Das deutsche Finale 2024: Die Ergebnisse von Jury- und Televoting bei der Vorentscheidung im Detail

Bild: NDR/Claudia Timmann

In der Nacht zum Samstag gewann ISAAK (Aufmacherbild) mit „Always on the Run“ die ESC-Vorentscheidung „Das deutsche Finale 2024“. Dabei holte er sowohl beim Jury- als auch beim Televoting die höchste Punktzahl. Die internationalen Jurys waren sich aber gar nicht so einig: Bei acht Jurys gab es sechs unterschiedliche Spitzenreiter. Hier die Ergebnisse der Abstimmung im Detail.

Nachdem alle neun Acts von „Das deutsche Finale 2024“ ihre Beiträge präsentiert hatten, gaben die insgesamt acht internationalen Jurys ihre Punkte nach Berlin-Adlershof durch. Sie hatten bereits am Vorabend bei der Generalprobe die Auftritte gesehen und auf dieser Basis gewertet. Pro Land waren fünf Musik-Professionals in einer Jury. Die Jury-Sprecher/innen waren (in der Reihenfolge der Punktvergabe):

  • Schweiz: Luca Hänni
  • Kroatien: Anja Cerar
  • Spanien: Álvaro Soler
  • Litauen: Ieva Narkutė
  • Großbritannien: Katrina Leskanich
  • Island: Rúnar Freyr Gíslason
  • Österreich: Cesár Sampson
  • Schweden: Lina Hedlund
Screenshot: Das deutsche Finale 2024 / ARD

Die ersten zwölf Punkte einer Jury, die für die Schweiz von Luca Hänni vergeben wurden, gingen an Ryk mit „Oh Boy“. Die nächsten zwölf Punkte gingen an Bodine Monet. Danach gab es von Álvaro Soler zwölf Punkte aus Spanien an Marie Reim. Es folgten zwölf Punkte aus Litauen für Max Mutzke. Und erst mit der fünften internationalen Jury gab es dann auch mal die Douze Points für den späteren Sieger ISAAK.

Auch GALANT konnten sich einmal über zwölf Punkte freuen – und zwar aus Island. ISAAK bekam insgesamt zwei Zwölf-Punkte-Wertungen (Großbritannien und Österreich) und zweimal zehn Punkte (Schweiz und Schweden). Seine niedrigste Wertung waren sechs Punkte aus Kroatien, damit punktete er am konstantesten von allen Teilnehmer/innen durchgängig hoch, war in Bezug auf die Höchstwertungen aber nicht uneingeschränkter Jury-Sieger. Am Ende hatte er mit 74 Punkten 19 Punkte Vorsprung auf Max Mutzke auf Rang 2.

Die Umrechnung der Jury-Punkte in das ESC-Schema von 1-12 (hier allerdings ohne die 7, weil nur neun Beiträge im Rennen waren) zeigte dann ein mögliches Problem: Aus 19 Punkten Vorsprung von ISAAK auf Max wurden zwei; aus dem Punktgleichstand von Max und Bodine Monet wurden zwei Punkte Differenz. Die nur knapp dahinterliegenden GALANT und Ryk wurden so noch mehr abgewertet.

Anschließend wurden dann die Punkte aus dem Televoting vorgetragen – allerdings nur in der Form von 1 bis 12 Punkten. ESC kompakt hat die genauen Abstimmungszahlen beim NDR angefragt.

Obwohl – oder gerade weil – Barbara Schöneberger die deutsche Vorentscheidung bereits zum achten Mal moderierte, wich sie bei der Bekanntgabe der höchsten und zweithöchsten Publikumswertung vom eigentlichen Plan ab. Das führte dann offenbar auch dazu, dass die Regie es nicht mehr für nötig hielt, das gesamte Ergebnis aus Publikums- und Televoting einzublenden. Nach dem Screenshot unten verliert sich das Endergebnis der TV-Show im auditiven Bereich – und den Nebeln von NorwegenAdlershof und der Produktionsfirma Bildergarten.

Screenshot: Das deutsche Finale 2024

Das Endergebnis sieht damit folgendermaßen aus (siehe Grafik unten). Da Floryan mehr Televotingstimmen erhielt als Leona, wurde er trotz Gleichstand mit je drei Punkten auf Rang 8 gesetzt und Leona auf Platz 9.

Wie bewertest Du das Abstimmungsergebnis der internationalen Jurys? Und wie findest Du die Umrechnung der beiden Votinggruppen in das ESC-Schema? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da. 



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272 Comments
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Ulrich
Ulrich
2 Jahre zuvor

Ich habe heute, während der Sonntags-Schicht meiner Arbeitskollegin den Sieger und den Favoriten vorgespielt.

Reaktion:
Ryk – großartig, der hätte was gerissen, ich heul jetzt, wieso hat der nicht gewonnen – seid Ihr irre (Sie kommt NIE zu meinen ESC-Parties aber nu hat se ma recht, ne?!)

Isaak – eher langweilig, laut ist nicht gleich gute Stimme, performance/outfit mmmpf – aber ich mag den Nagellack.

Ich: Jau, den zumindest mag ich auch…

Alle besten Wünsche an Isaak. Viel Spaß und Erfolg in Malmö. Ganz ehrlich gemeint! Warst halt nicht mein Liebling
.
So isses

AndiTR
AndiTR
2 Jahre zuvor
Reply to  Ulrich

So Reaktionen bekam ich auch von drei Freunden, die außer dem ESC Finale gucken, nichts mit ESC am Hut haben.

Teufelchen
Teufelchen
2 Jahre zuvor

Die Jurys verhindern, dass Deutschland eine Chance beim ESC hat. Blödsinnig war die Umrechnung der Punkte und die offene Leitung während der Jury Punkte Vergabe.

NDR / Bildergarten haben das in diesen Jahr besonders schlecht gemacht.

Tombär
Tombär
2 Jahre zuvor
Reply to  Teufelchen

Die Leitungen hätten vor dem Juryvoting geschlossen werden müssen. Habe mich echt darüber gewundert, weil das Beeinflussung der Televoter war. Ab da an ging es für viele nur noch drum, für die beiden Ersten anzurufen, bzw. Max zu verhindern. Für die übrigen hat dann wahrscheinlich kaum noch jemand angerufen, weil man keine Chance mehr sah.

Con
Con
2 Jahre zuvor
Reply to  Tombär

Man kann dann aber auch sagen, dass es positiv war, da wir sonst Max gehabt hätten (Max ist toll, nur das Lied war lahm)

BleckLuther
BleckLuther
2 Jahre zuvor

Wer auch immer in der spanischen Jury (vermutlich aus Mallorca) das Sagen hatte, es ging hier einzig und alleine darum Ryk als vermuteten großen Konkurrenten der Schlager-Fraktion zu schaden. Und zusammen mit dem Umstand, das Televote auch während und nach dem Juryvoting laufen zu lassen, war das der Genickbruch für Oh Boy. Schade wenn so etwas zugelassen wird, ich hoffe (aber bezweifle) es war dem NDR eine Lehre

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  BleckLuther

Weil man Ryk als großen Konkurrenten für den spanischen Schlager sah, hat man aus taktischen Gründen den deutschen Schlager gewählt?
Die Verschwörungstheorien werden aber schon ganz schön wild hier.

Wäre die Theorie, dass man in Spanien einfach gerne Schlager hört nicht viel plausibler?
Natürlich ist das naheliegende, aber leider auch weniger spektakulär.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  BleckLuther

Der Genickbruch für Ryk war, dass das Lied einfach keine Melodie hatte und so ein Gewinsel außerhalb der ESC-Bubble niemanden interessiert. Sorry, aber irgendwer muss es ja mal sagen…

HEINZ D
HEINZ D
2 Jahre zuvor
Reply to  Christian W

genau!!!!

Aufrechtgehn
Aufrechtgehn
2 Jahre zuvor

Die Juryabstimmung war mal wieder ein Beleg dafür, wie willkürlich (und damit wenig aussagekräftig) Juryergebnisse nun mal sind, weil sie immer ein Zufallsergebnis sind. Würde ich fünf andere Menschen fragen, als diejenigen, die gerade in jener Jury saßen, bekäme ich ein völlig anderes Ergebnis. Gehört schlichtweg gestrichen.

Noch größerer Schwachsinn war die Umrechnung der Ergebnisse in das 12-Punkte-Schema. Das wurde im Artikel ja bereits hinreichend beleuchtet. Ich vermute mal, dass der NDR das in Reaktion auf „Ein Lied mit gutem Text“ eingeführt hat, bin mir aber nicht sicher, wer diesmal verhindert werden sollte. Jedenfalls kennt man diese Methode bislang ja eher aus Ländern wie Moldawien, wo der Sender die Ergebnisse mit Hilfe der Jury direkt kontrollieren möchte.

Ein Skandal hingegen, dass die prozentualen Televoting-Ergebnisse (noch) nicht veröffentlicht wurden, ich hoffe sehr, dass die ESC-kompakt-Anfrage da Licht in die Dunkelheit bringt.

So oder so ist aber am Endergebnis nichts zu rütteln: offensichtlich hat Isaak beide Abstimmungen gewonnen und ist der berechtigte Sieger. Diese Underdog-Geschichte bzw. der „ehrliche Musiker“ ziehen bei uns halt leider immer wieder. Gut, dann schicken wir halt unseren deutschen Michael Rice zum ESC. Aber es beklage sich bitte keiner, wenn wir damit wieder zu Recht den letzten Platz einfahren…

Thomas O.
Thomas O.
2 Jahre zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Die gestrige Show hatte leider nur letzte Plätze zu bieten
„Potenziell kann Beitrag xy aber mehr“ nutzt nix, das kann man diesmal dem deutschen Televote-Michel nicht vorwerfen, auch nicht der internationalen Jury

Mareike Kaa
Mareike Kaa
2 Jahre zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Haha, ich habe es tatsächlich als „unseren deutschen Michel Rice“ gelesen. 🙂

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Das ist ja auch nur eine Mär, dass Juryergebnisse willkürlich sind, wenn dort Musikexperten sitzen. Natürlich geht das durcheinander und der Vorwurf mag im Einzelnen vielleicht stimmen. Am Ende dürfte sich aber stets die gleiche Tendenz herausbilden. So funktioniert es ja beim ESC letzten Endes auch. Anders: Floryan wird bei Musikexperten nie gegen Max Mutzke gewinnen.

Davon abgesehen, gab es ja keine Alternative. Der Rest hätte ähnlich abgeschnitten. Auch der völlig überbewertete und substanzlos gehypte Ryk wäre über Platz 24 nicht hinausgekommen.

Lisa
Lisa
2 Jahre zuvor

Internationale Juries gehören abgeschafft. Die veranstalten in so ziemlich jedem VE nur Mist und warum? Weil sie der Konkurrenz schaden wollen (das zumindest denke ich). Dann lieber eine nationale Jury + Televoting.

Aber abgesehen davon verstehe ich auch nach wie vor nicht, wieso man nicht an dem Votingsystem vom letzten Jahr festgehalten hat. Neeeeeee, lieber wieder alles umwerfen, obwohl man ja Konstanz reinbringen wollte 🤡

Sherli
Sherli
2 Jahre zuvor
Reply to  Lisa

Das glaube ich nicht. Mit dieser Logik wäre der eindeutige internationale Favorit Florian. Wen man für am besten hält, dem gibt man dann nur 1 Punkt, damit er nicht nach Malmö fährt. Und deswegen auch eindeutig, weil er wirklich aus jedem Land 1 Punkt bekommen hat. Und mit dieser Logik hätten auch die nationale und die internationale Bewertung total abweichen müssen, aber sie waren sich sogar ganz einig.

Unabhängig davon kann dieser Auswahl an nationalen Jurys natürlich Willkür und Zufall nicht ganz abgesprochen werden. Es war zum Teil aber auch durchschaubar. Bevor der erste Punkt von Spanien verkündet wurde, habe ich schon gesagt, naja, aus Ballermann-Hausen ist doch klar, dass 12 Punkte an Marie Reim gehen (was ich ihr nicht missgönne …)

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Lisa

Sorry, aber das ist nationalistischer Blödsinn. Warum hat Schweden dann mit internationalen Jurys in der Vorentscheidung seit 2012 dreimal gewonnen?

Morph
Morph
2 Jahre zuvor

Das mit der Umrechnung auf die maximal 12 Punkte beim Jury Voting war irgendwie nicht so toll. Das hat den Abstand ab Platz 3 zu stark verfälscht, bzw. zu groß wirken lassen. Ob das am Ende aber ausschlaggebend war, so dass man ISAAK und Max mit Anrufen noch hätte verdrängen können, kann man so nicht wirklich sagen. Persönlich würde ich das System nächstes Jahr trotzdem wieder ändern.

Ali
Ali
2 Jahre zuvor
Reply to  Morph

Nein, war es nicht. Ich habe nachgerechnet und nur Bodine/Galant und Leona/Floryan hätten Plätze gewechselt.

ISAAK 158
Max 138
Ryk 126
Galant 92
Bodine 92 (da weniger Televotepunkte, die Arme hat’s irgendwie in jeder Version so erwischt)
Marie 90
Ninetynine 51
Leona 49
Floryan 21

Joey
Joey
2 Jahre zuvor

Tja, ich sags ehrlich: ich hätte gern detaillierte Televote Ergebnis vom Ende UND vom letzten Zeitpunkt vor den Jury Punkten.

Wenn an der ganzen „die Jury Punkte haben den Televote beeinflusst“ Sache nix dran ist, können wir das alle fröhlich begraben. Das wäre mir auch lieber. Aktuell hab ich da Zweifel, hätte aber auch gern Unrecht.

Und wer in einigen dieser Juries saß, würde mich auch mal interessieren 🙃

AndiTR
AndiTR
2 Jahre zuvor

Er bringt es auf den Punkt

https://m.youtube.com/watch?v=GalL3kNSrDM

dirtsa
dirtsa
2 Jahre zuvor
Reply to  AndiTR

Pliet Schnack, ja ich liebe seine „NDR es reicht“ – Videos!
Der Mann bringt es echt auf den Punkt, besonders im Electric-Callboy-Jahr sprach mir sein Video voll aus dem Herzen!
Schade nur, dass es überhaupt einen Anlaß zu solchen Videos gibt!

mauve
mauve
2 Jahre zuvor
Reply to  AndiTR

Vor allem die Stelle, wo die Punkte in Prozente umgerechnet werden, schockiert einen dann doch. Dadurch haben vor allem Bodine und Ryk verloren. Ich kenne alle seine „Es reicht“-Videos. NDR sollte sie mal anschauen, damit sie erkennen, was sie alles verbockt haben.

UweB
UweB
2 Jahre zuvor
Reply to  AndiTR

Oh ja, James Newman 2021 UK – daran musste ich dann vorhin auch denken. Alles doch gewisse Parallelen.
Drücke Isaak die Daumen, dass es für ihn besser laufen wird. Schätze aber selbst, es wird nicht mehr als höchstens 22 drin sein.

Bonello
Bonello
2 Jahre zuvor
Reply to  AndiTR

Sehr gutes Video 👏

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
2 Jahre zuvor

Ich glaube, die „Wettbewerbsverzerrung“ wird größer gemacht als sie eigentlich ist. Ob die Umrechnung in 1-bis-12-Schema große Auswirkungen gehabt hat, muss man mal schauen, sobald die Televotes veröffentlicht sind. Spannung hat es natürlich herausgenommen, aber ergebnistechnisch würde sich wahrscheinlich kaum etwas verändern.

Und das mit dem Anrufen nach der Jury-Verkündung, mag sein, dass es am Ende den Unterschied ausgemacht hat, ob wir Max oder Isaak bekommen haben, wenn es – wie kolportiert – zwischen den beiden knapp war. Wettbewerbsfähige ESC-Songs sind beides nicht wirklich und gut bei Stimme sind auch beide.

Zudem nehme ich an, dass der Großteil der Stimmen in den ersten Minuten nach Öffnen des Televotingfensters eingeht. Welchen Sinn macht es für den Otto-Normal-Zuschauer mit dem Anrufen zu warten? Oder auch für den Fan? Da können nur Leute abgestimmt haben, die erst später zugeschaltet oder die tatsächlich taktisch das Jury-Voting abgewartet haben.

KatzenFan
Mitglied
KatzenFan
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Naja das Televoting lief zu den Zeitpunkt ja noch. Wenn mein Favorit dann bereits auf den letzten Plätzen ist schwitche ich vielleicht zu meinen second best pick. Das ist hier wahrscheinlich auch passiert als manche gesehen haben das es zwischen Isaak und Matz Mutzke entschieden wird.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
2 Jahre zuvor
Reply to  KatzenFan

Du kannst aber nur wechseln, wenn du noch nicht alle Anrufe verbraucht hast.

dirtsa
dirtsa
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Viele Leute haben mehrere Telefone zu Hause. Festnetz und Handy oder das Handy eines nicht interessierten Mitbewohner.
Also bis ich meine 40 Anrufe getätigt hatte war schon ein bischen Zeit vergangen!
Und nicht jeder plant von vornherein mehrfach anzurufen, tut es dann aber vielleicht doch aufgrund der Situation!

eurohawk
eurohawk
2 Jahre zuvor
Reply to  dirtsa

Willst du damit sagen, dass die objektiv votenden 🐰🐰🐰 zu dem Zeitpunkts schon alle icre Stimmen. Ergeben hatten?? 🤔

Böörti01
Böörti01
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Von den damals von Herrn Schreiber in Auftrag gegebenen Medienforschungen wissen wir, dass der Anteil der Televotes von Heavy Usern, die größteils der Fanszene zuzuschreiben sind, in Deutschland groß war. (Das war damals für die ESC-Shows erhoben. Bin mir nicht mehr sicher, ob auch für Vorentscheide. Meine auch. Dürfte jetzt aber wahrscheinlich zumindest eh nicht ganz anders sein).

Das sind diejenigen, die auch das System vor dem Hintergrund der noch realistischen Ausgänge durchschauen. Nichts schien mir in dieser Gruppe diesmal so Konsens wie „bitte zumindest kein Max“ zu sein (ich gehörte nicht dazu), sodass ich durchaus dann auch ein Anti-Max-Voting nach Fesstehen des Juryergebnisses vermuten würde – gepaart mit den Otto-Normal-Zuschauenden, die erfahrungsgemäß diesen David-gegen-Goliath lieben. Ryk hatte zu dem Zeitpunkt schon kaum noch eine reale Siegchance.

Nicht falsch verstehen: Isaaks Sieg ist so oder so gerechtfertigt. Am besten liefert man sich selbst aber diesen Hypothesen nicht aus und macht Jury & Televoting, wie es sich gehört, voneinander unabhängig (Schließen des Televotingfensters vor Jurypunktebekanntgabe).

jan135
jan135
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Ich denke sogar, dass sich die Effekte in Kombination potenziert haben. Bei prozentualer Umrechnung macht es unter Umständen noch Sinn, nach dem Juryvoting für einen Act, der da nicht so gut abgeschnitten hat, anzurufen. Bei gestufter Punkteverteilung sind nämlich viel mehr Televotes nötig, damit es einen Punktegewinn gibt. Im proportionalen Fall ist dieser zwar nicht so groß, aber kontinuierlich. Das bringt einen größeren Anreiz, mit abzustimmen, weil der Einfluss meines Anrufes sichtbarer ist.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Das sehe ich ganz genauso.

Man kann das natürlich kritisieren, dass die Leitungen offenblieben oder diese unsägliche Umrechnung. Allerdings hatte Beides für das Ergebnis keinen Ausschlag. Hier geht’s auch glaube ich eher darum, dass manche Leute Bubble-Echokammer und Realität nicht miteinander in Einklang bringen können. Hier dachte man ja teilweise, Ryk kann über Wasser laufen und rettet den ESC im Alleingang.

Andi
Andi
2 Jahre zuvor

Inzwischen sind also auch bei ESC- Kompakt Verschwörungstheorien angekommen. Immer wenn das Lieblingslied nicht gewinnt wird nach Ausreden gesucht „Schuld ist weil man nach dem Juryvoting noch anrufen konnte“. Wieder so ein deutsches Phänomen. Dabei ist die Antwort so einfach. „Mein“ Lied gewann nicht, weil es zu wenig Anrufe gab und nicht genug Jurypunkte. Übrigens in Schweden beim sehr beliebten Melodifestivalen ist es seit Jahren so, dass man nach dem Juryvoting immer noch anrufen kann. Die schwedischen Fans machen daraus offensichtlich kein Drama.

Last edited 2 Jahre zuvor by Andi
Böörti01
Böörti01
2 Jahre zuvor
Reply to  Andi

Da ist aufgrund des metrischen Punkteverteilungsverfahrens ja auch tatsächlich noch viel mehr drin.

Dafür war in der Vergangenheit durchaus auch in Schweden schon mal – wie überall – der ausländische Juryeinfluss bemeckert. Ihn einzuführen, aber zu wollen, er dürfe aber nicht auch mal ausschlaggebend sein, ist aber natürlich Quatsch.

(PS: Der Nicht-mein-Lied-Vorwurf betrifft mich nicht.)

jan135
jan135
2 Jahre zuvor
Reply to  Böörti01

Da werden die Punkte aber auch nicht mehr prozentual umgerechnet, sondern 7 Altersgruppen + Anrufer vergeben jeweils 1-12 Punkte, die Verkündung erfolgt nur kumuliert, wie beim ESC.

Böörti01
Böörti01
2 Jahre zuvor
Reply to  jan135

Ja, nicht mehr

Holgivision
Mitglied
Holgivision
2 Jahre zuvor

Ich hoffe wirklich sehr, dass irgendjemand Isaak sagt und überzeugen kann, dass er sich nicht einfach nur auf die Bühne stellen und seinen Song singen kann. Da muss wirklich mehr passieren.

Sherli
Sherli
2 Jahre zuvor

Ich finde die eigentliche Verliererin dieses denkwürdigen Umrechnungsschemas – ja gut, ich mag sie und ihren Song natürlich auch – ist Leona. Aus 28 Punkten Vorsprung auf Florian, im Vergleich zu 19 Punkten Rückstand zu Platz 2 ist „dank“ der Umrechnung ein letzter Platz geworden. Ich hoffe und wünsche ihr sehr, dass sie sich zukünftig nicht nur in „Vergleichs-Wettbewerbe“ einbringt, denn sie hat genauso Potential wie alle anderen 8 auch. Ich fand es überhaupt eine viel, viel bessere Qualifikation als in vielen anderen Jahren. Jede:r hätte, wenn sie in verschiedenen Jahren teilgenommen hätten, das Rennen für sich entscheiden können.
Das Official-Video von Isaak hatte mich nicht so sehr überzeugt, aber seine Performance auf der Bühne hat mich ihn an diesem Abend viel besser bewerten lassen. Ich gönne ihm den Sieg. Und Marie Reim hat zwar einen – wie ich finde – fürchterlichen Text. Aber Stimme, Show und Rhythmus auch da hervorragend. Leona brauchte etwas, um das Mikro „loszulassen“ hat sich hinterher etwas freigesungen, aber da fehlte natürlich das Show-Element. Auch Bodine Monet hat ohrwurmreif gesungen, und auch das mit visuell aufbereiteter Präsentation. Galant, naja. vielleicht textlich nicht ganz esc-fähig, aber man muss ja auch mal ins Auge und Ohr stechen. Auch überzeugend performt. Ryk, den viele gern als Sieger gesehen hätten, hatte einen – wie ich finde – ebenso bewegenden Song wie Leona. Ninetynine fand ich ein bisschen 08-15 in einem positiven Sinne, klingt wie ein Song, den man immer schon mal gerne gehört hat, dadurch nicht so hervorstechend.
Etwas blass blieben für mich Florian und Max, aber nicht schlecht dabei. Florian hat sich auch fast gar nicht bewegt. Max gut runter gesungen, nicht mehr und nicht weniger.
Um es noch mal mit den Worten derjenigen Person zu sagen, die sich mir am stärksten in den „mind“ gesungen hat: niemand von den 9 braucht einen Plan B.

Joey
Joey
2 Jahre zuvor
Reply to  Sherli

Für Leona tat es mir auch richtig leid. Nicht nur der letzte Platz wegen dem unnötigen „Jury Punkte in eine 12-er Skala überführen“. Ich fand sie auch von der Jury unterbewertet. Und dann halt der 2. Startplatz in einem Balladen überfüllten Jahr. Sie war für mich viel besser als letzte <3

Marie
Marie
2 Jahre zuvor

Ich bin in letzter Zeit zwar auch oft durch eher negative Kommentare aufgefallen, spreche mich davon auch nicht frei, finde es aber bezeichnend, wie viele Leute hier von „Wettbewerbsverzerrung“ faseln. Ist es wirklich so schwer zu akzeptieren, dass Isaak der mehr als eindeutige Sieger dieser Veranstaltung ist?

Anja Jasper
Anja Jasper
2 Jahre zuvor

Es war eine schöne Sendung ,die mal ehrlich gesagt sehr fair abgelaufen ist.
Mit dem Gewinner Isaak haben wir den besten Song um in Schweden erfolgreich sein zu können. Der Sänger ist einer von uns und passt sehr gut zum Esc. Die anderen Beiträge waren gut gesungen aber sehr zum einschlafen. Der Katzensong wäre eine Blamage für Deutschland gewesen

C aus P
Mitglied
C aus P
2 Jahre zuvor
Reply to  Anja Jasper

Schön, wenn du einen netten Abend hattest und den Gewinner magst. Wir müssen allerdings trotz subjektiver Meinungen auch objektiv bleiben. Schon wieder Radiopop aus Deutschland, ob wir damit dieses Jahr Erfolg haben? Ungewiss. Die letzten Jahre sind solche „netten“ Songs immer unter gegangen und ich befürchte, das wird sich 2024 wiederholen. Wenn man ESC Fans und den internationalen Buchmachern Vertrauen schenkt, die selten total daneben lagen, wäre Ryk der aussichtsreichste Titel dieses Jahr gewesen.

Eisbrecher
Eisbrecher
2 Jahre zuvor

Glaube, das Problem war, dass dieses Jahr so viele Juryfutter Songs zur Auswahl standen, deshalb ist das Resultat der internationalen Juries so breit gestreut, im Vergleich zum letzten Jahr, wo Will Church der eindeutige Favorit war. Am Ende hat dann Isaak davon profitiert, dass er am konstantesten punkten konnte.

Bin mir nicht sicher, ob es Sinn macht, einen VE so aufzuziehen, dann könnte man auch eine interne Auswahl machen, und die Einsparungen in die Inszenierung zu stecken.

Frédéric
Frédéric
2 Jahre zuvor

Alles im allen geht die Entscheidung wohl in Ordnung, aber für mich gibt es einfach keinen überzeugenden Grund, die Leitungen während der Verkündung der Juroren noch offen zu halten. Früher wurde auf sowas selbst bei den Shows im Privat-TV noch penibel geachtet. Was das für einen Effekt aufs Televoting hatte, werden wir vermutlich nie erfahren.

Und als ich gerade die letzten 20 Vorentscheidjahre überflogen habe, fand ich erstaunlich, wie selten Jurys eingesetzt wurden – selbst die etwas populistischen Jahre ums Millennium wurden ohne Jury-Einführung durchgestanden. Aber auch in den Jahren mit Jury (2013 sowie 2018 bis heute) hat diese an der Entscheidung der Zuschauer nie etwas geändert. Gut möglich, dass das auch dieses Jahr so gewesen ist, aber so wie es ist, bleibt ein mutmaßlich unnötiger Beigeschmack…

Lenya
Lenya
2 Jahre zuvor

Also ich fand das Votingsystem klasse ich fand dass nähmlich so klasse dass ich geheult hab nachdem Isaak gewonnen hat weil ich in dem Moment wusste wir werden wieder letzter

Sunny
Sunny
2 Jahre zuvor

Ich frag mich nur gerade,was eine internationale Jury mit unserem deutschem Beitrag zu tun hat? Wählen wir die anderen Songs aus anderen Ländern Nein!!! Es ist ist unser Beitrag,demnach sollten auch NUR WIR entscheiden,wer uns vertritt.absoluter Mist ist dieses Voting

C aus P
Mitglied
C aus P
2 Jahre zuvor
Reply to  Sunny

Das sehen ich auch so, obwohl wir trotzdem eine Jury brauchen. Dem typischen ARD Zuschauer 100 % die Macht zu geben funktioniert einfach nicht. Das Televoting Ergebnis dieses Jahr ist das beste Beispiel. Meiner Meinung nach sollte die Jury aus Deutschen ESC Fans bestehen, die den Wettbewerb kennen, gucken und lieben. Man kann meinetwegen, um mehrere Jurypunkte verkünden zu können, die Fans in Bundesländer aufteilen. ESC Fans NRW, ESC Fans Brandenburg usw. Nur so eine Idee, fänd ich aber weitaus besser.

eurohawk
eurohawk
2 Jahre zuvor
Reply to  C aus P

Stimmt!! Am besten nur noch die Fanatiker voten lassen!! Die Meinung andere ist eh Wurscht! 😅😂🤣

Simon
Simon
2 Jahre zuvor

Es braucht einfach eine Jury, die Ahnung von Eurovision Mechanismen hat und analysiert wie die Beiträge im Vorhinein im Ausland ankommen. Anhand dessen sollte dann eine Entscheidung getroffen werden.

Nicolas Liell
Nicolas Liell
2 Jahre zuvor

Die Umrechnung in die 1-12 Stimmen war mut Abstand das behämmertste, was sie hätten machen können, in Kombination damit, dass die Leitungen auch noch minutenlang während und auch nach dem Jury-Voting aufgelassen wurden. So wurde jede Form des Wettbewerbes aller Teilnehmenden unterbunden und ein Kopf-an-Kopf-Rennen der in keineswegs eindeutigen Jury-Sieger erzwungen.

Wie sehr dieses System die Ergebnksse verändern kann, zeugt der Blick aufs letzte Jahr: Hätte man dort auch dieses Vollpfo…ensystem genutzt, wäre Anica Russo Dritte statt Sechste geworden, Ikke Vierter statt zweiter, Lonely Spring statt Fünfte Siebte, Trong statt Vierter Letzter, während Patty Gurdy stattdessen statt Letzte mit Ach und Krach Fünfte geworden wäre. Außerdem hätten wir 3 Ties gehabt: Einmal auf dem Ersten Platz Will Chuch und LotL (16 Pkt.), Patty Gurdy und René Miller und hätten beide 10 Pkt. gehabt und Lonely Spring und Trong beide 9.

Allein wie eklatant sich die Ergebnisse unterscheiden und wie viele Gleichstände es gegeben hätte zeigt schon, wie ungeeignet das diesjährige System war.

Last edited 2 Jahre zuvor by Nicolas Liell
Reiner
Reiner
2 Jahre zuvor

Leider waren viele Beträge so beliebig oder gruselig, dass es schwierig wurde für die Voter. Ob da viele über 25 angerufen haben? Wohl kaum. Man hätte als dritte Jury noch das Saalpublikum mitentscheiden lassen sollen, dass die Acts hautnah erlebt hatte.

Ich fand die Entscheidung gruselig und fragwürdig, weil Vieles schon durch die Reihenfolge vorbestimmt war – die ersten Titel waren fast vergessen, bis die letzten abgespielt waren. Leona wurde m.M. nach zu schlecht bewertet, wäre sie als Letzte aufgetreten, hätten die Voter möglicherweise anders entschieden. Ein sehr melodischer Titel, toll gesungen und ohne viel Effekte anrührend, das wäre in Schweden ein Auftritt abseits des Feuerwerks und schrillen Farbvisionen dadurch vielleicht besonders eindrucksvoll geworden. Leona hatte was von der jungen Lena, nur mehr Stimme und Musikalität.

Max Mutzkes Song war ebenso beliebig wie der Siegertitel, auch Ryk und Floryan trieften nur so von Schmalz und „es allen recht machen“ wollen. International hätte ich Galant weit vorne gesehen, denn die Katze war originell und so etwas kann auf einer ESC-Bühne zudem toll in Szene gesetzt werden. Auch der Elektrobeat, sonst nicht so mein Ding, war hier passend und kurzweilig umgesetzt. Schade drum, ich denke, wir werden wieder hinten bleiben, natürlich selbstverschuldet, auch wenn man die überwiegend wohl sehr jungen Voter gut manipuliert hat. Die „Internationalen“ haben die Konkurrenz schonmal mit ausgeschaltet und man ließ durch die offenen Leitungen während des Jury-Votings nichts unversucht, die Favoriten auch vorne zu belassen.

Barbara Schöneberger ist nur noch peinlich – neben den Standard-Lästereien über ihr Bühnenoutfit und die Deko griff sie ständig unter die Gürtellinie und einige Gäste – besonders Mary Roos – kamen aus dem Fremdschämen nicht mehr heraus. Die Ausrichtung war wirklich auf Früh- und Spätpubertierende zugeschnitten, ein gereifteres Publikum konnte der Moderation wohl nicht so viel abgewinnen.

Reiner
Reiner
2 Jahre zuvor

Leider waren viele Beträge so beliebig oder gruselig, dass es schwierig wurde für die Voter. Ob da viele über 25 angerufen haben? Wohl kaum. Man hätte als dritte Jury noch das Saalpublikum mitentscheiden lassen sollen, dass die Acts hautnah erlebt hatte.

Ich fand die Entscheidung gruselig und fragwürdig, weil Vieles schon durch die Reihenfolge vorbestimmt war – die ersten Titel waren fast vergessen, bis die letzten abgespielt waren. Leona wurde m.M. nach zu schlecht bewertet, wäre sie als Letzte aufgetreten, hätten die Voter möglicherweise anders entschieden. Ein sehr melodischer Titel, toll gesungen und ohne viel Effekte anrührend, das wäre in Schweden ein Auftritt abseits des Feuerwerks und schrillen Farbvisionen dadurch vielleicht besonders eindrucksvoll geworden. Leona hatte was von der jungen Lena, nur mehr Stimme und Musikalität.

Max Mutzkes Song war ebenso beliebig wie der Siegertitel, auch Ryk und Floryan trieften nur so von Schmalz und „es allen recht machen“ wollen. International hätte ich Galant weit vorne gesehen, denn die Katze war originell und so etwas kann auf einer ESC-Bühne zudem toll in Szene gesetzt werden. Auch der Elektrobeat, sonst nicht so mein Ding, war hier passend und kurzweilig umgesetzt. Schade drum, ich denke, wir werden wieder hinten bleiben, natürlich selbstverschuldet, auch wenn man die überwiegend wohl sehr jungen Voter gut manipuliert hat. Die „Internationalen“ haben die Konkurrenz schonmal mit ausgeschaltet und man ließ durch die offenen Leitungen während des Jury-Votings nichts unversucht, die Favoriten auch vorne zu belassen.

Barbara Schöneberger ist nur noch peinlich – neben den Standard-Lästereien über ihr Bühnenoutfit und die Deko griff sie ständig unter die Gürtellinie und einige Gäste – besonders Mary Roos – kamen aus dem Fremdschämen nicht mehr heraus. Die Ausrichtung war wirklich auf Früh- und Spätpubertierende zugeschnitten, ein gereifteres Publikum konnte der Moderation wohl nicht so viel abgewinnen.