Streaming-Update ESC 2022: Cornelia Jakobs mit starken Zahlen

Foto: Instagram (@corneliajakobsdotter)

In unserem letzten auf dem Blog veröffentlichten Streaming-Update haben wir vor allem auf die serbische Teilnehmerin Konstrakta geschaut, die mit ihrem Song „In corpore sano“ weit über ihre Heimat hinaus für Aufmerksamkeit sorgt. Mit dem neuen Update stoßen einige weitere ESC-Beiträge hinzu. Grund genug auf die aktuellen Zahlen zu blicken und zu analysieren, wer sich weit vorne platzieren kann. Der schwedischen Teilnehmerin Cornelia Jakobs (Aufmacherfoto) ist das mit Bravour gelungen.

Spotify (Stand 20.03.2022)

Anmerkung: Mit „null“ sind Beiträge gekennzeichnet, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch nicht als ESC-2022-Beiträge feststanden.

„Brividi“ von Mahmood und Blanco liegt weiterhin klar vorne. Spaniens Chanel folgt auf Platz zwei, jedoch dicht gefolgt von Cornelia Jakobs. Auch S10 macht für die Niederlande einen ordentlichen Sprung nach oben. Das Kalush Orchestra für die Ukraine ist auf Spotify ebenfalls beliebt und kommt bereits auf über 2,5 Millionen Streams. Neu in den Top 10 ist neben Sam Ryder für Großbritannien auch Malik Harris mit „Rockstars“. Der deutsche Beitrag steht derzeit bei rund 1,5 Millionen Streams.

Von den zuletzt veröffentlichten Songs landet „Halo“ von LUM!X und Pia Maria für Österreich am weitesten vorne, mit Platz 14 sind sie schon nah an den Top 10. Noch ausbaufähig ist dagegen die Performance für den Schweizer Marius Bear, „Boys Do Cry“ steht aktuell bei knapp 200.000 Streams.

YouTube (Stand 20.03.2022, 9 Uhr)

Wie bereits erwähnt sind Mahmood und Blanco bisher nicht zu schlagen. An zweiter Stelle folgt hier jedoch schon mit Abstand zu Platz drei die serbische Sängerin Konstrakta. Neben Chanel haben auch Kalush Orchestra schon über 10 Millionen Aufrufe auf YouTube für ihren ESC-Beitrag erreicht. Weit vorne steht auch Moldau. Der deutsche Beitrag steht hier auf Platz 17, Schlusslicht ist derzeit Island.

Anmerkung: Mit „null“ sind Beiträge gekennzeichnet, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch nicht als ESC 2022-Beiträge feststanden.

Nationale (Streaming-)Charts

Auch auf die Chartperformance der zuletzt veröffentlichten ESC-Beiträge wollen wir an dieser Stelle blicken. Den größten Erfolg verzeichnet auch hier Cornelia Jakobs, die in Schweden mit „Hold Me Closer“ auf Platz 1 der nationalen Charts, bei Spotify und auf Apple Music steht.

Der britische Sänger Sam Ryder konnte mit „Space Man“ bereits auf Platz 11 der Download- und Platz 13 der Verkaufscharts einsteigen, auf Apple Music stand der Song zwischenzeitlich schon in den Top 100 Großbritanniens (und platziert sich bei Apple Music derzeit auch in Malta, Litauen und Irland).

Der serbische Song „In Corpore Sano“ von Konstrakta erreichte unterdessen die Spitze der kroatischen Charts (erhoben von Billboard).

Belgiens Jérémie Makiese konnte mit „Miss You“ auf Platz 46 der Ultratop 50 in Wallonien, dem französischsprachigen Teil Belgiens einsteigen.

In Österreich dürften LUM!X und Pia Maria am Dienstag auch in die österreichischen Single-Charts einsteigen: „Halo“ steht seit Veröffentlichung in den Top 10 der iTunes-Charts, in den Top 30 der Spotify-Charts (bisherige Höchstplatzierung mit Platz 15) und ebenfalls bei Apple Music und in den Top 3 der Shazam-Charts.

Das nächste Streaming-Update gibt es nach der Veröffentlichung des noch ausstehenden Beitrags für den ESC 2022. Wird „Hold Me Closer“ im Mai auch in Europa ein Erfolg? Welche Songs könnten noch zu Hits werden? Und welche Titel hört Ihr derzeit am meisten? Schreibt uns gerne Eure Meinung in die Kommentare!

Übrigens: Mit unseren Spotify-Playlisten (hier für den ESC 2022) seid Ihr bestens versorgt. Zu unserem Spotify-Profil gelangt Ihr hier.


23 Kommentare

  1. Brividi scheint kein Hit mehr zu sein und die Zahlen kommen wohl nur noch aus der Bubble.
    Lumix scheint dringend Streams zu brauchen, habe auf Instagram Werbung für seinen Song gesehen. Der erhoffte Mega-Hit ist hier ausgeblieben, ebenso für Andromache.

  2. @Florian

    Danke für diese interessanten Auflistungen! Mir machts immer Spaß die Zahlen durchzugehen 🙂
    Daher möchte ich dich auch darauf aufmerksam machen, dass du bei den YouTube-Aufrufzahlen Österreich vergessen hast.

    • Da ist mir tatsächlich ein Fehler unterlaufen, danke für den Hinweis! Österreich steht mit 895.293 Aufrufen (kumuliert aus Musikvideo und dem offiziellen Audiovideo) derzeit auf Platz 25 🙂

  3. Ich fand Schweden beim ersten Hören echt mies. Mittlerweile höre ich das Lied eigentlich sehr gern. Geladen habe ich aus dieser Saison Italien, Portugal und Frankreich (und Felicia Lu, aber das zählt ja nicht richtig…).

  4. Also wir wollen mal zur Kenntnis nehmen, dass Italien mit „brividi“ immer noch unangefochten auf Platz eins liegt. Angesichts der Tatsache, dass der Song von Mahmood und Blanco seit gefühlten tausend Wochen auf dem Markt ist und Cornelia Jacobs es schon allein deswegen nicht schaffte mit ihrem Song eigenem Song „brividi“ zumindest Mal von einer Plattform vom ersten Platz zu verdrängen sagt insbesondere folgendes aus:

    Erstens „brividi“ ist einfach ein klasse Song und begeistert eine große Anzahl an Personen..

    Zweitens. Die hohen Zahlen von Cornelia Jacobs sind wohl eher darauf zurück zu führen, weil ihr Song erst seit kurzem als ESC-Song feststeht. Und alles was neu ist erweckt am Anfang erst Mal Neugier und Aufmerksamkeit.

    Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht wie hoch die Chartplatzierung von „hold me closer“ in den schwedischen Single-Charts zum Zeitpunkt des Charteintritts gewesen ist.

    Aber ich möchte schon noch Mal betonen, dass in den italienischen Charts der Direkteinstieg für „brividi“ auf Platz 1 erfolgte. Dasselbe gilt auch für die Charts in der Schweiz bezugnehmend auf den Song „brividi“.

    Ob Cornelia Jakobs das Kunststück des Direkteinstiegs in die Charts auf Platz 1 sowohl in Schweden als auch in einem anderen europäischem Land gelungen ist wage ich Mal zu bezweifeln.

    Allerdings bin ich der Letzte, der an dieser Meinung weiterhin festhält, wenn irgendeine andere Person nachweislich etwas anderes belegt.

  5. Die Streamingzahlen sind so wie sie sind natürlich nicht sehr aussagekräftig, wenn man daraus Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten beim ESC ziehen möchte. Beiträge aus bevölkerungsreichen Ländern haben natürlich Vorteile, ebenso radiotaugliche Songs. Es gibt ja auch Beispiele von ESC-Gewinnersongs, die kommerziell nicht erfolgreich waren, schon gar nicht vor dem eigentlichen Sieg (etwa 2014 oder 2016).
    Man müsste also etwas tiefer in die Zahlen schauen, vor allem in welchen Ländern jeweils gestreamt wird.

    Ich bin nicht sicher, ob Schweden die hohen Zahlen ausbauen wird können. Ich finde, der Song ist jetzt nicht wahnsinnig modern. Die Stärke von Cornelia ist sicherlich ihre Bühnenpräsenz. Vielleicht kann sie für den berühmten „Moment“ sorgen. Ich glaube aber eher nicht. Es gibt aber auch Jahre, da gibt es diesen „Moment“ gar nicht, und dann muss ja auch einer gewinnen. 😉

    • Ich kann da gerne nochmal vor Probenbeginn eine ausführliche Analyse liefern mit Blick auf mögliche Erfolgsaussichten… 😉 aber klar, man kann nur mit dem vorliegenden Datenmaterial arbeiten, Exaktes kann man da nicht ableiten – wobei ja auch die Buchmacher schon öfter danebenlagen, letztlich entscheidet es sich eben auf dem Platz bzw. der Bühne

  6. Mia Dimšić, die Kroatien in diesem Jahr beim ESC mit „Guilty Pleasure“ vertritt, hat eine kroatischsprachige Version ihres Songs zum Besten gegeben:

    https://eurovoix.com/2022/03/20/croatian-version-of-guilty-pleasure-released/

    Das Ganze geschah in der Galashow zur Verleihung des Večernjakova ruža Preises. Hätte sie das besser beim Vorentscheid Dora getan, dann wäre der Sieg verdient gewesen. Würde sie im ersten Halbfinale statt in der unteren in der oberen Hälfte starten, wäre sie mit dem Song eine Anwärterin auf den Startplatz Zwei gewesen.

  7. Also eines kann man jetzt schon sagen: Für Spanien hat sich der Wechsel des Vorentscheid-Konzepts wieder hin zu einer öffentlichen Vorentscheidshow richtig gelohnt!

    • Ich möchte es dir ja nicht schlechteren, aber bei dem bisher bekannten Support für Schwedens Beitrag sehe ich eher einige der anderen Balladen im Semi hängen. Und das ist dann natürlich auch gut für Cornelia im Finale selbst.

  8. Also für mich sind eher die Zahlen der Woche entscheidend und nicht die gesamt zahlen . Dadurch würde man sehen ob es „mehr Leute hören wollen “ als die Woche zuvor oder weniger.

    • Das kann man aber aus diesen Zahlen auch ableiten, nicht wöchentlich, aber doch. So ist interessant, wenn man sich die YT-Zahlen anschaut, dass etwa Spanien, Albanien, Polen und noch einige andere Länder nach den hohen Zahlen nach der Veröffentlichung nur noch kleinere Steigerungen zusammenbringen. Italien macht immer noch beachtliche Sprünge. Deutschland eigentlich auch, obwohl die Zahlen für so ein großes Land dann doch sehr bescheiden sind.

  9. Tja leider hat es ja keine Möglichkeit gegeben Henning May bzw AnnenMayKantereit für Deutschland zum ESC zu schicken. Mit denen bzw mit May würden wir ganz locker den Sieg einfahren bzw hätten ihn einfahren können. Jetzt werden die halt zu Stars in den USA. Mit nem 2 Jahre alten Song.

    Was den schwedischen ESC Beitrag betrifft sind die Abrufzahlen im Ausland bescheiden. Daraus kann man lediglich ableiten, dass der schwedische Beitrag aus sich heraus kein breiteres Interesse im Ausland auslöst. Was aber generell auf fast alle ESC Songs zutrifft, da die ja fast alle Musik zum Gemüte führen, die eben in den meisten Fällen gar nicht marktfähig ist, sondern am Markt vorbei für eine Zielgruppe gemacht ist, die ’nicht viel streamt und auch anderweitig wenig Musik aktiv konsumiert‘ (das ist zwar die Mehrheit, ABER die Charts bestimmt eine Minderheit, nämlich junge und sehr junge Konsumenten). Man braucht sich ja nur die Charts der verschiedenen Ländern anschauen und anhören und sich dann das anhören was beim ESC läuft. Die Diskrepanz ist auffällig.

    Dass diese lahme schwedische Dame mit ihrem seichten abgekupferten allerwelts Gesäusel bei den Odds den italienischen Beitrag bald anscheinend eingeholt hat finde ich verstörend. Der schwedische Beitrag hat null komma null von dem, was Brividi hat. Das sowas gleichbewertet wird (bei den Wettern) mit einem in jeder Hinsicht weit überlegenen Song ist für mich haltlose Fake News.

    • Ganz unrecht hast du nicht, zur Wahrheit gehört aber auch, das in Ländern wie Litauen, Estland oder Island einfach wenig Streams zusammenkommen, auch wenn die ESC-Beiträge dort auf Platz 1 standen und teilweise immer noch sehr weit oben sind. Und der letzte Jahrgang hat ja dahingehend durchaus Massenkompabilität bewiesen. Lassen wir uns doch überraschen, was in den nächsten Wochen zum ESC und danach passiert 😉 Und Hold Me Closer war zumindest ein paar Tage in den Spotify-Charts von Island, Finnland und Litauen

      • Man darf hier auch nicht vergessen, dass Spotify ein schwedisches Unternehmen ist, dass nicht ganz unbekannt dafür ist, einheimische Künstler bzw aus Nordeuropa stammende Künstler ‚vorteilhaft‘ in den Algorithmen und Listenplatzierungen zu behandeln. Man sollte dann immer versuchen auch andere Streamingdienste in die Bewertungen mit einfliessen zu lassen. In Schweden jedoch nicht, da dort Spotify an die 90% Marktanteil hat. In D und F zum Beispiel liegt Spotify nur bei 50% bis 60%.

        Selbst in Finnland reicht es nicht mehr für die Top 100. Ansonsten überall raus, ausser in Schweden.
        Stelle auch fest, dass ‚Hold Me Closer‘ in Schweden vor dem Finale meist zwei bis drei Titel bei Spotify vor sich hatte, also gar nicht so gut ankam.

        Fakt ist aber auch, dass ihr Nach-VE-Finale Streamingergebnis bis jetzt in Schweden sehr erheblich besser ist, als das von Tusse . Natürlich aber ‚meilenweit‘ vom Megaerfolg der beiden Italiener in Italien entfernt ist.

        und naja…wenn man bedenkt, dass der bei San Remo letztplatzierte Titel (im Televote mit 0,4848% drittletzter) bei Spotify Italien (und auch Apple Music Italien) sogar die Top 10 erreicht hat, könnte das natürlich Zweifel säen ob Spotifyerfolg in einen wirklich engen Zusammenhang mit einer Wettkampfplatzierung zu bringen eine hohe Aussagekraft hat. Sehe beim Jakobs Song nämlich einen Nachteil: die Live Darstellung und der Live Vortrag.

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