ESC 2022 in Turin: Das Atelier Francesca Montinaro entwirft die Bühne im Pala Alpitour

Pause für den ESC-Dauer-Bühnendesigner Florian Wieder: Im nächsten Jahr setzt das italienische Fernsehen RAI auf einen Bühnenentwurf der Römerin Francesca Montinaro und ihren Team. Das gleichnamige Atelier hat sich in einem aufwändigen und intensiven Wettbewerb durchgesetzt und wird die Bühne im Turiner Pala Alpitour realisieren. Francesca Montinaro hat umfangreiche Erfahrung mit Bühnendesigns und auch schon zweimal dem Sanremo-Festival einen Entwurf geliefert.

Die Nachricht kam vergleichsweise unspektakulär. Das Atelier Francesca Montinaro selbst postete am gestrigen Samstag das Bild (Aufmacher) auf Facebook und schrieb dazu:

Es ist offiziell!

Atelier Francesca Montinaro wird das Bühnenbild für den Eurovision Song Contest Torino 2022 entwerfen!

Es war ein sehr anspruchsvoller Wettbewerb, an dem wir mit Begeisterung und starken Emotionen teilgenommen haben. Es war ein Wettlauf mit der Zeit, der uns bis in die frühen Morgenstunden wach hielt. Aber es hat sich gelohnt, denn am Ende hat sich RAI für uns entschieden.

Wir nehmen diese Aufgabe mit Ehre an und werden daran arbeiten, ganz Italien eine Bühne zu geben, die Europa und der Welt die Seele der Italiener zeigt.

Wir würden gerne viel sagen, mehr erzählen, aber wir können keine Details preisgeben. Von nun an beginnen Monate intensiver, aber schöner Arbeit bis zur Eröffnung dieser dritten italienischen Eurovisionsausgabe.

Wir sehen uns im Mai!

Die Künstlerin und Bühnenbildnerin Francesca Montinaro wurde 1965 in Rom geboren und entwirft seit den 1980er Jahren Fernsehkulissen für die wichtigsten italienischen und ausländischen Fernsehsender. Sie hat schon für die RAI, La7, Mediaset und das schweizerisch-italienischsprachige Fernsehen RSI gearbeitet. Außerdem unterrichtet sie am IED in Rom und seit 2010 an der Akademie der Schönen Künste in Rom und Carrara.

Auch Sanremo-Künstler/innen standen schon zweimal auf von ihr entworfenen Kulissen. Sowohl die Bühne der Ausgabe 2013, bei der Marco Mengoni siegreich vom Platz ging, also auch die von 2019, bei der sich Mahmood den Sieg holte, waren von Francesca Montinaro und ihrem Team realisiert worden.

Seit 2017 hatte Florian Wieder jede ESC-Bühne entworfen – unabhängig davon in welchem Land der Wettbewerb stattgefunden hat. 2022 zeichnet – wie zuletzt 2016 in Stockholm – nun wieder ein/e nationale/r Designer/in für die Umsetzung der Bühne verantwortlich.

Welche Erwartungen hast Du an das Bühnenbild in Turin? Und welches hat Dir in den letzten Jahren beim ESC besonders gut gefallen? Diskutiere gern unter diesem Artikel. 


27 Kommentare

  1. Ich finde es gut, dass mal jemand anderes für das Bühnendesign verantwortlich ist. Nichts gegen Florian Wieder, aber wenn immer ein und dieselbe Person engagiert wird, ist es auf Dauer auch langweilig.
    Die Frau Montinaro bringt bestimmt andere Ideen rein. Es lebe die Kreativität.🙂

  2. Eine gute Entscheidung und Florian Wieder wird es verschmerzen. Dennoch dürfte er mit Sicherheit auch für die Inszenierung des einen oder anderen ESC-Wettbewerbsbeitrages angeheuert werden.

  3. Optisch war das in den letzten Jahren ein Einerlei nur mit Nuancen.

    So hat der ESC endlich seit langem mal wieder die Chance auf einen neuen Look.

    Lila Schattierungen und andere dunkle Farben dominieren schon viel zu lange. Auch wenn ich andere Kritik Punkte an Baku2012 habe, aber visuell gefiel es mir.

  4. Ich fand eigentlich die Bühnen in Wien und Lissabon eine nette Abwechslung. 2021 war wirklich einfallslos. Ich freue mich, dass mal nicht Florian Wieder am Werk ist.

    • Wien war wirklich herausragend, was aber den Nachteil hatte, dass die Österreicher so stolz auf die Bühne waren, dass viel zu viel in der Totalen gezeigt wurde.
      Gefallen hat mir auch das Sparkonzept von Dänemark, es muss eben doch nicht immer teuer und opulent sein.

      • Die Dänen hatten zwar gedacht, ihr Konzept sei sparsam, tatsächlich war es einer der teuersten ESC. War aber sehr cool gemacht; hätten sie so lassen können, wenn es nicht so ein Krampf gewesen wäre, wieder zur eigentlichen Stadt zu kommen.

  5. Ich fand im letzten Jahrzehnt gerade die Bühnen, die NICHT von Wieder stammten, am schönsten. Düsseldorf war natürlich wegen der Größe beeindruckend und da war sein Konzept auch noch frisch, aber zum x-ten Mal ein Kreis/Oval/Dreieck mit LED-Wand dahinter ist dann irgendwann langweilig. Rotterdam war mal ein bisschen as anderes, aber da geht noch mehr. Von mir aus muss es auch gar keine LED geben, die Projektionen von Malmö fnd ich gar nicht schlecht und in Nahaufnahmen sehen die ohnehin besser aus als matschige Pixel.

    • Lissabon fand ich eigentlich sehr ns, weil nicht so übertrieben mit LED-Wänden gearbeitet wurde. Diese Bildchen im Hintergrund sind ja ganz nett, lenken aber doch sehr von den Beiträgen ab. Wenn ich das Beispiel Wien nehme: Ich hatte den Eindruck, die Strichmännchen hätten den ESC gewonnen. Wer weiss, ob Måns Zelmerlöw ohne diesen Hintergrund gewonnen hätte. Eine visuelle Unterstützung kann durchaus für die Künstler von Vorteil sein, ist aber für mich nicht der Sinn des ESC.

      Für mich waren die Bühnenbilder 2010, 2013 und 2018 am angenehmsten.

      • „Lissabon fand ich eigentlich sehr angenehm“, sollte es heißen. Sorry, meine Finger sind ein wenig kalt im Moment, dadurch werden sie steif.😉

      • Die Strichmännchen waren aber nicht auf der LED-Wand. Schweden hat die gesamte Technik und Wand selbst mitgebracht.

      • @roxy

        Okay, sorry das wusste ich nicht. Aber dennoch finde ich diesen ganzen Graphic-Overkill übertrieben, wie auch immer.😉

      • Ich mag die komplett LED-freie Bühne, die es in Oslo gab.
        Warum sind denn Deine Finger kalt, Gaby? Ist Deine Heizung ausgefallen? Meine hat vor 2 Monaten den Geist aufgegeben. Das war ein Schlag ins Budget …

      • @togravus ceterum

        nein, zum Glück funktioniert die Heizung noch. Bin halt trotzdem verfroren, keine Ahnung.😀😉
        Und wenn erst mal die Hände und Füße kalt sind….brrr.
        Aber im Moment haben sich zumindest die Hände wieder ein bißchen erwärmt.🙂

      • Bei den Händen hilft ja ein Pott Tee. Mit den Füßen ist es schwieriger … 🤣

  6. Für Florian Wieder eine künstlerische Schaffenspause. Das kann dich nur positiv auf andere bzw. für kommende Projekte auswirken.

    Ich hoffe nur, dass sich das schlechte, kreativlose Bühnenbild von einst 1991 nicht wiederholt.

  7. Find’s auch okay, dass in puncto Stage Design mal jemand anderes den Zuschlag bekommt.
    Generell finde ich, dass die letzten ESC-Jahrgänge designtechnisch viel zu ähnlich waren … Nicht nur die LED-Bühnen (Lissabon vielleicht mal ausgenommen), sondern zum Beispiel auch das Scoreboard, die Farb- und Schriftgestaltung bei Einblendungen etc.
    Kann verstehen, dass die EBU den ESC als „Brand“ sieht und nach Möglichkeit alles vereinheitlichen möchte, aber es fehlt halt so individuelle „Stempel“ des Gastgeberlandes.
    Kann mich ehrlich gesagt viel besser an ältere ESCs und deren Beiträge aufgrund des spezifischen Designs erinnern (z.B. der futuristische Raumschiff-Look Dublin ’97, der skandinavische Minimalismus in Stockholm 2000, die knuffige Knetfigur-Ästhetik in Riga ’03 oder der maritim-antike Colosseum-Chic in Athen ’06).
    Bei vielen neueren Beiträgen muss ich immer überlegen, ob sie jetzt 2018, 2016 oder vielleicht nicht doch schon 2014 für ihr Land angetreten sind, das Setting war immer sehr ähnlich…

    • Ja, ich finde auch, dass man den ESC wieder etwas Individueller gestalten sollte. Die Knetfiguren von Riga waren wirklich richtig knuffig. Das war sowieso ein großartig, liebevoll gestalteter ESC, mit einer wundervollen Moderation.😍

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