Live-Blog: Eurovision Song Celebration – Live-on-Tape – Die Halbfinalausscheider

Die beste Medizin gegen die Post Eurovision Depression ist einfach noch mehr ESC! Und in diesem Jahr verwöhnt uns die European Broadcasting Union in dieser Hinsicht geradezu. Denn am heutigen Freitag und am morgigen Samstag bekommen wir alle Back-Up-Videos zu sehen, die gedreht wurden für den Fall, dass ein Land nicht zum ESC hätte reisen oder dort (krankheits- bzw. infektionsbedingt) hätte auftreten können.

Im Ankündigungsvideo der EBU heißt es dazu konkret: „Ihr könnt zwei weitere, aufregende Shows genießen. Im März habe alle teilnehmenden Länder ihren Back-Up-Auftritt aufgenommen für den Fall, dass sie nicht nach Rotterdam reisen könnten. Unsere Gastgebern Krista Siegfrieds wie Euch diese Auftritte in der Eurovision Song Celebration zeigen. Am Freitag, den 28. Mai werdet Ihr die Live-on-Tape-Auftritte von den Künstler*innen sehen können, die sich nicht für das Finale qualifiziert haben. Und am Samstag, den 29. Mai bieten wir Euch das großen Finale, und zelebrieren damit die Aufzeichnungen der Finalisten. Seid bereit, noch einmal Eure Favorit*innen anzufeuern.“

Hier nachfolgend ist der exakten Live-Stream:

Der deutsche Vertreter Jendrik hat z.B. sein Back-Up-Video in Litauen gedreht. Von seinen Fotos dort konnten wir bereits einen Eindruck bekommen, wie auch der Auftritt in Rotterdam sein könnte. Von einer anderen Künstlerin kennen wir das Back-Up-Video bereits: Montaigne aus Australien. Nachdem am 20. April die Info kam, dass die Sängerin nicht nach Rotterdam kommen würde, war klar, dass ihr Back-Up-Video zum Einsatz kommen würde. Das kam es auch. Die Australierin verpasste mit den Einzug ins Finale.

Guten Abend an diesem Freitag – genau eine Woche nach dem Juryfinale. Gleich geht es los mit dem ersten Live-on-Tape-Teil. Auf YouTube warten 6.778 Personen. Ich gehöre dazu und hoffe, dass Ihr es Euch gemütlich gemacht habt. Ich bin noch etwas verwirrt von dem Countdown. Bei mir ist es 20:54 Uhr, aber auf YouTube heißt es, dass es in drei Minuten los geht. Mal schauen. Jetzt ist der Countdown auf 60 Sekunden umgesprungen, bleibt dabei aber stehen. Dann geht’s wohl doch erst um 21 Uhr los. Jetzt heißt es „Premiere startet gleich“. Naja, es ist ja für uns alle das erste Mal, oder um es mit den Dänen zu sagen: Øve os på hinanden! Nach zwei kurzen Werbeeinblendungen kommt nun der 2-Minuten-Countdown. Die machen es aber auch spannend.

Und da ist das Soundlogo und wir werden von Krista Siegrids begrüßt. Sie steht in der Ahoy Arena. Måneskin sagen uns noch mal „Rock’n’Roll never dies“. Twan van de Niewenhuijzen erklärt uns in einem Einspieler wie es zu den Back-up-videos kam bzw. wie sie erstellt wurden, damit es fair verläuft. Die Künstler*innen hatten eine Stunde Zeit, in der sie drei Aufnahmen machen konnten. Danach konnten sie auswählen, welches der drei sie haben wollten.

Bevor das erste Video von Ana kommt, werden ein paar Hintergrundbilder von der Aufnahme gezeigt.

Dabei sind aus dem ersten Halbfinale (in Startreihenfolge)

Ana Soklič – Amen (Slowenien)

Ana steht im Dunkeln und wird von hinten angestrahlt. Es gibt rote horizontale Neonlinien im Hintergrund. Das ist ein bisschen wie bei Benjamin Ingrosso und einem Toaster. Ihr Kleid ist schwarz, aber so geschnitten wie wir es von Rotterdam kennen. Zur zweiten Strophe ändern die Neonröhren die Farbe von rot zu weiß. Zum Refrain sind die Strahler ganz anders; das erinnert ein bisschen an die Bilder, die wir von der Bühne in der Ahoy kannten. In der Brücke sieht man am unteren Bildrand Flammen. Das siehst etwas improvisiert aus. Aber sympathisch. Ich glaube, während der ganzen Nummer hat Ana ihre Füße keinen Zentimeter bewegt.

Montaigne – Technicolour (Australien)

Und da ist schon der Einspieler für Montaigne. Das Video, das jetzt kommt, kennen wir ja vom richtigen Halbfinale. Deshalb schreibe ich da jetzt nicht, sondern baue das Video schon mal ein.

Vasil – Here I Stand (Nordmazedonien)

Vasil hat auch beim Back-Up-Video die Dotter-Spiegel dabei – das sieht man schon bei den Hintergrundbildern. Das Video beginnt ganz dunkel und man sieht nur sein Gesicht. Das Outfit ist dasselbe wie in Rotterdam. Dann kommen goldene Strahler dazu. Das ist natürlich alles kleiner und reduzierter als in der Ahoy. Mit der Hose und den Schuhen sieht er ein bisschen aus, als sei er gerade auf der Straße vorbei gekommen. Für seine hohen Töne lehnt er sich nicht so weit zurück. Aber toll: Zur zweiten Strophe gibt es denselben Backdrop wie in Rotterdam. Der Spiegeleffekt sieht hier noch billiger aus als wir es kennen. Ganz zum Schluss gibt es noch einen golden-strahlenden Stern. Alles ziemlich wie beim ESC.

Lesley Roy – Maps (Irland)

Hat das Video nicht freigegeben.

Albina – Tick-Tock (Kroatien)

Wir sehen schon, dass Albina und ihre Tänzer dieselben Outfits anhaben wie in Rotterdam. Ahm, nee, doch nicht! Das waren Bilder aus der Vorbereitung von Rotterdam. Jetzt sieht das aus wie der Auftritt von der Dora. Auch das Make-Up ist dasselbe. Ist das womöglich auch der Auftritt davon oder haben sie es nachträglich im Studio noch einmal perfektioniert eingespielt? Das scheint wahrscheinlich, weil sonst die EBU ja nicht hätte bei der Aufzeichnung zusehen können. Und das Studio ist tatsächlich leer. Ich kann nicht 100%-ig sagen, ob der Backdrop der genau identische ist.

Roxen – Amnesia (Rumänien)

Bei Roxen sieht es jetzt so aus, als kämen die Hintergrundbilder von der Aufzeichnung. Sie steht allein auf einer runden Bühne. Strahler in blau und weiß kreisen sie ein, dann kommen die Tänzer*innen dazu. Sie trägt einen rostfarbenen Jogginganzug. Die Tänzer*innen tragen etwas ähnliches, nur wett grauer. Ich kann leider auch hier nicht sagen, ob das die exakte Choreographie aus Rotterdam ist. So richtig geht das ja nicht, weil die Bühne kleiner ist. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass sie mit dem Video beim ESC viel weiter gekommen wäre als so.

Krista Siegfrids meldet sich in der Pause. Sie hat in unterschiedlichen Einstellungen unterschiedliche Outfits an. Sie stellt uns ihren Interview-Raum vor. Anschließend wird TIX interviewt. Sie bekommt die Teufelshörner aufgesetzt und zieht dann seinen weißen Mantel an.

The Roop meets anschließend Manizha und sie singt deren Song. Für den Text müssen sie aber auf ihre Handys schauen. Ich könnte mir glatt noch etwas Rosado holen. Zum finnischen Beitrag werden weitere Backstage-Bilder gezeigt. Da sind die ganzen Tänzer*innen dabei, die wir ja mal zur Abstimmung stellen wollten. Dann sieht man die Stars in dem Moment, wenn sie nach dem Auftritt von der Bühne zurückkommen und total euphorisch sind. Toll.

Weiter geht es mit dem zweiten Halbfinale (in Startreihenfolge)

Uku Suviste – The Lucky One (Estland)

Bei ihm sind Bilder aus Rotterdam in der Vorbereitung zu sehen. Oh, ich dachte gerade, das muss doch der richtige Auftritt sein. Ist es aber nicht. Das scheint wie in Kroatien der Auftritt von Eesti Laul zu sein – mit großer Bühne und demselben Backdrop wie in Rotterdam. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass er auch dasselbe Outfit anhat. Hier sind aber noch die Ketten aus dem Baummarkt vom Eesti Laul im Einsatz. Ich weiß nicht, ob das stimmlich 100% ausgesteuert ist. Aber ganz schlimmer Ausreißer habe ich bisher nicht gehört. Zum Finale wird die Bühne etwas roter.

Benny Cristo – omaga (Tschechien)

Zum Auftakt sieht man eine Tänzerin und dann noch eine. Erst nach dem Opening kommt Benny in seiner goldenen Bomberjacke auf die Bühne. Er trägt eine längere, recht locker sitzende schwarze Hose und graue Botten. Das passt nicht vollständig zusammen. Er tanzt mit zwei Tänzern auch eine Choreografie. Dann sind irgendwann alle vier Tänzer*innen auf der Bühne. Hatte er da noch längere Rasterzöpfe? Das muss bei der Aufzeichnung ja auch komisch gewesen sein so im leeren Studio für Stimmung zu sorgen. Zum Ende geht Benny auf den Hosenboden und betreibt man-spreading.

Vincent Bueno – Amen (Österreich)

Auch für Österreich gibt es Backstage-Bilder aus Rotterdam. Der Auftritt beginnt ebenfalls mit er Silhouette von Vincent, nur dass sie nicht so dramatisch aussieht wie in der Ahoy. Außerdem muss er sich selbst umdrehen. Dann gibt’s aber denselben Effekt mit dem langen Laufsteg. Er trägt dasselbe Outfit vom ESC-Auftritt. Natürlich merkt man, dass das in einem Studio aufgenommen wurde und nicht in der Arena, aber die Anmutung kommt bereits gut rüber – gerade auch mit den sehr vielen Strahlern. Er arbeitet sich wirklich intensiv mit seiner Mimik durch das Lied.

RAFAŁ – The Ride (Polen)

In Warszawa hat man ein The-Ride-Studio aufgebaut. Das wirkt gar nicht so viel kleiner als in Rotterdam. Die Outfits sind bekannt. Er hat auch die Sonnenbrille auf und spielt am Anfang so blöd mit der Kamera. Die Tänzer haben die Lampen an (also in der Hand). Und krass: Sie haben auch Pyro beim ersten Refrain; zwar etwas mickriger als in Rotterdam, aber immerhin! RAFAŁ setzt zeitweise ab und ruft auch das schlimme „What’s up, Europe“ in das leere Studio. Visuell macht das schon am meisten her, weil auch der Boden mit Neon bespielt werden kann. Fehlt nur noch die halbtransparente Leinwand. Und noch mehr Pyro!

Tornike – You (Georgien)

Jetzt wird’s spannend. Wir der Auftritt genauso aufregend wie in Rotterdam oder noch anspannender? Tornike sitzt auf einem Barstuhl. Hinter ihm ist der selbst helle Effekt zu sehen. Er trägt sein weißes Hemd und eine schwarze Jeans. Er schaut immer nu in eine Kamera, obwohl es mehrere im Studio gibt. Zur zweiten Strophe werden im Backdrop die georgischen und englischen Wörter eingeblendet; auf seinem Hemd ist nicht zu lesen. Allerdings kommen zum zweiten Refrain drei Backgroundsänger*innen dazu. Dann gibt’s ein kleines Lichterblitzen und als Farbe kommt Rot dazu. Und dann ist es vorbei.

Samanta Tīna – The Moon Is Rising (Lettland)

Die Sängerin steht mit ihrem grünen Kleid vor einem Scheinwerfer, so dass man sie versetz nicht erkennt. Sie hat eine Frisur, die wie ein Helm aussieht; dazu ist sie mit gold auf der Stirn bemalt. Der Backgrop ist quasi derselbe wie in Rotterdam nur halt auf einem kleineren LED-Bildschirm und daher nicht so imposant. Ach nein, das ist gar nicht ihr Rotterdam-Kleid. Nur das Oberteil. Unterdrum sieht es aus wie die Röcke der drei Backgroundsängerinnen im Amazonen-Stil. Toll: Kamerashot von oben. Der Boden kann in dem Studio offenbar auch bespielt werden. Nice.

Fyr og Flame – Øve Os På Hinanden (Dänemark)

So, die Halbfinalsieger der Herzen mit Bildern aus Rotterdam. das sieht aus wie der Studio von der dänischen Vorentscheidung. Sie haben auch dasselbe an. Auch sonst sieht alles so aus, wie wir es von dort kennen – nur die Bahn im Hintergrund fehlt. Dafür sind schon die drei Backgroundsänger*innen dabei, die wir auch in Rotterdam gesehen haben. Also, von mir kriegen sie dafür auch wieder 12 Punkte. Jesper läuft auch nach vorn und tanzt durch das Studio. Toll. Der Gesang ist nicht immer sicher, aber das ist er bei ihm ja sonst auch nicht. Sagen wir mal so: da sind dann doch deutliche Schwächen zu erkennen. Wenn das die beste Version ist… Zum Abschluss gibt’s auch Pyro.

Und da ist Krista auch schon wieder. Der Schnelldurchlauf wird von Fans bestritten. Das ist schon sehr gay. Aber auch sehr lustig anzusehen. Wie geil! Das könnten sie biem ESC jetzt immer machen. Haha, die beiden aus Dänemark als Panda und Dinosaurier. Und Krista gibt die Samanta. Herrlich.

Krista bedankt sich für heute und hofft, dass wir uns alle morgen um 21 Uhr wiedersehen. Dann ist Benny mit dem Live-Blog für Euch da und führt Euch durch die 25 verbleibenden Videos (weil von Großbritannien keins dabei ist). In diesem Sinne: Bedankt voor vanavond en tot morgen. Oder so.

Wir live-bloggen für und mit Euch die Sendung der EBU am Freitagabend um 21 Uhr und das Finale am Samstag um 21 Uhr. Was erwartet Ihr von den Videos? Wer kann überzeugen? Und wer hat nach dem Back-Up-Video noch einmal komplett seinen Auftritt überarbeitet? Diskutiert unter diesem Beitrag!


184 Kommentare

  1. Off-Topic

    Gerade ging das große Finale von „Let’s Dance“ auf RTL zu Ende und im Abspann wurde der Song „Last Dance“ von Stefania Liberakakis gespielt. Bedauerlicherwesie konnte Ilse de Lange nicht vor Ort sein, weil sie in Quarantäne ist. Im großen Finale ist es Tradition, daß alle Promis, die zuvor ausschieden, nochmal auftreten. Nächsten Samstag findet die große Profi-Challenge statt und da tanzt Luca Hänni mit Christina Luft.

  2. Okay, dann nächstes Jahr eine Kollaboration mit RTL. Sängersuche via DSDS und Tänzersuche via Let’s Dance. Das muss doch dann klappen!

    • Nein! Also …Nein! Nein, wirklich nicht! Sagte ich das schon? Nein! Auch nicht hypothetisch! Darüber macht man keine Scherze!

      • N-E-I-N ! Wegen dir hätte ich beinahe mein Brötchenhappen verschluckt!

        Bevor das passiert, bewerbe ich mich selbst beim ESC!

  3. Konnte die Show erst jetzt schauen. Positiv überrascht haben mich eigentlich nur zwei Clips: Rumänien und Lettland fand ich stärker als dann später im Halbfinale. Beide Performances sind wohl (auch) daran gescheitert, dass man unbedingt die technischen Möglichkeiten der Bühne nutzen wollte. Das hat dazu geführt, dass man Samanta und ihre Girls vor lauter Gold vorne, hinten, oben, unten gar nicht mehr gesehen hat und auch Roxens Instenierung ist auf der kleineren Bühne deutlich besser rausgekommen.

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