Kommentar: Berechtigter Shitstorm. Auch für Blogger gelten journalistische Grundsätze

Manchmal braucht es eine geradezu absurd anmutende Verknüpfung ungünstiger Umstände, um Fehlentwicklungen in einem System zu offenbaren. Dass das auch für den Journalismus gilt, zeigt der Shitstorm, der nach dem Finale der rumänischen Selecția Națională über William Lee Adams und Deban Aderemi (Aufmacherbild) von Wiwibloggs tobt. Schuld daran tragen aber nicht nur die beiden britischen Blogger, sondern auch das rumänische Fernsehen TVR und die weitverbreitete Annahme, der ESC sei eine unpolitische Veranstaltung.

William Lee Adams, der Gründer der wohl größten unabhängigen ESC-Fan-Website Wiwibloggs, und sein Co-Autor Deban Aderemi waren am Sonntagabend zwei der sechs Juroren beim rumänischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv. Diese Verpflichtung hatte nichts offensichtlich Anrüchiges – bis es zur Abstimmung kam. Obwohl sich Adams im Vorfeld skeptisch über den späteren Siegerbeitrag „On a Sunday“ von Ester Peony geäußert hatte, gaben ihm beide Wiwibloggs-Vertreter die Höchstnote.

Zusammen mit weiteren hohen Wertungen von anderen Juroren reichte die so generierte Punktzahl, um die Favoritin der rumänischen TV-Zuschauer Laura Bretan „zu verhindern“. So wurde es zumindest von einigen Kommentatoren im Netz interpretiert. Denn die 16-jährige – immerhin Siegerin von Românii au talent und Sechste bei America’s Got Talent – hatte sich vor einiger Zeit sehr deutlich für die traditionelle Definition der Ehe aus Mann und Frau eingesetzt. Gerade im sehr gay-freundlichen ESC-Umfeld galt sie damit vielen als „homophob“.

Laura Bretan war beim Finale der Selecția Națională die Favoritin der TV-Zuschauer

Ob aus diesem Grund, einem anderen oder schlicht aus Zufall: Am Ende reichten die Wertungen der sechs Juroren, um das Abstimmungsergebnis des rumänischen TV-Publikums zu pulverisieren. Dass das ging, war auch dem rumänischen Fernsehen geschuldet, das der Wertung jedes einzelnen Juroren ebenso viel Gewicht gab, wie allen TV-Zuschauern zusammen. Dieses zweifelhafte Demokratieverständnis wurde dann noch dadurch getoppt, dass zwei Jurorensitze an Adam und Deban vergeben wurden, also Vertreter eines Mediums.

Das einzige Positive, das man dem rumänischen Fernsehen bei diesem Vorgehen zusprechen kann, ist, dass man offenbar versucht hat, das Juroren-Panel mit ESC-Expertise zu besetzen. Denn diese besitzen die beiden Wiwibloggs-Vertreter. Das haben sie in der Vergangenheit mit ihren Einschätzungen der Erfolgschancen von ESC-Beiträgen immer wieder bewiesen. Dass sie darüber hinaus unterhaltsame Persönlichkeiten sind, die für Spaß, Buntheit und die ESC-Community stehen, macht sie für TV-Anstalten nur noch interessanter. Insofern möchte man die rumänischen Fernsehmacher fast in Schutz nehmen.

Und in der Tat: das Problem haben sich William und Deban im Wesentlichen selbst eingebrockt. Sie haben in der letzten Zeit die journalistischen Grenzen immer weiter überschritten, bis ihnen nun das Ganze auf die Füße gefallen ist. Gerade William, immerhin ein jahrelanger professioneller Journalist, der unter anderem für die Financial Times, die New York Times und CNN gearbeitet hat, hätte es besser wissen müssen. Immer häufiger erlag er der Verlockung, nicht nur als Journalist mit seiner Expertise über den ESC zu berichten, sondern auch selbst eine tragende Rolle im Rahmen des ESC zu übernehmen.

Während das zunächst von den meisten Begleitern und Nutzern von Wiwibloggs durchaus positiv aufgenommen wurde, überspannten er und Deban nun also den Bogen. Als doppelte Juroren in einem nationalen Vorentscheid griffen sie aktiv in den Entscheidungsprozess ein und entmündigten – wenn auch unbeabsichtigt – ein ganzes TV-Volk.

Die Siegerin Ester Peony – die unerwartete Nutznießerin einer unterstellten Absprache von Juroren? 

Es gehört zur Journalisten-Tradition etwa in Deutschland, sich seiner Rolle und Funktion im gesellschaftlichen Prozess bewusst zu sein. Journalisten sind nicht ohne Grund die vierte Macht im Staate. Dazu gehört aber auch, dass sie sich mit den anderen Mächten nicht gemein machen. Vielen Journalisten, denen gern Weltverbesserungstendenzen unterstellt werden, fällt das aus nachvollziehbaren Gründen nicht immer leicht. Schließlich sind gerade Fachjournalisten häufig genauso gute oder gar bessere Experten als manche Politiker.

Dennoch: Journalisten sind keine gewählten Vertreter des Volkes. Ihre Funktion ist es nicht, Entscheidungen zu fällen, sondern über sie zu berichten und sie zu hinterfragen. Das mag im Entertainment-Bereich wie beim ESC, aber auch beim Sport häufig nicht so entscheidend sein. Wenn sich plötzlich aber auch noch ein moralischer Aspekt ergibt, wie jetzt die vermeintliche Homophobie einer 16-Jährigen, dann ist der ESC wieder einmal nicht mehr so unpolitisch, wie er es gern sein will. Dann öffnet das Raum für Spekulationen und dann machen sich Journalisten angreifbar und – ja, auch – unglaubwürdig, wenn sie so wesentlich in diesen Prozess eingreifen.

Der aktuelle Shitstorm hat das Zeug, in etwaige journalistische Lehrpläne für angehende Blogger und Influencer aufgenommen zu werden. Er zeigt, dass auch sie als Meinungsführer eine Verantwortung haben und wie wichtig die journalistischen Grundsätze für alle Akteure gerade in der digitalen und pluralen Welt sind. Wenn diese Lehre aus dem Vorfall hängen bleibt, hatte er wenigstens etwas Gutes. Vielleicht lernen die TV-Verantwortlichen aber auch, dass ihre Verantwortung früher beginnt, als bei der Verpflichtung von Juroren für eine Show. Hat gerade jemand Xavier Naidoo gesagt?

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93 Kommentare

  1. Zunächst einmal ist das rumänische System vollkommener Schwachsinn. Wenn man irgendwo Juror ist, sollte man sich nicht im Vorhinein zu den Songs äußern und erst Recht nicht komplett anders voten als die Aussagen im Voraus suggerieren. Dazu bin ich nicht sicher, ob Blogger die richtigen Experten sind, gerade die beiden WiWi-Blogger sind mir weniger durch Expertise sondern durch übertriebene Hochjubelei aufgefallen. Letztendlich ist es auch ein Unding, dass eine Absprache zwischen den Experten gesprochen worden ist, der einen Beitrag, der nur durch die bisherig schwachen Beiträge eine Finalchance hat, in Front bringt. Rumänien hatte auch ohne die verständlicherweise kritisch gesehene Laura Bretan Songs mit Top 10 Chancen in der Hinterhand gehabt. Traurig

  2. Tja, in der Tat ein interessanter Konflikt in dem die beiden sich da befunden haben und ein echtes Dilemma. Jeder wird sich wohl fragen, wie man selber in dieser Situation entschieden hätte. Wahrscheinlich sitzen die beiden grad zusammen und formulieren einen Erklärungsversuch…spannend.

  3. Ganz genau habe ich nicht verstanden, was hier den beiden vorgeworfen wird: Daß sie ihre Meinung über die Lieder ändern, stört mich gar nicht, wir alle tun das doch immer wieder.

    Und für das absurde Wertungssystem können sie nichts.

  4. Das hat man davon das man eine ausländische Jury für seine VE einsetzt. Ich bin dafür das dieser Schwachsinn von internationalen Juries eingestellt wird. Wenn dann sollte es eine nationale Jury sein, wenn überhaupt. Wenn ich jetzt rumänischer Zuschauer wäre und ich hätte angerufen beim Televoting, würde ich mir jetzt richtig verarscht vorkommen. Jetzt hat man einen Beitrag, den in Wirklichkeit kaum jemand wollte. Ich kann übrigens beide nicht besonders leiden, weil mir diese Typen viel zu überkandidelt vorkommen. Und die Jury hat ja den Beitrag nicht ausgewählt, weil er ihnen so gut gefallen hat, sondern weil sie eine andere Kandidatin verhindern wollten, nur weil sie eine Meinung hat die sie nicht teilen. Wie war das noch mal,damit, das der ESC keine politische Veranstaltung ist? Die Selben die jetzt einer 16 Jährigen Künstlerin Homophobie unterstellen und froh das sie nicht gewählt worden sind, kriegen bei Russland, einem der homophobsten Länder überhaupt, jedenfalls Ohnmachtsanfälle wenn sie jemanden wie diesen Sergey schicken. Dann ist plötzlich egal, das Sergey aus einem der homophobsten Länder überhaupt ist. Aber dann einer 16 Jährigen aus dem selben Grund, keine Punkte geben.

    • Im Gegensatz zu Laura und Mans Zelmerlöw hat sich Sergey nie homophob geäußert! Auch wenn er aus Rußland, kommt heißt das nicht, daß er mit der dortigen Bevölkerungs- und Politikermehrheit, die nicht gut auf Homosexuelle zu sprechen sind, in das gleiche Horn tutet! Sergey hat einen Sohn, der von einer Leihmutter ausgetragen wurde und bisher gab es – wenn man sich seine Fotos in den sozialen Netzwerken anschaut – auch noch keine Frau an seiner Seite. Er dürfte also selbst ein Teil der LGBTIQ-Szene sein.

      • Sorry, aber die Argumentation hinkt. Wenn er mit dieser Mehrheit nicht einverstanden ist, tritt man nicht für das Land beim ESC an, das gilt aber auch für die rumänischen Kandidaten. Homophobe Aussagen kann man so und so sehen. Mans hat gesagt, dass Homosexualität abweichend der Norm sei. Auch wenn er sich dafür entschuldigt hat, hat er Recht, Homosexualität ist nicht normal, nur ist es nicht verwerflich in der Hinsicht nicht normal zu sein. Er wurde oft genug verteidigt und seine Siegesansprache, war so ziemlich die einzige der letzten Jahren, die ich nicht grausam fand und in der hat er gesagt, dass wir alle Helden sind.

      • Na ja, dafür macht sich Super Laserboy ja wieder mal zum freundlichen Gesicht des Putin-Regimes, was ich wesentlich schlimmer finde. Die inszenierte Sache mit dem rent-a-kid finde ich persönlich eher peinlich; bin mir jetzt nicht sicher, ob das Vor- oder Rückschritt ist im Vergleich zu Rock Hudsons „Zwangsehe“ in den 1950ern.

    • Dass die beiden wegen der Homophobie-Vorwürfe ihr Votum geändert haben (im Vergleich zu ihrem Ersteindruck der Songs in Studiofassungen), ist allerdings zunächst auch einmal nur eine Unterstellung, bzw. Vermutung.

      • Eine Teilnehmerin mit Kontroverse zu schicken ist halt sachlich betrachtet auch einfach nicht die idealste Lösung. Jemand mit weißer Weste hat immer bessere Chancen.

  5. Ich finde es ja surreal, dass gerade die von mir immer als ausgesprochen nervigen und hyper-kommerzialisierten WiWiBlogger die Exorzistin verhindert haben, ihnen aber gerade die eigentlich gute Tat um die Ohren fliegt und ihre Community sich nicht nur als ausgesprochen hysterisch, sondern in großen Teilen als homophob herausstellt. Die Geister die ich rief…
    Die wahren Schuldigen sitzen allerdings beim TV-Sender meines Lieblings-EU-Landes, der das bizarre Voting-System und die schräge Jury-Auswahl zu verantworten hat; vermutlich wird in bester rumänischer Tradition herausstellen, dass da irgendwo Geld geflossen ist. Der nach seinem Rückzug von uns allen belächelte Mihai scheint doch recht gehabt zu haben, dass etwas faul ist an der Sache.

    • „Exorzistin“? Hat sich Laura auch für das Gesundbeten oder die Umerziehung Homosexueller eingesetzt? Bisher las ich nur etwas davon, dass sie gegen das Öffnen der Ehe war und nichts von sonstiger Intoleranz.

      • Überspitzte Formulierung, wie Du weißt…. oder vielleicht liegst Du ja auch ganz falsch und ich meine Bella ;-),.

      • @tobiz – ich hatte mir gestern aus Neugier nach dem Drama den Thread zu ROM auf WWB, mal angeguckt und die Mehrzahl der Kommentare waren ziemlich homophob oder bestenfalls ignorant zum Thema, warum man vielleicht gegen die Schwulenhasserin stimmen könnte. Die Kommentare dort wirken ja allgemein nicht besonders clever, aber das war schon wirklich prägnant.

  6. „Zweifelhafte Demokratieverständnis“: Unsinn, Entschuldigung. Der ESC ist keine Europawahl und hat nichts und auch wirklich gar nichts mit Demokratie zu tun. Wer es seit der Schule vergessen hat, Demokratie besteht nicht nur aus Wahlen sondern aus viel mehr: Einfach mal die Grundrechte im GG nachlesen.
    Der ESC ist ein TV-Programm und die Sender dürfen auswählen wie und wo sie wollen.

    Nun habe ich endlich das Lied von Laura gehört, und ganz ehrlich noch eine Operetten-Nummer muss nicht wirklich sein.

    Ob sich die beiden Wiwis als Journalisten sehen (der eine ist übrigens Amerikaner) oder doch mehr als Fan, ist in der heutigen Zeit schwer zu sagen. Das ist ein Grundproblem bei allen Bloggern.

  7. Komisch. In italien ist dasselbe passiert, aber niemanden hats gestört. Nur wollte jury und presse dort unbedingt einen ihnen genehmen und weltbildlich passenden kandidaten durchsetzen und man hat es, entgegen dem klaren zuschauerwillen, auch geschafft.

    • Na ja, in Italien selber gab es auch große Kontroverse um das Voting, wo sich dann sogar Salvini und diMaio einmischten. Ist hier sicher nicht so prominent gewesen, weil nicht 2 omnipräsente Bubble-Personalities im Mittelpunkt standen.

  8. @Matty: Mir ist vollkommen egal, ob der Sergey sein Kind ausgebrütet hat durch draufsetzen oder durch eine Leihmutter. Und nur weil er ein Kind hat, das durch ne Leihmutterschaft geboren wurde, ist er nicht zwangsläufig homosexuell. Es ist doch wohl ein gewaltiger Unterschied, ob eine 16jährige eine Meinung äußert oder ob ein Land wie Russland ganz gezielt homophobe Gesetze erlässt und wo Homos auch durch Polizisten verprügelt werden, wenn sie friedlich demonstrieren. Das ist eine ganz andere Baustelle. Bestimmt fühlen die Wiwibloggs noch als Helden, weil sie es einer 16jährigen mal wieder gezeigt haben. Wow. Wäre man doch sonst so nur so kritisch bei Russland. Das würde den Homos in Russland vielleicht mehr helfen, als unkritisch alles zu ignorieren, was dort in diesem Land mit Homos passiert.

  9. Und mal ne Frage: Muss man um journalistisch arbeiten zu können nicht einen IQ habender höher ist wie die Raumtemperatur? Ob das bei den beiden wirklich der Fall ist, wage ich mal zu bezweifeln.

    • Einspruch. Die beiden Blogger sind oft witzig, kurzweilig, bringen sehr viel Herz in ihre Beiträge ein, es ist ein Vergnügen ihnen zuzuhören und informativ sind ihre kurzen Videosendungen auch noch.

      Gibt es eigentlich Belege, den beiden falsche Motive für ihre Musikentscheidung vorzuwerfen?

    • …höher als… Ich kenne allerdings bislang keine wissenschaftliche Untersuchung zur Korrelation zwischen IQ und Grammatikkenntnissen , Glück gehabt !

  10. Ich habe es schon unter das Barometer geschrieben und sage es hier nochmal: Viele ESC-kompakt-Leser waren gestern von Ester begeistert, das lässt sich im Live-Chat nachlesen. Auch ich habe meine Meinung über ihren Song vom Semi zum Finale geändert. Warum sollte das nicht auch für die Wiwis gelten? Ihnen eine Agenda zu unterstellen, halte ich für falsch.

    Was aber richtig ist: Ich denke, dass Leute, die in einer Jury sitzen, über diese Veranstaltung (vor allem vorher!) nicht berichten sollten, schon gar nicht wertend. Oder umgekehrt.

    • wo ist denn hier der live-chat?
      oder meint ihr die kommentare zu den jeweiligen livestreamfäden?
      das ist aber kein echter chat denn chats erneuern sich automatisch entweder sofort oder alle 30-60 sekunden,was hier nicht der fall ist.
      in der crunchtime wäre ein autorefresh alle 30 sekunden wirklich sehr hilfreich.

      ich halte es für falsch die beiden herrschaften jetzt auch noch in schutz zu nehmen – die kommen aus der nummer eh nicht mehr heile raus und sollten die suppe selber auslöffeln.

  11. Grundsätzlich bin ich dafür, das Privatleben von Künstlern von ihrer Kunst strikt zu trennen, und eine Bewertung von Gesang und Song hat es schon gar nicht zu beeinflussen. Trotzem ist Laura zwar jung. aber alt genug um zu wissen, dass öffentliche Meinungsäußerungen auch Reaktionen nach sich ziehen, seien sie positiv oder negativ. Jetzt wäre es an ihr, entsprechende Vorwürfe öffentlich zu machen oder an William und Deban, ihre Bewertungsdiskrepanzen zu erklären. Solange sich aber keiner der Beteilgten zu Wort gemeldet hat, läuft diese Diskussion irgendwie ins Leere.
    Ein Wertungssystem wie dieses ist jahrelang auch in Malta angewendet worden und auch dort wurde oft der Televoting-Sieger gekippt, nur interessiert hat das keinen. Grundsätzlich hat bei einem mehrgliedrigen Wertungssystem nun einmal jede Instanz Einfluss auf das Endergebnis und die Forderung, dass der Televoting-Sieger auch der Gesamtsieger sein soll, lässt sich eben nur sicher umsetzten, wenn es einzig und allein ein Televoting gibt; die Rundfunkanstalten haben aber die Freiheit, das System zu bestimmen, auch, wenn es für uns, die ein starkes Televoting gewohnt sind, befremdlich wirkt.

    • Ja, sie mag jung sein, aber es ist nach fast 20 Jahren Casting Shows schon so, dass die meisten Kids, die an solchen Sendungen auftreten, sehr durchdacht sind, mit dem, was sie sagen und wie sie es sagen. Viele kommen dabei wesentlich professioneller rüber als die meisten Politiker oder CEOs (von Fußballern ganz zu schweigen). Von daher kann ich das Alter hier nicht als Entschuldigung sehen,.

  12. Natürlich geht es beim Voting auch immer um Sympathie oder Antipathie und niemals nur um den Song. Wenn mir in Europa im Jahre 2019 ein christliches Mädel erzählt, dass sie nichts von der Schwulenehe hält (und wahrscheinlich noch schlimmeres), hat sie bei mir nun mal den Button Antipathie ausgelöst und bekommt weniger Punkte von mir. So einfach ist das. Wenn Frau Weidel und Herrn Gauland das wunderschönste Duett beim deutschen ESC Vorentscheid singen würden, bekämen sie auch keinen Anruf von mir.

    • Als Privatperson ist das Argument vollkommen richtig und nachvollziehbar, aber wenn man als Juror engagiert wird (und dafür sicher auch noch gut bezahlt wird), um nach Erfolgschancen des Acts zu werten und sich dabei von persönlichen Antipathien beeinflussen lässt, macht für meine Begriffe einen ziemlich schlechten Job. in diesem Fall ist das aber alles nur Spekulation, und ich halte William und Deban auch für zu professionell für sowas.

      • Es wurde doch nach Erfolgschancen gestimmt. Oder glaubst du, Laura bekommt von der LGBT-ESC-Gemeinde in Europa auch nur eine Stimme in Tel Aviv? Rumänien sollte dankbar sein, letzter Platz im Semi ist abgewendet 😀

      • Weißt du was: Irgendwie hast du damit sogar recht! Aber ich habe hier auch schon wieder viel mehr Energie investiert als ich eigentlich wollte. Stressige Online-Diskussionen sind nicht gut für’s Herz 😉

  13. Ich finde das Votingsystem in Rumänien sehr befremdlich. Und hoffe das dieses dem rumänischen Fernsehen noch um die Ohren fliegt. Und ich werde nie verstehen, dass 6 Juroren so einen ähnlichen Geschmack haben. Genauso läuft es in Deutschland ab. Fast alle Juroren haben letztes Jahr Schweden auf die 1 gesetzt. Das stinkt fast genauso wie nun die Geschichte in Rumänien.

  14. Schöner Kommentar, den ich aber dennoch kommentieren möchte.

    Ich stimme dem Kommentar komplett zu, dass William und Deban als Journalisten nicht als Jury auftreten dürfen. Sie besitzen eine gewisse Expertise, gerade als Journalisten, dennoch ist es einfach wichtig unabhängig zu bleiben. Ich kann verstehen, dass sie sich von der Einladung sehr geehrt gefühlt und es dann nicht weiter überdacht zu haben bis es zu spät war.

    Das Votingsystem war wirklich fragwürdig. Das Ergebnis entspricht zwar meinem persönlichen Geschmack, aber es war dennoch schlicht und ergreifend unfair. Wenn man eine Jury etabliert, dann 50:50 oder zu Gunsten der Zuschauer.
    Ich kann den Gedankengang des Senders begrenzt nachvollziehen, aber es wurde einfach schlecht gelöst.

    Rumänien ist im ESC kein erfolgreiches Land. Die beste Platzierung war Platz 3 vor NEUN Jahren.
    Dass man nun versucht hat über Wettbewerbsexperten einen guten Beitrag zu senden kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber dann hätte man das über ein internes Auswahlverfahren lösen sollen und nicht über ein Öffentliches.
    Es war abzusehen, dass es nur Probleme geben wird, besonders, da nun die Favoritin verhindert wurde. Lauras junges Alter und unschuldiges Auftreten stachelt da vermutlich erst recht noch die großen Emotionen an.

    Ich möchte aber auch mal die Kontroverse um Laura aufgreifen.
    Es wird schnell als freie Meinungsäußerung betitelt, daher möchte ich ganz simpel mal eben verdeutlich warum sehr viele Leute ein Problem mit Laura Bretans Unterstützung des Votums haben:

    Freie Meinungsäußerung: „Ich mag keine Tomaten.“
    Freie Meinungsäußerung ist überschritten bei: „Stimmt für ein Gesetz, was es jedem Menschen in diesem Land verbietet Tomaten zu essen, weil ich Tomaten nicht mag.“

    Da ist ein Unterschied.
    Beizutragen die Ungleichheit von Menschen in die Verfassung zu verankern ist keine freie Meinungsäußerung mehr. Eine Verfassung an die eigenen religiösen Ansichten anpassen zu wollen ist ein Eingriff in die Freiheiten aller Menschen, die in dem Land leben. Ob es durchgekommen ist oder nicht ist irrelevant, denn die Absichten hinter dem Votum bleiben bestehen.

    Denkt euch in die Lage eines Homosexuellen. Sie hat dafür geworben, dass ihr in der Verfassung als nicht gleichwertig angesehen werdet.
    Findet ihr das sympathisch? Glaubt ihr an die Gutherzigkeit von jemanden, der Hierarchien unter Menschen in eine Verfassung bringen wollte? Was sagt es über jemanden aus, der seine Religion über deine Freiheit stellt?

    Bitte seht das nicht als Anlass als große politische Diskussion. Es ist ein Denkanstoß, um eine Seite zu verstehen, der ihr vielleicht nicht angehört.

  15. Wenn man sich das Video der beiden anguckt, wo sie die rümänischen Songs kommentieren und da ganz offensichtlich wird, wie sie über Laura und Ester geredet haben, ist das gestrige Voting der beiden doch sehr merkwürdig. William und Deban haben „Dear Father“ in den Himmel gelobt und trotzdem gestern nicht mal in ihren Top 3 gehabt.

    Und klar ist das komplette Votingssystem für die Katz gewesen. Total sinnfrei! Wenn es wie üblich die 50:50 Regelung gegeben hätte, wäre Laura die Siegerin.

  16. Ist es nicht ganz wunderbar, dass das ESC-Universum auch im Rentenalter noch ganz zielsicher und selbstverständlich ins Wespennest trifft? Mangelnde Transparenz und Manipulation von Ergebnissen sind ja zwei der großen Heruasforderungen unser Zeit. Darauf wurde nun im Mikrokosmos des rumänischen Vorentscheids ein Schlaglicht geworfen. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Rollenabgrenzung: Wer sein Geld mit ESC-Meinungsmache verdient, macht als Juror per Definition eine schlechte Figur. Bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten aus ihren Fehlern lernen.

  17. Also ein YouTube-Video zu gestalten und ständig hysterisch zu schreien:“Oooooh this is so amaaaaaaaaazing.“ Ist für mich nicht journalistisch arbeiten. Diese gesamte Heuchelei in der Diskussion geht mir auf die Nerven. Bei einer 16 Jährigen den Schwulenaktivisten rauslassen, aber bei dem Russischen Künstler Lazarev einen hysterischen Anfall bekommen, nur weil er ja soooooo süß ist. Obwohl jeder weiß, das er aus einem Land kommt, wie es homophober nicht sein kann. Ist man denn in der Szene wirklich so naiv zu glauben, das das russische Staatsfernsehen einen Künstler zum ESC schicken darf, der gegen die Linie des Regimes ist? Also bitte. Komischerweise dann wird man als Kritiker darauf hingewiesen, das der ESC unpolitisch ist. Also bitte wieso darf eine 16jährige nicht eine Meinung vertreten auch wenn sie gegen den Mainstream ist. Es müsste ebenso egal sein, das sie für ihre Überzeugung, auch wenn sie nicht die ihre oder die meinige ist, eintritt. Also wenn es egal das Russland gewinnt, weil der ESC eine unpolitische Veranstaltung ist, dann dürfte es auch egal was Fräulein Bretan über Homos denkt und was ihre Überzeugung ist. Diese ganze Diskussion ist somit als absolut heuchlerisch zu bezeichnen, und man dreht es sich immer so, wie man es braucht.

    • Man stellt halt nicht jeden Russen wegen seiner Herkunft unter Generalverdacht, vorsichtig ist man aber natürlich schon.
      Lazarev ist nicht schwulenfeindlich aufgefallen und wer sich auskennt weiß sogar, dass er am Anfang seiner Karriere in Schwulenclubs aufgetreten ist. Hier das Schlagwort: Differenzierung.

      Aber so oder so hat Russland nichts mit Laura zu tun.

      Und ich verweise auf meinen Kommentar weiter oben:
      Es ist keine Meinungsäußerung mehr sich aktiv daran zu beteiligen Ungleichheit unter Menschen in einer Verfassung zu verankern. Das ist ein großer Schritt weiter. Daran hat sich Laura Bretan beteiligt.
      Und gerade, dass sie sich in so jungen Jahren für gesetzlicher Diskriminierung engagiert ist doch das Erschreckende.

      Zudem:
      Zu freier Meinungsäußerung gehört auch mit den Reaktionen leben zu müssen, denn man hat auch ein Recht Meinungen zu widersprechen. Eine Meinung muss nicht unkommentiert bleiben.
      Extrem wird es erst, wenn man den Schritt macht Gesetze zu ändern um die Gegenseite zu benachteiligen.

      Zum Thema unpolitische Veranstaltung:
      Laura Bretan wurde es ja nicht verboten am ESC teilzunehmen. Sie wurde wegen einem dummen Votingsystem nicht ausgewählt.
      Aber man hat nunmal weiterhin auch das Recht einen Künstler und seine Botschaft nicht zu unterstützen. Mensch und Moral kann man nunmal nicht trennen.

      Der ESC als Veranstaltung hat aber nicht direkt was damit zu tun, wie die Menschen innerhalb der Veranstaltung abstimmen. Die Bühne selbst steht doch dennoch jedem offen.

  18. Ich finde es auch mehr als fragwürdig, dass man Juroren auswählt, die bereits öffentlich über ihre Meinungen zu den Liedern gesprochen haben. Das wirkt dann so, als ob man bewusst Leute in die Jury steckt, von denen man weiß, dass sie „richtig“ voten. Allerdings sehe ich kein Problem darin, dass William und Deban anders gevotet haben, als man es erwartet hätte. Vorher haben die beiden nur Studioversionen beurteilt und da der ESC kein Radio-Contest ist, ist das nicht nicht alles was zählt. Es ist völlig normal, dass Liveperformances die Meinung über ein Lied total ändern können und es macht auch einen Unterschied, ob man ein Lied schon seit Wochen/Monaten kennt oder ob man es beim ersten Hören beurteilt. Mir ging es mit Ester ähnlich. Als ich die rumänischen Lieder zum ersten Mal gehört habe, ist sie mir nicht wirklich aufgefallen. Gestern fand ich sie toll und sie hat meiner Meinung nach völlig zurecht gewonnen.

      • Das ist in Osteuropa ein generelles Problem. In Litauen z. B. haben die Letztplatzierten in den Vorrunden bei 10-12 Teilnehmern manchmal nicht mal 20 Anrufe und selbst die Sieger im Finale nur knapp vierstellige Zahlen.

    • Ich hörte sogar von nur 1200 Einzelvotings. Das ist in Rumänien aber schon immer so. Was bleibt den Sender eigentlich anderes übrig, als das Televoting nur zu einem Siebentel zu werten.
      Auch in diesem Jahr könnte mit relativ wenig Aufwand das Ergebnis manipuliert worden sein. Da brauchte es nur ein paar Hundert religiöse Eiferer für einen Sieg im „Televoting“.

      • Du wirst doch nicht ernsthaft ein Votingverfahren verteidigen wollen, in dem der letzte im Televoting den gesamten Entscheid gewinnen kann und das basierend auf der Meinung von 6 „Musikexperten“?

        Warum sollten die Leute überhaupt anrufen, wenn die Televoter sowieso absolut Null Chance hatten etwas am Gesamtergebnis zu rütteln? Dem einen oder anderen wird das sicher aufgefallen sein.
        Vor zwei Jahren waren es im rumänischen Vorentscheid knapp 32.000 Voter, davon gingen etwas mehr als 10.000 an ‚Yodel It‘
        So Zahlen können sicherlich nicht mit Schweden & Co mithalten aber so what? Ein ‚Molitva‘ hat das eigene Televoting auch nur mit 5638 Anrufen gewinnen können. Und damals gab es auch zwei Juries, die einen anderen Song (der sehr schlecht beim Publikum ankam) geschlossen mit 24 Punkten bewertete, während man Molitva nur 11 Punkte gab (und es gab gerade mal 10 Songs insgesamt). Zum Glück gab es noch eine dritte Jury, die das Ergebnis korrigierte, sonst wäre der Song rausgevoted worden und erst recht bei so einem System wie Rumänien es gestern angewendet hat.

        Vielleicht fällt dir auf, dass dieses System sogar deutlich mehr Raum für „Korruption“ und Unzufriedenheit bietet.

    • Gibt es da offizielle Zahlen oder wie kommst du auf deine 1600 Anrufe?
      Die haben die Anruferzahlen ja relativ früh gezeigt, da waren noch knapp 35 min zu voten und zu dem Zeitpunkt waren es genau 1281 Anrufe. In den knapp 30 gezeigten Sekunden kamen genau 87 Anrufe hinzu. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass danach in 35 Minuten nur noch ~320 Anrufe kamen.

  19. Hier kocht das Eisen, weil es die Wiwis sind. Wenn Benny und DP für D in der Jury sitzen würden, was dann? Und wenn die beiden – die ja bekanntlich auch schwul sind (oder nicht?) – dann einen Favoriten nach homophoben Äußerungen niedrig bepunkten, käme dann hier genauso der Shitstorm und die Heulerei der Fans? Ich würde BB und DP dafür nen Kuchen backen aus Dankbarkeit, dass die Intelligenz gewonnen hat D

    • Ja, tatsächlich fände ich es grundsätzlich falsch, bei einem Musikwettbewerb nach nicht-musikalischen Kriterien abzustimmen, egal ob jetzt William, Deban, Benny oder der Osterhase betroffen ist! Wohin soll denn das führen? Am Ende wird dann jemand herabgewertet, der sich pro Asylrecht ausgesprochen hat, weil die Jury geschlossen AFD-affin ist oder ein Mann wird schlecht bewertet, weil in der Jury nur sexistische Feministinnen sitzen. Ist jetzt ein bisschen auf die Spitze getrieben, aber das wäre ein Fass ohne Boden; am Ende geht es hier schließlich um MUSIK!

      • Also MUSIK hatte ich bei der rumänischen VE kaum wahrgenommen.,Außerdem zeugen Deine Äußerungen von einer seltsamen Verkennung der Popgeschichte: It`s the singer, not the song, stupid !

      • In der Popgeschichte, die von der gesamten Gesellschaft über Jahrzente hinweg gemacht wird, gelten aber andere Regeln als bei einen mikrokosmos-artigen Wettbewerb, dessen Regeln klar abgesteckt sind und der dazu noch SONG Contest und nicht SINGER Contest heißt.

    • Intelleigent wäre, sich kritisch über und mit Laura Bretan auseinanderzusetzen, und nicht ihr einfach eine Art Denkzettel zu verpassen. Ihr keine Punkte zu geben, schafft auch ein Minderintelligenter.

      • Einspruch. Ich gebe ihr selbstverständlich nicht „keine Punkte“, sondern „wenige Punkte“ (4+6), weil mir der Song ganz gut gefällt, aber nicht „mega“. Warum sage ich dann im Video, dass ich den Song super finde? Na, war halt die Studioversion.
        Das Video war der einzige Fehler der beiden, aber meine Güte, es geht um Juroren, die bewerten letztendlich immer auch subjektiv nach ihrem Gusto. Da sind wir bei der Diskussion über Juries, die schon immer geführt wurde und wird.

      • Okay, das mit dem „wenige Punkte“ ist dann natürlich schon der Denkzettel für Fortgeschrittene. 😉

        Wie auch immer. Ich habe absolut keine Ahnung über die Beweggründe der beiden.

  20. Schöner Artikel!
    So kontrovers man Shitstorms auch sehen mag, könnten William & Deban die aufgeheizte Stimmung mit einer einigermaßen selbstkritischen Verarbeitung durchaus noch zu ihrem Vorteil nutzen. Bin gespannt.

    Da ich die Vorwürfe gegen Laura Bretan nur am Rande mitbekam, wäre ich für die ein oder andere (seriöse) Quelle dankbar. Wäre es nicht auch möglich, dass es ihr bei ihrem Aufruf lediglich um die kirchliche Definition der „Ehe“ und nicht um die Rechte Homosexueller geht (deren gesetzliche Gleichbehandlung ja vielleicht auch unter einem neuen Wortkonstrukt möglich wäre)?

  21. Viel wahres drin im Kommentar.. ABER: Würdet IHR (Also ESC-kompakt bzw die ehemaligen Prinzblogger) so ein Angebot denn selber ausschlagen, wenn ihr in einer Jury bewerten dürftet? Und: Über Jan Feddersen, der gleichzeititg für den NDR Hofberichte schreibt und über die von Gebührengeldern bezahlte Akkreditierungen und womöglich auch komplett vom NDR (= von Gebührengeldern) bezahlte Reisen zu den VE’s und ESCs auch für die taz berichtet und noch mal was einstreicht…? Von wegen journalistische Grundsätze….?!

  22. Es ist doch völliger Unfug, die wiwiblogger als Journalisten einzustufen. Das ist weder deren Anspruch, noch deren Unterhaltungswert. Sie sind ein toller Teil des Gesamtevents, den ich nicht missen möchte.

  23. […] Das was nun bei dem Juryvoting erfolgte, war ein Downvoten par excellence von Laura durch die beiden Wiwibloggs Blogger, denn sie gaben der vermeintlich besten Sängerin nur 6 bzw. 4 Punkte. Nun muss man vorausschicken dass die Beiden ganz enthusiastisch beim erstmaligem Hören des Songs in ihrem vlog reagierten. Was liegt also näher zu glauben, dass ihnen etwas anderes bezüglich der Künstlerin auf den Magen geschlagen war (s.o.)? Das zieht natürlich eine Diskussion nach sich, der sie sich nun stellen müssen. Und nicht nur sie. Wurde in Frankreich noch gemutmaßt dass Bilal nur deswegen gewonnen hat, weil er zur Community gehört, müssen wir uns jetzt die Frage gefallen lassen, ob wir eine gute Sängerin verhindert haben, weil uns ihre Ansichten nicht passen. Einen schönen Kommentar gibt es auf ESC-Kompakt von Douze Points. […]

  24. Das wird jetzt alles ein bisschen anstrengend….Manchmal ändert man halt seine Meinung, ich hab auch schon Songs gut gefunden und nach einer gewissen zeit andere Songs eben besser…so wird es den Jungs von Wiwibloggs auch gegangen sein. Die gute Laura hat ja einmal 6Punkte und danach nochmals glaube ich 4Punkte von den Jungs bekommen..wenn ich in der Jury gesessen wäre hätte sie nicht einen bekommen aber nicht weil Sie angeblich homophob ist sondern ganz einfach weil der Song Scheiße ist…

  25. Ändern kann man sowieso nichts mehr das Ergebnis steht.
    Denke sie werden schon an eine Gegendarstellung arbeiten.
    Vielleicht ist es ihnen auch eine Lehre nicht noch mal ein Jurysessel zu besetzten

  26. Tatsächlich gilt hier einfach Kunst ist von der Person, die sie ausübt, zu trennen. I bezeichne Molitva als eines meiner Lieblingslieder, auch wenn Marija Kontakte zu einer rechtsnationalistischen Partei hat und Jacques Houdeks Duett mit sich selbst finde ich immer noch wunderbar, auch wenn er durch mehrere homophobe Äußerungen aufgefallen ist.
    Mein bester Freund zum Beispiel steht auf einer anderen Seite des politischen Spektrums und wir fangen mindestens ein mal täglich eine politische Diskussion miteinander An, bei der wir selten zu einer Lösung kommen. Aber er ist halt trotzdem immer noch mein bester Freund!

    • Also bei Künstlern sehe ich das anders (insoweit man Laura, Lazarev, WiWiblogger, etc. als Künstler oder Journalisten bezeichnen kann sei dahingestellt), da man nun mal Künstler und Werk allgemein nicht trennen kann: Die Kunst ist ja oft Ausdruck der Person und ihres Weltbildes.

      • Doch! Die Kunst ist sehr wohl von seinem Künstler trennbar, wenn er sie nicht benutzt, um sich zu rechtfertigen oder die Weltanschauung zu propagieren. Da dass hier eindeutig nicht vorliegt, Kann man das guten Gewissens getrennt betrachten, so auch bei Marija und Jacques (und für Matty: auch bei Monz!)

      • Das ist jetzt aber ein sehr schlechtes Beispiel für Deine These; schließlich kann man davon ausgehen, dass das Operettenstückchen des guten christlichen Mädls „Oh father“ von ihrer blablabla Beziehung zu blabla Gott handelt, also die Weltanschauung darstellt. Könnte natürlich auch von Inzest handeln glaube ich aber eher nicht – üblicher „Papa ich hab Dich lieb“ Text ist es jedenfalls nicht.

      • Ok, von diesem Standpunkt habe ich das jetzt nicht betrachtet, für mich ist das schon fast um eine Ecke zu viel gedacht, aber aus dieser Perspektive hast du definitiv recht!

  27. Das hat schon ein Geschmäckle. Aber viel krasser ist doch, dass das Wertungssystem das überhaupt möglich gemacht hat. DAS ist der Punkt, an dem man ansetzen sollte.

  28. LIebes Brötchen,

    vielen herzlichen Dank für Deinen Tomaten-Beitrag! Du bringst es in anschaulicher und angenehm unaufgeregter Weise auf den Punkt!
    Und da man ja ESC-Beiträge nicht nach der vermeintlichen Weltanschauung der Interpreten und Interpretinnen bewerten soll: Ich bin ganz froh, dass uns dieses grässliche „Dear Father“ erspart bleibt – das hätte ja sogar das montenegrinische Lied von meinem letzten Platz verdrängt.

  29. Guter Artikel – perfekt auf den Punkt gebracht.
    Mir persönlich ist völlig egal, was dieses Kind für eine Weltanschauung hat , aber bin trotz der Voting-Farce froh, dass uns (mir) dieser Schreihals mit diesem schleimigen Lied erspart bleibt. Gibt es in Rumänien kein Voice-Kids ? Da könnte sie sich doch bewerben, sieht eh aus wie 10…da darf sie dann auch gerne gewinnen grins

  30. Ich habe mir den Auftritt von Laura Bretan angesehen. Und jetzt kann ich sogar verstehen warum viele sauer auf die Leute vom Wiwibloggs sind. Sie sollte nach Tel Aviv fahren, denn sie ist einfach besser als der Fake Gewinner von Gnaden der Wiwwibloggshanseln. Sie hätte es wahrlich verdient. Das rumänische Fernsehen sollte umdenken und die echte Gewinnerin zum ESC schicken.

  31. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass irgendjemand beim Sender Laura um alles in der Welt verhindern wollte…
    Wozu sonst dieses verkorkste System? In den letzten Jahren war das Finale aus 100% Televoting…

    • Zuvor in den beiden Semis war das Voting noch 50/50. Jedenfalls ist es unfassbar dumm vom rumänischen Fernsehen, so den Sieger zu bestimmen. Die arme Siegerin ist nun wahrscheinlich in Rumänien sehr unbeliebt und kann gar selbst gar nichts dafür.

  32. Der Meinung bin ich nicht. Die Juries waren notwendig, weil das rumänische Publikum Entscheidungen traf, die nur schwer nachvollziehbar sind (ich sage nur Alexia & Matei).

  33. Ich hab mir jetzt erst die Auftritte von Laura und Bella angeschaut. Beide Songs sind nicht mein Cup of Tea aber sind doch eindeutig besser als der Gewinnersong. Bessere Stimmen, bessere Show, bessere Songs. Sorry aber das war ein mieses Spiel. Vor allem der Auftritt von dieser Laura war eindeutig der professionellste des Abends. Wen interessiert was der Sängerin im Kopf rum geht. Das ist glaube ich ein unpolitischer Songwettbewerb. Und wenn es um Homophob geht, sorry , dann müssten jedes Jahr vorbehalte gegen alle osteuropäischen Länder bestehen, den dort sind Vorurteile gegen Homosexuelle neben der Fremdenfeindlichkeit doch sehr beliebt…

  34. Man ja jetzt jemand nach Tel Aviv geschickt, den niemand wollte. Weder die Zuschauer, und auch nicht die Juroren. Denn die haben sie ja nicht gewählt, weil ihnen der Song so gut gefallen hätten, sie haben sie gewählt um Laura Bretan zu verhindern. Insofern ist der sogenannte Gewinner nur ein Fakegewinner. Die richtige Siegerin Laura sollte zum ESC fahren. Und hoffentlich lernt das rumänische Fernsehen aus seinen Fehlern.

  35. Ich hab ne Freundin den Song gezeigt, sie hat sonst keinen Bezug zum ESC, außer dass sie die Liveshows sieht, und fand den Song richtig gut. Vielleicht sind wir manchmal nur zu tief in der Bubble drin 😀

  36. Nochmal: bisher kenne ich von Laura Bretan nur den Aufruf zugunsten des Referendums. Dass dieses von homophoben Hetzern begrüßt wurde, bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Unterstützer homophob ist.
    Bezogen auf das Tomaten-Beispiel von Brötchen, würde ich eher meinen, dass hier jemand dagegen ist, dass Tomaten in der Früchte-Abteilung verkauft werden ohne notwendigerweise etwas gegen Tomaten zu haben. (Disclaimer: NATÜRLICH kann man Tomaten als Frucht verkaufen!)

    Aber richtig, der Knackpunkt ist das Voting-System und selbst wenn insgesamt nicht mal 2000 Anrufe eingingen, ist es dennoch ein Unding, deren Entscheidungskraft derart zu schwächen und obendrein der Jury auch noch die Möglichkeit zu geben, das Televoting zu beobachten.

    • Scheint mir aber so, dass diese Leute Tomaten nur zu Ketchup machen wollen anstatt sie in ihrer prachtvollen Fruchtigkeit als ganze Einheiten ins Regal bringen zu wollen

  37. Dann hat der NDR aber auch ein zweifelhaftes Demokratieverständnis 😉
    Auch Blogger könnten wissen, was Demokratie bedeutet, und dass der ESC damit nicht viel zu tun hat.

  38. @ escfan05

    Hauptsache, Dein IQ ist ziemlich hoch…

    Manche Äußerungen von Dir in den letzten Jahren lassen mich nämlich daran zweifeln (jaulende Fritte, Gutmenschenmusik und generell Russland sch****)

    Ich bin froh, daß uns das Dear-Father-Grauen in Tel Aviv erspart bleibt.

    Vielen Dank nochmal an alle Beteiligten – multumesc !

  39. Seid mir nicht böse, aber ich bin absolut Anti-Laura (durch die ganzen Verteidigungen von diversen „Hilfssheriffs“, sogar noch stärker als vorher) und pflege in diesem Fall mal ausnahmsweise eine Sprache, die eigentlich nicht meinem Naturell entspricht. Ich finde es nicht in Ordnung, wie hier über die beiden Jungs von Wiwibloggs hergezogen wird.

    Laura kann ihre Sangeskunst gerne auf frömmelnden Festivals zeigen – beim ESC ist sie leider falsch.

    Wenn sie irgendwann erkennen sollte, daß dieses homophobe Geschwafel absolut für die Tonne war, dann ist sie mir eventuell willkommen. Insofern danke an Olli von aufrechtgehn – Du sprichst mir aus dem Herzen !

    • Musikalisch sind wir oft meilenweit voneinander entfernt. Das ist aber nichts Schlimmes, die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Ich bin auch bekanntermaßen kein Fan vom WiWiBlogg. Aber in dieser Frage stimmen unsere Ansichten zu 100% überein. Danke für deine Offenheit und auch Oliver von aufrechtgehn.de und den Kommentar von @Bruggi da, denn der trifft präzise den Kern der Angelegenheit.

  40. @ escfan05

    Tja, dann hätte auch 2016 der wahre Sieger Russland sein müssen (hat immerhin LEIDER das Televoting gewonnen). Allerdings bin ich auch froh, daß es nicht so kam – allerdings aus rein musikalischen Gründen.

    Eine ganz schöne Doppelmoral, die Du an den Tag legst….

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