ESC 2021: Drei Jury-Punkte für Deutschland – Erneut vorletzter Platz

Bild: EBU / Thomas Hanses

Die Messe ist gelesen. Italien hat nach einem Jahr Pause den Eurovision Song Ausnahme-Contest souverän für sich entschieden. Der deutsche Vertreter Jendrik landete auf dem 25. Platz.

Es ist gute Blogger-Tradition, dass wir in der Nacht nach der Finalshow auch für die DACH-Länder im Finale Beiträge veröffentlichen, in denen wir im Detail analysieren, woher die Jury- und Televotingpunkte für die einzelnen DACH-Titel stammen.

Dieses Stück trug im Entwurf den Titel „Woher kamen die Punkte für Jendrik?“. Eine Tabelle, getrennt für die Jurywertungen und die Einzelwertungen im Televoting aus den 38 (anderen) Teilnehmerländern war bereits angelegt.

Diese Tabelle blieb dann leer.

„Germany, I am sorry, zero points“, das legendäre Zitat von Bar Rafaeli aus Tel Aviv 2019 wiederholt sich 2021. Null Punkte für Deutschland im Televoting gibt es auch in diesem Jahr, dieses Schicksal teilen wir mit Großbritannien, Spanien und der Niederlande – das zumindest ist anders als 2019.

Bei den Jurys ging Deutschland nicht ganz leer aus; den zwei Punkten aus Österreich und dem einen Punkt der rumänischen Jury verdankt Deutschland im Gesamtklassement den vorletzten Platz vor Großbritannien, das sowohl von den Jurys als auch von den Televotern nicht bedacht wurde.

„Den Beitrag ‚Woher kommen die Punkte für Jendrik?‘ schenken wir uns, richtig?!? Für zwei Punkte aus Österreich und einen aus Rumänien ein eigenes Stück zu veröffentlichen, grenzt an Realsatire.“, fragte ich dann unseren Blogchef Benny in unserer WhatsApp-Gruppe.

„Schreib‘ das doch genauso auf. Wir können das deutsche Ergebnis ja nicht einfach so stehen lassen.“, war die Antwort.

Am Ende ist es unsere „Chronistenpflicht“, auch bescheidene Ergebnisse zu kommunizieren, zu dokumentieren, zu diskutieren oder zumindest, die Diskussion darüber anzustoßen. Dazu dann mehr im Laufe des Abends und in den kommenden Tagen.


84 Kommentare

  1. Wie eben an anderer Stelle schon geschrieben:
    der NDR hat fertig. Es ist ein neuerliches Debakel. 2 Punkte aus Dings und einer aus Bumms ändern daran genauso wenig wie „Jendrik war aber so sympathisch.“
    Werder Bremen ist mir auch sympathisch und drei meiner engsten Kumpel sind Werder-Fans. Sind trotzdem heute abgestiegen. Am Ende zählt auffem Platz, wie man im Ruhrgebiet sagen würde. Und auffem ESC-Platz hat Deutschland mal wieder versagt. Die Bilanz der letzten Jahre (2018 natürlich ausgeklammert) ist desaströs. Es gab nun zum zweiten Mal in Folge 0 Punkte im Televoting. Wenn das keine Konsequenzen hat, weiß ich auch nicht.

    • @Andi: Wenn jetzt nichts passiert, dann ist endgültig Schluss… Das ist als deutscher ESC-Fan nur noch beschämend!

      Jendrik nehme ich in Schutz, er als Künstler kann nur das tun was er tun muss. Verantwortlich ist der NDR mit seinen Statisten.
      Wo bitte hat dieser Song so hohe Wertungen bekommen in der geheimen Vorauswahl?! Das ist doch alles ein blöder Witz…
      Und die Selbstherrlichkeit ,,So sympathisch“… ,,Hat doch alles gegeben“… Ich kanns nicht mehr hören!!!

      Großarting war, dass die Halle alle Künstler mit 0 Punkten gefeiert hat, eine wunderbare Geste! ❤️
      Ein absolutes Highlight, habe ich so auch noch nicht gesehen… 🔝

  2. Es war halt lange abzusehen, dass es so kommt. Wie kam es beim internen Prozess dazu, so daneben zu liegen? Wieso funktioniert es bei der Schweiz und nicht für Deutschland?

    Aber letztendlich ist und bleibt Jendrik ein wunderbarer Kerl und glaube wenn ich ihn nicht so sehr lieben würde, wäre ich über das ganze weniger wütend. Hätte ihm einfach einen tollen Song und tolles Staging gewünscht. Wäre er mit Violent Thing angetreten sähe auch alles bestimmt anders aus.

    • Luca Hänni hat Charisma, Bühnenpräsenz und einen Televotingfreundlichen Song gehabt, Der diesjährige Schweizer hat Gesangstalent, eine immerhin interessante Bühnenausstrahlung und einen Juryfreundlichen Song gehabt. Deutschland schickt Amateurkicker auf den Championsleague Platz. Ergebnis spricht Bände. Sisters und Hendrik waren einfach nicht reif genug und hatten KEIN Staging zu einem eigentlich OK Mittelmaß Standard Song. (Sisters) oder keinen richtigen Song mit einer kindischen Performance (Jendrik).

  3. Bei der Jury aus Öaterreich war Jendrik auf Platz 9 bei Rumänien auf Platz 10. So sieht das gleich weniger tragisch aus. Es bleibt die Frage ob es mit dem deutschen ESC so weiter gehen kann. Jendrik hat gut abgeliefert ihm darf man keine Schuld geben

    • Von ihm kommt der Song und sein Präsentationsstil. Es geht nicht darum, jemanden nieder zu machen, Dieser falsche Schutzreflex hilft aber nicht bei der Analyse.

      • Genau, das meinte ich.
        Mir tut das natürlich für ihn leid, dass er so abgestraft wurde für etwas, wo er sehr viel Herzblut reingesteckt hat. Und natürlich kann er nix dafür, dass der NDR es seit Jahren nicht auf die Schiene kriegt. Aber in diesem Jahr war er halt nunmal trotzdem daran beteiligt.

        Beim NDR muss grundlegend alles und jede*r überdacht werde. Da nützt es echt nix zu sagen „Aber die/der ist doch so sympathisch.“ Am besten Tabula Rasa mit komplett neuem Input.

      • Ja okay ihr habt recht. Ich möchte nur nicht das jetzt alles auf ihn fokussiert wird

  4. Beim Überfliegen der detaillierten Ergebnisse sieht das für Jendrik eigentlich nicht mal so schlecht aus. Beim Televoting lag er in vielen Ländern oft zwischen Platz 13 und 18. Da ist halt das Problem, dass nur die ersten 10 jeweils Punkte kriegen … also er lag nicht überall auf den hinteren Plätzen, sondern war eigentlich oft im Mittelfeld platziert

    • Ich verstehe ohnehin nicht, warum die EBU so stringent an der 1 – 12 Punkte-Regel festhält. Nachdem jeder Anruf Geld kostet, sollte auch JEDE Stimme zählen. Kann man doch jetzt mit diesem komprimierten Voting ohne weiteres machen. Ich habe heute 20 x für die Niederlande angerufen – es gab aber keine Punkte für die Niederlande aus Deutschland – ergo waren meine Anrufe für die Katz – sie sind quasi hinten runter gefallen. Ist jetzt nur ein Beispiel – finde aber schon lange, dass sich das geändert gehört!!! Auf diese Weise könnte man auch diese peinliche Null-Punkte Verkündung ausmerzen.

      • Finde ich nicht, die 12 Punkte sind seit mehreren Jahrzehnten eines der wichtigsten Markenzeichen des ESC, sowas lässt man nicht einfach weg.

        Außerdem ist es doch ähnlich wie bei den Olympsichen Spielen, da kriegen auch nur die ersten drei eine Medaille und der Rest nichts. Gut, sie waren dabei aber halt keinen Preis.

    • @Andi

      Danke für den Kommentar. Habe ich irgendwie auch vermutet, bei vielen Votings liegt Jendrik im Mittelfeld, aber dafür gibt es keine Punkte, tja so ist halt das Spiel…

  5. moin!
    die messe ist gelesen. 🙂
    25 punkte vorsprung ist verdammt weit weg von souverän – ähm welchen wein kredenzt ihr/du so? 😀
    lasse erfeut sich am lidl spätburgunder halbtrocken – guter stoff – pulle ist fast leer… 🙂

    das deutsche abschneiden nehme ich sportlich – war so als wenn man beim fußball mit 7 gegen 11 spielt – keine schnitte und das mit ansage!
    vielleicht braucht es für einen qualitativ besseren deutschen beitrag 2022 auch ein deutlich kritischeres ESC-kompakt team.
    wenn die tatsächlich verantwortlichen von den führenden deutschen bloggern,die den ESC leben (und lieben), hier und da keine sachliche kritik bekommen,tja dann gehen alle in den „friede,freude,eierkuchen“ modus oder nicht?
    bringt das was?

    • Bitte, was hat denn jetzt die Songauswahl des NDR mit dem Blogger-Team von ESC-Kompakt zu tun?
      Hast du die Probenberichte gelesen? Ich fand die durchaus kritisch, wenn auch nicht niedermachend. Und genau das finde ich gut.

      Die vernichtende Kritik übernehmen ja dann einige der Kommentatoren hier, das kann der NDR alles lesen, dann hat er das Ohr am Volk. Ist nur die Frage, ob die vernichtend kritischen Beiträge das Volk widerspiegeln.

      • Die Frage würde ich mal mit Ja beantworten. Und zwar ohne zu zögern. Ich mein… wieviel Indizien braucht es noch?

  6. Das ist irgendwie keine große Überraschung.
    Weder die Wettquoten, noch irgendwelche Fanpolls haben Deutschland auf einer guten Platzierung gesehen.
    Selbst die Reporterin für das Erste hat bei einer Leifschalte aus Rotterdamm relativ pessimistisch gewirkt.
    Ich Frage mich nur, warum man einen Song auswählt, der von vornherein absolut 0 Siegerpotential hat.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der NDR das Lied gehört hat und sich dachte „jawohl, Berlin 2022 kann kommen“

    • Sie wollen halt „nur“ einen Top 10 Song haben. Dass man aber schon etwas mit Gewinnerpotenzial schicken muss, um „nur“ Top 10 zu erreichen geht an denen vorbei. Mittelmaß beim ESC Punktesystem bedeutet 0 Punkte. Auch nicht erst seit gestern.

    • Wir werden ja leider nicht erfahren, was noch so im Angebot unseres Auswahlprozesses war. Ich bin bestimmt kein Alu Hut Träger, aber ich halte das „Wahlergebnis“ 2021 genauso für manipuliert wie 2019. Da war es nur noch offensichtlicher, weshalb man mal eben den Vorentscheid gekippt hat.

      11,82? Für wie blöd halten die uns eigentlich? Da sind Wahlergebnissse in Nord-Korea ja glaubwürdiger. Schade nur, dass unsere Gebühren für die Juries und vor allem Simon Kucher & Partner draufgehen, wo der NDR doch h selbst entscheidet und ja sooo sparen muss.

    • also was ich ab-so-lut nicht kapier ist, dass da anscheinend 150 !!!!! zur Auswahl standen .. und dann wird _das_ gewaehlt????? ah!!!!!

  7. Für Jendrik alles gute. Der NDR muss sich hinsetzen und den internen Auswahl Prozess (der bitte beibehalten wird) optimieren. Man muss diesen Prozess so anpassen, dass am Ende ein perfektes Gesamtpaket rauskommt. Soweit ich das mitbekommen habe, hat man sich letztes Jahr auf den Song und dieses Jahr auf die Performance konzentriert. Das ist falsch. Es müssen alle Faktoren gleichwertig bewertet werden. Eine gute Performance nützt nichts bei einem schwachen Lied.

    Zudem stand in einem Artikel, oder wurde es von Jendrik gesagt, dass man eine Woche Zeit hatte um eine Performance hinzulegen. Eine Woche?! Ich meine für Jendrik kein Problem, der sich da natürlich schon Gedanken usw. gemacht hat, aber andere Künstler, wie soll das denn bitte funktionieren? Da braucht man mal mindestens einen Monat Zeit um eine gescheite Performance hinzubekommen.

    Wenn dann noch das Hauptmerk auf der Performance liegt, na dann ist es auch relativ klar, warum Jendrik da so gut abgeschnitten hat. Ich kenne die anderen Performances nicht, aber wenn ich denke innerhalb von einer Woche eine Performance zu machen, ich würde scheitern.

    Also lieber NDR hinsetzen, Prozess optimieren und nächstes Jahr gefälligst abliefern.

    Es gab in den letzten Jahren zu viele 0en für Deutschland beim ESC.

    Ann-Sophie (Gesamt), Sisters (Televoting) und jetzt Jendrik (Televoting).

    Der Erfolg von Michael Schulte sollte beflügeln und kein Absturz danach bringen. 🙂

    • So eine Performance muss stehen, bevor man zum Auftrittsort fährt.
      Ich mag Schweden nicht wirklich, aber bei denen sieht man, das ne Performance auch früher fertig sein kann.

      …..und Luca Hänni’s Bühnenshow für Tel Aviv war bereits bei Eurovision in Concert fertig.

      • Ich spreche von der internen Performance, die die Juroren anschauen. Da werden natürlich auch Performances benötigt. Wenn man dies aber erst eine Woche vorher ankündigt, bzw. eine Woche Zeit den Acts gibt, wie soll dass denn funktionieren? Ist ja nicht so, das aktuell Covid ist und man mal aus dem Hut Backings, Tänzer usw. beschaffen kann, wie es Jendrik aufgrund seiner Freunde geschafft hat.

        Jendrik hatte den Vorteil, dass er sich früh mit seinem Song beschäftigt hat und dann eben auch den weiteren Vorteil, dass er Freunde hat, die ihn auf der Bühne unterstützen konnten. (siehe Auftritt Schlagershow)

        Da muss den Acts definitiv mehr Zeit gegeben werden, wenn die Performance eine Grundlage zur Bewertung darstellt, dass diese eben auch erstellt und gelernt werden kann. Sowie eben auch organisatorische Punkte wie das Backings und Tänzer usw. falls benötigt, vorhanden sind, die vom NDR ggf. auch gestellt werden. Denn ein Teilnehmer bei The Voice, oder welche Acts da nun genau teilgenommen haben, habe sicherlich nicht zugriff auf so viele Tänzer oder Backingsänger.

    • Oha, echt nur eine Woche Vorbereitungszeit für die Performance? Da wird mir gleich so einiges klarer … Ich will ja nicht wissen, wie lange z. B. die Künstler, die am Mello teilnehmen, an ihren Performances basteln.

  8. Ich frage mich was muss noch passieren, dass endlich ein neues Team ran darf?! Schreiber ist weg, aber ansonsten hat sich nichts geändert. 0 Punkte 2015. 0 Punkte 2019. 0 Punkte 2021. Wer übernimmt nun Verantwortung und vor allem wie geht es weiter.

  9. Es muss sich einfach so viel tun. Keiner will ständig Erster werden, geschweige denn erwartet das jemand. Es ist auch nicht die Top 10. Das muss man auch nicht werden. Aber, und nun das große aber.
    Es fängt doch schon bei der Auswahl an. Wir nehmen unbekannte Leute – gar nicht schlimm – die aber in keinster Form die Chance haben richtig über die ESC-Fangruppen hinaus bekannt in Deutschland zu werden. Nein, es will auch niemand ein zweites Melodifestivalen.

    Uns wird mit einer Show oder eben dieses und im letzten Jahr einfach ein Act hingerotzt, der mal eben 1-2 Mal vor einer Tagesschau läuft. Falsche Zielgruppe bzw. meinetwegen, aber dann promoted doch vernünftig, selbst das wäre aber zu wenig. Wenn der Act bekanntwerden würde über ein paar Wochen oder die Auswahl sich etwas länger hinzieht und das Publikum aktiv einbezogen wird, bekommt man von Woche zu Woche immer mehr zu sehen und lernt die Person(en) kennen.

    Wer kann sich mit dem Künstler denn noch identifizieren? Wie kann man den vorher „kennenlernen“? Natürlich gibt es dann keinen Support und ESC-Preparties in Madrid oder London mitzunehmen reicht nicht, dort triffst Du auch auf eine ESC-Bubble. Der NDR versteht es einfach nicht.

    Soll ich auch nun zwei Instastories machen, meinen Wunsch danach äußern und dann wählt mich eine Jury? Moment mal, welche Jury eigentlich, wer kennt die?! Es ist erschreckend und so kommt es einfach zustande, dass sich a) das keiner anschaut und b) sowieso nur Häme entsteht und ich jemanden habe, dem es egal ist Letzter zu werden, hallo? Ist nun der Pessimismus auch dort schon angekommen, dass keiner mehr Bock dazu hat?

    Ich glaube mehr fällt noch so viel mehr dazu ein, aber das reicht hier erst einmal. Danke an den ESC Kompakt Blog für dieses Jahr. 🙂

  10. Ich glaube für den NDR beziehungsweise der ARD ist der ESC nur noch ein billiger Quotenbringer. Deutschland sollte sich für ein Jahr vom ESC verabschieden und die ganze ARD sollte einen Vorentscheid entwickeln der die vielfältige Musiklandschaft abbildet. Es wird vielleicht nicht sofort zu einem Top Ten Platz reichen, aber Platz 15 wäre doch auch mal etwas. Dafür braucht es aber massiven Druck von außen.

  11. Warum gucken hier nur so Viele auf das Ergebnis?

    Musik ist und bleibt Geschmacksache. Da sollte das Ergebnis doch egal sein. Oder brauchen hier viele Hater und Mopperer einen Orgasmus durch viele Punkte, den sie anders nicht mehr kriegen?

    Ich nicht. Ich finde das Lied weiterhin toll. Es macht und wird mir auch weiterhin gute Laune machen.

    Ist doch egal, was die anderen über uns denken.

  12. Ich mache es kurz: Ich möchte, dass der Consulting-Zauberalgorithmus aus der Black Box mal Open Source gestellt wird, um die Systemsicherheit zu optimieren.

  13. Seien wir aber bitte ehrlich, Jendrik Songs war auch in Deutschland (Radio, Charts usw.) kein Hit. Emotional berührt hat er nicht, Rock Songs haben nun mal den Vorteil, dass das Klientel sehr treu ist und definitiv dafür votet. Außerdem hat die Performance und der Gesang gestimmt. Bei Jendrik war beides nur Mittelmaß, wohlwollend ausgedrückt. Kann es sein, dass Zypern deshalb Jury Punkte bekam, weil der Song von Oxa im Auswahlverfahren war. Der Juror, der den auf Platz 1 gewählt hat, war sicher Schreibers Kumpel, als Dank für die Aufnahme in die Jury.

  14. Ich glaube an dem Konzept liegt es nicht, die Schweiz feiert ja super Erfolge mit dem gleichen Konzept. Der NDR veranstaltet das ja noch aufwendiger. Ich glaube, Deutschland hat einfach so ein schlechtes Standing, dass sich da niemand von Rang und Namen bewirbt.

    • Und wenn das so ist, dass sich niemand bewirbt, der Rang und Namen hat oder zumindest eins von beiden oder wenigstens noch einen halben Rang und einen Viertelnamen – warum ist das so? Ich wüsste gern, ob der NDR sich diese Frage stellt. Und wenn ja, zu welchem Ergebnis man kommt. Ich wette, dass viele schon deswegen nicht in Betracht ziehen teilzunehmen, weil sie sich vom NDR nicht in alles reinquatschen lassen wollen.
      Ein guter Künstler braucht auch einen guten Sparringspartner. Ich glaube nicht, dass Frau Wolfslast zum Beispiel das ist.
      Und wir haben alles gesehen, wie das funktionieren kann. 2018. Als Micha wunderbar mit Pellander harmonierte. Und man Micha hat machen lassen.

      • Hey! Nichts gegen Frau Wolfslast! Die hat erfolgreich das Künstler-Booking für Kieler Woche oder … von mir aus das ähm „Buxtehuder Krähenfest“ gemanagt! Die hat’s musikalisch als Event-Managerin voll drauf!. ^^

      • @Jorge:
        Mein Fehler. An Frau Wolfslast lag und liegt hier natürlich gar nichts. Ihre großartige Event- & Musikexpertise bringst du hier völlig zurecht ein. Im Grunde haben wir die famosen 3 Jury-Punkte einzig und allein ihr zu verdanken.
        Beugen wir uns also auch im nächsten Jahr ihrem Gespür für ESC-Trends und -Hits, um das uns vollkommen zurecht halb Europa beneidet. Wenn nicht sogar die ganze Welt. Unvergessen, wie sie Ben Dolic und Jendrik zu nationalen Pop-Flaggschiffen gemacht hat, deren Weltkarrieren unmittelbar bevorstehen.

      • Danke, jetzt bin ich beruhigt! ich habe deinen Kommentar als Permalink abgespeichert und dem NDR zugeleitet. Der Präsentkorb an dich ist unterwegs!

      • Das ist nicht nötig. Rosarotebrillenmäßige Verklärtheit und vollkommene Kritiklosigkeit gegenüber dem geilsten Sender der Welt aka NDR ist selbstverständlich.
        Wer kann ahnen, dass diese ganzen unbegabten Notenpisser aus Italien, Frankreich und der Schweiz beim Pöbel besser ankommen? Das ist nun wirklich nicht die Schuld des NDR. Frau Wolfslast und Herr Schreiber genießen zurecht einen tadellosen Ruf. Wer auch immer Herrn Schreiber nun nachfolgt, wird es nicht leicht haben. Diese coole Mischung aus „Wir haben dieses Jahr den geilsten ESC-Titel ever ausgesucht und auch von allen, die noch kommen“ und „Europa mag halt Deutschland nicht, was vor allem an der Merkel-Politik liegt und nur deswegen bekommen wir keine Punkte beim ESC“ muss ihm erstmal einer nachmachen.

  15. Ich halte es da mit Marianne von Freshtorge: Deutschland kann Autos bauen, aber keine Musik, die international ankommt.
    https://youtu.be/7xd891N-OL0
    Das sieht man ja auch über den ESC hinaus… welcher deutsche Act ist denn in der Welt erfolgreich? Und jetzt will ich weder Nena noch Rammstein hören. Und auch Tokio Hotel hatten nur einen Hit überm großen Teich.
    Jetzt hat der NDR schon wirklich viel ausprobiert… ehrlich, mir fällt auch kein besseres Auswahlverfahren mehr ein. Eine Vorentscheidung wäre schön. Aber wenn dann da wieder sowas wie Sisters bei rauskommt, weil es die Televoter nicht schaffen, gute Musik von schlechter zu unterscheiden, dann nützt das ja auch nichts.

    • „weil es die Televoter nicht schaffen, gute Musik von schlechter zu unterscheiden“ – ich mag ja solche kategorischen Aussagen nicht, aber wenn ich an die Punktzahlen Italiens und vor allem Finnlands beim diesjährigen Televoting denke, könntest Du vielleicht sogar ein bisschen recht haben …

  16. Jetzt wäre es wirklich interessant zu wissen, welche Songs in diesem anonymen Finale, welches die ESC Jury und internationale Jury benotete noch dabei waren. Ob da nicht noch 1 oder 2 bessere Songs dabei waren? ESC kompakt, Los recherchiert, bitte. Oxa kennen wir, auch Lienne meldete sich ja hier schon zu Wort. Welche Künstler melden sich jetzt noch freiwillig?

  17. Wie wäre es mal wieder mit Castingshow wie bei Lena und Roman Lob? Meinetwegen mit den beiden Jurys die eine Vorauswahl treffen, sehr gerne Live Show meinetwegen auf ONE. Zuschauer stimmen über Künstler ab, Song kann ja dann später geschrieben werden oder intern ausgewählt oder aus dem Ausland abgekauft werden. Vielleicht tauschen ja nächstes Jahr Zypern oder Litauen ihre Songs mit uns?

  18. In denke mal, dieses Konzept ist mittlerweile „outdated“. Wie wäre es mal mit Künstlern und Bands, die ihr eigenes Ding machen und nicht von irgendwelchen Songschreibern abhängig sind (guck an, bei acht von zehn in den vorderen Plätzen ist das der Fall).

    • Ein Festival wie Sanremo in Italien wäre supper. Nur kannst Du das aber nicht über Nacht mal so aus dem Boden stampfen. Auch das ist über Jahr(zehnt)e gewachsen und eine fest etablierte Größe im italienischen Unterhaltungsmusikgeschäft. Wobei aber auch dieses Festival jährlich neu liefern muss, um die besten Acts anzuziehen.
      Und genau da sehe ich das Problem: Es gibt in Deutschland keine Infrastruktur, die Unterhaltungsmusiker nach Qualität scoutet, um zu vermarkten. Die Indutrie baut Acts auf, die in ihr Vermarktungskonzept passen.
      Ich habe das Glück in einer Stadt zu wohnen, in der es eine Hochschule für Tanz und Unterhaltungsmusik gibt. Wie in jeder Hochschule müssen Absolventen eine Masterarbeit ablegen. Hier in Form eines Prüfungskonzerts. Was da an geilen Sachen abgeht, haut mich immer wieder um. Nur machen sich die Absolventen keine Illusionen – es in den Mainstream zu schaffen haben sie keine Chance. Alle haben sich ihre Nische aufgebaut, um sich in „ihrer“ Szene den Lebensunterhalt zu verdienen.
      Solange in Deutschland die Musikindustrie nur das vermarktet, was in ihr Vermarktungskonzept passt und nicht Dienstleister für Talente ist, wird sich nichts ändern. Das hat auch nichts mit Marktwirtschaft vs. Öffentlich-Rechtlich zu tun, da das alles ein Klüngel ist, dem es um Besitzstandswahrung geht. Erst kommen die Redakteure/Produzenten und dann die Künstler. Und da liegt der Fehler. OK, hat auch was mit einem faulen Publikum zu tun – man kann sich um gute Unterhaltungsmusik selber bemühen. Wobei es zugegebenermaßen von Jahr zu Jahr schwieriger wird, da alle Sendungen, die Qualität präsentieren, immer mehr und mehr gestrichen werden/wurden – DJ-Sets zu präsentieren ist anscheinend billiger. Und wenn Musiker nicht vorab klar bekennen, dass Sie in absolut jeder Hinsicht uneingeschränkt politisch korrekt sind, haben sie eh keine Chace (außer, sie sind Gangsterrapper – oder ist das schon wieder politisch korrekt?).

  19. Mit einer Castingshow auf ONE, moderiert von ??? lockst du aber auch keine Maus hinterm Ofen hervor.
    Ich bin ja eher für die ganz große Nummer… in etwa wie die Vorentscheidung 2004.
    Das war ne tolle Veranstaltung mit guten Acts, da haben sich auch die deutschen Musiker noch was getraut.
    Heute freuen sie sich nur noch, wenn sie bei der Babsi vor dem ESC singen dürfen… und sind kleinlaut, wenn sie darauf angesprochen werden, ob sie nicht auch mal beim ESC teilnehmen möchten.
    Und selbst das kann ich verstehen, weil ein guter Platz beim ESC die Bekanntheit zwar steigert, aber wenn man auf den hinteren Plätzen landet, kann das eine Karriere schneller beenden als man bis drei zählen kann.

    • Abr nehmen wir doch mal Jan Delay oder Sarah Connor, die da heute aufgetreten sind. Egal, wie sehr man die mag oder ob es nun realistisch ist, dass sie zum ESC fahren würden. Es sind halt jetzt die aktuellen Beispiele.
      Beide haben ein derart großes Standing durch einige Jahre Karriere, dasss man ihnen hier auch einen Platz 14 oder 18 nicht übelnehmen würde. Ich glaube also, sie hätten nichts zu verlieren. Beide werden auch keine Weltkarriere mehr anstreben oder einen Plattentrag in Osteuropa. Insofern: was soll da bitte schiefgehen?

      Wenn man hier in DEutschland eine Akzeptanz schafft für den ESC-Beitrag, kann das egal mit welcher Platzierung eine gute Geschichte werden. Aber weder 2019 noch 2021 hat kaum jemand gewusst, wer überhaupt für uns startet.

      • Ich glaube es geht bei den größeren oder bekannteren Musikern nicht nur darum möglicherweise Angst um die Karriere zu haben. Sondern das sie auch keine lust auf die Häme, den Spott und die auch Beleidigenden Kommentare haben denen sie sich dann auch stellen müssen vor allem aus dem eigenen Land. Da ist Jendrik das beste Beispiel. So sehr wie er unter anderem Beleidigt und auch runter gemacht wurde hätte kein großer Künstler bock drauf sich dem Auszusetzen. Man hofft ja eigentlich darauf Unterstützung aus dem eigenen Land zu erhalten und nicht nur Hass abzubekommen. Ich denke das ist auch ein großer Grund warum viele große Künstler einfach nicht am Auswahlprozess teilnehmen wollen. Ich glaube auch nicht das es hilft Akzeptanz für einen ESC Beitrag zu schaffen da wir Deutsche trotzdem immer den Pesimisten raushängen lassen und unseren eigenen Beitrag dann schlecht machen…..

  20. Für den Pressereview, habe ich beim ORF auf der Suche nach Ösi-Votingtabellen gefunden:

    Blamage für Großbritannien und Deutschland …
    „Was sich Deutschland dabei gedacht hat, Sänger Jendrik mit dem Kinderlied „I Don’t Feel Hate“ und einer Tänzerin in einem Fingerkostüm nach Rotterdam zu schicken – man weiß es nicht. Vom Publikum gab es dafür keine Punkte, zwei der drei Jurypunkte kamen aus Österreich.“

    https://orf.at/stories/3214215/

  21. Es gibt halt das abschreckendste Beispiel mit den No Angels. Deren Auftritt beim ESC war zugegebenermaßen grotte, aber die Mädels hatten auch eine große Fanbase, die sie nicht über den ESC weitergetragen hat. Das muss natürlich nicht immer so laufen, Roger Cicero hat die schlechte Platzierung nicht geschadet, aber er hat ein eigenes Genre vertreten und blieb damit erfolgreich. Hatte Texas Lightning nach dem ESC überhaupt noch was veröffentlicht? Solange die Deutschen nicht hinter ihrem Beitrag stehen (weil sie ihn nicht mögen oder überhaupt kennen) und alles sofort in der Luft zerreissen, wird sich kaum ein bekannter Star auf die ESC-Bühne wagen.
    Es hat mich schon gewundert, dass Michael Schulte heute sagte, dass er sich das durchaus noch einmal vorstellen könnte.

    • also um ehrlich zu sein sind ja heutzutage die überwiegende Mehrheit der bekannten Stars mit aktuellen Hits aus dem Bereich Deutschrap. Mal nur mit Rap mal mit Rap + Gesang.

      • Und dann streichen wir alle Hip Hop Sachen mit Samples, weil nicht erlaubt.
        Wie viele erfolgreiche Rapsachen bleiben dann übrig?

  22. Es gibt in Deutschland ausreichend Komponisten und Texter die fähig sind ‚gute‘ Lieder zu schreiben und es gibt auch eine ausreichend große Menge von Interpret*innen die ausreichend gut performen können, um beim ESC beste Figura zu machen. Anderweitige Behauptungen sind natürlich Unsinn.. Es gibt über-reichlich Potential. Es gibt auch viele, die beim ESC mitmachen wollen. und ich sag mal so, würde man genug Geld ausloben gäbe es wahrscheinlich noch viel mehr die mitmachen wollten.
    Jetzt aber die schwierige Frage: welches Auswahlverfahren erzeugt am besten (natürlich in möglichst realitätsnaher Simulation zum ESC Verfahren) ein Ergebnis dass beim tatsächlichen ESC Verfahren wirklich auch Punkte einfährt. Als erstes gilt hier für alle Entscheider und Juristas Augen und Ohren vorurteilsfrei und erwartungsfrei aufzusperren. Will man einen Song sich WIRKLICH selbst öfters anhören, oder will man ’nur‘ dass ein Song ANDERE öfter anhören, oder im TV sehen sollen, weil man meint die sollten das tun (weil der so künstlerisch hochwertig ist und/oder Läuterungserziehung verspricht, oder andere Ungewöhnlichkeiten aufweist). Die Simulation der Unbedarftheit, die meiner nach das realistischeste Ergebnis zeitigt ist leider praktisch unmöglich für Entscheider die eben nicht Unbedarft sind. Das Televoting beim Vorentscheid ist im Grunde schon so eine Art von Simulation und daher im Grundsatz ein gute Idee. Nur nen Televoting bei dem fast nur ‚Ausschussware‘ präsentiert wird und dann vielleicht noch einen Teil das es unbedingt werden soll, das macht keinen Sinn. Auch das vllt naheliegende ‚finden wir alle richtig lahm‘ als Entscheider dass muss dann ja gut ankommen ist glaub ich auch sinnfrei. Das Ende vom Lied ist natürlich: der nächste Vorentscheid darf nur Deutschrap Lieder enthalten. Sieger bekommt 1000€ pro Punkt den er im ESC Finale erzielt, wenn es mehr als 10 sonst ZERO. Dann ist auf jeden Fall Bewerberalarm 🙂

  23. Uns fehlen halt in Deutschland auch die Sängerinnen, die sich im knappen Badeanzügen auf die Bühne schwingen und ihre wilde Mähne von einer Windmaschine durchwehen lassen. Naja, die Helene würde das vielleicht machen, aber die wurde ja heute schon von Moldawien gut vertreten.
    Mir hat der ESC heute gezeigt, dass das ganze Spektakel um die Auftritte total nutzlos ist. Es braucht keine Riesen-LED-Leinwand, keine Tänzer*innen, keine tosende Halle. Es braucht ein guter Song einen guten Interpreten in einem guten Moment, der drei Minuten durchhalten muss.
    Das hat Italien heute unspektakulär spektakulär geschafft, das hat Barbara Pravi für mich geschafft. Eine Frau, ein Licht, ein Lied.
    Oder vor zwei Jahren Duncan Lawrence: ein Mann, ein Licht, ein Lied… und ein Klavier.
    Vor vier Jahren Salvador Sobral: ein Mann, ein Licht, ein Lied.
    Und da gibt es noch einige andere Beispiele.

    Das soll nicht heißen, dass ich jetzt nur noch Solo-Acts möchte, das wär ja auch langweilig. Es soll nur zeigen, dass es eigentlich ganz einfach sein kann.

  24. Wie bei UK und Spanien mal wieder eine vorhersehbare Katastrophe; schlimm, wie dann in der post-ESC Show gleich wieder versucht wurde, das schönzureden – null Einsicht nach der zweiten Totalklatsche von Europas Televotern. Im Hintergrund maulen zwei biedere Juroren, weil Italien gewonnen hat – da hätte die Regie mal eingreifen müssen. Dann ein völlig verpeilter Jendrik, der sich wie schon Anne-Sophie, Jamie-Lee, etc. über die „tolle Erfahrung“ freut und von „illegalen Parties“ redet. Das war dann einer der Momente, in denen Babsi zeigt, dass sie Profi ist, sie hat das Interview ziemlich schnell beendet und die pampigen Juroren ignoriert; auch keine oder kaum Schönrederei von ihr.
    Und jetzt lasst bitte den WDR ran!

  25. Es ist jetzt halt so, aufstehen, Krone richten und weitermachen. Im großen und ganzen finde ich den Auftritt gut und war auch, meiner Meinung nach, nicht der schlechteste. Auf eine Platzierung in der linken Hälfte habe ich auch nicht wirklich mit gerechnet, ein paar Plätze weiter oben hätte ich ihn aber doch getippt.

    Viel schlimmer finde ich dieses Jahr Peter Urban. Abgesehen von den einem oder anderem Versprecher hat er bei Belgien den Namen der Sängerin falsch genannt und, wenn ich es richtig rausgehört habe, meinte er bei der Postcard von Jendrik, dieser habe mit einer WhatsApp Aktion auf sich aufmerksam gemacht.
    Vielleicht sollte der NDR/ Peter Urban mal über eine Kommentatoren-Rente nachdenken. Als Nachfolger könnte ich mir Constantin Zöller vorstellen.

    • Ich denke nach 24 Jahren sollte Urban jetzt aufhören. Es ist immer das Selbe bei ihm. Grundsätzlich sollte sich der NDR fragen, ob er es nicht einem anderen Sender übergibt. WDR vielleicht?

      • Ob gleich ein ganzer Senderwechsel notwendig ist mag ich nicht zu beurteilen. Im großen und ganzen bin ich mit der allgemeinen Arbeit vom NDR zufrieden. Spontan gefällt mir der WDR als möglicher Nachfolger ganz gut, wobei es dann ja höchstwahrscheinlich zu einem Teamwechsel bei der Eurovision.de kommen würde, was ich schade finden würde.

      • Wobei ich auch sagen muss, dass der NDR mein „Heimatsender“ ist und ich deswegen am meisten von deren Arbeit mitbekomme. Im Vergleich zu anderen Sendern.

  26. Die Auswahl dieses Beitrags zeigt erneut, welche Kompetenzen Entscheider nicht haben. Friede, Freude, Eierkuchen … die Welt ist ja so schön … Alles schön bunt und witzig … Sagt mal, was denkt ihr eigentlich, wie sich Deutschland hier präsentieren sollte – vor ganz Europa !!! Peinlicher geht es nicht mehr. Frankreich, Italien, Schweiz, Malta etc… hier steckt Musik drin … und Können. Und ich muss mich bei meinen europäischen Freunden wieder einmal erklären… Das macht langsam keinen Spaß mehr.

  27. Na ja, Jendrik und Team tun mir echt leid. Aber leider war es gestern Abend neben UK wirklich der schwächste Auftritt. Der Bühnenhintergrund war einfach viel zu bunt. Die Gruppe kam einfach nicht wirklich zur Geltung, meiner Meinung nach.
    Den Song mag ich nach wie vor sehr gerne, aber in der Flut der flotteren Nummern ging er einfach unter.
    Jendrik ist sehr sympathisch, natürlich, aber nur mit Sympathie bekommt man beim ESC halt keine Punkte.
    Schließlich geht es um die drei Minuten und die müssen überzeugen. Ob jemand sympathisch ist oder nicht, kann man oft erst bei längeren Gesprächen feststellen.

    Na ja, dennoch danke ich Jendrik für sein Engagement, und wünsche ihm natürlich alles Gute. Ich hoffe, dass diese Niederlage seiner Karriere nicht schadet.

    Hm… wie soll es jetzt weitergehen. Offensichtlich funktioniert in Deutschland das Konzept Direktnominierung doch nicht. Wenn man keinen Zugang zu dem Künstler-/in hat, kann man sich auch nicht wirklich mit dem Act identifizieren.

    Ich fände ja eine mehrteilige VE richtig gut, bezweifle aber, dass das in absehbarer Zeit in Deutschland realisiert wird. Das kostet schließlich Geld, und sie wollen ja sparen.

    Irgendwie ist die Luft raus, es fehlt an Ehrgeiz beim verantwortlichen Sender. Klar, man muß nicht immer vorne mitspielen, aber immer Letzter bzw. Vorletzter zu werden ist auf Dauer doch auch deprimierend.
    Irgendwann schwindet bei der Bevölkerung immer mehr die Akzeptanz für den ESC, und das wird man über kurz oder lang auch an den Zuschauerzahlen merken.

    Ich sage es nicht gern, und soll auch nicht nach beleidigter Leberwurst klingen, aber bevor man immer mehr junge Künstler-/innen verheizt, sollte man vielleicht doch mal ein Jahr pausieren. Nicht, weil man beleidigt ist, sondern um sich wirklich ein tragfähiges Konzept überlegen. Denn wenn das so weiter geht, werden sich bald überhaupt keine Künstler finden, ob bekannt oder unbekannt, die für Deutschland starten möchten.
    Das sind halt auch die Nebenwirkungen eines dauerhaften Mißerfolges.

    • Gaby, deine Hoffnung in allen Ehren. Aber ich fürchte es wird Jendrik genauso ergehen, wie Levina, Jamie Lee, Ann Sophie und den Sisters. Es ist zu überlegen ob es überhaupt noch Sinn am ESC teilzunehmen. Jetzt wo man Geld einsparen muss. Der BBC gehts ja genauso. Auch die TVE in Spanien wird sich überlegen ob sie nochmal teilnimmt. Nach der erneuten Pleite in diesem Jahr und das mit einem durchaus bekannten Künstler in Spanien.

      • @ ESC Fan. Wie wäre es wenn die von Dir genannten Länder einfach mal gute Lieder einreichen?!

      • Wie gesagt, mir geht es gar nicht um einen kompletten Ausstieg. Aber man sollte mal in sich gehen, und sich einfach mal Gedanken machen, wie man den ESC samt VE hierzulande populär machen kann. Man kann mit Sicherheit die Bevölkerung für eine mehrteilige Show begeistern, wenn man denn nur möchte, und sich ein bißchen Mühe gibt. Notfalls muß man die Verantwortung eben abgeben, wenn man keine Lust mehr hat.

        Für dieses Jahr ist die „Beer gschält“, wie man in der Pfalz sagt. Nachtreten nutzt jetz auch nichts mehr, und liegt mir fern. Es geht um die Zukunft, damit sich überhaupt noch KünstlerInnen finden, für Deutschland an den Start zu gehen. Man muß sich doch mal selbstkritisch fragen, was machen denn z. B. Italien oder Frankreich anders, dass sie diesen Erfolg haben.

  28. Nehmt einfach dem NDR die Verantwortung weg! Die ARD soll es intern ausschreiben und dem Sender mit dem besten Konzept die Verantwortung übergeben.

  29. Wenn beim ESC wirklich die Qualität der Songs im Vordergrund stünde, hätte Jendrik nicht so schlecht abgeschnitten. Hier spielen jedoch andere Aspekte eine Rolle (u.a. politische).

    • Voll auf Schreiber-Linie. So gefällt mir das. Es sind immer nur die Anderen Schuld am schlechten Abschneiden, auf gar keinen Fall ist das eigene Versagen ins Feld zu führen.

  30. Also ich gehöre ja zu der Fraktion, die das alles auch immer für ein gewisses Glücksspiel hält. Du brauchst halt irgendwie den richtigen Song, aber wenn das so einfach wäre, dann hätten wir jedes Jahr 40 Sieganwärter. Ob da Vorentscheid oder intern besser ist, ist wahrscheinlich letztendlich auch egal. [Wobei das natürlich bei zig letzten Plätzen in Folge auch kein Zufall mehr ist, aber halt so generell].

    No Name / Castingstar singt einen vorgeschriebenen, eingekauften Titel aus Übersee – das war unsere Erfolgsformel vor 11 Jahren.

    Was ich mir wünschen würde sind mal fertige Acts. Levina, Jendrik, Ann-Sophie. Das sind nette und talentierte Menschen und mit Lena hat es natürlich auf diese Art und Weise geklappt und natürlich haben die Sympathiepotenzial und diesen Underdog-Status und man wünscht ihnen das beste etc. Aber mit dieser Formel ist man jetzt so oft auf die Nase gefallen, da wünsche ich mir einfach mal ein Umdenken und zwar professionellere Musiker.

    Michael Schulte wusste was er wollte, er hatte Erfahrung, er hatte schon Konzerte gespielt und so weiter. Erfolgsgarant ist das natürlich auch nicht (siehe oben), aber zumindest wirkt man da seriöser und es wäre endlich mal ein anderer Ansatz. Das müssen auch nicht unbedingt die großen Namen a la Helene Fischer sein, aber es gibt genug kleinere, unbekannte Bands oder Künstler, die Konzerte geben und eine eigene DNA haben.

  31. Wie konnte das 100-Köpfige-ESC-Panel, das ja den europäischen Musikgeschmack wiederspiegeln soll, mit dem von einer kleinen internationalen Jury ausgewählten Beitrag so daneben liegen ?
    Im Jahr 2020 war man musikalisch auf dem richtigen Weg.
    Dieses Jahr aber der völlig unverständliche Fehlgriff…..

    • Das Panel hat einen sehr schlechten Geschmack bewiesen. Oder waren die anderen Vorschläge noch schlechter? Das ist ja auch möglich.

  32. Es interessiert sich kein deutscher Künstler wirklich für den ESC. Denn wenn ein guter Song dabei gewesen wäre , dann hätte die Jury diesen auch gewählt. So einfach ist das. Und was für Konsequenzen erwartet ihr? Es will kein Sender diese Verantwortung übernehmen. So einfach ist das. Für ESC gibt es keinen Stellenwert bei uns. Ganz einfach.

  33. Aus Sicht eines Freundes von Vorentscheides, so wie ich einer bin, war das schlechte Ergebnis natürlich gut. Bleibt zu hoffen das die Verantwortlichen bei der ARD in sich gehen, wenn etwas Abstand ist, und dann sich was überlegen. Auch Juries können daneben liegen. Auch wenn mir persönlich der Song von Jendrik gefallen hat. Sollte Deutschland nächstes Jahr wieder beim ESC starten, wünsche ich mir a) einen etwas bekannteren Sänger, b) wenn möglich einen Deutschen Song. So macht man den ESC in Deutschland kaputt. Entweder man macht es ernsthaft und mit gesundem Ehrgeiz oder halt gar nicht. So ist es nur eine Verschwendung von Gebühren.

  34. Man sollte sich mal fragen, ob eine Band wie Maneskin in Deutschland auch eine Chance gehabt hätte, überhaupt in den Auswahlprozess zu kommen oder dort Erfolg zu haben. Ich weiß nicht, ob das an den Juries oder den Verantwortlichen liegt.
    In den letzten Jahren wurden meist blutige Anfänger gewählt und ihnen oft auf die Schnelle ein Lied herbeigewürfelt. Auch Jendrik war vorher nicht aufgefallen durch gute Musik. Und halt immer Einzelpersonen. Als vor Jahren mal die Youtube Videos der Bewerber im Portal gezeigt wurden, da war richtig geiles Zeug dabei, auch von Bands. Rock, Metal etc.. Gewählt wurde die Vorauswahl dann aber nach Schablone jung, ohne Erfahrung und eigene Lieder, Richtung Pop, hübsch anzuschauen, kann nett singen, ist eine Einzelperson. Vielleicht auch insgesamt billiger und einfacher?
    Der ESC ist aber trotz netter Atmosphäre im Kern kein Junior-Karaoke-Spaß-Wettbewerb, jedenfalls, wenn man gewinnen will. Das Songwriting Camp ist daher für die Tonne und sollte in dem Kontext gestrichen werden. Und man sollte besser versuchen, eine andere Klientel anzusprechen. Leute, die ihre Musik bereits leben, egal welcher Art.

  35. Ich finde, gerade die Deutschen nehmen den ESC viel zu ernst. Ich meine, es ist lediglic ein Liederwettbewerb und kein Krieg bei dem es um die Verteidigung unserer Demokratie geht. Meines Erachtens ist das auch der Grund weshalb sich kaum Teilnehmer in Deutschland finden. Beschämend ist die Art und Weise wie Teilnehmer in den Medien und in der Presse niedergemacht werden. So wird sich natürlich kein Musiker, der auch nur einigermaßen bei klaren Verstand ist, finden lassen, wenn man damit rechnen muss, bei „Versagen“ gleich das Karriereende vor sich zu haben.

    Und dann noch etwas. Ich finde das Punktesystem ungerecht und grundfalsch. Wie kann es sein, dass man für 26 Länder nur maximal 10 mögliche Punktwertungen vergeben kann. D.h. man kann es drehen und wenden wie man möchte, 16 Länder erhalten nicht etwa 0 Punte sondern sie werden überhaupt nicht bewertet. Das ein Teilnehmer wegen solch einen mathematisch ungerechten Punktesystem keinerlei Punkte bekommt, obwohl man mit dem Telefonvoting dies sehr leicht ändern könnte, ist für mich völlig untragbar.

  36. Bezeichnend für den traurigen Zustand ist doch Jendriks Bekenntnis von gestern Nacht. Wo er zugibt, dass es nicht sein bester Song war, er ihn aber eingereicht hat, weil er wußte, dass er bei den Verantwortlichen vom NDR ankommen würde. Musikalische Qualität zählen für den NDR nichts, wichtig ist eine linke, woke Message und schon wirst du ausgewählt. Ein Armutszeugnis und Ausdruck den Unfähigkeit der NDR-Verantwortlichen.

  37. Ich möchte hier nochmal erwähnen ,das Jendrik das absolut schlechteste Ergebnis der deutschen ESc Geschichte erreicht hat 3p

    und nicht Ann Sophie , die hätte nämlich nach dem jetzigen Punktesystem 29 Punkte erreicht (24( Jury und 5 (Televoting) und liegt auch vor Levina mit 6p Und Jamie Lee mit 11 und Sisters 24

    Das heisst wir haben diesmal 2021 den Totalausfall

  38. Jendrik ist kein Vorwurf zu machen. Er ist von Probe zu Probe besser geworden und hat das abgeliefert, was von ihm zu erwarten war. Herr Schreiber kommentierte, dass dieser Beitrag beim Vorentscheid eine Punktzahl bekommen hat, die es vorher noch nie gegeben hat. Nachdem Fazit von 0 Punkten beim Televoting ist dies genau der Knackpunkt. Dann hat es bei den weiteren 14 Beiträgen beim internen Vorentscheid keinen Konkurrenten zum Titel von Jendrik gegeben. Der NDR sollte sein Auswahlverfahren ändern. Was mich dabei ärgert ist; dass der Vorentscheid mit Televoting und Fernsehshow eingespart wird. Für das eingesparte Geld kein guter Song geliefert wird.

  39. Mal ehrlich…wenn ich mir die Punktevergabe der Deutschen Juri und des Deutschen Publikum ansehe frage ich mich ernsthaft warum wir dann Jendrik als Vertreter der Deutschen Liedkultur überhaupt zum ESC gesandt haben….denn das Voting der Deutschen Juri wie die Stimmen vom Deutschen Publikum zeigen doch ganz klar , das wir selber eine vollkommen andre Musik favorisieren als das was wir für den ESC angeblich demokratisch gewählt und Zum ESC gesendet haben….darüber sollten sich die Verantwortlichen Herren , Damen und sonstige mal ernsthaft Gedanken machen….

  40. Uns wurde über Monate vorgemacht, dass der Prozess geheim ablaufen muss, damit sich auch bekannte Künstler bewerben. Dann haben diese bekannten Künstler aber leider Songs geschickt, die schlechter als der von Jendrik war? Wir werden an der Nase herumgeführt. Das führt dazu, dass deutsche ESC Fans sich für alle Beiträge interessieren und stark machen – aus anderen Ländern, denn für den Beitrag aus dem eigenen Land kann ich mich nicht stark machen, Wir schicken einfach entweder zu gewollt passende und dann mittelmäßige Beiträge oder so einen wie dieses Mal wo wir vom Ausland dafür gelobt werden, dass wir eine riskante Wahl getroffen haben. Aber sie war ja gar nicht riskant! Eine Oma mit einem Krückstock konnte dieses Risiko vorher abschätzen hinsichtlich ob es überhaupt ein Risiko ist, wie z. B. das was Russland geschickt hat. Aber der Beitrag war künstlerlich risikoreich unserer war albern risikoreich..

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