
Der Eurovision Song Contest war 2026 nicht nur im klassischen Fernsehen ein großer Erfolg, sondern dominierte offenbar auch plattformübergreifend die Streaming-Nutzung in Deutschland. Neue Daten der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) zeigen nun: In der ESC-Woche erreichte die Programmmarke ESC eine höhere Nettoreichweite als Prime-Hits wie „LOL: Last One Laughing Germany“ oder „Maxton Hall“. Die Zahlen müssen allerdings richtig eingeordnet werden, denn sie bedeuten nicht, dass zusätzlich fast drei Millionen Menschen den ESC komplett im Stream gesehen haben.
Über die klassischen TV-Quoten des ESC 2026 hatten wir bereits berichtet: Das Finale aus Wien erreichte im Ersten und bei ONE zusammen knapp 9 Millionen Zuschauer*innen, dazu kamen starke Marktanteile insbesondere bei den 14- bis 49-Jährigen. Auch die beiden Halbfinals konnten hohe Reichweiten erzielen. Hinzu kam bereits damals eine beachtliche Nutzung der Live-Übertragungen in der Mediathek der ARD und auf eurovision.de.
Nun gibt es erstmals zusätzliche Zahlen, die zeigen, wie stark der ESC auch jenseits der klassischen Live-TV-Nutzung performt hat. Grundlage dafür sind neue sogenannte „Programmmarken“-Auswertungen der AGF, über die DWDL berichtet hat. Dabei wird plattformübergreifend gemessen, wie viele Menschen innerhalb einer Woche mit Inhalten einer Marke in Kontakt gekommen sind.
Und hier landet der Eurovision Song Contest als Marke ganz vorn: Für die ESC-Woche weist die AGF eine Streaming-Nettoreichweite von 2,895 Millionen über die verschiedenen Inhalte aus. Damit lag der ESC sogar vor „LOL: Last One Laughing Germany“, das auf 2,069 Millionen kommt, und auch vor dem Prime-Video-Erfolg „Maxton Hall“.
Um das noch einmal klar zu sagen: Der ESC konkurriert hier nicht mit klassischen TV-Formaten, sondern mit einigen der erfolgreichsten Streaming- und On-Demand-Marken Deutschlands. Dass sich die Eurovision-Marke trotzdem an die Spitze setzen kann, unterstreicht die enorme Crossmedia-Präsenz des Wettbewerbs.
Allerdings dürfen diese Werte nicht mit klassischen TV-Einschaltquoten verwechselt werden. Die AGF misst hier keine durchschnittliche Sehdauer und auch keine vollständigen Abrufe einer Sendung. Stattdessen geht es um Nettoreichweiten – also darum, wie viele Menschen mindestens kurz mit Inhalten der Marke in Berührung gekommen sind.
Zum ESC zählen dabei nicht nur die Live-Streams der Shows selbst, sondern auch Highlight-Clips, einzelne Auftritte, Zusammenfassungen, Interviews, Zusatzvideos oder andere Inhalte rund um den Wettbewerb innerhalb der erfassten Plattformen. Die Zahl von 2,895 Millionen bedeutet also nicht automatisch, dass all diese Menschen zusätzlich zum TV-Publikum den ESC komplett gestreamt haben. Vielmehr sind Überschneidungen mit dem linearen Publikum absolut möglich.
Bist Du überrascht, dass der ESC bei dieser Art der Reichweitenmessung sogar vor Streaming-Highlights wie „LOL“ und „Maxton Hall“ liegt? Wie stark greifst Du auf die unterschiedlichen ESC-Inhalte auf Online-Plattformen zurück? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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Eigentlich wundert es mich fast das die Zahl da nicht noch viel höher ist, in meinem Freundeskreis streamen heute fast alle den ESC über die Mediathek oder YouTube statt ihn im linearen Fernsehen zu schauen. – Auch wenn man am Ende gemeinsam auf der Couch endet und es quasi das gleiche Erlebnis ist. 😀
Wenn sie über Youtube schauen wird das von der AGF natürlich nicht mit einberechnet. 😉
Stimmt, macht Sinn. Wobei ich mich frage wie sich das mit Inhalten auf dem offiziellen Eurovision Deutschland YouTube Kanal oder bei TikTok verhält, da wird ja von den Plattformbetreibern unter den Inhalten mittlerweile eingeblendet, wenn es sich um Inhalte von öffentlich-rechtlichen Sendern handelt. 🤔
Ich bin vor allem überrascht mit welcher Verzweiflung man sich an das Narrativ klammert das die Marke Eurovision durch die Handlungen der EBU keinen Schaden nimmt.
Das hat mit dieser Messung nichts zu tun. Hier wird nur Reichweite gemessen, ähnlich wie die Frage wie viele Leute eine Online-Werbung gesehen haben.
Es ist eine redaktionelle Entscheidung solche Messungen/Einschaltquoten in einem Artikel hervorzuheben.
Wahrscheinlich sucht die EBU dringend neue bzw. andere Sponsoren und da zählt Reichweite als relevantes Argument, äh Währung.
Die Zahlen zeigen doch ganz klar, dass die Marke ESC in Deutschland objektiv überhaupt keinen Schaden genommen hat (wie auch immer man „Schaden“ definieren will, das ist ja durchaus subjektiv).
Der ESC spielt, publikumsmäßig, weltweit mit dem „Super Bowl“ sowie dem „Champions League“-Finale in einer Liga, was die jährlichen Events betrifft, also Olympia und Fußball-WM mal außen vor gelassen. Ich gehe auch davon aus, dass das Durchschnittspublikum von den EBU-Handlungen überhaupt nichts mitbekommt, da sich dafür dann eben nur die ganz intensiven Fans, wie eben wir hier, interessieren.
Warum muss ich bei dem Foto immer an Stelzn im Schweizer Haus denken?
Danke, DP
OK, es gab entsprechende Abrufe in der „Gesamtwoche“ und sie lagen über anderen Streamingangeboten – schön. Also sequenzieren wir gedanklich noch nach Semis & Finale.
Die Beliebigkeit solcher Daten sind aber einfach die Pest. Mit konkreten Zahlen sind die Plattformbetreiber ja sehr sparsam unterwegs. Irgendeine Gesamtminutenzahl wird sicher auch noch die Runde machen.
Super! Überraschend finde ich es tatsächlich nicht.
Auf Social Media ist der ESC ja auch extrem im Trend.
Gestern in der Bahn ist mir das auch aufgefallen: Neben mir sitzt ein Mann, der sich durch Instagram oder Tiktok scrollt und plötzlich ertönt neben mir Bangaranga. Leider hat er nach 3 Sekunden weitergescrollt.
Dann haben wenigstens die ganzen Streamer die katastrophale Moderations“leistung“ von Herrn Schorn nicht erleben dürfen, oder?
Apropos, wann kommt dazu eigentlich mal ein Artikel? Das wird ja hier sehr laut totgeschwiegen bzw. ignoriert?
Ich fand Herrn Schorn sehr amüsant.
Ich auch, er war für mich wenigstens ein Highlight der Shows.
Volle Zustimmung!
Ich finde ihn auch ganz schlimm. Unerträglich.
Man stelle sich vor bei der WM würde jemand so wenig Fachkompetenz haben und kommentieren.
Der würde noch während des Spiels ausgewechselt werden.
Ein Artikel dazu würde mich auch sehr interessieren.
OT:
Hier wird das Line Up von der Sound am Markt Stage beim Altstadtsommer 2026 bei uns in Kaufbeuren am 19. und 20. Juni vorgestellt:
https://www.instagram.com/p/DY3xqjPjBBq/?igsh=eDJ1eXY5cXZ2M2I3
Da kommen vor allem Fans vom Indie-Pop und Fans von Brass auf ihre Kosten.
Diese Bühne ist aber etwas abgekoppelt. Der Veranstalter ist dort nämlich nicht der Altstadtsommerverein Kaufbeuren e.V., sondern der Kulturverein Kaufbeuren e.V.. Und deswegen Posten sie das Line Up auf ihrem Instagram-Kanal, aber leider ohne Fotos von den Acts, wie es der Altstadtsommerverein bei den anderen Line Ups macht. Und es gibt dort auch eine Streetfoodmeile.
Auch das gab es:
https://www.instagram.com/reel/DY18_a_Ml3h/?igsh=MTRudmt6bGJ1emU1OA==
Diese Zahlen sind natürlich immer schwer zu interpretieren. Trotzdem ein schöner Erfolg für den ESC, der mich aber auch nicht wundert.
Eurovision.de hat endlich mehr Informationen zur Deutschen Jury bereitgestellt:
https://www.instagram.com/p/DY4d9ppoBGs/?igsh=NDFlZXBrZjN0NWk0
Diese sieben Persönlichkeiten aus Musik, Medien und Entertainment bildeten die deutsche ESC-Jury 2026:
Bela Marton (Musiker, Producer, Teilnehmer ESC Das Deutsche Finale)
Udo Dahmen (Consultant – Lecturer – Author Drummer, Künstlerischer Direktor Popakademie Baden-Württemberg a.D)
Len Clare (Songwriter / Producer, u.a. für Zartmann)
Joy Berhanu (Creative Director für diverse erfolgreiche Musik-TV-Formate und Musikshows)
Sophia Gruber (Produkt/Artist Managerin – LIVE FROM EARTH)
Jules Kalmbacher (Songwriter / Producer, zigfach ausgezeichnet mit Gold- und Platin-Awards)
Alina Stiegler (Fernsehmoderatorin, berichtet seit 10 Jahren vom und über den Eurovision Songcontest für die ARD)
Dazu brauchen die allen Ernstes mehr als zehn Tage?! 😮🤨🙄
Hast du noch nie Mails in den Spam-Ordner verschoben?
Das mache ich bei nicht genehmen Absendern auch immer.
Man hat die Anfrage wohl jetzt erst gefunden.
Naja, Thorsten Schorn hat es am Ende vom ESC schon erwähnt.
Bin ich überrascht? Warte, ich gehe mich kurz mal fragen.
Endlich kommt das, auf was wir lange warten mußten:
https://www.instagram.com/p/DY4d9ppoBGs/?igsh=Z3RuZ291aWwxbmc1
Len Clare ist Produzent und Songautor (Gleiches gilt für Jules Kalmbacher), Sophia Gruber ist Produkt- und Künstlermanagerin, Udo Dahmen ist unter anderem Künstlerischer Direktor der Popakademie Baden-Württemberg.
Alter Hut
Cool 🙂