America goes Eurovision: Film kommt 2020, Contest ist für 2021 geplant

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Der Eurovision Song Contest soll nun auch in Amerika durchstarten: Während hinter den Kulissen mit Hochdruck am amerikanischen Ableger des Eurovision Song Contest gearbeitet wird (dieser soll laut letzter Aussage von ESC-Executive Supervisor Jon Ola Sand schon 2021 debütieren), erhalten wir seit ein paar Wochen immer mehr Informationen zum „Eurovision“-Film, der derzeit in Island und Großbritannien gedreht wird.

Eigentlich ist es verwunderlich, dass es bisher noch keinen Film über den Eurovision Song Contest gibt. Keine Show (einzelne Sportveranstaltungen mal ausgenommen) versammelt weltweit mehr Zuschauer vor dem Fernseher und den Streamingportalen, bietet Ruhm, Emotionen, Spannung, Trash, aufwendige Auftritte, Jubel und Tränen.

Dank seiner Frau, der schwedischen Schauspielerin Viveca Paulin, ist der amerikanische Schauspieler und Comedian Will Ferrell seit 1999 ein Fan des Eurovision Song Contest. Zusammen mit seinem langjährigen „Saturday Night Life“-Kollegen Andrew Steele schrieb er nun das Script zu „Eurovision“ – eine Komödie angesiedelt im Umfeld des ESC. Zur Recherche zog es den 52-jährigen Ferrell 2018 zum Contest nach Lissabon, wo er hinter den Kulissen auch einige Teilnehmer interviewte.

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„Eurovision“ nimmt seitdem immer mehr Gestalt an – als Regisseur wurde David Dobkin (verantwortlich auch für den Film „Wedding Crashers“, der allein in Amerika über 200 Millionen Dollar einspielte) verpflichtet. Neben Will Ferrell konnten unter anderem Pierce Brosnan, Rachel McAdams (die beim ESC in Tel Aviv gesichtet wurde), die Sängerin Demi LovatoDan Stevens von „Downton Abbey“ und der Game of Thrones-Star Jóhannes Haukur Jóhannesson (der dieses Jahr in lässiger Trainingsanzug-Optik die isländischen Jurypunkte verlas) als Schauspieler gewonnen werden.

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Produziert und veröffentlicht wird der Film von Netflix, die schon den diesjährigen, sowie den kommenden ESC (samt beiden Halbfinals) im Nachgang für die amerikanischen Fans „on demand“ bereitstellt, da der amerikanische Spartensender Logo TV den ESC nicht mehr live überträgt.

Worum geht’s?
In „Eurovision“ spielt Will Ferrell den isländischen Musiker Lars Ericksson, der für Island am ESC teilnimmt. James Bond-Darsteller Pierce Brosnan verkörpert den Vater von Lars und gleichzeitig den „schönsten Mann Islands“, während Rachel McAdams die aufstrebende Musikerin Sigrit Ericksdottir mimt, mit der Lars im Duett singt. Die beiden haben so die Chance zu beweisen, dass es sich lohnt für Träume zu kämpfen.

Veröffentlicht wird der Film voraussichtlich im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2020, es gibt aber derzeit noch keinen genauen Termin für die Veröffentlichung und auch keinen Trailer zu dem Film.

Was können und müssen wir von „Eurovision“ erwarten?
Leider steht Will Ferrell wie kaum ein anderer amerikanischer Schauspieler für meist trashigen Humor. Nur selten loben Kritiker Filme, in denen er mitspielt, nur selten werden seine Filme bei uns so richtig erfolgreich. Eine der rühmlichen Ausnahmen war allerdings das schon angesprochene „Wedding Crashers“, in dem Rachel McAdams übrigens ebenfalls mitspielte. Es besteht also die kleine Hoffnung, das „Eurovision“ nicht nur mit brachialem Humor punkten will, sondern diese Art von Humor zumindest liebevoll verpackt wird.

Da der Film hauptsächlich wohl für den amerikanischen Markt gedreht wird (und die Amerikaner in der Masse den ESC nicht kennen), dürfte gesetzt sein, dass wir die ein oder andere Hommage an ESC-Auftritten der Vergangenheit sehen werden. Bekräftigt wird diese Vermutung, da schon bekannt ist, dass der Schauspieler Dan Stevens den russischen Teilnehmer spielen wird. Es darf also schon mal losgeraten werden, welche ESC-Auftritte in dem Film auftauchen werden.

Spannend dürfte ebenso sein, ob der Film dem ESC und seinem Start des amerikanischen Ablegers hilft oder eher schadet. Was denkt Ihr, freut Ihr Euch auf den „Eurovision“-Film und was erwartet ihr von der amerikanischen Version des Eurovision Song Contest?



13 Kommentare

  1. Auf den Film mit diesem elenden Possenreißer Ferrell kann ich gerne verzichten. Keiner seiner Komödien ist lustig. Es gibt soviele gute Comedians in Amerika, ausgerechnet den schlechtesten haben sie sich für ihren Film ausgesucht. Damit ist der Film schon mal für mich gestorben. Nee. Mal ne Frage: Was sich die EBU nicht zu schade für so einen Mist das Okay zu geben? Auch die amerikanische Variante vom ESC ist sowas von unnötig.

    • Niemand hat sich Will Ferrell ausgesucht, Will Ferrell selbst hat sich den ESC als Thema ausgesucht – Netflix kam er5st später hinzu. Und die EBU hat sich zumindest nicht quergestellt – bisher gibt es aber keine Informationen, in wie weit sie im Schaffensprozess involviert sind.

  2. Das kann nur besser werden als der diesjährige ESC. Mein einziges Hightlight war die VE-Saison. Ich hatte aber bisher gedacht, dass es im Film nicht tatsächlich um den ESC geht, sondern dass man dafür eine Show sozusagen erfindet um nicht mit dem Originalnamen hantieren zu müssen.

    • Da der Film laut aktuellen Informationen „Eurovision“ heißen soll und zudem die Verbindung nahe liegt, dass Netflix den ESC 2019 und 2020 zum Streaming anbietet um Promo für den Film zu machen, kann man derzeit davon ausgehen, dass auch im Film mindestens eine Nähe zum Eurovision Song Contest hergestellt werden wird.

      Wie das genau aussehen wird und wie der Contest im Film genau heißt, da schweigen die Macher allerdings noch und sicher wird die EBU da auch noch ein Wörtchen mitzureden haben.

      • Warum sollte es einen US-amerikanischen Ableger eines europäischen Contests geben? Damit sie selber bald Teil vom richtigen ESC werden?

        Der Eurovision Song Contest ist weit mehr als nur ein Gesangswettbewerb. Er ist entstanden aus der europäischen Geschichte, er steht für Frieden und Zusammenhalt in Europa. Und deswegen ist es nicht richtig, nicht-europäische Länder wie die USA dahinzuführen, selbst Teil von etwas zu werden, mit dem sie gar nichts zu tun haben. Der EUROvision Song Contest sollte bitte europäisch bleiben!
        Und da braucht es auch keinen lächerlichen Netflix-Film, um sich über dieses Ereignis lustig zu machen!!

  3. Eigentlich sollte ich mich freuen, schließlich sind Filme und das Kino, neben dem ESC, meine große Leidenschaft, aber auf diesen Film kann ich gut verzichten. Nicht nur dass ich Will Farrell wahnsinnig unlustig finde und er auch aus meiner Sicht noch keinen guten Film gemacht hat, kann ich mich auch mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass dieser Film aus Amerika kommt. Ich finde die „Berichterstattung“ in den dortigen Shows weder lustig noch kann man sie als Satire bezeichnen. Sie sind einfach nur extrem respektlos der Veranstaltung, den Teilnehmern und Europa gegenüber. Darauf kann ich gut verzichten, so mal die Handlung so schon banal und wenig gut wirkt. (Schade nur um McAdams) Vielleicht wird der Film was und ich verurteile ihn zu Unrecht im Vorfeld, aber ich habe ein ganz mieser Gefühl dabei.
    Obwohl ich ja schon seit langem die Idee eines Filmes in Form von, man veranstaltet einen fiktionalen ESC mit Künstlern aus allen Ländern und vermittelt so den Gedanken und die Intention des ESC, als interessant empfinde.

    Und wie läuft diese Amerika Version ab? Treten dort dann die Bundestaaten gegeneinander an ?

  4. Immerhin ist Demi Lovato dabei 😍

    Ich fände einen USA-Contest, mit allen Bundesstaaten tatsächlich SEHR nice ^^ Wäre aber vermutlich eine Menge Country-Musik dabei, ist bei The Voice USA auch immer so, zumindest mit Blake Shelton xD Dafür ist Kelly Clarkson dabei, ich LIEBE Kelly 😊

  5. Ich bin ein wirklich großer Ferrell-Fan aus seiner Zeit bei SNL – als Comedy-Schauspieler ist er für mich unstrittig ein ganz, ganz Großer.

    Allerdings ist sein Humor schon ein sehr spezieller und dieser hat einige der schlechtesten Filme der letzten Jahre hervorgebracht. Feingliedriger Humor kam da ohnehin nicht viel vor, die lustigsten waren für mich noch Old School und Elf falls einer nach Anspieltipps sucht.

    Entsprechend bin ich sehr zweigeteilt bei der Frage nach Vorfreude oder ängstlichen Befürchtungen.
    Letztlich ist der Film aber höchstens ein Startschuss für eine weitere Verbreitung des ESC in den USA. Geht es gut, wird der ESC bekannter und der mögliche ASC ein Erfolg. Wenn nicht, dann nicht.

    Am Erfolg des ESC in Europa kann keine amerikanische Meinung etwas ändern. Und wenn ich mir diese (geringe) Fallhöhe anschaue, kann man auch das Risiko eingehen, den ESC in die Hände von Will Ferrell geben.

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