Melodifestivalen 2022: Keine Wildcard über den Radio-Nachwuchswettbewerb P4 Nästa

Julia Alfrida (Aufmacherfoto) qualifizierte sich im vergangenen Jahr über den Radio-Nachwuchswettbewerb P4 Nästa für das diesjährige schwedische Melodifestivalen. Dort schaffte sie es mit ihrem Beitrag „Rich“ allerdings nur auf den 7. und damit letzten Platz im Halbfinale. Entsprechend schied sie also bereits in der Vorrunde aus und konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.

Julia ist mit ihrem Schicksal nicht allein: So richtig gut schnitten die Wildcards aus P4 Nästa beim Melodifestivalen nämlich nie ab. Kein Act schaffte es bisher ins Finale oder in die Andra Chansen. Die beste Platzierung gelang 2013 Terese Fredenwall mit „Breaking The Silence“, die in ihrem Halbfinale Fünfte wurde. Im vergangenen Jahr landete Amanda Aasa mit „Late“ auf dem 6. Platz im dritten Mello-Halbfinale.

Die ursprüngliche Idee, hoffnungsvollen Newcomern über die P4-Nästa-Wildcard beim Melodifestivalen eine große Bühne zu bieten, war damit zwar weiterhin charmant, allerdings nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Deshalb haben sich die Verantwortlichen jetzt entschieden, dass es in der kommenden Saison – also bei P4 Nästa 2021 für das Melodifestivalen 2022 – keine solche Wildcard mehr geben wird. Das berichtet heute die Fanseite ESC Panelen. Mittlerweile hat auch der schwedische Rundfunk SVT diese Meldung bestätigt. Ob die Wildcard danach wieder zurückkommt? Fraglich.

Allerdings ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen, dass Künstler aus dem Nachwuchswettbewerb trotzdem am Melodifestivalen teilnehmen. Diese müssen sich dann aber ganz regulär bei SVT bewerben und für die schwedische Vorentscheidung ausgewählt werden. Neu wäre auch das nicht: 2019 fiel die Wahl der P4-Nästa-Jury auf Amanda AasaP4-Nästa-Teilnehmerin Faith Kakembo wurde später aber trotzdem auch noch als Teilnehmerin für das Melodifestivalen ausgewählt. Beide Künstlerinnen traf dann allerdings das Schicksal aller bisherigen Qualifikanten über den Radio-Nachwuchswettbewerb – sie schieden bereits im Halbfinale aus.


39 Kommentare

  1. Mir ist es egal, was SVT macht, und wünsche mir nur eine Sache: Endlich mal wieder einen interessanten Beitrag aus Schweden. Viel Glück!

      • Soll ich jetzt wieder das Mädchen auf dem Bahnsteig herzitieren? 😉

      • Na gut, ein bisschen Hoffnung besteht. Björkmann ist weg. Also kann man beim Melodifestivalen ordentlich durchlüften. In Rotterdam gab es für die Schweden ein kleines Debakel. Vielleicht passiert wirklich ein kleines Wunder und die Schweden entdecken Qualität.

    • Das würde ich mir auch wünschen. Sie haben so viel Potenzial (Clara Klingenström oder 2018 Samir und Victor z. B) und am Ende wird (fast) immer ein eher glattgebügelter und polierter Song gewählt.
      Das ist schade.

  2. Von Peter ist man ja solche „Meldungen“ gewohnt, aber von Benny erwartet man schon, dass man eine Überschrift versteht. Sind das erste Anzeichen, dass auch du in eine Welt abdriftest, von der es scheinbar keine Wiederkehr gibt?
    Nicht böse sein, aber ich erwarte in der Woche nach dem ESC noch Meldungen zu diesem, wo sind eigentlich die persönlichen Juryergebnisse, gibt es die diese Jahr nicht? Hätte doch gerne gesehen, wie Consi so abgestimmt hat.

    • Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden die Juryergebnisse dieses Jahr nur anonymisiert veröffentlicht (Juroren A, B, C, D und E).
      Und jetzt lass doch mal den Benny in Ruhe. Die ESCK Blogger machen doch einen tollen Job und bieten viel mehr qualitativ hochwertige Informationen als z. B. das große OMG ruf-WiWi-Team.

    • Consi hat doch später im Interview mit Alina und Stefan angedeutet, für wen er so ungefähr gestimmt hat.

      Er erwähnt ja Malta, Frankreich, Schweiz, Island – Italien in Top 10, aber nicht vorne – seine Abneigung gegenüber Griechenland und Moldawien/Moldau.

      Zu welchem Juror passen diese Aussagen am ehesten?

  3. Irs irgendwie interessant: In DEU gewannen die Wildcards oft, weil man hierzulande gerne die Underdogs statt der Starsunterstützt; in Schweden ist es anscheinend genau umgekehrt.

    • Und ist damit viel besser gefahren, weil Anneliese von nebenan nunmal auf Dauer keine interessante Persönlichkeit ist.

  4. Klingt nicht wie ein Schritt, der das MF weg von formatierten Songs/Produktionen/Inszenierungen führt. Die mangelnden Siegchancen oder dass ein Nästa-Sieger jemandem bei so einem großen Starterfeld einen Platz wegnehmen würde, kann eigentlich kein Argument sein. Mal sehen, ob die MF-Beitragsauswahl oder das Votingsystem so Bestand haben. Die letzten Jahre haben ja keinen europaweiten Publikumsrenner hervorgebracht.

  5. Wie waren eigentlich die Reaktionen in Schweden auf Tusse‘s 14 Platz? Die 1 vor dem Endergebnis gabs doch seit Herrn Stjernberg nicht mehr. Wer ist der Schuldige dort ?

    • Die Antwort ist einfach: die Zuschauer, denn hätte sie Eric Saade zum ESC geschickt, wäre erneut Top Ten erreicht worden.

      • Eric war aber auch nicht so viel weniger Plastikpop als Tusse und Plastikpop (oder von mir aus auch Hochglanzpop) ist doch generell dieses Jahr mehr oder weniger abgestraft worden.

      • Das bezweifle ich, Matty. Sein Song war auch ziemlich austauschbar. „Popular“ hatte damals irgendwie noch mehr Schmiss, okay, heute mag ich den Song gar nicht mehr leiden. Damals fand ich ihn gut.😉
        „Voices“ war schon gut hörbar, Tusse kam auch sehr sympathisch rüber, meiner Meinung nach. Okay, die Performance im Semi fand ich doch etwas gewöhnungsbedürftig.

        P. S. Julia Alfrida fand ich toll. Ihr hätte ich ein besseres Ergebnis beim Mello wirklich gegönnt.

      • Eric trifft keinen Ton und sein ganzer Auftritt wirkte unsympathisch und fake, haben die Zuschauer doch schon mit Ingrosso legendär abgestraft. Und dieses Jahr wäre da keine rettende Jury gewesen, weil auch die eher auf authentische Beiträge gesetzt hat.

  6. Schweden hat doch dieses Jahr etwas geschafft, was viele ihnen gar nicht zugetraut haben: Mehr Punkte aus dem Televote zu holen, als von den Juries zu bekommen.

    • Trotzdem war das Ergebnis für schwedische Verhältnisse schlecht. Platz 14 ist das schlechteste Ergebnis seit 2013.

      • Irgendwann wäre die Erfolgsserie sowieso gerissen und wenn im nächsten Jahr wieder der ESC vor der Tür steht, wird Schweden bei den Odds, wer den ESC gewinnt, nicht automatisch auf dem ersten Platz sein.

    • Diesen Televote-Überschüss kann man wohl eher mit der Startnummer 25 als mit dem Erfolg des schwedischen Konzepts begründen.

  7. Den Björkman Nachfolgern konnte doch eigentlich nichts besseres passieren, vor allem, wenn sie etwas am Format ändern wollen als das „schwache“ Abschneiden 2021.
    Dennoch schade, mochte die Wildcarder trotz anhaltender Erfolglosigkeit ganz gerne

  8. Mir ist es egal ob P4 Nästa stattfindet oder nicht. Hauptsache das Melodifestivalen selber findet weiterhin statt.

  9. Wenn sie nur dabei sind, um direkt wieder rauszufliegen, ist es natürlich nur verständlich, es gleich ganz sein zu lassen. Trotzdem irgendwie schade.

    • Ehrlich gesagt, dass deutsche ESC Fans das Mello in Frage stellen, und sich angeblich freuen das Björkman weg ist, aber hier rumheulen dass wir keinen VE haben, diese Menschen ernst zu nehmen, fällt mir doch gelinde gesagt schwer. Warum nehmen namhafte Künstler am Mello teil? Weil es einfach Kult ist, weil man dann rauf und runter gespielt wird und weil es kaum ne bessere Promo gibt. ESC Platz 14 ist jetzt kein Highlight, aber den Schweden geht es um Schweden, und das ist auch gut so. Ich würde den kompletten Jurykram abschaffen, schließlich sind es Menschen, die die Tracks kaufen.

      • Also ich hätte Christer Björkman in seinem Abschiedsjahrgang sogar den Sieg gegönnt und auch mein möglichstes dafür getan. Schau auf meine Telefonabrechnung. 😛

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