimmen.
Ich versteh nicht, wieso man nicht die Teilnahmegebühr zahlen kann und an den Semis teilnimmt. Da gäbe es doch schon mal einen ersten Realitätscheck und für die Verantwortlichen wäre das ein Reiz, ins Finale zu kommen, um Zuschauer zu sichern.
Und warum sollte die EBU ein Interesse daran haben, die größten Entertainment-Märkte Deutschland, UK und Frankreich nicht im Finale zu haben? Damit könnten die ihren Wettbewerb voll vor die Wand fahren, weil der ESC auch für Sponsoren deutlich unbeliebter würde.
Ich weiß nicht, ob es schon gepostet wurde (sorry falls ja), aber das ist interessant:
https://www.horizont.net/medien/nachrichten/trotz-letztem-platz-deutschland-schmollt-nicht—ard-haelt-an-esc-teilnahme-fest-211914
1. Der NDR will auch 2024 wieder teilnehmen
2. Zitat: „Deshalb werden wir jetzt gemeinsam diskutieren und voraussichtlich schon in den nächsten Wochen kommunizieren, wie es weitergeht.“
3. Die Semis kommen definitiv nicht ins Hauptprogramm.
Ist wohl eine Reaktion des NDR auf die aktuellen Zitate von Guildo und vom Gottschalk.
Das Zitat klingt ja doch vielversprechender als der erste Kommentar mit „wir müssen uns erstmal besprechen“.
Was positives zwischendurch:
Eine Liste der Songs einiger ESC Künstler die es heute Montag nach dem ESC in die daily Charts Spotify von Deutschland geschafft haben :
2. Loreen
5. Käärijä
9. Ikke (Bumsbar wäre wohl nicht im VE gelandet)
10. Alessandra
30. Noa Kirel
32. Lord of the Lost
52. Marco Mengoni
61. Teya & Salena
79. Remo Forrer
89. Vesna
95. Loreen (klar, Euphoria muss auch dabei sein)
105. Gustaph
120. Tvorchi
121. Rosa Linn (Dauerbrenner)
123. Richi E Poveri (Wie kommt das denn wieder rein?)
127. Andrew Lambrou
163. La Zarra
170. Alika
200. Voyager
Da kommt bestimmt noch was von Trevoristos, König der Statistiker!
(Wie kommt das denn wieder rein?)
Ueber Fussball…. (Milan-Hit)
Geil!
Seht ihr alle das naheliegende nicht?
Den größten Anteil für den letzten Platz hat die unsympathische Inszenierung mit den wildgewordenen roten Höllen gestalten. Eine Inszenierung wie ein Perchtenlauf im alpinen Winter. Schrecklich.
Doch, das ist ja sogar explizit im Artikel und gestern auch bei ESC kompakt LIVE abgesprochen worden – die Inszenierung war ein Hauptproblem.
Ich habe gestern am 14.Mai 2023 zum Thread, bei dem es darum ging wie enttäuschend ARD-ESC-Chef Andreas Gerling das Resultat von LOTL findet, bereits folgendes geschrieben, was ich nochmals kopiere und hier einfüge:
Der fast schon flehentliche Appell von Peter Urban, als er sich von der Zuschauern (m/w/d) verabschiedete und sich für die 25-jährige Treue bedankte hat mir sehr gut gefallen und beschreibt gleichzeitig das Problem der ARD / des NDR, welches sie mit dem deutschen Vorentscheid haben, sehr gut.
Sinngemäß forderte Peter Urban die deutsche Musikerszene, egal ob No-Names (m/w/d) oder etablierte Künstler (m/w/d) dazu auf sich beim deutschen Vorentscheid zu bewerben und den ESC nicht als Gefahr für einen möglichen Karriereknick zu betrachten, sondern als Chance zu begreifen. Als Chance am größten Musikevent dieser Welt teilnehmen zu dürfen, die Chance eine Woche lang musikalische und menschliche Vielfalt kennenlernen zu dürfen und dies als wichtige Erfahrung für die weitere Musikkarriere wertzuschätzen. Der ESC sei die tollste Sache der Welt, die er – also Peter Urban selbst – nie mehr missen möchte und so würde es jedem Künstler (m/w/d) nach seiner Teilnahme beim ESC auch gehen.
Genau hier ist ein Teil des Problems. Die ARD / der NDR mit seiner ESC-Delegation werden den Karren der Erfolglosigkeit nicht mehr alleine aus dem Dreck ziehen können.
Bei No-Name-Musiker (m/w/d) ist man auf die Besten der Besten angewiesen. Ein einfacher Aufruf der Bewerbung des deutschen VE reicht da nicht mehr aus. Fähige Leute müssen durch die Clubs und Bars einer jeden noch so kleinen Altstadt – egal ob im Ausland oder Inland – tingeln und sich auf die Suche machen. Dazu muss das NDR-ESC-Personal aufgestockt werden. Zeitlich ist dies eine langwierige Angelegenheit. Dorf-Open-Air-Festivals, Musikvereine in der Provinz sowie Universitäten und Berufsschulen müssen ebenso abgeklappert werden.
Die Hoffnung, dass die erfolgreichen Musikstars (m/w/d) wie Peter Fox, Ina Müller, Johannes Oerding oder Wincent Weiss sich eigeninitiativ bewerben, habe ich schon lange nicht mehr.
Um persönlich Telefonate / Gespräche mit genau diesen Künstler (m/w/d) wird der NDR nicht herumkommen, um eine Überzeugungsarbeit zu Gunsten des deutschen VE sowie des ESC bei den bekannten Musikstars (m/w/d) in Gang zu setzen.
———————————————————————————————
Ich füge nur noch hinzu:
Schade, dass die ARD für ein deutsches Festival di Sanremo wie in Italien noch nie Lust gehabt hat. Na ja, Gott sei Dank bin ich Italien emotional sehr, sehr, sehr verbunden.
Gerade beim Postillon gelesen, vielleicht muntert euch das ja auf 🙂😃:
https://www.der-postillon.com/2023/05/esc-solidaritaet.html?m=1
Wenn alle Stricke reissen und wirklich überhaupt nichts klappt, dann habe ich doch noch einen Plan, welcher Deutschland retten würde. Douze Point, Du als einer der größten Mello- Fans spiele im März 2024 mit Deinen Charme bei SVT und kauf uns den letzten Platz vom Mello ein. Damit würde Deutschland immer noch in den Top 10 landen.
„Comfortable“ war super!
🙃🙂🙃
Frau Beatrix von Strolch, geborene Herzogin von Oldenburg, wie ich wegen der tiefen familiären Verstrickungen vor über 90 Jahren gerne hinzufüge, hat auch den ESC gekuckt:
https://www.queer.de/detail.php?article_id=45602
Das Positive: Damit sind die dümmsten Kommentare zum diesjährigen ESC nun geschrieben.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die, die ihm noch folgen, scheinen mittlerweile eine völlig zerstörte Fremd- und Selbstwahrnehmung zu haben. Wahrscheinlich eine Folge von Gehirnwäsche und Abschottung vom Publikum, vom Ausland, vor Kritik und anderen Meinungen…
Erstaunt bin ich auch darüber was die Fan-Clubs auszuhalten in der Lage sind. Bedingungslose Loyalität mag wesentlich sein für Fans, aber gilt das auch, wenn man nur noch verhöhnt und über den Tisch gezogen wird?
Zur Band: Habe mich bei jedem Interview mit Chris Harms gewundert, wie tief ein Musiker sinken kann. Und dann schafft er es tatsächlich noch, beim Finale eins drauf zu legen.
Ernsthaft?? Du verlinkst das AfD-Propagandablatt „Junge Freiheit“??
Was für ein abstoßender Kommentar!
@Benjamin Hertlein
Ich hoffe du meinst nicht mich.
Natürlich nicht.
Wir wollen hier solche Gosenblätter nicht verlinkt sehen,. Bitte löscht diesen Beitrag
…..Gossenblätter….
Bitte loeschen.
@Benny:
Reicht so ein Link nicht, um hier gesperrt zu werden?
Mein Vorschlag: Wiedereinführung der Schlagerfestspiele von Baden-Baden
just kidding 😉
Ich glaube, „Schlager…“ würde einige von der Bewerbung abhalten, aber „Musikfestspiele…“ – warum nicht?! Sanremo und Benidorm lassen grüßen
Oder warum nicht Melodienfestival 🙂
Gerne 🙂
Ich hatte ja an die alten Zeiten mit Connie und Siw gedacht. Aber für so ein Festival wäre ich zu haben.
Oh ja, mußte mich beim Stichwort „Baden Baden bei „aufrechtgehn“ weiterbilden…
Das wärs!
https://www.aufrechtgehn.de/1962/02/der-weg-des-wassers/
Chris würde nächstes Jahr wieder antreten, hat Bock drauf.
Gerade im Live-Stream nochmal wiederholt.
Wenn wir ein paar Lieder mit Cello im Vorentscheid haben, warum nicht. 😉
@ESC1994 „Ernsthaft?? Du verlinkst das AfD-Propagandablatt „Junge Freiheit“??“
Genau darauf habe ich gewartet. Bei Kritik kommt sofort ein „rechts, rechts, Nazi, Nazi“.
Aber genau die Verweigerung, Kritik auch mal an sich heranzulassen, führt zu einer immer dümmer und überheblicher werdenden (verzweifelten) Bubble. Und die NDR-ESC-Bubble ist mittlerweile so verpeilt, dass sie ihren vermeintlichen Gegnern die stichhaltigen Argumente geradezu auf dem Silbertablett serviert.
Der Text ist nicht schlecht, und geht sogar milde mit der grottenschlechten Leistung um.
Ich sehe keinen Kommentar, in dem Du als Nazi bezeichnet wirst. Aber so einen beleidigenden Kommentar zu verlinken sollte m.E. gegen die Standards hier verstoßen.
Das sage ich, obwohl die die Flaggen-Verweigerung von LOTL im Zusammenhang mit dem ESC auch peinlich fand. Das hat aber nur sehr wenig mit diesem Kommentar zu tun.
Nicht bei Kritik, sondern beim Anführen und Verlinken demokratiezersetzender rechtsradikaler Blätter.
Hier wird versucht, eine antiqueere Kampagne gegen den ESC und den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu starten und nationales Ressentiment zu schüren. Widerlich und nicht mit mir.
Mich wundert es die ganze Zeit, woher das mit der fehlenden deutschen Flagge kommt. Scheint dann wirklich eine rechte Kampagne aus dieser Ecke zu sein. Eklig dass dies dann auch noch von „Fans“ hier reproduziert wird.
Naja – mir ist das mit der Flagge beispielsweise schon am Samstagmorgen aufgefallen als ich Videos der Flagparade angeguckt habe…fällt halt einfach auf wenn alle mit einer Flagge bei der Flagparade (!) kommen – nur wir nicht. Klar wird das jetzt von rechts aufgebauscht, weil die nichts anderes haben woran sie sich aufgeilen können.
Ich finde die Kritik aber insbesondere an dem Punkt dennoch gerechtfertigt. Lotl tritt nun einmal für Deutschland an – überall steht immer „Deutschland“ – nicht „Lotl“ – daher finde ich es schade, dass sie auf die Flagge verzichtet haben. Hat bei mir ein paar Sympathiepunkte gekostet. Ich finde aber auch Fußball-Nationalspieler dämlich, die sich weigern die Hymmne mitzusingen. Beim Handball oder Hockey sieht man das nirgends!
Nichtsdestotrotz fande ich den Song gut – den Schnitt nicht so gelungen (war auch überrascht, dass nach den ersten Bildern nahezu alle in der Bubble begeistert waren – für mich waren da zu viele Einstellungen von fern dabei). Aber dennoch haben Lotl mit dem Respekt gegenüber den anderen Teilnehmern uns eigentlich sehr würdig vertreten. Und war das erste mal seit Cascada (ja ich weiß.. :D) dass ich wieder für einen unserer Beiträge mitgefiebert habe 🙂
Naja, LOTL haben in etlichen Interviews gesagt, dass sie es ablehnen, eine deutsche Flagge zu zeigen, weil sie sich in erster Linie als Vertreter ihrer Musik sehen. Flaggen zu zeigen halten sie nicht für völkerverbindend, sondern für ausgrenzend. Wenn sie selbst den Blick auf diese Haltung richten, dann wird das natürlich zum Thema. Irgendwo haben sie auch gesagt, dass sie beim Outfit auf schwarze Klamotten verzichten, damit es nicht nach schwarz-rot-Gold aussieht. Das ist also keine Kampagne von rechts, es geht von der Band aus.
Das ist eine ziemlich deutsche Diskussion, wir dürfen uns ja auch regelmäßig vor WM- oder EM-Spielen Talkshows zu diesem Thema anschauen. Meine Nachbarn hängen bei Fußball-Großereignissen regelmäßig Flaggen von Albanien, Griechenland, der Türkei, Italien oder Kroatien raus. Ich fühle mich dadurch überhaupt nicht ausgegrenzt, ich freue mich, dass die sich auch für Fußball begeistern und ich mit ihnen fachsimpeln kann. Ich selbst habe noch nie eine deutsche Flagge besessen.
Ich finde es aber ziemlich kleinkariert und peinlich, wenn sich beim ESC die Vertreter eines einzigen Landes weigern, bei der Flaggenparade ihre Flagge zu zeigen. Aus Respekt vor der Veranstaltung hätten sie das ruhig machen können. Sie sind nun mal für Deutschland angetreten. Sie hätten ja wie Marco Mengoni zusätzlich noch die Regenbogen-Flagge zeigen können. Ich bin in meinem Umfeld als ESC-Fan bekannt und wurde heute von mehreren Gelegenheits-Zuschauern darauf angesprochen, warum sie bei der Vorstellung und im Greenroom keine deutsche Fahne hatten.
@undeuxtrois (einst terminologisch als ein einfacher, aber recht aufmunternd präsentierter, in französischer Sprache vorgetragener Song > pour la FRANCE, je pense, womöglich für Luxemburg, non, meine ich):
NUN JA?!: Als Gitte 1963 im zarten Alter von 17 ’nen COWBOY nicht nur zum Mann haben wollte, sondern ihm und somit ihr gar zum Sieg in Baden-Baden verholfen hatte (12 points fron HH, no point from Munich), trat in der „Pause“ die große DIETRICH auf, setzte später Gitte auf ihren Schoß und sang grandios: Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben …- Welch großes Kino seinerzeit!
@ WMD: la France ist völlig richtig, 1,2,3 Mme Ferry war es 1976 🙂
Klein Gitte auf Marlenes Schoß, herrlich –
Schöne alte Zeit und gute neue Zeit.
Solche Geschichten könnte dann ein neues Festival wieder schreiben, träumen darf ich.
Ich denke, die Gefahr eines erneuten schlechten Abschneidens konnte während des gesamten Auswahlprozesses wirklich nie ganz ausgeblendet wären, da dort, wie ich finde, einiges eher suboptimal lief, selbst, wenn man jetzt einfach davon ausginge, dass die Ausgangsbedingungen perfekt gewesen wären, was aber natürlich auch nicht der Fall war.
So bin ich nach wie vor der Meinung, dass „Draw the Line“ die weitaus bessere Rocknummer gewesen wäre als „Blood and Glitter“, mit dem ich persönlich auch erst in der Finalwoche so richtig warm wurde, obwohl ich ihn die ganze Zeit lang kannte, das muss beim ESC dann zeitlich vielleicht doch etwas oder deutlich schneller gehen. Was natürlich nicht heißt, dass man nur stumpfere Beiträge wählen sollte, keineswegs.
Über den Auftritt von LOTL im Finale ist hier bereits viel geschrieben worden, was auch relativ plausibel klingt, aber ich persönlich denke, durch ein detailverliebteres ESC-Staging wäre vielleicht mehr erreicht worden, aber wie groß kann da die potenzielle DIfferenz sein, an und für sich war der Auftritt von LOTL ja jetzt wirklich nicht schlecht oder schlusslichtwürdig, wie ich finde. Ergo sollte man sich über solche Details schon Gedanken machen, gerade, wenn man auch mal wieder gewinnen möchte, ja, aber den sprichwörtlichen Hasen sehe ich in zumindest dieser Causa echt nicht begraben. Außer, wir reden wirklich nur davon, warum Deutschland nicht dritt- oder viertletzter wurde.
Die Probleme sind denke ich wirklich tiefgreifender und nicht wirklich so leicht zu fassen und wahrscheinlich ist es eine Kombination von Aspekten, die nur hundert Personen gemeinsam mit ihren Teilaspekten zusammentragen können.
Ein Hauptaspekt dürfte denke ich dieses Jahr definitiv gewesen sein, dass unser Song nicht fair bewertet wurde. Das kann man natürlich mit inhaltsarmen Worthülsen und Kampfbegriffen wie Populismus niederschreien, etc., aber ich denke nicht, dass so viele nationale Jurys wirklich der Meinung sein können, unser Beitrag ist der schlechteste gewesen. Zugegebener Maßen haben sie es ja auch nicht, wir waren halt nur halt nie in den Top 10, Ausnahmen bestätigen die Regel. Da ist die Frage, auf welchen Plätzen wir da wohl so gelandet sind und ob ein faireres Votingprinzip da vielleicht zumindest theoretisch Abhilfe schaffen könnte, auch, wenn das jetzt natürlich nicht primär in unserer Hand liegt.
Warum unser Beitrag im Televoting zwar besser, aber nicht wirklich deutlich besser abschnitt, ist wieder eine andere Frage. War es da vielleicht der wirklich beim ersten Hören nicht ganz verfangende Charakter des Songs? Ich bin mir da unsicher. Aber auch, wenn ich mich kurz vor dem Finale mich doch auch sehr mit unserem Song anfreunden konnte, war wie bereits erwähnt dieses Gefühl erst recht spät da, da der Song mir zuvor nicht gewagt genug war irgendwie. Und dafür, dass man für mich scheinbar wieder auf Nummer sicher gehen wollte, war der Song dann auch wirklich nicht eingängig genug, also welches Konzept bei der Auswahl ausgerechnet dieses Songs von LOTL zugrunde lag, bleibt wahrscheinlich auch für immer ein Geheimnis.
Im nationalen Auwahlprozess fiel mir bereits relativ früh negativ auf, dass es wohl dieser Song werden MUSSTE, also dass er durchaus vom NDR gepusht wurde. Es tut mir wirklich leid, wenn ich da falsch liege, aber so zumindest mein Eindruck. LOTL waren für mein Gefühl auf Aufmacherbildern, etc. überrepräsentiert, haben in der Vorentscheidungsshow den besten Startülatz erhalten, etc.
Falls mein Eindruck hier stimmt, dass „Blood and Glitter“ der NDR Favorit war, haben wir hiermit zumindest ein weiteres Teilproblem, das sich finde ich unabhängig von der Qualität des Songs nunmal nicht von der Hand weisen ließe. Wenn man hier dem Geschmack und den Instinkten der Zuschauer tatsächlich nicht trauen würde, sondern meint, es bedarf hier stärkeren Nudigngs in die vermeintlich richtige Richtung, darf man Überraschungen auf „Europaebene“ dann nicht ausschließen, da man hier dann zum ersten Mal eine „ehrliche“ Reaktion der Zuschauerwelt erhalten würde, die dann halt dann völlig außerhalb des Einflussbereiches des NDR und der ARD liegt, da wäre ein Nudgingversuch schon sinnlos.
Auch war ich persönlich stark enttäuscht, dass meine beiden vielleicht größten Favoriten aus dem Vorentscheidungsprozess, Frida Gold, und wie erwähnt, From Fall to Spring nicht am deutschen nationalen Finale teilnehmen konnten. Weshalb lässt man einen deutschsprachigen Act mit künstlerischem Act am Vorentscheid teilnehmen, wenn eine kurzfristige Erkrankung reicht, um ihn dann kurzfristig ganz aus dem Prozess zu nehmen? Wir hatten da denke ich schon ein Stück „Gold“, das das Angebot beim deutschen Vorentscheid vielleicht doch erst halbwegs vielfältig gemacht hat.
Zum teilweise vermeintlich provinziellen Gehabe der ARD bezüglich des ESC ist hier auch einiges gesagt worden, was ich mal unkommentiert lassen möchte, aber sollten diese Vorwurfe stimmen, denkt man genau an den falschen Ecken und Enden provinziell und an den richtigen dann verkrampft-möchtegern-weltbürgerlich. So schließt man scheinbar bei der ARD seit Jahren einen Song in deutscher Sprache aus, begleitet von Kommentaren wie „wer soll das in Europa verstehen“, etc. und erkennt somit die Chancen, die mit einem deutschsprachigen Song einhergehen könnten, so gar nicht. Und das ist das Schlimme: man erwägt sie sogar schon gar nicht mehr scheinbar. Während Sprachen mit zum Teil noch so wenigen Sprechern wie Bretonisch vertreten sind oder sogar erfolgreich vertreten sind (sorry, Finnland, ich liebe euch, aber Finnisch hat glaube ich auch nur um die 5 Millionen Muttersprachler, das sind weniger als 1/3 der Einwohner Nordrhein-Westfalens), hält man Deutsch als immerhin größte Muttersprache der EU für ungeeignet, da Europa und die Welt den Text dann nicht verstehen würde. Kann man jetzt noch näher drauf eingehen, kann man aber vielleicht als kleinen Vergleich auch unkommentiert so stehen lassen. Auf jedenfall möchte man hier nicht „provinzieller“ denken und so vielleicht etwas Authentizität in die Waagschale werfen. Es sollte keineswegs gekünzelt sein, aber es schadet beim ESC nicht unbedingt per se, wenn man grob erahnen kann, wo ein Song herkommt, wenn er in einer anderen Sprach ist, der Songtext somit vielleicht noch etwas „mystischer“ und unzugänglicher, etc. Gelebte Vielfalt in einem bunten Europa. Das gefällt uns ja auch bei anderen.
Das gleiche gilt für die musikalische Vielfalt im deutschen Vorentscheidungsprozess, dass man dieses Jahr dann tatsächlich zumindest andeutungsweise angepackt hat. Es gibt hier immer wieder User, die, wie ich finde, auch völlig zurecht Deutschrap im Vorentscheid fordern. Ich bin davon auch nicht wirklich ein Fan, aber es wäre eigentlich nichts natürlicher, als eine aktuell so erfolgreiche Musikrichtung auch einmal beim ESC das eigene Land repräsentieren zu lassen. Aber das traut man sich wohl auch nicht, da man sich ja allgemein vor authentischen Momenten fürchtet, die vielleicht auch mal in die Hose gehen könnten, ja, klar. Aber schlimmer als ständig auf dem letzten Platz zu landen kann es doch nicht mehr werden. Und wir hatten schon so einige hintere Platzierungen, bei denen ich mir dachte, das war es jetzt Wert, einen letzten Platz zu riskieren bzw einen schlechten Platz? Man hätte sich also in diesen Jahren auch SO viel wagen können, was enorm hätte schiefgehen können und wäre trotzdem nicht weiter hinten gelandet und hätte vielleicht das Potenzial zu viel besserem gehabt, aber wofür entscheidet man sich?
An dieser Stelle würden nun wieder viele anbringen, dass man aber auch nur eine begrenzte Auswahl an Künstlern hat, die teilnehmen würden. Stimmt und die Gefahr, dass dieses Feld immer kleiner wird, schrumpft, no pressure, vielleicht jedes Jahr. Daran sollte man defintiv arbeiten. Aber ich konnte bisher in jedem einzelnen Jahr mit Vorentscheid Beiträge erkennen, die zumindest meiner Meinung nach deutlich mehr hätten reißen können, als das, was es am Ende wurde. Lily among clouds 2019 werde ich da nie vergessen. Nach 2018 mit Michael Schulte wäre dieser Song denke ich niemals so gefloppt und vielleicht hätte man da eine positive Kontinuität aufbauen können, die denke ich schon beim ESC zumindest in der Bubble schon eine Rolle spielt.
Wenn Deutschland immer schlecht abschneidet, braucht es vielleicht wirklich irgendwann mehr, um ernst genommen zu werden und vielleicht brauchen andere Länder wirklich weniger, um punkten zu können. Woran auch immer das liegen könnte.
Man könnte jetzt stundenlang noch Kleinigkeiten erwähnen, am Ende bringt es ja aber doch nichts, aber das sind so einige der tausenden Teilaspekte, die denke ich so ein bisschen der Dauerbrenner in der deutschen ESC-Krise sind…
Band-Auftritt statt Show trifft es sehr gut. Mir ist auch unklar, warum wir immer noch Geld für Dietmann bezahlen, er macht offensichtlich gar nichts. Ich würde sagen er schläft mit Wolfslast aber das war ja auch schon vorher so.Die Jungs waren cool, endlich mal Begeistrung für den ESC im Gebensatz zu Robotern wie Lavina und Narzissten wie Jendrik. Aber halt nicht ESC-kompatibel. Das “ich will aber diesen Auftritt” des 1-Hit-Wonders letztes Jahr war immer noch da.
Es ist natürlich auch ein kulturelles Problem mit dem NDR. Ich komm selber aus dem Norden und wenn man ins Theater geht ist es wie eine Leichenhalle. Bei einer Orga wie dem NDR sicher noch schlimmer. Dauerhysterie wie in Köln braucht man auch nicht aber Hamburg ist nun mal katatonisvh. Vielleicht mal WDR Essen versuchen?
Ähm….nein!
Ich finde die überinzenierten Shows eher abstoßend und uninteressant. Was ich mag sind Künstler, die ohne Tamtam einfach nur durch ihre Authentizität und Charisma wirken. Das haben Lord of the Lost geschafft. Australien wirkte steif und lustlos und Loreen war langweilig und hat mich nicht erreicht. Show verdeckt eben such fehlendes Talent und nicht getroffene Töne
Hast du eine andere Show gesehen? Lotl ohne Tamtam und nicht über inszeniert?
Hier ein ein guter Kommentar aus der Berliner Morgenpost:
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article238413859/esc-hajo-schumacker-kolumne.html
Gefällt mir sehr gut. Besonders schön finde ich, dass er Lied, Text und Bühnenbild wegen des Krieges ebenso geschmacklos findet wie ich. Mich nervt es nämlich total, dass darauf kaum hingewiesen wird, weil die Leute LoTL so sympathisch finden und ihnen nicht wehtun wollen. Mit dieser verklemmt-überhöflichen Einstellung kommen wir garantiert weiter … *Ironie aus*
Ich mag die LoTL-Jungs auch, und gerade weil ich sie mag, bin ich ihnen auch Ehrlichkeit schuldig, selbst wenn es unangenehm ist.
Es lag nicht daran, dass Deutschland unbeliebt ist oder wir von den anderen Nationen „verarscht“ werden, wie Herr Gottschalk so substanzlos schwurbelte. Lord of the Lost tragen an dem Ergebnis auch keine Schuld. Es lag lediglich daran, dass im Schnitt mindestens 10 Songs besser ankamen als Blood and Glitter. Was soll das heißen? Deutschland hat 15 Punkte von den Länderjuries bekommen. Dies könnte also theoretisch bedeuten, in 15 Ländern war „Blood and Glitter“ der Song mit den zehnt meisten Anrufen. Nehmen wir mal rein hypothetisch an, in den restlichen 22 Ländern (inkl. World) war Blood and Glitter jeweils der Song mit den elft meisten Anrufen. Was bedeutete das in Punkten? 0 Punkte. Egal, ob man auf Platz 11 oder Platz 25 rangiert – es gibt 0 Punkte.So wie auch bereits im letzten Jahr bedeutet der letzte Platz nicht automatisch, dass es der unbeliebteste Song war. Und schaut man sich einerseits die Wettquoten an, andererseits die zahlreichen vor dem Wettbewerb auf Social Media Kanälen veröffentlichten Ranglisten, dann bestätigt sich, dass „Blood and Glitter“ fast überall irgendwo zwischen Platz 10 und Platz 16 platziert war. An sich kein schlechtes Ergebnis, aber dafür gibt es keine Punkte. Deutschland muss es schaffen, aus dem Mittelmaß zu kommen und das gelingt nur, wenn der NDR zusammen mit den gewählten Künstler*innen ein Gesamtkonzept entwickelt oder bereits im Vorfeld – ähnlich wie Schweden und andere skandinavische Länder – im Vorfeld genaue Kriterien für die Songs aufstellt. Oder wir gehen den Weg von Italien und Spanien – ein nationales Songfestival. Vielleicht müssen wir auch erkennen, dass der deutsche Geschmack nicht dem paneuropäischen Geschmack entspricht. Wir sollten und daran erinnern, dass beim Vorentscheid Lord of the Lost durch die internationalen Juries nur im hinteren Feld platziert war und erst durch die Zuschauer zum Sieger gekürt wurde.