Christian Blenker ist ab dem 1. Dezember nicht mehr ARD-Teamchef Eurovision Song Contest im NDR

Bild: NDR/Christine Raczka

Der NDR Verwaltungsrat hat heute getagt – und damit auch die personellen Weichen für den deutschen ESC gestellt. Denn Christian Blenker (45, Aufmacherfoto) wird zum 1. Dezember 2020 ARD-Fernsehkorrespondent und Studioleiter in Stockholm. Wie der NDR gegenüber ESC kompakt bestätigte, endet damit auch seine Aufgabe als ARD-Teamchef „Eurovision Song Contest“ im NDR.

Unklar ist bisher noch, wie genau der NDR die aktuelle ESC-Saison personell begleiten will. Bereits am 24. September wurde bekannt, dass ARD Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber Geschäftsführer der ARD Degeto wird (und dort wohl wieder mit dem deutschen Ex-Head-of-Delegation Christoph Pellender zusammenarbeiten wird). Diese Tätigkeit nimmt Schreiber am 1. Mai 2021 auf – und damit mehr als zwei Wochen vor dem ESC in Rotterdam.

Von links nach rechts: Thomas Schreiber, Ben Dolic, Christian Blenker

Blenker war am 10. Februar diesen Jahres als „ARD-Teamchef für den ESC“ benannt worden. Diese neu geschaffene Position besetzte er, nachdem er nach dem Ende der NDR-Führung von Lutz Marmor die Leitung der Intendanz verlassen musste. Im Rahmen der Teamleitung sollte er „die redaktionelle Gesamtverantwortung“ für den ESC „innerhalb der ARD und des NDR“ übernehmen und den ESC nach vorne bringen.

So sich Alexandra Wolfslast nicht noch ein neues Betätigungsfeld sucht, ist sie damit ab dem 1. Mai 2021 die einzige verbliebene ESC-Führungsfigur des bisherigen NDR-Trios. Wie wir bereits am 5. Dezember 2019 gemeldet hatten, wurde sie nach dem Weggang von Christoph Pellander die neue Head of Delegation beim ESC. Sie hat damit beste Voraussetzungen, die Präsenz Deutschlands beim ESC in den nächsten Jahren entscheidend zu prägen.

Christina Blenker und Alexandra Wolfslast im ESC-Interview mit Alina Stiegler 

Christian Blenker stammt aus Rüsselsheim. Er studierte Politik, Literatur und Geschichte in Mainz, Bonn und Toulouse. Nach seinem Volontariat beim HR arbeitete er als Moderator und Redakteur im Radio und kam 2007 als Fernsehreporter für die tagesschau zum NDR. Er übernahm mehrere Studiovertretungen in Washington, Tokio und Stockholm. Von 2016 bis 2020 war er Leiter der NDR Intendanz und ist zurzeit ARD-Teamchef „Eurovision Song Contest“ im NDR. Als ARD-Fernsehkorrespondent und Studioleiter in Stockholm folgt auf Christian Stichler, der zum NDR nach Hamburg zurückkehren wird.

Über dieses Thema haben wir auch in unserem ESC kompakt LIVE auf YouTube gesprochen:


18 Kommentare

  1. Hab mich sowieso gefragt warum diese Stelle überhaupt geschaffen wurde, anscheinend hatte der NDR etwas Geld aus dem Etat übrig. Es ging 64 Jahre ohne Teamchef, ist also definitiv (zumindest auf die Stelle selbst bezogen) kein großer Verlust.

    • Der NDR ist eine öffentliche Einrichtung (Behörde) mit Beamte bzw. öffentliche Angestellte. Da gibt es immer mal Stühlerücken. Da wird nicht einfach so entlassen wie es bei der freien Wirtschaft üblich ist, da werden Stellen nach gut Dünken (neu) geschaffen. Alles schön auf Kosten der Steuer- und Gebührenzahler.

      • Nein die Sender der ARD sind keine Behörden, sondern öffentlichrechtliche Körperschaften, genauer gesagt Anstalt des öffentlichen Rechts. Diese ist in der Privatwirtschaft mit einem Unternehmen vergleichbar, entsprechend ist es von oben nach unten hierarchisch gegliedert. Oben sitzt der Aufsichtsrat bzw. Verwaltungsrat, der ja nach Landesrundfunktgesetz aus Vertretern von Politik und Verbänden zusammen gesetzt ist. Über die Gebühren können die Sender nicht bestimmen, das macht deren Aufsichtsgremium, die Politik.
        Wenn also eine neue Stelle geschaffen wird, dann kostet uns das kein Pfennig mehr.
        Der Großteil der ESC-Stellen beim NDR sind ja keine Fulltime.Jobs, sondern werden von Menschen gemacht, die noch eine wichtiger Aufgabe haben.

  2. Vielleicht wird somit der Komplettrückzug des NDR vom ESC vorbereitet und in der nächsten Saison übernimmt ein anderer Sender der ARD den ESC. Oder Deutschland zieht sich komplett vom ESC zurück.

      • Ich stimme Benny zu.
        Warten wir es doch erstmal ab was passiert.

        Meiner Meinung nach, kann es sich die EBU nicht erlauben/leisten, dass sich der größter Einzahler (Deutschland durch die ARD-Sender und dem ZDF) sich vom ESC zurückzieht.

    • @esc05

      Warum sollte sich Deutschland bzw. die ARD vom ESC zurückziehen? Die Show ist immerhin eins der Zugpferde, und generiert immer noch sehr ordentliche Einschaltquoten (zumindest das Finale).

      • @Nilsilaus
        Für den ESC müssen meines Wissens nach die Sender nichts extra zahlen. Jedenfalls nicht mehr, als was der Sendeplatz sowieso kosten würde. Das mit dem Geldgeber wird hier in D. gern behauptet, die Big-5 wurden aber vor allem deswegen gebildet, weil man eher 200 000 als 100 000 Zuschauer haben will und deswegen die großen Länder bevorziot weil dort 30000+ Zuschauer gibt.
        UNd natürlich gäbe es dann noch einen Haufen anderer Sender, die den ESC nach dem Ausstieg des NDR machen würden,

      • Doch, es gibt eine Teilnahmegebühr, die sich auch von Sender zu Sender bzw. Land zu Land unterscheidet:

        „contributions from the Participating Broadcasters (the so-called participation fee), adding up to €6.2 million combined. This fee is different for each country based on the solidarity principle that the strongest shoulders carry the most weight. It is at the sole discretion of each Participating Broadcaster to decide if they wish to make public the financial details of their participation“

        https://eurovision.tv/about/faq/

  3. Das ging jetzt aber schnell. Ist das normal? Gab es vielleicht Zoff hinter den Kulissen? Wenn man so einen Job antritt, macht man den doch wenigstens ein paar Jahre, oder? Vielleicht kann man sich auf die Stelle ja bewerben. Könnte das nicht mal ein echter ESC-Fan übernehmen? Ich würde es auch umsonst machen!

  4. Und jetzt bitte alle aufzeigen, die nicht davon ausgingen, dass der ESC-Posten für Blenker nur eine Zwischenstation ist…

    Die JESC-Zusammenarbeit könnte Übergänge schaffen…*Just saying…*

  5. Da sich Herr Blenker in der kurzen Zeit abgesehen von ein wenig Q&A-Geplänkel kaum profilieren konnte, kann ich seinen jähen Abgang weder als Verlust noch als Gewinn empfinden.
    Momentan steht sowieso alles im Schatten der verdammten Corona-Krise, d.h. bis zu deren Ende hege ich ohnehin wenig Hoffnung auf großartige ESC-Innovationen …

  6. Ob sich da jemand neues finden wird oder macht Alexandra Wolflast das nun alleine?
    Hoffentlich ist ihre erste Amtstätigkeit, die Schublade von Thomas Schreiber mit einem Brecheisen aufzubrechen und den darin eingelagerten Song zu vernichten.
    Vielleicht ist es echt eine Chance für einen Neuanfang.

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