Die Alben der ESC-Stars 2019 (1): Mahmood, Tulia und Zala Kralj & Gašper Šantl

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Die ESC-Saison 2019 ist noch jung und doch haben schon die ersten Künstler des aktuellen Jahrgangs neue Alben oder EPs veröffentlicht. Weil es sich oft auch lohnt, in diese anderen Werke reinzuhören, stellen wir die aktuellsten Langspiel-Veröffentlichungen unserer ESC-Stars in unregelmäßigen Abständen hier auf dem Blog vor. Den Anfang machen heute Mahmood aus Italien, Tulia aus Polen sowie Zala und Gašper aus Slowenien.

Mahmood – Gioventù Bruciata

Für mich das absolut beste Album des heutigen Platten-Trios. Mahmood veröffentlichte „Gioventù Bruciata“ (Deutsch: Verbrannte Jugend) zunächst Ende vergangenen Jahres als EP, dann als extended EP mit „Soldi“ und schließlich im Februar als komplettes Album. Die Songs sind zwar alle „typisch Mahmood“, zeigen aber gleichzeitig viele unterschiedliche Facetten des Sängers. Ein anspruchsvolles Album, das aber gleichzeitig niemanden überfordert und vermutlich auch über alle Altersschichten hinweg Abnehmer findet. Sehr gelungen!

Tulia – Tulia (Deluxe Edition)

Auch bei hier gilt: Wo Tulia draufsteht, ist Tulia drin. Wer also schon bei „Pali Się“ (das hier übrigens noch in der ursprünglichen Version enthalten ist) weghört, muss sich dieses Album gar nicht erst antun. Wer mit dem Weißen Gesang der Polinen aber etwas anfangen kann, der findet hier sicherlich noch den einen oder anderen Song für sich. Aber Vorsicht, in zu hohen Dosen kann das Album durchaus ganz schön anstrengend sein.

Zala Kralj & Gašper Šantl – Štiri

„Štiri“, die aktuelle EP von Zala Kralj & Gašper Šantl, ist abwechslungsreicher, als es so manch kritischer Beobachter erwarten dürfte. Klar, das Genre bleibt Elektro-Dream-Pop, aber jeder der vier Songs ist ganz eigenständig und die EP macht Lust auf ein komplettes Album. Zala und Gašper zeigen sich hier nämlich einmal mehr als große musikalische Talente und nur die Sprachbarriere dürfte zwischen ihnen und einer internationalen (Indie-)Karriere stehen. Ganz ehrlich, meiner Meinung nach hätte Slowenien jeden dieser vier Songs guten Gewissens nach Tel Aviv schicken können.

Welches dieser Alben ist Euer Favorit und haben wir eine Veröffentlichung übersehen? Sagt es uns in den Kommentaren!



9 Kommentare

  1. Bilal Hassani hat 2 neue Songs veröffentlicht und ein Album wird folgen. „Jealoux“ (neidisch) habe ich schon gehört, einen Song den er aufgrund der Hassbotschaften im Netz gegen ihn geschrieben hat, und mir gefällt der Song sehr gut. Ich würde sagen, viele werden ihn deutlich besser als „Roi“ finden 🙂

    • Bingo ! Zumindest bei mir trifft Deine Vermutung zu. „Jealoux“ gefällt mir recht gut, mit „Roi“ kann ich leider nichts anfangen. Bei Erstgenannten klingt auch Bilals Stimme nicht so unangenehm.

  2. Mahmoods Album (bzw. erst die EP) läuft bei mir raus und runter, richtig richtig gut. Er wird seinen Weg gehen, ob mit oder ohne ESC-Sieg (er darf natürlich trotzdem sehr gerne gewinnen 😉). Auf Zala&Gaspers EP bin ich jetzt auch neugierig danke für den Hinweis! Tulia finde ich beim ESC tatsächlich ganz interessant, ein ganzes Album am Stück wäre mir dann aber doch etwas zuviel des Guten.

  3. Italien, Polen und Slowenien gehören zu meinen Favoriten – und die hier dazu vorgestellten Alben zeigen, dass alle drei Acts genug musikalische Substanz für einen Longplayer besitzen und auch außerhalb der ESC-Bubble existieren können. Ist mir wesentlich sympathischer als die Eintagsfliegen, die nur für den schnellen ESC-Erfolg zusammengecastet wurden (ich nenne jetzt keine Namen 😄)

      • Ein Poesiealbum mit Glanzbildchen und Silberstaub würde ich den beiden engagierten „Feministinnen“ durchaus zutrauen.

  4. Wenn ich mich für ein Album von den dreien entscheiden müßte, wäre es natürlich auch Mahmood.
    Aber ich würde ihn nicht ständig hören wollen. Trotzdem habe ich nichts dagegen, wenn Italien den ESC gewinnt, denn es wäre so toll nächstes Jahr in Rom oder Mailand.

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