
Darf der Sieger oder die Siegerin des Festival di Sanremo zukünftig nicht mehr für Italien zum Eurovision Song Contest fahren? Glaubt man der Berichterstattung des Online-Boulevard-Magazins Dagospia, wird das jedenfalls aktuell hinter den Kulissen das traditionsreichen italienischen Musikfestivals diskutiert.
Demnach steht im Raum, dass zukünftig nicht mehr der oder die Sieger*in des Sanremo-Festivals zum internationalen Wettbewerb fährt, sondern stattdessen am vierten Abend separat über den italienischen ESC-Teilnehmer abgestimmt wird. Dieser Abend wird bisher für Coverversionen alter Klassiker genutzt, die regelmäßig als Duett vorgetragen werden. Nach den nun diskutierten Plänen könnten die Acts an diesem Abend zukünftig erneut ihre regulären Wettbewerbsbeiträge vortragen, allerdings in einer etwas ESC-geeigneterer Inszenierung, zum Beispiel unterstützt von Tänzer*innen.
Die treibende Kraft hinter diesen Plänen soll die italienische Musikindustrie sein. Diese erhofft sich durch die separate Wahl des italienischen ESC-Acts, dass Newcomer*innen zukünftig mehr Chancen haben, für Italien zum ESC zu fahren. Gerechnet über alle fünf Abende haben natürlicherweise eher die großen Namen und bekannten Stars eine Chance, bei den drei Votinginstanzen gut abzuschneiden. Außerdem hätten so zukünftig zwei Acts pro Jahrgang die Chance, mit einem Sieg beim Festival di Sanremo – nämlich einmal im eigentlichen Wettbewerb und einmal am ESC-Abend – die eigene Karriere anzukurbeln.
Wie sich die Sanremo-Verantwortlichen zu dieser von den Plattenfirmen gewünschten Änderung verhalten, ist bislang nicht bekannt. Zwei Aspekte dürften eine Umsetzung – zumindest beim kommenden Festival di Sanremo 2027 – eher unwahrscheinlich machen: Zum einen darf man sich die Frage stellen, warum ein offensichtlich funktionierendes System geändert werden sollte. Italien fährt mit den Sanremo-Sieger*innen (oder -Zweitplatzierten) beim Eurovision Song Contest am laufenden Band Top-10-Platzierungen ein, wieso sollte man in dieser Situation das Auswahlverfahren ändern?
Zum anderen dürfte eine zusätzliche und möglicherweise aufwändigere Inszenierung der Wettbewerbsbeiträge spürbar ins Geld gehen. Das wäre umso mehr der Fall, wenn die Performances auf „ESC-Tauglichkeit“ getrimmt werden sollen, möglicherweise mit Tänzer*innen, Requisiten und Choreografie. Allen Sanremo-Beiträgen eine solche Inszenierung zu ermöglichen, dürfte entweder sehr teuer sein oder für neue Ungleichheit sorgen, wenn sich die großen Stars entsprechende Unterstützung einkaufen können, kleine Newcomer aber auf Bordmittel zurückgreifen müssen.
Vorerst bleibt also offen, wie wahrscheinlich eine solche Regeländerung beim Festival di Sanremo 2027 ist. Wir werden die Diskussionen natürlich weiter im Blick behalten und euch hier auf ESC kompakt auf dem Laufenden halten.
Was hältst Du von den vorgeschlagenen Änderungen? Findest Du es sinnvoll, den eigentlichen Wettbewerb von der ESC-Auswahl zu trennen? Wie könnte das umgesetzt werden? Schreib uns Deine Meinung gerne in die Kommentare.
Entdecke mehr von ESC kompakt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



Das ist nun wirklich das überflüssigste Sommerloch-Thema.
Ein Sanremo-Festival, in welchem zwei Sieger (m/w/d) gekürt werden, ist für mich kein Sanremo-Festival mehr – und für die Italiener (m/w/d) auch nicht. 😀
Die bisherige Regelung hat sich hervorragend bewährt und wird bestimmt weiter bestehen. 😀
Fratellino – kennst Du diese Quelle, Dagospia? Nie davon gehört.
Ja, ich kenne es. Ich finde es aber eher irrelevant. Nicht weil sie viel Schwachsinn schreiben sondern einfach, weil Quellen wie Radio Italia oder große italienische Tageszeitungen trotz deren Sommerloch-Spekulationen einen höheren Stellenwert haben.
Timo, die typische Allüren-Diva! Warum mal nicht was Neues ausprobieren?
„Warum mal nicht was Neues ausprobieren?“
Grundsätzlich ja, weil Modernisierungen oftmals auch gut sind. Aber Tatsache ist eben dass der ESC / damals Grand Prix sich im Jahr 1956 an das Festival di Sanremo orientierte , welches im Jahr 1951 zum ersten Mal stattfand, und nicht umgekehrt. 😀
Da lege ich als „emotionaler Italiener“ jetzt ganz großen Wert darauf. 😀
Nach meiner Vorstellung muss der Sieger des Festival di Sanremo innerhalb Italiens immer einen höheren Stellenwert haben, als ein ESC-Sieg. 😀
Ich kann dir jetzt schon garantieren, dass kein Sieger des Festival di Sanremo sich damit abfinden wird, wenn neben ihm noch ein weiterer Sieger (m/w/d) gekürt wird. Und die Leute in Italien würden auch verwundert mit dem Kopf schütteln.
In Alehnung an Sal Da Vinci’s ESC Song: Per Sempre Nooooooooooo
Also ich fände es sehr traurig, wenn es aufeinmal den Cover Abend nicht mehr gäbe.Das ist so ein wertvoller und schöner Abend.
Außerdem würde man dann die Songs sage und schreibe 4 mal in der Woche hören.
Nein, ich finde, das ist keine gute Idee. Es funktioniert doch auch so ganz prima.
Ich würde das auch sehr vermissen. Die Cover zeigen noch mal eine andere Facette der Künstler und man hat noch dazu ein Wiedersehen mit alten Bekannten als Duett-Partner.
An sich ist mir ja egal, mit welchem Modus Ultimo endlich zum ESC gelangt, aber an sich sehe ich es genauso wie du! 😉👍🏻
Na ja, vielleicht werden dann endlich mal mehr weibliche Acts aus Italien geschickt.
Ehrlich gesagt ist Italien für mich auch das mit Abstand am meisten überbewertete ESC-Land, das vor allem von seiner schönen Sprache profitiert. Es gab durchaus immer wieder Beiträge aus Italien, die mir gefallen haben, größtenteils sind es dann allerdings doch irgendwelche italienischen Schnulzen. Nur – wann war man das letzte Mal außerhalb der Top 10 damit? Alleine den Song vom letzten Jahr hätte ich nicht mal in die Top 20 gelassen. Ich denke nicht, dass man irgendwas ändern wird. Never change a running system. Wenn es ein Land gibt, das sich ja nun mal so gar nicht über seine Platzierungen beklagen kann, dann ist es ja wohl Italien. Den diesjährigen Sanremo-Sieger mochten doch viele nicht mal und es wurde trotzdem Top 5. Also prinzipiell können die Italiener offenbar auch ein pupsendes Marsmännchen schicken, sofern Italienisch im Song drin ist.
Nix gegen Lucio Corsi. Sein ESC Song ist der bisher meistgehörte Song in diesem Jahr bei mir. 😎
Sal da Vinci war sehr wohl beliebt, vielleicht nicht bei der ESC Bubble – diese entscheidet (Gott sei Dank) nicht allein!
Oha
👍🏻 👏🏻 Ausgesprochen kreative und absolut sinnvolle Idee, denn dadurch wäre am betreffenden Abend ja zumindest schon mal klar, wer überhaupt gerne zum ESC weiterreisen will, und man könnte problemlos auch die Nuove Proposte einbeziehen … 🤩 Einmal ganz abgesehen davon, daß es eine klare Aufwertung des ESC in Italien bedeuten würde! Sicheres Top-Ten-Potenzial für die internationale Bühne haben ohnehin immer mehrere Sanremo-Beiträge zu bieten. 🇮🇹
Prinzipiell finde ich den Gedanken nicht verkehrt.
Aber hat das italienische Publikum überhaupt ein Interesse,
explizit einen Beitrag für den ESC auszuwählen?
Sonst könnte man sich diese mögliche Änderung ja schenken.
Und irgendwann landet wieder Italien außerhalb der Top 10.
Das werde ich noch erleben.
„Und irgendwann landet wieder Italien außerhalb der Top 10.
Das werde ich noch erleben.“
Aber nicht nächstes Jahr. Denn da gewinnt Annalisa das Festival di Sanremo 2027, gewinnt den ESC 2027 in Bulgarien, so dass es dann heißt ESC 2028 in Mailand. 😀
Keine Angst. 😉
Möchte noch einige Jahre leben.
Und eine Schalker Meisterschaft steht auch noch auf der To-do-Liste.
Diese ist ohnehin viel wahrscheinlicher. 😎
Zwanzig Jahre nach der knapp verpassten deutschen Meisterschaft von S04 in der Saison 2006 / 2007, könnte es in der Saison 2026 / 2027 mit der deutschen Meisterschaft für S04 vielleicht funktionieren. 😀
Deine ESC-Predictions … geschenkt!
Aber schämst du dich für solche Fussball-Vorhersagen überhaupt nicht?
Es war der VfB Stuttgart, der den Schalkern 2006 / 2007 die deutsche Meisterschafft kaputt machte. Ich wollte einem Schalke-Fan jetzt einfach mal etwas Aufbauendes sagen. 😀
Ich bin geduldig.
In den nächsten fünf Jahren wäre fein.
Aber erst einmal gewinnt der SWR den ESC.
Die vorgestellte Methode wäre dann der direkte Weg zu klassischen Kompromissnummern. So wird der Trostpreis an den wahrscheinlichen Nichtgewinner von Sanremo vergeben.
blöde idee!
das würde den charakter von sanremo massiv verändern und letztendlich m.e. auch beschädigen.
so langweilig das line-up der beiden letzten jahre auch war und auch kein slatan wenn man ihn braucht,so sehr schätze ich aber die stilvolle andersartigkeit in der melogeschwängerten ESC-stakatosuppe.
tradition bewahren kann etwas sehr schönes sein.🥰
Hach ja. Maneskin… Damiano! 🙂