183 Millionen Zuschauer verfolgten den Eurovision Song Contest 2021

Der Eurovision Song Contest 2021 ist Geschichte und damit endet für die 39 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler eine teilweise lange Vorbereitungszeit auf ihren großen Auftritt. Nun sind auch die offiziellen Zuschauerzahlen der European Broadcasting Union (EBU) veröffentlicht worden – mit positiven Entwicklungen.

Wie die EBU in der heute Mittag veröffentlichen Pressemitteilung bekanntgegeben hat, verfolgten insgesamt 183 Millionen Zuschauer die drei Shows am 18., 20. und 22. Mai aus der Ahoy-Arena in Rotterdam. Das Finale verzeichnete in den 36 TV-Märkten, die durch die von der EBU erhobenen Daten abgedeckt werden, einen im Schnitt um 4 Prozentpunkte höheren Marktanteil (40,5%) als das Finale des ESC 2019 aus Tel Aviv. Die übliche Einschaltquote der enthaltenen Sender wurde um mehr als das Doppelte übertroffen.

Große Zuwächse gab es vor allem in der jüngeren Altersgruppe. Bei den 15- bis 24-jährigen wurde ein Zuwachs von 7% zu 2019 auf 52,8 Prozentpunkte gemessen, was die normalen Senderanteile in dieser Altersgruppe um das Vierfache übertrifft.

Gerade in den sozialen Medien gab es große Zugewinne. Der offizielle ESC YouTube-Kanal verzeichnete in der Woche mit den drei Shows insgesamt 50,6 Millionen Zuschauer, ein Zuwachs von 28% im Vergleich zu 2019. 71% der dort einschaltenden Personen waren im Alter von 15 bis 34 Jahren. 14 Millionen Interaktionen konnten zudem auf Social Media generiert werden, der erst neu gegründete ESC-TikTok-Kanal alleine 4,3 Millionen. Auf Twitter wurden alleine am Abend des Finales 5 Millionen Tweets mit ESC-Bezug gepostet, in der gesamten Woche entstand dort eine Reichweite von rund 80 Millionen.

Diese Zugewinne zeigen sich auch in vielen der teilnehmenden Ländern. In Italien wurden die besten Zuschauerzahlen seit 2011, dem Jahr der Rückkehr Italiens zum ESC, verzeichnet. 4,3 Millionen Menschen verfolgten dort das Finale, was einen Marktanteil von 24,4% entspricht. In den Niederlanden wurden neue Allzeitrekorde aufgestellt mit einem Marktanteil von 78,8% für das Finale und 5,4 Millionen Zuschauern (+21% im Vergleich zu 2019). Auch in Frankreich wurden hohe Zugewinne verbucht (5,5 Millionen Zuschauer, +15% zu 2019), was die besten Einschaltzahlen der letzten zehn Jahre bescherte.

Deutschland verzeichnet wiederum das 11. Jahre infolge die höchsten Einschaltzahlen aller Länder beim Gesamtpublikum. Auch wenn die Einschaltquoten für das Finale in der ARD zurückgingen konnten 7,8 Millionen Zuschauer und ein absoluter Zugewinn von 3 Prozent (einberechnet u.a. die Zuschauerzahlen für das Finale bei ONE) erreicht werden. In Finnland wurden die besten Einschaltquoten seit dem Jahr 2003 verbucht und Island erreichte ein sensationeller Marktanteil von 99,9%.

„Wir freuen uns sehr, dass das Publikum den Eurovision Song Contest in so großer Zahl wieder aufgenommen hat und sind sehr stolz darauf, Millionen von Menschen in einer Zeit zusammengebracht zu haben, in der noch so viele voneinander getrennt sind“, sagte Martin Österdahl, der neue Executive Supervisor.

„Die überwältigend positive Resonanz auf die unglaublichen Shows von NPO, NOS und AVROTROS in diesem Jahr und der große Erfolg von Måneskin und so vielen der diesjährigen Songs zeigen, dass der Einfluss des Eurovision Song Contest selbst in seinem 65. Jahr größer ist als je zuvor“, so Österdahl.

Der Executive Producer für den diesjährigen ESC, Sietse Bakker, sagt, er sei extrem stolz auf das Team hinter dem Eurovision Song Contest 2021: „In den Credits wurden 1.624 Leute genannt. Sie haben in den letzten Wochen, Monaten, zwei Jahren sehr hart daran gearbeitet, diese unglaublichen Shows in dieser bizarren und unwirklichen Zeit zu kreieren.“ Er betonte auch das enorme Engagement aller teilnehmenden EBU-Mitglieder, um sicherzustellen, dass alle Künstler tatsächlich auf der Bühne in Rotterdam auftreten konnten.

„Dank ihres Vertrauens in unsere Organisation ist der Eurovision Song Contest wieder zurück: mit starken Auftritten live auf der Bühne und am Ende einem fantastischen Gewinner“, so schließt Sieste Bakker ab.

Findet Ihr, dass die Einschaltquoten in Europa Grund zur Freude für die Organisatoren sind und ein hohes Interesse am diesjährigen ESC repräsentieren? 


25 Kommentare

  1. Ich finde nicht, dass die Einschaltquoten in Europa Grund zur Freude für die Organisatoren sind und ein hohes Interesse am diesjährigen ESC repräsentieren. Herzlichst, Jens

    • Naja, es sind mehr Zuschauer als 2017 und 2019. und da es in beiden Jahren mehr Teilnehmerländer gab, find ich die Zahlen so gesehen schon sehr gut.. 2016 gab es zuletzt Zahlen über 200 Mio.

  2. „…YouTube-Livestreams auf dem offiziellen ESC-Kanal, ein Zuwachs von 28% im Vergleich zu 2019“ -> das wär doch eine tolle Idee für einen deutschen Vorentscheid.
    Sicher effektiver als die Prime-Time im ARD/NDR/whatever…

    • Sowas gab’s doch schon in ähnlicher Form, als das semi zum deutschen Finale auf world wide Wohnzimmer, Eurovision.de und dem Eurovision-YT-Kanal übertragen wurde.

  3. „50 Mio“ verfolgten ‚die Shows‘ über Youtube. So so. Wenn ich bei Youtube den Suchbegriff ‚esc final live stream‘ eingebe gibt es ein Ergebnis, das den Wert 12 Mio anzeigt. Second Semi Final 2021 3,5 Mio.
    2019: 13 Mio
    2017: 10 Mio.
    usw.
    Von 50 Mio nichts zu sehen…

    Seit 2017 hat die Youtubenutzung wahrscheinlich mind um 25% vllt sogar um 50% zugenommen. Unklar ist, wie der Stand 2019 oder 2017 zum gleichen Zeitpunkt nach der Show war. 10% bis 20% müsste man wohl abziehen. Nennenswerte Steigerung nicht auszumachen.

    Nachweislich, d.h. frei recherchierbar, auf „50 Mio“ kommt man auf keinen Fall. Ausserdem ist es so, das bei den angegebenen Aufrufzahlen unklar ist wie diese Zahlen von Youtube eigentlich ermittelt werden. Auf gar keinen Fall handelt es sich dabei nämlich um eine Personenzahl, die die ganze Show gesehen hat. Wahrscheinlich handelt es sich um alle Personen, die ‚mal reingeschaltet haben‘ und schon ab kurzer Verweildauer als Play gezählt wurden. Es handelt sich nicht, wie bei den TV-Zuseherzahlen um einen zeitl gemittelten Durchschnittswert….Ausserdem sind es Youtubedaten und keine unabhängig ermittelten Daten. Das sollte man auch nie vergessen. Nur unabhängig ermittelte Daten besitzen Verifizierungswert. EBU könnte auch 75 Mio schreiben…Kein Mensch könnte das verifizieren.
    Meiner Meinung nach sind die 50.8 Mio ein ’nicht richtiger Wert‘. Lüge wäre vllt übertrieben, ‚frei gedehnte Teilwahrheit‘ wohl treffender.

    • Wahrscheinlich hat die EBU hier noch die Views der einzelnen Auftritts-Videos addiert, dann dürfte das wohl hinkommen (allein der Maneskin-Auftritt hat ja weit über 40 Mio Views)

    • „Online, during the week of the Eurovision Song Contest, 50.6 million unique viewers across 234 countries watched on the official YouTube channel.“

      Anders als im ESCK-Artikel, steht im Originalartikel der EBU auch nichts von Views der 3 Shows, sondern explizit vom YT-Channel, Ein Klick hätte den Alarmzustand schon beendet.

  4. Durch das Sehverhalten des Interessanten zersplittert sich die Quote bzw. Marktanteil. Insofern können alle Beteiligten zufrieden sein. Wer weiß wie es zukünftig aussieht.

  5. 183 Mio sind im Vergleich seit 2013 einer der schwächsten Werte. Aufgrund der Pandemie hätte ich einen Wert nahe 200 Mio erwartet. Allerdings ist es wohl so, dass Jahr für Jahr immer mehr Leute den ESC online schauen und nicht mehr klassisch via TV.
    Merkwürdig auch die Ergebnisse in Deutschland. Die Semis haben für deutsche Verhältnisse sehr viele Zuschauer angezogen. Man konnte auf eine sehr hohe Finalquote hoffen. Aber die gab es dann doch nicht.

  6. Also gefühlt hat das hier jeder eingeschaltet. Ich hatte schon lange nicht mehr so viele Messages von Kollegen, Freunden, ehem. Kollegen und Freunden, wie zum ESC-Finale 2021. Alle haben diese Liveatmosphäre im TV aufgesaugt.
    Selbst meine uninteressierte Mutter hat immer wieder reingezappt…sie fand Russland und Litauen toll, mit fast 80…ich muss mir wohl Gedanken machen 🤔

  7. Mich würde auch mal interessieren, wieviele Amerikaner sich bei Peacock die Livestreams der 3 Shows und anschließend die Videos „on demand“ angesehen haben. Sicherlich mehr als die 40.000, die beim LGBTQ Sender „LogoTV“ in den Jahren 2017/2018 eingeschaltet haben.

    • Naja, Peacock ist ja auch noch eher neu und im Aufbau. Und alles was hinter einer Bezahlschranke wird um so mehr nur von Fans angesteuert – in diesem Fall Fans mit laufenden Abo.

      Aber wie dem auch sei. In den Staaten bedeuten Zuschauerzahlen eh immer viel mehr, da die Werbewirtschaft für jeden Werbekontakt ganz anders bezahlt (da können auch TV-Sendungen mit weniger als 100.000 Zuschauern sehr profitabel sein.
      Was ein Streamingservice wie Peacock natürlich als „gut“ ansieht ist natürlich eine andere Frage.

  8. „14 Millionen Impressionen konnten zudem auf Social Media generiert werden“

    Was bitte versteht man denn unter einer ‚Impression‘?

      • Müssten es dann nicht deutlich mehr als 14 Millionen Impressionen sein? Denn im Text heißt es außerdem: „Etwa 50,6 Millionen Zuschauer verfolgten die Shows aus Rotterdam über die YouTube-Livestreams auf dem offiziellen ESC-Kanal“ Wie passt das mit den 14 Millionen Impressionen zusammen? Ich generiere bei einem Aufruf des Youtube-Streams doch auch mindestens eine Impression.

      • Ok, das stimmt. („… konnten zudem auf …“)

        Benny, kannst du sagen wieviele ‚Impressionen‘ ESC kompakt am ESC Finalabend generiert hat?

    • Eine Impression ist die Darstellung eines Inhalts in Timelines von User-Channels. Klicks lösen Impressionen aber nur relativ selten bzw sehr selten aus. 100: 1 bis 10: 1 je nachdem wie reisserisch die Überschrift, oder wie interessant ein Foto/Video erscheint.
      Eine Impression bedeutet aber, dass ein anclickbarer Inhalt im sichtbaren Bereich einem User angezeigt wurde und somit wahrscheinlichh von ihm auch optisch registriert worden ist. Ob ein schnelles Durchscrollen eine meldenswerte Interaktion darstellt möchte ich bezweifeln.

  9. Die EBU gibt seit Jahren unseriöse Zahlen raus. 183 Millionen sind es ja (höchstens) wenn man alle Shows zusammenzählt und dann davon ausgeht, dass jede:r nur eine der Shows gesehen hat. Das wäre so wie wenn DSDS die Quoten aller Mottoshows zusammenzählt.
    Wieso werden nicht die Zahlen für die Halbfinals und Finale einzeln rausgegeben und dann transparent aufgesplittet nach Ländern? Wenn Deutschland mit 7,X Millionen Zuschauern beim Finale das Land mit den meisten Zuschauern ist, dann bezweifel ich, dass beim Finale überhaupt mehr als 100 Millionen zugeschaut haben.
    Das ist doch alles Augenwischerei.

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