Fakten-Check: Landete Deutschland im letzten Jahrzehnt beim ESC häufig auf den hinteren Plätzen?

Bild: NDR/Rolf Klatt

Gestern hat es der ESC tatsächlich mal wieder flächendeckend in die deutschen Medien geschafft. In der Berichterstattung ging es um die knapp zweieinhalb Wochen alte Neuigkeit, dass der deutsche Act für den Eurovision Song Contest 2021 bereits gefunden worden ist. Viele Medien bezogen sich dabei auf eine dpa-Meldung, die das Interview mit Alexandra Wolfslast im NDR-Blue-Podcast „ESC Update“ aufgriff. Dabei übernahmen sie neben kleineren Fehlern (Nein, der Name des deutschen Beitrags 2020 ist nicht „The Violent Thing“ und der ESC wird nicht dieses Jahr am 22. Mai stattfinden) auch folgenden Satz aus der Originalmeldung der dpa:

„In den vergangenen Jahren hatte Deutschland mit seinen Liedern beim ESC kaum noch durchschlagenden Erfolg und landete – abgesehen von 2010 mit Lena und 2018 mit Michael Schulte – häufig auf den hinteren Plätzen.“

Gefunden haben wir diese Formulierung unter anderem bei bild.de und bei rp-online.de, dem Online-Auftritt der Rheinischen Post. Auch nach einem Hinweis von uns via Twitter stehen die Meldungen so mehr als einen Tag später noch online.

Wir nutzen die Gelegenheit deshalb und unterziehen die oben zitierte Behauptung einem Fakten-Check: Wie schlecht hat Deutschland im vergangenen Jahrzehnt beim ESC abgeschnitten?

Schon die Formulierung ist interessant, weil durch den Einschub und die gleichzeitige Verwendung des Wortes „häufig“ gleich zwei Relativierungen erfolgen. Wenn man den Satz wirklich so liest, wie er hier steht, dann bedeutet er, dass Deutschland häufig auf den hinteren Plätzen gelandet ist, wenn man die Jahre 2010 und 2018 unbeachtet lässt. Das kann aber wohl kaum gemeint gewesen sein, denn wenn man die besten Platzierungen nicht einrechnet, kann man natürlich keine seriöse Aussage über den Erfolg der vergangenen Jahre treffen. Die Aussage soll also wohl lauten: „Abgesehen von Lena 2010 und Michael Schulte 2018 ist Deutschland auf den hinteren Plätzen gelandet.“ Stimmt das?


Nein, natürlich nicht. Zumindest die Plätze 8 und 10 von Roman Lob („Standing Still“, 2012) bzw. Lena („Taken By A Stranger“) wird wohl niemand als „hintere Plätze“ bezeichnen. Wenn wir das letzte Viertel der Tabelle (also ca. die Plätze größer gleich 20) als „hintere Plätze“ ansehen, wäre auch Platz 18 von Elaiza („Is It Right“, 2014) eher (hinteres) Mittelfeld. Wir können also festhalten, dass Deutschland in diesem Zeitraum (als Betrachtungszeitraum nehmen wir hier jetzt mal das letzte Jahrzehnt, denn 2010 zählt der Autor/die Autorin der Meldung ja selbst noch zu den „vergangenen Jahren“) natürlich mehr gute oder zumindest mittlere Platzierungen beim ESC hatte als nur Lena 2010 und Michael Schulte 2018.

Lassen wir den Einschub mit Lena und Michael aber mal einen Moment außen vor, wird die Aussage schon etwas richtiger: „In den vergangenen Jahren hatte Deutschland mit seinen Liedern beim ESC kaum noch durchschlagenden Erfolg und landete häufig auf den hinteren Plätzen.“ Diesem Satz muss man wohl zustimmen, denn von den letzten 10 deutschen ESC-Beiträgen („Violent Thing“ von Ben Dolic hier mal nicht berücksichtigt) landeten fünf auf einem der letzten sechs Plätze, zweimal wurde Deutschland Letzter (Ann Sophie 2015 und Jamie-Lee 2016), zweimal Vorletzter (Levina 2017 und S!sters 2019).


Also ja, Deutschland ist im vergangenen Jahrzehnt häufig auf den hinteren Plätzen gelandet. Aber gleichzeitig eben auch häufig in den Top 10. Anders sähe die Sache aus, wenn man sich nur die vergangenen fünf Jahre anschauen würde, hier ist die Bilanz ziemlich vernichtend – aber dagegen hat sich der Autor bzw. die Autorin (bewusst) entschieden, indem er/sie Lena mit in die Rechnung genommen hat. Und dann muss man auch anerkennen, dass Deutschland auf die letzten zehn Jahre gesehen auf Platz 17 der größten Punkte-Abräumer beim ESC liegt.

Davon abgesehen hat Deutschland zuletzt natürlich ziemlich (zu?) oft sehr schlecht abgeschnitten – mit Ausnahme von Elaiza immer dann, wenn es nicht in den Top 10 gelandet ist. Soll heißen: Deutschland kann nur Top oder Flop. Wenn man die Raab-Jahre ignoriert, hat Deutschland in den vergangenen 12 Jahren sogar äußerst schlecht abgeschnitten – so schlecht wie nie zuvor. Da ist es natürlich richtig und wichtig, sich auf Ursachenforschung zu begeben. Aber doch bitte auf Basis der korrekten Fakten und nicht aufgrund irgendeines halben Zweidrittelwissens, das man sogar durch eine schnelle Wikipedia-Recherche auffüllen könnte.

Das sind die deutschen Beiträge des vergangenen Jahrzehnts inklusive der jeweiligen Platzierung:

  • 2010: Lena – Satellite (1. Platz/25)
  • 2011: Lena – Taken By A Stranger (10. Platz/25)
  • 2012: Roman Lob – Standing Still (8. Platz/26)
  • 2013: Cascada – Glorious (21. Platz/26)
  • 2014: Elaiza – Is It Right (18. Platz/26)
  • 2015: Ann-Sophie – Black Smoke (27. Platz/27)
  • 2016: Jamie-Lee – Ghost (26. Platz/26)
  • 2017: Levina – Perfect Life (25. Platz/26)
  • 2018: Michael Schulte – You Let Me Walk Alone (4. Platz/26)
  • 2019: S!sters – Sister (25. Platz/26)
  • 2020: Ben Dolic – Violent Thing (keine Platzierung)

38 Kommentare

  1. Fake News! Die Jahre lassen sich so nicht miteinander vergleichen, denn die Grundvoraussetzungen änderten sich durch diverse Regeländerungen beim ESC. Neue Länder kamen hinzu, Jurys, Punkte… Das ist doch so wie wenn ich Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Man kann die einzelnen deutschen Platzierungen deshalb nicht 100 Prozent vergleichen.

  2. Hallo Benny, darf ich deine Auflistung wie folgt ergänzen?

    Das sind die deutschen Beiträge des vergangenen Jahrzehnts inklusive der jeweiligen Platzierung:

    2010: Lena – Satellite (1. Platz)
    2011: Lena – Taken By A Stranger (10. Platz)
    2012: Roman Lob – Standing Still (8. Platz)
    2013: Cascada – Glorious (21. Platz)
    2014: Elaiza – Is It Right (18. Platz)
    2015: Ann-Sophie – Black Smoke (27. Platz)-Letzter Platz
    2016: Jamie-Lee – Ghost (26. Platz)-Letzter Platz
    2017: Levina – Perfect Life (25. Platz)-Vorletzter Platz
    2018: Michael Schulte – You Let Me Walk Alone (4. Platz)
    2019: S!sters – Sister (25. Platz)-Vorletzter Platz
    2020: Ben Dolic – Violent Thing (keine Platzierung wegen Pandemie /Absage)

  3. Hier eine Auflistung der 2000er. Es soll kein Vergleich zu den 2010ern sein, aber jeder kann sehen wie durchwachsen die Platzierungen deutscher Vertreter bei den ESC-Finalen waren.

    2000: Stefan Raab – Wadde hadde dudde da? – Platz 5
    2001: Michelle – Wer Liebe lebt – Platz 8
    2002: Corinna May – I can’t live without Music – Platz 21
    2003: Lou – Let’s get happy – Platz 12
    2004: Max – Cant’t wait until tonight – Platz 8
    2005: Gracia – Run & Hide – Platz 24 (Letzter Platz)
    2006: Texas Lightning – No no never – Platz 14
    2007: Roger Cicero – Frauen regier’n die Welt – Platz 19
    2008: No Angels – Disappear – Platz 23 (Letzter Platz)
    2009: Alex Swings Oscar Sings – Miss Kiss Kiss Bang – Platz 20

    Wenn man genau hinschaut waren 2000, 2001, 2003 & 2004 die „erfolgreichsten“ Jahre. Der Rest unterdurchschnittlich im Nebel.

    • Auffällig ist, dass Deutschland in den 00er (2000,2010) bzw 1er (2001,2011) Jahren gut abschneidet. Demnach hätte vllt violent thing auch gut abgeschnitten -die Voraussetzungen waren ja durchaus gegeben- soll heißen: optimistisch für 2021 sein

    • Die No Angels belegten zwar 2008 den 23. aber nicht den letzten Platz! Im Finale waren es 25 Teilnehmerländer und hinter Deutschland landeten noch Polen (Isis Gee) und das Vereinigte Königreich (Andy Abraham).

  4. Na ja, es ist schon interessant, wie in den Medien selbst Erfolge relativiert werden. „Abgesehen von 2010 und 2018 mit Michael Schulte“, wobei man Roman Lob natürlich komplett unterschlagen hat.😕😕
    Bei solchen Meldungen könnte ich gar nicht so viel essen wie ich k… äh mich übergeben könnte.😡
    Klar, die letzten Jahre waren nicht sehr erfolgreich, und viele Probleme waren bzw. sind leider hausgemacht. Aber, mein Gott, man sollte dieses Spiel auch nicht ernster nehmen, als es ist. Dann würden sich VIELLEICHT auch bekanntere Musiker trauen, an dem SPIEL für Deutschland zu starten. Einfach, weil sie dann nicht um ihre Karriere fürchten müssten.
    Außerdem werden auch wieder bessere ESC-Zeiten für Deutschland kommen, es gab schon immer wieder mal Durstrecken, wenn ich an die 90er Jahre bis einschl. 1997 denke.🙂

  5. Also, eines können die deutschen Medien: Über den ESC nörgeln. Und über unsere Teilnahmen auch.

    Im Fernsehjahresrückblick letztes Jahr, ebenfalls von der Deutschen Presse-Agentur, ging es mit einem Satz um den Madonna-Auftritt, den ich nicht weiter kommentieren muss. Danach ließ man sich über das schlechte Ergebnis aus, das durch eine Korrektur noch schlechter wurde und fragte am Ende schnippisch: „Wie hieß nochmal das Lied?“ Kein Wort über den Sieg der Niederlande. Hauptsache, wir haben’s mal wieder „vergeigt“, oder was?

    Und auch ich gehöre zu denen, die das Ergebnis von Elaiza 2014 (18. Platz) als „unteres Mittelfeld“ bezeichnen. Und ich glaube (auch wenn man in manchen Dingen mit Gefühlen vorsichtig sein sollte), es war auch das Jahr, in dem das deutsche Abschneiden am wenigsten in den Medien besprochen wurde. Was aber vielleicht auch aus dem Conchita-Hype resultierte.

    Oft hatte ich jedoch das Gefühl: Gutes Ergebnis = Karriere machen, schlechtes Ergebnis = Abstellgleis. Nun, auch das ist kompliziert. Roger Cicero hatte schließlich auch durchschlagenden Erfolg, trotz 19. Platz in Helsinki. Für die No Angels hingegen ging es nach dem (geteilten) drittletzten Platz ziemlich schnell bergab, deren Mitglieder sind nunmehr solo unterwegs, aber nicht gänzlich weg vom Fenster (und vier Nummer-eins-Hits und drei Nummer-eins-Alben haben sie auch noch).

    Roman Lob hingegen ist zwar immer noch musikalisch aktiv, aber viele Charterfolge hatte er nicht, bis auf „Standing Still“ und sein Album. Auch Mekado (1994) und Sürpriz (1999) konnten ihre dritten Plätze beim ESC nicht in Charterfolge ummünzen und waren schon bald wieder Geschichte.

    Also auch hier gilt: Das stimmt so nicht, dass gute Ergebnisse erfolgreich machen und schlechte Ergebnisse die Karriere „vernichten“. Der Trend könnte sich eher in den letzten Jahren verschärft haben, seit der NDR Ann Sophie hat fallen lassen. Selbst wenn sie nicht komplett ins Bergfreie gefallen ist.

    Sollten die Kollegen bei der DPA auch mal machen: Ihre eigenen Thesen zum Thema ESC hinterfragen…

    • Na ja, ich könnte mir vorstellen, dass die Fans von Roger Cicero bzw. seiner Musik gar nicht richtig wahrgenommen haben, dass er überhaupt am ESC teilgenommen hat, da die meisten Liebhaber diese Musik eher weniger den ESC verfolgen (behaupte ich mal.😉)
      Deshalb konnte er sich wieder getrost seinem Genre widmen und hat weiterhin die Hallen gefüllt. Hat mich wirklich sehr gefreut, dass seine Karriere keinen Schaden genommen hat.
      Elaiza hatten zumindest hierzulande einen Radiohit gelandet, er wird auf meinem Lieblingssender sogar heute noch ab und an gespielt.🙂

      • Oh doch, sie haben es mitbekommen. Ich kenne Leute, die haben wegen ihm und nur in dem Jahr den ESC geschaut.
        Sie haben nichts von dem ganzen Prozedere dort verstanden und fanden das zauberhafte „Molitva“ einfach nur grässlich.
        Aber sie konnten es sich gut einreden, dass ihr Roger Cicero da nicht hingepasst hat und haben ihm auch deshalb die Treue gehalten. Natürlich vor allem auch wegen seiner Musik.

      • @AgnethaFrida
        Danke für die Info. Ich finde ja auch, Roger Cicero hat super abgeliefert, aber die Musik war halt in vielen Ländern nicht so angesagt. War mir von Anfang an klar.🙂

  6. Mal eben was anderes zwischendurch:
    Der STERN betitelt seine Headline so…

    „Gesangswettbewerb in Rotterdam
    NDR: Deutscher Act für den ESC 2021 steht bereits fest“

    Finde den Fehler! – – – …3…2…1…0 – – – „Gesangswettbewerb“

    Der ESC ist 65 Jahre alt. Es sollte sich herumgesprochen haben, dass es sich um ein Liederbewettbewerb handelt oder auch Musikalischer Autorenwettbewerb, verehrte Journalisten.
    Wenn ich in meinem Job so oberflächlich arbeiten würde, wäre ich sofort arbeitslos.

    L i e d e r w e t t b e w e r b !!!!!!!!!

  7. Ich weiß gar nicht warum ihr euch die Arbeit macht. In den letzten 10 Jahren landete Deutschland zu häufig auf den letzten Plätzen. Und das ist für mich schlechter als Platz 15. Die Aussage ist korrekt, dafür braucht es kein ewig langen Artikel um etwas herauzufinden, was man schon längst weiß. Die Arbeit habt ihr euch umsonst gemacht.

  8. Ich behaupte mal das die Karriere von Roger Cicero weiterging weil er ein vielseitiger Musiker war, der mehr zu bieten hatte als Swing und Jazz. Auf seinen nachfolgenden Alben gab es auch viele Popsongs und Balladen. Und er war ein authentischer Musiker. Und Qualität lässt sich auch nicht durch eine schlechte Platzierung beim ESC stoppen. Das konnte man schon in den Sechzigern bei Monica Zetterlund aus Schweden feststellen.

    • Lieber Meikel,

      Uuuh, Monika Zetterlund, da hast du aber weit ausgeholt, aber im Grunde hast du recht.
      Zudem wurde sie bei ihrer Teilnahme 1963 Letzte. Schwedens wunder Punkt. Das war die bis dato einzige Letztplatzierung Schwedens.

  9. Außerhalb der Bubble wird kaum einer diese kleinen Meldungen über den ESC Beitrag registrieren geschweige denn erkennen das er schlecht gecherchiert ist und das ist das traurige. Die PR Maschiene vom NDR bzw der ganzen ARD ist ein Disaster. Der deutsche Beitrag steht fest und das war’s., keine Info wer es ist oder wann es bekannt gegeben wird wer es denn ist oder ein Hinweis auf eine Sendung die erklärt wie man den Song gefunden hat. Die Leute für den ESC zu interessieren findet nicht statt. Wenn man schon intern ausgewählt hat und auf eine VE verzichtet hätte man doch schon Medienwirksam bei einer Samstagabendshow den Interpreten vorstellen können. Nun gut ich muss zugeben das ich möglicherweise zu einfach denke und nicht damit klar komme so lange warten zu müssen bis man uns endlich vernünftig mit Infos versorgt😊 Harren wir der Dinge die da kommen und freuen uns auf eine schöne Vorsaison.

    • Nach dem, was Alex im Interview so gesagt hat, bin ich eigentlich recht zuversichtlich, dass wir spätestens Mitte Januar mit Informationen rechnen können; außer in diesem Jahr war es sonst ja eigentlich immer üblich, dass es um den 10. Januar herum neue Infos gab.
      Da man diesmal auch keine Erklär-Videos mehr drehen oder Personalien im Vorfeld abstimmen muss, sehe ich eigentlich auch keine Gründe dafür, darüber hinaus zu warten, um zumindest mal einen groben Zeitrahmen für die Bekanntgabe des Acts (und wie diese aussehen soll) in Aussicht zu stellen.

    • Oh doch, wenn so etwas gedruckt ist, wird es auch außerhalb der Bubble gelesen. Und genau das ist das Problem, weil immer dieser negative Ton mitschwingt und letztlich hängen bleibt.

    • Du hast recht. Es wurde nur kund getan „wir haben einen Künstler und ein Lied“. Das war’s. Das diese Halb-Info nicht breit in den Medien weder zu hören noch zu lesen war, dürfte verständlich sein.

      Stellt euch mal vor, nach einer mehrtägigen Papstwahl. Weißer Rauch steigt auf. Die Welt ist gespannt. Die Türen des Balkons am Peterdom gehen auf. Der Sprecher der kath. Kirche tritt hervor und sagt: „Wir haben einen neuen Papst“ und geht wieder weg, die Türen schließen. Wie da wohl die Welt reagiert. Es wurde kein Name gesagt und der neue Papst zeigt sich nicht der Weltöffentlichkeit.
      So in diesem Stile kam mir Frau NDR vor.

  10. Der letzte Platz im Finale ist nicht der letzte Platz beim ESC.
    Insofern ist es schwierig die big5 mit den Ländern zu vergleichen, die durch die Qualifikation müssen.
    Andererseits sieht ein Platz 18 von 26 schlechter aus als er ist, da es eigentlich ca. Platz 18 von 41 ist und damit sogar oberes Mittelfeld.

  11. Also, ich ärgere mich auch immer über solche, wenn auch kleinen, Artikel. Er erschien auch in unserer regionalen Tageszeitung. Und wie immer, kann man nicht einfach sachlich berichten, was es zu berichten gibt. Nein, man muss etwas Herabsetzendes hinzufügen. Seien es einfache Worte, wie Gesangswettbewerb, oder „Jahrzehntrückblicke“.

    Aber, so leid es mir tut. Diese Aussage über die letzten Jahre stimmt doch. Benny, nicht böse sein, aber was du hier machst, ist doch ein klein wenig Wortklauberei.
    Das Gerissene an der DPA-Meldung ist das Wort „häufig“. Bitte was ist häufig in diesem Zusammenhang, wenn nicht diese vier katastrophalen Ergebnisse 2015, 2016, 2017 und 2019?
    Und Platz 8 und 10 sind Topplätze, aber 18 ist Mittelfeld? Bei 26 Teilnehmern würde Platz 17 den Beginn der „Top 10 von unten“ bedeuten. Wenn 10 top ist, ist 17 also flop. Das alles rein rechnerisch, Zahlenklauberei eben.

    Niemand von uns wird mit den letzten zehn Jahren zufrieden sein. Ich glaube, dass wir uns da einig sind.
    Aber das gibt den Journalisten noch immer nicht das Recht, wirklich jede Nachricht mit ESC-Bezug mit Negativäußerungen zu „garnieren“.

    In diesem Sinne allen einen guten Rutsch in das erfolgreichste Jahrzehnt, das wir beim ESC je hatten (man darf ja mal träumen).

    • Natürlich ist es Wortklauberei. 🙃 Aber ich denke, dass sich das Journalisten auch gefallen lassen müssen. Und jemand, der sich mit dem ESC nicht auskennt, wird diesen Satz falsch lesen. Ja, Deutschland ist häufig hinten gelandet, aber eben nicht so häufig, dass nur Lena 2010 und Michael Schulte 2018 Ausnahmen waren.

      • Wir sind übrigens keine Journalisten und trotzdem gibt es Wort- und Zahlenklauberei in den Kommentaren. Das finde ich auch okay, denn es kann immer mal was schief gehen, dann korrigiert man es und gut ist.

  12. Deutschland fehlte in den letzten Jahren oftmals das Gespür, einen Auftritt zu inszenieren, anscheinend ist dem NDR dies nun auch aufgefallen und ich bin sehr gespannt wie die Inszenierung wird, neben tollen Titeln und charismatischen Sängern zählt das einfach.

    Ich bin immer wieder positiv überrascht, was für neue Ideen die Schweden in ihrem Melodifestivalen haben, seit 2011 gab es dafür 7x eine Top 5 Platzierung inklusive zwei Gewinner als Belohnung.

    Mal schauen, ob Loreen heute wieder gewinnen wird und wünsche allen einen guten Rutsch.

  13. Ich erwarte bei dem Lied für 2021 mir keine musikalische Offenbarung. Nur bloß keine Jammerballade oder so ein Mittelding, mit sowas ist Deutschland ja leider oft abgeschmiert. Ich erwarte höchstens solide Mainstreamware, im absolut optimalen Fall. Ansonsten bloß keine so große Erwartungen haben, da wird man auch nicht enttäuscht.

  14. Was „häufig“ ist, entscheidet jeder für sich selbst. Insofern kann man 3 hintere Platzierungen in einem Jahrzehnt genauso als „häufig“ ansehen wie 5. Genauso kann man einen Bericht verfassen nach dem Motto „Das Glas ist halb voll“ wie auch „Das Glas ist halb leer“.
    Mein Eindruck von der hiesigen ESC-Berichterstattung ist, dass dort häufig – und zwar SEHR häufig -Journalisten eingesetzt werden, die dem Wettbewerb negativ eingestellt sind und/oder (mehr und) nicht wirklich große Ahnung davon haben, weshalb in diesen Artikeln Detailfehler zu sehen sind.

  15. Schlimm, schlimm, wenn der Finger immer wieder in die Wunde gelegt wird😉.
    Ironie aus.

    Da der ESC einen schlechten Ruf hat, sprich die Außenwirkung ist nicht so dolle, dann muss man wohl PR machen. Oder für bessere Lieder sorgen.
    Oops, das geht aber mit dem NDR nicht.

    Die letzten, wirklich guten Platzierungen beim ESC waren Michelle und Michael Schulte (und evtl. noch Lou), alles andere war Murks oder Raab.

    Das Wörtchen „häufig“ ist daher für den Zeitraum von 20 Jahren sogar als untertrieben zu bezeichnen. Richtigerweise müsste es heißen: „in 17 von 20 Fällen, also fast immer, wenn Raab seine Finger nicht im Spiel gehabt hat“.

    In diesem Sinne: Guten Rutsch!

  16. Ich find das ja immer ganz furchtbar, wenn ich durch mein Facebook scroll und dann plötzlich ein Artikel über den ESC auftaucht und kurze darauf der nächste und der eine klaut von dem anderen, ohne zu überprüfen wieviel Wahrheit da dran ist 🤷‍♂️ und von den Kommentaren darunter fang ich gar nicht erst an.

  17. Durchschnittsplatzierung seit 2008 (aus Gründen möglicher Attraktivitätseinbußen verweigert der Absender nähere Angaben zur Bedeutung dieser Jahreszahl..): 17 komma nochwas! (Da müssten doch selbst Peter die Haare zu Berge stehen).
    Angesichts einer opulenten, musikalischen Kulturlandschaft und eingedenk sattsam ausgeprägten Anspruchsdenkens, insbes. wenn ein Wettbewerbscharakter greift, fühlt sich das für den deutschen ESC-Michel wahrscheinlich an wie 27 komma nochwas. Quasi die rote Laterne in Dauerschleife. Btw: will derart Aufschlußgebendes nicht unbedingt auch mal für teuer Geld erhoben und demoskopisch aufgearbeitet worden sein? Fast schon eine Suggestivfrage…

    cars10 beschreibt vereinfacht aber treffend, wie und warum sich die Katze in den Schwanz beißt. Und es ist egal, ob sie sich nun rechts- oder linksherum dreht oder, die Vorgänge verkomplizierend, seit einiger Zeit dabei auf den Rücken herumwälzt. Macht den Quatsch nur noch quätscher. Reicht dann folgerichtig für einen emotionalisierenden Zufallstreffer alle 10 Jahre, der einfach niemandem gerecht wird. Weder der Szene, Marke, Protagonisten, noch den Möglichkeiten und dem geneigten und ungeneigeten Zuschauer schon gar nicht. Dienlich nur dem bornierten Kater als Balsam für die wundgelaufenen Pfoten.
    Ein Malheur alle 10 Jahre, daraus würde ein Schuh. Und vorzugsweise bitte mit fliegenden Fahnen untergehen, das wäre schnell vergessen und verziehen.
    Bei uns flattert allerdings gar nix. Wie auch bei so viel heißer Luft. Außer unverhergesehenen Jubeljahrböen ist nichts auszumachen. Und ein brummkreiselndes Fellmonster, das nur zum Schönwetter- und Buckelmachen mal innezuhalten scheint.

    Als Non-Hardcorejünger kann man 2021 deswegen getrost abhaken. Nichts rechtfertigt im 14.Jahr dieser unsäglichen Ära den Glauben an einen gezielt erarbeiteten, brillant veredelten und vor Originalität strotzenden Act, der europaweit einsammelt, verzaubert oder liebevoll erschlägt und somit auch diese einzigartige Show nachhaltig bereichert, nacheifernswert auf Kreativgeister anderer Nationen wirkt und Initialzündungen bei denselbigen hierzulande auszulösen vermag. Auch bei den arrivierten Köpfen, denn gerade dort steckt das meiste Potenzial. Erzählst Du’s dem Kater – so faucht er dich an…

    Ob die neue Ägide mit der Bezeichnung „Traufe“ oder „Vision“ untertitelt sein wird, das bleibt noch spannend zu beobachten – und richtungweisend.

    Na dann: frohes Neues…!

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