Kommentar zur neuen Ergebnisbekanntgabe im ESC-Halbfinale: Außer 25% mehr Sendezeit nichts gewesen

NAPA im Ersten ESC-Halbfinale 2025 – Foto: Corinne Cumming / EBU

Das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest 2025, das gestern in Basel stattfand, war eine halbe Stunde länger als in früheren Jahren. Bis 23:30 Uhr mussten die Zuschauer*innen in Mitteleuropa ausharren, bis endlich klar war, welche Acts es ins Finale geschafft hatten – wie etwa Überraschungsqualifikant NAPA aus Portugal (Aufmacherbild). In Israel musste man bis 0:30 Uhr durchhalten, in Aserbaidschan sogar bis 1:30 Uhr. Und das an einem Werktag. All das mit der Intention, bei der Ergebnisbekanntgabe mehr Spannung und Emotionalität zu erzeugen. War es das wert?

Zur Erinnerung: In früheren Jahren wurden die zehn Final-Qualifikanten einfach nacheinander bekanntgegeben. Jeder der Acts hatte bei jeder neuen Bekanntgabe die Chance, der bzw. die Glückliche zu sein. Nun wurden immer erst drei Länder benannt und dann die Acts mit der Kamera im Splitscreenverfahren eingeblendet. Nur einer davon kam weiter, die Enttäuschung der anderen wurde in Großaufnahme in die Welt gesendet.

Der spannungsmäßige Mehrwert war minimal, falls überhaupt vorhanden. Denn wer ohnehin einem anderen Beitrag die Daumen drückte als den drei gerade eingeblendeten, konnte in dieser Phase stattdessen Däumchen drehen. Fesselnde Unterhaltung sieht anders aus.

Das neue Verfahren hatte obendrein einen erheblichen negativen Nebeneffekt, der jeden Spannungsgewinn zunichte machte: Das unendlich lange Pausenprogramm ab Voting-Beginn bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse. So sehr man sich am Anfang über das sehr gelungene Medley „Made in Switzerland“ und das Wiedersehen mit Petra Mede freute und so sehr das Video von Céline Dion bewegte – danach wurde es zäh. Unendlich lange hielt sich Hazel Brugger im Greenroom auf, sichtlich um Zeit zu schinden.

Denn die braucht das neue Verfahren der Ergebnisbekanntgabe offenbar. Das ist durchaus nachvollziehbar: Zunächst muss gewartet werden, bis das Voting beendet ist und das Ergebnis vorliegt. Das geht an sich sehr schnell. Danach beginnt aber erst die Arbeit: Es muss geplant werden, in welcher Reihenfolge und in welchen Dreiergruppen die Qualifikanten bekanntgegeben werden. Das geht mit Unterstützung der Künstlichen Intelligenz sicher flott, aber natürlich werden da auch noch ein paar Menschen drüber schauen.

Daraus leitet sich dann eine Kameraplanung ab. Denn im Greenroom gibt es ja nicht 15 Kameras, also für jedes Land eine, sondern nur eine begrenzte Anzahl. Der Ablaufplan wird den Kamerapersonen dann digital zugespielt, so dass sie wissen, wann sie wo zu stehen und zu filmen haben. Das ist obendrein fehleranfällig, zumal wenn das ganze Spiel neunmal hintereinander durchexerziert wird. Letztlich erklärt das dann alles den höheren Zeitbedarf – gestern also lange 30 Minuten.

Der Gedanke, den ESC ständig weiterzuentwickeln und für die Zuschauer*innen (noch) unterhaltsamer zu machen, ist absolut richtig. Und natürlich lieben wir den ESC und eigentlich kann es nie zu viel Sendezeit geben. Wenn sie aber am Ende nur noch mühsam gefüllt wird und es durch die späte Sendezeit für viele nicht mehr möglich ist, das Ergebnis live mitzubekommen, weil man wirklich ins Bett muss, dann gehört diese „Made in Switzerland“-Erfindung wieder abgeschafft.

Wie hast Du das neue Verfahren der Bekanntgabe der Final-Qualifikanten wahrgenommen? Und hast Du Dich über die 30 Minuten mehr Sendezeit für das Halbfinale gefreut? Lass es uns in den Kommentaren wissen.



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146 Comments
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Christian W
Christian W
1 Jahr zuvor

Ich finde tatsächlich, dass es weniger spannend ist, weil ja bei jedem möglichen Slot nur drei Acts in Frage kommen und nicht alle. Und wenn man ein wenig aufpasst und dann Land X zum dritten Mal auftaucht und Land Y noch gar nicht dabei war, dann weiß man ja auch in etwa, was passieren könnte… Nicht optimal und ohne nennenswerten Mehrwert.

Franny
Franny
1 Jahr zuvor
Reply to  Christian W

deleted… verrutscht

Last edited 1 Jahr zuvor by Franny
Mina
Mina
1 Jahr zuvor

Das sind mir die liebsten ESC-Fans: 359 Tage im Jahr nichts anderes zu tun, als den ESC herbeizusehnen, und wenn er dann da ist, sich über 30 Minuten mehr Sendezeit aufzuregen.

Anstatt jeden Moment zu genießen und Neuerungen eine Chance zu geben, wird sich lieber beschwert.

Ehrlich Leute, genießt doch lieber die Show!

Rouven
Rouven
1 Jahr zuvor
Reply to  Mina

DP hat’s doch im Artikel erklärt: Es geht nicht nur um 30 Minuten an sich, sondern darum, dass es eine Nachtveranstaltung ist.

Mina
Mina
1 Jahr zuvor
Reply to  Rouven

Das ändert was genau? Gehste halt ne Stunde später ins Körbchen

Rouven
Rouven
1 Jahr zuvor
Reply to  Mina

Du musst mal über eine geschriebene Zeile hinausdenken, zumal andere es auch schon in den Kommentaren geschrieben haben. Angemessen wären eine Verkürzung oder Verschiebung nach vorne. Die Entwicklung läuft also genau in eine ungünstige Richtung. So verständlich?

Cedric S.
Cedric S.
1 Jahr zuvor
Reply to  Mina

Endlich sagts mal jemand. Wenn ihr weniger ESC wollt, dann schaut euch was anderes an 🙏🏻

undeuxtrois
undeuxtrois
1 Jahr zuvor
Reply to  Mina

Nun, wenn ich gestern richtig geschaut habe, dann hatte die Neuerung ja seine Chance: meiner Meinung nach kehrt aber nicht jeder neue Besen gut, dieser hier hat für mich zu harte Borsten.

Rouven
Rouven
1 Jahr zuvor

Interessant, manche Aspekte hatte ich gar nicht auf dem Schirm, die das Ganze in die Länge gezogen haben. Am Anfang kann man auch noch 5 Minuten einsparen meiner Meinung nach. Es sollte gegen 21:05 Uhr mit dem ersten Beitrag losgehen.

Chris
Chris
1 Jahr zuvor

Fand die gesamte Show unterhaltsam und kurzweilig. Von mir aus kann sie gar nicht lange genug dauern. Gerne noch ne Stunde dran.
Da ich mit fast allen Acts mitfieber und nicht nur mit einem, fand ich auch die Bekanntgabe spannend. Nicht weltbewegend aber gut.
Die Schweiz präsentiert sich sympathisch wie sie ja halt auch ist. Ich mag Hazel und fand ihre Zeit auch im greenroom sehenswert.

Kathrin
Kathrin
1 Jahr zuvor

Beim ESC geht es doch schon lange nicht mehr um die Songs, sondern das Ganze ist zu einer reinen Selbstdarstellungsplattform verkommen. Je schräger die Outfits und je queerer die Vortragenden um so höher die Chance zu gewinnen. Ich weiß, darf man denken aber nicht sagen. Und nein, ich bin weder rechts noch von Vorgestern. Aber vielleicht nicht woke. Ich werde es mir jedenfalls nicht mehr ansehen. Das erste Mal seit 30 Jahren. Schade

Spaceman04
Spaceman04
1 Jahr zuvor
Reply to  Kathrin

Ist ja deine Entscheidung also „Schade“ eher nicht, oder?

Franny
Franny
1 Jahr zuvor
Reply to  Kathrin

Woke-Mimimi? Darf man nicht mehr sagen? *gähn*
Du hat es übrigens gerade gesagt/mitgeteilt.

Last edited 1 Jahr zuvor by Franny
undeuxtrois
undeuxtrois
1 Jahr zuvor
Reply to  Franny

Sogar für die Ewigkeit geschrieben. 😉

Gwendolyn
Gwendolyn
1 Jahr zuvor
Reply to  Kathrin

Also die Finalisten vom 1. Semi kamen mir jetzt alle nicht sehr „queer“ vor , und schräg … Estland vielleicht, ist auch nicht meins , aber alles andere war super bis erträglich , außerdem Geschmackssache (meine Tops waren S, ISL, N, SM🎉)

undeuxtrois
undeuxtrois
1 Jahr zuvor
Reply to  Gwendolyn

Nicht schräger als in den 70 und 80ern, wenn ich z. B. so an Dschinghis Khan, Jahn Teigen, Cetin Alp, Papa Pinguin, Kojo oder viele andere zurück denke. 🙂

Luke
Luke
1 Jahr zuvor
Reply to  Gwendolyn

Die woken/queren treten erst im 2. Semifinale auf. Das wird schräg.

4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
1 Jahr zuvor
Reply to  Kathrin

Du kannst ja Silbereisen gucken.

Malge1985
Malge1985
1 Jahr zuvor

Das ist ja blöd, dass dies zur selben Zeit kommt. 🫣

Gaby
Gaby
1 Jahr zuvor

Ich mach’s kurz: Das neue Verfahren bitte (mMn) gleich wieder rückgängig machen.

Funi_Cula
Mitglied
1 Jahr zuvor

Ich fand das Voting gar nicht so schlecht. Da waren so ein paar Dreierkonstellationen bei denen man überlegen musste, wer es denn werden könnte.
Ob es jetzt soviel spannender ist als die vorherige Variante, sei mal dahingestellt. Aber wenn es so beibehalten wird, fände ich es ok.

Eike W
Eike W
1 Jahr zuvor

Ich fand das gestrige Halbfinale gut gelungen, sehr kurzweilig.
Ja, es fängt erst 21 Uhr an und am nächsten Tag ist Arbeit bzw Schule. Aber ESC ist einmal im Jahr, da geht das schon.
Die Schweiz ist ein sehr sympathischer Gastgeber. Wir hatten viel Spaß beim schauen und freuen uns auf Donnerstag.
Das Voting fand ich spannend und nicht als Zeitschinderei.

Jo2602
Jo2602
1 Jahr zuvor

Ich finde das kann man so machen, es wäre aber auch nicht schlimm gewesen wenn man nichts geändert hätte. Es ist eine nette Spielerei.

Gwendolyn
Gwendolyn
1 Jahr zuvor

„die Enttäuschung der anderen wurde in Großaufnahme in die Welt gesendet.“ Wat? Also hab ich nicht mitbekommen, nach verkünden des Siegers des 3er packs wurde doch sofort der/die glückliche Auserwählte mit Stab beim jubeln gezeigt (OK bei Estland das selbstherrliche Gehabe ), also den Frust der jeweils 2 Verlierern ist an mir vorüber gegangen, wurde das wirklich ausgestrahlt ? Und was soll an der neuen Version der Bekanntgabe jetzt spannender sein ?

cars10
cars10
1 Jahr zuvor

Überflüssig wie ein Kropf.

Gefühlt war es sogar weniger spannend und beliebig, wer am Ende weitergekommen ist.

Johannes Floehr
Johannes Floehr
1 Jahr zuvor

Bin ich wirklich der Einzige hier, der diese Änderung nicht so schlimm, eher so ganz in Ordnung fand? Es wurden doch in den Jahren davor auch immer Bilder von „zufälligen“ Delegationen im Greenroom gezeigt, da wussten zumindest die Acts doch auch immer: Ah, jetzt steht ein Kameramensch vor mir, jetzt könnte es sein, dass ich weiterkomme. Oder hatten die da 15/16 Kameraleute im Einsatz? Kann ich mir nicht vorstellen. Und die „Shock Q-Dreiergruppe“ rund um Portugal war doch schon ganz cool, ebenso dass man Topfavorit Schweden schnell schon beim ersten Zeigen „abgearbeitet“ hat, weil eh klar war, dass sie weiterkommen. Das Einzige, was mich ein bisschen stört ist, dass man es den „Casuals“ in 2-3 Sätzen erklären muss, also beispielsweise, dass man nicht raus ist, wenn man einmal gezeigt wurde und nicht weitergekommen ist. Aber ach, es ist finde ich wirklich keine so schlimme Änderung wie jetzt manche tun.

Rouven
Rouven
1 Jahr zuvor

Ich stimme dir insofern zu, als es nicht so schlimm war wie erwartet. Vor allem der Aspekt der Demütigung war ja gar nicht gegeben, wie man das aus DSDS-Sendungen kennt, wo die Leute vortreten mussten und dann noch durch In-die-Länge-Ziehen gequält wurden. Ich finde auch nicht, dass es wesentlich länger gedauert hat (wenn überhaupt?!). Allein eine Spannungssteigerung seh ich nicht. Eher im Gegenteil, wie manche schon geschrieben haben. Es geht immer nur um die 3, die anderen sind außen vor.

Trust
Trust
1 Jahr zuvor

Was ist das Ziel von der Erneuerung? Mehr Spannung erzeugen? Ich fand es überhaupt nicht spannend. Wenn der Favorit erstmal nicht weiterkommt, kann er es ja in der nächsten Konstellation. Erst zum Schluss wird der allerletzte Kandidat bekanntgegeben und da wird es spannend, ob der Favorit weiterkommt. Aber genauso ist es ja auch bisher gewesen. Wo ist also der Mehrwert für die Spannung?
Einzig als Slowenien, Aserbaidschan und Portugal gleichzeitig gezeigt wurden, war ich überrascht – dass eins dieser drei schwachen Kandidaten weiterkommen wird. Aber da mich die Teilnehmer nicht wirklich interessiert haben, war mir das dann auch wieder egal. Also: wo ist der Mehrwert?

UweB
UweB
1 Jahr zuvor

Ist das eigentlich für die Interpreten ok, wenn man sie mehrfach als potenzielle Gewinner einblendet?
Stelle mir das anstrengend vor.

Sa1994
Sa1994
1 Jahr zuvor

früher war eine kamera schon im vorhinein auf die nächsten bekanntzugebenen gerichtet, da war die spannung nicht so da. jetzt sind kameras auf drei acts gleichzeitig gerichtet. so ist mehr spannung – auch für die künstler

ag9
ag9
1 Jahr zuvor

Nicht schlimm, aber überflüssig und leicht schlechter als vorher, also bitte baldmöglichst wieder einstamfen.

Stefan
Stefan
1 Jahr zuvor

Wir können ja den ESC doch einfach für jeden Zuschauer individualisieren, damit es für jeden einzelnen in die so wichtige Work-Life-Wohlfühl-Balance passt. Himmel hilf, was hier genörgelt wird! Neuerungen müssen sich auch erstmal etablieren. Nicht immer gleich nach abschaffen schreien, was auf den ersten Blick nicht schmeckt. Ich fand das alles halb so wild. Mir hat der Bekanntgabemodus gut gefallen. Und die längere Sendezeit war mir nicht wirklich aufgefallen. ESC ist einmal im Jahr, da kann man als Fan auch mal ’ne halbe Stunde für opfern. Alles in allem eine gelungene Show. Es wird einem nie zu 100% alles gefallen. Da kann man sich auch mal entspannt zurück lehnen und die Show genießen anstatt die Nadel im Heuhaufen zu suchen.

Martina
Martina
1 Jahr zuvor

Ich war live in Basel dabei! Es war einfach so kurzweilig und ich hätte noch Stunden zugeschaut. ESC kann nicht lange genug sein. Das neue Abstimmungsverfahren erhöht aber den Spannungsbogen nicht.

SanomiKedvesem
SanomiKedvesem
9 Monate zuvor

Ich habe mir die Bekanntgaben noch einmal genauer angeschaut. Gleich vorweg: Ganz so schlimm wie befürchtet wurde es nicht, aber ob es wirklich notwendig war?

Beginnen wir mit Semi 1:

Runde 1:
Den Anfang machten drei Länder, die alle weiterkommen sollten. Als erstes jubeln durfte aber Norwegen, während Tommy Cash weiter telefonieren konnte.

Runde 2:
Auch diese drei Länder sollten alle ins Finale einziehen – aber Albanien zuerst.

Runde 3:
Hier waren erstmals zwei Länder dabei, die es nicht schaffen sollten. Und – Schweden. Sie mussten also nicht lange schwitzen, das taten sie ja schon genug, hehe.

Runde 4:
Als erstes Land wurde Island zum zweiten Mal aufgerufen. Diesmal erfolgreich.

Runde 5:
Auch Estland war ein zweites Mal an der Reihe, musste aber den Niederlanden den Vortritt lassen.

Runde 6:
So langsam ist jedes Land schon einmal dran gewesen, jetzt war Kroatien zum ersten Mal dran. Der Jubel gehörte aber Polen.

Runde 7:
Als letztes Land hatte Slowenien seinen ersten Aufruf. Das Ticket ging aber an San Marino. Heißt also: Wer jetzt drankam, war schon einmal an der Reihe…

Runde 8:
…Estland war es jetzt sogar zum dritten Mal – und jetzt gab es auch für „Espresso Macchiato“ einen Finalplatz.

Runde 9:
Die Runde der Außenseiter: Drei Länder wurden aufgerufen, die es den Wettquoten zufolge nicht ins Finale schaffen sollten. Portugal tat es dann doch.

Runde 10:
Jetzt waren noch sechs Länder im Rennen, alle wurden schon zwei Mal aufgerufen, jetzt also zum dritten Mal. Und für einen Moment schien es, als würde die 100-Prozent-Quote der Ukraine wackeln – tat sie dann aber doch nicht. Dafür sah man im Hintergrund die Enttäuschung von Belgien und Aserbaidschan…

Bevor ich das jetzt genauer analysiere, gehe ich gleich zu Semi 2 über, danach ziehe ich Bilanz. Gleich vorweg: Da lief es etwas anders, denn es gab ein Land mehr als in Semi 1, also auch ein Land mehr, das die Koffer packen musste. Fangen wir an:

Runde 1:
Ein Land, das weiterkommen, aber zunächst vertröstet werden sollte, ein Land, das nicht weiterkommen sollte, und ein Land, das direkt weiterkam: Litauen.

Runde 2:
Diesmal war man früh dran mit denen, die es nicht schaffen sollten: Hier waren gleich zwei von denen an der Reihe. Gewissheit gab es hingegen für Israel, deren Beitrag stand im Finale.

Runde 3:
Ich habe ja immer einen Tipp abgegeben, wer weiterkommen könnte (oder sollte). Hier habe ich auf Malta getippt, vielleicht auch Serbien. Es wurde jedoch Armenien.

Runde 4:
Die Runde der Borderliner: Drei Länder, bei denen die Finalchancen wackelig waren. Hier war mein Tipp ein „Ich glaube Lettland, aber ich hoffe Dänemark“. In diesem Fall gewann die Hoffnung.

Runde 5:
Miriana wurde als Erste zum zweiten Mal aufgerufen, bekam jedoch wieder nur den Laufpass. JJ wurde zum ersten Mal aufgerufen – und bekam das Finalticket.

Runde 6:
In den luxemburgischen Jubel mischte sich bei mir ein wenig Unmut, denn: Alle drei Länder waren schon mal an der Reihe, während andere immer noch aufs erste Mal warten mussten und genauso schwitzten wie Hazel in ihrem Plastikkleid.

Runde 7:
Mit Finnland und Georgien sind jetzt wirklich alle einmal dran gewesen. Erika bekam ihr Okay (und war auch mein Tipp, schließlich waren nicht mehr viele Plätze frei).

Runde 8:
Lange musste Australien auf den zweiten Aufruf warten, wieder vergeblich. Diesmal durfte Lettland jubeln (und ich konnte es noch entspannter feiern, im Wissen, dass Dänemark auch weiter war).

Runde 9:
Lange musste Montenegro auf den zweiten Aufruf warten, wieder vergeblich. Im dritten Anlauf wurde Malta erlöst.

Runde 10:
Sieben Länder konnten noch hoffen, auch hier waren alle schon zweimal an der Reihe, mit dem besseren Ende für Griechenland.

Fazit:
Da war wohl ein kluger Algorithmus im Spiel. Kein Land war öfter als dreimal an der Reihe. Und die meisten von denen (mit Ausnahme von Estland und Malta) auch erst in der letzten Runde. Außerdem wurde kein Land, bis auf die finale Runde, zweimal hintereinander aufgerufen. Und ja, es war schon spannend, aber anders als die letzten Jahre.

Eigentlich war dieses Gimmick jedoch gar nicht notwendig. Es hätte eigentlich gereicht, wenn man es wie in den Vorjahren gemacht hätte. Vielleicht sollten damit auch die Kommentatoren ein bisschen aufmerksam gemacht werden, wenn ihr eigenes Land an der Reihe war. Und die Teilnehmenden natürlich auch. Wenn sie sahen, dass sie zu den drei Ländern gehörten, dann konnte man die Daumen drücken. Anders hingegen, wenn wir nur die lange Liste hatten, da konnte alles kommen, aber es war wohl auch spannender, weil es sich eben nicht nur auf drei Länder beschränkte.

Ich bin mal gespannt, ob es das nächstes Jahr wieder geben wird. Ich wäre jetzt nicht enttäuscht, wenn es abgeschafft werden würde. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass es dabei bleibt. Oder dass es etwas ganz Neues geben wird…