Die „Eurovision TOP 250“ 2019: Mit Euphorie ins neue Jahrzehnt

Eurovision-ESC-Top250-Loreen-Euphoria-2019-Aufmacher

Jedes Jahr fragt Songfestival.be ESC-Fans weltweit nach ihren Lieblingsbeiträgen aller Zeiten. In schöner Tradition werden die Ergebnisse immer zum Jahreswechsel bekanntgegeben und von ESC Radio an Silvester der Reihe nach gespielt. Letztes Jahr wurde ESC kompakt mit einem Beitrag über die #ESC250 eröffnet – und natürlich schauen wir uns auch in diesem Jahr wieder diese Charts an.

In diesem Jahr besonders spannend: Kann Loreens „Euphoria“ die Spitze auch im achten Jahr in Folge verteidigen? Und wie schneiden die diesjährigen Beiträge ab? Landen die Publikumsgewinner KEiiNO vor den Gewinnerbeitrag von Duncan Laurence? Wie schneiden die deutschen Beiträge ab und welcher Beitrag schafft es in die Eurovision Top 250 ohne es ins ESC-Finale geschafft zu haben?

 

1. (1) LOREEN „Euphoria“ (2012) – 8.559 P.

Sie hat es erneut geschafft: Zum nun schon achten Mal verteidigt Loreen ungefährdet die Spitze bei den ESC-Fans weltweit. Stolze 8.599 Punkte ergeben am Ende einen Vorsprung von 1.549 Punkten. 271 mal die Höchstwertung, weitere 847 mal in den Top 10 – an Loreen war im letzten Jahrtausend kein Vorbeikommen. Herzlichen Glückwunsch!

 

2. (NEU) DUNCAN LAURENCE „Arcade“ (2019) – 7.053 P.

Es war längst nicht immer so, dass der amtierende Gewinner des ESC auch bei den Fans in den Top 250 die Nase vor seinen Kontrahenten hatte – doch Duncan Laurence zeigt in diesem Jahr eindrucksvoll, dass sein „Arcade“ ein würdiger Gewinner 2019 ist: Stolze 7.053 Punkte und einen Vorsprung von 1.023 Punkte (232 mal die Höchstwertung, weitere 706 Punktewertungen) sprechen eine deutliche Sprache.

 

3. (2) ELENI FOUREIRA „Fuego“ (2018) – 6.030 P.

Der Fanhit aus dem vorletzten Jahr ist und bleibt: Eleni Foureiras „Fuego“! Auch wenn Nettas „Toy“ im Vorfeld des Song Contest einen Fanhype auslöste und diesen Hype in den ESC-Sieg umwandeln konnte – „Fuego“ zeigt sich weitaus standhafter. 130 mal die Höchstwertung, weitere 728 Punktewertungen ergeben insgesamt 6.030 Punkten einen und klaren Bronzeplatz.

 

4. (NEU) MAHMOOD „Soldi“ (2019) – 4.175 P.

Mit einem Abstand von 1.855 Punkten folgt der letztjährige Zweitplatzierte auf dem tollen, aber auch undankbaren vierten Platz. 80 Höchstwertungen und weitere 568 Punktewertungen zementierten dem sympathischen Italiener am Ende recht klar seinen ESC-Erfolg.

 

5. (NEU) KEIINO „Spirit in the sky“ (2019) – 3.429 P.

Von den Jurys abgewertet, beim Publikum die Gewinner: Der Eurovision Song Contest im letzten Jahr war für KEiiNO sicher ein Wechselbad der Gefühle. Mit 67 Höchstwertungen und weiteren 449 Punktewertungen reichen nun insgesamt 3.429 Punkte für den fünften Platz in den Eurovision TOP 250.

 

Weitere Platzierungen in den Top 20:
6. (7) Loïc Nottet „Rhythm inside“ (2015) – 3.241 P.
7. (3) Salvador Sobral „Amar Pelos Dois“ (2017) – 3.115 P.
8. (4) Jamala „1944“ (2016) – 2.763 P.
9. (6) Il Volo „Grande Amore“ (2015) – 2.748 P.
10. (10) Secret Garden „Nocturne“ (1995) – 2.711 P.

11. (5) Blanche „City Lights“ (2017) – 2.651 P.
12. (8) Pastora Soler „Quédate conmigo“ (2012) – 2.504 P.
13. (NEU) Hatari „Hatrið mun sigra“ (2019) – 2.398 P.
14. (9) Sertab Erener „Everyway that i can“ (2003) – 2.370 P.
15. (14) MaNga „We could be the same“ (2010) – 2.237 P.
16. (16) Sergey Lazarev „You are the only one“ (2016) – 2.217 P.
17. (17) Måns Zelmerlöw „Heroes“ (2015) – 2.209 P.
18. (12) Alexander Rybak „Fairytale“ (2009) – 2.204 P.
19. (32) Sanna Nielsen „Undo“ (2014) – 2.203 P.
20. (11) Abba „Waterloo“ (1974) – 2.054 P.

 

Der Jahrgang 2019:

Aus dem 2019er-Jahrgang konnten sich nur vier der Finalbeiträge aus dem ESC-Finale nicht qualifizieren: Dänemark, Israel, Deutschland und Großbritannien finden sich nicht in den Top 250 wieder. Dafür schafften aber gleich drei Beiträge, die im Halbfinale des Song Contests ausschieden, den Sprung unter die beliebtesten 250 Plätze: Conan Osíris aus Portugal schaffte es sogar auf Platz 26 und wurde damit sogar der fünft-beliebteste Beitrag 2019. Ester Peony aus Rumänien schaffte es auf Platz 152 und Tulia aus Polen knapp dahinter auf Platz 156.

Die Platzierungen der diesjährigen Beiträge (außerhalb der besten 20):
26. Conan Osíris „Telémovois“ (Portugal) – 1.751 P.
29. Nevena Božović „Kruna“ (Serbien) – 1.738 P.
34. Luca Hänni „She got me“ (Schweiz) – 1.445 P.
40. Jonida Maliqi „Ktheju tokës“ (Albanien) – 1.178 P.
47. Tamta „Replay“ (Zypern) – 1.090 P.
52. Kate Miller-Heidke „Zero Gravity“ (Australien) – 1.040 P.
55. Zala Kralj & Gašper Šantl „Sebi“ (Slowenien) – 985 P.
65. Tamara Todevska „Proud“ (Nordmazedonien) – 881 P.
89. John Lundvik „Too late for love“ (Schweden) – 691 P.
94. Miki „La venda“ (Spanien) – 649 P.
100. Sergey Lazarev „Scream“ (Russland) – 627 P.
111. Michela „Chameleon“ (Malta) – 568 P.
152. Ester Peony „On a sunday“ (Rumänien) – 396 P.
156. TULIA „Fire of Love (Pali się)“ (Polen) – 389 P.
160. Serhat „Say Na Na Na“ (San Marino) – 381 P.
164. Katerine Duska „Better love“ (Griechenland) – 371 P.
166. Chingiz „Truth“ (Aserbaidschan) – 367 P.
173. Bilal Hassani „Roi“ (Frankreich) – 353 P.
189. Lake Malawi „Friend of a friend“ (Tschechien) – 326 P.
211. Victor Crone „Storm“ (Estland) – 284 P.
228. Zena „Like it“ (Weißrussland) – 264 P.

 

Deutsche Beiträge:

Sieben Beiträge aus Deutschland konnten sich diesmal in den Top 250 platzieren. Lena behält die Krone des beliebtesten deutschen Beitrages, verliert aber mit „Satellite“ zehn Plätze und findet sich auf Platz 51 wieder. „Taken by a stranger“ gewinnt hingegen zehn Plätze hinzu und landet auf Platz 81. Wieder zurück in der Auswertung ist sind Dschinghis Khan auf Platz 232 und Sürpriz auf Platz 239.

Die Platzierungen im Überblick:
51. (41) Lena „Satellite“ (2010) – 1.049 P.
81. (91) Lena „Taken by a stranger“ (2011) – 762 P.
124. (79) Michael Schulte „You let me walk alone“ (2018) – 496 P.
180. (156) Nicole „Ein bisschen Frieden“ (1982) – 342 P.
199. (151) Joy Fleming „Ein Lied kann eine Brücke sein“ (1975) – 297 P.
232. (297) Dschingis Khan „Dschingis Khan“ (1979) – 258 P.
239. (597) Sürpriz „Reise nach Jerusalem“ (1999) – 253 P.

 

Die Aufsteiger (innerhalb der Top 250)

Erfahrungsgemäß fallen die einzelnen Beiträge eher als dass sie aufsteigen, da ja immer neue Lieder hinzukommen und die Beiträge zeitlich eher verblassen. Aber es gibt auch einige Lieder, die Plätze hinzugewinnen konnten. Deshalb nun hier die Aufsteiger des Jahres innerhalb der Top 250:

1. Beth „Dime“ (Spanien 2003) – 584 P. (Platz 107 / + 136 Plätze)
2. NOX „Forogj, világ!“ (Ungarn 2005) – 629 P. (Platz 98 / + 122 Plätze)
3. Elisabeth Andreassen „I evighet“ (Norwegen 1996) – 471 P. (Platz 132 / + 102 Plätze)
4. t.A.T.u „Ne ver‘, ne boisia“ (Russland 2003) – 442 P. (Platz 139 / + 98 Plätze)
5. Alice & Franco Battiato „I treni di tozeur“ (Italien 1984) – 500 P. (Platz 123 / + 69 Plätze)
6. Greta Salóme „Hear them calling“ (Island 2016) – 346 P. (Platz 177 / + 61 Plätze)
7. Séverine „Un banc, un arbre, une rue“ (Monaco 1971) – 336 P. (Platz 183 / + 61 Plätze)
8. Mia Martini „Rapsodia“ (Italien 1992) – 1.171 P. (Platz 42 / + 53 Plätze)
9. Nika Kocharov & Young Georgian Lolitaz „Midnight Gold“ (Georgien 2016) – 312 P. (Platz 194 / + 52 Plätze)
10. Justs „Heartbeat“ (Lettland 2016) – 387 P. (Platz 157 / + 50 Plätze)

 

Die komplette Auflistung aller Platzierungen findet Ihr auf der Seite von Eurovision.be.


13 Kommentare

  1. Schon wieder Loreen auf der 1? Nichts dagegen, „Euphoria“ gehört für mich zu den besten schwedischen Beiträgen überhaupt. Aber es gibt doch noch andere klasse Songs. Schön, dass es Duncan auf den 2. Platz geschafft hat.

    P. S: Das Ergebnis erinnert mich ein bisschen an die SWR 1 TOP 1000-Hörerhitparade. Dort dominiert auch zum gefühlt 100. mal „Bohemian Rapsody“ von Queen. (Huch off Topic, sorry).

  2. Gähn, schon wieder Loreen? Abgesehen davon ist das Ergebnis teilweise stark national beeinflusst. Anders kann man sich die vielen portugiesischen, serbischen, aserbeidschanischen und albanischen Halbfinal- und Unterfernerliefen-Titel in den Top 250 nicht erklären. Da leidet die Abwechslung dann schon ein bisschen.

  3. Ich freue mich sehr, dass sich die schon etwas älteren, nicht fürs Finale qualifizierten „Horehronie“ und „Crisalide“ in diesen Top 250 befinden. „Reise nach Jerusalem“ und „Carry me in your dreams (ALB 2009)“ sind zwar recht weit hinten, aber dass sie überhaupt drin sind, überrascht mich sehr positiv. Gefreut habe ich mich auch über die hohen Positionen von „Molitva“ (21), „Dinle“ (25) und „Tu te reconnaitras“ (58, sogar noch ein paar Plätzchen vor „Eres tu“). Schade, dass Zoé nicht dabei ist, und Marie Myriam gehört klar in die Top 100 (die sie allerdings nur ganz knapp verfehlt hat).

  4. Wow, da sind einige großartige Songs wieder drin! Von meiner eingereichten Liste haben es mehr geschafft als gedacht. Die sah wie folgt aus:

    12p Intars Busulis – Probka (Lettland 2009)
    10p Koit Toome & Laura – Verona (Estland 2017)
    8p Jalisse – Fiumi di Parole (Italien 1997)
    7p Fazla – Sva bol svijeta (Bosnien 1993)
    6p Xandra – Colorado (Niederlande 1979)
    5p Semiha Yanki – Seninle Bir Dakika (Türkei 1975)
    4p Anna Maria Jopek – Ale Jestem (Polen 1997)
    3p Alice & Franco Battiato – I Treni di Tozeur (Italien 1984)
    2p Alma & Dejan – Ostani Kraj Mene (Bosnien 1994)
    1p Sebnem Paker – Besinci Mevsim (Türkei 1996)

    Besonders gefreut habe ich mich, dass es Semiha Yanki reingeschafft hat. 🙂
    Meine Empfehlung an mich selbst ist ja, mit dem Hören aufzuhören, wenn die Top 20 anfängt. Naja, trotzdem schön zu sehen, dass es Pastora Soler mal nicht in die Top 10 geschafft hat. Nichtsdestoweniger viel zu weit oben, gerade wenn man bedenkt, dass der Song seit mittlerweile 8 Jahren sich dort platziert. Sorry, aber ohne die ganzen Spanier, die dafür abstimmen, dürfte das Werk doch nicht mal mehr in die Top 250 kommen…

    • Du wirst vielleicht überrascht sein, aber Deine Top 10 gefallen mir sehr gut! Es gibt keinen einzigen Titel, den ich richtig schwach finde, am nächsten dahin kommt allerdings leider Deine Nummer 1, die Musikrichtung liegt mir halt nicht, aber der Titel hat irgendetwas Originelles, was ihn „rettet“. Er gefällt mir übrigens definitiv besser als „Lorraine“ (das Du in einem anderen aktuellen Thread gelobt hast), welches ich im 2005er Jahrgang immerhin noch vor „Talking to you“ sehe, was Du ja auch nicht magst.

      Und jetzt, wo wir bei den Übereinstimmungen sind: Deine Plätze 3, 4, 5 und 9 höre ich gerne, und die Plätze 2, 6, 7, 8 und 10 sind absolute Superknaller!

      • Vielen Dank für das Feedback!
        Ja, „Probka“ ist sehr speziell und ehrlich gesagt kenne ich leider niemand weiteren, der da meine Passion teilt. 🙁 Der geile Refrain, die ruhigen Parts als Ausgleich und live war das auch absolut gelungen. Definitiv ein Highlight!
        Mich überrascht wirklich, dass Du mit (fast) allem so einverstanden bist. Freut mich! Vielleicht ist unser Musikgeschmack doch nicht so verschieden wie anfangs gedacht.

    • Zu dieser Frage wurden auf Twitter in den letzten Tagen ganze Bücher vollgeschrieben. Quintessenz: Wenn wir nicht wissen, ob überhaupt und wann genau Jesus geboren ist, kann man über jede Argumentation streiten. Am einleuchtendsten finde ich, dass wenn am 1.1.2000 ein neues Jahrtausend angefangen hat, jetzt auch ein neues Jahrzehnt anfängt.

  5. Herzlichen Glückwunsch zum einjährigen Jubiläum! Ich habe gestern Abend mal die allerersten Artikel aus dem Januar wieder gelesen. Es ist viel passiert und esc-kompakt hat sich toll entwickelt! Genauso kann es 2020 doch weitergehen ❤

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.