
Oft hatte man beim deutschen Vorentscheid „Das deutsche Finale 2024“ das Gefühl „und jährlich grüßt das Murmeltier“. So viele eher fragliche Konzepte (Stichwort „das weiße Sofa“) aus den letzten Jahren wurden recycelt. Was aber nicht wieder genutzt wurde, ist die Art der Zusammenrechnung des Jury- und Televotings. Da hatte sich der NDR in diesem Jahr etwas ganz Neues einfallen lassen. Und das war die größtmöglich vorstellbare Verschlimmbesserung überhaupt. Warum will ich in diesem Artikel analysieren.
Blicken wir zu Anfang kurz darauf zurück, wie das Voting 2023 bei „Unser Lied für Liverpool“ ablief: Damals wurde das Ergebnis ebenfalls zu 50% aus Televoting und zu 50% aus Jury-Voting ermittelt. Allerding erfolgte keine Umrechnung der jeweiligen Rangliste in ein 12-Punkte Schema. Zunächst verteilten acht internationale Jurys je 1, 2, 3, 4, 6, 8, 10 und 12 Punkte an die teilnehmenden acht Beiträge. Insgesamt kamen so von den Jurys 368 Punkte zusammen. Alle Stimmen der Teilnehmer:innen am Online-, Telefon- und SMS-Voting wurden zusammengefasst und dann ermittelt, wie viel Prozent auf jeden Beitrag entfallen sind. Dieser Anteil wurde dann auf die 368 Punkte, die die Zuschauer:innen vergeben konnten, umgerechnet. Hatte ein Song zum Beispiel 25% der Stimmen erhalten, bekam er 92 Punkte. Die Punkte aus Jury- und Televoting wurden dann aufaddiert und der Beitrag mit den meisten Punkten gewann.
In diesem Jahr vergaben acht Jurys 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10 und 12 Punkte an die neun Beiträge, also insgesamt 408 Punkte. Diese wurden dann entsprechend der Rangliste nach erhaltenen Punktzahlen in ein 12-Punkte-Schema umgerechnet (der Erstplatzierte 12 Punkte, der Zweitplatzierte 10 Punkte, der Drittplatziert 8 Punkte, der Viertplatzierte 6 Punkte, der Fünftplatzierte 5 Punkte und dann weiter in 1er-Punkte-Schritten bis zum Neuntplatzierten). Welche Jury welche Punkte im Detail vergeben hat, könnt Ihr hier noch einmal nachlesen.
Das Televotingergebnis wurde ebenfalls in ein 12-Punkte-Schema entsprechend der Rangliste an erhaltenen Stimmen umgerechnet. Derjenige mit den meisten Stimmen hat 12 Punkte erhalten, der mit den zweitmeisten Stimmen 10 Punkte usw.. Dabei war es ganz egal, wie groß die Prozentunterschiede waren. Die beiden 12-Punkte-Sets von Jury und Televoter:inen wurden dann addiert und der Act mit den meisten Punkten – Isaak – gewann.
Diese Umrechnung in das Set an 12 Punkten sorgte dafür, dass beim Jury-Voting minimale Punktunterschiede zu großen, meist uneinholbaren Abständen zwischen den Acts führten. Beim Televoting wissen wir nicht, wie eng es zuging, weil hierzu bisher keine Zahlen veröffentlicht wurden. Beim Jury-Voting konnte man das aber eindeutig sehen.
So sah das Endergebnis des Jury-Votings aus:
| Platz | Beitrag | Gesamt | Punkte |
| 1 | Isaak – Always on the Run | 74 | 12 |
| 2 | Max Mutzke – Forever Strong | 55 | 10 |
| 3 | Bodine Monet – Tears Like Rain | 55 | 8 |
| 4 | Galant – Katze | 52 | 6 |
| 5 | Ryk – Oh Boy | 51 | 5 |
| 6 | Marie Reim – Naiv | 40 | 4 |
| 7 | Ninetynine – Love on a Budget | 37 | 3 |
| 8 | Leona – Undream You | 36 | 2 |
| 9 | Floryan – Scars | 8 | 1 |
Isaak hatte sich etwas abgesetzt, danach folgen aber vier Acts, die nur minimal auseinander lagen bzw. sogar die gleiche Punktzahl hatten: Max Mutzke und Bodine Monet hatten am Ende 55 Punkte, Galant 52 Punkte und Ryk 51 Punkte. Also 0 Punkte Differenz zwischen Max Mutzke und Bodine Monet, 3 Punkte Differenz der beiden zu Galant und vier Punkte Differenz zu Ryk. Das ist bei einer Gesamtpunktzahl von 408 Punkten wahrlich „nichts“. Galant haben 0,74% weniger Punkte als Max Mutzke und Bodine Monet bzw. 5,39% weniger als Issak bekommen, Ryk hat 0,98% bzw. 5,63% weniger Punkte bekommen.
Hätte man die 408 Jury-Punkte einfach so gelassen und hätte die Televotingpunkte prozentual verteilt, wäre das Rennen noch absolut offen gewesen. Alle vier hätten Isaak theoretisch noch überholen können. Und selbst für Marie Reim, NinetyNine und Leona wäre mit gutem Televotingsupport noch vieles möglich gewesen, wie das letzte Jahr beweist, in dem Lord of the Lost mit 47 und Ikke Hüftgold mit 80 Punkten zurück lagen und am Ende Erste und Zweite wurden.
Durch die Umrechnung in 12 Punkte war jedoch am Ende des Jury-Votings klar: es können realistisch nur noch Isaak oder Max Mutzke gewinnen, die anderen liegen uneinholbar zurück. Selbst Bodine Monet, die exakt die gleiche Anzahl an Punkten wie Max Mutzke erhalten hat! Nur durch die Gleichstandsregelung lag sie auf Platz 3. Rechnerisch mag auch ein Sieg eines anderen Acts als Max Mutzke noch möglich gewesen sein, aber dass eine bekannte Person wie er 2 Punkte hinter Bodine Monet, 3 Punkte hinter Galant oder 5 Punkte hinter Ryk gelegen hätte und gleichzeitig Isaak weniger Punkte als die drei Acts erhalten hätte, war einfach unrealistisch. Es stand also praktisch fest: nur noch Max Mutzke hätte Isaak das Ticket nach Malmö streitig machen können, wenn er zwei Punkte mehr als Isaak von den Televotern erhalten hätte.
Dieses Umrechnungssystem hat also dazu geführt, das minimale Unterschiede in der erhaltenen Jurypunktzahl zu unaufholbaren Abständen für drei Acts geführt haben.
Zu dieser problematischen Umrechnung kam dann noch ein weiteres Problem hinzu: die Telefonleitungen waren während und nach Ende des Jury-Votings noch ca. 2 Minuten offen. Damit hatte man eine Art Pseudo-Superfinale mit zwei Acts erzeugt. Was ist also passiert: die Zuschauer:innen haben noch einmal angefangen zu voten, um die Reihenfolge der Jury-Top-2 nach ihrem Wunsch zu beeinflussen. Fans von Max Mutze haben noch einmal für ihn angerufen haben, Fans von Isaak für ihn. Aber umgedreht haben auch Zuschauer:innen, die Max Mutzke nicht wollten, angefangen Isaak Stimmen zu geben, und Zuschauer:innen, die Isaak nicht wollten, haben Max Mutzke Stimmen gegeben. Und dass es wirklich einige gab, die Max Mutzke nicht wollten, weil sie der Meinung waren, dass sein Song zu langweilig ist, muss man einfach festhalten. Das haben viele in der Halle gesagt und auch hier in den Kommentaren geschrieben.
Dieses Phänomen kann dazu geführt haben, dass sich das Televoting-Endergebnis noch einmal verschoben hat. Vielleicht hätte Max Mutzke das Televoting gewonnen, wenn man das Abstimmfenster vor Bekanntgabe der Jury-Votes beendet hätte? Vielleicht hätte sogar Bodine, Galant oder Ryk das Televoting gewonnen? Denn wenn man davon ausgeht, dass gegen Ende des Jury-Votings (fast) nur noch Max Mutzke und Isaak weitere Stimmen erhalten haben, die absolute Stimmzahl der anderen Acts ab diesem Zeitpunkt aber so gut wie gleich blieb, ist es auch möglich, dass die beiden Acts erst ganz zum Schluss auf Platz 1 und 2 geklettert sind.
Natürlich wissen wir das nicht genau und werden es wahrscheinlich auch nie wissen, denn der NDR wird wohl nie den Verlauf der absoluten Stimmzahlen veröffentlichen. Vielleicht lag Isaak auch die ganze Zeit vorne. Aber es ist zumindest vorstellbar, dass dem nicht so war, und erst die spezielle Situation dazu geführt, dass er das Televoting gewonnen hat.
Deshalb kann man übrigens auch nicht sagen: „Jetzt regt Euch doch mal nicht so auf, Isaak hat sowohl das Jury-Voting als auch das Televoting gewonnen, damit hätte er doch so oder so gewonnen, egal nach welchem Zusammenrechnungssystem“. Das ist eben nicht zwangsläufig der Fall.
Im letzten Jahr war das Voting übrigens auch noch während der Vergabe der Jury-Punkte offen. Auch das war damals problematisch und der NDR sollte das unbedingt abschaffen. Aber im letzten Jahr war durch die prozentuale Verteilung der Televotingpunkte zumindest klar, dass noch jeder Act gewinnen konnte.
Das System der Umrechnung hat nämlich nicht nur den Effekt, dass in bestimmten Konstellationen minimale Unterschiede zu großen Abständen führen, sondern kann in anderen Konstellationen dazu führen, dass große Unterschiede zu kleinen Abständen führen. Fall also ein Act im Televoting prozentual weit vor einem anderen liegt, kann es sein, dass er am Ende trotzdem nur einen oder zwei Punkte vor dem anderen Acht nach 12-Punkte-Schema liegt.
Natürlich kann auch ein System mit prozentualer Verteilung der Televoting-Punkte problematisch sein, weil hier bekanntere Acts mit Fanbase Vorteile haben. Vielleicht war das auch der Hintergedanke der Einführung der Umrechnung. Aber es gibt am Ende kein perfektes System, jedes hat Nachteile. Aber keines hat wohl so viele Nachteile wie das diesjährige, in dem die absoluten Punkte in ein 12-Punkte-Schema umgerechnet wurden und in dem obendrein das Televoting noch während der Vergabe der Jury-Punkte offen war.
Und dann stellt sich natürlich immer wieder die Frage, wie sinnvoll ein kombiniertes Jury- und Televoting-System generell ist, was hier auf ESC kompakt auch schon mehrfach analysiert und diskutiert wurde. Weil dieses System auch beim ESC selbst angewendet wird, kann man aber schon erst einmal sagen, dass die Idee prinzipiell gut ist. Außerdem sind die deutschen Zuschauer:innen nicht unbedingt dafür bekannt, das beste Gespür dafür zu haben, welcher Act nun international am geeignetsten ist. Von daher: keine Kritik daran, dass der NDR auf internationale Jurys setzt. Das machen ja z.B. viele nordische Länder auch.
Aber trotzdem muss man eines festhalten: wie gut oder schlecht eine Jury abstimmt, hängt immer davon ab, wie sie zusammengesetzt ist. Welche Menschen stimmen dort ab? Wie viele stimmen dort ab? Und hier herrscht keine Transparenz, wie die Jurys eigentlich vom NDR berufen worden sind. Wer saß da drin? Warum wurden genau diese acht Länder gewählt?
Denn mittlerweile kann man schon die Frage stellen: Hat die internationale Jury des deutschen Vorentscheids wirklich ein besseres Gespür als die deutschen Televoter:innen? Am Ende können wir das nicht sicher beurteilen. Wir wissen nicht, wie Will Church im letzten Jahr beim ESC abgeschnitten hätte. Wie der Jury-Sieger Isaak in diesem Jahr abschneiden wird, werden wir dann im Mai erfahren, auch das wissen wir zumindest jetzt nicht.
Trotzdem fällt aber auf, dass wir Blogger:innen und viele unserer Kommentator:innen sich nach dem Jury-Voting der letzten Jahre verwundert die Augen gerieben haben. Und auch die Wetten haben etwas ganz anderes gesagt. Das soll jetzt nicht heißen, dass es die Bubble und die Wettenden zwangsläufig besser wissen. Das wäre auch ganz schön anmaßend. Und doch entsteht bei mir der Eindruck, dass die Jurys in den nordischen Ländern oft einen besseren Riecher haben und mehr kongruent mit der Jury beim ESC sind.
Der NDR (oder welcher Sender auch immer) sollte sich also wirklich Gedanken machen, wie das Votingsystem im nächsten Jahr aussehen sollte. Eines sollte aber auf jeden Fall feststehen: das Votingsystem aus diesem Jahr darf auf keinen Fall das neuen weiße Sofa werden!
Was ist Eure Meinung zum diesjährigen Votingsystem? Hättet Ihr Verbesserungsvorschläge?
Über dieses Thema haben wir auch bei ESC kompakt LIVE gesprochen:
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In Litauen gibt es ein Punktesystem, das ähnlich dem deutschen ist, was man am Samstag letzter Woche gesehen hat, nur daß fie Jury die Punkte von eins bis acht sowie zehn und 12 vergibt und das beim Ergebnis im Televote auch so gemacht wird. Dennoch war das Punktesystem im letzten Jahr bei unserem Vorentscheid besser.
Der NDR hat üb4igens noch nicht das Ergebnis desVotings vom Finale von „Ich will zum ESC!“ veröffentlicht.
Ich meine das sollten sie auch nicht. Man muss kein Vtler sein um zu merken dass das Ergebnis teilweiße vielleicht etwas knapper gewesen wäre, wären die punkte komplett verteil wurden. Das fing ja schon beim 2ten und dritten Platz an. Wo zwei Kandidaten nach voting die gleichen Punkte hatten. Aber durch das neue Punkte system knapp 20% unterschied.
So, wie diese Sendung im Nachtprogramm versteckt wurde, gab es da maximal 10.000 Votes, eher 5.000 Votes. Solche Zahlen öffentlich zu machen, wäre doch sehr peinlich.
Das hat das spanische Fernsehen auch nicht abgehalten…
Das ist alles sehr interessant, ändert aber nicht an der Tatsache, dass Isaak eine Art instantappeal hatte
Vielleicht haben doch die Zuschauer (wenn auch nur eine -Vielleicht sogar dünne Mehrheit) bzw. Juries recht, wer weiß. 🤷
Danke Berenike, alles in gewohnt gekonnter Art zusammengefasst. Kann ich so unterschreiben.
Es steht natürlich jedem frei, ein Kommentar zum Voting zu verfassen. Aber so lange wir nicht wissen, wie genau sich die Televotingstimmen verteilt habe, steht die ganze „Analyse“ auf sehr wackligen Füßen.
Sicher, die Spannung war nach der Umrechnung des Jury-Votings für viele Acts raus, auch das nicht unwichtig für eine Unterhaltungsshow. Aber am Ende zählt das Ergebnis. Und ob das großartig anders ausgefallen wäre, lässt sich mit Unkenntnis der genauen Zahlen noch nicht sagen.
Auch das nur reine Spekulation. Sicher nicht ganz unberechtigt. Aber erstens müssen die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch genug ihrer Anrufe übrig haben, um überhaupt noch einmal anfangen zu können, zweitens müssen sie das Votingsystem durchschaut haben (dass also wirklich de facto nur noch zwei Acts gewinnen können) und drittens muss es ihnen wichtig genug gewesen sein, noch einmal für Isaak oder Max abzustimmen. Es lässt sich als Außenstehender nicht sagen wie groß dieser Effekt auf das Ergebnis tatsächlich ist oder war.
Es kann sein, dass der Kommentar hier voll ins Schwarze trifft, kann aber auch sein, dass er vollkommen daneben liegt. Oder irgendetwas dazwischen.
Worüber man sicher diskutieren kann und sollte, ist natürlich wie sinnvoll eine Jury generell ist, wie sie zusammengesetzt sein und nach welchen Kriterien sie werten sollte.
Danke. Ich wollte gerade Ähnliches verfassen. Die Anzahl von Berenikes spekulativen Grundannahmen und daraus resultierenden Schlußfolgerungen hat mich verstört.
Nun, man muss ja nicht zwangsläufig annehmen, dass das Ergebnis ein anderes gewesen wäre, um die Fehler im System (Punkte-System, offene Leitungen während/nach Jury-Ergebnissen) als solche zu benennen.
Aber man muss seine Annahmen doch irgendwie unterfüttern. Wenn man das nicht tut, bleibt es eine Meinung und kein „Fehler“.
Der einzige Fehler ist bislang, dass ein Teil der Spannung zu früh heraus war. Andere Fehler lassen sich noch nicht validieren. Zudem: Wenn das Ergebnis nicht anders gewesen wäre, kann man es dann überhaupt einen Fehler nennen, oder war es dann nicht nur ein alternativer Weg?
Und angenommen, dieses Vorgehen hat zu einem anderen Ergebnis geführt, selbst dann werden wir nie genau wissen, ob es – im Sinne eines bestmöglichen Ergebnisses beim ESC – ein Fehler war, denn wir werden nie erfahren, wie die anderen Songs beim ESC abgeschnitten hätten.
Es ist doch schon Mist, wenn jemand trotz Gleichstand der Punkte durch diese Umrechnung schlechter platziert wird.
Sehe ich anders. Dass man hier von Fehlern sprechen muss, zeigt sich aber doch darin, dass einige Kommentatoren schon schrieben, sie seien nach der Verkündung der Jury-Ergebnisse von ihren eigentlichen Favoriten auf Isaak umgeschwenkt, um Max zu verhindern. Ob es nun was am Endresultat geändert hat oder Isaak auch zu dem Zeitpunkt schon klar im Televoting führte, werden wir nie erfahren. Doch bereits wenn auch nur der Verdacht im Raum steht, es könnte das Ergebnis ungewollt verzerrt oder eben zu Ungunsten eines Kandidaten (in diesem Fall Max) beeinflusst haben, ist eben zu konstatieren, dass das System makelbehaftet ist.
Bzw.: Es braucht noch nicht mal einen Verdacht. Die theoretische Möglichkeit genügt schon, um das System unbrauchbar zu machen. Wobei der wesentliche Knackpunkt hierbei natürlich die zu lange offenen Leitungen sind.
Letztendlich hängt es davon ab, wie man „Fehler“ in Bezug auf eine ESC-Vorauswahl definiert.
Ganz einfach: Jedes System, dass die Möglichkeit einer Manipulation eröffnet, ist falsch. Gilt so dann natürlich auch für 2023 (auch wenn ich da schon wieder ganz vergessen hatte, dass die Leitungen so lange offen waren).
Dann sollte man internationale Jurys ganz abschaffen. Mal ganz von der Möglichkeit einer Bestechung abgesehen, kann nicht garantiert werden, dass sie für den stärksten Beitrag abstimmen. Sie könnten auch für den schwächsten abstimmen, um die Konkurrenz für das eigene Land kleinzuhalten.
Und wenn Joko schreibt: Stimmt für Max ab, egal was der singt, ist das im Grunde auch eine Form von Manipulation, die in Bezug auf den besten ESC-Song wenig zielführend ist. Oder wenn Aserbaidschan auf Malta SIM-Karten verteilt…
Volle Zustimmung! Genau das war auch mein Gedanke: Ich halte es für nicht so sicher, wie hier impliziert wird, dass in den genannten 2 Minuten nach 00:00 Uhr noch genug Leute mit ausreichend freien Stimmen da waren, die eine Art ‚Powervoting‘ contra Max Mutzke veranstaltet haben.
Es war doch vielen klar, dass ein (auch von mir) favorisierter Beitrag von Ryk nicht von alleine 12 Televoting-Punkte erhält, weswegen etliche (mich eingeschlossen) früh 20 Anrufe auf ihn gesetzt haben; zumal ja auch nicht im Vorfeld kommuniziert wurde, dass man während des Jury-Votings noch abstimmen darf. Hätte ich das gewusst, wäre es strategisch klug gewesen, erst danach zu voten. Aber ich zweifle stark daran, dass das viele gemacht haben. Und das ist ja letztlich die Grundprämisse des gesamten Artikels.
So oder so: Wir wissen es nicht. Und man stelle sich mal vor, es wäre anders gelaufen. Dieses Votingsystem ist vor allem dann gut, wenn man viele unbekannte und wenige sehr bekannte Acts im Feld hat. Dann kann es potentiell zu befürchtende Erdrutschsiege im Televoting abfedern. Das war wohl auch das Ziel des NDR (dem ja hier gerne auch mal vorgeworfen wird, er wolle Max Mutzke pushen – wenn dem so wäre, hätte man das letztjährige Votingsystem beibehalten müssen).
Man konnte über die Online-Portale der Popwellen noch beliebig viele Stimmen rausballern. Barbara hat in der Sendung auch extra nochmal darauf aufmerksam gemacht. Selbst wenn man keine Anrufe mehr übrig hatte, konnte man hier noch richtig Powervoting betreiben.
Da es hieß, man hätte nur eine Online-Stimme, gehe ich davon aus, dass da nach IP-Adressen gefiltert wurde.
Auch beim Telefonieren wird wahrscheinlich nach den 20 mal nicht jeder Anschluss gesperrt, sondern einfach nur nicht weiter gezählt.
Guter Kommentar.
Ich kenn ja bereits genug Leute, die ihre restlichen Stimmen Isaak gaben, um Max zu verhindern. Nach dem Juryvoting.
Und garantiert bin ich damit nicht allein.
Es war klar, dass es nur zwischen Max und Isaak um den Sieg ging. Und alle anderen sehr schlechte Chancen hatten. Fakt.
Ich hab durchgehend für Ryk angerufen und das erst nicht mehr, als das Voting offiziell beendet war. Ich habe keine Ahnung ob ich zwanziger oder sogar mehr Anrufe gemacht habe.
Und, diese Umrechnung ist bescheuert. Egal wie die Anrufe nun wirklich waren.
Was hier etwas schlecht rausgearbeitet wurde in der Kritik war meiner Meinung nach, das die Umrechnung der Jurypunkte in 12 bis 1 Punkt(e) das Juryergebnis verfälscht hat.Meine damit das die Abstände in Prozent gerechnet untereinander somit verschoben wurden. Also aus Punktegleichstand wurde plötzlich ein Punkteabstand. Das gehört auf alle Fälle abgeschafft!
Das System letztes Jahr war nicht so schlecht, meine einzige Kritik an dem System vom letzten Jahr ist das ein Kandidat der als Beispiel 70% aller Stimmen vom televoting bekommt somit mehr Punkte erhält als die internationale Jury jemals vergeben könnte wenn sie den Kandidaten immer auf 1 setzen. Somit wäre die Gefahr das zu sehr durch die „deutsche Brille“ unser Kandidat gewählt werden könnte.
Würde mir in dem Fall wünschen das die maximale Anzahl der televotingpunkte auch der maximalen Anzahl der Punkte der internationalen Jury entspricht. Das televoting kann gerne auch prozentmäßig umgerechnet werden nur halt das 70% nicht auch 70% aller zu vergebenden Punkte entspricht.
Zum leichteren Verständnis meines voting Wunsches zum televoting ein Beispiel ( Basis dieses Jahr 8x internationale Jury)
Die internationale Jury kann also 8×12 Punkte vergeben entspricht 96 Punkte. Diese 96 Punkte würde ich mir auch als Grenze des televoting wünschen selbst wenn der Kandidat 70% aller Stimmen vom televoting bekommen würde.
Auf was ich mich auch noch einlassen würde wäre eine 60/40 Gewichtung zugunsten des deutschen televoting, dann würde sich die maximalen Punkte des televoting natürlich nach oben verschieben.
Letztendlich ging es darum, zu einer Jury-Reihung zu gelangen. Dies wurde in dem Fall anhand eines an das ESC-Format angelehnten, ansonsten aber willkürlichen (z. B. Warum die 7 streichen und nicht die 1? Oder warum nicht gleich 10 Acts im Finale?) Punktesystems erreicht.
Das Gefühl der Verfälschung tritt doch jetzt hauptsächlich auf, weil es letztes Jahr anders war. Letztes Jahr gingen die einzelnen Jury-Punkte direkt ins Ergebnis ein. Die Degradierung zu reinen Hilfspunkten ist es meines Erachtens, das den wenigsten hier schmeckt.
Es ist leider nicht nur ein Gefühl der Verfälschungen, es ist eine Verfälschungen. Aber sonst stimme ich dir voll zu.
Danke, perfekt zusammengefasst.
Ach, Leute… Ein weiser Mann sagte einst „the regels sind the regels“. Isaak hat fair and square in Rahmen dieser Regeln gewonnen und ich finde es ehrlich gesagt nicht schön, dass ihm jetzt durch die Blume mit solchen Kritiken abgesprochen wird.
Anstatt euch zu freuen, dass Isaak sowohl Jury als auch Televote gewinnen konnte, lieber noch mal draufhauen, weil man die Ergebnisse persönlich nicht nachvollziehen kann?
Liebe Marie, ich spreche jetzt nur über mich. Isaak hat gewonnen, ich gratuliere ihm und wünsche ihm das Allerbeste in Malmö. Nach den Regeln, so wie sie waren, ist er der eindeutige Sieger. Da spielt es keine Rolle, dass ich für einen anderen Act angerufen habe.
Aber warum ist es draufhauen, wenn man das System danach auf den Prüfstand stellt? Es ist unglücklich, dass vier Acts, die so nah beieinander lagen, durch das System auf einmal so große Punktunterschiede hatten, dass es im Endeffekt nur noch Isaak und Max werden konnten. Und ich spreche hier jetzt nicht über Ryk, sondern vor allem von Bodine. Zweite im Jury-Voting, nach der Umrechnung dann abgeschlagene Dritte und es war klar, dass sie es eigentlich nicht mehr gewinnen kann. Hätte Max das Televoting auch nur hauchdünn gewonnen, wäre er nach Malmö gefahren. Wäre das dann fair Isaak gegenüber gewesen?
Darf keine sachliche Kritik mehr geäußert werden? Am System, nicht am Gewinner?
Liebe Rike,
Wie die Kritik intendiert ist, kann ich persönlich nicht beurteilen. Es ist nur mein subjektiver Eindruck, dass viele versuchen, den Sieg Isaaks auf das Punktesystem zu schieben. Das gilt nicht für diesen Artikel, ist nur eine allgemeine Beobachtung der letzten Tage!
Ich finde das System selber nicht gelungen, aber 50% Televote und 50% Jury sind prinzipiell etwas, was ich als fair empfinde. Selbst mit proportionaler Umrechnung der Punkte und ohne 12/12 System wäre Isaak als Sieger hervorgegangen.
Ich bin nicht die Person, die darüber zu entscheiden hat, ob sachliche Kritik geäußert werden darf oder nicht. Will ich auch gar nicht sein. Alles was ich sage ist, dass es eben das berühmte Geschmäckle hinterlässt.
Und als Ergänzung zu meinem Originalkommentar: Dass die Wetten, zumindest was VEs angeht, ausgesprochen inakkurat und unverlässlich sind, hat sich schon im Vorfeld durch die vielen großen Schwankungen abgezeichnet.
Wie immer stimme ich dir umunwunden zu. Gerade das Umrechnen in das 12-Punkte-System hat einen faden Beigeschmack, weil Bodine und Ryk letztendlich eine Möglichkeit genommen wurde.
Viele stellen hier Berenikes Analyse in Frage. Aber Analysen gehören nunmal an die Tagesordnung, egal ob spekulativ oder nicht, nachdem in den letzten Jahren keine Verbesserung beim NDR stattgefunden hat. Ich würde mir wünschen, dass der NDR die Zahlen veröffentlicht, damit gerade diese Spekulationen aus der Welt geschaffen werden können.
Im Sinne einer spannenden Show-Dramaturgie sicherlich. Ob sie tatsächlich etwas hatten, das ihnen genommen werden konnte, lässt sich allerdings ohne die genauen Zahlen nicht sagen.
Oder vielleicht gehts danach erst richtig los … so oder so, es gibt echt nur Verlierer dabei.
„Hätte Max das Televoting auch nur hauchdünn gewonnen, wäre er nach Malmö gefahren. Wäre das dann fair Isaak gegenüber gewesen?“
Ja.
Ich verstehe das weniger als „Isaak hat gewonnen, weil…“ sondern „Das komplette Wahlsystem ist problematisch, weil..“
Berenike hat ja schon in dem ESC-Kompaktvideo ziemlich klar gesagt, dass Isaak eindeutig gewonnen hatte und es da keinerlei Zweifel an seinem Sieg gibt.
Allerdings kann und sollte man das Wahlsystem selber durchaus auf den Prüfstand stellen und wir sollten durchaus über die Vor- und Nachteile diskutieren können.
Das alles hat absolut nichts mit Isaak und seinem Sieg zu tun.
Ja, ich will auch noch mal hervorheben, dass es mir gar nicht so wirklich darum geht, wer am Ende gewonnen. Auch wenn mein persönlicher Favorit gewonnen hätte, wäre das System kritikwürdig gewesen.
Und es gilt auch: selbst wenn ein anderes System am Ende genauso Isaak als Sieger hervorgebracht hätte, kann der eine Weg zum gleichen Endergebnis „fairer“ und der andere „weniger fair“ sein.
So gesehen, ist aber auch das System beim ESC nicht wirklich fair. 15 Songs bekommen keine Punkte, auch wenn der 11. möglicherweise zehnmal so viele Anrufe bekommen hat wie der 20., und der Abstand eines Jury- oder Televoting-Siegs in einem bestimmten Land ist auch vollkommen unwichtig. Der erste bekommt immer 12, der zweite immer 10 usw.
Diese „Unfairness“ wird halt nur dadurch kaschiert, dass es eben um die 40 Jurywertungen und 40 mal Länderpunkte gibt. Und nicht nur jeweils ein Set. Wenn der große ESC Abstände nivelliert, warum sollte sich ein Vorentscheid dem also nicht anpassen?
Andere Sache ist natürlich, wie lange man das Televoting offen lässt. Sicher bekommt man ein unverfälschteres Ergebnis, wenn man es vor der Jury schließt. Aber ganz verhindern lässt sich ein taktisches Voting dadurch auch nicht, man schaue sich nur im letzten Jahr den Zweikampf zwischen LotL und Ikke an. Sicher waren einige der Stimmen für LotL auch Ikke-Verhinderungs-Votes, vollkommen unabhängig von der Jury.
Letztendlich geht es um die Außenwirkung auf den Zuschauer. Und da stimme ich zu. Punkte anhand der Televoting-Prozente zu verteilen ist nachvollziehbar und erscheint gerecht und demokratisch. Sitzplätze im Bundestag werden schließlich auch prozentual verteilt.
Ja, das Punkteverzeilungssystem des ESC ist nicht ideal und sollte grundlegend überdacht werden
Das Punktesystem beim ESC hat ja auch Probleme und sollte überarbeitet werden. Grad den Televote auf die 12 Punkteskala runter zu brechen ist auch da falsch.
Und warum bitte ist „das Punktesystem vom ESC ist unfair, also kann es das bei unseren NF auch sein“ in irgend einer Form ein Kompliment? 😅
Das sollte auch kein Kompliment sein. Eher eine Aussage in der Art „Das Leben da draußen ist hart, gewöhn dich schon mal dran“. 😉
Sehe ich auch so!!! Danke für den Artikel.
*besswiss-Modus on*
„De Regels sind de Regels“ stammt meines Wissens von Brigitte Nielsen.
*besswiss-Modus off*
War das nicht Marc Terenzi?
Wir recherchieren das. Ich kenns von Brigitte Nielsen.
https://youtube.com/shorts/kgsbJ99gLG8?si=dr02NpwOBVHJPswL
Brigitte war – was geht los darein
Du hast recht, es war Marc Terenzi. Wieder was gelernt. Shame on me und sorry an Marie.
Ich mag hier nicht den Durchschnittsgrschmack der Blog-Leser haben, aber fand Iaaks Song von Anfang an am besten (wenn auch nicht überragend).
Die Kritikpunkte von Berenike stimmen natürlich, aber so lange wir die Abstände im Televoting nicht kennen ist das alles eine theoretische Diskussion und Scheindebatte.
Wichtig fände ich es auch, dass die Blogger auch gerne mal den wilden Verschwörungstheorien widersprechen dürfen, die sich im Kommentarbereich etablieren. Als würden z. B. Jurys gute Beiträge aus taktischen Gründen torpedieren.
Mehr von Berenikes Sachlichkeit würde hier allen Hut tun.
Hey Frank, sehe ich anders. Es ist genau gut, das jetzt zu diskutieren, WEIL wir nicht wissen, ob das Ergebnis mit einem anderen Format identisch gewesen wäre oder nicht. Die Punkte von Berenike sind aus meiner Sicht nämlich richtig, ganz unabhängig davon, wer mit einem anderen System am Ende gewonnen hätte und welche Namen hinter den Punktzahlen stehen.
Was mich mal interessieren würde: Steht Ihr (ESC-Kompakt) irgendwie mit dem NDR in Kontakt?! Könnt Ihr Rückmeldungen geben?! Es müsste ja beim NDR bekannt sein, dass Ihr eine wichtige deutsche „ESC-Institution“ (mit einem großen Wissen zu diesem Thema) geworden seid …mit den treuesten Fans an Eurer Seite!
Ich glaube, wenige stehen in so engem Kontakt zur NDR-ESC-Redaktion. In gefühlt jeder 2. Podcast-Folge wird ESCk erwähnt, die Blogger werden zu den Songchecks eingeladen und Vorabinformationen (inkl. Sperrfrist) gehen auch nur an Medien, denen man zutraut sich an die Spielregeln zu halten.
Also Wertschätzung wird da bestimmt vom NDR aus sein, aber mehr bestimmt auch nicht. Wichtige Insider-Infos bzgl. interner Details wird ESCk genauso wenig kriegen wie jeder andere.
Danke für Deine Antwort! Mir geht es gar nicht so sehr um die Insider-Infos. Vielmehr würde mich interessieren, ob ESC Kompakt Möglichkeiten hat, beim NDR direkt Verbesserungsvorschläge machen zu können oder Meinungen kundzutun.
Gerade auch im Hinblick auf die ungünstigen Regeln der Punktevergabe.
Erstmal danke dafür, dass ihr euch auch hin und wieder Zeit für die Kommentare nehmt (neben der Zeit für alles Andere).
Mein Gedanke ist: Entweder man kritisiert das erwartbar schlechte Votingsystem bei Bekanntwerden (also Anfang letzter Woche) oder wenn man die Ergebnisse auf der Hand hat (dann natürlich unabhängig davon wer nach welcher Zählart vorne war).
Dass ihr euch da zu einer anderen Reihenfolge entschieden habt, ist aber natürlich euer gutes Recht.
Ich wiederhole aber auch gerne nochmal meinen anderen Punkt: Ich fände es auch richtig gut, wenn ihr euch auch einmal zu den sehr wilden Spekulationen (die sich in den Kommentaren bei einigen ja schon zu festsitzenden Theorien entwickeln) äußern würdet. Manchmal sind die Diskussionen hier schon eine kleine Parallelwelt zur Realität, die (inkl. einiger belegbarer Spekulationen) in euren Artikeln abgebildet wird.
Es ist sogar noch schlimmer. Allein das Umwandeln der Jurypunkte in das 12-Punkte Ranking hat 5 der 9 Platzierungen verändert. Reines Glück, dass der Sieger davon nicht betroffen war. Wenn man anstatt das Juryvoting „abgerundet“, dass Publikumsvoting „aufgerundet hätte, also mal 8 um das 50/50 Verhältnis zu waren, wäre das hier bei rausgekommen:
Endplatzierung – Name – Juryvoting – Zuschauervoting x 8 – Gesamtpunktzahl – Platzierung Neu
1 – Isaak – 74 – 96 – 170 – 1
2 – Mutzke – 55 – 80 – 135 – 2
3 – Ryk- 51- 64 – 115 – 3
4 – Monet – 55 – 32 – 87 – 6
5 – Galant – 52 – 40 – 92 – 4
6 – Reim – 40 – 48 – 88 – 5
7 – Ninetynine – 37 – 24 – 61 – 7
8 – Floryan – 8 – 16 – 24 – 9
9 – Leona – 36 – 8 – 44 – 8
Zwei unterschiedliche Rankings aus den selben Zahlen, ein statistischer Albtraum.
Das einzige was ich am voting zu bemängeln hätte, wäre, dass das televoting nach abschluss des juryvotings noch offen war. Ich denke das genau das max mutzke den sieg gekostet hat.
Das macht man ja in Schweden auch so, um zu suggerieren, dass die Leute das Endergebnis noch beeinflussen können, wenn sie mit dem Juryergebnis nicht zufrieden sind. Fand ich schon immer bescheuert, weil es das Resultat verzerrt.
Das Zuschauervoting offen zu lassen während die Stimmen der Jurys noch vergeben werden, ist ein Unding. Da wird dann noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Nr. 1 und 2 provoziert, dass die Telefonleitungen nochmal glühen. Gab’s bei Raab damals auch schon, man lernt anscheinend nicht aus Fehlern oder es hat schlicht und einfach einen kommerziellen Grund.
Der NDR verdient mit dem Televoting kein Geld, deswegen kostet der Anruf auch 14 cent und nicht 50 cent wie bei den Privaten.
Was das Voting angeht leben wir ja wirklich in einem sehr guten Land – man vergisst es nur ganz gerne mal.
In Litauen gab es im Finale 2 Votingrunden (also Vorrunde und Superfinale mit 3 Teilnehmern) und jede Stimmabgabe kostet 5€ (wovon Teile in die ESC-Inszenierung gesteckt bzw. in die Ukraine gespendet werden sollen).
Bei den 14 Ct würden die Litauer bestimmt auch reger teilnehmen.
Für diese vorgesetzte Brühe rufe ich nicht an.
Der Fan denkt, der NDR lenkt!
Entweder reines Televoting oder noch besser Demoskopie. Alles andere ist gegen den Willen der echten Favoriten und nur dann ist es ein Schub für den ESC im Finale.
Wenn ich schon „echte Favoriten“ lese… Wer oder was soll das denn sein?
Und man kann ja 100% Televoting machen, aber bekommt dann eben wahrscheinlich beim ESC Probleme, wo 50% der Votes von Fachleuten kommen.
Bringt wie 2018 und ich glaube auch 2019 das ESC-Fanpanel als weitere Jury zurück, das hat den Geschmack der Bubble wiedergegeben und würde einige sicher deutlich beruhigen. Rückblickend ist es echt erschreckend wie viel 2018 richtig gemacht wurde. Es gab keine Couch, zwar krankheitsbedingt aber immerhin keine Babsi und es wurde einfach mal Wert auf die Musik gelegt. – Gut es war auch viel Pop dabei, aber auch nicht weniger als dieses Jahr. So schön wie die Show da war, da sind wir aktuell WELTEN von entfernt.
Ja, 2018 war in dieser Hinsicht ein Leuchtfeuer der deutschen Vorentscheide der letzten Jahre. Dann hat man das System im Folgejahr mit der Nominierung der S!sters beschädigt. Und nach deren Scheitern beim ESC hat man, anstatt das System zu reparieren, kopflos wieder alles umgestoßen. Dann kam Corona und dann war alles aus und man hat wieder die unterschiedlichsten Konzepte ausprobiert anstatt sich auf den 2018er Erfolg zurückzubesinnen.
Warum muss denn irgendwas den Geschmack der Bubble wiedergeben? Die Bubble sollte vielleicht eher mal realisieren, wie unwichtig sie bei mehreren Millionen Zuschauern ist und dass der vorherrschende Geschmack ein Nischengeschmack ist. Bestes Beispiel: Ryk.
Der ESC wird nicht nur für uns Fans gemacht.
@Christian W mit der Argumentation kann man doch aber auch sagen, der ESC ist nicht nur für Musikexperten gemacht, Fakt ist doch, in den meisten anderen Ländern ist der ESC eine viel, viel größere Sache als in Deutschland. Einfach mal weiter denken und bevor irgendeine „Fach“-Jury alleine 50% des Gesamtergebnisses ausmacht und Songs bepunktet die später zu hoher Wahrscheinlichkeit untergehen, finde ich man könnte diesen Weg wieder gehen. Spanien und Italien haben auch noch jemals eine weitere Jury neben der Fachjury, also warum nicht auch Deutschland? Hat gerade 2018 doch prima geklappt, also warum dem Ganzen nicht einfach nochmal eine Chance geben?
Für dieses Votingsystem wäre ein Superfinale der besten 3 mit dann reinem Televote gut gewesen, so wie in Litauen.
Ich vermute aber Isaak hätte auch dann gewonnen
Ein Superfinale halte ich auch für eine gute Idee. Der NDR hat dort in der Vergangenheit nur zu oft den Fehler gemacht, das dann zu einem reinen Duell zwischen zwei Acts zu machen. Bereits mit den von dir vorgeschlagenen drei Acts wäre es aber weniger anfällig für Manipulation.
Ich persönlich finde das dänische System gut. Das ist auch gesichtswahrend für alle Ausgeschiedenen, und daran scheint dem NDR sehr gelegen zu sein.
Das dänische System lässt offensichtlich zu, dass die Jury(s) ihren Favoriten gehörig pushen können. Aber auch daran scheint dem NDR ja offenbar gelegen zu sein …
Auch der dänische Vorentscheid hat dass. Sehr gut und auch denn Künstlern ein respektvoller Umgang.
Ich persönlich fand es nicht problematisch, dass man während dem Juryergebnis noch telefonieren konnte. Es stärkt sogar das Televoting, weil dann die Zuschauer gegen die Jury gegensteuern konnten, wenn sie das Ergebnis der Jury nicht mochten.
Ich persönlich sehe da eher wieder die Musikauswahl das eigentliche Problem. Wenn nur der gleiche Käse angeboten wird, können die Zuschauer noch so häufig anrufen, es kommt nur der gleiche Käse raus.
Dann wird das Voting dennoch in Richtung Powervoting für die Top 2 / Top 3 verzerrt. Man wählt nicht mehr, was einem gefällt, sondern das geringere Übel von dem, was noch reele Chancen auf den Sieg hat. Und bei diesem Wettbewerb geht es nunmal nur um den Sieg.
Außerdem, selbst wenn man die Leitungen während Juryvoting warum auch immer offen lassen will – man sollte es klar kommunizieren, bzw. direkt mit der Bekanntgabe einsteigen. Mmn werden sonst Stimmen, die vor dem Juryergebnis abgegeben wurden, z. T. entwertet.
Beim ersten Punkt sind wir wieder bei der Musikauswahl. Ich persönlich habe keine Probleme damit dass in Richtung Top2/Top3 verzerrt wird. Es geht ja einzig und alleine um den Sieger. Wer hintendran 3. oder 4. oder Letzter wird, ist nur für den Künstler selber interessant. Aber es fährt eh nur einer zum ESC-Finale.
Bei Punkt 2 stimme ich Dir zu. Man hätte es vorher kommunizieren müssen.
Sie konnten nur bedingt gegensteuern, sprich Max Mutzke verhindern,
Jupp. Da sind wir meiner Meinung nach wieder bei der Musikauswahl selber.
Ich fände es gut, wenn man wieder eine Fan-Jury einführt, die hatte mit Michael Schulte und Aly Ryan einen guten Riecher. Die denkt einfach bubbliger und hätte dieses Jahr vermutlich auch für Ryk gestimmt.
Ich kriege jetzt schon wieder einen Fön wenn ich lese, dass Alvaro Solers BRUDER (Greg Taro) Always on the Run mitkomponiert hat und der Song dann zufällig 8 Punkte von der spanischen Jury bekommen hat 🙄. Warum bedenkt der NDR solche OFFENSICHTLICHEN Interessenskonflikte nicht bei der Besetzung der Jurys?
Und die spanische Jury hat teils Isaaks größte Konkurrenz auch am härtesten getankt: Ryk mit 2, Bodine mit 3, Max mit 4 Punkten. Das sieht halt schon Kacke aus.
Alvaro Soler war aber nicht Teil der Jury, oder? Das wäre wirklich nicht fair. Ich finde es schon schwierig, wenn Connections über das Plattenlabel bestehen…
Seit wann hat die Bubble denn einen guten Riecher…?
Stimmt das mit seinem Bruder?
Wenn ja, fordere ich einen neuen Vorentscheid.
Leider kann man das Bundesverfassungsgericht nicht anrufen-
Solange wir keine Votingzahlen vom NDR sind folgende Zeilen äußerst bedenklich, da sie aus meiner Sicht Vermutungen als Fakt verkaufen:
Nein, für den unwahrscheinlichen Fall, dass Max 7. und Isaak Letzter im Televoting wird, hätten noch ein Haufen anderer Acts eine Chance gehabt.
Du weißt die Votingzahlen zum Zeitpunkt des Juryvotings nicht. Das ist nicht belegt.
Zunächst: Du weißt nicht, ob Isaak und Max meilenweit vor Ryk waren. Darüber hinaus kannst du nicht in die Köpfe der Leute hereingucken. Das ist reine Spekulation.
Weißt du nicht und diverse Kommentare von Ryk-Befürworter nach dem Finale bestätigten eher das Gegenteil.
Und das denn das im folgenden Absatz:
Anstatt das vorne an die ganze Argumentationskette zu stellen, wirkt das halt nur noch nachgeschoben, sorry. Verkauf doch deine Argumentation nicht drei Absätze lang als Fakt, wenn es nur ein Gedankenspiel deinerseits ist.
Sorry, aber ich bin echt besseres von euch gewohnt. Es wirkt halt so, als ob man mit dem Ausgang des Vorentscheids nicht zufrieden ist, weil die int. Jurys und der/die – Achtung, zugespitzt – „dumme:r deutsche:r Televoter:in“ halt so entschieden haben, wie die Fanbubble es wollte.
Man hätte die Zeit besser verwenden sollen, eine Analyse, warum Isaak aufgrund der Schwächen in mögl. ESC-Tauglichkeit des Songs, Staging, Klamotten, Choreografie trotzdem gewonnen hat. Jetzt hier einen auf „beleidigte Leberwurst“ zu machen, steht euch nicht gut.
Der Artikel heißt „Kommentar zu“, ein Kommentar spiegelt nun mal die persönliche Wahrnehmung einer Person wieder. Nur weil du hier anderer Meinung bist und meinst es liegt an der Fanbubble, brauchst du anderen Leuten doch nicht zu unterstellen sie seien beleidigte Lebewürste lol, warum man macht man sich einen so ausgearbeiteten Kommentar mit einer solch unnötigen Anmerkung kaputt?
Weil ich es schade finde, dass so ein ausgearbeiteter Kommentar so viele Schwächen aufweist und ich Berenikes Analysen schätze.
Der Kommentar von Berenike würde ich so Zusammenfassen:
Es ist ein Kommentar, du kannst das ja anders sehen
Ich gehe beide Punkte mit, die „beleidigte Leberwurst“ ist nur in deinem Kopf
„Nein, für den unwahrscheinlichen Fall, dass Max 7. und Isaak Letzter im Televoting wird, hätten noch ein Haufen anderer Acts eine Chance gehabt.“
Wie du schon selbst schreibst: Das wäre tatsächlich sehr unwahrscheinlich gewesen. Und ich denke mal, so viel war auch allen Casual Viewern klar.
Genau, dass Max Stimmen ziehen wird, war klar.
Dass Isaak nach seinem Auftritt nicht auf dem letzten gelegen hat, dürfte auch klar gewesen sein, dazu war er zu gut.
Ich schreibe oben durchaus, dass rechnerisch noch andere Acts hätten gewinnen können. Aber halt realistisch gesehen nicht.
Vielen Dank an Berenike, ich sehe das meiste genauso, vor allem das Offenlassen der Leitungen nach Bekanntgabe des Juryvotings verzerrt alles, die Effekte nehme ich ähnlich wahr.
Ich schreibe hier sehr selten, weil es meistens länger wird, aber Wertungssysteme sind so ein wenig „mein Thema“, deshalb mal ein paar Gedanken, die möglicherweise wenig „Instant Appeal“ haben. 😉
Ein Wertungssystem sollte ja möglichst unabhängig von der konkreten Situation sein. Das bedeutet aber, dass es bei drohendem Powervoting gleichzeitig in der Lage sein muss, einen (in Stockholm) chancenreichen Stefan Raab zu ermöglichen und einen (in Liverpool) chancenlosen Ikke Hüftgold zu verhindern.
Wir wissen ja noch aus den Diskussion des vergangenenes Jahres, dass im Juryvoting der Letzte immer noch relativ nahe am Ersten liegt, selbst wenn die Jurys komplett einheitlich abstimmen. In diesem Jahr wären das 11/51 oder 21,57%. Ein solcher Vorsprung zu Zweiten beim Publikum hätte die Jurys komplett überflüssig gemacht und ist bei Powervoting nicht unrealistisch.
Gleichzeitig bildet das „heilige“ ESC-Punktesystem 12-10-8 usw. nicht mal annähernd ein typisches Abstimmergebnis an – nicht mal eines, bei dem alle Abstimmenden spontan und ohne Vorkenntnisse oder Vorbeeinflussung entscheiden.
Meine Erfahrung bringt mich zur Vermutung, dass so eine Abstimmung eher logarithmisch normalverteilt ist. Das wäre so was wie die Verteilung der Anfangsziffern in einem normalen Datensatz (Benfordsches Gesetz) – wer mehr wissen will, findet das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Benfordsches_Gesetz.
Bei 9 Teilnehmern wäre das etwa 30-18-12-10-8-7-6-5-4. Auf jeden Fall liegen die hinteren Plätze sehr dicht beeinander (was das ESC-System tatsächlich leistet, indem es alle ab Platz 11 mit gar keinem Punkt gleich behandelt). Und zumindest oben bekommt jeder ungefähr so viele Punkte wie die beiden Verfolger.
Meine Idee (und ich weiß, das ist nicht einfach zu verstehen und würde eine heilige Kuh schlachten): Nehmt ein Jury-Punkte-System, das auf der Fibonacci-Folge aufbaut (1,1,2,3,5,8,13,21,34,55,89 und immer die Summe der beiden Vorgänger, so lange nötig, evtl. die beiden 1 vorne weglassen) und rechnet das Televoting 1:1 um. Das würde ein absolutes Powervoting nicht komplett verhindern, aber die Hürden deutlich erhöhen. Mindestens mal würden Jury und Televoting eher vergleichbar, und die Jury-Punkte würden nicht so unglücklich wie dieses Jahr umgerechnet. Und stoppt das Televoting vor der Bekanntgabe der Jurypunkte.
Aber es ist von der Idee etwas komplizierter und käme ohne die legendären 12 Punkte aus. Wenn ihr das Ganze nicht in der Luft zerreißt, macht es spätestens die BILD… 😉
Warum Powervoting verhindern? Wenn die Zuschauer Ikke Hüftgold gern beim ESC gesehen hätten, wäre es auch okay gewesen. Solche Fanschaft muss man sich auch erst einmal aufbauen.
Na gut, ich habe es ja weiter unter präzisiert: Ich würde Powervoting nicht komplett verhindern, aber deutlich erschweren wollen. Mit meinem Vorschlag, basierend auf den Fibonacci-Zahlen, würde der Jury-Sieger (egal bei vielen Teilnehmern) maximal irgendwas nahe bei 38% der Gesamtpunkte bekommen können. Ein Televoting-Sieger mit 40% Vorsprung würde die Jury also aushebeln, und das ist zwar möglich, aber schwieriger als 2023, wo weniger als 25% Vorsprung gereicht hätten.
Man kann auch den interessierten Act mit der größten Fanbase zum ESC schicken. Wäre nicht mein favorisiertes System, aber gut – dann würde man sich eben die Jurys sparen. Ein System, wo der Liebling der Zuschauer – wie auch immer ermittelt – von einer Jury zumindest mal mit anderen Augen betrachtet wird, halte ich für besser. Wobei man natürlich immer kritisch hinterfragen sollte, nach welchen Maßstäben die Jurys werten (möglichst wie beim ESC, oder?) und wie sie zusammengesetzt sind.
Niemand möchte Isaak den Jury-, Zuschauer- oder gar den Gesamtsieg absprechen. Es ist aber legitim, hier klar auszudrücken, dass das Wertungssystem mit einer Umwandlung der Punkte von 1-12 problematisch ist, wenn hinterher vier Acts bei 408 möglichen Punkten nur vier Punkte auseinanderliegen, es bei den umgewandelten nur 51 Punkten (1-8, 10, 12) aber auf einmal 5 sind. Max/Bodine und Ryk lagen nach der ersten Punktevergabe nur 0,98% auseinander. Max bekam schlussendlich aber 83% der möglichen Punkte (10 von maximal 12), während Ryk nur 42% (5 von 12) bekommen hat. Das sind also plötzlich 41% Unterschied, was im Vergleich zu den eigentlichen 0,98% doch sehr krass ist. Und auch Bodine, die Gleichstand mit Max hatte, lag nur noch bei 67% der möglichen Punkte, also wurde künstlich eine Different von 16% geschaffen. Ich verstehe den Ansatz, warum man dieses System ausprobiert hat, es geht meiner Meinung nach aber am Ende nicht fair auf. Daher würde ich eine Änderung des Systems für die Zukunft sehr begrüßen, auch wenn es für den ersten Platz in diesem Fall keinerlei Auswirkung hatte.
Übrigens gilt das auch für die Zuschauerwertung, nur da kennen wir keine Werte, wie weit wer auseinander gelegen hat.
Aber dieses Gefühl der Ungerechtigkeit rührt doch nur daher, dass die Jurys überhaupt einzeln Punkte vergeben haben. Hätte es den Aufschrei gegeben, wenn wirklich nur die komplette Jury 1 bis 12 bekannt gegeben worden wäre (also von 1 für Floryan zu 12 für Isaak)?
Ich frage mich, ob das überhaupt relevant ist? Es könnte gut sein, dass sich niemand so viele Gedanken über alle möglichen Szenarien im Verborgenen gemacht hätte, wenn einfach die „fertigen“ 1-12 der Jury präsentiert worden wären. Aber erstens mindert das doch die Legitimität über die jetzige Diskussion nicht und zweitens ist es auch keine Lösung für das, worauf jetzt hingewiesen wurde. Es hätte also nur das versteckt, was Leute jetzt nicht ganz zu Unrecht kritisieren.
Ich verstehe wie gesagt den Ansatz, der da versucht wurde, wenn er aber damit endet, dass die Punkte so verzerrt werden, wie sie bei der Jury (und mutmaßlich Tele) jetzt wurden, finde ich kann man durchaus Kritik und Wünsche zur Änderung äußern. Das ist aber keine Kritik daran, dass der NDR dieses Jahr dieses System ausprobiert hat. Ich habe mir im Vorhinein gar keine Gedanken dazu gemacht, was für Schwachstellen das Voting haben könnte, es ist halt nur jetzt aufgefallen und deshalb würde ich für nächstes Jahr eben dringend davon abraten. Was der NDR letztendlich damit macht, bleibt sowieso seine eigene Entscheidung. Mal abgesehen davon ist es natürlich völlig legitim, wenn andere Fans das jetzige Votingsystem toll fanden oder ein nochmal ganz anderes System wollen. Wir sind hier viele Köche, die um einen inhärent verdorbenen Brei versammelt sind (da es kein perfektes VE-Votingsystem gibt), und irgendwer ist am Ende immer enttäuscht. Ziel sollte es m. M. n. aber sein, auf so wenig Verzerrung wie möglich hinzuarbeiten.
Aber es hätte die Diskussion womöglich in eine etwas andere Richtung gelenkt. Mehr hin zu der Sinnhaftigkeit einer internationalen Jury generell. Oder der ESC-Tauglichkeit der Beiträge. Oder so.
Wie die Jury nun letztendlich zu ihrer endgültigen Reihung kommt, ist sicher nicht unser größtes Problem beim Vorentscheid.
Es wäre ein Problem, wenn sich effektiv nachweisen ließe, dass das derzeitige Wertungssystem aktiv einen großen ESC-Erfolg verhindert hätte. Aber das sehe ich hier momentan nicht.
Aber wie soll man das denn je nachweisen können? In diesem Jahr ja sowieso schon mal nicht, da Jury und Televote sich einig waren, aber selbst wenn dem nicht so gewesen wäre, wird es nie einen Nachweis geben, wie andere Beiträge in der VE wirklich abgeschnitten hätten, selbst wenn plötzlich einer von ihnen bereits vor dem ESC zum Welthit mutiert wäre. Eine Garantie gibt es nie für ein gutes Abschneiden. Aber ich verstehe auch nicht, warum man erst über etwas reden sollte, wenn es schief geht.
WIE die Jury zu ihrer Bewertung kommt fände ich zwar sehr interessant, war aber in diesem Fall gar nicht Thema meines Kommentars, sondern wie deren Ergebnis in Punkten verwertet wird. Und da gebe ich dir insoweit Recht, dass es nicht unbedingt unser größtes Problem ist, aber darüber zu sprechen, und gleichzeitig auch über andere Probleme zu sprechen, schließt sich ja auch nicht gegenseitig aus. Ich habe auch Diskussionen darüber gesehen, ob internationale Juries überhaupt ihre Berechtigung haben (aktuell würde ich da ein ganz eindeutiges Jein zu sagen), und inwieweit die Beiträge ESC-tauglich sind wurde ja auch schon seit der Bekanntgabe zu Hauf diskutiert. Das hier ist halt der Artikel, in dem es um das Wertungsschema geht, weshalb hier gerade viele Kommentare explizit dazu verfasst werden. Ich, und ich denke auch viele andere, reden aber gern auch über andere Themen und tun dies ja auch durchaus (vorwiegend in anderen Kommentarspalten).
Guck mal in dein Postfach auf ESCYounited nach, habe dir da gerade was geschickt. 🙂
Sorry, aber dieser Artikel ist genau das, wovon er behauptet, er sei es nicht: er ist anmaßend und beruht auf der egozentrischen rosaroten Brille, die Fan-Blogger und Fan-Bubble nun einmal aufhaben. Der Eurovision Song Contest ist jedoch keine reine Fan-Veranstaltung und könnte als solche auch nicht überleben …
Er ist ein Kommentar und spiegelt somit Berenikes persönliche Meinung wider.
👍
Träume sind für alle da:
Die Top 20 wird in 2 Halbfinale am Montag und Mittwoch um 20:15 mit jeweils 10 ESC tauglichen Inszenierungen aufgeteilt.
10 Jurys bepunkten klassisch nach dem System 1 bis 12 Punkte, das Ergebnis wird prozentual kombiniert mit dem Publikumsvoting, das zur Hälfte zählt.
Die besten 5 aus jedem Halbfinale ziehen ins Finale am Freitag um 20:15 und ziehen bei der Verkündung der Finalisten am Ende der Show ihren Startplatz im Finale.
Im großen Finale am Freitag haben wir 10 Acts, die wieder von den 10 Jurys bewertet werden. Das Publikumsvoting, das zur Hälfte zählt und prozentual berechnet wird, endet bevor dir Jurys ihre Punkte verkünden.
Der Act mit den meisten kombinierten Punkten hat gewonnen.
Bei Punktegleichheit in allen Shows entscheidet das Publikumsvoting.
Hamburg 2026 und ganz wichtig keine Wildcard(s) 🙂
Ja, dieses System kann zu Unfairness führen. Aber ein anderes System, bei dem ein Act alleine aufgrund des Powervotings seiner Fans gewinnt, ist auch nicht wirklich fair.
Was aber wirklich und absolut und unbedingt abgeschafft gehört ist, dass das Televoting noch läuft, während die Juryvotes schon da sind. Das ist dann nämlich wirklich Wettbewerbsverrerrung.
Die graue Greise die seid jahren die ESC leiten müssen dringend abgeschafft werden. Das sind wirklich Paradbeispiele an alten eingessesenen „Experten“ die einfach nicht einsehen wollen das sie aus der Zeit gefallen sind und jede ihrer Entscheidungen nur Misserfolg bringt.
Es reicht nicht es nachher von NDR zu MDR zu schieben. Es muss mal komplett in die hand von nachwuchstalenten oder anderen Musik produzenten so wie es mit Stefan Raab in beiden Anläufen geglückt ist.
Sachliche Analyse, danke dafür!
Alles bekannt, sehr manipulationsanfällig und vom Veranstalter billigend in Kauf genommen, um ein schnarchiges Radiopopliedchen, egal welches, gewinnen zu lassen.
Ein weiterer Beweis für den Dilettantismus des NDR in Sachen ESC. 2019 habe ich das dort erlebte Geschehen noch „gesteuert“ genannt, man merkte es kaum. 2024 würde ich ein anderes Wort dafür verwenden, so offensichtlich war‘s in diesem Jahr.
Viel interessanter sind aber m.M.n. alle Kommentare hier, bei denen man merkt, daß auf Biegen und Brechen die zahlreichen und immergleichen Fehler im System ausgeblendet werden wollen. Ich schreibe bewußt „wollen“ anstelle von sollen, da dies eine andere Haltung offenbart.
Getreu dem Motto: Das wird jetzt schon stimmen, nun seid ruhig, das hat schon alles seine Richtigkeit, nun ist aber mal gut.
Aber ich vergaß ja: wir sind jetzt in der Phase des Schönredens (bzw. der Trauerbewältigung) und die dauert noch
mindestens bis zum 9.5., wenn man den endgültigen Auftritt des deutschen Beitrages kennt. Dann kippt das.
Ja, das war etwas unglücklich. Ich finde aber auch, dass die Jurypunkte aus dem NF nicht mit denen vom ESC verglichen werden können. 4 Punkte im NF (Einzelwertung) heißen mit hoher Wahrscheinlichkeit 0 Punkte beim ESC. 12 Punkte im NF heißen 0-12 Punkte beim ESC.
Wenn man es also so rechnen will wie 2023, dann sollte auch das berücksichtigt werden. Dann sollten die Juries nicht an das „1-12 jeweils 1x“-Schema gebunden sein und auch z. B. vielfach 0 Punkte vergeben können. Entsprechend ihrer Jurypunkte-Einschätzung für den ESC. Man könnte sogar so weit gehen, dass die „Juries“ die Erfolgsaussichten insgesamt (Jury plus Publikum) beurteilen sollen, quasi von 0 bis 24. Zusätzlich käme weiterhin dann die deutsche Publikumsmeinung, die allerdings beim ESC streng genommen nicht aussagekräftig ist.
Das Abstimmen NACH den Jurypunkten gehört auf jeden Fall abgeschafft.
Natürlich hat Berenike Recht, das ESC-Punkte-System ist ungerecht und das ist auch so gewollt. Und natürlich hatten wir letztes Jahr Recht, auf die Gefahr des damaligen Punktessystem hinzuweisen, weil damit Ikke durch entsprechende Mobilisierung schon vor dem VE die Wahl hätte gewinnnen können, ohne dass er überhaupt singen musste.Nur war damals das Hauptproblem, die Möglichkeit schon vor dem VE abzustimmen. Es war also unnötig das Punktesystem zu ändern.
Bei der vorzeitigen Verkündung des Juryergebnisses wird letztlich ein Superfinale imitiert, kann man machen, aber wir haben eigentlich immer darauf hingewiesen, dass wir keinen Komptomiss-Sieger wollen und deswegen auch kein Superfinale.
Übrigens ist der immer wiederkommende Hinweis auf die Wettquoten immer wieder falsch, Wir wissen da nicht (genauso wie bislang beim Televoting), wie hoch beispielsweise die Grundmenge ist und deswegen ob das Ergebnis irgendeine Relevanz hat. Daher einfach aufhören damit zu argumentieren.
Nee sorry da muss ich wiedersprechen bei allen die sagen „das ist ja nur eine Theorie und am Ende hätte Isaak genau so sicher das televoting gewonnen“. Denn das kann man hier wirklich nich sicher sagen!
Dass die frühe verkündung ein effeckt auf das Televoting hatte ist psychologisch nachweißbar indem man sich einfach mal jede politische Stichwahl anschaut.
Denn genau so eine Situation wurde hier künstlich geschaffen. Nach der frühen Jury verkündung wurde künstlich ein Szenario geschaffen indem die Entscheidung nur noch zwischen zwei Kandidaten stattfinden kann anstatt zwischen 8 wie in Wirklichkeit.
In so einen Szenario werden dann sehr viele sich den Kandidaten unter den zwei wählen den sie besser finden anstatt unter allen. Das Televoting war noch lang genug offen, sodass da noch sehr viele Stimmen eingegangen sein werden die Isaak und Matz Mutzke gepusht haben.
Und ja ich bin mir 100% sicher das dies der Hauptgrund war das Isaak auch das Televoting gewonnen hat. Denn die Zuschauer tendenz ging vor der show sehr klar zu Katze und Ryk. Das keiner von beiden plötzlich unter den ersten 2 war, ist da schon sehr aufällig und halt nur erklärbar dadurch das Leute umgeswitscht sind als ihr Favorit keine Chance mehr hatte.
Das System was der NDR hier gemacht hat war hößt manipulativ. (Und ich würde vielleich sogar eine gewissen absicht unterstellen) Denn sie haben defakto dafür gesorgt das die Zuschauer sich zwischen ihren 2 Favoriten entscheiden müssen.
Hätte es nicht besser sagen können. Wettbewerbsverzerrung vom Allerfeinsten.
Und ich finde die hätten sogar ein Motiv dazu. Letztes Jahr ist es jemand geworden welchen die Jury absolut nicht wollte. Und die haben das in Nachgang auch mehrmals klar gezeigt, bei allem was wir so mitbekommen haben bei der ESC vorbereitung.
Das ist natürlich jetzt nur ein Theorie und kann man nicht beweißen. Doch angenommen die Jury wollte einen song wie Katze verhindern. Indem man die Auswahl künstlich einschränkt könnte man es erreichen.
Denn selbst wenn die Punkte gleichzeitig verteil wurden wären. Hätte es durchaus den Fall geben können das ein Song wie Katze 102 Punkte bei den Zuschauern oder so bekommt und ihren Favoriten überholt. Bei den herunter rechnen auf 12 Punkten konnte das nicht einmal in der Theorie passieren das jemand erster wird den sie auf den 4ten platz setzen. Ohne das ihre beiden Favoriten auf den letzten beiden Plätzen landen.
Es ist wirklich so, gerade weil Galant am Freitag richtig abgeliefert haben. Das würde zwar der NDR nie machen und es würde wieder für viel Shitstorm sorgen, aber eigentlich müsste man das Voting wiederholen.
Das Voting würde ich auf gar keinen Fall wiederholen. Auch wenn es mich persönlich schmerzt. Aber in dem Rahmen, wie er vorher abgesteckt wurde, gab es einen Sieger.
Ich finde es aber sehr wichtig, jetzt über das Votingsystem zu sprechen. Für zukünftige Vorentscheide. Falls der NDR bei diesem System bleiben sollte, dann bitte bei gleichem Punktstand die gleichen Punkte vergeben. Dann hätten Max und Bodine beide 10 Punkte bekommen und man hätte die 8 Punkte ausfallen lassen.
Ja das war auch so ein richtiger beweiß wie unfair das System war. Das Max 10 Punkte und Bodine 8 bekommen hat. War selbst unter Leuten die das system schönreden doch sicher ein Moment wo man die Stirnrunzeln muss. Da beide Zweiter waren bei der Jury.
Das ist das Gegenteil von sportlich fair.
Das habe ich auch nicht verstanden
Genauso würde ich es auch formulieren. Absolut keiner wollte Mutzke, lag in allen Polls deutlich hinten, da war es klar, dass man ihn nach dem Juryvoting verhindern wollte und als einzigen Ausweg für Isaak stimmen musste. Wer weiß, wie es sonst ausgesehen hätte?
Nur dass bei einer politischen Stichwahl nicht all jene herausfallen, die ihre 20 Stimmen schon vorher komplett ausgenutzt haben. Der Effekt kann also nicht ganz so groß sein wie bei einem komplett neuen Duell zwischen den Bestplatzierten. Dass es den Effekt gibt, bestreite ich in keiner Weise. Ich wüsste halt nur zu gerne, wie viel er wirklich ausgemacht hat, bevor ich mich beschwere.
Das kannst du halt erahnen. Nochmal der Stimmungsmeter hat vor der show ganz klar Ryk, Blondie und Katze vorne gesehen. Das nicht einmal einer der drei zu den top 2 gehört ist da sehr aufällig und nicht zu erklären wenn normal abgestimmt wurde bei den anrufen.
Dazu kann man die reaktion in allen Social Medias ablesen. Vergleiche da mal die reaktion letztes Jahr zu LotL wo es die üblichen Rechtextremen gab die es gehasst haben aber insgesammt die Stimmung positiv war.
Und dieses Jahr wo es praktisch nur spott für Isaak gab und kaum eine positive reaktion zum gewinn.
Das macht recht deutlich, dass Isaak kein Act war wo die mehrheit hinter stand. Sondern der Act der in dieser Situation wie das kleine übel aussah.
Was viele vergessen. Ja Lord of the Lost hat verloren. Trotzdem hatten wir seid langen wieder eine sehr positive stimmung über den Act. Seid ewigkeiten haben da viele mitgefiebert das es was wird.
Bei Isaak hoffen die meisten auf doppelte 0 Punkte.
In der Bubble. Genau wie Aly Ryan damals, die letztendlich dann auch nur im Panel reüssieren könnte und nicht bei der Jury oder im Televoting. Ein Hype in der Bubble ist (leider) nicht gleichzusetzen mit einem generellen Hype.
So etwas sollte niemand hoffen, für keinen Künstler.
Letzteres ist eine Prognose die sich androht. England hat vor drei Jahren einen sehr ähnlichen Künstler mit einen ganz ähnlichen Song geschickt. Das Ergebnis Doppelt 0 Punkte HINTER JENDRIK! welchen immer noch alle für ein troll versuch von Deutschland halten.
Jendrik hat der NDR ja auch extrem fallen gelassen und noch nachgetren. Noch so ein nekativ Eigenschaft von ihnen
Prognose ist ja noch okay. Aber aktiv hoffen sollte man das nicht.
Mal wieder vollste Zustimmung zu allem, Berenike!
Sofa „selig, wer nichts zu sagen hat und trotzdem schweigt“: Weg!
Barbara „It’s my party and I quatsch what I want to“ Schöneberger: Weg!
Jurys „You had ONE job“: Weg!
Punkteumrechnung „Die Rechnung dem Ergebnis anpassen“: Weg!
Televoting noch offen lassen, nachdem die Juryergebnisse bekannt gegeben worden sind „Wo ist die Fairness geblieben? Wo?“: Weg!
Zu allen Punkten ist ja hier und anderswo schon alles gesagt worden, halt noch nicht von allen, aber sei es drum. Dennoch, zum letzten Punkt noch eine sehr wichtige Ergänzung:
Der Eine oder die Andere schrieb hier schon, man hätte ja zum Zeitpunkt des Juryvotings seine 20 Anrufe / SMSe / sonstiges schon längst verballert. Alles richtig. ABER: Erinnert sich noch jemand daran, dass Barbara in der Sendung dazu aufgefordert hat, auch online über die Webseiten der Popwellen zu voten? Und dass man da auch unbegrenzt voten konnte? Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige die Möglichkeit nach Bekanntgabe der Jurypunkte exzessiv genutzt haben (wir auch, allerdings hab ich wider alle Vernunft meine Stimmen trotzdem für Ryk rausgejagt). Das heißt, das von Berenike angesprochene Powervoting kann es auf dieser Schiene sehr wohl gegeben haben.
Wir werden das allerdings nie erfahren, denn der NDR wird die Zahlen vor Bekanntgabe des Juryvotings nur veröffentlichen, wenn dadurch Isaaks Vorsprung gestützt wird. Alles Andere wäre lebensmüde.
Bezüglich des Onlinevotings zitiere ich mich mal von weiter oben:
Ach, komm, DAS zu umgehen ist ja nun wirklich das kleinste Problem …
Ja, es lässt sich umgehen. Eventuell sogar mit wenig Aufwand. Aber: Wer bzw. wie viele tun das letztendlich? Gelegenheitszuschauer sicher nicht, ich bin ESC-Fan und mache mir diesen Aufwand auch nicht. Das müssen also wirklich schon Ultras sein (oder von Aserbaidschan bezahlte „Call-Center“ 😛 ).
Für zukünftige Vorentscheid stelle ich mich gegen internationale Juries, keine Ahnung, wann das schon mal Sinn gemacht hat. Da ich mich auch nicht nur auf den Zuschauer verlassen würde, wäre ich für eine Jury bestehend aus Deutschen ESC Fans. Damit es spannender wird und wir nicht nur eine Jurywertung bekommen, kann man die ESC Fans auch nach Bundesland einordnen. Jetzt kommen die Jury Votes aus Brandenburg, jetzt aus Berlin jetzt aus NRW… Man muss ja nicht alle 16 Bundesländer nehmen, das wäre zu viel, aber 8-10 wären schon in Ordnung.
Das wäre auf jeden Fall spannend, aber ich glaube kaum mit dem NDR machbar.
Im Endeffekt hatten die Zuschauer keine Möglichkeit für ihren Favoriten abzustimmen und ihn hochzuvoten. Die Jury hatte eine enorme Macht, und Kandidaten die Chance auf einen Gewinn genommen. Ich habe das Gefühl, dass nur der „Ich will zum Esc “ Gewinner wirklich vom Publikum gewählt wurde. Wenn niemand sich freuen kann, obwohl der Televote Sieger gewonnen hat, muss was schief laufen. Und klar haben Knossi und Co Werbung gemacht, sodass Isaak wirklich weit vorne gelegen haben könnte, aber es haben auch sehr wenig junge Leute eingeschaltet. Gut möglich, dass sie nur für Isaak gevotet haben ohne die Show gesehen zu haben. Ich bin definitiv für eine Fan Jury. Mir fehlt total der Bezug zu den Fans.
Wurden die Televote Stimmen nach dem Juryvoting auf 0 gesetzt oder nicht? Wer 20 Mal gevotet hatte, durfte nach dem Juryvoting trotzdem wieder abstimmen oder nicht? Weiß das jemand? Zumindest erinnere ich mich nicht, dass Babsi gesagt hätte, dass die Televote Stimmen nach dem Juryvoting auf Null gesetzt werden und man wieder 20 Mal abstimmen dürfte. Wenn jemand 20 Mal für Kandidat X gestimmt hat, und dann Kandidat Y und Kandidat Z bei den Jurys vorne lagen… Durfte man dann trotzdem noch abstimmen für Kandidat X, Y oder Z?
Ist das wirklich so? Hätte man nach Bekanntgabe der Juryvotes nochmal voten können, obwohl man schon 20x abgestimmt hat?
Nein, so wie ich es verstanden habe, wurde nichts auf null gesetzt. Wir hatten ja kein Superfinale.
Man konnte über die Online-Portale der Popwellen noch unendlich viele Stimmen rausjagen. Und darauf hat Babsi in der Sendung explizit hingewiesen (ich wusste es vorher nicht und habe es nach diesem Hinweis genutzt!)!
Ich sag mal so, in einem Jahrgang, in dem es sehr viel Angst vor Power-Votings ohne ESC-Bezug gab, kann ich das sogar tatsächlich irgendwo verstehen.
Ich hätte mich maßlos geärgert, wenn Max Mutzke (und Marie Reim, Isaak) durch die Jurys hinten gelandet wären und dann dank zig Promis (Schlagerfans, Knossi) für einen solchen Sieger gesorgt hätten.
Trotzdem stimme ich den Hauptkritikpunkten zu, das System hab ich schon beim Vidbir als ungerecht empfunden.
Für mich liegt das diesjährige Problem hauptsächlich bei dem Ergebnis der Jurys. Dass das deutsche Fernsehpublikum Isaak und Max gut findet ist das eine. Aber dass das Ergebnis von sogenannten Expert:innen ist, Isaak sei der mit Abstand geeignetste Beitrag und danach käme Max – naja
Den Televotern kann man wenig vorwerfen, die dürfen nach ihrem Geschmack wählen. Isaak hatte allerdings Knossi hinter sich, Max ebenfalls viele Prominente, Ryk, der auf Platz 3 im Televoting kam, hatte dagegen keine Unterstützung (war aber Bubble-Favorit). Aber wie auch immer.
Wem ich etwas vorwerfe, ist den Juries. Ihre PFLICHT ist es, den besten ESC-tauglichen Song zu suchen, und der kann keineswegs Isaak oder gar Max heißen. Die hätten Galant, Ryk oder Bodine heißen müssen. Man hatte schon das Gefühl, sie manipulieren bewusst.
Jap, exakt das.
Manipulation – keine Ahnung, in anderen Vorentscheiden mit internationalen Jurys sind mir Missgriffe dieser Größenordnung nicht bewusst. Das lässt die Vermutung zu, dass es an der Wahl der Jurymitglieder speziell in Deutschland liegen könnte, die entweder komische Kriterien bekommen oder wenig ESC-Ahnung besitzen.
Hatte die internationale Jury in Irland nicht diese minderbegabte Boyband vorne? Ich glaube, das schlägt unseren Missgriff sogar noch.
Stimmt, den VE habe ich nicht geguckt und hatte ich daher nicht auf dem Schirm
Wer ist denn eigentlich dieser Knossi?🤔
Hier.
Jens Knossalla – Wikipedia
Vielen Dank Berenike für die kritische, aber sachliche Analyse! Vollste Zustimmung!
Ich würde mich sehr über ein Statement des NDR freuen, wie die Jurys berufen werden. So ein Alvaro Soler z. B. saß vielleicht mal in der deutschen ESC-Jury, aber meines Wissens noch nie in der Jury eines anderen Landes. Ich glaube, da entscheidet der NDR nach Bekanntheit in Deutschland und nicht nach ESC-Kompetenz. Selbiges gilt neben Alvaro Soler dieses Jahr z. B. auch für Mareijke Amado letztes Jahr.
Der NDR hat in der Vergangenheit schon so viel Aufwand betrieben, das Eurovisions-Panel zusammenzusetzen, warum analysiert er dann nicht, welche Jurymitglieder vom echten ESC in ihrer Abstimmung dem Ergebnis am nächsten lagen und berufen dann diese in die Jury?
Zu den Zuschauern: Ja, die Deutschen haben kein ESC-Gespür, schon gar nicht das typische ARD-Publikum. Da hilft nur, wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Ein größeres und altersgruppen-diverseres Publikum gewinnen.
Was mich im Allgemeinen am deutschen VE viel mehr nervt als die ewigen Klischees (Babsi, weißes Sofa, Abba-Medley), ist, dass JEDES Jahr irgendeine fragwürdige Änderung eingeführt wird (Wildcard 2019, Interne Wahl 2020, Interne mal mit alleinigem Fokus auf Bühnenpräsenz 2021, Radiojury 2022, Tiktok-Wildcard 2023, Votingsystem 2024).
Und, dass immer erst zu spät angefangen wird. Beispielsweise müsste bereits JETZT die Künstler-Acquise für den Vorentscheid 2025 beginnen. Doch man braucht beim NDR ja allein schon bis August, um sich intern überhaupt darauf zu einigen, dass es auch nächstes Jahr wieder einen Vorentscheid geben wird…
Jury Ergebnisse erst bekannt geben wenn die Zeit fürs Televoting abgelaufen ist und nicht vorher
Egal welches „Voting-system“ , solang die Songs/ Interpreten nicht auf „next-level“ kommen wird Deutschland vorläufig nicht mehr reissen beim ESC …..!!
Es gibt kein gerechtes Votingsystem. Man kann es drehen und wenden wie man will, eine ideale Lösung gibt es nicht. Das gilt für den Vorentscheid und auch für den ESC.
Ubrigens, warum das Pferd von hinten aufzäumen! Das beste Votingsystem bringt nix, wenn die Lieder schwach sind. Genau da muss man ansetzen. Die Auswahl von starken Beiträgen muss endlich gelingen. Und hier versagt der NDR nach wie vor. Die Beiträge waren unterm Strich mau. Keine Vielfalt. Überwiegend langsame Nummern. Also es braucht endlich starke, eigenständige Beiträge. Der NDR muss endlich konkurrenzfähige Acts nominieren.
Der NDR kann auch nur damit arbeiten, das ihm durch den Bewerbungsprozess in die Hände kommt. Und den Ruf des ESC hat der NDR in den letzten zehn Jahren gegen die Wand gefahren, sodass es schwer ist, Künstler zu gewinnen.
Ja, und dazu hat der NDR sicherlich ein paar vielversprechendere Acts während der internen Vorauswahl liegen gelassen, aber das ist wiederum letztlich nur Spekulation
Ich stimme Dir zu. Es ist sehr schwierig starke Acts für eine Teilnahme zu begeistern. Daran muss man ansetzen und die ganze Energie reinstecken. Was hat Thomas Mohr noch nach der letzten Pleite gesagt- man muss ins Land auf diverse Festival und Künstler suchen. Und was haben wir bekommen- brave Lieder.
Sollte (ich hoffe es) der NDR die Televoting-Ergebnisse veröffentlichen und dort liegen Max und Isaak nah beieinander, haben aber wiederum einen sehr großen Punktevorsprung gegenüber Platz 3 bzw. Ryk, dann kann man glaube ich -auch wenn der NDR nicht den genauen Verlauf der absoluten Stimmzahlen veröffentlicht- wohl davon ausgehen, dass das noch offene Televoting nach dem Juryvoting eine Art „Pseudo-Superfinale“ war und dann eben fast nur noch für Max oder Isaak gevotet wurde.
Nicht zwingend. Weil das gleichzeitig implizieren würde, dass auch ein Großteil der Stimmen erst in den letzten Minuten des Votings eingegangen sind. Und das bezweifle ich. Je größer der Abstand der beiden, desto eher glaube ich, dass sie auch vorher schon führten.
Mit Berenikes tollem Beitrag ist tatsächlich auch alles zum Votingverfahren gesagt. Es war einfach deprimierend. :/
Wie auch immer, ich finde, wir sollten uns damit jetzt mit dem Ergebnis abfinden.
Isaak hat gewonnen und Punkt. Natürlich ist es sehr schade, wenn der persönliche Favorit oder Favoritin es nicht geschafft haben, aber irgendwie war man vielleicht zu
euphorisiert durch Ryks Beitrag. Und ist wohl davon ausgegangen, dass die Mehrheit das genauso sieht…. So kann man sich täuschen…
Ryk kam vor allem hier bei ESC- Kompakt an. Woanders war das ganz anders. Sei wie es sei. Wir haben einen verdienten Sieger und dieser ist richtig stark.
Bei allen Esc-kpmmentaren auf Youtube war auch Ryk unangefochten Nummer 1
Auf Eurovision.de-Poll (nicht die odds!) war ebenfalls Ryk mit ca 47% stets ganz oben.
Hinzu kommen tief enttäuschte internationale Reactions (vier konkrete fallen mir spontan ein), mit dem O-Ton: Germany, what are you doing, I can not believe this, you had Ryk and you send radio-pop
Danke Berenike für die detaillierte Aufbereitung. Ja, das Votingsystem verzerrt die Ergebnisse schon ziemlich. Allerdings entspricht es auch komplett dem Votingprozedere eines Landes beim ESC, wo Jury und Televote Ergebnisse genauso umgerechnet werden, oder?
Das größte Problem bei DDF 2024 sehe ich allerdings nicht im komischen Votingsystem und der Barbara-Talkshow mit vielen Längen – sondern vor allem in den Beiträgen, die nahezu alle belangloser Mainstream Pop waren, alle OK aber auch keiner so herausstechend exzellent und überraschend, dass er sich beim ESC unter den 26 Beiträgen positiv bei Juries und Publikum abgehoben hätte. Damit dürften wir leider auch in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlich an die Misserfolge der letzten Jahren anknüpfen.
Und Deutschland bzw. die ARD hat als größte teilnehmende Sendeanstalt beim ESC in den letzten elf Jahren – seitdem der NDR die Vorauswahl ohne kompetente Unterstützung von Stefan Raab, Pro7 und Viva organisiert – leider die schlechteste (Miss-)Erfolgsbilanz aller teilnehmenden Sender erreicht: Sieben mal den letzten oder vorletzen Platz, nur zwei mal überhaupt in den Top 20 (!). Und damit geht leider natürlich Begeisterung und Relevanz des Wettbewerbs in Deutschland Jahr für Jahr zurück…
So ist es!
Und dann wird es auch zunehmend schwerer, Innovationen beim deutschen Vorentscheid durchzusetzen, vor allem unter einem rigiden Sparkurs. Es ist ein Teufelskreis…
Ganz meine Meinung. Hier hat die Jury einen zu großen Einfluss gehabt, so dass am Ende der Zuschauerwille nicht mehr viel galt, er konnte nur zwischen Isaak und Max entscheiden.
Hinzu kommt, dass die Regeln im Vorentscheid in jedem Jahr anders sind. Dieses Mal müssen sie verändert werden, weil es den Jurys zu viel Macht gab.
Noch eine Verzerrung: Da gab es einen seltsamen, weiteren Punktesprung, auch der könnte entscheidend gewesen sein. Das muss man mal auch ausrechnen, wie sähe die Punkteverteilung bei der Jury aus, wenn die Punkte konsequent so verteilt gewesen wären: 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2.
Ich glaube, wenn die Fanschaft so groß ist, dass es zum Powervoting kommt, ist es okay. Das hat sich der Künstler aufgebaut. Die Kroaten waren mit ihrem Spaßbeitrag im letzten Jahr auch nicht Letzter geworden. Vielleicht gewinnt man damit nicht, aber man wird damit vielleicht auch nicht Letzter. Eine Bereichung für die Show wäre es auf jeden Fall.
Man kann ja einer internationalen Jury die Vorauswahl der 8 bis 10 Finalisten überlassen, vielleicht kickt die schon frühzeitig einen chancenlosen Kandidaten aus dem Rennen, dann einfach es dem Publikum überlassen. Wenn das Publikum in Deutschland Ikke Hüftgold, No Angels, Max Mutzke, Ryk oder Galant will, dann ist es eben so.
Ich habs gerade nach Deinem Schema (das wir glaub ich im Schulte-Jahr auch angewendet hatten) mal ausgerechnet, und das Ergebnis hätte folgendermaßen ausgesehen:
Isaak 75 Punkte
Bodine 60 Punkte
Max 59 Punkte
Ryk 57 Punkte
Galant 56 Punkte
Marie 46 Punkte
Ninety-Nine 44 Punkte
Leona 43 Punkte
Floryan 16 Punkte
Ich kommentiere das mal lieber jetzt nicht weiter …
Schon wieder ein anderes Ergebnis. Vielleicht hätte es nach der Umrechnung Bodine eine zweite Luft gegeben, dann hätte es zu dem kuriosen Ergebnis kommen können, dass die ersten 3 beide 20 Punkte bekommen hätten, weil sich die Max-Verhinderer auf Bodine und Isaak aufgeteilt hätten. (Wahrscheinlich wäre auch Isaak hier der Gewinner geworden, wenn man sonst alles gleich gelassen hätte.)
Es ist müßig, darüber zu spekulieren – das Ergebnis ist, wie es ist. Alle ESC-Fans in mir sind müde, wie gestern jemand schrieb. Man sollte jetzt alles an Energie in die Optimierung unseres Beitrags stecken. Mal sehen, ob da noch was passiert.
Ich korrigiere mich: Wenn Ryk 12 Televote-Punkte bekommen hätte, Max 10 und Isaak 8, hätte es für Ryk sogar gereicht. Das wäre unwahrscheinlich gewesen.
Mich stört an diesem System vor allem, dass die Spannung für alle außer 3 Acts nach dem Juryvoting raus ist. Das stört mich auch jedes Jahr beim FdC.
Ein Jurymitglied soll doch eigentlich unabhängig von Nationalität die Lieder anhand objektiver Kriterien bewerten. Was bringt dann eigentlich die Internationalität? Wenn man auf diesen Faktor setzt, sollte man Jurymitglieder haben, die keine Musikexperten sind und den internationalen Televoter repräsentieren.
Wenn die gleiche oder eine ähnliche internationale Jury die Beiträge ausgewählt hat, frage ich mich auch welche „Nicht-Pop“ Beiträge auf der Stecke geblieben sind.
Ich fand die Wertung spannend. Kurz dachte ich Galant könnten gewinnen. Man kann das System so belassen. Weil man Powervoting für einen Act und einen Starbonus etwas ausbremsen kann. Wichtig ist das man starke vielfältige Beiträge nominiert.
Es ist interessant, dass Isaak in den bisherigen internationalen Reactions – trotz aller Odds – sogar ganz gut wegkommt. Ich glaube, mit einem vernünftigen, kreativen Staging (das nach DDF überrascht) und einem Fokus auf die Stärken von Künstler und Song ist zumindest die Top 20 drin.
Bei aller Liebe, aber das kann und sollte nicht der Anspruch sein
Da hast du Recht. Es war ja auch nur eine Feststellung und Prognose mit dem Act, den wir nun mal jetzt haben.
Wir müssen unsere Ansprüche aber leider dem anpassen, was der NDR in den Vorentscheid lässt.
Musste ja unwillkürlich an Belgien 2023 denken. Dachte auch anfangs, „was wählen sie denn da??“ Es gab weiss Gott bessere Songs in der VE. Aber von dem Auftritt in Liverpool war ich doch angenehm überrascht. Soweit ich mich erinnern kann, hat Gustaph das Finale erreicht, und Platz 16 (musste noch mal nachschauen), war ja nun auch nicht so schlecht. Das Staging hat’s rausgerissen. Hm… wenn ihnen das auch gelingen könnte, Isaak ins „gute Licht“ zu rücken…. Andererseits: Wir reden vom NDR, die Verantwortlichen haben in der Vergangenheit leider meist kein glückliches Händchen bei der Inszenierung bewiesen…
Platz 7.
7. bei den Jurys, 12. im Televoting. 16 war die Startnummer.
Ups…😅
Ja, Gustaph war am Ende tatsächlich ein fantastischer Act.
Ich finde es doch sehr spekulativ, wenn man behauptet, dass die offenen Leitungen nach dem Juryvote zu einem Powervoting und zur Verzerrung führen.
Sicher wird der eine oder andere Zuschauer das Abstimmungssystem durchschaut haben und die aussichtsreicheren Kandidaten unterstützen. Genauso viele freuen sich aber auch über die Chance, ihren zurückliegenden Favoriten noch mit einem weiteren Anruf unterstützen zu können.
Ist Euch schon mal der Gedanke gekommen, dass dieses System auch deshalb sofort wieder abgeschafft gehört, weil es den Jury- und Publikumssieger Isaak in eine total beschissene Situation bringt? Trotz Sieg in beiden Kategorien wird seit Freitag Nacht über mögliche Was-Wenns und Verzerrungen durch Umrechnung und Powervotings nach der Jurypunktevergabe diskutiert. Diese Diskussionen wird es bis Mai geben, und falls (was ich nicht hoffe) in Malmö wieder ein Platz 25+ rausspringen sollte, werden es natürlich alle wieder gleich gewusst haben und es auf das System schieben. Ich finde das ihm gegenüber so, so unfair – nicht nur seitens der Diskutanden (zu denen ich mich zeitweilig auch zählen lassen muss), sondern vor allem seitens derjenigen, die dieses bekloppte System beschlossen haben.
Ein Sieger in allen Kategorien ist ein Sieger. Full stop. Es sollte hinterher keinerlei Veranlassung geben, solche Diskussionen führen zu müssen. Dass es sie gibt, zeigt, wie daneben das Abstimmungssystem war, unabhängig, wie man dazu steht.
Diskussionen gibt es aber immer wieder bei fast allen VEs.. .
Genau deshalb habe ich mich auch auf einen Kritikpunkt beschränkt, dass dieses Abstimmungsverfahren die Spannung nach dem Juryvoting rausnimmt. Puff! Mir war vollkommen egal, wer gewinnt: Isaak, Max oder Bodine. Meine Favoriten waren allesamt schon raus. Puff! Außerdem kannte jeder, der sich zur Wahl gestellt hat, das Abstimmungsverfahren, und in dem beschlossenen, verkündeten und umgesetzten System hat Isaak gewonnen. Also ist er der legitimer Sieger.
Für die kommenden Jahre wünsche ich mir jedoch ein anderes Punktesystem.
Ich gebe dir recht, dass Isaak der Sieger ist. Punkt aus. Nach dem Finale in Malmö wäre es nur spekulativ und unfair zu sagen, mit einem anderen Sieger oder einer anderen Siegerin hätten wir besser oder schlechter abgeschnitten. Da spielt dann auch meine subjektive Meinung keine Rolle mehr.
ich möchte auch Isaak ganz klar vor jeder Kritik hier schützen. Er soll seinen Sieg feiern, ich wünsche ihm viele Klicks auf den Plattformen und die negativen Kommentaren unter seinem YouTube-Video finde ich ich schlimm. Und ja, ich werde ihm im Mai die Daumen drücken und hoffe, dass er eine gute Performance hinlegt.
Was mich nur so absolut nervt ist, dass wir wirklich jedes Jahr neue Votingsysteme bekommen. Es sollen sich mal ESC-Schlauere als ich es bin, dazu Gedanken machen, und es dann bitte einfach mal für ein paar Jahre ausprobieren. Dann gibt es ein System, das alle kennen und dann ist es so. Und dann wissen alle, wie und wo und wie oft man abstimmen kann. Das mit den Radio-Wellen ist zum Beispiel komplett an mir vorbeigegangen und ich interessiere mich ja noch dafür.
ich schwöre, dass das der letzte Rant zum Thema Voting war😉
Nur noch eins: Ich glaube nicht, dass das Radio-Voting große Unterschiede gemacht hat. Man wird es nie wissen. Mir ging es in meinem Post um Transparenz, die mMn hier nicht ganz gegeben war.
Schwöre nichts, was Du nicht einhalten kannst 😀 😀 😀
Da kann ich nicht zustimmen. Denn egal welches System es gibt, es wird jedes Jahr genörgelt. Das ist kein neuer Aspekt.
Das schon, aber so? Wenn es in beiden Abstimmungskanälen so eindeutig ist? Bei Michael Schulte kann ich mich an solcherlei Diskussionen nicht erinnern.
Wir sind eben Esc- Hooligan Fans. Nicht zu vergessen der große Hype um Ryk. Diesen Bauchklatscher zu verarbeiten dauert seine Zeit. Esc- Kompakt veröffentlicht auch dauernd Artikel, wo sich viele ihre Gedanken abarbeiten. Der „normalen“ Öffentlichkeit ist das eh schnuppe. Sehe das ganz entspannt. Das unser Vertreter schlecht gemacht wird ist natürlich ein No Go. Aber leider sehr typisch deutsch.
Ich habe irgendwie das Gefühl, die Enttäuschung ist weniger über das Ergebnis an sich – welche natürlich trotzdem auch da ist – sondern vor allem, um die Hoffnung gebracht worden zu sein, das Televoting könne das Jury-Voting noch einmal komplett drehen.
Das macht so aber keinen Sinn, denn natürlich sind die internationalen Jurys in den nordischen Ländern auch nicht anders zusammengesetzt, als die internationalen Jurys in Deutschland.
Und was bin ich froh, dass man endlich auch einmal sagen kann: Auch die Wetten können falsch liegen. Ist allerdings auch wenig überraschend, denn meiner Meinung liegen bei zwei Anbietern viel zu wenig Daten vor, als dass da ein hieb- und stichfester Trend dran abgelesen werden könnte.
Mit der Umrechnung tut man sich allerdings so oder so keinen Gefallen. So kamen nämlich schon einige der größten Fehlentscheidungen der ESC-Geschichte zustande. Glimpflich ging das nur aus, weil Jury und Televoting den gleichen Sieger hatten.
Wir diskutieren über das Votingsystem. Was sollen da die Italiener sagen. Deren haushoher Televoting Gewinner wurde von den Jurys verhindert. Da wäre ich sauer. Da war es bei uns nun wirklich sehr gerecht.
Gibt es überhaupt ein faires Votingsystem. Irgendwo findet man immer was, was nicht passt.
Ohne Jury – wie konnten wir bloss wieder letzter werden
Mit Jury – Hat den Televoting Favo raus geschmissen – ohne Jury siehe punkt 1 🤷🏻♀️
Was mich dieses Jahr störte: wieso lief Televoting noch als die Jurypunkte verlesen wurden.
Wieso hat Max besseren Platz als Bodine bei gleichen Punkten?
Genauso ist es. Ein absolut faires Voting gibt es nicht.
Wir werden ja mit Jurys Letzter.
Wenn wir uns für einen Kandidaten entscheiden, denn die Mehrheit gewählt hat, und dieser wird Letzter, dann ist es halt eben so. Übrigens Letzter im Finale, im Halbfinale werden ja auch schon schwächere Beiträge herausgemendelt.
Vielleicht sollten die großen 5 keinen garantierten Startplatz bekommen, sondern bei beiden Halbfinalen teilnehmen. Wenn niemand es in die Top 12, ist man gar nicht im Finale vertreten. Wenn einer in die Top 12 kommt, ist er es. Wenn beide, dann der Kandidat mit den besseren Punkten. Der garantierte Startplatz ist eher ein Nachteil, weil man sich noch nicht präsentieren konnte. Man kann trotzdem gewinnen, aber es ist schwerer.
Weil man die offizielle ESC-Regel zum Auflösen von Gleichständen angewendet hat.
Man hätte ihnen doch schlecht beiden 10 Punkte geben können, dann hätte die Jury am Ende mehr Punkte verteilt als die Televoter.
Da es naheliegt, anzunehmen, dass der NDR das Voting-System wegen dem letzten Vorentscheid geändert hat, möchte ich mal schauen, wie das neue System sich damals ausgewirkt hätte:
Hier das Voting der Jurys nach heutigem System:
12 Will Church
10 Anica Russo
08 René Miller
06 Trong
05 Lord of the Lost
04 Lonely Spring
03 Patty Gurdy
02 Ikke Hüftgold
Hier das entsprechende Voting der Zuschauer:
12 Lord of the Lost
10 Ikke Hüftgold
08 Patty Gurdy
06 Lonely Spring
05 Will Church
04 Trong
03 Anica Russo
02 René Miller
… und das zusammengerechnete Ergebnis:
17 Lord of the Lost (0)
17 Will Church (+1)
13 Anica Russo (+3)
12 Ikke Hüftgold (-2)
11 Patty Gurdy (+3)
10 Lonely Spring (-1)
10 Trong (-3)
10 René Miller (-1)
Interessant ist, dass Lord of the Lost aus der gleichen Position wie Ryk durchaus noch den Sieg geholt haben – was zumindest nochmal deutlich macht, dass es rechnerisch möglich ist. Allerdings lagen damals mit Will Church und Anica Russo relative Nonames vorne.
Also mal rein spekulativ: sowohl vom Bekanntheitsgrad als auch der Abneigung gegen den Beitrag liesse sich mit Max Mutzke wohl am ehesten noch Ikke Hüftgold vergleichen. 😉 Hätte also Hüftgold von den Jurys die zehn Punkte bekommen, wäre es durchaus denkbar, dass die Zuschauer dann nochmal stärker für Will Church gevotet hätten, nur um Hüftgold zu verhindern …
So oder so lässt sich aber auch festhalten, dass die Jurys allem Anschein nach noch nie das Zuschauervoting verhindert haben (lediglich die Online-Votings von 2013 und 2022 und das Fan-Panel von 2019). Deshalb bin ich inzwischen auch dafür, dass Jurys im Vorentscheid abgeschafft werden.
Sollen die Deutschen doch einfach ihren formatradio-durchseuchten Wohlfühl-Pop zum ESC schicken und dann alle 28 Jahre mal einen Zufalls-Treffer landen. Geht anderen Traditionsländern wie GBR oder IRL ja durchaus ähnlich …
Naja nun die Zuschauer haben letztes Jahr Lord of the Lost gesendet. Das war ja schonmal etwas. Wäre das System dieses Jahr nicht so merkwürdig gewesen, hätte es durchaus sein können dass das Publikum nicht Isaak gewählt hätte. Da diese der bessere der zwei kandidaten schien der noch gewinnen kann.
Und in der zeit der reinen casting show unter Raab hatten wir nach Lena ja noch ein zwei andere acts die durchaus okay performt haben.
Das wichtigste ist ja nicht nur die platzierung. Es geht auch darum ob die Zuschauer mit ihren Acts mitfiebern. Was die Deutschen unter den NDR zuletzt nur bei Michael Schulte und Lord of the Lost getan haben.
Keiner hat sich letztes Jahr über LotL aufgeregt obwohl sie letzter wurden. Da es ein Act war wo die meisten hinter standen.
Dieses Mix-System mit dem Abrufen von Punkten, die am Ende dann sowieso nicht zählen, macht es in der Außenwirkung doch erst angreifbar. Dann besser konsequent bei den Einzelpunkten bleiben und das Televoting prozentual verteilen wie im letzten Jahr.
Oder eben überhaupt nicht mit einzelnen Jurypunkten arbeiten. Indem man einfach nur die durchschnittliche Platzierung ausrechnet, hätte man eine einfache Reihung bekommen ohne irgendwelche Punkteabstände oder Gleichstände, die eh nivelliert werden. Das hätte sich übertragen ins Punkteschema in unserem Fall dann übrigens so dargestellt: Isaak 12, Bodine 10, Max 8, Ryk 6, Galant 5, Marie 4, Ninetynine 3, Leona 2, Floryan 1. Gut, man hätte dann keine einzelnen Länderschalten in der Show, aber wahrscheinlich auch keinen Shitstorm hinterher. 😉
oder intern die katze streicheln und gut iss. 😺