Eurovision-Version von „Brividi“ veröffentlicht: So wurde der italienische ESC-Beitrag auf 3 Minuten gekürzt

Der Song geht als einer der beiden ganz großen Favoriten ins Rennen um den Sieg beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin: „Brividi“ von Mahmood und BLANCO (Aufmacherfoto). Die Sieger des Sanremo-Festivals hatten bisher aber ein Problem: Ihr millionenfachgestreamter und gefeierter Song war mit 3:19 Minuten zu lange für den ESC. Jetzt liegt – dank des offiziellen ESC-Albums – die „beschnittene“ Fassung vor.

Dieses Schicksal ereilt immer wieder Lieder, die nicht von vornherein für den ESC geschrieben worden sind und dann eine nationale Vorentscheidung gewinnen: sie sind länger als 3 Minuten. Das ist aber die maximale Dauer für Beiträge, die beim größten Musikwettbewerb der Welt auftreten wollen. In Deutschland war etwa 2013 Cascada gezwungen, die Hälfte der zweiten Strophe von „Glorious“ zu streichen, um die Vorgaben zu erfüllen.

Eurovision-Version von Brividi von Mahmood & BLANCO

Zu einer solchen textlichen Kürzung musste man bei „Brividi“ nun nicht greifen, und das trotz der immerhin 19 überzähligen Sekunden. Stattdessen behalf man sich zum einen mit der Kürzung des Intros. Wo also die Single mit einem achtsekündigen Instrumental-Intro startet, legt Mahmood nun a cappella und mit einem Echo-Effekt unterlegt los. Die Musik setzt dann neun Sekunden später ein.

Die zweite Kürzung wurde am Ende des Songs vorgenommen. Hier hat man auf eine letzte Steigerung im abschließenden Refrain verzichtet. Dadurch ist der Titel nun mit 2:55 Minuten sogar fünf Sekunden kürzer als er sein müsste. Man könnte argumentieren, dass ihm dadurch zum Schluss die Wiederholung der eigentlichen melodiösen Hookline fehlt. Zuschauer/innen, die mit dem Lied nicht vertraut sind, dürfte das aber vermutlich kaum auffallen.

Original-Version von Brividi von Mahmood & BLANCO

Die Änderungen an dem Song haben Mahmood und BLANCO zusammen mit dem Co-Komponisten Michele Zocca (Michelangelo) vorgenommen. Unsere Kolleg/innen von Wiwibloggs gehen davon aus, dass diese Änderungen helfen können, die Live-Präsentation von „Brividi“ zu verbessern. Dafür spräche, dass die Eurovision-Version nun einen stärkeren Fokus auf die Stimmen der beiden Sänger legen würde und weniger auf die Instrumentierung.

Wie gefällt Euch die gekürzte Eurovision-Version von „Brividi“? Geht hier im Vergleich etwas zum Original verloren oder könnten die beiden Italiener sogar dadurch bei ihrem Auftritt in Turin profitieren? 


42 Kommentare

  1. Die Fans (m/w/d) werden es bedauern, dass „brividi“ nach nicht Mal drei Minuten schon wieder zu Ende ist.

    Una bellissmia canzone – due grande voci – grazie ragazzi !
    Sono sicuro, che vincete questa competizione.

    Ich glaube, dass die Performance aber insbesondere Mahmood sowie Blanco an und für sich die regelkonforme Kürzung locker wieder ausgleichen.

  2. I like 😍kann gut damit leben. Der Song wird dadurch nicht besser aber und das ist das Entscheidende auch nicht schlechter – klingt halt einfach nur ein bisschen anders. Bin total gespannt auf ihren Auftritt. Denn der war es durch den ich mich in das Lied verliebt hab. Wenn die beiden beim ESC es also schaffen bei mir die gleichen Gefühle zu wecken dann kann ich mit der Änderung gut leben

  3. Klappt, Schlüssel ist sowieso die Chemie zwischen den ragazzi. Weiter meine Nummer 3.

      • Das nicht, aber die Performance verstärkt den positiven. Ist bei meiner 2 Frankreich genauso, es schadet nicht, dass er so aussieht, als ob er gerade vom Eric Videos Dreh kommt.

      • @4porcelli:

        Jetzt war ich kurz davor, das sich Italien vor meinen eigentlichen Favoriten Frankreich geschoben hätte, aber dank deiner Assoziation weiß ich wieder, wo der Hammer hängt, und F. bleibt weiter meine Nummer 1. Doch, auch wegen des Songs…

        P.S.: Bei der neuen Brividi-Version (Cazzzo-Dreh?, weiter meine Nummer 2) finde ich schade, dass der schöne Anfang fehlt, beim Ende macht es für mich keinen Unterschied…

  4. Sehr schön! Jetzt kann man die neue Version um weitere 175 Sekunden verkürzen und dann gefällt er mir vielleicht auch noch. 😉

  5. Die Kürzung macht des Song für meine Ohren nicht besser. Ich bleib da lieber bei den singenden „Kindergärtnerinnen im Stuhlkreis“.

  6. Musikalisch gefällt mir das Original natürlich besser, vor allem der kastrierte Schluss nimmt ein wenig des ursprünglichen Charmes.
    Aber…the Regels are the Regels. Von daher musste ja irgendwo gekürzt werde und toll ist ja, dass der Text der Bridge komplett geblieben ist. Wie schon von einigen beschrieben, hebt sich der Song durch das Spiel der beiden miteinander in eine andere Liga, von daher mache ich mir nach wie vor keine Sorge für eine weitere Top 3-Platzierung der Italiener (ich wäre ja weiterhin für einen Heimsieg 😍)

  7. Es bleibt wunderschön und mein Favorit auf den Sieg! Ich hoffe, dass der Auftritt ähnlich magisch wird wie in San Remo, aber warum sollte es den beiden nicht gelingen? Inga, Dein Stuhlkreis komplettiert mit dem hübschen Franzosen meine Top 3!

  8. Der Zauber bleibt. Der kupierte Schluss tut nicht weh. Ist und bleibt der beste Song des Jahrgangs und mein neues ESC Lieblingslied aller Zeiten 🥰

  9. So oder so ist es der einzige Song, von dem man sich vorstellen kann, dass er auch noch in ein paar Jahrzehnten gerne gehört wird.

  10. Aaach, schade! Die Original-Version haut natürlich am Ende nochmal rein, und powert nochmal 1000% passione raus, das ist doch genau die Stelle, wo ich als Fan spätestens anfange, das Taschentuch zu zücken vor Ergriffenheit, wenn Blanco ihn dann nochmal am Kragen packt. Damit verliert der Song am Ende leider ein bisschen Dynamik. Aber sei’s drum, damit kann man leben, dennoch ist Italien immer noch einer von meinen drei ersten Plätzen (mit Frankreich und Serbien). Ich finde diese Art von Kürzungen einer Wiederholung des Refrains immerhin auch geschickter, als die diversen Beispiele, wo man ganze Strophen gekürzt hat (Occidentalis Karma die zweite Strophe, Taken by a stranger die dritte Strophe), was der Dynamik der Songs für mein Empfinden einen viel größeren Abbruch getan hat.

  11. Schade. Da geht leider zu viel vom Song verloren, was mir gefallen hat. Ich wäre ja dafür, dass man die maximale Länge der Songs erhöht und damit die Show nicht zu lange dauert, nervig lange Intervalacts wie 2019 einfach komplett weglässt.
    Oder man macht es ganz anders: Man läst einfach die kompletten Liveauftriffe beim ESC weg. 99% der Zuschauer wissen doch sowieso schon für wen sie stimmen und haben die Künstler bei den ganzen Pre-Partys doch bereits live singen hören. Wozu dann noch den Liveaufritt am Samstag im Fernsehen. Ist doch eigentlich nichts besonderes mehr, wenn es schon mehrfach quasi einen ESC vor dem ESC gab

  12. Egal in welcher Version: Mich berührt dieses Lied leider gar nicht. Es zieht sich einfach nur und hat für mich keinerlei Höhepunkt. Der in diesem Jahr am meisten überbewertete Beitrag.
    Ich rechne auch nicht mit einem weiteren italienischen Sieg. Rang 5 – 8 würde ich jetzt tippen.

  13. Ich kann mit den Strichen gut leben. Ich glaube aber auch, dass der Beitrag ein FanFail wird. Viele Menschen schauen den ESC zum Finale und da bleibt der Song nicht genug hängen. Ein typisches Bubble-Ding. Schön ist der Beitrag trotzdem, aber ich verstehe den Hype nicht wirklich. Btw: Deutlich radikalere Striche musste Sam Ryder machen und die schmerzen mich sehr.

  14. Nein… das Lied wird dadurch nicht besser.
    Das magische Intro ist weg, der letzte Refrain kann sich nicht richtig entfalten…
    Ich hätte die Blanco-Strophe einfach weggelassen 😁 aber das war natürlich unmöglich.
    Es bleibt trotzdem in meinem Top 3

    • @ Italojeck:

      Natürlich ist es schade, dass das stilistische Intrro weg ist. Aber noch viel schlimmer hätte ich es gefunden, wenn der Rap-Part von Blanco und Mahmood weggekürzt worden wäre.

      Unter’m Strich ist es so wie es jetzt ist das geringere Übel. „Brividi“ lebt vom Gesang und der damit verbundenen Performance. Eine Kürzung des Gesangs wäre automatisch auch einer Kürzung der Performance von Mahmood und Blanco gleichgekommen. Und das hätte Punkte in der Jury und erst recht im Televoting gekostet.

      • noch viel schlimmer hätte ich es gefunden, wenn der Rap-Part von Blanco und Mahmood weggekürzt worden wäre.

        keine Frage!

  15. Für mich ist Italien eine schöne Ballade, wie es solche schon zuhauf beim ESC gab. Sogesehen nichts besonderes. Ich finde den Gesang teilweise anstrengend. Die Jurys werden das Lied mögen. Beim Publikum wird das Interesse eher durchwachsen sein.

  16. Das wird den meisten nicht auffallen, aber leider ist dem Lied anzumerken, dass es leicht abgehackt ist, wobei die Kürzung aber am bestmöglichsten gelöst wurde.
    Dennoch bleibt „Brividi“ für mich überbewertet. Es profitiert sehr von defizitärer Konkurrenz; in vergangenen Jahren wäre es so auf dem siebten oder achten Platz gelandet.

  17. Das Beste am Lied (der Beginn) ist weg, stattdessen geht es direkt mit dem Gesang von Mahmood los, das ist nun wirklich alles andere als optimal.

  18. Einerseits eine Aufwertung, denn statt 3:19 sind es nun nur noch 2:55 Snooze.
    Andererseits finde ich Balladen, die ruhig ausklingen immer etwas meh, weil zum Schluss ein großes Finale folgen sollte. Das fehlt hier jetzt. Dafür kommt er schneller in die Pötte am Anfang.

  19. Dann müssen nur noch Finnland, Großbritannien und Schweden ihre Lieder kürzen. Generell bin ich ein Fan von längeren Liedern. Schum war sehr gut in der 4 Minuten langen Version, ähnlich Më merr në ëndërr oder Imazhi yt. Andererseits ist so ein Song wie Fiumi di Parole doch besser in der kürzeren Version. Also ganz pauschal lässt sich das nicht immer sagen.

  20. Gerade habe ich Spaniens Auftritt von heute bei eurovision in Concert gesehen. Bis zum ESC ist die Spanierin sicher dann ganz nackt.

  21. Große Unterschiede zur Originalversion habe ich jetzt nicht erkennen können. Das Lied wird auch so gut abschneiden. Den anderen Balladen, ist dieses Lied einfach hoch überlegen. Ich bin mir sicher Italien wird Top 5 erreichen.

    • Einen ähnlichen Fall gabs bei mir mit Israel. Den Revamp finde ich viel schlimmer als den von Italien. Der Revamp war ja nur ganz leicht. Große Veränderungen gabs nicht.

  22. Ein bißchen geht der Spannungsbogen des Songs verloren insbesondere das gekürzte Ende ohne die nochmalige Steigerung lassen den Song etwas unfertig wirken. Aber irgendwie mußte man ja kürzen. Man mehr, aber, dass sich die italienischen Verantwortlichen mehr Mühe gegeben habe, als bei Francesco Gabbani, als „Occidentali’s Karma“ völlig lieblos verhackstückt wurde und Italien eine Top 3 Platzierung gekostet hat. „Brividi“ wird weiterhin um den Sieg mitkämpfen können.

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