Eingängige Flamencoklänge mit Inhalt: Mahmood veröffentlicht neue Single „Barrio“

 Foto: Instagram @mahmood

Man kann es nicht anders sagen, für Mahmood „läuft es gerade“. Nach dem Überraschungssieg bei Sanremo und dem phantastischen zweiten Platz in Tel Aviv reißt seine Erfolgsserie einfach nicht ab: „Soldi“ ist mit über 100 Millionen Streams mittlerweile der meistgehörte italienische Song auf Spotify überhaupt, hat in Spanien, Griechenland, der Schweiz und den Niederlanden Goldstatus erreicht, und entwickelte sich in Israel zum Radio- und Sommerhit. Mahmoods erstes Album „Gioventù bruciata“ erreichte Platz 1 der Charts, genauso wie die „Soldi“-Nachfolgesingle „Calipso“, ein Gemeinschaftswerk des „Soldi-Dreamteams“ Charlie Charles, Dardust und Mahmood sowie der bei italienischen Jugendlichen sehr beliebten Trap- und Rap-Musiker Sfera Ebbasta und Fabri Fibra.

Mit „Barrio“ will Mahmood nun beweisen, dass er auch ohne die „Unterstützung“ anderer populärer Musiker weiter auf der Erfolgswelle schwimmen kann. Und das sollte ihm gelingen, besonders weil der Song nach Hit klingt ohne den Eindruck zu erwecken ein Hit sein zu wollen. Man hat das Gefühl, dass Mahmood einfach nur musikalisch und textlich ganz viel zu erzählen hat und das der Welt zeigen möchte.

Wie „Soldi“ zeichnet sich „Barrio“ durch einen Mix aus modernen Sounds, italienischer Popmusik und fremden kulturellen Einflüssen aus, ist aber alles andere als eine „Kopie“ von „Soldi“. Diesmal mischen sich Flamencoklänge, eine an orientalischen Gesang erinnernde Stimmführung und sogar Schussgeräusche mit komtemporären elektronischen Beats. Hier haben Dardust und Charlie Charles – die nach dem Motto „never change a winning Team“ wieder mit an Bord sind – ganze Arbeit geleistet. Melodie und Soundteppich sind sehr eingängig und hämmern sich sofort im Gehörgang fest. Zu Recht wurde der Track seit seiner Veröffentlichung am Freitag bereits über 1,5 Million Mal auf Spotify gestreamt.

Der Text strahlt Mahmood-typisch eine gewisse Tristheit aus. Vordergründig wird eine dysfunktionale Beziehung zwischen zwei Personen, die in einem der ärmeren Vorortbezirke leben, beschrieben. Der Song ist aber genauso eine „Liebeserklärung“ an diese Vororte mit ihrem Mix der Kulturen und dem Gemeinschaftsgefühl der dort lebenden Personen außerhalb der Mitte der Gesellschaft. Daher auch der Titel des Liedes: „Barrio“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet soviel wie „Nachbarschaft“ oder „Stadtteil, Kiez“. Mahmood selbst ist in einem dieser Vororte im Süden von Mailand aufgewachsen, was den Songtext sehr glaubwürdig erscheinen lässt. Mahmood beweist einmal mehr, dass er wirklich authentisch etwas aus dem Leben zu erzählen weiß.

Foto: Instagram @mahmood

Im Videoclip sind auch einige lange Blicke zwischen zwei jugendlichen männlichen Protagonisten zu sehen… Hier spielt Mahmood anscheinend mit den Gerüchten, die es bezüglich seiner sexuellen Orientierung gibt. Der Sänger hat sich bewusst dafür entschieden, sich zu diesem Thema öffentlich nicht zu äußern.

„Barrio“ vom Mahmood ist bei allen gängigen Download- und Streamingportalen erhältlich (Amazon, Itunes & Apple Music, Spotify). Am 3. November tritt Mahmood im Rahmen seiner im Herbst stattfindenden Europatournee in Berlin auf. Sich glücklich schätzen kann, wer sich bereits Karten besorgt hat: das Konzert ist seit gestern ausverkauft! Wer nicht schnell genug war, kann aber trotzdem noch hoffen Mahmood live zu erleben: für die ebenfalls ausverkauften Konzerte in London und Paris gibt es bereits Zusatztermine, die Chancen auf ein weiteres Konzert in Deutschland stehen also nicht schlecht.



11 Kommentare

  1. Ich kann mit seiner Musik einfach nichts anfangen.Mir fehlt da das Gefühl,was nicht rüberkommt.Vielleicht muss man dazu die Texte verstehen.
    Den Erfolg gönne ich ihm auf jeden Fall.

  2. Ich bin großer Fan von dem Song und „Calipso“ ist im April leider auch an mir vorbeigegangen. Schade, dass ich im November nicht in Berlin sein kann, aber vielleicht gibt’s ja wirklich noch eine andere Gelegenheit.

  3. Ich höre neben den Schussgeräuschen so ein Pling-Geräusch, das an eine alte Kasse erinnert, die aufgeht 😃 Passt ja zu „Soldi“ xD

  4. Die beiden Songs gefallen mir jedenfalls besser als seinen ESC-Beitragssong. „Calipso“ finde ich eigentlich ziemlich gut.
    Mit Italien 2019 bin ich bis heute nicht wirklich warm geworden.

  5. Mahmood darf sich seit gestern über eine Auszeichnung freuen, denn er bekam den MTV European Music Award als bester italienischer Künstler:

    https://wiwibloggs.com/2019/11/03/mtv-emas-2019-eurovision-winners-mahmood-maruv-roksana-wegiel/244151/

    MARUV wurde als beste russische Künstlerin ausgezeichnet – obwohl sie aus der Ukraine kommt. In der Kategorie „Bester schwedischer Künstler“ war Molly Sanden nominiert, ging aber leer aus. Auch András Kállay-Saunders bekam nicht die Trophäe als bester ungarischer Künstler. Austragungsort der Verleihung war das FIBES Conference and Exhibition Centre in Sevilla.

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