
Wie viele Teilnehmerländer können wir in Wien beim Eurovision Song Contest 2026 erwarten? Als wäre das nicht grundsätzlich schwer vorherzusagen, verkomplizieren die aktuellen Israel-Diskussionen eine Prognose noch mehr. Inzwischen haben mehrere Länder ihre sichere Abwesenheit angekündigt, sollte es nächstes Jahr zur israelischen ESC-Teilnahme kommen. Weitere drohen, zu folgen. Doch wie sieht es eigentlich mit den Ländern aus, die schon seit einigen Jahren aussetzen? Gibt es potenzielle Rückkehrer?
Offiziell ist am vergangenen Montag, den 15. September, die Deadline für Rundfunkanstalten gewesen, um sich für den ESC 2026 anzumelden. Noch bis Anfang Dezember kann diese Anmeldung bei der EBU kostenlos zurückgezogen werden, aufgrund der erst dann stattfindenden Abstimmung zu Israels ESC-Zukunft. Ganz andere Gründe, dem ESC fernzubleiben, haben mehrere, vor allem osteuropäische Nationen: Die steigenden Kosten und senderinterne Komplikationen. In einigen Fällen könnte sich das 2026 aber ändern…
Wie bereits berichtet, stehen die Zeichen in Nordmazedonien tatsächlich ganz gut. Der zuständige Rundfunk MRT will über sein ESC-Comeback nachdenken und nun gibt es erneut eine hoffnungsvolle Nachricht des mazedonischen Fernsehens. Bei einem Senderrat-Meeting wurde laut dem Protokoll der dringende Wunsch der Bevölkerung besprochen, zum ESC zurückzukehren. In einer Pressemeldung des Senders MRT heißt es nun:
„Die Rückkehr Mazedoniens [Anm.: Offizieller Name „Nordmazedonien“] als Teilnehmer am Eurovision Song Contest ist auch ein Wunsch einiger Bürger*innen, die sich per E-Mail an den Programmrat gewandt haben. Sie argumentieren, dass dies der Förderung des Landes, mazedonischer Musiker und Autoren sowie der hohen Zuschauerzahlen dieses Musikwettbewerbs zugutekomme.
Ivana Efremovski (Mitglied des MRT-Programmrats) forderte außerdem eine öffentliche Debatte zu diesem Thema, um das öffentliche Interesse an Mazedoniens Rückkehr zu diesem Event angemessen zu prüfen.“

Als potenzieller Act für Nordmazedonien beim kommenden ESC in Wien gilt nach wie vor der ehemalige Junior-ESC-Vertreter Bobi Andonov. Am Sonntag repostete er in seiner Story (siehe oben) einen Aufruf an Fans, sich per E-Mail beim mazedonischen Rundfunk zu melden. So will MRT wohl tatsächlich analysieren, wie wichtig der Bevölkerung eine ESC-Rückkehr bzw. die Nominierung des Sängers ist.
Ebenfalls für einen kleinen Hoffnungsschimmer sorgte eine Meldung der EBU, die mitten in der ESC-2025-Woche auf eurovision.tv verkündet wurde: Monaco strahle den ESC zum ersten Mal seit 2007 wieder live im TV aus. Zwar ist es inzwischen keine Teilnahme-Voraussetzung mehr, die Shows im Vorjahr ausgestrahlt zu haben, doch die Übertragung der Shows aus Basel im monegassischen TV beweisen, dass das zweitkleinste Land der Erde Interesse am ESC hat.
Dazu kommt, dass sich Gerüchte um ein Comeback Monacos schon seit Ende 2021 halten, nachdem ein Budgetplan der Regierung auftauchte, der Geld für eine ESC-Teilnahme vorsah. 2023 ging dann ein neuer öffentlich-rechtlicher Sender in Monaco auf Sendung: TVMONACO. Ende letzten Jahres hieß es jedoch, dass dieser bis zum 1. September 2025 geschlossen und mit dem Programm des Senders Monaco Info zusammengeführt wird, sodass daraus ein völlig neuer TV-Sender entsteht.
Kurios: Bislang gibt es diesen neuen Sender nicht, der vermutlich auch eine potenzielle ESC-Teilnahme nochmal verzögert hätte. Stattdessen sendet TVMONACO weiterhin ganz normal und ist auch immer noch EBU-Mitglied, was bedeutet, dass Monaco definitiv berechtigt wäre, am ESC teilzunehmen. Folgt 2026 also tatsächlich das große Comeback des Fürstentums? Es wäre die erste Teilnahme Monacos seit Séverine Ferrer, die vor 20 Jahren in Athen antrat (siehe oben).
Weniger Anzeichen für ein mögliches Comeback gibt es aus Moldau. Der moldawische Sender TVM hat Anfang 2025 überraschend verkündet, aufgrund mangelhafter Qualität den geplanten Vorentscheid und gleichzeitig auch die gesamte ESC-Teilnahme in Basel abzusagen. Laut den Organisatoren gab es zudem wirtschaftliche und administrative Herausforderungen, die zu der Entscheidung führten. Der Sender in Moldau versprach aber, „mit einem Paukenschlag“ zum ESC zurückzukehren. Ob dies schon im nächsten Jahr der Fall sein wird, ist weiterhin völlig unklar.
Große Hoffnung auf ein Comeback in Wien gibt es aber in Rumänien. Bereits im April erklärte der zuständige Rundfunk TVR auf einem Presseevent, dass neben finanziellen Engpässen auch das schlechte Verhältnis zwischen TVR und rumänischen Plattenfirmen ein Grund sei, weshalb das Land seit zwei Jahren beim ESC fehlt. Vor allem durch den Wegfall einer Jury in der Vorentscheidung 2023 seien viele Acts nicht mehr an einer Teilnahme interessiert gewesen. Neues Vertrauen müsse hergestellt und musikalisch-fördernde Projekte ins Leben gerufen werden, bevor Rumänien ein Comeback wage.
„Gesagt – getan!“, dachte sich das norwegische Produktionsstudio The Woods. Das organisiert nicht nur das deutsche ESC-Songwritingcamp Berlin Song Fest, sondern richtet im Oktober auch das rumänische Normania Songwriting Camp aus und hat hierfür TVR eingeladen. Der Sender soll so sehen, dass professionelle, internationale Produzententeams mit rumänischen Kreativen wettbewerbsfähige ESC-Songs schreiben können. Mit im Organisationsteam ist auch Ovi Jacobsen, der für das Camp in Rumänien bereits die Werbetrommel rührt (siehe oben) und selbst schon zwei Mal (mit Paula Seling) am ESC teilnahm.
Was meinst Du: Gibt es beim ESC 2026 endlich wieder Rückkehrer aus Osteuropa? Oder glaubst Du eher an ein Comeback von Monaco? Lass uns gerne Deine Meinung da.
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Das wird ein interessantes ESC-Jahr! Wäre schön, wenn Monaco zurückkehren würde!
Sie, ja wer denn? Warum nicht er? Oder es?
Dritte Person Singular bzw. Zweite Person Plural.
Das war nicht die Frage.
Dritte Person Plural übrigens. 😉
Vielleicht nutzen ja manche Länder mögliche Lücken, wenn andere aussetzen, und wir bekommen doch ein gut gefülltes Teilnehmerfeld! Ist gerade für Rückkehrerländer eine gute Chance, sich fürs Finale zu qualifizieren.
Da verdichtet sich doch überhaupt nichts, die Überschrift passt irgendwie nicht zum Artikel. Ich gehe nicht davon aus, dass wir eines der genannten Länder in Wien sehen werden.
Dass in Nordmazedonien sogar die Bevölkerung befragt wird und aus einer Sitzung hervorgeht, dass man eine Rückkehr prüft, ist für dich kein positives Anzeichen?
Dass Monaco dieses Jahr das erste Mal seit 2007 den ESC übertragen hat, ist kein Hinweis?
Dieser Programmrat in Mazedonien hat sich die letzten drei Jahre auch für die Teilnahme eingesetzt, aber das interessiert das Management des Senders offensichtlich wenig. Und wenn man die Teilnahme jetzt prüft, ist es für 2026 auf jeden Fall zu spät. In Monaco wird der neue Sender gerade schon wieder umstrukturiert, da steht eine ESC-Teilnahme wohl eher nicht auf der Agenda. Für mich ist das alles sehr vage, und nach den Erfahrungen der letzten beiden Jahre bleibe ich skeptisch.
Man kann das natürlich auch skeptisch betrachten, aber ganz auszuschließen ist es dennoch nicht. Keines dieser Länder hat bisher öffentlich eine Teilnahme dementiert.
Und die Meldungen aus Nordmazedonien wurden zwar jetzt erst publik, jedoch hat die Sitzung bereits Ende August stattgefunden. Zeit war seitdem also ausreichend da.
Klar, ausschließen kann man nichts. Ich habe letztes Jahr auch nicht damit gerechnet, dass Montenegro zurückkommt, von daher hoffen wir auf das Beste 🙂
Wenn gerade mehrere Länder öffentlich mit einem Ausstieg kokettieren, kann ich mir kaum vorstellen, dass die EBU strikt bei ihrer September-Deadline bleibt, falls doch noch wer Interesse anmeldet.
🇲🇩 Moldawiens Absage für Basel finde ich nach wie vor völlig bizarr – die hatten mit „A picture of myself“, „Semafoare“ und „Timpul / Memento mori“ gleich drei Top-Beiträge unter den Einreichungen …
🇲🇰 Mazedonien und Rumänien 🇷🇴 machen (zumindest so) derzeit keinen Sinn …
Und Monaco 🇲🇨 wird wohl zurückkehren, sobald der ESC wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser gelangt …
🚦😍
Würde mich natürlich sehr über ESC-Rückkehrer freuen, je mehr Vielfalt, desto besser. 👍
Finde es besonders schade, wenn Sender dem ESC aus finanziellen Gründen fernbleiben. Das sollte auch zu denken geben, ob dieser „Gigantismus“ (immer größere Bühne mit ausgefeilterer Lichttechnik, mehr als zwei Hosts, immer ausuferndere Intervallacts…) auf Dauer noch bezahlbar ist. Man könnte doch ein Teil der Kosten dafür nutzen, finanzschwächeren Sendern unter die Arme zu greifen.
Aber auch kein Zufall, dass die Teilnehmerzahl nach 2022 sank und seitdem nicht mehr stieg. In dem Jahr hat man einen der größten finanziellen Kontributoren verloren, die waren schon nah dran an den Big 5 (die EBU hat sogar eine Big 6 in Erwägung gezogen) Das muss irgendwie kompensiert werden.
Was meinst Du: Gibt es beim ESC 2026 endlich wieder Rückkehrer aus Osteuropa?
Klar. 👍👏🏽👏🏽👏🏽
Oder glaubst Du eher an ein Comeback von Monaco?
Nö
Ja seh ich auch so
@ Rick.
Mussten sich alle Länder (also evtl mit Rumänien oder Moldau) bis zum 15.9 angemeldet haben? Und jetzt heißt es abwarten, ob sich bis Dezember wieder welche abmelden? Oder können sich Länder, die es noch nicht gemacht haben, auch noch zb im November anmelden?
Marokko soll mal wacker zurückkehren. 😇😇😇
Falls Israel tatsächlich nicht dabei sein sollte, wäre das die Chance.
Wird nicht passieren. In Marokko interessiert sich absolut niemand für den ESC, lediglich bei Marokkanern die mal ne Zeit im Ausland gelebt haben ist er bekannter.
Abgesehen davon wäre der bunte ESC vielen dort sicherlich ein Dorn im Auge, allein schon die Präsenz von LGBT.
Ich gehe immer noch davon aus, dass Rumänien, Moldau und Nordmazedonien zurückkehren.
Ich schätze auf 39 Teilnehmer in Wien.
Das ist auch mein Tipp. 3 Rückkehrer und Israel ist leider nicht dabei.
Naja auch, wenn ich Israels Teilnahme kritisch sehe, würde ich Israel trotzdem etwas vermissen.
Viele tolle Beiträge geschickt, im 21JH. bisher. (2005, 2008, 2010, 2013, 2014, 2016, 2018, 2020, 2023 und 2024 m.M.n.)
Dann wohl eher 38 (ich hätte nichts dagegen) da Aserbaidschan auf der Kippe steht. Nachdem sie erst die Türkei und dann Russland als größte Allianz verloren haben, drohen sie jetzt auch noch Israel zu verlieren, und sie werden ihnen wohl folgen.
Es sei denn, es kommt ein Debüt á la Australien beim 60-Jährigen.
Wo steht denn bitte Aserbaidschan auf der Kippe? Die haben längst ihre ESC-Teilnahme (und ganz nebenbei auch die Rückkehr zum JESC) bestätigt.
Sehe ich recht ähnlich
Von mir aus dürfen alle diese Länder gerne wieder teilnehmen! Die größte Hoffnung hier ist natürlich Nordmazedonien. Bei Rumänien habe ich auch Hoffnung und ich glaube auch dass die gerne wieder dabei sein möchten, aber ich denke hier liegt das Hauptproblem wohl eher am finanziellen. „Schlechte“ Kontakte zu den Plattenfirmen könnte man ja eben, wie im Artikel erwähnt, mit einem Songwritingcamp „umgehen“. Vielleicht hilft es ja etwas.
Es wäre Super wenn Monaco zurück kommt wenn Monaco dann noch. Den ESC Song Contest 2026 das zwergn Land wäre auch Klasse wenn Monaco gewinnt aber ich weiß nicht ob das Fürstentum und die reichen so ein Spektakel haben wollen???wenn ja dann bekommt das normale Publikum keine Karten????
Nordmazedonien wäre cool, Monaco der jährliche ESC-Scherz und running gag, *gähn*.
Ich würde mich freuen.
Hola mi bebebe🕺💃👯
Bürger*innen mit Sternchen, Mazedonien mit Fußnote – Übersetzungen aus der Hölle. #ESC #Sprachwahnsinn
🥱😴
Hier arbeiten hier Menschen, die dem Blog neben ihrer normalen Arbeit betreiben und keine K.I.! Darüber bin ich sehr froh. 😉
Eben. Nur echte Menschen schaffen es, Mazedonien zur Fußnote und das Gendersternchen zur Hauptrolle zu machen.
OT
Heute Heidifest auf Pro Sieben mit ESC Vorentscheidsbezug. Als Gäste sind u.a. dabei:
Münchner Freiheit, Vincent Gross, Roberto Blanco und Thomas Anders…
🫣
Also steht nach dem heutigen Heidifest fest, wer für uns zum ESC fährt. 😜 🙈 (duckunweg)
P.S. Du hast Michelle vergessen. 🙈 🙈 🙈
schlagerprofis.de/heidi-klum-heute-abend-heidifest-auf-prosieben/
Kurzum: Ein musiklisches Gruselkabinett. 😨
Mit Michelle hätten wir dann auch hier ESC-Bezug, sogar doppelt, wenn man den Vorentscheid mit ihrer Tochter Marie Reim noch miteinbezieht.
Ich wusste gar nicht, dass der Blanco noch lebt.
Der tourt doch auch schon seit Jahrzehnten mit den einem Song durch die Gegend.
Der war insofern interessant, als dass er den Prototyp des lustigen, nicht bedrohlichen Schwarzen (obwohl er Araber ist) in Deutschland als erster darstellte. Bruce Darnell ist auch ein Paradebeispiel dafür.
Sonst alles klar bei dir??
Morgen gibt es Jambalaya, freue mich schon drauf. Kennst du das??
Mein Wunsch 2026;
Rückkehr: Moldau🇲🇩, Rumänien🇷🇴, Nordmazedonien🇲🇰.
Debüt: Kasachstan🇰🇿
Disqualifikation/Rückzieher: Israel🇮🇱
🙄 Tipp:
Sich vielleicht einfach mal über die Strukturen der
Rundfunkanstalten all dieser Länder informieren
– aber Vorsicht, denn das könnte zu dem einen
oder anderen Aha-Erlebnis führen, und wer will
schon irgendwelche Zusammenhänge kapieren …
Danke für … nichts?!
Auf Kasachstan kann ich gerne verzichten, dann lieber Monaco
Ich tippe ganz klar auf Marokko🙃🫠
Käme zurück wenn Israel zurückzieht
Nope. Bei ESCYounited ist auch ein User aus Marokko zugange der in Belgien aufgewachsen ist. Er meint der ESC ist dort praktisch komplett unbekannt, lediglich Marokkaner die wie er ne Zeit lang im Ausland leben kennen ihn wirklich. Außerdem meint er dass die konservativen Moralvorstellungen sich mit dem bunten Treiben nicht vertragen würden.
Für sonderlich realistisch halte ich das auch nicht und 1980 ist praktisch eine halbe Ewigkeit her.
Das habe ich auch schon gepostet….
Ovi traue ich zu, einen Song zu produzieren, der TVR quasi zu einer Teilnahme „zwingt“. „Playing with Fire“ ist für mich bis heute ein Evergreen.
Finde ich leider ganz schrecklich
Playing with Fire
😱😱😱
Gut, dass dir das nicht sophisticated genug ist, war irgendwo abzusehen. 😄
Aber manchmal darf es auch Plastikmusik sein, wenn sie gut gemacht ist. Und das war für mich ein Ohrwurm allererster Güte.
Auch wenn ich noch nicht so recht an eine mögliche Rückkehr glauben mag, gibt es ja doch die ein oder anderen positiven Anzeichen bei einigen Ländern. Also selbst wenn es mit einer Teilnahme am 2026er ESC nicht mehr klappen sollte, könnte diese ja eventuell in den nächsten Jahren wirklich zu einer Möglichkeit werden. Oder zumindest hoffe ich das einfach inständig.
Da im Artikel Rumänien erwähnt wird und es hoffentlich nächstes Jahr die Rückkehr zum ESC geben könnte, hat heute eine ehemalige Teilnehmerin am Vorentscheid Selecția Națională Geburtstag. Es ist Linda Teodosiu, die bei uns in Deutschland durch die Castingshow DSDS bekannt wurde und vor sechs Jahren Rumänien beim ESC mit dem Song „Renegades“ vertreten hätte. Sie wird 34 Jahre jung.