
Wien legt sich in dieser Woche wirklich für die Fans des Eurovision Song Contest ins Zeug. Neben Angeboten des ORF und der öffentlichen Hand gibt es auch jede Menge private Initiativen. Dazu zählt auch „Queers in the Garden„. Damit entsteht erstmals ein dedizierter Queer Safer Space mitten in der Stadt – und der könnte sich für manche Fans durchaus zu einer Art Homebase entwickeln. Am Mittwoch geht es los!
„Queers in the Garden“ (ähnlich wie ihre üblichen Partys „Männer im Garten“, die seit Jahren ein Begriff in der Wiener Partyszene sind) ist eine Veranstaltungsreihe im Wiener Volksgarten – bestehend aus Pavillon, Gartenbereich und Säulenhalle. Alle Partys und das Public Viewing am Samstag finden im Pavillon statt, das Public Viewing am Donnerstag wird in der legendären Säulenhalle organisiert. Die Musik der abendlichen Partys wird auch im offenen Gartenbereich über eine Lautsprecheranlage übertragen. Der Weg vom EuroVillage zum Volksgarten dauert nur 10–15 Minuten zu Fuß.
Bei den Partys sind neben deren eigenen Leuten auch etliche internationale ESC-DJs mit am Start: DJ Sinner G, DJ Douze Points und DJ Ohrmeister. Auch Party- und ESC-DJ Sunshine aus Hamburg hat sich angemeldet. Mitglieder aller Fanclubs bekommen 20 Prozent Rabatt. Tickets gibt es hier.
Von Mittwoch bis Samstag (13.–16. Mai) wird der Volksgarten Pavillon zur „Queer Embassy“ – also zu einem Ort, an dem sich ESC-Fans, Community und Szene mischen. Der Eurovision Song Contest ist der Anlass, aber musikalisch wird hier nicht dogmatisch nur ESC gespielt (bei den internationalen ESC-DJs aber schon). So gibt es auch Pop, Classics und alles, was eine gute Nacht trägt.
Der Unterschied zum EuroClub ist vor allem, dass hier nicht nur die ESC-Fans angesprochen werden und nicht nur das Feiern im Mittelpunkt steht, sondern auch der Raum selbst. Ein Ort, der bewusst als Safer Space gedacht ist – inklusiv, niedrigschwellig und offen für alle, egal ob queer, ally oder einfach neugierig. Dass für Trans-Personen, Drags und Refugees der Eintritt frei ist, setzt dabei auch ein klares Zeichen.
Inhaltlich deckt das Programm das meiste ab, was man sich für eine ESC-Woche wünschen kann: Clubbing unter Kastanienbäumen, ein Halbfinale-Viewing mit Pizza in der legendären Säulenhalle und natürlich das große Finale gemeinsam auf der Leinwand – mit anschließender Tanzfläche bis in die Nacht. Gerade das Semi-Finale-Event mit „Pizza Senza Danza“ könnte einer der entspanntesten Viewing-Momente der Woche werden.
Besonders interessant für die deutsche Bubble wird aber der Freitag: Am 15. Mai treffen sich von 14 bis 16 Uhr ESC kompakt, OGAE Germany und EC Germany genau hier im Pavillon. Wer schon mal bei einem dieser Treffen war, weiß: Das ist weniger steifer Fantreff und mehr Klassentreffen mit ESC-Soundtrack. Dass hier alle ESC-Anhänger aus Deutschland (und darüber hinaus) zusammenkommen, dürfte die Runde noch einmal deutlich größer machen.

Von der Papierform her wirkt „Queers in the Garden“ wie eine entspannte und zugänglichere Alternative zum offiziellen Trubel: zentral gelegen, fußläufig zum EuroVillage, aber mit weniger Hektik. Wer also keine Lust auf überfüllte Floors oder lange Schlangen hat, könnte hier genau richtig sein.
Seid Ihr beim Fanclub- und ESC-kompakt-Treffen am Freitag dabei? Wäre „Queers in the Garden“ für Euch auch mal eine Alternative zum EuroClub? Und wie wichtig sind Euch solche bewusst queeren Safe Spaces während der ESC-Woche? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da!
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@DP, ist Queers im Garten dasselbe wie Männer im Garten? Eines wäre ansprechender für mich als das andere.
Du bist doch gar nicht in Wien, oder?
Korrekt. Es klang nur im Artikel so, als ob das dasselbe sein könnte, was natürlich Marketing-technisch keinen Sinn ergibt (Otter vs Nemos).
Achso. Geht mit ähnlich: Wenn ich schon mal in die Community gehe, was ich kaum noch tue, möchte ich da Männer treffen. Wenn man erst einmal die Pronomen abklären muss, bin ich gleich raus.
Vielleicht wollen die Veranstalter auch einfach keine Frauen (die ja durchaus auch ESC Fans sind) ausschließen, sondern ein inklusives Event schaffen und lassen es daher unter dem Sammelbegriff Queer laufen?
Nein, das ist ja die Idee. Normalerweise heißt die Partyreihe „Männer im Garten“. Diese vier Tage jetzt zum ESC heißen bewusst „Queers in the Garde“ Es soll ja niedrigschwellig und inklusiv sein
Ach sooo. Danke für die Aufklärung!
Musste erstmal googlen, was der Begriff „ally“ zu bedeuten hat.
Die Location kann ich empfehlen, also außerhalb des ESC…
War bei „Männer im Garten“ zufällig bei meinem letzten Wientrip. Sehr schöne Stimmung und neue Bekanntschaften kennengelernt.
Kannte ich auch nicht. Ich werde immer müder, was die vielen neuen Begriffe betrifft, Bill Maher hat das neulich satirisch verarbeitet
Ich bemühe mich ja immer nach Kräften, jedermenschs Identität gerecht zu werden, aber etwas anstrengend und unübersichtlich ist das mittlerweile schon.
📧
Da weiß ich ja schon, worauf ich mich heute Abend freue.
Viel Spaß beim Gläschen Alpiarça. 🥂
Die aus meiner Sicht richtige Form der Anstrengung wäre, denn es ist anstrengend, sowas wie eine Losdemokratie über Reformen einzuführen, wo die vielen Gruppen, die sich gegeneinander abzugrenzen wünschen, in Gremien und Bürgerräten zusammengelost werden und plötzlich miteinander reden müssten. Das was uns anstelle an Anstrengung zugemutet wird, „jedermensch Identität gerecht zu werden“, bringt uns das ein eine selbstbestimmtere Welt?
Mich verwirrt das Ganze ziemlich, weil ich in Bezug auf Identität ein schlichtes Gemüt habe. Sagt sich als weißer Mann aus der Mittelschicht wahrscheinlich leichter als für viele andere …
🤔🤨 Weshalb starten die erst am Mittwoch?
Personalmangel / Auslastung / Am Dienstag nur für geladene Gäste.
Such es dir aus.
In sonstige Wochen hat https://pizza-senza-danza.at/ von Dienstag bis Samstag geöffnet.
Was ich aus meinen ESCs live vor Ort mitgenommen habe: Die ESC-Bubble ist ironischerweise nicht wirklich divers, schwule Männer sind (zumindest gefühlsmäßig) in der Überzahl. Von daher würde ich fast sagen, dass queere Safe Spaces essenziell sind, damit jeder sich wohlfühlt. Das Publikum ist da… Wird ja auch keiner gezwungen, diese Safe Spaces aufzusuchen. Ebenso wenig wird mir als Heterofrau da irgendwas weggenommen.