Schweiz: ZiBBZ unterstützen gemeinsam mit anderen Künstler*innen musikalisch die „Ehe für alle“-Kampagne

Am 26. September finden nicht nur in Deutschland Wahlen statt, sondern auch die Schweizer Volksabstimmung über die „Ehe für alle“. Das Referendum ist notwendig, da Gegner*innen der Eheöffnung fast 70.000 Unterschriften gegen einen entsprechenden Beschluss des Parlaments aus dem vergangenen Jahr gesammelt haben. Anders als zum Beispiel in Deutschland und Österreich ist es in der Schweiz für lesbische oder schwule Paare deshalb aktuell noch nicht möglich zu heiraten.

Die Kampagne für die Ehe für alle hat seit heute prominente Unterstützung auch mit ESC-Bezug. Die Schweizer Teilnehmer aus dem Jahr 2018, ZiBBZ, haben gemeinsam mit zahlreichen weiteren Künstlern den Song „Ja, ich will“ aufgenommen und veröffentlicht. Bereits kurz nach Erscheinen konnte sich das Lied auf Platz 1 der Schweizer iTunes-Charts setzen.

Neben ZiBBZ sind folgende Künstler*innen an dem Lied beteiligt, das teilweise auf Schwyzerdütsch, teilweise auf Französisch, teilweise auf Italienisch und teilweise auf Rätoromanisch gesungen wird:

  • Adrian Stern
  • Caroline Chevin
  • Chor Rosa
  • Dabu Fantastic
  • Idathehoney
  • Lucas Fischer
  • Mattiu Defuns
  • Nick Vega
  • Rislane & the Lovers
  • Tiziana Gulino

„Ja, ich will“ erscheint pünktlich zum heute stattfindenden Aktionstag in Bern, bei dem das Komitee Ehe für alle mit einer symbolischen Hochzeitsfeier auf das Thema und die Volksabstimmung aufmerksam machen will.

Hier ist der komplette Text des Liedes auf Deutsch:

Du fühlst dich an wie Sommer,
mit dir riechts nach mehr,
vom Sonntagmorgen,
bis Samstagnacht am See.

Vor dir kann ich schwach sein,
mein Zuhause ist, wo wir sind,
habe dich als Anker,
und bin trotzdem frei wie der Wind.

Unsre Liebe ist so bunt,
unsere Liebe ist so echt,
auch wenn es nicht immer allen gefällt,
malen wir warben in diese Welt.

Manchmal liebt eine Frau eine Frau,
manchmal liebt ein Mann einen Mann,
Liebe kennt kein Geschlecht,
sie ist niemals schlecht.

Ja, ich will (Ja, ich will)
in guten und schlechten Zeiten
Ja, ich will (Ja, ich will)

Will dich an meiner Seite,
zusammen sind wir stark,
haben schon so viel überwunden,
was wir haben wünsche ich jedem,
denn wir haben wahre Liebe gefunden.

Ja, ich will (Ja, ich will, ja, ich will)
Ja, ich will (Oui, je le veux, oui, je le veux)
Ja, ich will (sì, lo voglio, sì, lo voglio)
Ja, ich will

Du bist mein größtes Lachen,
mein kleines Paradies,
du malst mein Leben in rosa,
mein Traum trägt dein Gesicht.

Du siehst aus wie ein Versprechen,
wenn du neben mir erwachst,
möchte ich diesen schönen Tag
nur noch mit dir verschwenden.

Unsere wahre Liebe
ist nichts anderes als aufrichtig
Statt von Hass lassen wir uns vom Regenbogen leiten.

Manchmal liebt eine Frau eine Frau,
manchmal liebt ein Mann einen Mann,
Liebe kennt kein Geschlecht,
sie ist niemals schlecht.

Wenn zwei Menschen, die sich finden sich bedingungslos lieben,
Ist Lieben garantiert niemals falsch.
Weil es für mich so viele Gründe gibt,
sich zu freuen und mit dir den Tag zu versüßen.
Und dies ist mein Wunsch und es wäre so schön,
diesen mit dir zu erfüllen.

Alle Informationen zum Song „Ja, ich will“ findet Ihr hier; mehr Informationen zur Kampagne „Ehe für alle“ gibt es hier.


28 Kommentare

  1. Gute und wichtige sache für uns. Ich muss zwar sagen, dass ich mich nie diskriminiert oder benachteiligt gefühlt habe, trotz mein partner und ich seit 25 jahren offen zusammen und verpartner sind. Da gibts natürlich nur ein ja.
    Der song hätte wohl nur aufgrund der botschaft beim esc eine chance, ein paar pünktchen abzustauben.
    Wenns interessiert…..

    https://jafueralle.ch/

  2. Ich hatte mich schon gewundert, dass im Text nix steht, aber ganz offenbar ist auch eine halbe Strophe auf rätoromanisch.

    Na, ich drück mal sehr die Daumen, manchmal hab ich Angst vor Volkes Stimme… Hier in D, aber auch in CH.

    Auf jeden Fall viel Glück und Erfolg!

  3. 70.000 Gegner*innen? Ich weiß, wieso ich kein allzu großer Fan von Volksabstimmungen bin. Das ist doch absolut irrational 🤦🏻‍♂️

  4. Dass Tiziana Gulino, TVOS-Siegerin von 2014, mit dabei ist, überrascht mich nicht: Sie ist selbst mit einer Frau liiert. Einen losen ESC-Bezug hat sie auch: Sie nahm 2015 am Schweizer VE teil und wurde unter sechs Teilnehmenden Fünfte. Gewonnen hat damals Mélanie Réne (oder Melyz, wie sie sich jetzt nennt) vor Timebelle.

  5. Dann drücke ich der Schweiz die Daumen und hoffe, dass sie sich für Toleranz (oder besser noch Akzeptanz) und Vielfalt entscheiden.
    Ich begrüße es grundsätzlich, dass die Schweiz auf Volksabstimmungen setzt. Allerdings habe ich manchmal auch Bedenken, dass sch die Konservativen, um es mal vorsichtig zu formulieren, durchsetzen könnten.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es in Deutschland einige Gegner für Gleichberechtigung gibt, weshalb hierzulande eine Volksabstimmung wahrscheinlich recht knapp ausgehen würde.

    • @Gaby

      Also die Umfragen die es in Deutschland zum Thema gibt sagen eigentlich alle so um die 65 % dafür aus, manche sogar noch höher.

      Klar darf man das nicht überinterpretieren aber ich habe das Gefühl dass so eine Abstimmung hier gar nicht mal soo knapp ausgehen würde.

      Hier eine Yougov-Umfrage aus dem Juni 2017, also kurz bevor der Bundestag darüber abgestimmt hat.

      https://yougov.de/news/2017/06/23/homo-ehe-mehrheit-der-deutschen-fur-gleichgeschlec/

      • Danke für die Info. Das wäre in der Tat ein gutes Zeichen, obwohl ich ja manchmal ein bißchen meine Zweifel habe, ob solche Umfragen immer das wirkliche Stimmungsbild wiedergeben.
        Manche Leute äußern sich vielleicht so, weil sie ja zu den „Guten“ gehören möchten, denken aber in Wirklichkeit vielleicht anders. Aber okay, man kann den Leuten ja nur vor dem Kopf gucken, will ja auch niemandem was unterstellen. Also gehen wir mal davon aus, dass es wirklich so ist. Dann ist es in der Tat positiv.😉

      • @ESC1994 – zu wünschen wäre es natürlich – aber ich bin mir auch nicht so ganz sicher, dass die Zahlen in der Realität so gut wären. Meine Erfahrung ist leider eher, dass Leute kein Problem mit (uns) Schwulen haben – so lange wir entweder witzig sind oder die asexuelle „Mein Partner und ich und unser Baby, der Mops“ Schiene fahren. Die Weltoffenheit ist hier leider oft nur sehr oberflächlich – und unter gewissen Bevölkerungsgruppen gar nicht – vorhanden.

      • @4porcelli

        Wie gesagt, ich überinterpretiere solche Umfragen nicht und weiß dass Wahlen am Wahltag abgerechnet werden.

        Aber ich bin schon optimistisch und zuversichtlich, zumal die Unterstützung ja auch in der bürgerlichen Mitte recht hoch zu sein scheint.

        Außerdem: Wenn es selbst dass früher so erzkatholische Irland schafft für die Ehe für alle zu stimmen dann schafft es die Schweiz denke ich auch. 😉

      • @ESC1994 – ich hoffe es auch mal… Irland hat vermutlich – neben den ehemaligen Militärdiktaturen in Spanien und Portugal – die rasanteste Kehrtwende bei sozialpolitischen Themen gemacht; es war tatsächlich das erste Land, dass gay marriage per Referendum verabschiedet hat (sogar einige Jahre vor dem Recht auf Abtreibung). Die Schweizer haben ja bei einigen Refereden eher unglücklich abgestimmt – wobei ich meine, dass zB das anti-Minarettbau-Referendum nur auf Kantonsebene war. Zürich, Basel und Genf werden es hoffentlich richten!

      • @4porcelli

        Das kann ich mir schon vorstellen. Ich denke, erst wenn nicht mehr rechtfertigen muss, wen man liebt und zusammen ist dann sind wir bei der Toleranz angekommen. Gilt natürlich auch für andere Lebensbereiche, natürlich nur, solange man niemanden schädigt. Ups, wie pathetisch, aber ist doch wahr.😉

    • @gaby, wenn die abstimmung tatsächlich nur um die ehe für alle ginge, würde sie haushoch angenommen. Leider beinhaltet die abstimmung aber auch das adoptionsrecht, darum könnte es tatsächlich knapp werden.

      • Alles Gute für Euch.🙂

        Das wäre doch echt ein Schmarrn, wenn das Adoptionsrecht nicht angenommen würde. Ich meine, es ist doch echt schnuppe, ob sich zwei Frauen bzw. zwei Männer um die Kinder kümmern. Wichtig ist doch, dass sie liebevoll aufwachsen. Aber leider ist das ein gesellschaftliches Problem. Die Kinder werden leider auch oft gemobbt…

      • Gaby, Adoptionsrecht ist auch in D. noch immer ein Problem. Wenn beispielsweise zwei Frauen ein Kind wollen, und eine es austrägt, dann muss die andere das Kind immer noch adoptieren, auch wenn sie verheiratet sind. Bei einem Hetero-Ehepaar geht das einfach bei der Geburt, wenn der Mann sich als Vater eintragen lässt, auch wenn er nicht der Samengeber war.

    • Die Schweiz ist in solchen Sachen schon noch etwas konstervativer als Deutschland.
      Eigentlich gibt es dort ähnlich wie in den Niederlande eher den cal­vi­nis­tisch Grundgedanke, dass Jeder tun kann was er will, solange er damit nicht die Gesellschaft belastet, letztlich muss er sich nur vor Gott rechtfertigen. Daher sind die Länder bekannt keine Probleme mit Prostitution oder Sterbehilfe zu haben.
      Bei den Volksabstimmungen geht es aber natürlich auch um Politik, und wenn die Rechten aka SVP groß dagegen polemisiert, ist nicht klar, wie sowas ausgeht.

      In Deutschland hat sich die Gesellschaft in den letzten 30 Jahren in diesen Punkten stark geändert, aus Kohls moralischer Wende wurde eher eine Neudefinition von Moral, welche nun von der AfD zurückgedrängt werden soll. Aber an den Ergebnissen der AfD und anderer Rechtsparteien sieht man, dass dies nicht mehrheitsfähig ist.

  6. Viel Erfolg!

    ZiBBZ hätte ich beim ESC gerne im Finale gesehen. „Stones“ war zwar kein Meisterwerk, aber mMn allemal besser als so manch anderes, das sich ins Finale gemogelt hat.

      • Ich sag ja, war nicht so doll, hat bei mir aber in einem extrem schwachen Semi für Platz 3 gereicht, hinter König Eugent und Netta.

      • Am meisten habe ich Griechenland im Finale vermisst. Dann gefällt mir mal wieder nach langer Zeit ein griechischer Beitrag und dann das…😕

      • ‚Oneiro mou‘ ist fantastisch und noch immer in meiner Playlist (im Gegensatz zu ‚Stones‘), aber ich wusste gleich nach dem leeren und lahmen Auftritt, dass das nichts wird. 🙁

    • Na ja, ich fand den Song relativ öde. Bei den Songchecks hat Stefan glaube ich folgendes gesagt: „Imagine Dragons auf Valium.“

      Ich kann ihn da nur zustimmen.

      • Immer noch besser als der prätentiöse Kitsch aus Estland, die Tränendrüsennummer aus Litauen, der finnische Zirkus, die hyperaktive Haaarfestigerwerbung aus Zypern etc …

  7. Ich bin mir gar nicht sooo sicher, das die Schweizer der Ehe für alle plus Adoptionsrecht wirklich zustimmen werden. Ich hoffe es natürlich.

  8. Warum zeigt der eine Sänger bei „Mit Dir an meiner Seite“ (1:04) mit dem Finger auf seine Mitsängerin? Wusste er nicht, worum es geht oder wollte er Missverständnissen vorbeugen oder bin ich zu empfindlich bei gut gemeinten Aktionen von Heteros?

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